THEMA: ...zum Nachdenken
30 Mär 2018 00:04 #516984
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  • namib am 30 Mär 2018 00:04
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Nochmal klargestellt...
persönlich möchte und kann ich hier niemanden irgendwas unterstellen.
Nur ist es mir schon länger aufgefallen, dass in Reiseberichten bei gezeigten Bildern oft die Folgen der momentanen Situation nicht bedacht werden..DAS Abenteuer eben vorrangig ist.
Wer sich hier nun in irgendeiner Weise zu Unrecht angesprochen fühlt, bitte ich von Herzen um Entschuldigung.
Meine Einlassung sollte auch nur ein Denkanstoß für jeden neuen und alten Mieter eines Fahrzeuges bewirken, sodass jeder hoffentlich immer gesund und ohne finanzielle Verluste seine wohlverdiente Reise unbeschadet erleben kann!!
In diesem Sinne...
nichts für ungut
Gerhard
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30 Mär 2018 10:15 #516999
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  • Champagner am 30 Mär 2018 10:15
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namib schrieb:
Für mich stellt sich die Frage, ob nach Rückgabe des Leihfahrzeuges auch auf die "gemeisterten" Probleme, wie z.B. Aufsitzen auf Steinen bei Geröllfahrten und ev. notdürftig durchgeführte Reparaturen (Reifenflicken, Blattfedernbruch usw.) dem Vermieter auch mitgeteilt werden?

Gerne beantworte ich dir deine Frage für unseren Fall (ich weiß nicht, wie viele Blattfedern hier im Forum sonst noch so gebrochen sind) : ja, wir haben die gebrochene Blattfeder natürlich bei Savanna gemeldet, bzw. sogar die beiden Hälften abgeliefert, das Problem war eher, den Schaden richtig protokollieren zu lassen, weil der zuständige Sachbearbeiter sich nicht auskannte. Aber auch das war dann irgendwann erledigt.

Von unterwegs aus hatten wir per Satellitentelefon geklärt, dass die Not-OP (Ausbau der Feder) die richtige Maßnahme war. Es wurde also schon zu diesem Zeitpunkt der Schaden gemeldet. Wann sie kaputtgegangen ist, entzieht sich unserer Kenntnis, es war mitnichten so, dass wir eine Passage so gefahren sind, dass sie mit einem lauten Knall geendet wäre. Eher vermuten wir, das die Feder bereits mürbe war und irgendwann dann in zwei Teile gebrochen ist - wovon wir nichts mitbekommen haben. Ich würde das als "normalen" und auch einkalkulierten Verschleiß bei den Bedingungen in Afrika bezeichnen - vermutlich mussten wir daher auch überhaupt nichts für den Schaden bezahlen.

Übrigens kann man sich (oder dir) auch die Frage stellen, wofür solche Allradfahrzeuge mit Schnorchel, Winde, dickem Federpaket, hoher Bodenfreiheit und Offroad-Reifen produziert und für teures Geld vermietet werden. Sicher nicht, um sie mutwillig kaputt zu fahren, aber bestimmt auch nicht, um mit ihnen drei Wochen lang seine Runden auf dem Snyman Circle direkt vor der Vermietstation zu drehen.

Man mietet sie, um die entsprechenden, erlaubten (Savanna wusste, dass wir zusammen mit Ruth und Uwe unterwegs sind) Strecken damit zu fahren. Und schon aus eigenem Interesse geht man pfleglich mit ihnen um - sonst kann der Urlaub ganz schnell zu Ende sein. Diese Sorgfalt kann dazu führen, dass man für schwierige Strecken ewig braucht (wie in unserem Falle), weil man jede knifflige Passage genau bespricht, notfalls umbaut und dann mit der angemessenen Geschwindigkeit fährt.

Und ja, ich gebe zu, es fühlt sich danach schon nach einem Abenteuer an - denn genau wussten wir nicht, was auf uns zukommt, weil sich nicht alles bis ins Detail planen lässt ( was ja auch einen gewissen Reiz hat) - aber wir haben es nach sorgfältigem Abwägen (!) überstanden.
Nur ist es mir schon länger aufgefallen, dass in Reiseberichten bei gezeigten Bildern oft die Folgen der momentanen Situation nicht bedacht werden..DAS Abenteuer eben vorrangig ist.
???? :dry:

Noch zur Bugwelle (ich vermute, du meinst unsere...): dieses Foto stammt von einer Stelle, die viele Leute hier kennen, weil dort "Hinz und Kunz" durchfährt, um von A nach B zu kommen. Bei angepasster Geschwindigkeit ergibt sich eine Bugwelle, die Ruth oder Uwe aus der Situation heraus dokumentiert hat. Ganz bestimmt war es nicht so, dass Matthias durchgebrettert ist, damit wir ein cooles Foto bekommen :ohmy: . Wenn man allerdings dort versucht, OHNE Bugwelle durchzukommen, also durchzuschleichen, dann kann es schiefgehen ;) .

Für uns galt jederzeit: das Auto wurde uns für einen bestimmten Zweck anvertraut, dafür nutzen wir es und behandeln es, als ob es unser eigenes wäre. Wir waren uns auch von Anfang an einig, dass wir minimal versichern, weil wir sorgfältig mit dem Fahrzeug umgehen werden und selber Schuld sind, wenn wir Mist bauen und dies dann auch ausbaden müssen. Für mich ist das eigentlich selbstverständlich und ich glaube auch nicht, dass wir in unseren oder durch unsere Berichte zu anderem Verhalten aufgefordert haben. An Stellen, an denen wir etwas grenzwertig fanden, haben wir auch darauf hingewiesen und ganz sicher nicht einen auf "Coolman" gemacht.

Sonnigen Karfreitag!

Gruß Bele
Letzte Änderung: 30 Mär 2018 10:43 von Champagner.
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30 Mär 2018 10:33 #517003
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  • freshy am 30 Mär 2018 10:33
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Guten Morgen miteinander,
schade, dass ein persönlicher Angriff hinter dem Thema steckte, um so besser, dass Ruth umgehend ihr verantwortungsbewusstes Vorgehen klargestellt und Namib sich entschuldigt hat. Gut so, erledigt :) !

Ich finde das Thema allgemein wichtig, denn wie oft lesen wir auch im Forum, in welchem Zustand sich so mancher Mietwagen bei Übernahme befindet. Es gibt Dinge, die ein Vermieter schlichtweg nicht prüft, z.B., wenn beim Aufsatz für die Gasflasche Gas aus dem Gewinde austritt, weil die Dichtung defekt ist. Es sind nicht immer die dicken Brocken, die einem Nachmieter Probleme machen können. Mit Schaudern denke ich daran, dass ich auf unserer letzten Reise in der Nacht entdecken musste, dass das Porta Potti undicht war :sick: . Oder dass die Anzeige des Druckmessers beim Reifenaufpumpen falsch anzeigte. Nachdem wir misstrauisch wurden und den eigenen hervorholten, hatten wir schon 5 bar hineingepumpt. Noch ein bisschen, und er wäre geplatzt :ohmy: .
Wir mieten seit Jahren einen Buschcamper auf Toyota Hilux, der keinen Schnorchel hat. Unser Vermieter hat deutlich zu verstehen gegeben, dass jede Wasserdurchfahrt einem Fahrzeug schadet. Trotzdem kann es vorkommen, dass sie im Einzelfall nicht zu umfahren ist. Die Geländefahrzeuge mit Schnorchel sind andererseits deshalb damit ausgerüstet, weil Wasserdurchfahrten eingeplant werden. Also hätte ich auch kein schlechtes Gewissen bei Fahrten durch Furten.

Wichtig ist, mit dem Vermieter rechtzeitig Kontakt aufzunehmen, das schafft Vertrauen. Der unsrige bekommt vor Fahrtantritt einen Plan mit exakter Route und Fahrkilometern sowie eine Liste mit Sonderwünschen. Der eine oder andere vorgetragene Wunsch wurde inzwischen im Buschcamper zum Standard. 1 - 2 Tage vor der Rückgabe mailen wir ihm eine Mängelliste einschließlich von uns verursachter Schäden. Das ist bisher immer sehr seriös verlaufen. Von evtl. Reparaturen erhielten wir einen Kostenvoranschlag und später eine Rechnung. Wir waren erstaunt, wie günstig das war.
Meine 5ct zum Thema!

Einen weiterhin sonnigen Karfreitag wünscht euch allen
freshy
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  • Champagner am 30 Mär 2018 10:15
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Hallo Getraude,
freshy schrieb:
Ich finde das Thema allgemein wichtig, denn wie oft lesen wir auch im Forum, in welchem Zustand sich so mancher Mietwagen bei Übernahme befindet. Es gibt Dinge, die ein Vermieter schlichtweg nicht prüft,

Da ist aber eindeutig der Vermieter in der Pflicht - ich persönlich kann mir schon lange nicht mehr vorstellen, wie man bei dem hohen Durchsatz in der Hauptsaison die Fahrzeuge ordentlich kontrollieren oder gar warten kann. Ist aber auch wieder eine Frage der Preisgestaltung - und da sind wir Mieter ja mit beteiligt, in dem wir natürlich versuchen, so günstig wie möglich zu mieten. Komischerweise hat mich bisher aber noch kein Mangel (platter Reifen, abgefallener Tank, gebrochene Blattfeder, fehlende Leiter) so sehr gestört, dass mein Urlaub davon vermiest wurde, ich hatte eher das Gefühl, dass das irgendwie dazu gehört.

LG Bele
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30 Mär 2018 11:45 #517011
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  • Turi am 30 Mär 2018 11:45
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Hallo zusammen
Komischerweise hat mich bisher aber noch kein Mangel (platter Reifen, abgefallener Tank, gebrochene Blattfeder, fehlende Leiter) so sehr gestört, dass mein Urlaub davon vermiest wurde, ich hatte eher das Gefühl, dass das irgendwie dazu gehört.

Genau so sollte es sein, wer in Afrika unterwegs ist, dazu zähle ich auch, das mehr Deutschland als Afrika, Namibia und Südafrika, der muss sich bewusst sein dass;
a) die Strassen und Pisten nicht denen von Europa entsprechen.
b) die Mietfahrzeuge in eher in einem (afrikanischen) Zustand sind ,der der örtlichen Mentalität entspricht, repariert wird, wenn's kaputt ist.
c) die Werkstätten, vorsichtig ausgedrückt, überwiegend minderwertig arbeiten, nicht dass der Chef keine Ahnung hat, sondern dass die guten Werkstätten häufig ausgebucht sind, sie immer mehr Arbeiter anstellen die vielfach höchstens einen Eselkarren reparieren können und der Chef meist noch nicht mal mehr Zeit hat, für eine Probefahrt nach der Reparatur.
Last but not least, die Fahrkünste bei vielen, die "nur" ihren Urlaub mit der Fahrerei in Sand, Schlamm und Rivieren verbringen, sehr zu wünschen übrig lassen, eine Kupplung verheizt man nicht einfach so, das sind Fahrfehler, bzw. Fehler im Umgang mit dem Fahrzeug, eine Blattfeder bricht schon mal, da kann keiner etwas dafür.
Eine Bugwelle auf Höhe der Mortorhaube, ohne abschaltbaren Lüfter oder zumindest mit Abdeckung des Kühlers, zu fahren, ist grob fahrlässig, mit oder ohne Schnorchel, abgesehen ist der Schnorchel mehrheitlich für die Abscheidung von Sand und Staub gedacht und nicht für sooo tiefe Wasserdurchfahrten.
Sobald mal die Lichtmaschine im Wasser badet, muss man zumindest mit einem Schaden rechnen, dann sind auch am Getriebe und Untersetzungsgetriebe ein Ölwechsel fällig, da bei Abkühlung der Selbigen sich Wasser in die Entlüftungsöffnungen saugt und ich kenne keinen Mietwagen, der die Entlüftungen bis zur Haubenunterkante hochgezogen hätte.
Das alles bedeutet, dass sich all die groben Spielereien mit den Mietwagen eigentlich nicht mit einem "Standarurlaub" vereinbaren lassen.

Wenn man sich all dessen bewusst ist, dann nimmt man die "Unannehmlichkeiten" und vielfach Kosten in Kauf, die evtl. sogar vom Vormieter verursacht wurden, oder man lässt eine solche Reise hier runter.
Die Variante wäre ein neues Fahrzeug zu ordern, mit dementsprechend hohen Mietkosten, um das Risiko liegen zu bleiben, oder Schäden vom Vormieter übernehmen zu müssen, zu minimieren.
Oder, man bucht eine geführte Tour und lässt sich kutschieren und wird auch dort von Zeit zu Zeit mit den Gepflogenheiten der afrikanischen Kultur in Kontakt kommen, soll heissen, Wartezeiten auf ein Ersatzfahrzeug, da die Tourguide Fahrzeuge überwiegend die gleichen Probleme haben wie die Mietwagen, sind sie mal in die Jahre gekommen, werden gefahren bis sie irgendwo liegenbleiben, schon x mal erlebt, nicht nur in Namibia.
Der Vorteil dabei ist, man muss dann die Kosten nicht selber tragen und man hat Mitreisende um sich die stundenlange Warterei zu vertreiben.
Ist halt Afrika, mit all seinen Licht und Schatten Seiten
but we love it

Gruss aus Namibia
Turi
Wenn man die Ruhe nicht in sich selbst findet, ist es umsonst, sie anderswo zu suchen.
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30 Mär 2018 12:07 #517013
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DANKE Turi..
für Deinen fundierten und sachlichen Beitrag zu dem Thema.
Wünsche allen hier im Forum ein erholsames und "besinnliches " Osterfest.
Herzlichst Gerhard
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