THEMA: Lesotho - Reisebericht Feb.2018
08 Mär 2018 18:34 #513664
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  • GinaChris am 08 Mär 2018 18:34
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Route:
Einreise über den Sani Pass
Roma
Semonkong
Malealea
Tsehlanyane Nat. Park
Ausreise über Caledon‘s Poort

Dateianhang:

Dateiname: Teil2Lesot...-2-3.pdf
Dateigröße:1,112 KB


Beginnen möchte ich mit unseren persönlichen Eindrücken, wie wir dieses Königreich im Himmel,
Lesotho, erleben durften:

Die Welt ändert sich schlagartig, nach der Überquerung der Grenze am Sani Pass. Plötzlich sind da so gut wie keine Menschen mehr, dafür Berge, Berge, und nochmal Berge. Wunderschön anzusehen, in ihren satten Grüntönen in den Tälern, und den schroffen, teils ungewöhnlichen Felsformationen weiter oben. Es reiht sich eine Passüberquerung an die nächste, als wären Ebenen nicht mehr existent. Wenn es der Sonne gelingt ein paar Strahlen durch den wolkenverhangenen Himmel zu schicken, glitzern die unzähligen, kleinen Bäche, die überall von den Bergen strömen, um die Wette. Immer wieder tauchen kleine Herden Ziegen, Schafe, oder Kühe aus dem Nichts auf, meist gefolgt von ihren berittenen, in Decken gehüllten Hirten, mit ihren dicken Hauben und Gummistiefeln. Am Morgen, wenn es noch sehr frisch ist, steigt aus manchen der wenigen Hütten dichter Qualm auf; hier wird bereits gekocht oder geheizt. Die Menschen lächeln, wenn man im Vorbeifahren winkt, und erwidern den Gruß.

Verlässt man den hochgebirgigen Osten des Landes Richtung Westen, bietet sich allmählich ein anderes Bild. Hier ist die Bevölkerungsdichte weit höher, die Berge aber werden niedriger, und das Klima ist milder. Auf den Feldern werden Mais und Hirse angebaut. Die Hirten der Herden sind immer öfter zu Fuß anzutreffen, und die meisten Kinder geben sich nicht mehr mit dem freundlichen Winken der Vorbeifahrenden zufrieden, sondern fordern laut „sweeties!“ Eine Streusiedlung reiht sich an die nächste, so dass man nicht mehr erkennen kann wo ein Ort endet und der nächste beginnt. Größere Orte sucht man vergeblich. Die Einkaufsmöglichkeiten beschränken sich auf wenige, winzige Läden, die ausschließlich auf den Bedarf der einheimischen Bevölkerung eingerichtet sind.

Je näher man der Hauptstadt Maseru kommt, desto dichter und gefährlicher wird das Verkehrsaufkommen. Ganz besonders negativ aufgefallen, sind uns persönlich die Minibus-Taxis. Deren rücksichtslose Fahrweise schlägt alles was wir bisher im südlichen Afrika diesbezüglich erlebt haben.

Unser Fazit:
Im Osten ein Land für Menschen die die Einsamkeit der Natur, und vor allem der Berge mögen. Im Westen eines für jene die die ununterbrochene Anwesenheit vieler Menschen nicht scheuen. Wer mit wandern, bergsteigen, entspannen, und reiten zufrieden ist, ist hier goldrichtig; wer unterhalten werden möchte, dem wird es in Lesotho weniger gefallen.

Gruß Gina

P.S. es folgt: Straßenzustand Feb. 2018
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08 Mär 2018 18:58 #513671
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Hallo Gina,

Danke schon einmal für deine Eindrücke. :)

Eine Frage: ausser dem Sani Pass, könnte man deine Strecke mir einem Sedan Car befahren?

Bin über dein Feeback "Strassenzustand Feb. 2018" sehr gespannt!

Es grüsst
Annick
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08 Mär 2018 18:59 #513672
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Straßenzustand Feb. 2018

Auffahrt Sani Pass:
Am Fuße der südafrikanischen Seite, ausgedehnte Baustelle mit vielen Engstellen (Gegenverkehr muss warten) und unzähligen, tiefen Schlaglöchern. Die restliche Strecke bis zur Passhöhe gut befahrbar. Die 4 in der 4x4- Schwierigkeitsskala Sani Pass: 2-4, konnten wir nicht finden. Trotzdem bleibt es eine gefährliche Strecke. Das Befahren ist ausschließlich 4x4-Fahrzeugen erlaubt.



Sani Pass bis Roma:
Perfekte Teerstraße bis kurz vor Mokhotlong. Achtung! Viele Felsstürze auf die Straße, speziell nach starkem Regen. Kinder, und Tierherden samt Hirten.

Kurz vor Mokhotlong, an der Abzweigung nach Thaba-Tseka, beginnt die Gravel.

Im Bereich von Moeketsane sehr tiefe Spurrillen.

Im Abschnitt des Menoaneng Pass enorme Geröllmassen auf der Fahrbahn. 4 L notwendig! Wir empfehlen diesen Abschnitt nur geübten Fahrern. Danach sehr gute Gravel.

26 km vor Thaba-Tseka gibt es einen geteerten Abschnitt im Bereich einer neu gebauten Brücke. Danach ist die Gravel schlechter als davor.

Ab km 9 vor Thaba-Tseka, bis durch den Ort besteht die Gravel nur aus tiefen Schlaglöchern.

An der Ortsausfahrt Thaba-Tseka wurde die Straße weggespült. Dort ist auch eine Großbaustelle, da die Straße verbreitert wird.

Danach, über den Mokhoabong Pass Teerstraße, jedoch immer wieder Geröll auf der Fahrbahn. Tierherden queren. Bei der Abfahrt versuchten 3 aggressiv bettelnde Jugendliche unseren Wagen anzuhalten.

Am Pass of Jackals wurden die Hänge tlw. auf die Fahrbahn gewaschen.

Bei der Abfahrt vom Cheche Pass liegen große Felsbrocken auf der Fahrbahn.

Das gleiche gilt für den Blue Mountain und den Bushmen’s Pass.

Achtung auf der A5 vor Roma: viele rücksichtslose Fahrer mit überhöhter Geschwindigkeit!



Roma bis Semonkong:
Geteerte Straße mit teilweisen Hangabwaschungen und Felsstürzen auf die Fahrbahn.

Semonkong bis Malealea:
A5 ab Semonkong, unzählige Bremshügeln. Geröll und Hangabwaschungen auf der Straße.

A4 Richtung Quthing ist eine alte Teerstraße mit vielen Schlaglöchern und Felsbrocken auf der Fahrbahn, die teilweise eine sehr schlechte Oberfläche hat. Ausbesserungsarbeiten sind abschnittsweise im Gange. Ab 20km vor Mt. Motoosi gute Teerstarße.

A2 ab Quthing einige tiefe Schlaglöcher.
Polizeikontrolle freundlichst und unkompliziert.

Zufahrt zur Malealea Lodge äußerst holprig mit vielen Schlaglöchern.

Malealea bis Tsehlanyane Nat. Park:
A1 nördlich von Leribe schrecklich tiefe Schlaglöcher; sonst unkompliziert.

Gruß Gina

P.S. es folgt unsere Meinung über die Unterkünfte.
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08 Mär 2018 19:04 #513673
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Hallo Gina,

Vielen Dank! :)

Es hilft mir ein schönes Stück weiter.

Liebe Grüsse
Annick
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08 Mär 2018 19:05 #513674
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Hallo Annick,

vielen Dank!
Unserer Einschätzung nach, ist diese Strecke in Teilen nicht ohne 4x4 und entsprechender Fahrkenntnis machbar.
Besonders jener Teil >
Im Abschnitt des Menoaneng Pass enorme Geröllmassen auf der Fahrbahn. 4 L notwendig! Wir empfehlen diesen Abschnitt nur geübten Fahrern. Danach sehr gute Gravel.
< ist in einem Normal-Pkw nicht vorstellbar.
Gruß Gina
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09 Mär 2018 09:42 #513744
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Unsere Meinung zu den Unterkünften:

Sani Mountain Lodge
Twin bed rondavel, dinner, breakfast. Preis für 2 pax R 2.696,00
Nettes Steinrundhäuschen inmitten mehrerer anderer, mit DU, Waschtisch, und WC.
Gemütliche Fauteuils vor einem offenen Kamin der vom Personal erstbeheizt wird, laden zum Genuss des leckeren Brandy‘s der im Zimmer kostenlos bereitsteht.
Das Abendessen findet im Haupthaus, im Speisezimmer neben der bekannten Bar, statt. Es besteht aus 3 Gängen und war wirklich lecker. Gute Weinauswahl vorhanden.
Fazit: Zimmer sauber und ausreichend groß. Die Türdichtung hat dem seitlichen Starkregen nicht standgehalten, wodurch das Regenwasser unten durch den Türspalt ins Zimmer (Teppich) lief. Es wurde uns sofort ein Ersatzzimmer angeboten. Das Personal sehr freundlich und bemüht. Preis >< Leistung: sehr gut



Roma Trading Post
Small Rondavel, double. Preis für 2 pax R 700,00
Häuschen im Garten der Lodge. Vom Schlafzimmer führt ein Gang in einen kleinen Raum in dem ein Kleiderschrank, und eine Art Schminktisch steht. Weiter geht es ins Bad mit DU, Waschtisch, und WC. Alles sauber aber abgewohnt.
Im Haupthaus gibt es ein Speisezimmer, eine Bar, und ein Wohnzimmer mit TV zur gemeinsamen Nutzung. Auf der davorliegenden Terrasse zwei sehr unpraktische Tische aus Metallgeflecht, mit ebensolchen unbequemen Sesseln. Ein Pool ist vorhanden und sauber.
Frühstück gut, und Abendessen ok, dazu buchbar.
Empfehlung: Community and family visit (geführte Tour)
Preis für 2 pax für: Frühstück, Abendessen, Getränke, Wein, Tour € 105,00
Fazit: Die Lodge liegt inmitten von Roma; es sind also sämtliche Geräusche des Ortes hörbar. Sehr freundliches Personal, äußerst kompetenter guide bei der Führung. Preis >< Leistung: sehr gut





Semonkong Lodge
Twin room, breakfast. Preis für 2 pax R 1.300,00
Die Zimmer sind in ebenerdigen Häusern untergebracht. Es gibt mehrere Reihen dieser Häuser. Restaurant und Bar in separatem Holzhaus vorhanden. Vor diesem liegt eine Terrasse mit Tischen und Bänken aus Holz, von der aus man all die Menschen und Tiere die die Brücke am Fluss überqueren, beobachten kann. Das Zimmer selbst ist geräumig und sauber, und ist mit einem offenen Kamin ausgestattet. Bad mit DU, Waschtisch, und WC. Kaffeestation.
Das Essen im Restaurant ist ausgezeichnet; auf Wunsch kann man auf der Terrasse essen.
Empfehlung: Besuch (zu Fuß oder mit dem Auto) des Maletsunyane Falls
Fazit: Die Lodge besticht durch ihre Lage am Fluss. Personal freundlich. Preis >< Leistung: sehr gut





Malealea Lodge
Twin bed rondavel (2N), Abendessen (1x). Preis für 2 pax R 1.860,00
Rondavel im Garten der Lodge. Bad mit DU, Waschtisch, WC.
Gut gebuchte Lodge mit etwas ungemütlicher Zufahrt durch viele Schlaglöcher über den Paradise Pass; trotzdem für Normal-PKW machbar. Rondavel geräumig und sauber. Trinkwasser am Zimmer kostenlos. Restaurant und Bar sind in einem separaten Gebäude mit Terrasse zum Garten untergebracht. Auf Wunsch darf man draußen essen. Im Garten gibt es ein kleines Cafe das ab 7:00 bis 17:00 geöffnet ist. Täglich um 17:00 findet in der Gartenmitte eine Darbietung der örtlichen Band statt.
Abendessen und Frühstück gut-sehr gut. Weinauswahl beschränkt.
Empfehlung: Fahrt zum Botsoela Fall (geschäftstüchtige Führer abwimmeln; man findet den Weg auch allein)
Preis für 2 pax: 1x Abendessen, 2x Frühstück € 45,00
Fazit: Gepflegte Anlage für alle die sich durch viele weitere Gäste nicht gestört fühlen. Preis >< Leistung: sehr gut







Maliba River Lodge
Steinhaus mit 4 Schlafzimmern für 8 pax, 2 Bädern mit DU und Waschtisch, 3 WCs, geräumige und vollausgestattete Küche, Wohnzimmer mit offenem Kamin, 2 Terrassen, Flussblick. Preis R 1.632,00
Es gibt 4 dieser Häuser nebeneinander, die alle direkt am Fluss liegen. Unseres absolut sauber. Wer hier nicht selbst kochen möchte, kann gg. Aufpreis alle Mahlzeiten in der Lodge (Fußweg 15Min od. Auto) einnehmen.
Empfehlung: Wanderung zu den „Black Pools“. Hin über den „upper“-, retour über den „lower“-trail, oder umgekehrt. Es sind mehrere Gebirgsbäche zu durchqueren. Dauer dieser Runde etwa 2,5-3 Std. Schwierigkeitsgrad 2.
Fazit: das laute Rauschen des Flusses direkt vor dem Haus ist gewöhnungsbedürftig. Auf den Terrassen muss man schon laut sprechen damit man von seinem Gegenüber gehört wird. Wunderschöne Lage! Die festen Griller sind etwas umständlich etwa 30m von den Häusern entfernt. Preis >< Leistung: ausgezeichnet





Gruß Gina
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