THEMA: Auf "Schnuppertour" im Krüger
11 Nov 2017 17:39 #496507
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  • Beatnick am 11 Nov 2017 17:39
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12.9.2017: Unsere Premiere im Krüger

Kaum klingelt der Wecker, bin ich entgegen meiner sonstigen Gewohnheiten auch schon aus dem Bett. Der Krüger ruft, laut und deutlich. Unsere Frühstückpakete stehen schon am Restaurant bereit, und schwupps sind wir unterwegs. Die Fahrt zum Phabeni Gate dauert nur rund eine Viertelstunde, gegen Viertel vor Sechs - und damit 15 Minuten vor Toröffnung - stehen wir bereits in den Startlöchern. Ich hätte mir den Andrang größer vorgestellt, wir sind Nummer fünf oder sechs in einer überschaubaren Schlange. Es gibt allerdings rechts neben uns eine deutlich längere, und sie besteht ausschließlich aus Safari-Fahrzeugen der umliegenden Unterkünfte.

Trotz Pole Position dauert es ein Weilchen, bis wir drin sind. a) wegen der geführten Touren, b), weil bei dem einen oder anderen vor uns der bürokratische Aufwand nicht unerheblich zu sein scheint. Wir bekommen beide einen Riesenschreck: Ich habe zwar meinen Führerschein dabei, unsere Pässe liegen aber wohlverwahrt im Safe; ich bin ziemlich sicher, dass wir ohne sie keine Chance haben. Das würde einen Zeitverlust von bestimmt einer Stunde bedeuten, denn zusätzlich zum Hin- und Herfahren müssten wir uns ja am Ende der Schlange wieder einreihen. Wir schwitzen Blut und Wasser, dann sind wir dran und ziemlich schnell drin - ein willkommenes Wunder!

Ich habe mich zwar im Vorfeld der Reise - nicht zuletzt hier im Forum - ein wenig schlau gemacht, welche Strecken im Krüger empfohlen werden. Dabei ging es aber mehr um die Touren rund um unsere späteren Unterkünfte Satara und Lower Sabie. Eine Karte haben wir auch noch nicht und zudem keine Vorstellung davon, wie gut wir vorankommen werden. Wir beschließen, es ruhig angehen zu lassen und einfach über Skukuza geradeaus bis Lower Sabie zu fahren. Dort könnten wir sicher eine Karte kaufen und hätten wie geplant einen ersten Eindruck vom Park gewonnen. Kaum sind wir unterwegs, begegnen uns einige der üblichen Verdächtigen im schönsten Morgenlicht. Die Impalas sind überhaupt nicht scheu und lassen sich von uns nicht irritieren.







An einem Wasserloch (Nyamundwa) rund zehn Kilometer hinter dem Gate bewacht ein Schreiseeadler eifersüchtig seinen Horst.





Schon jetzt fällt uns auf, wie sehr sich die Autos kurz hinter dem Gate in alle Winde verstreuen. Manchmal frage ich mich unterwegs, ob wir als Krüger-Rookies eine Strecke fahren, die so überhaupt nicht populär ist. Ich glaube aber, dass der riesige Nationalpark die Massen absorbiert - zumindest außerhalb der südafrikanischen Schulferien, die wir bewusst vermieden haben.



Wir sind etwa eine Stunde unterwegs, da amüsieren wir uns köstlich über ein "Giraffenballett".







Kurze Zeit später bin ich komplett elektrisiert: Ein Bateleur, freisitzend im besten Licht! Man muss wissen: So viel haben wir auf unseren Safaris schon erleben dürfen, Dinge, von denen wir nicht zu träumen gewagt hatten. Aber ein Bateleur in brauchbarer Position ist uns in all den Jahren versagt geblieben, und so stand er schon lange auf meiner Wunschliste ganz oben.





Wir bleiben ziemlich lange bei dem für mich schönsten aller Adler stehen. Der Tag ist schon jetzt ganz wunderbar und ich nehme es fast persönlich, dass andere Autos nur kurz halten, ein Foto knipsen und dann weiterhasten. Wissen sie denn etwa nicht, wen oder was sie hier vor sich haben?!?



Hinter Skukuza führt die Strecke am Sabie River entlang, die Landschaft ist eine Wucht und je mehr wir uns Lower Sabie nähern, desto mehr Tiere sehen wir.













Von der Straße aus ist das Flussbett oft nicht richtig einzusehen, aber es gibt kleine Buchten und Stichstraßen, die wir allesamt abfahren. In einer von ihnen frühstücken wir in aller Ruhe und genießen die Geräuschkulisse. Tausende von Blutschnabelwebern sind am Fluss unterwegs und veranstalten ein Höllenspektakel, unsere Frühstücksbox ist reichhaltig und lecker, das Leben ist schön.

Schon jetzt kann ich sagen, dass mich die Teerstraßen nicht stören. Zumal es ausreichend Schotterstraßen gibt, die wir später viel genutzt haben und auf denen wir oft gefühlt völlig alleine unterwegs waren.



Als wir mittags in Lower Sabie ankommen, besorge ich im Shop eine Karte und laufe bis zum Restaurant vor, schließlich werden wir zu einem späteren Zeitpunkt zwei Nächte in diesem Camp verbringen. Die Terrasse liegt direkt am hier sehr breiten Fluss, und wie es der Zufall will, trinkt auf der anderen Seite gerade eine große Elefantengruppe, während sich eine Büffelherde aufmacht, das Wasser zu queren. Wow, das macht ziemlichen Eindruck auf mich, zumal rechterhand noch etliche Flusspferde auf einer kleinen Insel stehen bzw. liegen. Dass sie die pralle Mittagssonne davon nicht abhält, können wir uns bis heute nicht erklären. Wir beobachten das Phänomen später noch mehrfach.

Auch Thomas hat einen guten ersten Eindruck vom Camp, zufrieden fahren wir zunächst auf demselben Weg gemächlich zurück. Wir hatten auf dem Hinweg schon fotountauglich weit weg ein Löwenrudel bei einem toten Büffel entdeckt, nun sehen wir ein Löwin mit drei Kleinen, die offenbar dazustoßen möchte. Die Rasselbande macht ihr ganz schön zu schaffen, und auch wenn die Entfernung für gute Fotos zu groß ist, lachen wir uns kringelig über die Racker. Wir fahren parallel, bis sie das Rudel erreicht hat.





Weil wir sehr gut in der Zeit liegen, gönnen wir uns noch eine ausführliche Schleife auf Gravel. Die Landschaft ist staubtrocken, kein Wasser in Sicht und wir wundern uns fast, dass wir überhaupt Tiere sehen.



















Zurück auf der Teerstraße fordert mir eine plötzlich auftauchende Schlange (was für eine??) alle Fahrkünste ab, wir überleben beide den Schreck unbeschadet.



Ein Go-away-bird im Spätnachmittagslicht, ein Haubenbartvogel und ein toller Sonnenuntergang runden einen schönen Tag ab.







Unterm Strich sind wir das Unterfangen "Krüger" mit einiger Skepsis angegangen, viele Bedenken haben sich zumindest zunächst in Rauch aufgelöst. Mal sehen, ob das so bleibt...


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Unsere Afrika-Reisen: Tansania 2010, Namibia/Südafrika 2012, Madagaskar 2014, Botswana/Simbabwe 2014, Namibia 2015, Tansania 2016, Südafrika 2017, Kenia 2018, Namibia 2019
Letzte Änderung: 24 Nov 2017 12:19 von Beatnick.
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11 Nov 2017 18:01 #496510
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Hallo Bettina,

nachdem ich Eure Anreise eigentlich.... genüsslich! :woohoo: - lesen wollte und es mir plötzlich nicht mehr so gut schmeckte... bin ich jetzt völlig begeistert vom Beginn Eurer Schnuppertour.
Das tolle Wetter an der Panorama-Route und jetzt so ein grandioser Start im Krüger - ich bin sehr gespannt!
Eure grandiosen Fotos machen ganz viel Lust!
Vielen Dank!

Liebe Grüße
Strelitzie
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11 Nov 2017 18:02 #496512
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  • Nachtigall am 11 Nov 2017 18:02
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Herzlichen Dank für die wunderbaren Fotos und die anschauliche und unterhaltsame Berichterstattung. Sie versüßen den nasskalt-grauen Novembersamstag auf das Beste. Unsere erste Afrika-Erfahrungen 2011 machten wir auch im Krüger-Park und haben sehr schöne Erinnerungen daran. Ich freue mich auf die weiteren Etappen.
Viele Grüße Anne
zwischen 1991 und 2008 diverse Aufenthalte Jemen - 2011 Südafrika - 2013 Kamerun - 2016 Namibia - 2018 Namibia
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11 Nov 2017 18:24 #496520
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  • sandra1903 am 11 Nov 2017 18:24
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Da hat Euch der Kruger bereits in den allerersten Stunden mächtig verwöhnt, was für tolle Sichtungen! Und super Bilder! Das Giraffenballett ist der Hammer :laugh:
Schöne Grüße
Sandra
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11 Nov 2017 19:10 #496528
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  • Daxiang am 11 Nov 2017 19:10
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Hi Bettina,


Das dürfte eine ungiftige Olive Grass Snake (Mosambik Sandrennnatter) sein. 100% sicher bin ich mir aber nicht.

LG Konni
Link zu Reiseberichten,Homepage & Reiseblog: www.namibia-forum.ch...ammlung-daxiang.html





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11 Nov 2017 20:15 #496537
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  • bingobongo26 am 11 Nov 2017 20:15
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Hallo Bettina,

eure wunderschönen Fotos von der Tour auf der Panorama Route und auch vom ersten Tag im Krüger weckt bei mir große Lust auf diesen Teil von Südafrika. Ich bin gespannt, wie es weitergeht.

Viele Grüße
Helga
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