THEMA: Something old, something new, something borrowed..
11 Sep 2016 14:32 #444416
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Something old, something new, something borrowed, something blue

Herzlich willkommen zu unserem Reisebericht 2016 über unsere Tour durch den KTP, den Süden Namibias und den Nordwesten Südafrikas. Wir waren vom 28.07. bis 24.08.2016 unterwegs und sind folgende Route gefahren:



Die Reise war für uns eine Mischung aus altem und neuem: Nachdem wir im September vor 10 Jahren auf Wolwedans geheiratet und anschließend eine wunderbare knapp vierwöchige Reise durch Namibia gemacht haben, wollten wir Teile davon in diesem Jahr wiederholen und unserer Tochter dieses tolle Land zeigen. Neu dazugekommen ist der KTP und der Nordwesten Südafrikas.

Wir haben uns bewusst für eine sehr entspannte Tour entschieden und mehrmals auch 3 Nächte an einem Ort verbracht. Gefahren sind wir in dieser Zeit trotzdem insgesamt 4501 km.

Wir hatten eine wunderbare Reise mit tollen Eindrücken, natürlich wie immer nicht ganz pannenfrei und auch ein kleines bisschen länger, als ursprünglich geplant. :whistle: Das Wetter war wunderbar, der blaue Himmel hat uns die gesamte Reise begleitet.

Wir würden uns freuen, wenn ihr uns auf eine tolle Tour zwischen Wüste und Meer, Tieren und Blumen begleitet.

Susanne, Michael und Mara
Letzte Änderung: 11 Sep 2016 16:26 von mamba29.
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11 Sep 2016 17:19 #444431
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28.07.2016: Ein etwas holpriger Start

In diesem Jahr hatten wir uns erstmals dazu entschieden, statt von Frankfurt aus von München nach Johannesburg zu fliegen, weil die Rückflugzeit von Upington aus mit dem etwas späteren Rückflug ab JNB besser gepasst hat. Soweit zumindest die Theorie.

Unser Vorteil war, dass in Bayern die Sommerferien einen Tag nach den baden-württembergischen anfangen, so dass zwar auf dem Weg zum Flughafen das übliche Chaos geherrscht hat, es aber am Flughafen laut Auskunft am Sicherheitscheck geradezu paradiesisch ruhig war. Der Check unseres Kamera-Equipments verlief deutlich oberflächlicher als in Frankfurt, unser Bohnensack musste dieses Jahr nicht zum Röntgen….




Das Boarding startete bereits 20 min später als geplant und verlief im Gegensatz zu Frankfurt chaotisch: Nichts mit Business und Familien mit Kind zuerst, sondern alles auf einmal. Entsprechend ging es dann auch im Flugzeug zu. Und dann kam die schöne Durchsage, dass ein Passagier offenbar wichtige Einreisedokumente im Koffer vergessen habe, das gesamte Gepäck also nochmals ausgeladen werden müsse. :angry: Das hat rund eine Stunde gedauert, so dass wir statt um 21:05 Uhr erst gegen 22:30 Uhr glücklich Richtung Startbahn gerollt sind. Alles nicht wirklich schön, auch der Service während der Flugs war echt bescheiden, aber egal: Endlich wieder in Südafrika! :silly:

Ich war nur froh, dass wir in Johannesburg nach Berichten im Forum über die lange Wartezeit an der Immigration für rund 75€ einen Meet&Greet-Service gebucht hatten, der uns zügig zu unserem Weiterflug nach Upington bringen sollte. Wir hatten zwar ursprünglich mit guten 3 Stunden reichlich Zeit für den Weiterflug, aber wir wollten mit Mara nach einem langen Flug nicht ewig lange in der Schlange stehen. Nun war ich echt dankbar für die Buchung. Gelandet sind wir dann in Johannesburg statt um 07:40 Uhr gegen 08:45 Uhr.

Wir wurden direkt am Ausstiegsgate erwartet und innerhalb von 5 min durch die Immigration gebracht. Danach nur schnell das Gepäck holen, im Domestic-Terminal wieder neu einchecken und wieder durch die Sicherheitskontrolle. Uns wurde noch kurz gezeigt, wo wir unser Abflug-Gate finden und schon war unser Service-Mann wieder verschwunden. 75€ sind zwar nicht gerade wenig für ca. 20 min Unterstützung, aber für uns war es sehr angenehm und stressfrei. Wir sind am überlegen, ob wir das nächstes Jahr wieder nutzen. Die Schlangen an der Immigration waren übrigens ewig lang....

Nach einem kurzen Frühstück für Mara ging es dann auch schon weiter mit einer hübschen kleinen Embraer nach Upington, wo wir kurz vor halb eins ankamen.





Froh, endlich da zu sein und auch ein bisschen erschöpft, steuerten wir den Europcar-Schalter auf dem doch sehr übersichtlichen Flughafen von Upington an. „Something borrowed“ ist natürlich unser Fahrzeug, dieses Jahr ein Ford Ranger, genannt „Major Tom“.



Bislang waren wir mit Europcar immer sehr zufrieden und hatten jeweils Fahrzeuge in sehr gutem Zustand bekommen. Allerdings war die Fahrzeugübernahme bislang immer in Johannesburg. Dieses Mal lief es leider nicht ganz so glatt. Das Fahrzeug selbst war zwar mit knapp 80.000 km bis auf die defekten Gurtstraffer weitestgehend in Ordnung, aber die Reifen ließen deutlich zu wünschen übrig: Auf den beiden Vorderreifen war sehr wenig Profil, an der Innenseite waren sie schon deutlichst abgefahren. Die Hinterreifen waren etwas besser, aber auch nicht wirklich tauglich. Der einzig wirklich gute Reifen mit tollem Profil war das Ersatzrad unter dem Auto… :sick:

Tja, was tun? Ein Ersatzfahrzeug gab es nicht und ein Reifenwechsel wäre laut den wenig motivierten Mitarbeitern von Europcar frühestens am Montag möglich gewesen, da sie neue Reifen auch Johannesburg hätten kommen lassen müssen. Also nicht wirklich eine Option. Wir haben das Fahrzeug dann genommen wie es war, allerdings mit ungutem Bauchgefühl. Und waren im Laufe der Reise auch an unseren beiden Ersatzreifen froh…..

Im Nachhinein hätten wir wohl darauf bestehen sollen, beim örtlichen Reifenhändler wenigstens die beiden Vorderreifen in etwas Tauglicheres umzutauschen. Aber hinterher ist man immer schlauer. :S

Eindeutiges Fazit an dieser Stelle: Keine Anmietung mehr bei Europcar an Stationen, an denen ein Fahrzeugwechsel mangels Auswahl höchstwahrscheinlich nicht möglich ist. Nächstes Mal würden wir bei Kalahari 4x4 in Upington mieten. Und bei einem Start in Windhoek wird es definitiv ein Fahrzeug eines örtlichen Vermieters, auch wenn diese preislich deutlich teurer sind. Wir haben im Laufe dieser Reise viele Bereifungen mehr oder minder neidisch angeschaut und eindeutig beschlossen, dass wir diesen Fehler nicht mehr machen werden.

Danach ging es weiter ins River Manor Guesthouse, wunderschön am Orange gelegen.



Nachdem das je mehr oder minder das Forums-BB in Upington zu sein scheint, hatten wir uns auch dazu entschieden. Wir hatten einen hübschen Family Superior Room.



Nach einer kurzen Pause starteten wir zu unserem Großeinkauf in die Kalahari-Mall. 6 Tage Selbstversorgung im KTP standen vor uns. Dank eines inzwischen schon erprobtem Einkaufszettel ging es recht zügig. Micha und Mara kümmerten sich um Kühlbox und Grillutensilien, ich übernahm den Rest. Das Fleisch wollten wir am nächsten Morgen im Upington Slaghuis holen. Noch schnell die Grundversorgung an Savanna geholt und fertig mit den Pflichtaufgaben für den ersten Urlaubstag. :)

Den Abend beschlossen wir mit einem leckeren Abendessen im Bi-Lo Restaurant. Mara freute sich besonders über den Spielplatz und den Garten mit den Tieren.

Morgen geht es dann richtig los: Wir fahren in den KTP nach Twee Rivieren.
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13 Sep 2016 13:10 #444644
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Samstag, 30.07.2016: Auf in den KTP

Nach einer ruhigen Nacht und einer wunderbaren Morgenstimmung über dem Fluss



bepackten wir nach dem Frühstück Major Tom und machten uns zunächst an unsere restlichen Einkäufe.

Als erstes stand ein Besuch im Upington Slaghuis an, um uns für den KTP mit Fleisch und Boerwoers zu versorgen. Ein sehr netter Laden mit sehr guter Qualität. Wir plauderten mit dem Chef noch ein bisschen über unsere Pläne für den Urlaub und er erklärte uns noch kurz auf der Straße, wo wir Kalahari 4x4 finden würden.

Dort hatten wir nämlich noch einen Kompressor gemietet. Bei Europcar gibt es so etwas ja nicht und wir wollten gerne für Eventualitäten gerüstet sein. Gekostet hat er 600 ZAR für 3 ½ Wochen. Kein Schnäppchen, aber für uns eine kleine Annehmlichkeit, die wir in der Folge dann auch immer wieder genutzt haben. Nicht nur im KTP, sondern auch in Namibia sind wir auf Schotter mit abgesenktem Reifendruck gefahren (viel angenehmer!) und haben eben für die wenigen Teerstraßen wieder aufgepumpt.

Auch mit Pieter haben wir eine Weile geplaudert. Im Gegensatz zu seiner recht knappen E-Mail-Kommunikation ist er ein sehr netter gesprächiger Typ, der uns noch ein paar gute Tipps mit auf den Weg gegeben hat. Seine Autos haben wir uns natürlich auch angeschaut. Wie schon geschrieben, nächstes Mal würden wir dort mieten.

Damit konnten wir endlich das am Samstag Vormittag doch recht quirlige Upington hinter uns lassen und sind auf der R 360 durch die wunderschönen Ausläufer der Kalahari Richtung Twee Rivieren gefahren. Leider gibt es keine Bilder von der Landschaft, was ich mir im Nachhinein nicht wirklich erklären kann… :unsure:

Nachdem ich gelesen hatte, dass die Tankstelle in Twee Rivieren im Umbau ist und wir uns nicht ganz sicher waren, was dort tatsächlich noch verfügbar ist, tankten wir in Askham nochmals voll.

Einige Zeit später waren wir dann endlich da:



Wir checkten ein, erledigten die Ausreiseformalitäten aus SA und plauderten auch hier eine Weile nett mit den Beamten.



Danach bezogen wir unseren Bungalow in Twee Riveren:



Bevor es weitergeht, ein paar Worte zum KTP. Wir hatten im Vorfeld viele wunderbare Reiseberichte über den KTP gelesen. Es war uns aber auch klar, dass diese Reisen jeweils zu einer anderen Jahreszeit stattfanden und das Gesehene daher vermutlich nicht so ohne weiteres übertragbar ist. Daher haben wir versucht halbwegs erwartungsfrei in den Park zu starten, was aber natürlich nicht so einfach ist.

Was uns allerdings im Vorfeld nicht wirklich klar war, ist, wie sehr wir die Tiervielfalt des KNP vermissen würden. Wir sind absolut bekennende KNP-Fans und haben uns mit dem, was uns der KTP geboten hat, schon ein bisschen schwer getan. Das hier wird also kein reiner „der KTP ist so toll“-Jubelbericht. Vor allem mit Kindern ist der KTP aus meiner Sicht schon etwas speziell. Ich komme an den einzelnen Tagen noch mal darauf zu sprechen. Unsere Freundschaft mit dem KTP verlief daher am Anfang doch etwas zäh. Erst zum Schluss sind wir uns dann doch noch näher gekommen. Unser persönliches Fazit: Wir werden sicher noch mal wiederkommen, aber auf alle Fälle zu einer deutlich wärmeren Jahreszeit und erst dann, wenn wir mit Mara in die Wilderness-Camps dürfen.

So, jetzt aber genug der Vorrede. Unsere erste nette Erdhörnchen-Sichtung hatten wir gleich vor unserem Häuschen:





Gegen 15:30 Uhr starteten wir zu unserem Nachmittagsgamedrive ins Auob-Tal. Kurz hinter Twee-Rivieren entdeckten wir diese Eule im Baum an der Straße.


White-faced Scops-Owl

Danach kam erst mal ziemlich lange nichts…..
Erst ab Höhe des Wasserlochs Humoed wurde es dann wieder etwas belebter: Oryxe, Hartebeests, Strauß, Genus, Springböcke und der erste von unzähligen Schakalen dieses Urlaubs sowie ein Kori Bustard kreuzten unseren Weg.

















Und das alles in der wunderbaren Dünenlandschaft.



Bei Kamfersboom haben wir dann gewendet und sind zurückgefahren.

Landschaftlich gefällt uns der KTP übrigens in weiten Teilen deutlich besser als der KNP. Und auch der Umstand, dass die Camps viel kleiner sind und es damit deutlich ruhiger ist, haben wir auch genossen.

Als wir einige Minuten vor Torschluss langsam wieder auf das Camp zufuhren, entdeckten wir neben der Eule nahe dem Camp auch eine Radarfalle. Hier wird also offenbar gerade kurz vor Torschluss gezielt kontrolliert.

Micha heizte den Grill an und eine Stunde später konnten wir unser erstes Abendessen unter dem afrikanischen Sternenhimmel genießen. Da es tagsüber angenehm warm war, kühlte es auch jetzt nicht allzu schnell ab, so dass wir gemütlich im Freien sitzen konnten.
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15 Sep 2016 19:11 #444955
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Sonntag, 31.07.2016: Es gibt Erdmännchen!

Geht es euch eigentlich so, dass ihr bei Gamedrives am Sonntag das Gefühl habt, die Tiere hätten heute ihren gewerkschaftlich geregelten freien Tag und es sei lediglich eine Notbesetzung unterwegs? Das ist bei uns ein Standart-Witz seit dem KNP 2008, als wir einen Sonntag lang mehr oder minder gähnende Leere hatten…Aber ganz so schlimm wurde es nicht, für Erdmännchen- und Vogel-Fans war es ein durchaus gelungener Tag. :whistle:

Verwöhnt von den Möglichkeiten des KNP, diverse Strecken zu fahren und dabei auch immer wieder auf einen Picknickplatz zu stoßen, saßen wir gestern Abend noch ein bisschen grübelnd vor der Karte und überlegten, wie unser Tag heute aussehen sollte. Wir entschieden uns, unser Glück in Richtung Nossob zu versuchen und bei Melkvlei zu frühstücken. Da die Gateöffnung im Juli erst um 07:30 Uhr erfolgt, hatten wir heute Morgen richtig viel Zeit. Noch schnell den Laufzettel (noch so eine KTP-Besonderheit, an die wir uns erst gewöhnen mussten) abgegeben und dann fuhren wir los in Richtung der ersten Wasserlöcher. Dort herrschte leider bis auf diesen Vogel gähnende Leere:


Twany Eagle

Einige Zeit rief Mara von der Rückbank: Da oben ist irgendwas…. Und tatsächlich, in gut 200 Meter Entfernung, auf einem Felsen, leider auch noch gegen die Sonne, standen unsere ersten Erdmännchen:







Auch die nächste Erdmännchen-Sichtung erfolgte einige Zeit später:



Zwischendrin mal ein Springbock, dann wieder Erdmännchen:





Eine Herde Gnus, und wieder Erdmännchen:





Dann ein Schakal beim Frühsport:



Kurz vor dem Picknickplatz kam dann der Vogelbaum:


Juveniler Bateuler Eagle


Southern Pale Chanting Goshawk


Twany Eagle






Juveniler Bateleur Eagle

Als wir in Melkvlei aus dem Auto stiegen, waren wir erst mal überrascht von den Temperaturen: Es war dank eines stetigen Wind so richtig ungemütlich kalt. Da Melkvlei jetzt nicht unbedingt zu den hübschen Picknickplätzen des KTP gehört und keinerlei Windschutz bietet, haben wir hinten auf der Klappe von Major Tom schnell unter Müsli mit Joghurt gerichtet und uns in den Windschatten vom Auto gestellt. Das Frühstück war selbst bei Mara fix erledigt. Noch schnell ein Kurzbesuch auf einer übelst aussehenden Damentoilette (wichtiger Tip für alle KTP-Anfänger: Immer eine Rolle Toilettenpapier im Auto haben, es gibt häufig keines auf den Pickplatz-WCs!) und dann fuhren wir über die Lower Dune Road zurück Richtung Twee Rivieren.

Die Lower Dune Road war landschaftlich sehr schön, tiertechnisch aber ein absoluter Flop: Da war einfach nix….. Mara hatte sich inzwischen vom Geschehen verabschiedet und sich in ihre Hörbuch-Welt zurückgezogen.

Unser nächster Stopp war der Picknickplatz bei Auchterlonie. Der schön auf einem Plateau gelegen mit Blick die wunderbare Kalahari-Landschaft. Eine saubere Toilette gab es auch….

Wir schauten uns kurz das Museum an und unterhielten uns noch eine Weile mit einer älteren Südafrikanerin, die regelmäßig in den Park kommt. Sie meinte, so wenig, wie sie in den letzten Tagen rund um Twee Rivieren gesehen hat, kennt sie gar nicht und machte uns Hoffnung auf Nossob.

Auch die restliche Rückfahrt war nicht übermäßig ereignisreich, unsere Antilopen von gestern schienen weitergezogen zu sein:


Jackal Buzzard






Pygmy Falcon


Greater Kestrel


Southern Pale Chanting Goshawk



Nachdem wir für diese Runde gute sechs Stunden unterwegs waren, beschlossen wir , auf einen weiteren Gamedrive heute zu verzichten und lasen eine Weile in der dann doch wieder warmen Sonne vor unserem Häuschen.

Bei einem Check unseres Kühlschranks stelle Micha fest, dass wir beim Metzger etwas weniger quatschen und ein bisschen genauer aufpassen hätten sollen: Statt der bestellten 10 Steaks waren nur 7 in der Tüte gewesen, jetzt also nur noch 5. Mist! :( Also auf zum Shop. Dort gab es erfreulicherweise Rumpsteaks vom Upington Slaghuis. Zwar zu leicht abenteuerlichen Preisen und tiefgefroren, aber in unserem Fall ja kein Problem. Wir haben zwei große gekauft und erst mal in den Tiefkühler gepackt. Auftauen konnten wir auf dem Weg nach Nossob morgen.

Twee Rivieren ist übrigens auch der einzige Shop im Park, an dem man Eis(creme) kaufen kann.

Das Abendessen fand dieses Mal drinnen statt. Auch wenn es am Nachmittag in der Sonne etwas wärmer geworden war, kühlte es heute mit Einbruch der Dunkelheit merklich ab. Drinnen zu essen war zwar nicht wirklich gemütlich, aber immer noch besser, als draußen beim Essen zu frieren.

Danach packten wir noch so weit wie möglich für morgen zusammen, brachten Mara ihn ihr Bett neben der Küchenzeile und setzten in eine warme Decke eingepackt mit unserem Savanna unter den wunderbaren Sternenhimmel. Die Kälte trieb uns allerdings recht schnell wieder herein.

Als wir im Bett lagen und das Licht gelöscht hatten, hörten wir auf einmal ein Flattern und ein leises, fiependes Geräusch: Wir hatten Fledermausbesuch. Na super! Ich hatte über dieses Problem in Twee Rivieren gelesen und war gestern wirklich froh gewesen, dass wir einen Bungalow ohne Zusatzbewohner erwischt hatten. Wir machten schnell die Tür zur Küche und damit zu Mara ganz zu, um zu verhindern, dass sie auch noch zu Mara fliegen würde. Wir hörten sie immer wieder, was mein Einschlafen nicht wirklich beschleunigte, aber der Tag hatte mich dann doch so müde gemacht, dass ich mir irgendwann trotz der Fledermaus die Augen zufielen….
Morgen geht es weiter nach Nossob. Ob sich angesichts einer neuen Woche und den Aussagen der Südafrikanerin, dass sich bei Nossob immer Katzen fänden, etwas an unserem bislang etwas einseitigen Sichtungsglück ändern würde?

P.S: Die gelegentlichen Vogelbezeichnungen dürfen jederzeit von den Mitlesern korrigiert werden! :)
Letzte Änderung: 16 Sep 2016 15:52 von mamba29. Begründung: Vogelbestimmung :-)
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18 Sep 2016 11:16 #445221
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Montag, 01.08.2016: Auf nach Nossob

Kein Wochenende mehr und Toröffnung dank August schon um sieben, das müsste heute doch endlich mal was werden, oder?
Kurz nach einem schönen Sonnenaufgang ging es los.



Kurz hinter dem Wasserloch Leeuwdril trafen wir unsere Südafrikanerin von gestern wieder. Sie erzählte uns, ca. 25 km hinter Twee Rivieren sei eine Gepardin mit Cubs nahe der Straße gesichtet worden. Sie würde hinfahren und sie suchen, ob wir mitkommen wöllten.

Tja, an dieser Stelle gibt es jetzt leider keine Fotos einer Gepardin mit Cubs. Wir sind die letzte Sichtungsstelle plus einige Kilometer weiter insgesamt drei Mal sehr langsam abgefahren, aber da war leider absolut nix. So intensiv habe ich noch nie Bäume und Büsche begutachtet… :(

Dafür gab es mal wieder ein paar Erdmännchen





einen weiteren Schakal



und die beiden Vögel auf dem Vogelbaum, dieses Mal ins Gespräch vertieft:



In Melkvlei machten wir wieder Frühstückpause. Dieses Mal war es sehr viel angenehmer, die Temperatur war deutlich höher und es gab keinen Wind. Auch die Toilette war heute in benutzbarem Zustand.

Kurz nach dem Picknickplatz trafen wir ein paar Erdhörnchen





und einige Zeit später bei Jan se Draai diese Straußengroßfamilie und eine Gruppe Oryxe:





Danach ging es durch die wunderbare, aber leider sehr tierarme Kalahari-Landschaft mit einem Zwischenstop am Picknickplatz Dikbaardsklolk weiter bis nach Nossob.





Der Weg zog sich doch ziemlich hin und wir waren froh, als wir das Camp erreicht hatten.

Dort bezogen wir den Bungalow 10B (Buchungscode CH3), auch das ein Tipp aus dem Forum hier. Er teilt sich mit 10C eine Haushälfte. Sowohl das Schlafzimmer mit einem Doppel- und einem Einzelbett als auch die Küche haben Terrassentüren nach draußen und auch das Bad verfügt über ein Fenster. Neben dem Tisch auf der Terrasse gibt es auch einen kleinen Tisch im Innenraum. Die Küche ist recht groß und ordentlich ausgestattet. Bei uns gab es allerdings ein kleines Ameisenproblem.
Der Bungalow lag am Rand des Camps mit Blick auf die abgesperrte Baustelle. Wir dachten schon, oh nee, bitte keinen Baulärm, aber die Sorge war umsonst. Während unseres Aufenthalts wurde an den sich in höchst unterschiedlichen Stadien befindlichen Bungalows nicht gearbeitet. Die beiden vorderen und auch am weitesten fertiggestellten müssten eine tolle Sicht auf das Wasserloch haben.

Wir packten aus und beschlossen, die Zeit bis zum Nachmittag für einen Dusche zu nutzen. Ich habe ja inzwischen schon mehrfach erlebt, nach dem Einseifen nur noch kaltes Wasser vorzufinden, aber Nossob bot eine Besonderheit: Es kam nur noch heißes Wasser aus dem Hahn. Und zwar so heiß, dass ein Abduschen absolut nicht drin war. Also musste Micha unsere geleerten Wasserflaschen mit kaltem Wasser auffüllen und mir in die Dusche bringen, damit ich meine Haare auswaschen konnte. Micha teste das Wasser danach für sich aus, entschied sich dann aber auch für die Flaschendusche. Nebenbei setzte die Dusche aufgrund einer Undichtigkeit am Duschkopf gleich einem Sprühregner auch noch das halbe Bad unter Wasser…

Nach diesem Erlebnis wollten wir unser Glück nochmals probieren und fuhren am späten Nachmittag über den Nordausgang des Camps noch eine kleine Runde Richtung Norden bis Kwang. Nachdem dort auf der gesamten Strecke absolut nichts los war, stellten wir uns ans Wasserloch Cubitje Quap und warteten dort eine gute dreiviertel Stunde auf Besucher:




Geat Sparrow


?


Laughing Dove

Doch etwas frustriert traten wir kurz vor Torschluss den Rückweg ins Camp an.
Wir machten uns an die Zubereitung des Abendessens (das inzwischen aufgetaute Rumpsteak und ein Nudel-Gemüsesalat) und beschlossen, nachdem Essen noch einen Abstecher zum Hide zu machen. Heute waren die Temperaturen wieder total angenehm zum Draußen essen und wir genossen beim Abendessen die nächtlichen Geräusche und das Fiepen der Fledermäuse, die dieses Mal im Dach des Bungalows eine Heimat gefunden hatten. Sie waren durch die Lüftungsschlitte innen zwar gut zu hören, aber nicht zu sehen.

Danach ging es mit Stirnleuchte an den Hide. Dort kamen kurz zwei Schakale vor. Danach kam die sichtlich nervöse Gnuherde:





Der mögliche Grund für die Nervosität der Gnus ließ sich leider nicht blicken. Also brachten wir Mara ins Bett und bewunderten noch für eine Weile mit einem Savanna den wunderbaren Sternenhimmel.
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20 Sep 2016 07:47 #445532
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Zunächst einmal ein herzliches Dankeschön an alle noch mitlesenden Danke-Button Drücker!

Dienstag, 02.08.2016: Rund um Nossob


Normalerweise fällt es in unseren Afrikaurlauben nie schwer, morgens aus dem Bett zu kommen. Die Lust auf den Gamedrive ist so groß, dass wir auch gerne zu Uhrzeiten aufstehen, die daheim nur Gestöhne auslösen.

Nachdem unsere ersten Tage im Park nicht gerade übermäßig sichtungsreich verliefen, ließ auch unsere Lust beim Aufstehen merklich nach. Mara meinte nur noch: Wieso aufstehen? Außer Vögeln und ein paar Antilopen gibt es doch eh nichts.

Sie hatte inzwischen übrigens die hübsche Theorie entwickelt, dass auch Katzen Sommerferien machen und diese sämtlich in den KNP verreist seien…

Trotzdem beschlossen wir, es heute Morgen nochmals Richtung Norden zu versuchen. Angesichts des Umstandes, dass es zum nächsten Picknickplatz Lijersdraai von Nossob aus doch sehr weit war, packte ich das fertig gerichtete Müsli zum im Auto essen ein.
Vorbei an wunderbaren offenen Graslandschaften ging es wieder in Richtung des Wasserlochs Kwang.




Cubitje Quap war wie gestern Abend lediglich von ein paar hektisch umherflatternden Vögeln besetzt. Kurz hinter Kwang stand ein Auto am Straßenrand, ein Paar starte mit Ferngläsern in die Ebene. Wir fuhren langsam heran und fragten, was sie entdeckt hatten. Löwen! Ein Pärchen! Wir freuten uns total und versuchten die beiden selbst zu finden.

Tja, das hier ist das Ergebnis, aufgenommen mit einem 600er-Tele und einem 2-fach-Konverter:





Juhu, wir haben endlich Katzen gesehen. Allerdings hatten wir uns das Ganze doch ein bisschen anders vorgestellt. Mara mühte sich anfangs noch, die beiden durch ihr Fernglas zu entdecken, gab dann aber ziemlich schnell auf, weil gute 400m Entfernung eben doch ganz schön weit weg sind.

Nachdem die beiden sich dann noch weiter nach hinten zurückzogen, gaben wir auf und fuhren weiter Richtung Bedinkt. Auf dem Weg dorthin konnten wir verschiedene Pfotenspuren im Sand erkennen, die sich von und zum Wasserloch bewegten. Wir entschieden uns, dort eine längere Frühstückspause zu machen und zu schauen, ob sich etwas tun würde.

Unsere Sichtungen nach gut 1 2/2 Stunden Standzeit am Wasserloch:











Die Gnus waren noch am spannendsten, hier konnten wir beobachten, wie ein einzelnes Gnu auf die Herde traf und sehr misstrauisch beäugt wurde.

Danach gaben wir auf und fuhren ins Camp zurück.



Ich nehme an, eine Art Krähe, die sehr interessante Geräusche von sich gegeben hat.

Mancher mag uns jetzt für undankbar halten, aber wir hatten echt keine Lust mehr auf den KTP. Wir wissen genau, dass es weder Zoo noch Wunschkonzert ist, aber wenn ich mir die Bilder unserer Sichtungen der ersten Tage jetzt beim Schreiben nochmals angucke, finde ich unsere Gefühle absolut berechtigt. Ewig weiter Strecken, kaum Tiere, die so erhofften Katzen quasi unsichtbar – der KTP war nichts für uns. Wir waren regelrecht froh, nur noch zwei Nächte im KTC zu haben und dann nach Namibia zu dürfen.

Mehr aus Pflichtgefühl als aus Lust starteten wir am späten Nachmittag noch zu einer kleinen Runde auf dem Marie se Gat-Rundweg. Eine nähere Beschreibung erspare ich euch, das kam dabei heraus:






Bateleur



Selbst das Wasserloch am Abend zeigte sich bis auf einen Schakalkurzbesuch verwaist:



Für diejenigen von euch, die noch dabei sind, sich aber allmählich fragen, warum sie eigentlich noch mitlesen: Es wird demnächst besser! Der KTP wollte offenbar nicht, dass wir ihn mit so einer Meinung verlassen. :)
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