THEMA: Route planen? Einen Sch... muß ich!!!!
04 Dez 2015 18:06 #409772
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Gut, dann berichte ich jetzt hier über unseren 3-tägigen
Uganda/Ruanda- Trip. B)
Diesen letzten Teil der Reise( auch die Flüge) habe ich komplett bei
Iwanowski gebucht. Es war unsere erste mehrtägige
geführte Tour, noch dazu mit Fahrer. :unsure:

Von einem Angestellten von Zebra-Camper werden wir zur
Safari Club SA Lodge gefahren.
Trotz Navi und Beschreibung ist die Lodge nicht so leicht zu finden.
Nach anderthalb Stunden kommen wir endlich an.
Wir checken ein und ich lass gleich mal vom "Rezeptionist" den morgigen
Flug nach Kigali überprüfen.
Nach 15 min, in denen sich das Gesicht des Mannes immer mehr verformte,
sagte er, er müsse da noch mal was prüfen und ob ich ihm noch `ne halbe Stunde geben könnte.
Da es jetzt 15 Uhr ist und unser Flug erst Morgen um kurz nach 7 geht, kann er die haben. B) :P
Wir schnappen uns ein Wodka Smirnoff und ein Bier und beziehen unser Zimmer.





So richtig Ruhe hab ich nicht und steh nach 20 min mit allen Reiseunterlagen
wieder vor dem Tresen in der Empfangshalle.
Da erzählt mir der Kollege, das ein Flug nach Kigali mit dieser Flugnummer erst am Sonntag fliegt. Wie Sonntag, Morgen ist doch erst Samstag??? Ja eben!
Ich erkläre ihm, dass ich Sonntag nicht in einem Flugzeug sitzen werde, sondern auf einem Berg in Uganda inmitten von gaaaanz vielen Gorillas!
Sein Kommentar: "Well, that`s a good idea!"
Meine Antwort: "Yes, i know"
Dann lachen wir uns erstmal schlapp. :laugh: :laugh:
So langsam gewinne ich meine Lockerheit zurück, auch weil ich merke, das mein Gegenüber sich echt kümmert.
Wir verabreden, dass ich vor dem Abendessen wieder nachfragen soll.
Hm, das sind noch 2 Stunden. Wir nutzen die Zeit zum Koffer umsortieren. Irgendwann ist es dann Zeit zum Dinner zu gehen und ich schaue vorher an der Rezeption vorbei. Und da erfahre ich, das der Flughafen O. R. Tambo seinem System ein Update gegönnt hat und dabei unser Flug irgendwie im Nirvana
verschwunden war. Nun ist er wieder da...
Tja, dann kann`s nun endlich losgehen mit unserem Kurztrip zu den Berggorillas!



Ab sofort dann wieder auch mit mehr Bildern! B) :whistle:
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04 Dez 2015 21:58 #409788
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24.10.15
Johannesburg-Lusaka-Kigali-Lake Mutanda(3717 Flugkm, 150 Autokm)
Unterkunft: Chameleon Hill Lodge


Um 4 Uhr ist die Nacht vorbei. Um 5 werden wir zum Flughafen gefahren.
Pünktlich um 7.20 Uhr hebt der Flieger ab. Nach einem anderthalbstündigem Aufenthalt in Lusaka landen wir gegen Mittag in Kigali.
Die erste gute Nachricht, unsere Koffer sind auch da! :P
Und die guten News reißen nicht ab.
Als wir das Flughafengebäude verlassen, steht dort ein sympathisch lächelnder junger Mann, der ein Schild mit unserem Namen hält.
Sein Name ist Didier. Und er wird uns immer sympathischer, er hat nämlich
sogar ein Auto dabei.

Unser Fahrzeug für die nächsten 3 Tage, im Hintergrund
das Flughafengebäude.


Am Auto angekommen erzählt er uns kurz den Ablauf der 3 Tage.
Dann bittet er in den Wagen, denn für die 150km werden wir
zirka 5 Stunden brauchen und er möchte gerne die Lodge bei Tageslicht erreichen.
Und schon gehts los. Ich wundere mich anfangs, dass wir auf der rechten Seite der Straße unterwegs sind, aber Didier erklärt mir, in Ruanda wird rechts gefahren,
später in Uganda dann links.
Wir fahren durch Kigali und Ramona und ich sind sofort begeistert. Das alles hier hat so gar nichts mit dem zu tun, was wir im südlichen Afrika bisher gesehen haben.
Ich fotografiere wild drauf los.







Immer wieder sehen wir Fussballfans, teilweise zu viert auf einem Motorrad, mit Fahnen und maskiert.
Didier erzählt, das heut das Spitzenspiel der ruandischen Liga stattfindet.
Das sei so, als würde in Germany Beijeern gegen Borussiiia spielen.





Außerhalb von Kigali halten wir für einen Blick auf die Stadt.





Dann geht die Reise weiter über Berg und Tal, durch viele Dörfer.











Wir sind fasziniert von den vielen verschiedenen Bildern.
Nach `ner guten Stunde hält Didier an und fragt uns, ob wir was essen möchten.
Ja klar, wollen wir. Aber ich hab doch kein Ruanda-Geld?
Kein Problem, er bezahlt erst mal.





Hier bestellt Didier(helles Shirt) uns Essen.
Davor steh ich und überlege wohl gerade, welche Auswirkungen
das Essen auf meine inneren Organe haben mag.
Normalerweise seh ich übrigens vieeel jünger aus, aber nach längeren Flügen
dauert es immer ein wenig, bis meine Haut ihre natürliche Straffheit zurück gewonnen hat.

Das Essen ist ein Fleischspieß und eine Art Backkartoffel.
Sehr, sehr lecker gewürzt!

Dann geht es weiter zur Grenze.
Wir müssen aussteigen und den Übergang zu Fuß überwinden.
Die Grenzer auf Ruanda-Seite (schwer bewaffnet) stehen unter freiem Himmel vor einem Schlagbaum und kontrollieren alles, was die Grenze passiert.
Säcke werden mit Eisenstangen durchstochen, Schuhe werden einzeln begutachtet und teilweise von ihren Einlagesohlen befreit.
Als ich dem Grenzer meinen Ausweis gebe, nimmt er ihn kurz in die Hand, fragt mich ob das mein Pass wäre und gibt ihn mir dann, ohne einen Blick hinein zu werfen, zurück. Auch auf Uganda-Seite bekommen wir schnell unseren Einreisestempel und
schon können wir wieder ins Auto steigen und die Fahrt geht weiter.
Nun wird die Strasse immer kurviger und bald endet auch der Asphalt.
Am Lake Mutanda angekommen wird die Straße zur 4x4-Road und wir müssen uns während der Fahrt ständig festhalten. Deswegen gibt es von diesem Teil der Strecke auch keine Fotos. Aber die Landschaft ist sehr beeindruckend.
Gegen 18 Uhr sind wir in der Lodge und werden sehr nett empfangen.
Wir sind die einzigen Gäste und man kümmert sich rührend um uns.
Didier wird genau so nett behandelt wie wir. Das finden wir toll!!
Unser Bungalow ist wunderschön und der Blick auf den See traumhaft.







Um 19 Uhr gibt es Dinner, welches wir zusammen mit Didier einnehmen.
Von diesem ersten Tag sind wir begeistert.
Trotzdem verschwinden wir um halb Neun in den Betten.
Morgen ist unser großer Tag!
Letzte Änderung: 04 Dez 2015 22:04 von Graskop.
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06 Dez 2015 12:10 #409915
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25.10.15

ERSTER TEIL

Um 5 Uhr werden wir geweckt.
Halb 6 gibt es Frühstück. Vor Aufregung bekommen
wir kaum einen Bissen runter.
Bewaffnet mit einem Lunchpaket besteigen wir um 7 Uhr unser Auto
An wunderschönen Landschaften vorbei geht es zum Bwindi NP
in den wir durch das Rushaga Gate einfahren.



Kurz dahinter wird das Auto abgestellt. Die letzten 500m geht zu Fuß
einen kleinen Berg hinauf.





Oben angekommen sind wir wohl etwas früh, das Personal ist noch mit der
Reinigung beschäftigt.



Nach und nach treffen die Guides und die Träger ein.
Als das Briefing beginnt sind wir genau 9 Touris.
Man erklärt uns, das nicht mehr als 8 zu einer Gruppe dürfen und wir deshalb
in 2 Trupps zu 2 verschiedenen Gruppen wandern werden.
Wir werden zusammen mit einem Pärchen aus den Niederlanden der Bweza-Gruppe zugeteilt.
Das soll die leichter zu erkletternde Gruppe sein. Sowohl Ramona als auch die holländische Dame haben leichte gesundheitliche Probleme und Didier hatte vorher
schon geklärt, das wir in die einfache Gruppe kommen.
Wir buchen noch zwei Träger dazu, nicht weil wir so viel Gepäck mitschleppen,
sondern weil ich im Vorfeld gehört oder gelesen hatte, dass die Jungs das Geld bitter nötig haben und es oft ihre einzige Verdienstmöglichkeit ist.
Ich erkläre ihnen, das sie bei schwierigen Passagen Ramona helfen sollen.
Und dann geht's los. Wir fahren zusammen ein Stück mit dem Auto zurück.
Plötzlich bekommt unser Führer einen Funkspruch und wir halten an, steigen aus und laufen los.







Nach 20min Fußmarsch sind wir schon an der Stelle, wo unsere Gorilla Gruppe
gestern Abend war.
Nur leider haben sie sich heute schon ganz früh auf Nahrungssuche begeben.
Und wohin? Natürlich auf den höchsten Berg der hier rumsteht.
Also nichts iss mit leichte Gruppe, wir müssen uns die Nähe zu den Gorillas
hart erarbeiten.
75min geht es immer steil Berg auf.
Die Träger nehmen ihren Job ernst und kümmern sich rührend um Ramona.







Trotzdem fällt es ihr zunehmend schwerer.
Aber wir haben hier eine tolle Truppe erwischt. Alle nehmen Rücksicht aufeinander.
Auch später beim fotografieren ist das so. Natürlich ist es auch von Vorteil, dass unsere Gruppe nur 4 Leute sind.
Und dann war es so weit. Auf verschiedenen Bäumen sitzen Gorillas beim Frühstück.
Als Erstes sehen wir den Silberrücken.
Gute Fotos bekommt man so allerdings kaum hin.





Aber nach einiger Zeit entschließen sich die ersten, die Bäume zu verlassen.




Letzte Änderung: 06 Dez 2015 12:14 von Graskop.
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06 Dez 2015 14:55 #409939
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ZWEITER TEIL


Uns wurde vorher erzählt, das die Bwenda Gruppe momentan 2 Cubs hat.
Hier erhaschen wir schon mal einen Blick auf ein paar Minnifüße.



Dann setzt sich der Erste vor uns hin und blickt einfach durch uns durch.
Wahnsinn..



Einen kurzen Moment später kommt er auf 2m an uns heran und zeigt kurz
wer hier der Boss ist.





Dann setzt er sich wieder und wartet ab.



Ich werfe einen Blick zu den Guides, aber die zeigen Daumen hoch, alles ok.
Also knips ich weiter.
Im nächsten Moment steht er wieder auf und kommt noch einen Schritt näher.



Dann ein kurzer Sprung und mein Nachbar hat seine flache Hand im Bauch...



Durch den "Stubser" fliegt der einen halben Meter zurück, beteuert aber dass das überhaupt nicht weh getan hat.
Die Guides behaupten, der will nur spielen, bitten uns aber nun doch ein wenig zurück zu gehen.

Diese Szene ist wohl symbolisch für das ganze Dilemma des Gorillatrekking.
Wir Touristen möchten die Gorillas unbedingt in ihrem natürlichen Lebensraum sehen, müssen aber dazu in eben diesen eindringen....

Danach sind wir wieder nur Luft für ihn und er bietet uns ein unbeschreibliches Schauspiel.











Kurze Zeit später taucht rechts von mir ein Teenager-Weibchen auf. Ich geh ein wenig näher, da ändert sie die Richtung und kommt langsam auf mich zu.






Ich wage kaum zu atmen. Sie sitzt genau vor mir, nimmt ganz vorsichtig den Stoff meines Hosenbeins in die Hand und schnuppert daran.


Leider hab ich Depp vergessen mir von den Holländern Kontaktdaten geben zu lassen und so gibt es nur dieses eine Foto davon.
Auch danach hatten wir noch ein paar wunderschöne Begegnungen, wenn auch nicht ganz so nah.
Und zum Schluss setzte sich sogar noch der Gangleader für uns in Pose.




























Dann ist die Zeit auch schon vorbei. Natürlich viel zu schnell.
Da Regen droht drängen uns die Guides zu einem schnellen Abstieg.
Aber wieder nimmt wirklich jeder auf jeden Rücksicht und man hilft sich untereinander.
Geschafft, aber überglücklich stehen wir nach insgesamt 5 Stunden wieder unten an der Straße.


Dort dürfen wir dann unser Lunchpaket verspeisen.
Uns knurren zwar nun schon ein wenig die Mägen, aber wir geben unsere kompletten Pakete an unsere Träger weiter und auch die Holländer machen das so.
Schön zu sehen, wie die Jungs wirklich alles untereinander aufteilen.



Wir kaufen noch ein paar geschnitzte Gorillas und dann geht es zurück zur Lodge.










Die bunten Häuschen auf dem nächsten Foto sind das Hauptgebäude und die einzelnen Bungalows unserer Lodge, wirklich sehr schön gelegen.



Hauptgebäude



Für heute ist es nun aber genug mit Bewegung. Wir genießen den tollen Ausblick und beobachten das Treiben rund um die Lodge.









Zum Abendessen gibt es frischen Fisch aus dem Lake Mutanda und damit endet ein weiterer eigentlich unbeschreiblicher Tag in Uganda!
Letzte Änderung: 06 Dez 2015 15:10 von Graskop.
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07 Dez 2015 19:33 #410069
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26.10.15

Gestern hatte ich mit Lodge-Manager Patrick versucht abzusprechen,
dass wir heute einfach nur mal ausruhen wollen und unser Fahrer Didier frei hat.
Er riet uns aber zu einer Bootstour auf dem See, bei der wir eine unbewohnte ehemalige Gefangeneninsel und die einzige bewohnte Insel des Sees
besuchen werden.
Heute noch sind wir froh, auf diesen Rat gehört zu haben!

Heut werden wir das erste Mal von ein paar Sonnenstrahlen geweckt.
Ich nutze das gleich Mal für ein Foto von unserem Bungalow, denn das Wetter wechselt hier alle 10 Minuten.



Gegen 9.30 Uhr beginnt unsere Bootsfahrt.



Vorbei an einem Pelikanbaum





Fischerbooten



Bienenstöcken



geht es zur Punishment island







Auf diese Insel wurden in vergangenen Jahrhunderten zum Tod Verurteilte gebracht.
Dort gab es keine Nahrung. Man überließ sie einfach ihrem Schicksal.
Irgendwann fuhr man dann wieder hin und schleppte ihre toten Körper in eine Höhle.
Hier der Eingang



Die Höhle hat sehr salzhaltige Wände und so sind die Leichen teilweise mumifiziert.






Dann geht es weiter nach Mutanda island, die einzige bewohnte Insel des Sees.
Unterwegs kommen uns einige Boote entgegen.







Je näher wir der Insel kommen, desto mehr beschleicht uns ein mulmiges Gefühl.
Wir haben nämlich außer unserer Fotoausrüstung nichts dabei. Als wir heute Morgen in das Boot stiegen, hab ich unserem Guide Spencer gefragt, ob ich noch mal zurück gehen kann und Geld holen. Er sagte aber das ist nicht nötig.
Kaum auf der Insel angekommen, stehen wir den ersten Kindern gegenüber.
Keines der Kinder bettelt. Sie stehen einfach nur vor uns und schauen uns mit ihren großen Kinderaugen an.



Wir sind mit dieser Situation ein wenig überfordert, Kontakt zu Einheimischen
war für uns bis jetzt eher die Ausnahme.
Ramona verteilt erstmal ihre Pfefferminzbonbons an die Kinder.



Dann wandern wir Richtung Dorf und die Menschen um uns herum werden immer mehr.







Zu diesem Haus dort oben soll unsere Wanderung gehen. Es ist die Kirche.




Spencer erklärt mir das Dorfleben.



Immer wieder werden wir von Kindern umringt. Sie wollen fotografiert werden und anschließend das Foto sehen.












In der Kirche angekommen, stößt auch der Dorfälteste zu uns.



Gemeinsam mit Spencer erklären sie uns, das dieses Gebäude unter der Woche als Schule genutzt wird und am Sonntag als Kirche. Das Gebäude ist in keinem guten Zustand.
Aber die Dorfgemeinde ist dabei, eine neue Kirche zu bauen. Immer - wenn sie etwas Geld zusammen haben - wird weiter gebaut.



Vor den Grundmauern des neuen Gebäudes unterhalten wir uns eine Zeit lang
über das Leben auf der Insel. Am Ende sollen wir uns noch in eine Art Besucherliste eintragen.







Dann machen wir uns auf den Rückweg.





Dieser Besuch auf der Insel beschäftigt uns bis heute.
Ich könnte jetzt viele meiner Gedanken hier niederschreiben.
Statt dessen zeig ich noch ein Foto.



Nachmittags gehe ich dann zum Manager der Lodge, Patrick, und habe mit ihm ein sehr nettes längeres Gespräch.
Ich erzähle ihm, dass wir die ganze Zeit auf der Insel Schuldgefühle hatten.
Dafür, dass es uns in unserer Welt viel besser geht. Dafür, dass wir auf ihre Insel gehen und sie begaffen wie eine Touri- Attraktion. Und dafür, dass wir ihnen nichts geben konnten.
Er erzählt uns, dass er sich seit Jahren für die Inselbewohner und vor allem für die Kinder einsetzt. Er sammelt Geld und kauft davon Schulmaterial und Arzneimittel.
Sein Traum ist es, auf der Insel eine kleine Arzt-Praxis und einen Laden für die nötigsten Dinge einzurichten.
Und dann sagt er einen bemerkenswerten Satz:
Meine Frau und ich sind alt, wir brauchen doch nicht mehr viel, aber den Kindern muss man helfen, die wollen doch leben.
Und Patrick hat noch mehr Baustellen. Er besorgt Kondome und versucht den jungen Menschen, nicht nur auf der Insel, begreiflich zu machen, dass 5 und mehr Kinder pro Familie zu viel sind.
Er wird nicht müde den Leuten zu erklären, dass sie das Wasser aus den Quellen abkochen und filtern müssen.
Und er sagt mir, dass es richtig war, kein Geld auf der Insel zu lassen.
Patrick verspricht mir, wenn wir etwas übrig haben, egal ob Geld oder Sachen, sollen wir es ihm geben, es wird bei nächster Gelegenheit auf der Insel ankommen.
Ich verabschiede mich und gehe zurück zu unserem Bungalow.
Gemeinsam packen Ramona und ich unsere Koffer aus und wieder ein.
Das Zeug, welches den Weg zurück in den Koffer nicht gefunden hat und einen
Kuvert übergeben wir beim Abendessen an Patrick.
Er verspricht uns Bilder von den Sachen zu schicken die er besorgt.
Und 14 Tage später hatte ich die Fotos im Postfach.









Unser vorletzter Tag in Uganda geht zu Ende.
Ein Tag, den wir nie vergessen werden.
Letzte Änderung: 07 Dez 2015 19:44 von Graskop.
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10 Dez 2015 21:13 #410497
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Heute Morgen werden wir wach und trauen unseren Augen kaum.
Strahlend blauer Himmel!
Didier sagte uns gestern beim Dinner, dass wir erst um 10.30 Uhr abreisen.
Da bleibt nach dem Frühstück genügend Zeit für ein paar Fotos.

die Aussicht





unser Bungalow



die Terrasse mit meinem neuen Freund



alle Bungalows vom Restaurant aus



Häuser in den umliegenden Bergen




und eine Echse


Nachdem wir dann von den Angestellten der Lodge nett verabschiedet wurden,
geht es zurück nach Kigali.









Nach guten 2 Stunden Fahrt erreichen wir den Grenzübergang. Wieder müssen wir
zu Fuß über die Grenze. Auf Uganda-Seite bekommen wir bei der Passkontrolle einen Zettel, der uns den Grenzübertritt ermöglicht. Dieser Zettel ist zirka 2x2cm groß.
Unglaublich.
Auf Ruanda-Seite wird unser Auto gefilzt. Wir müssen unsere Koffer öffnen und teilweise auspacken. Selbst die Kultur-Beutel werden begutachtet.

Grenzübergang Ruanda


Nach 30 min fahren wir weiter.
Inzwischen ist es wieder bewölkt und es regnet ab und zu.









In Kigali angekommen, fährt Didier mit uns essen. Ein nettes Lokal, indem die
Besserverdiener der Stadt verkehren. Anschließend gibt es noch eine Stadtrundfahrt
durch die ruandische Hauptstadt.

das neue Kigali







das alte Kigali










Zum Schluss besichtigen wir das Genocide Memorial Centre.









Dann liefert uns Didier am Flughafen ab.
Wir waren ja das erste Mal mit einem Guide/Fahrer unterwegs. Wir hatten vorher Bedenken, ob wir damit klar kommen, ständig jemand an unserer Seite zu haben. Didier war ein Glücksfall für uns. Er erklärte uns die Geschichte von Uganda und Ruanda, die Wirtschaft, die Tier- und Pflanzenwelt, immer mit einem witzigen Spruch auf den Lippen. Unsere Fragen beantwortete er immer mit einfachen klaren Worten. Dabei war er nie aufdringlich, ließ uns immer unseren Freiraum.
Er hat mit 7 Jahren den Genozid erlebt, Vater und Geschwister verloren.
In stillen Momenten war er manchmal wie abwesend. Da konnte man erahnen,
dass er Schlimmes erlebt haben muss.

Ich glaub, er war auch mit uns zufrieden. Irgendwie war es am Ende ein fast freundschaftliches Verhältnis.
Beim Abschied tauschten wir unsere Telefonnummern aus und er sagte, dass er uns
crazy german people nie vergessen wird.




Ein wenig wehmütig marschieren wir ins Flughafengebäude.



Pünktlich startet unser Flug. Er dauert... genau 35 Minuten.
Dann landen wir in Entebbe. Es steigen ein paar Leute aus und ein paar Leute ein.
Dann geht's über Amsterdam nach Berlin.
Zu Hause werden wir dieses Mal nicht nur die afrikanischen
Landschaften und Tiere vermissen, sondern auch und vor allem die
wundervollen Menschen....

Tja, das war's.
Vielen, vielen Dank an Alle die mitgelesen haben. Ich hoffe, ihr hattet ein wenig Spaß und ich konnte Euch ein paar brauchbare Infos zu den bereisten Ländern geben.

LG
Silvio
Letzte Änderung: 10 Dez 2015 21:28 von Graskop.
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