THEMA: Und Caracals soll es ja auch geben!
14 Okt 2013 20:12 #308200
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17. Juli : KTP

Früh am nächsten Morgen fahren wir als eines der ersten Autos aus dem Gate. Nur wenige Kilometer weiter wurden schon drei Löwen gesichtet, wir sehen sie leider nur noch von hinten im Gras verschwinden. Ich muss zugeben, dass die Freuden ein wenig getrübt war – es waren eine menge Autos (für dortige Verhältnisse, nichts im Vergleich zu dem was wir im Krüger erlebt haben), die Löwen waren recht weit weg und noch dazu dabei, noch weiter weg zu gehen. Wir bleiben natürlich trotzdem, bis man sie nicht mehr sieht.

Beim nächsten Wasserloch zeigt sich in einiger Entfernung noch eine African Wildcat. Ansonsten sehen wir im laufe des Tages noch eine die gerade auf ein Wasserloch zuhält – da fahren wir natürlich nochmal zurück. Wir hatten also so 20-30 Gnus die zwei Meter von uns entfern tranken, im Schlamm wühlten und eine Menge Staub aufwirbelten.




Gegen 15:00 sind wir zurück in Nossob und essen noch was bevor wir zu dem Sunset-Drive aufbrechen. Wir haben im Laufe der Zeit einige (genau 6) Sunset oder Night Drives gemacht – dieser hier hat mir mit Abstand am besten gefallen. Weniger von den Tiersichtungen her, die waren fast immer ok, und das kann man ja auch nicht beeinflussen. Vielmehr war unser Guide einfach nett und hat sich auch spührbar ausgekannt.

Außer uns waren nur noch 7 Südafrikaner im Jeep. Die erste Frage war: „Hat heute irgendjemand Löwen gesehen?“ Die haben sich um das Camp herum und sonst auch in den letzten Tagen ziemlich rar gemacht.
Die ersten 1.5 Stunden ist es noch relativ hell, unser Guide erzählt über Oryx, Reiher, Springbok und Strauße. Wir sehen sogar Kudus – ok, wir beide waren nicht so enthusiastisch was die Kudus anbelangt.
Als dann die Spots eingeschaltet werden (eines auf jeder Seite) finden wir zunächst einige weitere African Wildcats, Jackale und (als mein Highlight) eine braune Hyäne. Außerdem noch eine Gruppe Honigdachse, die mit einigen Jackalen um irgendetwas, was von irgendjemandem ausgegraben wurde, streiten. Des weiteren noch Bat Eared Foxes und Cape Foxes.


Wir kommen gegen 20:00 wieder zurück und beschließen, noch ein wenig in den Hide zu schauen. Außer uns ist nur noch ein älteres Paar da. Wir haben uns für vielleicht 3 Minuten hingesetzt als in einiger Entfernung ein Tier auftaucht – ich denke mir nichts böses: wahrscheinlich ein Jackal, aber ein großer Jackal – und komisch geformt! Eine Löwin!!! Nein zwei Löwinnen. Und ein Pascha kommt auch noch dazu. Wir können unser Glück kaum fassen – drei Löwen und das so nah. Sie kommen natürlich um zu trinken. Nach höchstens 5 Minunten sind die drei wieder weg.



Es kann heute also nicht mehr besser werden, und somit gehen wir schlafen. Als wir gerade den Hide verlassen fragt uns jemand, ob er denn was verpasst hätte – ja, drei Löwen, vor fünf Minuten. Ich glaube ich habe selten jemanden gesehen, der sich so geärgert hat (hätte ich auch).
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14 Okt 2013 20:17 #308203
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18.Juli : KTP

Frühmorgens brechen wir, wie immer ohne Frühstück, vom Camp auf. Nach wenigen Kilometern bremst das Auto, das ein Stück vor uns fahrt, eine Hand zeigt uns rechts im Gebüsch etwas an, sie beschleunigen aber und fahren weiter – wahrscheinlich ein Oryx/Springbok/Jackal? Nein! Eine Löwin! Ganz nah an der Straße (ich weiß bis heute nicht warum die weitergefahren sind…).






Sie läuft ohne große Eile an unserem Auto vorbei und legt sich ein Stück weiter weg hinter einen Sandhaufen, sodass nur noch Kopf und Ohren zu sehen sind. Mittlerweile haben sich auch schon einige andere Autos gesammelt – die meisten haben wohl dann nur den Kopf gesehen. Nach einer Weile beschließen wir, weiterzufahren. Wir wollen heute Richtung Norden. Wir versuchen bei dem Picknickplatz eine längere Pause zu machen – der Wind spielt aber nicht mit und so sehr mag ich Sand mit Reis auch wieder nicht.
Wir treffen dort eine Gruppe Südafrikaner, die fast ein Rudel von 8 Löwen bei einem Wasserloch gesehen hätten – sie haben die Löwen noch dabei beobachtet, wie sie vom Wasserloch weg im Gebüsch verschwunden sind. Gegen 13:00 stellen wir fest, dass wir nicht weiter nach Norden wollen und drehen um (nachdem wir bei dem Rastplatz den Fahrer gewechselt haben). Versteht mich nicht falsch, die Landschaft gefällt mir gut und ich mag auch Orys, Gnus und Hartebeest, aber ich bereue mittlerweile bitter, dass wir uns bei der Löwin am Morgen nicht häuslich eingerichtet haben.

Dementsprechend ist das Tempo nun etwas flotter (statt den üblichen rund 20km/h), und just als wir um eine Kurve biegen sitzen vor uns 3 Geparden auf der Straße: Vollbremsung, Geparden stehen auf (und sind ein wenig genervt dass wir da sind, überfahren haben wir sie nicht, es waren bestimmt noch so 10-20 Meter). Man erkennt ganz gut, dass es eine Mutter und ihre zwei halbwüchsigen Jungen sind. Zwei von ihnen spazieren gemütlich neben der Straße zu einem kleinen Busch – und sind weg. Der dritte hatte noch ein wichtiges Geschäft zu erledigen und hat sich dann noch kurz neben den Busch gesetzt, gemaunzt und sich dann schließlich auch hineingelegt.







Im rechten Busch liegen 3 Geparden!


Wir wussten, dass sie dort drinnen liegen – das hat aber nichts daran geändert, dass wir, trotz einer Stunde warten und oftmaligen vor und zurückfahren nichts, aber auch absolut gar nichts mehr von ihnen gesehen haben – hier fragt man sich dann an wie vielen Geparden man schon in kurzer Entfernung vorbeigefahren ist…

Da wir ja bis 17:00 wieder im Camp sein müssen brechen wir schweren Herzens wieder auf. Auf den letzten 10 Kilometern vor Nossob sehen wir einen Camper entgegenkommen, sie halten ganz kurz und fahren dann aber schnell weiter, das Auto hinter ihnen hält noch immer – ja, bestimmt eine Antilope/Jackal/Vogel.
Aber: Ein Löwe, ein Männchen, direkt neben der Straße. Und nur wir und noch ein kleines anderes Auto. Er erhebt sich, um seinen tonnenförmigen Bauch anders zu positionieren und beginnt sich in aller Ruhe die blutigen Pfoten zu putzen.






Wir können unser Glück kaum fassen. Er lässt sich von den zwei Autos nicht stören und nach etwa 20 Minuten (obwohl wir so nahe am Camp sind kommen keine weiteren Autos dazu) steht er auf, überquert hinter uns die Straße und schlägt sich ins Gebüsch.
Wir fahren noch kurz in der Gegend auf und ab, da wir den Riss hier in der Nähe erwarten – aber leider das Gelände nicht gut einsehbar, es ist hier eine höhere Sandwelle neben der Straße.

Euphorisch fahren wir zurück nach Nossob, wo wir eine halbe Stunde vor Gateschluss eintreffen. Morgen geht es leider weiter nach Mata-Mata. Abends setzen wir uns noch eine Stunde in den Hide, aber außer dem gelegentlichen Jackal ist nichts zu sehen.
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15 Okt 2013 19:50 #308332
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19.Juli : KTP

Wie immer brechen wir in ganz in der Früh auf, diesmal nach Süden Richtung Mata Mata. Man verlässt hier nach einiger Zeit das Nossob-Flusstal und fähr über rote Sanddünen nach Westen. Landschaftlich ist es wahnsinnig schön, Tiere sehen wir aber nicht mehr viele.




Gegen Mittag sichten wir links von uns zwei Giraffen, wir halten an und schauen sie uns an, während es immer mehr werden. Schlussendlich befinden sich links ca. 20 und auf der Düne gegenüber nochmal 15 Giraffen.






Später, vielleicht 15 Kilometer vor Mata Mata sehen wir einige Autos auf der Straße stehen. Und rechts unter einem Baum im Schatten liegen 4 Geparden und ein Jackal. Wir beobachten sie eine Weile, sie erheben sich und spazieren in Richtung einer Springbokherde, die wir wenige Minuten vorher gesehen haben.




Wir (und die anderen Autos) fahren parallel zu ihnen auf der Straße und als sie hinter einigen Dünen verschwinden parken wir (und die anderen Autos) bei den Springböcken. Leider tun uns die Geparden nicht den Gefallen zu jagen und tauchen nicht mehr auf.






In Mata Mata erfahren wir, dass der Grenzposten morgens um 8:00 öffnet und nach dem Grilllen gehen wir bald schlafen




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17 Okt 2013 19:15 #308628
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20.Juli : KTP – Bagatelle Ranch

Pünktlich um 8:00 stehen wir an der Grenze und zu unserer Überraschung sind die drei Grenzbeamten auch einsatzbereit und soger sehr freundlich. Als einziges die Formulare sind nicht wirklich für Rundreisenfahrer gedacht.




Auf einer Gravel Road geht es jetzt Richtung Westen nach Mariental. Man kann sich auf dem Weg dorthin nur schwer verfahren, aber die Straßenkarte, die wir bei Britz/Maui mitbekommen haben erweist sich doch als beruhigend. Weniger beruhigend war da eher, dass auf der Karte auch explizit eingezeichnet war, wo es welche Tankstelle gibt.

In Mariental wollten wir ursprünglich einkaufen und unseren Dieselfilter wechseln – tja für ersteres war ich zu feige, es war mir schon am Parkplatz sehr unheimlich dass plötzlich 10 Leute um unser Auto herumstanden und bettelten. Und bei letzterem hatten wir einfach pech, da am Samstag der Toyota-Dealer mit Werkstatt geschlossen hatte.
Gegen 12:30 checkten wir bei der Bagatelle-Ranch ein. Da mein Geburtstag in wenigen Tagen war hatten wir uns für eine feste Unterkunft entschieden. Wir wurden sogar auf ein Strohbale-Charlet upgegradet. Hier essen wir noch eine Kleinigkeit zu Mittag und buchen dann für den Abend das Cheeta-feeding und den Sundowner. Der Ranchbesitzer erzählt uns, dass sie seit 2 oder 3 Wochen nun eigene Pferde haben und auch Ausritte anbieten - da bin ich natürlich sofort dabei, mein Freund streikt, was sehr nett von ihm ist.



Aussicht von unserm Zimmer

Nach meinem Ausritt sitzen wir noch eine Zeitlang in der Lodge und wundern uns ganz schön, warum die Gepardenfütterung noch nicht anfängt - naja Afrika halt, da macht die Stunde Verspätung auch nichts, dachten wir uns. Am nächsten Tag in der Früh sind wir dann draufgekommen, dass wir zwei Tocker vergessen haben, dass Namibia und Südafrika in verschiedenen Zeitzonen sind und wir natürlich die Zeit nicht umgestellt haben.

Wenig später dann treffen wir, und noch einige weitere Gäste, auf die drei Geparden. Es sind drei Männchen, alle ca. 9 Jahre alt und sie lassen sich von uns Touristen nicht übermäßig stören. Normalerweise mag ich solche „Wildtiere zum steicheln“ Geschichten nicht besonders, aber ich fand es ganz in Ordnung. Die Geparden hatten die Möglichkeit sich zurückzuziehen, und dass man Waisen nicht mehr auswildern kann, ist mir auch klar.


Geparden-Fütterung

Anschließend gibt es noch einen Sundowner auf den Dünen, mit Chips und Getränken.


Sundowner






Wir haben das Abendessen dazugebucht (zu dem wir wieder viel zu früh waren), es gab Springbok-Carpaccio, als Hauptgang Kudu-Steak und als Nachtisch flüssigen Schokokuchen.


Und noch einige Nachtaufnahmen:



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20 Okt 2013 17:32 #308970
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Hallo Ideles,
wahnsinn, mit den Katzensichtungen im KTP hattet ihr wirklich Glück! Vor allem an dem Tag "nördlich von Nossob". Im August haben sich die Löwenrudel ebenfalls recht gut versteckt im KTP :ohmy: Die 4 Geparde bei Mata Mata haben wir einen Monat nach euch auch noch gesehen - sie lieben wohl menschliches Publikum :lol:
Vielen Dank schon mal! Ich freue mich auf die Fortsetzung!
Letzte Änderung: 20 Okt 2013 17:33 von naemy.
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21 Okt 2013 09:49 #309052
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21.Juli : Bagatelle Ranch – Sossusvlei

Nach einem sehr leckeren und ausführlichen Frühstück brechen wir nach Sossusvlei auf. Auf der C19 fahren wir über den Zarishoogte-Pass, wo wir feststelllen: wenn plötzlich 5 Schilder auf einem Haufen stehen, dann heißt das, dass Schrittgeschwindigkeit zu schnell ist und die Straße gerne mal steil abfällt.
Kurz nach dem Pass kommen wir dann in eine für mich weniger angenehme Situation- wir sehen ein Auto das (vielleicht? Ich weiß es nicht) einen Unfall hatte. Es ist auf dem Dach gelegen und es sind einige Leute drum herumgestanden die uns auch zum stehenbleiben veranlassen wollten. Mir war das ziemlich unheimlich, und mir wurde auch zu Hause eingebleut, auf keinen Fall bei einem Unfall stehenzubleiben, also sind wir auch weiter.





Gegen 14:30 kommen wir an und besorgen uns erst einmal usere Permit für die weiteren zwei Tage sowie unsere Campsite. Die haben wir über NWR gebucht, und wir sehen auch sofort den Vorteil. Es gibt zwei Gates, ein inneres und ein äußers. Die Campsite von NWR liegt zwischen den beiden, und so kann man morgens rund eine Stunde früher in den Park fahren. Im Shop besorgen wir noch ein paar Kleinigkeiten und dann fahren wir zu den Dünen hinein.




Nach rund 45 Kilometeren kommen wir bei der Dune 45 an.


Dune 45

Außer uns sind nur wenige Leute da, und so wandern wir den Dünenkamm hinauf. Es ist ziemlich windig, mittlerweile rückt auch der Sonnenuntergang immer näher. Eine Gruppe Deutsche hat offenbar beschlossen, auf der Düne ein Picknick zu machen - naja, ein wenig sandig vielleicht.


Sonneuntergang auf der Dune 45










Ich laufe auf der Seite der Düne hinunter, und nach ein paar weiteren Fotos geht es zurück zum Gate, schließlich schließt es um 18:30 und es ist schon fast stockdunkel. Wir beschließen, im Camp-Restaurant zu Abend zu essen und gehen zeitig schlafen. Immerhin wollen wir am nächsten Morgen um 5:30 am Gate sein.
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