Erst "Oh je!", dann "Oh ja!" - Botswana Mai 2026
Prolog:
Alle guten Dinge sind bekanntlich drei. Also beschlossen wir im August 2025 - relativ spontan, wie man das so nennt, wenn man eigentlich schon länger darüber nachdenkt, ein drittes Mal nach Botswana zu reisen. Diesmal in der Nebensaison, direkt nach der Regenzeit. Die Vorstellung: sattes Grün, volle Wasserlöcher und Landschaften, die vor Leben nur so strotzen. Außerdem wollten wir endlich die Ecken im Moremi rund um South Gate und Third Bridge erkunden, die bei unseren ersten beiden Reisen etwas zu kurz gekommen waren.
Es stand also fest: Im Mai 2026 soll es wieder nach Botswana gehen
Flüge mit Discover und Mietwagen bei Safari Car Rental waren schnell gebucht - das ging erfreulich reibungslos. Weniger reibungslos lief hingegen die Buchung der Campsites über Botswana Footprints. Was zunächst nach einer Formsache klang, entwickelte sich zu einem kleinen Geduldsspiel. Antworten ließen auf sich warten, Alternativen zu ausgebuchten Campsites gab es offenbar nicht, und insgesamt fühlte sich die Kommunikation eher zäh an. Also habe ich kurzerhand selbst bei den Camps nachgefragt, Verfügbarkeiten eingeholt und auf dieser Basis eine Route vorgeschlagen - nur um dann zu hören, dass alles „fully booked" sei. Aha. Erst als ich erwähnte, dass ich bereits mit den Camps in Kontakt stehe, kam plötzlich Bewegung in die Sache.
Da ich zu diesem Zeitpunkt ohnehin schon mit den Campsite-Betreibern in Kontakt stand, wollte ich eigentlich selbst buchen. Allerdings stand bei uns dann der Sommerurlaub an, weshalb ich die Buchung letztlich doch über BFP abgewickelt habe. Das lief dann wieder wie gewohnt unkompliziert. Plötzlich ging alles ganz unkompliziert. Immerhin
Über die Wintermonate beobachtete ich gespannt die einsetzende Regenzeit. Jeder neue Regenschauer sorgte bei mir eher für Vorfreude als für Sorge. Schließlich wollten wir es ja grün haben - und insgeheim hoffte ich, dass sogar der Boteti wieder Wasser führen würde, wenn wir im Mai ankommen. Und überall liest man ja schließlich, dass die Regenzeit im April endet und bis Mai alles wieder abgetrocknet ist
Tja. Was ich mir gewünscht hatte, bekam ich dann auch - nur in einer etwas... großzügigeren Auslegung.
Woche für Woche wurde deutlicher, dass es dieses Jahr nicht bei ein paar netten Schauern bleiben würde. Im April war mir dann wirklich klar: Unsere geplante Route war so nicht mehr machbar. Xini Lagoon: geflutet. Zufahrt zu den Black Pools: unter Wasser. Third Bridge: unerreichbar. North Gate: überschwemmt. Khwai Village: Straße? Eher ein Fluss.
ABER - man muss ja positiv bleiben: Es würde definitiv grün sein. Und der Boteti?
Der würde fließen. Und wie.
Der Preis dafür: komplette Planänderung. Und das zehrte so richtig an der Vorfreude . Die Vorfreude auf mehrere Tage rund um Third Bridge, entspannte Game Drives durch die Black-Pools-Region und abendliche Fahrten entlang des Khwai-Ufers - alles erstmal dahin. Im wahrsten Sinne des Wortes weggespült.
Ganz ehrlich: Hätten wir nicht schon die (nicht ganz günstigen) Flüge gehabt, ich hätte in dem Moment ernsthaft darüber nachgedacht, alles abzusagen. So groß war die Ernüchterung.
Also blieb nur eins: improvisieren. Möglichst ohne Geld zu verbrennen. Von Botswana Footprints kam dabei leider wenig Hilfe - ich solle abwarten und dann weitersehen. Das war mir zu vage. Das Wasser war ja nicht „vielleicht" da, es war definitiv da.
Und dass sich daran innerhalb von zehn Tagen noch etwas Grundlegendes ändern würde, war eher Wunschdenken.
Zum Glück waren die Campbetreiber deutlich engagierter. Mit etwas Hin und Her ließ sich die Route zumindest teilweise anpassen. Nicht so, wie ursprünglich geplant - aber immerhin so, dass die Reise nicht komplett ins Wasser fiel. Im übertragenen Sinne. Was ich auch noch nicht wusste war, dass es unterwegs auch noch zu der ein oder anderen Planänderung kommen wird.
03 Mai: Ankunft, Autoübernahme, Kalahari Bush Breaks
04 Mai: Maun Sitatunga
05 Mai: Nxai Pan
06 Mai: Nxai Pan
07 Mai:
Khumaga Boteti; Nxai Pan
08 Mai: Khumaga Boteti
09 Mai:
South Gate; Khumaga Boteti
10 Mai: South Gate
11 Mai: Khwai Hippo Pool
12 Mai: Magotho
13 Mai: Magotho
14 Mai:
North Gate; Magotho
15 Mai:
Third Bridge; Khwai Game Lodge Camp; Magotho
16 Mai:
Third Bridge; South Gate; Magotho
17 Mai:
Third Bridge; Kaziikini
18 Mai: Maun Sitatunga
19 Mai: Symponia Ghanzi
20 Mai: Xain Quaz
Also steigt schnell ein, fahrt mit durch das grüne und nasse Botswana! Oh ja, das wird toll
!
Tag 1:
03. Mai 2026
Der Flug mit Discover Airlines von Frankfurt nach Windhoek verlief insgesamt angenehm und entspannt. Für einen kurzen Moment wurde die Ruhe jedoch kurz vor dem Boarding am Vorabend unterbrochen: Ein stark alkoholisierter Passagier, der offenbar in der Business Lounge deutlich über den Durst getrunken hatte, sorgte für einen unerwarteten Zwischenfall.
Lautstark rief er „I kill you all!" und begann am Gate zu randalieren. Er pöbelte andere Reisende an, versuchte sogar Türen zum Rollfeld zu öffnen, und musste schließlich von zwei Bundespolizisten - unterstützt von drei beherzt eingreifenden Passagieren - überwältigt und abgeführt werden. Ein durchaus spektakulärer Auftakt, der so nicht im Reiseplan stand
In Windhoek angekommen, verlief die Übernahme des Mietwagens schnell und unkompliziert
Routine zahlt sich eben aus bei unserer dritten Reise. Bereits gegen 11 Uhr waren wir, früher als ursprünglich geplant, auf dem Weg zu Kalahari Bush Breaks. Schon unterwegs fiel auf, wie ungewöhnlich grün und üppig die Landschaft nach der Regenzeit war. In Gobabis legten wir einen kurzen Stopp ein, um die ersten notwendigen Vorräte einzukaufen, bevor wir die letzte, etwas längere Etappe in Angriff nahmen.
Bei Kalahari Bush Breaks angekommen, blieb uns noch ausreichend Zeit für eine erste Erkundung. Wir nutzten den Nachmittag für eine Self-Drive-Tour über das Farmgelände, das sich durch die typische Kalahari-Landschaft schlängelt und immer wieder schöne Ausblicke bot - bis hinüber ins benachbarte Botswana. Und Tiere gab es auch schon zu gucken! So kann der erste Tag ruhig zu ende gehen
Am frühen Abend machten sich schließlich die Strapazen der Anreise bemerkbar, und wir waren mehr als zufrieden, wieder im Dachzelt zu liegen.
LG Marcel