Episode 14 Fortsetzung
Die Löwen inspizierten das Camp und gingen dann direkt zum Wasserloch. Es war etwa sechs Uhr, und die Solarpumpe hatte noch nicht angefangen zu arbeiten. Es gab kein Wasser. Die Löwen schauten sich um und gingen dann zum Wassertank – sie wussten genau, wo es Wasser gibt.
Wir wollten sie über die andere Straße vor dem Tank erreichen. Das schafften wir auch, aber wir fuhren über einen Stein, verloren den Grip und blieben tief im Sand stecken! Das Auto kippte zur Seite, und ich hatte zuviel Angst, das Fenster zu öffnen. Die Pumpe lief immer noch nicht. Die Löwen zogen sich in die Bäume zurück, etwa 100 Meter entfernt.
Das war unsere Chance, das Auto zu befreien. Problem: Der Wagen saß auf einem Stein (siehe Video!). Zum Glück kamen andere Reisende – definitiv erfahrener als wir – und halfen uns. Wir, zwei Frauen, hielten Löwenwache – bereit, Alarm zu schlagen, falls ein Löwe sich näher als 50 Meter heran wagte.
Dann – endlich – startete die Pumpe. Klares Wasser floss aus dem Leck. Hunderte von Tauben versammelten sich an der Stelle, wo das Wasser tropfte. Die Löwen waren bereits unterwegs.
Wir waren noch nicht bereit – Schaufeln lagen überall herum. Die Löwen bewegten sich schnell. Sie waren durstig.
„50 Meter! Alle ins Auto – jetzt!“ schrien wir.
Wir beobachteten eine Löwin, die acht Minuten lang ohne Pause trank.
Wir saßen da, hörten das Schlürfen der Löwen und das Rufen der Vögel. Es fühlte sich an, als stünde die Welt still – alles andere rückte in den Hintergrund. Denn das war das Wesentliche des Lebens: ein Schluck Wasser in der Wüste – und wilde Löwen, die daneben trinken.
Später gingen wir zurück zur Leckstelle, um selbst Wasser zu holen. Die Löwen waren wahrscheinlich noch in der Nähe, verborgen im Gras.
Wir teilten tatsächlich Wasser mit Löwen.
Am Nachmittag kamen sie noch einmal zurück, tranken und zogen dann weiter in Richtung Mabuasehube Pan, um ihre Löwen Geschäfte zu erledigen.
Es war ein unvergesslicher Tag – absolut alle vier Nächte Warten wert!