Die folgende Nacht wurde in warmes Orange getaucht.
Schakale lauerten in der Nähe, ungeduldig wartend auf ihre Chance. Als die Löwen endlich abzogen, stürzten sich die Schakale auf die Reste.
Doch selbst beim Festmahl erinnerte das ferne Brüllen des Löwen daran, wer hier wirklich das Sagen hat.
Am nächsten Morgen erlebten wir eine Überraschung:
Ein Marabu-Storch spülte jedes Stück Fleisch sorgfältig im Wasser, bevor er es hinunter schluckte – und wiederholte das mit jedem Bissen!
Währenddessen beanspruchten die Schakale den Kadaver für sich – und wälzten sich in Elefantenkot, um sich von Insekten und fremden Gerüchen zu befreien.
Vielleicht sollte ich das auch mal probieren – aber ich bezweifle, dass es bei mir so gut funktioniert!
Die Schakale jedenfalls wirkten sehr zufrieden mit sich selbst.
Unsere drei Nächte in Savuti waren vorbei. Nun waren wir gespannt, was uns in Khwai erwarten würde.
WOW!!! Deine Bilder sind einfach immer wieder der Hammer! Danke fürs Zeigen. Ich bin jedes Mal sehr beeindruckt, welche Momente du da einfängst.
Danke dir, freut mich total, dass dir die Bilder gefallen!
Ich schreibe zwar nicht so viel Text, aber ein Bild sagt ja bekanntlich mehr als tausend Worte In meinen Videos erzähle ich dafür umso mehr, und ich denke, die sind auch ganz informativ. Am Ende geht’s uns ja vor allem um die Eindrücke von den Orten und die Sightings.
In Hwange wurden wir auf unserer Sunset-Fahrt von einer Löwin begleitet – und in Khwai war es ein Leopard.
Und ja, es gibt wirklich nichts mehr Besonderes als das.
Wir übernachteten im Khwai Guesthouse, das sechs Chalets und zwei Familienzimmer bietet. Es gibt eine Lounge mit Bar und WLAN sowie ein Restaurant. Neu für mich war der Swimmingpool, den ich an den heißen Oktobertagen dankbar nutzte. Wir haben vier Nächte hier gebucht, und ich war gespannt, was die Mutter Natur in Khwai für uns bereithält.
Der Khwai-Fluss ist einer der Hauptwasserläufe des Okavango-Deltas und liegt im äußersten Osten des Gebiets. Er bildet die natürliche Grenze zwischen der Khwai Concession und dem Moremi Game Reserve, verbunden durch die North Bridge.
Das in Khwai Village gelegene Khwai Guesthouse war ein ausgezeichneter Ausgangspunkt für beide Gebiete – Khwai und Moremi.
Unsere erste Pirschfahrt mit unserem Guide Shadow führte uns in die Khwai Concession und schließlich zum Fluss – ein besonders angenehmer Ort an heißen Nachmittagen.
Schon bald entdeckten wir zwei Löwinnen – was für ein Start! Doch das war nur der Anfang: Wir begegneten Seronga, einem weiblichen Leoparden, der Tochter der berühmten und legendären Mma Tsebe.
Seronga:
Mma Tsebe fotografiert in 2015:
Mma Tsebe war bei allen Khwai-Guides und Besuchern wohlbekannt und beliebt. Sie war ein Liebling unter Wildtierfotograf*innen, posierte oft für Kameras und brachte vielen Menschen Freude. Ein neues Safari-Camp wurde sogar nach ihr benannt. Sie hatte ein unverwechselbares Aussehen: zerfetzte Ohren, eines etwas höher angesetzt als das andere, und halbgeschlossene Augen – man konnte sie nie mit einem anderen Leoparden verwechseln.
Hier ist Mma Tsebe:
Und hier war nun ihre Tochter, Seronga. Ihre Augen, Bewegungen und ihr Gang erinnerten stark an ihre legendäre Mutter. Sie wurde nach der Straße nach Seronga benannt, an der sie oft gesichtet wird. Man kann sie mit etwas Glück im Wald rund um das Machaba Camp oder beim Leopard Lagoon sehen.
Wir entdeckten auch einen männlichen Leoparden auf der anderen Seite des Mbudi-Flusses – doch ein Überqueren war zu riskant. Stattdessen machten wir eine Pause und genossen die Umgebung.
Big Boy:
Mbudi Fluss:
Später fanden wir beim Leopard Lagoon zwei weitere Löwinnen.
Die Pfoten 🤣 🤣 🤣
In den folgenden Tagen pendelten wir zwischen Sichtungen von Seronga und den Löwen hin und her – oft vor der atemberaubenden Kulisse des afrikanischen Sonnenuntergangs. Am letzten Tag lagen die Löwen unter dem Baum, auf dem Seronga mit ihrer Beute war.
Der Khwai-Fluss bietet beeindruckende Tierbegegnungen und eine besondere Ruhe und Gelassenheit.
Hier ein paar Fotos von Khwai:
Auf einer morgendlichen Fahrt in Moremi trafen wir bald auf Löwen mit einem frischen Kill. In einem Löwenrudel jagen meist die Weibchen – doch die dominanten Männchen beanspruchten die Beute schnell für sich. Die Sichtung war kaum einen Kilometer vom Khwai Village entfernt, wo sich unser Guest House befand. Ich fragte mich: Besuchen sie nachts manchmal das Dorf? In Khwai leben Menschen wirklich Seite an Seite mit der Wildnis.
Die Löwen waren noch recht jung und in sehr guter Verfassung. An unserem letzten Morgen, auf dem Weg zurück nach Maun, sahen wir nochmals einen männlichen Löwen – dieses Mal ganz ohne Guide.
Nach den Löwenbesuchen fuhren wir weiter zu einem bekannten Ruheplatz der Wildhunde, etwa einen Kilometer hinter dem North Camp in Moremi. Die Hunde dösten im Schatten der Bäume, um Energie zu sparen.
Und hier ist er – unser männlicher Löwe – auf dem Rückweg nach Maun.
👉 In der nächsten Episode geht es um eines der am meisten missverstandenen Tiere der Welt – die Hyäne! Bleibt dran, um mehr zu erfahren!
Episode 12 – Ist das Hyänenjunges ein Weibchen? ♀️♂
Untertitel in YouTube einschalten/ausschalten:
Wir hatten in den vergangenen Jahren schon einmal einen Hyänen Den besucht und freuten uns auf ein Wiedersehen. Zwar gibt es in dieser Gegend einige Baue, doch sie werden gelegentlich verlegt (Siehe Video). Meistens kann man die Tiere am Bau früh morgens oder am späten Abend beobachten.
Wir wurden Zeugen einer Begrüßungszeremonie: Zwei Hyänen standen parallel zueinander, mit entgegengesetzter Blickrichtung, hoben die Hinterbeine und schnüffelten bzw. leckten sich gegenseitig im Genitalbereich.
Auch dieses Jungtier begrüßt eine erwachsene Hyäne – mit erigiertem Penis als Zeichen der Unterwerfung. Moment mal – haben denn alle Jungtiere einen Penis? Sind das etwa alle Männchen?
Nein. Bei Fleckenhyänen haben sowohl Männchen als auch Weibchen ein Phallus-artiges Organ. Weibliche Tiere besitzen einen sogenannten Pseudopenis – eine verlängerte Klitoris, die ebenfalls erigiert werden kann. Außerdem haben sie keine äußere Vagina. Sie urinieren, paaren sich und bringen sogar ihre Jungen durch dieses Organ zur Welt.
Beim Paaren zieht das Weibchen den Pseudopenis ein – „so wie man einen Hemdsärmel zurückschiebt“ – um eine Öffnung für das Männchen zu schaffen.
Das Geschlecht eines Jungtieres lässt sich vor dem Erwachsenenalter nur schwer bestimmen – und nur am Spitzenende des Organs: Weibchen haben eine abgerundete Spitze, Männchen eine Spitze. Also – welches der Jungtiere ist ein Weibchen? (Siehe Video)
Fleckenhyänen sind hoch soziale Tiere und leben in Clans mit einer strikten Dominanzhierarchie. Anders als bei vielen anderen Arten herrschen bei den Hyänen die Weibchen – selbst ein rangniedriges Weibchen ist höher gestellt als jedes Männchen.
Der Nachwuchs erbt den Rang der Mutter. Stirbt die Matriarchin, übernimmt ihr jüngstes Weibchen die Führung. Die Kinder hochrangiger Weibchen sind automatisch höher gestellt als erwachsene Tiere niederen Ranges. Allerdings hängt das stark von der Anwesenheit der Mutter ab – fehlt sie, kann es zu aggressivem Verhalten gegenüber ihren Jungen kommen.
Hyänen sind äußerst intelligent – in Aufgaben zur Zusammenarbeit schneiden sie besser ab als Schimpansen. Sie helfen unerfahrenen Clanmitgliedern und können zwischen zuverlässigen und unzuverlässigen Artgenossen unterscheiden.
Es heißt, die Hyäne ohne erigierten Phallus ist die wahre Anführerin, während eine Erektion ein Zeichen der Unterwerfung ist. Was meinst du – gibt es da Parallelen zur menschlichen Welt?
Hyänen Mütter sind beschützend gegenüber ihrem Nachwuchs und dulden nur selten, dass sich andere Erwachsene – besonders Männchen – ihren Jungen nähern. Ihre Milch ist die eiweißreichste unter allen Karnivoren, und anders als bei Löwen kommt es nicht zu gegenseitigem Stillen – jede Mutter stillt nur ihr eigenes Junges.
Trotz ihres schlechten Rufs sind Fleckenhyänen geschickte Jäger und keineswegs nur Aasfresser. Sie können Knochen und sogar Haut verdauen und gehören zu den erfolgreichsten Raubtieren Afrikas – dank ihrer Anpassungsfähigkeit, Intelligenz und Opportunismus.
Hyänenjunge entwickeln sich schnell und zeigen schon früh erwachsenes Verhalten. Bereits mit zehn Tagen können sie sich erstaunlich schnell fortbewegen. Mit etwa einem Monat beginnen sie mit Duft Markierungen und sozialen Interaktionen. Die typischen Flecken erscheinen im Alter von drei bis vier Monaten; bei der Jagd machen sie nach etwa einem Jahr mit. Die Geschlechtsreife erreichen sie mit drei Jahren.
Aber wie paaren sie sich, wenn beide Geschlechter einen Phallus haben? Wie gesagt, das Weibchen zieht den Pseudopenis ein, wodurch die Kopulation möglich wird. Tatsächlich sind weibliche Hyänen die einzigen weiblichen Säugetiere ohne äußere Vaginalöffnung!
Bringt ihnen diese einzigartige Anpassung Vorteile?
✅ Volle Kontrolle über die Paarung – Das Weibchen entscheidet, mit wem sie sich paart. Zwangspaarung ist nicht möglich.
✅ Tarnung und Schutz – Da Weibchen sich oft aggressiver gegenüber anderen Weibchen als gegenüber Männchen verhalten, könnte der Pseudopenis als Tarnung dienen und Angriffe reduzieren.
Stell dir vor, menschliche Frauen hätten ein solches Organ! 😂 😂 😂
Hyänen sind auch Meister der Täuschung. Man hat beobachtet, wie sie beim Fressen falsche Alarmrufe ausstoßen, um andere Hyänen zu vertreiben – und dann in Ruhe weiter zu fressen. Ebenso nutzen Hyänenmütter falsche Alarme, um Kämpfe ihrer Jungen zu beenden.
Obwohl sie oft mit Hunden oder Großkatzen verwechselt werden, gehören Hyänen zu einer ganz eigenen Familie – den Hyaenidae – und sind näher mit Mangusten und Zibetkatzen verwandt als mit Hunden oder Katzen.
Apropos Verwechslung: Verwechsle afrikanische Wildhunde nicht mit Hyänen!
• Wildhunde haben einen schlanken Körperbau, lange Beine, große runde Ohren und eine charakteristische weiße Schwanzspitze.
• Hyänen sind massiger, mit kräftigen Vorderläufen, kürzeren Hinterbeinen und kleineren Ohren.
Beide sind wunderschöne Tiere, auf ihre ganz eigene Art perfekt angepasst.
Unsere Zeit in Khwai ist vorbei. Als Nächstes geht es nach Mabuasehube – ein atemberaubender Teil des Kgalagadi Transfrontier Parks.