|
13. April 2024
Die Nacht war zum Glück viel besser. Das Einzige, was uns noch lange wach hielt, waren Hunde, die am Flussufer in Angola die ganze Nacht durchbellten. Ausserdem haben wir uns immer noch nicht ganz an die Geräuschkulisse mit den vielen Tieren gewöhnt - besonders in den frühen Morgenstunden hört man viele Vögel. Jedenfalls wachen wir bei Sonnenaufgang um 7 Uhr auf - wir fühlen uns alle schon viel besser und essen gemütlich ein ausgiebiges Camper-Frühstück: Kaffee, Müsli mit Früchten und Joghurt, Rührei mit Tomaten, Zwiebeln und Käse sowie Toast. Wir geniessen den Morgen an diesem wunderschönen Ort und packen dann so langsam unser Lager zusammen. Heute müssen wir 'nur' 2.5 Stunden bis nach Divundu fahren. Der Weg führt uns über eine Teerstrasse, die meistens geradeaus geht. Links und rechts sehen wir wieder unzählige kleine Dörfer. Unterwegs kaufen wir am Wegrand neues Feuerholz. Am frühen Nachmittag kommen wir in der Nunda River Lodge an. Wir werden vom Eigentümer willkommen geheissen – und das auf Deutsch! Er führt uns in der Lodge herum und zeigt uns die 9 Campingplätze. Weil gerade niemand anders zum Campen hier ist, dürfen wir uns einfach selbst eine Campsite auswählen. Uns gefallen die Plätze direkt am Fluss sehr gut. Von hier hat man einen noch besseren Blick auf das Wasser als am letzten Ort! Wunderschön ist es hier - die Natur sowie auch die Anlage der Lodge gefallen uns unglaublich gut. Diesesmal haben wir keine privaten Waschhäuschen mehr, es gibt etwa 50m von unserer Campsite entfernt einen allgemeinen Waschraum. An diesem Ort bleiben wir für zwei Nächte - einmal Camping und die zweite Nacht haben wir ein Zimmer der Lodge gebucht - inklusive Dinner und Frühstück! Wir stellen nun also unser Lager auf und gehen dann zum Pool, wo wir uns den Rest des Nachmittags entspannen. Am frühen Abend treffen wir uns um 16 Uhr am Bootssteg der Lodge - wir sind für eine Tour auf dem Fluss angemeldet. Das Boot ist voll besetzt, der Guide zeigt uns die verschiedensten Vogelarten. Wenig später steuern wir auf etwas zu, das aus dem Wasser herausragt und immer wieder unter- und auftaucht. Hippos! Sicher eine halbe Stunde bleiben wir ziemlich nahe an den Tieren stehen und können tolle Fotos schiessen. Zwischendurch reissen die Riesen ihr Maul auf und zeigen ihre Zähne. Der Guide erzählt uns, dass dies die gefährlichsten Tiere Afrikas sind - sie seien sehr aggressiv. Zum Glück stehen wir so nahe an denen ran. Nach dem Flusspferdspektakel sehen wir sogar noch Krokodile, zuerst ein kleineres, später im dichten Gras ein riiiesengrosses. Dann fahren wir weiter zu den Popa-Falls und gehen bei einer Landzunge an Land. Dort bekommen wir Getränke serviert und können bei Sonnenuntergang die schöne Landschaft bei den Stromschnellen geniessen. Dann fahren wir zurück in die Lodge. Unterwegs sehen wir, dass ziemlich in der Nähe unserer Autos ebenfalls Hippos im Fluss sind. Beim Kochen sind wir deshalb besonders vorsichtig und leuchten immer wieder mal um uns herum |
|
Letzte Änderung: 08 Okt 2024 12:14 von Noeyms.
Der Administrator hat öffentliche Schreibrechte deaktiviert.
Folgende Benutzer bedankten sich: Hanne, urolly, Daxiang, CuF, TinuHH, chrischris, Wini, Makalani
|
|
14. April 2024
Die Nacht war sehr entspannt, wir haben das erste Mal so richtig gut im Zelt durchgeschlafen. Und das, obwohl man die ganze Zeit die Hippos, die nur wenige Meter von uns entfernt im Wasser lagen, gehört hat. Um 6:30 Uhr wache ich auf - es beginnt, langsam hell zu werden. Tausende von Vögeln zwitschern im Chor, dazu erklingt das Grunzen der Hippos im Wasser. Eine ungewohnte, aber wunderschöne Klangkulisse! Vorsichtig öffne ich den Zelteingang, um ein wenig rauszuschauen. Am Himmel sieht man ganze Schwärme von grossen Vögeln in verschiedensten Formationen davonfliegen. Nach Sonnenaufgang stehen wir auf und frühstücken gemütlich. Wir wechseln noch unser Wasser aus dem Wassertank aus, dann hängen wir noch den Kompressor an die Reifen an. Wir haben seit gestern das Gefühl, dass etwas mit dem vorderen rechten Reifen nicht stimmt - der Kompressor ist jedoch sehr, seeehr ungenau und nun wissen wir auch nicht mehr als vorher... Wir beschliessen, den Reifen so zu lassen und morgen zur nächsten Tankstelle zu fahren, um den Druck zu überprüfen. Nach dem Frühstück erfahren wir, dass wir bereits in unsere Zimmer einchecken dürfen. Wir bekommen sogar ein Upgrade in ein Bungalow! Die Zimmer sind wunderschön eingerichtet, das Bad besitzt eine Badewanne, von der aus man direkt auf den Fluss sehen kann. Den Morgen nutzen wir noch zum waschen. Die Wäsche trocknet an der heissen Luft sehr schnell und so haben wir endlich wieder frische Kleidung. Nach der Wäsche gehen wir noch an den Pool und gönnen uns ein kühles Getränk. Um 14 Uhr stehen wir bei der Reception bereit - heute haben wir eine geführte Safari in den nahegelegenen Bwabwata Nationalpark gebucht. Pius ist unser Fahrer - wir freuen uns darauf, einfach mal nur sitzen und schauen zu dürfen, und auch auf die Fahrt im 'Touri-Wagen' Aber eigentlich wollten wir vor allem eins sehen: Löwen! Lange Zeit kreisen wir auf den verschiedenen Nebenwegen im Park herum, die Landschaft ist wunderschön. Es sieht hier wirklich nochmals ganz anders aus als in den Teilen von Namibia, in denen wir 2022 schon waren. Wir begegnen unterwegs anderen Safarifahrzeugen, die haben aber auch kein Löwenglück gehabt. An einem Picknick Spot halten wir an - wir bekommen eisgekühlte Getränke und können uns kurz die Beine vertreten. Dann gehts weiter, wir sehen Hippos, dieses Mal nicht im Wasser, sondern friedlich grasend am Ufer. Dann fahren wir noch etwas weiter runter ins Sumpfgebiet, direkt an den Fluss. Plötzlich sehen wir etwa 100 Meter vor uns zwei Löwen über die Strasse laufen - wir schreien fast auf vor Glück Euphorisch telefoniert Pius mit seinen Fahrer-Kollegen und beschreibt ihnen die Lage der Löwen. Tatsächlich tauchen 5 Minuten später noch zwei weitere Wagen hinter uns auf und stellen sich ebenfalls direkt vor den Löwen auf. Wir fragen Pius, ob das nicht ein bisschen gefährlich sei, so nahe ranzufahren? Er meint: "No no, its not dangerous as long as you dont charge the lions. If you charge them first, they will charge you too." Okay... Na dann Auf jeden Fall können wir super viele Fotos schiessen. Plötzlich stehen die beiden Löwen auf und... sie paaren sich! Das dauert nur ein paar Sekunden, der Guide findet es meeega lustig und durch sein Lachen bekommen wir alle einen Lachanfall Als wir genug Fotos haben, fahren wir weiter wieder alles zurück bis zur Lodge. Was für eine erfolgreiche Fahrt! Wir kommen kurz nach 18 Uhr an, es reicht gerade noch für einen Sundowner auf unserer privaten Bungalow-Terrasse. Dann gehen wir los zum Dinner in der Lodge. Wir sitzen direkt auf der Terrasse über dem Fluss, die Stimmung ist einfach wunderschön. Es gibt panierte süss-saure Ananas, Salatbuffet, Game Sirloin mit Kartoffelpüree und Gemüse, als Dessert ein Milktarte. Sooo gut! Es hat hier noch zwei andere Schweizer, die mit einem deutschen Guide unterwegs sind. Sie kommen nach dem Essen zu uns, wir tauschen uns noch ein wenig über unsere Erlebnisse aus. Dann spielen wir zu viert ein 'Tichu' und gehen dann zurück zum Bungalow. |
|
Letzte Änderung: 08 Okt 2024 14:49 von Noeyms.
Der Administrator hat öffentliche Schreibrechte deaktiviert.
Folgende Benutzer bedankten sich: Hanne, urolly, Sue.ch, Daxiang, CuF, TinuHH, CoM, Enilorac65, chrischris, Wini und weitere 2
|
|
15. April 2024
Die Nacht war super, das Bett im Bungalow sehr bequem. Wir fühlen uns am Morgen so richtig erholt! Gemütlich gehen wir Frühstücken und machen uns danach auf den Weg. Heute haben wir 4.5 Stunden Fahrt vor uns, es geht nun Richtung Ngoma. Doch bevor wir losgehen, wollen wir unbedingt unseren Reifen an einer Tankstelle kontrollieren lassen - er sieht nun noch flacher aus als zuvor… An der Tankstelle sehen wir tatsächlich: Der war nur noch auf 1 bar. Wir beschliessen, in der nächsten grösseren Stadt den Reifen reparieren zu lassen. Die Tankwartin pumpt ihn noch auf 2.2 bar und dann gehts los. Wir kommen um 13:30 Uhr in Katima Mulilo bei der Werkstatt an - die Frau im Büro weist uns darauf hin, dass hier gerade Mittagspause ist. Sie geht jedoch trotzdem mit uns rüber in die Garage und fragt, ob jemand Zeit hätte. Ein Mann kommt aus der Werkstatt heraus, wir schildern unser Problem, dann sagt er uns, dass sie erst um 14 Uhr wieder arbeiten. Es kommt ein weiterer Mechaniker dazu und sagt, er könne das doch auch jetzt gleich für uns erledigen. So ein guter! Er nimmt rasch unseren Reifen ab und stellt ihn ins Wasser. Prompt hat der Reifen ein Loch - das wird nun in kürzester Zeit repariert und um 14 Uhr ist der Reifen wieder dran. Als Dank, dass er seine Mittagspause geopfert hat, schenken wir ihm zusätzlich eine Cola und etwas Trinkgeld - das freut ihn sichtlich sehr. Dann kommt noch der Bezahlvorgang im Büro der Werkstatt. Hier ist dann fertig mit Effizienz, der ganze Papierkram dauert nochmals etwa 30 Minuten! Die Bürofrau tippt uuultra gemütlich Buchstaben für Buchstaben alles in den Computer ab, druckt dann irgendwas aus, nimmt unser Bargeld (250ND) entgegen, hat dann kein Rückgeld und sagt sie müsse erst welches besorgen. Das könnte sich hier nur um Stunden handeln. Deshalb sagen wir, sie könne den Rest behalten und fahren endlich weiter. Eine knappe Stunde später kommen wir bei unserer nächsten Campsite an. Die liegt beim Chobe River Camp, das nur 3km von der Grenze zu Botswana entfernt ist. Vor uns kommt eine riesige Gruppe Touris an und steigt aus ihren Autos - schnell gehen wir an ihnen vorbei, um uns die Wartezeit an der Reception zu ersparen. Wir bekommen zwei Campsites und stellen erstmal alles auf. Man könnte hier bei der Lodge noch x-verschiedene Aktivitäten unternehmen. Wir entscheiden uns jedoch, uns am Pool bei der wunderschönen Anlage etwas zu entspannen. Besonders die Aussichtsplattform, von der aus man rüber nach Botswana sieht und Giraffen und Antilopenherden beobachten kann, ist der Hammer! Am Abend haben wir uns noch im gemütlichen Hüttchen, das zur Campsite gehört, ein Dinner gekocht: Teigwaren mit (diesmal richtiger!) Tomatensosse. Dann werden noch ein paar Spiele gespielt. Plötzlich taucht ein Mann auf, mit Gewehr auf der Schulter... Er sagt, er sei hier verantwortlich für die Sicherheit und mache alle 20 Minuten eine Runde durchs Camp. Uns war bis zu diesem Punkt noch gar nicht bewusst, dass es hier frei laufende Tiere gibt… |
|
Der Administrator hat öffentliche Schreibrechte deaktiviert.
Folgende Benutzer bedankten sich: Hanne, urolly, Logi, Daxiang, CuF, TinuHH, CoM, Dandelion, chrischris, Wini und weitere 2
|
|
16. April 2024
Heute fahren wir nach Botswana! Wir sind schon gespannt auf die Grenze, wir haben verschiedenste Storys über den Grenzübertritt gehört und gelesen Dann fahren wir weiter zur Barriere, wo wir in einem Formular ALLE (ja wirklich alle möglichen) Daten zu unserem Auto angeben müssen. Danach können wir über die Brücke nach Botswana fahren. Dort steigen wir aus und müssen als erstes mit unseren Schuhen durch ein Desinfektionsbad treten. Ganz nach dem Schweizer Sprichwort: 'nützt's nüt, so schadt's nüt' Im Immigration-Büro müssen wir einige Fragen zu unserer Reise beantworten sowie unsere Fahrzeugdaten erneut eintragen. Ausserdem müssen wir eine Gebühr bezahlen - Lukas und ich zahlen 110 Pula, Elias und Anja 260. Wieso es unterschiedlich ist, wissen wir bis heute nicht Am Gate müssen wir nochmals unseren Stempel vorweisen, ausserdem werden wir gebeten, alle unsere mitgebrachten Schuhe im Desinfektionsbad zu durchstreifen Geschafft! Nun sind wir in Botswana angekommen! Anstatt direkt zur Lodge zu fahren, beschliessen wir, die ganze Route nach Kasane an der Chobe Riverfront entlang zu fahren. Diese Route führt uns durch den Chobe National Park, beim Gate bezahlen wir den Eintritt. Das geht sogar mit Kreditkarte, obwohl uns tausendmal gesagt wurde (und es auch online überall steht), dass man nur bar bezahlen kann... 270 Pula pro Person und 115 Pula pro Fahrzeug - hier ist es wie erwartet einiges teurer als in Namibia! Der Weg führt uns ziemlich direkt auf eine sandige Piste, nun aktivieren wir unseren 4x4 Antrieb. Nach kurzer Gewöhnungszeit geht das Fahren aber ohne Probleme. An dieser Stelle ein Shoutout an Lukas und Elias, die fast die ganze Reise gefahren sind! Wir fahren etwa 4 Stunden am Chobe River entlang. Die Landschaft ist einfach unglaublich schön! Wir sehen einige Antilopenherden, Flusspferde, Büffel, Elefanten, Giraffen, Zebras und sogar Krokodile. Gegen Nachmittag werden wir langsam müde - wir beschliessen, aus dem Park heraus zu fahren und noch die Einkäufe für die nächsten Tage zu erledigen. Wir fahren zum Spar, wo wir (fast) alles finden, was wir brauchen. Ausserdem können wir endlich ein paar Pula abheben. Wir kaufen genug Wasser und Lebensmittel ein, denn die nächsten zwei Tage werden wir in die Wildnis nach Savuti fahren. Wir tanken ausserdem noch unser Auto voll und prüfen die Reifen: alles tiptop Nun geht's zur Chobe Safari Lodge. Angekommen an der Reception, fragen wir den Receptionisten, ob er aktuelle Informationen zum Weg nach Savuti hat. Seine Reaktion: Er lacht erstmal eine Runde... Er meint, er würde selbst nie dorthin fahren, es sei sehr bumpy und sandy. Das wussten wir bereits. Etwas entmutigt fahren wir zur Campsite und gehen dann noch zum Pool. Fleissig recherchieren wir alles mögliche zum aktuellen Weg nach Savuti. Auf einmal taucht ein Serviceangestellter auf und fragt, ob wir über Savuti sprechen? Das sei genau sein Gebiet, es sei grundsätzlich überhaupt kein Problem, dorthin zu fahren. Er fragt uns, ob wir von der Gruppe gehört haben, die letzten Monat in dem Gebiet verschwunden ist? Er habe nämlich genau diese Gruppe auch zuvor an dem Pool der Lodge bedient... Aber wenn wir auf den Wegen bleiben würden, könne eigentlich nichts schief laufen. Wir beschliessen uns für ein gesundes Mittelmass: Wir freuen uns auf das Abenteuer, sehen dem Ganzen aber mit Respekt entgegen und würden sofort umdrehen, wenn uns irgendetwas zu brenzlig werden sollte. Elias und Anja gönnen sich nach dem Gespräch noch einen Sundowner-Drink an der Bar der Lodge. Lukas und ich fahren nochmals in den Nationalpark bis kurz nach Sonnenuntergang und geniessen die Landschaft. |
|
Letzte Änderung: 09 Okt 2024 17:09 von Noeyms.
Der Administrator hat öffentliche Schreibrechte deaktiviert.
Folgende Benutzer bedankten sich: urolly, Logi, Daxiang, CoM, Enilorac65, Dandelion, chrischris, Wini, JohannaHen, Makalani
|
|
17. April 2024
Am Morgen stehen wir um 6:30 Uhr auf. Heute fahren wir für 2 Tage in die Wildnis nach Savuti! Kein Wlan, keine Shops, keine Tankstellen, die Campsite mitten im Chobe-Nationalpark sein, uneingezäunt. Wir freuen uns sehr auf dieses Abenteuer Kurze Zeit später brechen auch wir auf - Bargeld abheben, den Rest Einkaufen, Reifendruck nochmals prüfen. Am Sedudu Gate, das sich nur wenige Kilometer von Kasane befindet, kaufen wir bereits die Permits für den Chobe-Nationalpark. Das funktioniert auch bei diesem Gate super per Kreditkarte, obwohl uns mehrfach gesagt wurde, dass man diese Eintritte nur bar bezahlen könne. Dann geht es zuerst etwas über eine Stunde auf einer Teerstrasse nach Kachikau. Das ist das letzte Dorf, bevor die Strecke unbefestigt wird und es keine wirklich bewohnten Gebiete mehr gibt. Hier wollen wir unseren Reifendruck mindern, denn wir wissen, dass nun eine lange Strecke auf Tiefsand folgt. Unser Kompressor ist jedoch immer noch genau gleich ungenau und wir können den Druck kaum vernünftig überprüfen... Also zählt: Handgelenk mal Pi! Etwas Bammel haben wir schon vor der Strecke, gleichzeitig sind wir absolut ready für dieses Fahr-Abenteuer! Spätestens, als wir noch andere Touris vor uns in den Tiefsand losfahren sehen, fühlen wir uns sicher. Es geht los - nach kurzer Zeit kommt bereits ein starker Anstieg, mitten im Tiefsand. Es holpert wie verrückt, doch Elias und Lukas haben unsere Fahrzeuge super im Griff. Es macht sogar Spass, die herausfordernde Strecke zu fahren - ein kleiner 'Jungen-Traum', wie die beiden sagen Die Fahrt zieht sich dennoch - nach knappen 1.5 Stunden kommen wir endlich beim Ghoha-Gate an, wo wir die bereits gekauften Permits vorzeigen. Wir fragen beim Gate noch, wo wir am besten durchfahren sollen - sie meinen, man solle bei der nächsten Verzweigung besser den Weg rechts nehmen (direkt am Savuti Airstrip vorbei), der sei aktuell besser. Nun gehts also nochmals 20km weiter bis zum Camp. Die Strasse ist am Anfang wirklich gut zu befahren, doch je weiter wir kommen, desto mehr und grössere Wasser- bzw. Schlammlöcher müssen wir durchqueren. Wir fahren kontrolliert und stetig durch die Löcher, wie wir es aus verschiedenen Videos gelernt hatten, das klappt auch prima. Plötzlich sehen wir vor uns eine Herde Elefanten direkt neben der Strasse, und gleichzeitig hat es ein grösseres Schlammloch, das zu durchqueren ist. So nahe bei einer Elefantenherde aussteigen und schauen, wie tief das Loch ist, ist keine Option. Einen kurzen Moment später fahren uns zum Glück zwei Fahrzeuge entgegen und wir sehen, dass sie das Loch ohne Probleme durchqueren. Inzwischen hat sich die Herde auch etwas weiter von der Strasse entfernt. Also fassen wir Mut und fahren an derselben Stelle wie die anderen Fahrzeuge durch. Das Loch ist wirklich sehr tief, zum ersten Mal sinken wir richtig ein - ein kleiner Schock. Nun ist's aber überstanden und die Wasserlöcher werden wieder kleiner. Am Savuti-Gate kommen wir um ca. 14 Uhr endlich an und fahren erstmal auf unsere Campsite. Es wird uns geraten, nach Sonnenuntergang ein Feuer zu machen, um die wilden Tiere fern zu halten. Herumspazieren sei ausserdem streng verboten. Das werden wir noch so gern einhalten, wir wollen schliesslich nicht von einem Tier überrascht werden Unsere Campsite (RSV3) liegt wunderschön unter einem grossen, schattigen Baum und gleich in der Nähe des Ablution-Blocks. Wir formen mit unseren Autos, wie wir es zuvor besprochen hatten, ein grosses L. So können wir die Lage auch im Dunkeln gut beobachten. Wir können es kaum glauben, endlich angekommen zu sein, hier in Savuti, mitten im Nirgendwo! Die Strecke war besser machbar als erwartet, dennoch sehr anstrengend und ermüdend. Wir sind auf jeden Fall froh, dass wir so früh losgefahren sind. Wir kochen uns einen Kaffee und spielen eine Runde 'Tichu'. Danach gehts noch auf einen stündigen Gamedrive rund um die Campsite. Wir sehen nicht wirklich viel... Deshalb kehren wir bald zurück zum Camp. Wir kochen ein Tomatenrisotto und gönnen uns eine Flasche Wein - um 21 Uhr gehen wir in unsere Dachzelte, unser Feuer lassen wir noch etwas brennen. |
|
Der Administrator hat öffentliche Schreibrechte deaktiviert.
Folgende Benutzer bedankten sich: Hanne, urolly, Daxiang, Grosi, Sadie, TinuHH, CoM, Enilorac65, Dandelion, chrischris und weitere 3
|
|
18. April 2024
Die Nacht war eher unruhig - ich bin von den verschiedensten Tiergeräuschen immer wieder aufgewacht. Kurz vor 5 Uhr morgens wurden wir von Löwengebrüll geweckt. Schwierig einzuschätzen, aus welcher Entfernung das Gebrüll kam, es kommt uns aber ziemlich nahe vor. Das macht einem schon ziemlich Eindruck, schliesslich sind wir hier in einem uneingezäunten Camp! Kurz vor Sonnenaufgang stehen wir auf - wir entdecken im Sand Spuren von einem Tier, es sieht nach irgendwelchen Tatzen aus... Wir steigen für einen Morgen-Gamedrive zu viert in eines unserer Autos. Wir haben gehört, dass es in Savuti besonders viele Raubkatzen geben soll, dies ist auch einer der Gründe, weshalb wir überhaupt hierher gefahren sind. Also los geht's, wir wollen diese Löwen finden! Nach kurzer Zeit sehen wir zwei Schakale, die mitten auf der Strasse noch friedlich schlafen. Durch uns werden sie geweckt und trotten davon. Wir fahren von Wasserloch zu Wasserloch, doch überall herrscht nur gähnende Leere. Auf einem der Wege steht plötzlich wie aus dem Nichts ein Elefant vor uns. Wegen dem morgendlichen Gegenlicht hat ihn niemand von uns vorher gesehen Weil unsere Stimmung unterdessen immer schlechter wird, fahren wir um 10 Uhr zurück auf die Campsite. Wir essen ein ausgiebiges Frühstück, dann gehts allen schon viel besser Um 15 Uhr machen wir uns erneut auf für einen Gamedrive - kann ja nicht sein, dass wir ohne einen einzigen Löwen von hier wegkommen Wir fahren weiter und weiter und sehen einfach keine Raubkatzen. Enttäuscht fahren wir kurz vor Sonnenuntergang zurück ins Camp. Wir treffen noch andere Schweizer - auch sie haben keine Katzen gesehen. Immerhin liegt's nicht an uns Wir fragen uns: Hat sich die Fahrt hierher überhaupt gelohnt? Fürs Abenteuer der wilden Sandfahrten und erste richtige 4x4 Erfahrung: absolut. Für das Gefühl des absoluten auf sich alleine gestellt sein und kilometerweite Entfernung zur Zivilisation: absolut!! Landschaftlich: ebenfalls toll! Für Löwensichtungen: Null Prozent Als wir ins Zelt aufbrechen wollen, höre ich im Gebüsch plötzlich ein Rascheln. Mit unserer grossen Taschenlampe zünde ich direkt in die Augen eines: Schakals! Er gräbt nach irgendetwas in einem Sandloch und verschwindet dann in den Büschen, wir in unseren Zelten. |
|
Letzte Änderung: 10 Okt 2024 12:10 von Noeyms.
Der Administrator hat öffentliche Schreibrechte deaktiviert.
Folgende Benutzer bedankten sich: urolly, Sue.ch, Daxiang, Sadie, TinuHH, CoM, Enilorac65, Dandelion, chrischris, Wini und weitere 2
|