THEMA: Zwei Warmduscher auf Camping-Reise in Botswana
24 Jan 2022 11:33 #635411
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16. November 2021 - Pleiten, Pech und Autopannen Teil 1
Boteti River Camp, Makgadikgadi National Park - Baines Baobab, Nxai Pan

Auch heute gehen wir gut ausgeschlafen um 7 Uhr zum Frühstück und verabschieden uns von dem netten deutsch/schweizer Paar. Wir fahren zeitig nach dem Frühstück los Richtung Nxai Pan. Wir fahren nicht durch den Makgadikgadi Nationalpark, sondern außen herum, da wir hier auf Asphalt fahren können und das wesentlich schneller geht. Außerdem haben wir für heute kein Permit mehr und müssten das erst mal am Gate kaufen.

Wir kommen nach einer relativ kurzen Fahrt am Nxai Pan Gate an, wo ich im Office die Formalitäten erledige. Leider hatten wir den Camping-Voucher im Auto vergessen, sodass Martin noch mal zurückgeht. Leider kommt er mit keinen guten Nachrichten zurück - ein Reifen zischt so dermaßen laut, dass es keinen Zweifel gibt: der ist hinüber. :unsure: Einerseits: wie scheiße ist das denn bitte? Andererseits: wie viel Glück haben wir bitte, dass es ausgerechnet hier am Gate passiert. Martin fragt, ob er sich direkt unter das Gate stellen darf zum Reifenwechsel, da dies die einzige Ecke mit Schatten ist. Und bei der Bullenhitze ist das nicht ganz unwichtig. Dürfen wir zum Glück. Ich bin nun zum ersten Mal (aber nicht zum letzten Mal!) richtig froh, dass wir bei der Übergabe die Demos der einzelnen Gerätschaften am Auto mitgefilmt habe. Denn, Trommelwirbel an dieser Stelle, wir hatten in all den Jahren, die wir nun schon zusammen reisen, noch nie einen platten Reifen! Wir sind nicht nur in Afrika, auch in Nordamerika schon werweißwieviele Kilometer auf den unterschiedlichsten Strecken ohne Asphalt gefahren, darunter auch schon Strecken, die als “Reifenkiller” galten - noch nie hatten wir einen Platten. B) Aber irgendwann ist immer das erste Mal! Hieß aber auch im Umkehrschluss: wir hatten entsprechend null Erfahrung (auch zuhause noch nie einen Platten gehabt) und mussten erst mal Videos gucken. :silly:

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Bushlore sagte bei der Übergabe, dass man den Highjack fürs Reifenwechseln nicht nutzen solle, da viel zu gefährlich. Lieber den normalen Wagenheber nehmen. Und da wir hier auf gepflastertem Untergrund standen, sprach natürlich auch nichts dagegen. Erst mal mussten wir herausfinden, wie man die blöde Plastikabdeckung abbekommt, die auf den Radmuttern steckte. Antwort nach 15 Minuten erfolglosen Versuchen: mit roher Gewalt! :lol: Das Teil wird nämlich nur aufgesteckt. Muss man auch erst mal wissen. Bis das erledigt war, war der Reifendruck so gering, dass wir den Wagenheber nicht mehr positionieren konnten. Also wieder Reifen mit Kompressor aufpumpen. Mittlerweile erregten wir wohl das Mitleid der Männer des Office und man fragte, ob wir Hilfe brauchen. :blush: War wohl recht offensichtlich. Die hatten das wohl schon unzählige Male gemacht und waren entsprechend routiniert. Ersatzreifen 1 von 2 wurde also aufmontiert. Im kaputten Reifen steckte übrigens ein dickes Metallteil (das Foto habe ich erst später gemacht).

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Kann man definitiv nicht mehr reparieren, da zu groß. Wir passten dann noch den Reifendruck auf allen 4 Rädern an, da es ab jetzt richtig tiefsandig werden sollte. Am Gate wurde uns noch gesagt, welche Strecke wir fahren sollen und welche bitte nicht. Wir sollten die westliche (also die linke auf der Karte) Route fahren, da die östliche noch viel tiefsandiger ist. Wir müssen schon sagen: selbst die westliche war schon sowas von extrem tiefsandig, da will ich die andere gar nicht erleben. :woohoo: Die Aktion des Reifenwechsels hat so etwa 45 Minuten gedauert und natürlich bekommen die Jungs ein Trinkgeld für ihre Hilfe. Ohne sie hätten wir deutlich länger gebraucht.

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Am Gate unterhalten wir uns kurz mit zwei Deutschen. Sie boten uns Hilfe beim Reifenwechsel an, aber da sie in der Hinsicht genauso jungfräulich waren wie wir, hätten wir sie nur unnötig aufgehalten. Wir sollten uns aber später noch mal bei Baines Baobabs treffen und einen schönen Abend miteinander verbringen. :)

Wir graben uns also durch den Tiefsand in nördlicher Richtung hoch zum Wasserloch. Die Fahrt dauert vom Gate aus so ca. 40 Minuten. Unterwegs sehen wir praktisch nichts. Am Wasserloch sollten aber eigentlich bei jedem Besuch Elefanten sehen.

Nxai Pan National Park, Botswana by Nadine, auf Flickr

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Auch ein Sekretär kam zum Wasserloch.

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Weiter geht's im 2. Teil ...
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24 Jan 2022 11:44 #635413
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16. November 2021 - Pleiten, Pech und Autopannen Teil 2
Boteti River Camp, Makgadikgadi National Park - Baines Baobab, Nxai Pan

Bei den Elefanten war es ein ständiges Kommen und Gehen.

Nxai Pan National Park, Botswana by Nadine, auf Flickr

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Auch zwei Geier und ein Strauß waren da.

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Auf dem Rückweg halten wir beim erstaunlich gut ausgestatteten Tuck Shop und decken uns mit Getränken ein. Dort treffen wir auch das nette deutsche Paar wieder und wir verabreden uns auf unserer Campsite für den Abend.

Wir fahren dann zur Campsite - die Anfahrt zieht sich schon ordentlich in die Länge, zumal wir kein Tier sehen.

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In der Ferne bahnt sich schon das nächste Gewitter an.

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Die Baobabs sind wunderschön!

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Wir haben die Campsite Nummer 2, die wir erst mal kräftig suchen müssen. Wir können gar nicht glauben, wie weit der Weg noch mal von den Baines Baobabs ist! :huh: Irgendwann glauben wir sogar, dass wir komplett falsch sein müssen, aber hin und wieder gab’s mal ein Schild und Mapsme zeigte die Campsites 2 und 3 tatsächlich noch mal einige Kilometer von den Baines Baobabs entfernt an. Der Blick auf die Pan war schon mal ziemlich beeindruckend!

Irgendwann war die Campsite dann gefunden. Sie war einfach traumhaft! :)

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Da die Eimerdusche sich bei Sunday Pan als Wasserverschwendung erwies, greifen wir lieber auf die Buschdusche zurück. Learning of the day: 1 ½ Liter Wasser reichen zum Duschen ohne Haare. :ohmy: Der Wahnsinn, oder?

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Der Blick war einfach der Hammer!

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Wir setzen uns erst mal mit den Campingstühlen unter einen der Baobabs und genießen das Ambiente.

Dann fangen wir an zu kochen (“Das Fleisch muss weg!”) und braten das Gulasch durch, damit wir es möglichst morgen noch essen können. War ja mittlerweile auch schon 4 Tage alt und der Kühlschrank ist doch deutlich wärmer, als man das von zuhause gewohnt ist.

Irgendwann in der Dämmerung kommen sie dann, die Bienen. Sie müssen ihren Stock wohl in einem der Baobabs haben und es werden Hunderte … :blink: Ich hab echt wenig Probleme mit Tieren, denen man in der Natur so begegnet, aber Bienen, Schmetterlinge und Falter bringen mich zur Weißglut. Ich hab da echt große Angst vor und diese wirre Umherflattern macht mich wahnsinnig. Entsprechend geht die Laune in den Keller. Vor allem, als dann irgendwann ein Dutzend Bienen an mir klebt (sie mögen wohl Schweiß) und in sämtliche Kleidungsritzen kriechen möchten, ist nur noch Panikmodus. Ich sprühe mich überall mit Deet ein, was die Viecher für ungefähr 5 Minuten in Schach hält. Gerade, als ich angefressen ins Auto gehen will und dort einfach nur die Dunkelheit abwarten will, kommt der Besuch. Die müssen in dem Moment echt gedacht haben, dass ich komplett meschugge bin. :whistle: Wegen so ein paar Bienchen so auszurasten ist mir mehr als peinlich, aber gegen seine Phobien kann man wohl wenig tun. Die Bienen belagern uns noch einige Minuten, aber zum Glück verschwinden sie pünktlich zum Sonnenuntergang und wir können den Gin Tonic schon wesentlich ruhiger genießen. Wenn die Bienen nicht wären, würde ich jederzeit wieder hier campen wollen. So muss ich sagen, dass ich keine Nacht mehr dort verbringen würde. Auf der Campsite 1 oder 3 mag das anders aussehen, keine Ahnung, ob da Bienen sind.

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Baobab im Mondschein:

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Gegen 21 Uhr kriechen wir ins Zelt. Die Ruhe währt nicht lange, dann geht das Gewitter los … Und zwar nicht zu knapp! :evil: Es zieht so schwerer Wind auf, dass wir kurz befürchten, dass das Zelt gleich wegfliegt.


Fazit des Tages: Platten gehabt, nette Menschen kennengelernt und gegen Killerbienen gekämpft. Der Sturm im Zelt setzte dem Tag das i-Tüpfelchen auf. Ob das Wetter wohl mal besser wird?

Fazit Baines Baobab: Campsite 2 ist wunderschön (ich vermute mal stark, dass 1 und 3 dem in Nichts nachstehen), toller Blick auf die Pan, wunderbar einsam. Mit Plumpsklo und Bucket Shower. Wenn die Bienen nicht wären, würde ich jederzeit wiederkommen wollen.
Letzte Änderung: 24 Jan 2022 11:45 von Nadine3112.
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24 Jan 2022 12:36 #635418
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Hi,
danke für den wieder sehr unterhaltsamen Bericht und die tollen Bilder!

Da haben wir fast das gleiche erlebt, nur in etwas anderer Reihenfolge. Wir zuerst Baines, dann Wasserloch am South-Gate, dann Platten. Wobei unser Platten auf der tiefsandigen Hauptpiste Richtung Gate passierte.

Das mit den Bienen hat Robin in seinem 2018'er Bericht auch erzählt! Weiß gerade nicht, ob das damals auch auf der #2 war. Wir haben uns #1 ausgesucht, und da war Ruhe, was aber auch daran liegen kann, dass wir zwei Monaten vor Euch da waren. In der Regenzeit sind die Tiefflieger vielleicht aktiver als in der Trockenheit.

Freue mich auf die Fortsetzung!

Herzliche Grüße
Martin
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TinuHH schrieb:
Da haben wir fast das gleiche erlebt, nur in etwas anderer Reihenfolge. Wir zuerst Baines, dann Wasserloch am South-Gate, dann Platten. Wobei unser Platten auf der tiefsandigen Hauptpiste Richtung Gate passierte.

Da bin ich gespannt, was bei euch der Grund für den Platten war. :ohmy:
TinuHH schrieb:
Das mit den Bienen hat Robin in seinem 2018'er Bericht auch erzählt! Weiß gerade nicht, ob das damals auch auf der #2 war. Wir haben uns #1 ausgesucht, und da war Ruhe, was aber auch daran liegen kann, dass wir zwei Monaten vor Euch da waren. In der Regenzeit sind die Tiefflieger vielleicht aktiver als in der Trockenheit.
Später hatte ich tatsächlich das Gefühl, dass ich das schon mal irgendwo gelesen hatte ... Dann war's vermutlich Robins Bericht. Vermutlich hatte ich dem Ganzen keine große Aufmerkesamkeit geschenkt, weil sich so Gegebenheiten auch mal schnell ändern können. Aber die Bienen scheinen wohl sesshaft zu sein. :laugh:
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24 Jan 2022 16:33 #635429
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Die Bienen auf der #2 hatten wir 2018 tatsächlich auch. Genau wie ihr das beschreibt. Hunderte, an jedem Tropfen Nass interessiert und mit Sonnenuntergang waren sie weg.

Fanden wir auch unentspannt genug, dass wir seinerzeit eine zusätzliche Runde gedreht hatten und dann erst zurück sind zur Campsite. Das war Ende Mitte September.


Gruß,
Robin
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24 Jan 2022 19:30 #635446
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  • hansilein am 24 Jan 2022 19:30
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Hallo Nadine,ich oute mich mal als amüsierter Mitleser,obwohl wir gerne campen finde ich es total witzig wie unterschiedlich doch die Erlebnisse sind.Wir waren im Novemder 2019 zum teil auf identischen Plätzen,im GKCR hatten wir besonders viele Löwensichtungen,und bei Baines Baobab ebenfalls Camp Nummer 2 keine Bienen,ob die wussten daß wir aus Köln sind und uns am11.11. nicht stören wollten?
Es war dort so traumhaft schön wie an kaum einem anderen Platz

Bin schon gespannt was Du noch so alles zu erzählen hast,Dein Schreibstil ist jedenfalls köstlich,danke schon mal für die gute Unterhaltung
LG
Letzte Änderung: 25 Jan 2022 14:36 von hansilein.
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