THEMA: Wo ein Wille ist, ist oft KEIN Weg! | Botswana '21
20 Jan 2022 18:18 #635084
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panther schrieb:
Und wenn ich das richtig sehe mit einer Olympus Ausrüstung. Top!
Wir sind gespannt auf weitere Erlebnisse.
Gruß
Ralf + Martina

Oha, richtig gesehen. Vermute ich hier richtig, dass ihr Markenkollegen seid?

Koalaxl schrieb:
Versüßt uns jetzt die Wartezeit in Johannesburg auf unseren Rückflug nach 4Wochen KTP.

Willkommen zurück und willkommen an Bord. Schauen wir mal was 2022 so bringt. Anfragen sind raus, aber keiner meldet sich. Nach 2 tagen bin ich doch sofort ungeduldig! :laugh: ;)

Katma1722 schrieb:
:laugh: :laugh: :laugh: Ich liebe euer "wanted" Plakat! Und Sherlock Robin auf Pirsch ist besser als "Nord Nord Mord"! B)
Kathrin

Hallo Kathrin,

perfekt. "Nord Nord Mord" habe ich schon geschafft, ich muss mir was einfallen lassen um mich vor's "Großstadtrevier" zu schieben. :silly:




Ich schreib' jetzt mal fix, der Campsite Übergang ist schnell erzählt.


Gruß,
Robin
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20 Jan 2022 19:59 #635101
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Einmal von hier, bis ZU WEIT WEG!

Wir verlassen die Campsite und richten uns gen Osten. DIe Fahrtstrecke soll heute bis CKWIL7 gehen. Das ist eine Ausweichcampsite ohne Ablutions im Deception Valley gelegen. Gute 90km Strecke liegen jetzt vor uns.


Hier die genauere Ansicht der Route

Um 11:30 Uhr geht es los und wir werden von "unserem" Oryx und den hier oft angetroffenen Flycatchern verabschiedet. Der Weg geht anfangs noch ganz gut voran, auf das hohe Gras folgt eine eher karge Fläche, die sehr gut zu fahren ist. Das trügt allerdings etwas, denn diese Beschaffenheit des Weges hält nur für wenige Kilometer an. Danach hat uns die gelbe Blüte der Kalahari wieder eingefangen. Dem könnten wir deutlich mehr Schönes abgewinnen, wenn diese Blüten nicht an fisen Dornenbüschen hängen würden. :pinch:


Sabota Lark | Sabotalerche






Marico Flycatcher



Es hätte so schön sein können!



vs. So schön war es dann...



Zwischen den Bäumen und Büschen verstecken sich immer mal wieder ein paar Oryx, ein Blick zum Boden zeigt, dass die Buschkletterer vom Vortag auch auf dem Boden oft genug unterwegs sind. Es gibt nicht gerade das, was man viele Highlights nennen würde, anderseits lieben wir auch alles was Hörnchen sind und im Gegensatz zum Moremi, wo wir immer nach Baumhörnchen schauen, können wir hier Erdhörnchen beobachten. Näher dran waren wir an Erdmännchen noch nie, deswegen sind die quasi unser Ersatz dafür.

Zwei wechseln sich nahe des Weges ab mit aufpassen, fressen und buddeln. Zu süß, da können wir herrlich Zeit vertrödeln. :cheer:





Agame aculeata | Stachelagame



Ground Squirrel - Erdhörnchen


















Wir fahren weiter... und weiter. Dann schleichen wir noch ein Stück weiter durch die Dornenbüsche und danach fahren wir weiter. Nachdem wir also weitergefahren sind, fahren wir weiter und wir wundern uns...

Wie verdammt lange dauert das denn, bis wir endlich mal Campsite #2 erreichen? :dry:

Zwei ganze Stunden lang dauert das und nein, soooo ewig haben wir jetzt auch nicht bei den Hörnchen gestanden, aber wenn man immer nur mit 10-15 km/h vorankommt, wundert man sich doch, wie viel Zeit draufgeht an so einem Tag. Eine Doppelseite Tinkers in der Zentralkalahari entspricht eben nicht anderen Karten die wir kennen. Alles zieht sich viel länger hin. Wir ahnen schon, dass wir uns ganz fürchterlich verschätzen könnten heute.

Endlich sehen wir das Schild zur #2 und Zeit hin oder her, schauen wir uns die Campsite an. Zum Ersten wollen wir uns einen Überblick verschaffen, für ein Wiederkommen, zum Zweiten brauchen wir immer noch dringend Holz und unterwegs ließ sich mal wieder nur sehr wenig finden.

Die Campsite finden wir sehr schön. Zwar zwischen Büschen gelegen, aber Richtung Valley öffnet sich der Blick und man hat eine tolle Weitsicht über die Ebene. Hier könnte es uns sehr gefallen. Gefallen finden wir auch an etwas Brauchholz eines toten Baumes der ein paar Schritte entfernt der Campsite im Gebüsch liegt. Hier wurde schon das ein oder andere Stück mit glattem Schnitt einer Säge entfernt. Solches Werkzeug haben wir nicht dabei, es reicht also abermals nur für das, was sich per Hand entfernen und später mit Axt in die richtige Länge zerteilen lässt. Nicht viel, schweißtreibend, aber es muss reichen. Sobald wir irgendwo Holz finden, laden wir uns die Karre bis zur Decke voll. So viel steht schonmal fest! :S


Northern Black Korhan | Weißflügeltrappe



Black-backed Jakal | Schabrackenschakal









Auf der Campsite selber liegt ein sehr schmückender und verblichener Baumstumpf, anscheinend ein Mehrfamilienbaum für Agamen. Ich erwische nur eine halbwegs, sobald ich mich mit der Kamera nähere sind sie weg.

Daneben steht ein Baum in voller Blüte. In Bäume bestimmen bin ich noch schlechter als bei kleinen Vögeln, aber in diesem hier springt einer rum, von Blüte zu Blüte und ich denke zuerst, er würde sich am Nektar laben. Weit gefehlt, er hat es auf die Insekten abgesehen, die sich in den Blüten verstecken und pickt sich satt. Bei jeder Zweiten holt er irgendeinen kleinen Käfer oder Fliege aus den Blättern. Ich glaube ich liege mal richtig... für den habe ich sehr lange gesucht um ihn zu bestimmen. :unsure:


Black-chested Prinia | Brustbandprinie (non breeding)






Agame aculeata - Stachelagame



Unser Weg der vor uns liegt, ist ein wenig wie der, der gerade hinter uns liegt, um ehrlich zu sein... er ist genauso. Stachelig, weit und es geht quälend langsam voran. Wir bleiben noch viel weniger stehen, wir sehen aber auch weniger. Eine Riesentrappe hier, mal ein Vögelchen dort. Eine schöne Sichtung sind vier junge Oryx, die sich im Schatten eines Baumes verstecken, junge Oryx haben wir noch nie gesehen. :woohoo:

Wir ziehen die Strecke bis zur Campsite #1 jetzt durch und wieder dasselbe Spiel. Mal kurz schauen, nach Holz suchen und für uns entscheiden, dass diese Campsite uns am wenigstens zusagt. Sie liegt eigentlich vielversprechend, da man erstmal ein Stück den Hügel hochfährt, aber leider hat man keinerlei Sicht und alles ist eher eng. Sagt uns nicht zu und hier würden wir uns wohl eher nicht allzu wohl fühlen.


Kori Bustard | Riesentrappe






Swallow-tailed Bee-eater | Schwalbenschwanzspint









Der nächste Abschnitt bricht unserer Zeitplanung das Genick. 12,5 km sollen es sein, anscheinend ein Kartenfehler, wir sind deutlich über zwanzig Kilometer unterwegs und es bleibt buschig und kratzig für den Lack. Daran ändert sich auch nichts, bis wir den Leopard Loop erreichen, erst dann wird die Strecke immer mal wieder etwas besser und es wechseln sich Passagen mit und ohne Büschen mehr ab, so schafft man etwas mehr Strecke.


Black-backed Jakal | Schabrackenschakal



Ein besonders schönes Exemplar für meine Sammlung "Afrika von Hinte(r)n" :blush: :silly:



Wenn mal Tiere, dann war das hier eine recht typische Sichtung. Springbock hinter Büschen.





Das nächste Bild hat uns sehr genervt, als der Protagonist darauf. Ein völlig beklopptes Perlhuhn wollte einfach nicht die Pad verlassen. Maras Kommentar dazu... es kam mir vor wie 25 Minuten, vielleicht waren es auch nur 8. Gefühlt eine Ewigkeit. Das unterschreibe ich. Sanftes ranbschleunigen, kein Effekt. Auf die Seite des Autos schlagen, kein Effekt. Etwas Abstand lassen und dann mal voll beschleunigen... KEIN EFFEKT :angry:

Wir wollen ja keinem was zu Leide tun und so schleichen wir mit einem PS = eine Perlhuhnstärke hinter dem dummen Vieh hinterher. Man sieht es ja auch nie, sobald man zu nah dran ist und weiß nicht ob es Anstalten macht auszuweichen. Jedes Mal, wenn wir ab diesem Zeitpunkt Perlhühner sehen halten wir erstmal voll drauf, damit die schnell zur Seite springen, bevor sie sich einmal festgelaufen haben. :silly: :pinch:


Helmeted Guineafowl | Helmperlhuhn









Das Licht wird schon länger und endlich kommt das Wasserloch der Sunday Pan ins Sichtfeld. Wir hätten immer noch fast 40km Wegstrecke vor uns, vollkommen unrealsitisch das heute noch zu schaffen. Da wir morgen sowieso die Campsite #2 an der Sunday Pan hätten, versuchen wir hier unser Glück und parken unseren Wagen in der Nähe eines der Fahrzeuge, die rund um's Wasserloch stehen. Immerhin vier andere Camper stehen hier verteilt rum, bis hierhin haben wir nur ein Fahrzeug im Park gesehen. Fast schon überfüllt hier. ;)

Wir sprechen die beiden im anderen Fahrzeug an und gestehen uns innerhalb der Unterhaltung zum ersten mal auf dieser Reise ein:

Wo ein Wille ist, ist oft KEIN Weg!


DIe beiden sind aber und reagieren auch mehr als freundlich. Sie kennen die Gegend und wundern sich nicht, dass wir die Streckenlänge so sehr unterschätzt haben. Wir fragen auf welcher Campsite sie stehen, es ist die #1 und die beiden haben sich auch die #2 angeschaut heute, da war niemand vor einer Stunde noch und sie glauben auch nicht, dass noch jemand kommt heute. (die kannten nicht solche Leute wie euch @ Nadine) :P

Wir bedanken uns für die Infos und verabschieden uns, um auch die anderen Leute am Wasserloch zu fragen.

"Das könnt ihr euch sparen, wir gehören alle zusammen und stehen alle auf der #1" :woohoo:

Perfekt. Wir verlassen das Wasserloch und fahren den Hügel hoch um einmal eine Runde über die #3 und #4 zu drehen, komischerweise sind beide belegt und die Leute nicht unten am Wasserloch, obwohl die Campsites mit Abstand am nähesten dran liegen. Von einer Campsite erhalten wir eine Einladung doch zu bleiben, als sie hören, dass wir evtl. drauf zurückkommen und dann Fleisch und Gin anbieten können, gegen den Standplatz und einen Platz am Feuer, versuchen sie uns direkt zum Bleiben zu überreden. :lol:

Hätten wir sicher auch gerne gemacht, aber da noch genug Zeit bleibt um bei unserer Campsite der nächsten Nacht zu schauen, machen wir das auch. Es wäre schon schön, dann zwei Nächte nacheinander an einem Ort zu haben.





Die Campsite ist wie erhofft frei, mal abgesehen von dem Baum voller Webervogelnester und auch dessen Bewohner beäugen uns, als wir so spät noch ankommen. Unsere Abläufe stehen zum Glück ganz gut und wir haben auch kein Problem damit, wenn wir im Dunkeln erst anfangen zu kochen.

1. Stellplatz aussuchen
2. Mara baut die Tische und Stühle auf und legt das Feuerholz parat
3. währenddessen baue ich das Zelt auf
4. und mache dann das Feuer an
5. Mara befüllt erstmal einen Sundowner
6. und legt schon mal Zutaten für das Abendessen zurecht
7. nach einem Sundwoner platziere ich unsere Camplampen taktisch als äußeren Lichtkreis
8. und dann wird sich für den Abend eingerichtet...


White-browed Sparrow-Weaver | Mahaliweber



18:29 Uhr steht dann alles soweit :)






9. ... und irgendwann, mitten im Dunkeln, mit einer dieser kleinen Lampen vom Bild oben im Gepäck, geht es unter die Dusche, die heute bitter nötig ist, bevor es ins Zelt geht. :laugh:


Wir setzen uns noch ans Feuer, einen Wein offen, lauschen in die Nacht und heute Abend schreiben wir auch endlich die ersten Zeilen in unser Tagebuch.

Was war das??! :dry:

Mara hat irgendwas gehört, da ist gerade was durch's Camp geflogen. Wir schauen uns um und als sich die Augen, weggedreht vom Feuer, ein wenig an die Dunkelheit gewöhnt haben, sehen wir eine Silhouette auf unserer Kloschnecke sitzen.

Eine Eule :woohoo: , um genau zu sein, eine Kloeule! :silly: :P

Wir taufen sie so, weil sie zuverlässig sich häufiger an diesem Abend, ihren Platz genau dort aussucht, warum auch immer. Die Duschschnecke hätte es doch auch getan. Im Wissen, dass wir einen Wächter haben, der des Nachts, ein waches Auge auf uns hat, können wir uns langsam ins Zelt verabschieden und ruhig dahinschlummern.


Spotted Eagle-Owl | Fleckenuhu



Gruß,
Robin


PS. die tatsächliche Route des heutigen Tages sah dann so aus ;)
Letzte Änderung: 24 Jan 2022 19:17 von Blende18.2.
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20 Jan 2022 23:38 #635114
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Jedes Mal, wenn wir ab diesem Zeitpunkt Perlhühner sehen halten wir erstmal voll drauf, damit die schnell zur Seite springen, bevor sie sich einmal festgelaufen haben. :silly: :pinch:
….mmmh….Perlhuhnbrüstchen….lecker!
Gruß
Friederike
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21 Jan 2022 08:48 #635128
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  • panther am 21 Jan 2022 08:48
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@Robin
Bisher waren wir in Afrika mit Canon unterwegs. Dieses Jahr dann das erste Mal komplett mit Olympus/OMDS B)
Gruß
Ralf
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21 Jan 2022 09:35 #635131
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  • Daxiang am 21 Jan 2022 09:35
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Ich habe das Bild hier "evtl. Lerche?" genannt


Hi Robin,
das könnte evtl. eine Baumklapperlerche sein - die gibt es in verschiedenen Farbmorphen. Ganz sicher bin ich mir aber nicht.

Liebe Grüße
Konni
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Letzte Änderung: 21 Jan 2022 09:36 von Daxiang. Begründung: Bild eingefügt
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21 Jan 2022 09:46 #635134
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Hi Robin,

jaja, die Perlhühner im CKGR...
Bin fast sicher, dass die von DWNP als (selbstverständlich nicht zu überfahrende!!!) natürliche Bremshügel beschäftigt sind. :)
Gruß Gina
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