THEMA: weitglücklich in Botswana 2021
11 Okt 2021 18:17 #627939
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Hallo an Jenny und Thomas. Ich habe jetzt euren Text zu den „Buschleuten“, Basarwa, San oder was immer gerade pc ist*, mehrfach gelesen und gebe nun doch meinen Senf dazu, weil nämlich euer Text praktisch nur aus Textbausteinen von SI besteht, die und das ja mehrfach verlinkt sind. Dabei begebt ihr euch nämlich (wohl unbewusst) auf dünnes Eis, weil euer Urlaub in Botswana und insbesondere in der Zentralkalahari im Widerspruch zu Anliegen, Strategie und Aufruf von SI stehen. Denn die basieren auf Boykott von Botswana und lautet: "Our message to all conscientious travelers? Holiday elsewhere until this horrific abuse ends." SI und Urlaub in Botswana gehen also nicht zusammen, genauso wenig wie Antiapartheidbewegung und Verzehr von Outspan-Orangen nicht zusammen gingen. Der Boykottaufruf auf der SI-website ist auch textlich noch da, aber deaktiviert, was immer das jetzt heißen soll :unsure: .
Aber der Reihe nach.
Schon die Protektoratsverwaltung hat 1963 die Zentralkalahari als exklusiven (!) Lebensraum für die San reserviert (!). Dadurch erhielten die San quasi „Stammesland“, so wie andere Batswanastämme. MW. wurde das nie widerrufen oder geändert, sondern von den Regierungen ab den 1980ern einfach ignoriert und ausgehöhlt. Obige Landwidmung (die auch Tourismus ausschloss) ist die Grundlage für die späteren und heutigen Ansprüche der San. Davon war aber später keine Rede mehr, denn die Kalahari war durch Diamantenvorkommen und Tourismus wirtschaftlich bedeutsam geworden, jetzt störten die San plötzlich und man begann sie hinaus zu schikanieren. Hauptsächlich mit dem Argument, dass ein Game Reserve (also auch Tourismus) und Jagd unvereinbar seien, zumal die San ja auch die Vorteile der „nicht traditonellen“ Jagd entdeckt hatten und auch eigene Quoten an PHs verkauften. Einige gingen dagegen mit Erfolg vor Gericht und 2006 entschied der Oberste Gerichtshof für die San bzw. gegen die Regierung: „…are in lawful POSSESSION of the CKGR…“ und ihre Ausweisung durch die Regierung somit „unlawful“, was aber trotzdem ignoriert wurde und man versucht es nun mit Jagdverbot (ab 2014 dann landesweit) und anderen Schikanen. Dieser ganze (Rechts-)Prozess und Erfolg wurde von SI begleitet, unterstützt bzw. überhaupt erst ermöglicht. Und ein, wenn nicht das, Mittel zum (teilweisen) Einlenken der Khamas waren Aufruf und Lobbying für einen totalen Tourismusboykott von Botswana durch SI und andere NGOs. Und das wirkte zunächst tatsächlich, denn pc Reiseveranstalter in den USA haben Safariangebote in die Kalahari oder generell aus dem Programm genommen. Das schmerzte Khama und Konsorten schwer, auch in der eigenen Börse, und sie haben dann auf Verständigung und Dialog geschaltet und eine „qualifizierte“ Rückkehr der San in die Kalahari in Aussicht gestellt, allerdings mit einem neuen Winkelzug. Diese sollte nämlich nur den PERSONEN erlaubt werden, die im o.a. Prozess klagende Parteien waren und nicht den San als Volksgruppe, womit sich das Problem dann in absehbarer Zeit sowieso biologisch gelöst hätte. Seit der Ablöse von Khama durch Masisi ist es dazu wieder still geworden.
Man wird sehen, wie es weitergehen wird. Das internationale Interesse scheint derzeit eingeschlafen. Staatspolitisch ist die Sache mW noch ungelöst, Ansprüche der San sind jetzt durch ein (oder mehrere?) OGH-Urteile bestätigt. Das Problem ist aber, wie das zu interpretieren sei, wie weit diese Ansprüche heute gehen sollen und können, denn keiner konnte sich in den 1960ern vorstellen, wie die Welt und Botswana einige Jahrzehnte später aussehen würde. Es ist müßig, heute darüber zu spekulieren, ob die exklusive (!) Nutzung der Zentralkalahari durch die San langzeitig Bestand haben ko(ö)nnte. Denn aus einem Landtitel (Possession) würden sich auch Ansprüche auf Entschädigungen, Nutzungsentgelte aus Tourismus und Rohstoffen usw. ableiten (lassen) und das ist eine heiße Kartoffel für die Regierung. Grundsätzlich und weil es auch für die Batawana im Delta usw. gelten würde. Man wird sehen. Ein beschränktes Aufenthaltsrecht wäre vielleicht möglich, darüber hinausgehender partizipativer Nutzen wird es aber mE nicht geben, auch wenn de jure argumentierbar, angebracht sowieso.
Grüße, Werner
*Ich habe mich für „San“ entschieden, weil kurz.
Letzte Änderung: 11 Okt 2021 18:39 von loser.
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11 Okt 2021 22:11 #627954
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loser schrieb:
Hallo an Jenny und Thomas. Ich habe jetzt euren Text zu den „Buschleuten“, Basarwa, San oder was immer gerade pc ist*, mehrfach gelesen und gebe nun doch meinen Senf dazu, weil nämlich euer Text praktisch nur aus Textbausteinen von SI besteht, die und das ja mehrfach verlinkt sind. Dabei begebt ihr euch nämlich (wohl unbewusst) auf dünnes Eis, weil euer Urlaub in Botswana und insbesondere in der Zentralkalahari im Widerspruch zu Anliegen, Strategie und Aufruf von SI stehen. Denn die basieren auf Boykott von Botswana und lautet: "Our message to all conscientious travelers? Holiday elsewhere until this horrific abuse ends." SI und Urlaub in Botswana gehen also nicht zusammen, genauso wenig wie Antiapartheidbewegung und Verzehr von Outspan-Orangen nicht zusammen gingen. Der Boykottaufruf auf der SI-website ist auch textlich noch da, aber deaktiviert, was immer das jetzt heißen soll :unsure: .
Aber der Reihe nach.
Schon die Protektoratsverwaltung hat 1963 die Zentralkalahari als exklusiven (!) Lebensraum für die San reserviert (!). Dadurch erhielten die San quasi „Stammesland“, so wie andere Batswanastämme. MW. wurde das nie widerrufen oder geändert, sondern von den Regierungen ab den 1980ern einfach ignoriert und ausgehöhlt. Obige Landwidmung (die auch Tourismus ausschloss) ist die Grundlage für die späteren und heutigen Ansprüche der San. Davon war aber später keine Rede mehr, denn die Kalahari war durch Diamantenvorkommen und Tourismus wirtschaftlich bedeutsam geworden, jetzt störten die San plötzlich und man begann sie hinaus zu schikanieren. Hauptsächlich mit dem Argument, dass ein Game Reserve (also auch Tourismus) und Jagd unvereinbar seien, zumal die San ja auch die Vorteile der „nicht traditonellen“ Jagd entdeckt hatten und auch eigene Quoten an PHs verkauften. Einige gingen dagegen mit Erfolg vor Gericht und 2006 entschied der Oberste Gerichtshof für die San bzw. gegen die Regierung: „…are in lawful POSSESSION of the CKGR…“ und ihre Ausweisung durch die Regierung somit „unlawful“, was aber trotzdem ignoriert wurde und man versucht es nun mit Jagdverbot (ab 2014 dann landesweit) und anderen Schikanen. Dieser ganze (Rechts-)Prozess und Erfolg wurde von SI begleitet, unterstützt bzw. überhaupt erst ermöglicht. Und ein, wenn nicht das, Mittel zum (teilweisen) Einlenken der Khamas waren Aufruf und Lobbying für einen totalen Tourismusboykott von Botswana durch SI und andere NGOs. Und das wirkte zunächst tatsächlich, denn pc Reiseveranstalter in den USA haben Safariangebote in die Kalahari oder generell aus dem Programm genommen. Das schmerzte Khama und Konsorten schwer, auch in der eigenen Börse, und sie haben dann auf Verständigung und Dialog geschaltet und eine „qualifizierte“ Rückkehr der San in die Kalahari in Aussicht gestellt, allerdings mit einem neuen Winkelzug. Diese sollte nämlich nur den PERSONEN erlaubt werden, die im o.a. Prozess klagende Parteien waren und nicht den San als Volksgruppe, womit sich das Problem dann in absehbarer Zeit sowieso biologisch gelöst hätte. Seit der Ablöse von Khama durch Masisi ist es dazu wieder still geworden.
Man wird sehen, wie es weitergehen wird. Das internationale Interesse scheint derzeit eingeschlafen. Staatspolitisch ist die Sache mW noch ungelöst, Ansprüche der San sind jetzt durch ein (oder mehrere?) OGH-Urteile bestätigt. Das Problem ist aber, wie das zu interpretieren sei, wie weit diese Ansprüche heute gehen sollen und können, denn keiner konnte sich in den 1960ern vorstellen, wie die Welt und Botswana einige Jahrzehnte später aussehen würde. Es ist müßig, heute darüber zu spekulieren, ob die exklusive (!) Nutzung der Zentralkalahari durch die San langzeitig Bestand haben ko(ö)nnte. Denn aus einem Landtitel (Possession) würden sich auch Ansprüche auf Entschädigungen, Nutzungsentgelte aus Tourismus und Rohstoffen usw. ableiten (lassen) und das ist eine heiße Kartoffel für die Regierung. Grundsätzlich und weil es auch für die Batawana im Delta usw. gelten würde. Man wird sehen. Ein beschränktes Aufenthaltsrecht wäre vielleicht möglich, darüber hinausgehender partizipativer Nutzen wird es aber mE nicht geben, auch wenn de jure argumentierbar, angebracht sowieso.
Grüße, Werner
*Ich habe mich für „San“ entschieden, weil kurz.

Hallo Werner!

danke für deine ausführlichen Schilderungen. Du bist anscheinend sehr gut informiert und wir freuen uns, dass du deine Gedanken teilst. Das Thema ist sehr interessant und komplex. Zudem ist es natürlich hochgradig politisch und der Umgang mit dieser Bevölkerungsgruppe regt hoffentlich viele Menschen zum Nachdenken an. Das ist natürlich kein Phänomen, dass auf Botswana und die Zentralkalahari begrenzt ist. Ähnliche Beispiele lassen sich sicherlich in den meisten Ländern dieser Erde finden. Vielleicht möchtest du ja zu dem Thema einfach einen neuen Thread aufmachen. Wir würden auch mitdiskutieren und freuen uns über weitere Informationen und aktuelle Entwicklungen.

Schade finden wir, dass du unsere Reise pauschal als "dünnes Eis" bezeichnest. Wir teilen unsere Erlebnisse gerne, möchten aber zusätzlich zu den wahnsinnig beeindruckenden Landschaften und Wildtieren auch auf andere Aspekte eingehen, die uns bewegen und zum Nachdenken anregen.
Wir haben uns vorher sehr gut überlegt, ob wir nach Botswana reisen möchten oder nicht. Und obwohl wir den Aufruf und die Strategie von SI kennen, haben wir uns letzlich für die Reise entschieden. Wir reisen mit offenen Augen durch die Welt und setzen uns kritisch mit den Gegebenheiten vor Ort auseinander, so gut wie wir es können.
Das Projekt "Soul of the World" - einer unserer Haupt-Reisegründe für Botswana - steht an sich schon für den absoluten Einklang mit der Natur. Für die Umsetzung wurde Roy Sesana als Sprecher für die San (auch wir benutzen San, obwohl es nicht allumfassend ist) als wesentlicher Ansprechpartner involviert. Die Belange der San sollten gehört werden und der Eckpunkt der Weltseele macht u.a. auf die Situation der ursprünglichen Bewohner der CKGR aufmerksam.

Wir finden ein Schwarz-Weiß- oder Schubladendenken hilft grundsätzlich nicht weiter.
--- "Entweder man reist nicht nach Botswana und unterstützt nur so die San" oder "man reist nach Botswana und ignoriert das Anliegen der San". --- "Entweder man ist für Klimaschutz oder man fliegt mit dem Flugzeug in den Urlaub."
So etwas ist unserer Meinung nach nicht hilfreich und die meisten Themen sollten differenzierter gesehen werden.

Auf jeden Fall sind die Tsau Hills ein wirklich tolles Fleckchen Erde. Wir hatten im Vorfeld viel recherchiert, natürlich auch dieses Forum durchstöbert, aber insgesamt wenig Informationen zu diesem Ort gefunden. Es freut uns deshalb, die Tsau Hills vorstellen zu können.
Viele Grüße und bis bald
Thomas und Jenny
Wir sind: weitgluecklich.com

Unsere Botswana-Berichte findet ihr hier: weitgluecklich.com/r...ele/afrika/botswana/
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12 Okt 2021 08:18 #627965
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weitglücklich schrieb:
.... Schade finden wir, dass du unsere Reise pauschal als "dünnes Eis" bezeichnest. ...
Guten Morgen, ich hab’s mir noch ein paar Mal durchgelesen, kann aber nicht erkennen, dass man das herauslesen könnte.
Also entspannt euch bitte. Was ich geschrieben habe, ist doch keine Kritik an einer Reise nach Botswana, wie käme ich dazu. Das „dünne Eis“ entsteht mE durch die ausschließliche Verwendung von SI-Texten, deren Anliegen ja unter anderem auch durch einen Reiseboykott unterstützt werden soll.
Es ist also schon ein bisschen so, als würde man auf Tinder einen Aufruf zur Enthaltsamkeit platzieren. ;)
Grüße
Dieser „Interessenkonflikt“ besser: Dieser Widerspruch entsteht nur bei SI als (PS: alleinige) Quelle zum Thema. Man könnte ja auch andere nehmen, oder auch darauf eingehen oder usw. …… Darauf wollte ich euch bloß hinweisen. Wenn’s nicht ich gewesen wäre, wäre es eben jemand anderer gewesen, weil es eben sofort auffällt.
Letzte Änderung: 12 Okt 2021 19:21 von loser.
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12 Okt 2021 13:52 #627982
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loser schrieb:
Guten Morgen, ich hab’s mir noch ein paar Mal durchgelesen, kann aber nicht erkennen, dass man das herauslesen könnte.
Also entspannt euch bitte. Was ich geschrieben habe, ist doch keine Kritik an einer Reise nach Botswana, wie käme ich dazu. Das „dünne Eis“ entsteht mE durch die ausschließliche Verwendung von SI-Texten, deren Anliegen ja unter anderem auch durch einen Reiseboykott unterstützt werden soll.

Hallo Werner,

wir sind total entspannt! :)
Dann haben wir es wohl falsch verstanden. Kann ja passieren...

Viele Grüße
Thomas und Jenny
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13 Okt 2021 10:48 #628054
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  • lilytrotter am 13 Okt 2021 10:48
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Hallo, weitglücklich,
dank für eure Antwort.

Man braucht den Inhalt der HP zum neuen Camp nicht einmal kritisch betrachten, was die sich da zusammenreimen, ist schon ohne kritische Haltung „herausragend“ amüsant.
Das wir uns da nicht missverstehen: Ob da nun noch‘n kleines „LuxusCamp“ dazu kommt, ist ziemlich egal, es generiert dringend benötigtes Geld. Und auf sicher wird da keine „neue Straße“ auf den Hügel gebaut werden. Wozu auch. Es gibt doch einen Track. Rundherum.
Und nur 5 Kilometer vom Tsau Hill gibt es die ersten Gebäude/Farm, den ersten Airstrip. Die ganze Gegend um den CKGR ist mit Lodges und Jagdfarmen belegt, solange es nicht kommunales Land ist. Aber das ist bekanntlich nicht so „bushy“.
Die sagen auch nichts Falsches, dass es Wildnis ist, am Rand des CKGR, aber das gesamte Gebiet ist Farmland, durchzogen von kilometerlangen Wildzäunen und Gattern. Die Farmer sind mächtig, ihr berühmtester Zaun ist der KukeFence.
Eure Geschichte mit dem angeblichen „Nomadendorf“ der San, das an dem Platz existiert haben soll… – „Bauleiter“ hin Bauleiter her. Wir kennen da keine Ansiedlung und wir haben mal bei Freunden rumgefragt, keiner hat dort eine gesehen. Bedenkt: Das herausragende Merkmal einer Nomaden-Ansiedlung ist, dass sie temporär besteht.
Auch die Einheimischen erzählen den Touristen gern „heartbreaking Stories“. Egal ob San, Himba oder Bauleiter.


Ihr betont eure kritische Haltung und die Situation der San und weist auf den Reiseboykott für Botswana hin und doch meidet ihr selbst das Land nicht. Ihr schreibt hier: „Das Projekt "Soul of the World" - einer unserer Haupt-Reisegründe für Botswana - steht an sich schon für den absoluten Einklang mit der Natur. ….Die Belange der San sollten gehört werden und der Eckpunkt der Weltseele macht u.a. auf die Situation der ursprünglichen Bewohner der CKGR aufmerksam.“

Eure Reisemotivation war also das Projekt mit dem Würfel in der Erde und die geplante Erkundung des Tsau Hills, um die ca. 15 cm hohe Pyramide zu finden, „die den Eckpunkt der Weltseele symbolisiert.“
Also, verstehen wir das richtig, ihr bereist Botswana und warnt gleichzeitig andere davor und ihr selbst plant eine „Wanderung“ in der wildreichen Gegend/am CKGR und führt sie trotz eindringlicher Warnung der Einheimischen durch? Und das alles mit Fotodokumentation einiger Klippen vor Ort, für eure Message, dass der Tsau Hill eigentlich „( ) an sich einer der Eckpunkte des Würfels (ist), der in unserer Erde liegt.“?

Dahinter verblasst fast euer freundlicher Appell bezüglich der San. Gleichzeitig habt ihr die vor Ort angebotenen touristischen Kontaktmöglichkeiten gemieden, weil sie eurer Meinung nach nicht auf Augenhöhe waren? Hattet ihr denn Kontakt mit den San, der Anlass zu der Annahme gab, dass dieser nicht auf Augenhöhe stattfindet?

Ihr schreibt, dass ihr euch gern kritisch mit den gesellschaftspolitischen Gegebenheiten vor Ort auseinandersetzt, gebt Hinweise und appelliert, dass die „Belange der San“ gehört werden sollten.
Glaubt ihr, dass die Dokumentation eurer Erkundungsreise in Sachen „Eckpunkte der Weltseele“ irgendeinen Einfluss auf die Lebens- und Rechtssituation der San hat?
Darüber hinaus bedauert ihr, dass das Vorhaben, dort auf dem TsauHügel eine „große Pyramide“ zu errichten, leider nicht genehmigt wurde. Welch ein Aufwand einen derartigen Fremdkörper dort zu errichten! Wie lässt sich das mit eurer Feststellung vereinbaren, dass das Projekt "Soul of the World" an sich! – „schon für den absoluten Einklang mit der Natur“ stehen würde.
Das ist alles sehr widersprüchlich.

Just my 2cents.




Nachsatz:
Nach intensiver Recherche zu dem Projekt „Soul of the World“ können wir sagen, es gehört nicht zu den Projekten, die wir persönlich schätzen. Welche Bedeutung es für die rechtlichen Belange der San haben könnte, dass einer der Tsau Hills von einem Spanier/Künstler zu einem „Eckpunkt der Weltseele“ bestimmt wurde, bleibt sehr geheimnisvoll.
Letzte Änderung: 13 Okt 2021 11:06 von lilytrotter.
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13 Okt 2021 15:14 #628069
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lilytrotter schrieb:
Hallo, weitglücklich,
dank für eure Antwort.

... Das wir uns da nicht missverstehen: ... Und auf sicher wird da keine „neue Straße“ auf den Hügel gebaut werden. Wozu auch. Es gibt doch einen Track. Rundherum.

Eure Geschichte mit dem angeblichen „Nomadendorf“ der San, das an dem Platz existiert haben soll… – „Bauleiter“ hin Bauleiter her. Wir kennen da keine Ansiedlung und wir haben mal bei Freunden rumgefragt, keiner hat dort eine gesehen. Bedenkt: Das herausragende Merkmal einer Nomaden-Ansiedlung ist, dass sie temporär besteht...

Also, verstehen wir das richtig, ihr bereist Botswana und warnt gleichzeitig andere davor und ihr selbst plant eine „Wanderung“ in der wildreichen Gegend/am CKGR und führt sie trotz eindringlicher Warnung der Einheimischen durch? ...
Dahinter verblasst fast euer freundlicher Appell bezüglich der San. Gleichzeitig habt ihr die vor Ort angebotenen touristischen Kontaktmöglichkeiten gemieden, weil sie eurer Meinung nach nicht auf Augenhöhe waren? Hattet ihr denn Kontakt mit den San, der Anlass zu der Annahme gab, dass dieser nicht auf Augenhöhe stattfindet?

... Glaubt ihr, dass die Dokumentation eurer Erkundungsreise ... irgendeinen Einfluss auf die Lebens- und Rechtssituation der San hat?
...

Hallo lilytrotter,

es freut uns sehr, dass du so ausgiebig recherchierst, schreibst und mitdiskutierst. Da haben wir wohl ein Thema angesprochen, was auf Interesse stößt...!?
Was uns auch noch freuen würde: Wenn du uns von deinen Erfahrungen vor Ort, mit den San oder von was auch immer berichten würdest. Du scheinst ja Kontakte nach Botswana zu haben, zumindest Freunde. Das wäre doch sicherlich für alle hier im Forum interessant!

Wer am Ende zu den Detailfragen recht hat oder nicht, können wir nicht sagen. Das wollen wir auch gar nicht! Wir geben wieder, was wir vor Ort von den Einheimischen gehört haben, z.B., dass die neue Lodge eine eigene Parkzufahrt bekommt (die wir im Bau schon gesehen haben - von einer neuen Straße auf den Berg haben wir übrigens nicht geredet) und, dass am Tsau Hill irgendwann einmal ein Nomadendorf war. Ob dies stimmt oder nicht... Wer kann dies schon abschließend zu 100% beurteilen?

Ein paar Dinge möchten wir noch beantworten/ klarstellen:
- Keiner der Einheimischen hat uns vor einer Wanderung am Tsau Hill gewarnt.
(Wir möchten nur klarstellen, dass wir es niemandem empfehlen, weil es eben wilde Tiere gibt.)
- Wir warnen nicht vor einer Reise nach Botswana (haben wir auch nirgendwo geschrieben!).
Uns freut es aber, wenn jeder Reisende die Entscheidung, welches Land er besucht und welches eben nicht, bewusst trifft.
- Ja, wir haben vor Ort von den Einheimischen erfahren, dass einige Touristen zu den San gefahren werden, welche vorher aus ihrem natürlichen Lebensraum vertrieben wurden. Wir verweisen auf unsere Einleitung: Ob das zu 100% stimmt, wissen wir nicht. Wir können es uns aber durchaus vorstellen.
- Ob wir mit unserer Dokumentation etwas bewirken können? Schwer zu sagen... Auf jeden Fall haben wir schon bewirkt, dass die Behandlung der ursprünglichen Einwohner Botswanas, hier in dem Forum in unserem kleinen Thread diskutiert wird. Du warst anscheinend schon vorher sehr gut informiert. Vielleicht ist das bei anderen Reisenden nicht der Fall und sie bekommen so einen Denkanstoß. Vielleicht. Vielleicht auch nicht.

Viele Grüße
Thomas und Jenny
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