THEMA: 5 Parks in Tanzania 2020/21 mal ganz anders !
27 Mär 2021 23:07 #611099
  • ddaannii
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  • ddaannii am 27 Mär 2021 23:07
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Reisebericht Tanzania 2020/21
1...Tarangiere NP

Meine Tanzaniareise sollte eigentlich mit 4 Personen und 2 Autos stattfinden. Tatsächlich, und auf Grund von Covid19, sind wir dann doch, und zum Glück (weil einfach zu viele Entscheidungen vor Ort getroffen werden mußten), nur zu zweit in einem Auto gefahren. Es war eine ungewöhnliche Route und wird in der Form garantiert nicht von Reiseunternehmen angeboten und das hat auch seinen Grund. Es war anstrengend, bunt, chaotisch abenteuerlich und auch atemberaubend schön. Weil wir die eher ungewöhnlichen Parks besucht haben, dachte ich, dass es den einen oder die andere interessiert was wir dabei erlebt haben. Ich hoffe, dass ich das hier richtig mache, denn es ist mein erster Reisebericht den ich hier verfasse und ich möchte die Fotos passend zu den Reiseabschnitten anhängen. Wir haben uns mit einem Rav4 und nie genutztem Campingequipment im Kofferraum, auf die große Tour begeben.

Der erste Park war der grandiose aber doch etwas teure Tarangiere NP. Neben Eintritt, Auto, gab es Gebühren und nochmal eine Special-Campsite-Übernachtungsgebühr (nur dafür 60US Dollar pro Person) aber keine Parkarte. Unser GPS hat im Park gefühlte 20 Meter hinter dem Gate nicht mehr funktioniert. Darum haben wir fast den ganzen ersten Tag gebraucht um unsere super schöne Unterkunft, das mobile Baobab Tented Camp, zu finden. Mein Travelmate Claudia und ich, hatten beide den Eindruck, dass Selbstfahrer nicht erwünscht sind. Ausser uns haben wir auch niemanden weiter gesehen und wie schon gesagt, war die Orientierung im Park schwer.


Der Park ist zu dieser Jahreszeit extrem grün und das Gras extrem hoch. Trotzdem haben wir in der kurzen Zeit viel gesehen und viele Tsetse's gespürt. Diese kommen aber scheinbar nur in bestimmten Abschnitten vor. Dann gilt es sofort die Fenster zu schliessen, denn obwohl wir es versucht haben, diese Biester sind echt unangenehm, und machen keinen Spaß.


Wir sind nördlich in den Park eingefahren und haben zum herausfahren das etwas südlicher gelegene Gate bei Babati genommen. Der Weg dort raus war super schön und uns sind die Tiere praktisch vor das Auto gelaufen. Löwen und DikDiks haben sich das Revier geteilt.

Nach dem Gate sind wir nach langer Fahrerei durch verstreute Siedlungen vor einem großen Tümpel angelangt. Ich liebe Offroad fahren, aber nicht durch Wasser. Da ich immer in den Parks und die schwierigen Passagen gefahren bin, mußte meine Mitfahrerin mit ihren Flip-Flops durch den ekligen Tümpel waaten und zum Glück kam ich auch mit unserem relativ kleinen Auto durch und wir konnten über eine steile Auffahrt die gut geteerte Strasse richtung Süden erreichen.

Wir konnten in den 2 Tagen leider nur einen kleinen Abschnitt sehen aber das hat mir schon gereicht um große Lust zu bekommen den Park der länge nach mal zu durchfahren. Dagegen sprechen leider die hohen Eintrittsgebühren. Und nach meiner Einschätzung ist das auch nur möglich mit mindestens 2 Autos, besser 3 und vor allem größere Autos, wie z.B. einen Landcruiser mit Winde und was das Offroad-Herz noch so begehrt.

2....Ruaha NP

Der 2. Teil meiner Reise war direkt das Herz meiner Reise, ein Park den ich unbedingt erkunden wollte, der Ruaha NP.

Der Park ist selbst auf der Googlekarte undurchsichtig, die Grenzen werden manchmal nicht richtig oder gar nicht angezeigt.
Wir sind vom Tarangire NP bei Babati auf die gut geteerte neue Strasse nach Dodoma gefahren. Dort haben wir übernachtet. In einem Viertel mit vielen günstigen Unterkünften schien es, als wenn wir nicht gern gesehen sind. Vielleicht weil wir Weiß sind ? , oder 2 Frauen,? Wir hatten Mühe eine der Local-Unterkünfte zu bekommen, aber es hat dann doch geklappt. Sehr schläfrige Mitarbeiter, aber das Bett was sauber und bequem. Mehr wollten wir sowiso nicht, denn am nächsten Tag ging es weiter nach Iringa.

Dort folgte die 2. Übernachtung, auch wieder in einer Local-Unterkunft. Diesmal super freundliches und aufgewecktes Personal, schöne große und saubere Zimmer.
Darauf der Tag brachte uns schonmal in die Nähe des RuahaNP, aber immer noch nicht vor das Gate. Auf der Suche nach einer Unterkunft haben wir einige verlassene Lodges entdeckt, kurz nachdem die geteerte Strasse endet. Wir wollten uns schon auf die Terasse der Hilltop Lodge niederlegen, als aus dem Nichts zwei Jungs vor uns standen und sich alle Mühe gemacht haben, für uns exklusiv die Lodge auferstehen zu lassen. Wir waren die einzigen Gäste und das wohl schon seit einiger Zeit.
Ausgeschlafen haben wir uns am nächsten Morgen auf die letzte Etappe vor die Tore meines Sehnsuchtziels gemacht. Der Weg dorthin war einer der schlechtesten die ich je befahren habe, es geht bestimmt noch schlimmer, aber uns hat es gereicht. Wahrscheinlich weil wir ein relativ kleines Auto hatten war die Wellblechpiste die Hölle. Dann endlich vor dem Gate. Wieder keine Karte, bzw. eine einzige Karte die wir dann wenigstens abfotografieren konnten und das stellte sich als großes Glück heraus. Die Wege im Ruaha sind weit, sehr weit und dank der Handykarte konnten wir uns besser entscheiden wo wir unsere Gamedrive machen oder nicht.
Das Headquarter nach dem Gate war fast eine kleine Stadt. Häuser, Restaurant, Office, Werkstatt und viel Wohnraum....Das fand ich jetzt nicht so toll, zumal unsere erste Unterkunft die Banda war, die 2 minuten vom Headquarter entfernt lag. Sie hatte Blick auf ein trockenes Flußbett und vom Headquarter war nichts mehr zu sehen und zu hören, aber in den 5 Tagen mussten wir fast täglich daran vorbeifahren. Das fand ich nicht so schön.
Eigentlich wollten wir dann noch 2 Nächte in der Ruaha Lodge bleiben und 2x Campen, aber alle Campingplätze waren geschlossen. Wir hätten uns zwar irgendwo hinstellen können, da es aber geregnet hatte und meine Mitreisende auch nicht mehr soo jung ist, haben wir nochmal 2 Tage in der Ruaha River Lodge drangehängt, waren also insegsamt 4 tage dort und es war sehr schön.

Mutig oder auch übermütig :) wie ich manchmal bin, habe ich mich mit unserer kleinen Kutsche dann weit in den Park vorgewagt. Und dort enfaltete sich der Park dann mit seiner Wildheit und unberührtheit und ist unbeschreiblich. Überall lebte und bebte es von Insekten, Fröschen, Vögeln, Großwild und die Geräusche waren überwältigend.....Die Wege waren abseits der Touristenwege, schlimm. Teilweise hörte ein Weg einfach auf und da wäre es dann z. T. nicht schlecht gewesen einen "Brückenbauer" dabei zu haben ....Im Morast war ich dann irgendwo mal festgefahren weil ich auf zwei Schweizer gehört habe. " Da sind wir gestern durchgefahren, kein Problem, nur ne kleine Pfütze" jaja und haha, genau diese Schweizer mußten mich dafür mit ihrem Landcruiser herausziehen. Mir hat das alles Spaß gemacht, aber meine Mitfahrerin beschwerte sich über die Schlammpackung in ihrem Gesicht :)
Die Ruaha River Lodge liegt direkt am Ruaha, der zu der Zeit ( 24. dezember 2020) Wasser führte. Ich hatte eine Banda direkt am Hippopool und auf der anderen Seite des Flußes war der Laufsteg für Wildtiere. Da es Weihnachten war, war die Lodge ganz gut besucht, aber alle Angestellten stöhnten aufgrund der schlechten Touristensituation. Die meisten Touristen werden übrigens eingeflogen, bekommen für meinen Geschmack schlechte Gamedrives um dann schnell weiter in den nächsten Park geflogen zu werden. Absolut nicht meine Art zu reisen und da der Park sehr grün und feucht war, haben die Schnellreisenden kaum was zu sehen bekommen.
Wir allerdings hatten Löwen satt, inklusive die erfolgreiche Jagd einer Löwin und selbst gejagt von einem genervten Hippotamus. Ja genau, wir wurden gejagt und ich habe voll das Gaspedal durchgedrückt. Ich weiß, dass Hippos schnell sind, aber dass sie auch so schnell aus dem Wasser kommen können, das wußte ich nicht.....der Park ist ein Traum und ich möchte unbedingt wieder hin und am besten für lange und am besten wieder mit mindestens 2 Autos und wieder mit mindestens davon einem Auto mit Winde und allem was das "irgendwo steckengebliebene" Herz begehrt.

3....Saadani NP

Der Rav4, gemietet in Arusha von roadtripafrica.de war ein zuverlässiger Wagen. Ich bin ihn gern gefahren, meine Mitfahrerin Claudia träumte von einem Hilux. Der Rav4 hat einen ständigen Allradmodus und es gibt keine Differentialsperre. Wahrscheinlich deswegen und sicher auch weil er nicht besonders Groß ist und die Räder entsprechend klein, ist es nicht erlaubt mit diesem Wagen in den ehemaligen Selous, jetzt Nyerere-NP genannt, zu fahren. Also wollten wir in Morogoro 2 Tage Selous, bzw. Nyerere NP, buchen und vorher auch mindestens eine Nacht im Mikumi NP verbringen.


Zwischen Iringa nach Morogoro hatte ich das Crocodile Camp zur Übernachtung auf dem Plan, das stellte sich als Fehlgriff heraus. Auf der Landkarte sah es aus als wenn das Camp abseits der Straße liegt, dies ist aber nicht der Fall. Dazu kam, dass die Bandas schon längere Zeit nicht mehr genutzt worden waren, ebenso das Restaurant, und entsprechend heruntergekommen hat dieses Camp auf uns gewirkt, so dass wir wieder in den Wagen gestiegen sind und in Mikumi etwas suchen wollten.

Das kleine Städtchen Mikumi war bei unserer Ankunft komplett am feiern und alle Unterkünfte die ich noch alternativ herausgesucht hatte, waren entweder geschlossen oder ausgebucht. Spät am Abend und schon im dunkeln fanden wir dann doch noch eine lokale Unterkunft und es wurde für uns extra ein Zimmer hergerichtet. Das Bett war ok und mehr wollten wir nicht, denn am nächsten Tag fuhren wir gleich weiter um im strömenden Regen die Grenze zum Mikumi NP zu überfahren. Von der geteerten Straße die durch den Park führt, konnten wir einige der völlig aufgeschwemmten Wege einsehen und haben uns deswegen gegen einen Besuch des Parks entschieden und fuhren durch bis Morogoro. Dort war leider die schöne Bergkulisse meist vollständig von Wolken verhangen.


Auf Empfehlung einer Frau einer lokalen Unterkunft sind wir an einen augenscheinlich seriösen Anbieter geraten, der uns dann fast abgezockt hätte. Er hat ein Büro im Stadtzentrum und normalerweise funktionieren die Safaris mit ihm bestimmt auch, aber es schien, dass aufgrund der Corona-Tourismus-Krise, jeder jedem alles verkauft, auch wenn z.B. die angebotene Tour gar nicht durchgeführt werden kann. Der Nyerere NP war von Morogoro kommend nicht zu befahren, weil es ziemlich viel geregnet hatte. Zum Glück habe ich mich nicht hinreißen lassen, vorweg zu bezahlen. Statt uns morgens um 6 Uhr auf den Weg in den NP zu machen, haben wir uns mit unserem Rav4 auf den Weg in Richtung Indischer Ozean gemacht um die im Busch leider nicht zustande gekommenen Tage, am Meer zu verbringen.


Wir hatten Barry's Lodge nahe Pangani im Internet vorgebucht. Den kürzesten Weg dorthin habenwir auf der Landkarte ausgesucht und dachten eigentlich, dass wir am Saadani Np entlang aber vorbei fahren werden. Ein Besuch des Parks war schon auch die Idee aber nicht nach einer anstrengenden Tour am späten Nachmittag, als wir dann plötzlich und vorher nicht ersichtlich vor dem Gate standen. Natürlich mussten wir trotzdem den Parkeintritt, alle Gebühren und das Auto bezahlen. Unser Ziel war eigentlich eine Dusche gewesen, aber so sind wir noch ohne Erfolg den ein oder anderen Weg entlang gefahren, bevor wir endgültig nach Barry's fuhren.

Mit Reisefreunden, die wir in Barry's kennengelernt haben, haben wir dann einen ganzen Tagestrip in den Saadani NP gemacht, aber auch hier verlief der Gamedrive eher enttäuschend. Es gibt ja diese schönen Fotos mit Elefanten am Strand und so, ich denke dass kann getrost vergessen werden. Wir haben keine Elefanten gesehen, auch keine Hinterlassenschaften, keine Anzeichen. Ein paar Giraffen und einen befahrbaren Hauptweg. Die anderen Wege sind ungepflegt und waren überwuchert von Gras. Da ist schon lange niemand mehr gefahren. Es gab auch nicht viel Federvieh. Alles in allem enttäuschend. Ganz schlimm wurde es aber am Wamifluß. Dort wird für viel Geld eine Bootsfahrt angeboten. Das eigentliche Touristenboot war kaputt, was aber keine Auswirkung auf den Preis hatte. Mein Travelmate und ich haben uns dagegen entschieden, aber die Amerikanerin und ihr Freund haben sich darauf eingelassen. Alles was sie zu sehen bekommen haben war ein totes Hippo. Na danke schön, waren wir froh, dass wir dafür nicht noch 50 US Dollar ausgegeben haben. Der Park ist sein Geld nicht wert, es gibt ein Dorf mitten im Park und den entsprechenden Auto und Motorradverkehr dazu. Die Lodge die im Park liegt ist nicht so toll wie ihr Preis und mich sieht der Park garantiert nicht wieder.

@Barry's war es sehr schön. Die Anlage und die Bandas sind luxuriös. Das Dach des Restaurants und auch die von den Bandas sind in alter Dachkonstruktion gemacht und schon allein dafür lohnt es sich dort zu übernachten. Das Meer direkt vor der Tür und der Strand auf 100km gesäumt von Kokospalmen und leider auch gesäumt von Plastikmüll. Genau da wo der Sand auf die Palmen trifft hat sich das Plastik tief eingegraben, schrecklich. Vor der Lodge war es ein wenig weggeräumt, aber auch nicht komplett und mit jeder Flut kam neuer Plastikmüll. Es war zum weinen. Trotzdem habe ich die 5 Tage dort genossen und bin jeden Tag bei Ebbe bis an den Ozean spazieren gegangen.
Anhang:
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