THEMA: #safaribrothers on Tour Vol. VII - «Kalahari»
27 Apr 2020 15:35 #587487
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  • kalachee am 27 Apr 2020 15:35
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Hey Thomas

Topobär schrieb:
ich versuche schon seit Jahren vergeblich eine Campsite in Polentswa zu bekommen und Ihr lasst einfach 3 Tage verfallen. :pinch:

Das mit dem Sand war auch der erste Gedanke der mir durch den Kopf schoss. Ganz nach dem Motto: "Aus den Augen, aus dem Sinn."

Mit so einem Kommentar habe ich schon noch gerechnet. :laugh:

Aber krass! Zu welcher Reisezeit versucht ihr denn, eine Campsite zu bekommen auf Polentswa? Aber ja, ich weiss, ist eigentlich schon sehr verschwendet... Wie gesagt, im Nachhinein ist man immer schlauer und je länger ich darüber nachdenke, je mehr bin ich davon überzeugt, dass wir uns sicherlich gut hätten arrangieren können.

Nächstes Mal wieder!


Lauraaa! :kiss:

Flash2010 schrieb:
klar bin ich schon fast von Anfang an dabei, melde mich aber jetzt erst zu Wort! Natürlich lese ich bei eurem Abenteuer wieder begeistert mit genieße eure tollen Fotos und Erlebnisse :) ....und bin gespannt, was beim Blutbad noch raus kommt :ohmy:

Ich finde es klasse, wie ihr die trockene Kalahari noch so lebendig einfangen könnt.

Dich habe ich natürlich auch noch vermisst hier! Schön, dass du auch dabei bist und dich nun auch noch zu Wort gemeldet hast. :)

Und danke für das Kompliment - das Foto von der Weissgesichtsohreule mag ich auch, war lange mein Sperrbildschirm-Hintergrund auf meinem iPhone. :)

Liebe Grüsse
Sam
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27 Apr 2020 16:04 #587488
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  • Topobär am 27 Apr 2020 16:04
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Wir hatten es schon zu verschiedenen Zeiten versucht. Einmal hatten wir sogar schon eine Reservierung, die uns dann einen Monat vor Reiseantritt ohne Angabe von Gründen wieder storniert wurde. :evil:
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27 Apr 2020 22:07 #587515
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Mittwoch, 16. Januar 2019
Kalahari Transfrontier Park (Nossob Restcamp)

Ein erstes Mal seit langem zeigen sich wieder etwas Wolken am Himmel, als wir, für einmal «ausgeschlafen», um 06:15 Uhr aus unseren Zelten kriechen. Nachdem es gestern so spät geworden ist, hatten wir entschieden, heute Morgen mal nicht rauszufahren und es uns stattdessen mit unseren Kaffees am Hide hier im Camp gemütlich zu machen. Dort ist aber nicht gerade besonders viel los, nur die üblichen Kapturteltauben flattern und gurren um die Wasserstelle und wenn die da sind, sind natürlich auch die Schakale nie weit. Zwei von ihnen unternehmen eine Zeit lang halbherzige Versuche, nach den Tauben zu jagen.


Erst wird die Lage ausgecheckt...


... angeschlichen...


... ordentlich Chaos gestiftet...


... um dann doch etwas konsterniert aus der Wäsche zu gucken, weil es wieder nicht geklappt hat.

Aber das gehört wohl zur Taktik, denn wie aus dem Nichts wird einer plötzlich sehr konkret und schnappt sich äusserst geschickt und blitzschnell einen der Vögel.


Lanner Falcon / Lannerfalke Red-necked Falcon / Rotkopffalke

Schon um 08:30 Uhr sind wir zurück in unserer temporären Heimat und verbummeln den Tag wie gewöhnlich. Es wird wieder fürchterlich heiss heute. Aber wir haben spannende Bücher, dösen, nehmen unsere Partie Rommée wieder auf, haben einfach eine gute Zeit. Den anderen Touristen scheint es nicht anders zu gehen, den ganzen Tag über ist es herrlich ruhig auf der ganzen Campsite, niemand bewegt sich mehr als nötig. Es gibt keinen Fernseher hier, keine Telefone und schon gar kein Internet. Wir sind so richtig angekommen, komplett eingetaucht in das Safarileben und sind tiefenentspannt.


Tipps aus dem Camperleben für zwischendurch:
Wenn für die Hängematte nicht zwei in idealem Abstand auseinanderliegende Bäume vorhanden sind (oder falls doch, halt schon von der Hängematte des Bruders okkupiert), tut es auch die Bullbar von einem Bakkie. Für das einfache Aufhängen haben wir uns Kletterseile mitgebracht und je zwei Karabiner.

Dafür machen wir uns früh auf zur Abendrunde, welche uns noch einmal zu «Marie se gat» führt. Wir stellen uns einfach hin mit dem Auto und warten ab, plaudern und albern rum, schauen, ob sich etwas tut. Ganz beschaulich ist das hier, zwei Oryx kommen zum trinken, die allabendliche Vogelschar findet sich wieder ein. Nur gibt es praktisch keinen Schatten hier, so dass wir fast eingehen vor Hitze und deswegen auch einige Zeit vor Toresschluss wieder zurück fahren.

Dummerweise haben wir vergessen, Fleisch aus dem Gefrierer zu nehmen. So wird das auch nix mit einem früheren Abendessen, also habe ich noch Zeit, mal meine Laufschuhe zu schnüren und eine kleine Runde über das Areal zu Laufen. Es hat immer noch 34° C und dementsprechend hoch ist der Puls, aber es tut gut, sich mal wieder etwas zu bewegen nach all der Rumfahrerei und all dem Müssiggang.

Irgendwann sind dann auch die Kudulendensteaks aufgetaut, so lange dauert das bei diesen Temperaturen logischerweise auch wieder nicht. Es gibt in Folie gebackene Butternut-Kürbis und Erbsen mit Möhren aus der Dose.

Für einen weiteren Gang zum Hide sind wir zu müde. Hätte sich lohnen können, denn grad, als wir uns Bettfein machen, ist aus nächster Nähe Löwengebrüll zu hören. Zum Einschlafen aber doch auch ganz nett, oder?


Tageshöchsttemperatur: 42° C
Gamedrive #11: 25,0km



Donnerstag, 17. Januar 2019
Kalahari Transfrontier Park (Nossob Restcamp)

Für heute haben wir uns einen etwas längeren Ausflug vorgenommen in den Norden. Den Sonnenaufgang bestaunen wir vom Aussichtspunkt, auf den man 4km nach dem Nordtor vom Camp rauffahren kann und einen schönen Ausblick über das hier breite Nossobtal hat.



Danach tuckern wir gemütlich von Wasserloch zu Wasserloch.


Springbock am «Kwang»-Wasserloch.

Etwa einen Kilometer weiter entdecken wir einen prächtigen Schwarzmähnenlöwen, an dem wir zuerst noch fast vorbeigerauscht wären.



Hätte er nicht gerade den Kopf gehoben, hätten wir ihn wohl verpasst. Er liegt bei einem Gebüsch in der Sonne und leckt sich sein Fell, dann steht er auf und wir sehen, dass er ziemlich stark humpelt. Wie es zunächst scheint, will er in Richtung Wasserloch, weshalb wir natürlich wenden. Doch er geht nur zu seinem Bruder, der zwei, drei Dutzend Meter weiter hinten im Schatten liegt. Ob es wohl die beiden Brüder sind, die wir vor drei Jahren hier in ihrer vollen Kraft als gemeinsame Chefs des Nossob-Rudels mehrmals gesichtet haben?


Das Breite Nossob-Flussbett in der Gegend um «Kwang» - es sind auch Strausse und Schakale zu sehen auf dem Bild.


In den Bäumen am «Parkplatz» vor dem Wasserloch finden wir diesen Prachtskerl - Martial Eagle / Kampfadler.

An den folgenden Wasserstellen ist nichts los. Bei «Polentswa» halten wir an und gucken uns ein wenig um. Da hält ein Wagen neben uns und der Fahrer fragt uns, ob wir die beiden Typen wären, die letzthin die Campsite Nr. 2 hier wegen des Bluts verlassen hätten? Es stellt sich heraus, dass die beiden aus Kapstadt kurz vor uns dort waren und die Ursache für das Blutbad live und in Farbe mitbekommen haben; ein verwundetes Gnu - wohl durch Rangkämpfe mit einem anderen Bullen verursacht - sei von den drei hier ansässigen Tüpfelhyänen verfolgt worden. Entkräftet habe sich die Antilope gegen 2:30 Uhr unter dem A-Frame auf dem Zementboden niedergelegt, eine der Hyänen sei zeitweise auf dem Gnu obendrauf gelegen. Irgendwie hat es sich noch befreien können und in den näheren Busch geschlagen, wo es dann endgültig getötet und gefressen wurde. Jedenfalls seien die Hyänen am nächsten Tag mit äusserst dicken Bäuchen am Wasserloch unten gelegen.

Während er so seine Story zum besten gibt, taucht in unserem Rückspiegel eine Braune Hyäne auf. Zuerst will sie zum Wasser, überlegt es sich dann aber anders und legt sich erstmal in der Nähe in den Schatten.

Wir fahren noch knapp 20km weiter bis zum «Lijersdraai»-Picknickplatz, wo wir eine ausgiebige Frühstückspause machen. Es gibt Baked Beans an Zwiebeln und Peri Peri-Sauce und in kleinen Streifen gebratene Reste vom Kudu.


En Guete! :)


Hier zeichnet sich eindeutig ein Wetterumschwung ab, wenn man sich diese «dunklen» Wolken mal so anschaut... :P

Auf der Rückfahrt treffen wir am «Polentswa»-Wasserloch wieder auf die drei Tüpfelhyänen. Zudem sind etliche Geier gerade am Trinken, neben den üblichen Weissrückengeiern zum ersten Mal auch ein Lappet-faced Vulture.


White-backed Vulture / Weissrückengeier, der Lappet-faced hat es offenbar leider nicht aufs Bild geschafft.


Und hier noch ein schönes Portrait von einem der drei Verursacher unserer überstürzten Flucht von der Polentswa Campsite. Übrigens: heute, am 27. April ist International Hyena Day (kein Witz!), also sollen diese interessanten Tiere auch mal eine entsprechende Würdigung erhalten.

Die beiden Löwen von «Kwang» liegen immer noch unter dem selben Baum und bewegen sich natürlich keinen Millimeter.

Zurück im Camp sprechen wir, als ich gerade die Sichtungen am Brett markiere, kurz mit einer Familie und erzählen von den Löwen. Einer liege auch gleich hier beim Camp, sagen sie. Und tatsächlich, unter einem Baum hat es sich ein Löwenmann gemütlich gemacht.

Das tun wir dann auch und nach einem gemütlichen Trödeltag mache ich mich noch einmal auf eine 8km-Laufrunde über das Camp, während Beenie den Grill bereit macht. Heute ist mal wieder ein T-Bone Steak mit Folienkartoffeln an der Reihe. Dazu gibt es einen einen Tomaten-Zwiebel Salat.

Nach dem Essen setzen wir uns noch eine Weile in den Hide. Viel los ist nicht gerade, ein Haufen Schakale sind natürlich da und - aber natürlich ganz toll - mindestens sieben, wenn nicht acht Schleiereulen, die im Wasser stehen und trinken. Bald aber müssen wir uns der aufkommenden Müdigkeit geschlagen geben.


Tageshöchsttemperatur: 42 °C
Gamedrive #12: 150,7km
Letzte Änderung: 29 Apr 2020 14:15 von kalachee.
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28 Apr 2020 08:15 #587526
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  • Daxiang am 28 Apr 2020 08:15
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Hi Sam,

ich bin zwar etwas spät dran, aber eine Tour durch einen meiner Lieblingsparks mit den Safaribrothers lass ich mir natürlich nicht entgehen. Der Bericht ist wieder toll geschrieben und die Bilder machen Lust auf mehr!!!!

LG Konni
Link zu Reiseberichten,Homepage & Reiseblog: www.namibia-forum.ch...ammlung-daxiang.html

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29 Apr 2020 09:13 #587626
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  • fotomatte am 29 Apr 2020 09:13
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Hi Sam,

gerade habe ich den neuen Teil des Berichts genossen. Eure relaxte Art, den KTP zu erleben, kommt mir sehr entgegen.

Diesmal habe ich drei Anmerkungen:
1. Ein Foto von den Schleiereulen hast du nicht gemacht? :S :whistle:
2. Schau doch nochmal über den "Lanner" drüber, das könnte sich lohnen... :whistle: ;)
3. Soo habe ich noch nie einen Greif sitzen sehen, wie diesen Kampfadler. Auf dem rechten Ständer hockt er ganz normal auf seinen Zehen, aber links sitzt er auf dem Fuß. Ob das bequem ist? Vielleicht hat er auch eine Verletzung links, das kann ich nicht erkennen. :S
Auf jeden Fall ein kurioses Bild.

Liebe Grüße,
Matthias
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29 Apr 2020 10:02 #587627
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Hallo liebe Konni

Daxiang schrieb:
ich bin zwar etwas spät dran, aber eine Tour durch einen meiner Lieblingsparks mit den Safaribrothers lass ich mir natürlich nicht entgehen. Der Bericht ist wieder toll geschrieben und die Bilder machen Lust auf mehr!!!!

Na, wenn da «Kalahari» drauf steht, darfst du doch eigentlich auch nicht fehlen, oder? :) Schön, bist du nun auch dabei!


Guten Morgen Matthias

fotomatte schrieb:
1. Ein Foto von den Schleiereulen hast du nicht gemacht? :S :whistle:
2. Schau doch nochmal über den "Lanner" drüber, das könnte sich lohnen... :whistle: ;)
3. Soo habe ich noch nie einen Greif sitzen sehen, wie diesen Kampfadler. Auf dem rechten Ständer hockt er ganz normal auf seinen Zehen, aber links sitzt er auf dem Fuß. Ob das bequem ist? Vielleicht hat er auch eine Verletzung links, das kann ich nicht erkennen. :S
Auf jeden Fall ein kurioses Bild.

1. Offenbar nein, auch nicht solche, die ich nicht zeigen wollte. Zwar hatte ich meine Kanone mit in den Hide genommen und wenn ich mich richtig erinnere, hatte ich es auch versucht, aber die Bilder dann gleich an der Kamera wieder gelöscht. Vollformat und 500mm in Kombination mit dem orange-stichigen Licht der Beleuchtung und der Distanz vom Hide zum Wasserloch reichen einfach nicht... Meine D800 ist ziemlich stark mit hohen ISO-Werten, aber eben, ich habe es ein paar Mal versucht, auch bei anderen Gelegenheiten, aber ich finde diese Beleuchtetes-Wasserloch-Bilder einfach nie besonders gut. Aber das war wirklich eine tolle Sichtung mit so vielen Eulen auf einem Haufen!

2. Oh, la la! Da lohnt sich ein zweiter Blick tatsächlich, denn das müsste in diesem Fall ein Red-necked Falcon sein. Korrekt?

3. Scharf beobachtet! Das ist mir beim Aufbereiten des Bildes dann auch aufgefallen und ich habe mich noch gefragt, warum der so komisch dasitzt. Ob er eine Verletzung hatte, konnten wir "live" auch nicht erkennen, der sass einfach ganz still da wie immer und hat sich längere Zeit nicht bewegt, bis wir weggefahren sind.

Liebe Grüsse
Sam
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