THEMA: Namibia im Sommer 2020: Khaudum und was sonst?
24 Jan 2020 12:02 #578374
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Tag 8, Donnerstag 23. Januar
Wie immer um 5:30 aufgestanden, obwohl das Gate hier erst um 6:30 aufmacht, Aber das ist die Gewohnheit. So kann ich in Ruhe meinen ersten Kaffee trinken, zusammenpacken, und einen zweiten Kaffee für die Fahrt kochen. Kurz bevor ich aufbrechen will werde ich von eine benachbarten Camperin angesprochen: Simone, die auch im Namibia-Forum ist und mich von Bele grüßen soll, die im Forum, meinen Bericht gelesen hat. Wir unterhalten uns sehr nett über unsere Touren, dann breche ich auf. Und Gruße zurück an Bele und alle anderen, die meine Bericht lesen!
Es ist zwar erst 6:10, aber ich denke, am Gate kann ich meinen Kaffee trinken und Nachrichten auf Spiegel Online lesen. Aber der Mann am Gate ist schon da und macht es freundlicher Weise für mich gleich auf, als er mich kommen sieht.
Fünf Minuten später stehe ich am Wasserloch Klein Namutoni und filme einen großen Löwenmann beim Saufen! Es sind noch vier weitere nicht ganz ausgewachsene Löwen da, die auf der „Wiese“ vor dem Wasserloch herumtollen! Und toll, wenn der Morgen so beginnt! Ich beobachte die Tiere eine Weile, fahre dann aber um 6:40 weiter.
10 Minuten später kurz nach der Abzweigung zum Wasserloch Chudp sehe ich auf der Savanne kleine gefleckte Gestalten spielen: Die drei Gepardenjungen plus ihre Mutter, die ich am Vortag nicht entdecken konnte. Sie sind ganz nahe am Auto, lassen sich super beobachten und filmen. Ein Junges überquert hinter mir, die anderen3 Geparden vor mir die Straße. Den einen könnt ich fast anlangen, so nahe ist er! Habe ich diese Geparden also doch noch gesehen, sehr nahe und sehr gut, und auch lange genug!
Bei Chudop gibt es nichts zu sehen. Nochmals 10 Minuten später auf der Strecke Richtung Kalkheiuwel nochmals zwei Geparden direkt neben der Straße, wahrscheinlich zwei Männchen. Die haben es allerdings sehr eilig, vor mir die Straße zu überqueren und im Busch zu verschwinden. Aber ich meine, für heute eigentlich schon genug gesehen zu haben!
Auf dem Rest der Morgenfahrt gibt es nichts Besonderes mehr, aber viel Landschaft, Zebras, Giraffen, Korhahns und was man halt so alles sieht. Leider auch ein toter Flamingo auf der Straße zum Etosha Lookout. Bereits um 11:00 bin ich beim Campingplatz Halali. Nur ein Platz ist besetzt! Aber im Laufe des Mittags treffen die ganzen Wohnwagen ein und umzingeln mich. Ich selber verbringe einen gemütlichen Nachmittag mit Poolbesuch, mehreren Besuchen beim Wasserloch, Schreiben und Lesen. Nur das Internet funktioniert hier nicht so gut, aber das ist wahrscheinlich auch gut so!
Kurz nach 16:00 Uhr breche ich wieder auf, runter zu den Ebenen, die Hauptstraße entlang. Nach gut 30km biege ich recht ab Richtung Sueda. Da fällt mir ein, dass nur etwas weiter das Wasserloch Homob ist und kehre um, ohne dort aber anzukommen. Denn nach 2km entdecke ich ein Breitmaulnashorn im Busch. Nicht wirklich nahe, aber es ist sehr offen, so dass man das Tier sehr gut beobachten und filmen kann. Und es schien in meine Richtung zu laufen, hielt dann aber an. Ich sehe , dass ich direkt an einem Wildwechsel stehe und fahre deshalb etwas zurück. Vielleicht kommt es dann ja? Statt dessen kommt ein zweites Auto und stellt sich direkt vor den Wildwechsel. Trotzdem nähert es sich langsam, bleibt aber stehen, als noch ein drittes Auto stehen bleibt. Ich beschließe. 10 Minuten zu warten, ob es doch noch kommt. Statt dessen kommt aber ein viertes Auto, das sich zu uns gesellt. Mir ist das zu viel und ich fahre zurück.
Kurz vor Sueda sehe ich dann noch ein zweites Breitmaulnashorn, sehr nahe an der Straße, aber auch scheu, so dass es schnell verschwindet. Unten an den Wasserlöchern gibt es sonst nichts Besonderes, also Richtung Nuamses und Goas, wo ich sonst immer viel Elefanten gesehen habe. Aber nich heute. Doch kurz nach der Abzweigung Richtung Goas dann ein Spitzmaulnashornbulle direkt neben der Straße. 10 Meter entfernt von mir nimmt er genüsslich ein Schlammbad. Eine herrliche Szene!
Bei Goas, meinem Lieblingswasserloch, scheint es nichts zu geben. Dann entdecke ich doch noch eine Tüpfelhyäne, die am Wasserloch liegt, aufsteht, und säuft. Und auf dem Rückweg sehe ich dann doch noch eine schöner Herde Elefanten, die vor mir die Straße überqueren. Ein halbstarker bleibt auf der Straße stehen und flappt bedrohlich mit Rüssel und Ohren, doch das beeindruckt mich nicht. Als ich den Motor aufheulen lasse, lässt er es gut sein, und geht zum Rest der Familie über die Straße. Ich drehe nochmals um, um besser filmen zu können, de Halbstarke geht zurück auf die Straße und kratzt bedrohlich mit den Füßen, so dass ich besser den Motor laufen lasse. Es bleibt aber alles friedlich. Nacht sehe ich dann noch am Wasserloch in Halali eine Nashornkuh mit ihrem Kalb, was den tollen Tag schön abrundet.







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25 Jan 2020 08:33 #578445
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Tag 9, Freitag 24. Januar
Morgens um 6:05 am Gate, das offiziell um 6:35 aufmacht. Um 6:20 erbarmt sich der Wachmann und lässt mich raus. Goas und Nuamses gibt es nichts zu sehen, unten in den Ebenen nochmals zwei Breitmaulnashörner. Eines vor Salvadore direkt neben der Straße! Weiter über Aus, Olifantsbad. Gemsbockvlakte, Nbrowi, Gaseb nach Okaukuejo, ohne viel zu sehen. Dort bin ich bereits um 11:00 an und checke ein. Im Hauptbüro abseits des Touristenbüros gelingt es mir sogar, für morgen ein Permit für den Namib Naukluft Park zu bekommen. So muß ich nicht nach Windhoek reinfahren um dort das Permit zu holen, was an einem Samstag eh sinnlos gewesen wäre.
Mittags blieb ich im Camp. Am Wasserloch fast nichts los. Es ist so heiß! Um 16:00 zum Pool. Ab 19:00 wieder am Wasserloch, schöner Sonnenuntergang, sonst nichts, gar nichts! Also lesen. Endlich um 21:20 kommen zwei große männliche Löwen zum Saufen. Hat sich das Warten doch gelohnt! Die ganze Nacht durch werden diese Löwen brüllen, teilweise nur 50m von meinem Zelt entfernt hinter dem Zaun. Andere Löwen geben sich mit Ihnen ein Duell, es scheinen zwei Rudel um die Wette zu brüllen. Ich hingegen duelliere mich mit unzähligen Moskitos, die den Weg in mein Zelt gefunden haben!







Letzte Änderung: 25 Jan 2020 08:35 von CarstenS.
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26 Jan 2020 12:16 #578521
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Mein Vergleich Khaudum zu Etosha? Wildnis versus gut besuchter Zoo. In Etosha sieht man deutlich mehr und deutlich einfacher. Ich ziehe den wilden und einsamen Khaudum vor, bin aber doch froh, den Abstecher nach Etosha gemacht zu haben und hier Geparden, Nashörner, Löwen und Elefanten gesehen zu haben. (Übrigens: Eerstaunlicher Weise ist das Handynetz in Khaudum Camp deutlich besser als in Halali und Okaukuejo  ). Vor allem in Okaukuejo waren mir viel zu viele Touristen. Ständig ging, auch nachts, irgendwo der Alarm eines Autos an! Ich verschließe mein Auto nie in den Camps, und in 20 Jahren habe ich noch nie gehört, dass etwas geklaut wurde. Aber der Hauptvorteil von Khaudum: Man kann überall aussteigen zum Rumschauen, Filmen und Pinkeln, ohne Angst haben zu müssen, von irgendjemanden entdeckt zu werden!
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26 Jan 2020 12:24 #578524
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Tag 10, Samstag 25. Januar
Die Löwen hatten die ganze Nacht gebrüllt und auch noch am Morgen. Wie immer stand ich 5:30 auf, räumte das Camp auf bis das Wasser koch. Dann mit Kaffee zum Wasserloch, wo außer mir niemand war, weder Mensch noch Tier. Doch leuchteten im Licht meiner starken Stirnlampe näher kommende Augen auf, und wenige Minuten später ist ein Löwenmännchen zum Saufen da. Ich kann ihm am Zaun entlang folgen (was er gar nicht toll findet) bis zu meinem Camp, wo er in Büschen verschwindet. Es ist noch dunkel.
15 Minuten später fängt er an zu brüllen und es ist inzwischen hell genug, dass man ihn sieht, auch wenn er recht weit weg ist und für mich zum Filmen zu dunkel. Inzwischen sind auch andere Campbewohner wach und stehen mit mir am Zaun. Der Löwe verschwindet, aus Richtung Wasserloch ertönt mehr Löwengebrüll und alle außer mir rennen hin. Ich räume mein Camp auf, dann sehe ich am Zaun drei Löwen entlangspazieren, zwei Männchen und ein Weibchen. Inzwischen ist es hell genug, dass ich sie schön filmen kann.
6:35 macht das Tor auf und ich bin da, heute aber erst das dritte Auto. Mich wundert es, dass die beiden anderen Autos nach links in den Park abbiegen, wo doch rechts neben dem Camp die Löwen waren. Mir soll es recht sein, ich fahre rechts, und nach gut 500m sitz ein großer Löwenmann auf dem warmen Asphalt und lässt sich herrlich fotografieren und filmen. Er läuft so nahe am Fenster vorbei, dass ich ihn fast streicheln könnte. 10 Minuten habe ich mit ihm, dann kommen vom Anderson Gate Game Viewing Vehicles. Diese sind leer, werden wohl im Camp mit Touristen gefüllt. Dem Löwen ist das zu viel, er geht in den Busch. Ich gehe zum Anderson Gate und verlasse Etosha.




Nach solchen Menschenmassen in Okaukuejo soll es heute nochmals in die Wildnis und Einsamkeit gehen, in die Namib! Laug GPS geht braucht der schnellste Weg zu den Tinkas, wo ich campen möchte, nur 5 Stunden. Aber ich wähle den Umweg über Windhoek, da ich den schönen und wilden Us Pass fahren möchte, was sich später noch als sehr schlechte Entscheidung rausstellen sollte. Dauer angeblich 6 ½ Stunden, aber da mein Hilux berghoch nicht auf 120km/h kommt und man auf den Schotterstrassen, vor allem beim Pass, keine 100km/h fahren kann (wie das GPS glaubt), wird s deutlich länger brauchen.
Vor 8 Tagen hatte ich ja in Otjiwarango einen neuen Reifen gekauft, da einer geplatzt war. Damals hatten sie nur einen da, so ging ich heute hin, um noch einen zweiten de selben Marke zu bekommen. Nun habe ich hinten zwei neue Reifen drauf, und seit 8 Tagen schon ja auch vorne. Da sollte die nächsten Jahre Ruhe sein. Dann noch Großeinkauf beim Spar, für den Rest der Reise: Gemüse, Milch und Grillfleisch, sowie etwas gegen Moskitos (jetzt wohl zu spät, da es in die trockenen Gebiete geht, wandert aber in die Campingbox).
Weiter nach Windhoek, welches ich gegen 14:00 Uhr verlasse. Ich nehme die C28 und dann den wilden Us Pass. Diesen muss man langsam, fahren, da teilweise sehr steil, steile Kurven, enge Straßen. Dafür tolle Aussicht! Weniger toll ist die Ansicht mehrere Pferde, die wegen der anhaltenden Trockenheit offensichtlich am Verhungern sind. Zwar sehe ich, dass zwei Reviere vor kurzem abgegangen sind, aber hier und auch in der Namib ist alles staubtrocken!
Beim Us Pass fangen meine Augen an zu tränen. Ich hatte mich in Windhoek nochmals mit Sonnencreme eingecremt und denke, es liegt daran. Zwei Mal wasche ich hinten am Auto mein Gesicht ab. Hilft alles nichts, es wird immer schlimmer und schlimmer. Ich kann kaum mehr die Augen offen halten, und mir wird klar, es liegt nicht an der Sonnencreme sondern an der Sonnenstrahlung: Meine Augen sind überlastet! Es ist eine Qual und zum ersten Mal bereue ich es, alleine unterwegs zu sein. Wie schön wäre es, jemand anderes könnte fahren und ich die verbrannten Augen schließen! Inzwischen bin ich auf der Namib unten, die trocken und ausgestorben ist. Auch am Wasserloch Gemsbokwater ist nichts zu sehen. Ich sehe eh fast nichts mehr, habe mir unter die Brille für das rechte Auge eine Serviette geklemmt, um das Auge zu schonen. Es ist eine Tortur, am liebsten würde ich mit beiden Augen geschlossen weiterfahren, was natürlich nicht geht. Es sind noch gut 30km zu den ersten Campingplatz bei den Tinkas, kaum zum aushalten. Hätte ich die schnellere Route genommen, wäre ich schon im Camp, dort angekommen, als die Probleme begannen. So habe ich 1 ½ Stunden Qual.
Endlich um 17:50 nach 11 Stunden auf der Straße im ersten Camp angekommen. Ich falle ich fast aus dem Auto in den Schatten. Ich nehme eine Matratze raus, die ich für Mittagsschlaf dabei habe und noch nie benutzt habe. Ich falle für 15 Minuten in einen unruhigen Schlaf, dann geht es besser, ich bin aber immer noch kaputt. Nochmals 30min schlafen mit wilden irren Träumen. Als ich aufstehe, fühle ich mich krank. Dabei sollte es doch keine Tortur werden, sondern ein Höhepunkt, in der Namib zu Campen! Die Augen schmerzen immer noch, aber ich kann sie offen halten.
Ich klettere einen kleinen Hang hinauf. Vor zwei Jahren hatten hier hatten meine damals 8 jährige Tochter und ich den Sonnenaufgang bewundert. Nun sehe ich noch zwei weitere Campingplätze. Meiner ist teilweise sehr verdreckt, und so zwinge ich mich ins Auto und schaue mir die beiden anderen an. Dabei werden endlich wieder meine Lebensgeister geweckt, das Krankheitsgefühl ist weg. Der Platz vor 3 Jahren an der Blutkopje, nicht weit entfernt, war doch besser gewesen? Also fahre ich in die Richtung, Ich sehe den Campingplatz Groot Tinkas nach wenigen Kilometern, der auch sehr schön ist. Links geht es zur Blutkopje, rechts zu Mid Tinkas und Archer, wo ich noch nie war. Also rechts. Mid Tinkas ist nicht besonders, bis Archer sind es nochmals 6km, was in dem Terrain nicht wenig ist. Aber so schnell komme ich nicht mehr hier her, ich will es sehen, auch wenn meine Augen wieder tränen und schmerzen.
Und es hat sich gelohnt, der Steinbogen ist wirklich beeindruckend, ich habe einen tollen Sundowner und campe schön in der Einsamkeit der Namib, die Sterne über mir, die Ebene unter mir. Und Augentropfen habe ich im Auto auch welche gefunden!

















Letzte Änderung: 26 Jan 2020 12:33 von CarstenS.
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26 Jan 2020 12:58 #578529
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Guten Tag Carsten,

Deinen Vergleich Kaudum vs Etoscha unterschreibe ich ...... :)

LG.....................BMW
Letzte Änderung: 26 Jan 2020 13:07 von BMW.
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27 Jan 2020 06:46 #578622
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Tag 11, Sonntag 26. Januar
Um 5:30 weckt mich die Armbanduhr. Ist glaub das erste Mal auf dem Trip, dass ich nicht von alleine aufwache. Die Augen tun weh, fühlen sich geschwollen an, der Sandmann war da. Ein Grund, früh loszufahren, so lange die Sonne noch nicht zu grell ist. Im Lauf des Tages werde ich, wie eigentlich immer, die Sonnenblende immer vorne unten haben (selbst wenn dann von rechts die Sonne auf mein Gesicht draufknallt) und nur auf die Straße schauen, nicht den blauen Horizont. So geht es ganz gut und auch wenn ich abends noch fühle, wie die Augen schmerzen, war das kein Vergleich zu gestern!
Also raus, und wie immer als allererstes das Wasser für den Kaffee kochen, zusammen packen, um im 6:00 geht es im Morgengrauen los durch die Namib. Ich fahre zur Blutkopje, Volstruishoogte zur C14. Die Ruhe und die Landschaft sind atemberaubend. Im August 2017 und 2018 (und auch in anderen Jahren davor) hatten wir hier viele Herden von Bergzebras und Gemsböcken gesehen, Strauße und sogar Giraffen. Aber dieses Jahr ist alles wie ausgestorben, bis auf zwei Strauße und zwei Mal ein einsamer Gemsbok.
Ich fahre den Kuiseb Pass. Hier und auf der ganzen Strecke beschränke ich mich auf 80km/h. Die Straße ladet zwar zu mehr ein, aber nirgendswo sonst habe ich in den Jahren so viele, teilweise schlimme Unfälle gesehen! Ich passiere die Stelle, wo wir mal drei jungen Franzosen geholfen hatten, aus ihrem überschlagenen, eine Abhang hinuntergerollten Bakkie das Gepäck zu holen. Der Typ vom Abschleppdienst schaffte es nur, das Auto hochzuziehen, nachdem er nach zig erfolglosen Versuchen mit seinem Abschleppseil mein elstict rope benutzte. Ich fahre über die Brücke unten am Kuiseb, wo damals ein Italiener mit dem Auto halb drüber hing, und oben an der Ebene an der Stelle vorbei, wo wir 2018 einen schlimmer Frontalzusammenstoße gesehen hatten.
Allerdings fällt mir auf, dass mein vor 2 Wochen geservicter Hilux nicht mehr besonders schnell fährt. Auf der Hinstrecke waren 120 normal, 130 oder mehr drin. Jetzt kaum 100. Abends im Camp werde ich den Luftfilter checken, der beim Service nicht erneuert wurde. Aus diesem kommt eine riesige Staubwolke, was wohl das Problem gewesen sein wird.
Ich fahre den tramhaften Gamsberg Pass, weiter nach Rehobot, wo mein Auto gegen 11:00 den Asphalt küsst. Um 12:30 in Mariental. Nochmals zum Spar, denn ich hatte gestern doch ein paar Kleinigkeiten vergessen, Brennholz und Eis brauch ich auch. Bei den Tankstellen ist es erstaunlich schwierig, einen Schlauch zu finden, um meinen Wassertank aufzufüllen, der natürlich gestern in der Wüste leer wurde. Um mich (meine Augen) auszuruhen gehe ich zum ersten Mal auf dieser Reise Essen, ein Chicken Burger beim Wimpy.
Der lange Aufenthalt in Mariental und mein langsamer Hilux sind der Grund, warum ich erst 17:05 an der Grenze zwischen Namibia und Südafrika eintreffe. Ich hatte schon Angst, die Grenze würde um 17:00 schließen. Aber weit gefehlt, denn sie hat schon um 16:30 geschlossen! Also muss ich auf einer Farm direkt vor dem Gate übernachten. Vorteile sind: Mit 100 NAM sehr billig, herrlich gelegener kleiner Campingplatz unter Akazien, der mir ganz alleine gehört. Bereits vor 14 Jahren hatte ich hier mal mit meiner (zukünftigen) Frau übernachtet, da in Mata Mata kein Camp frei war. Seitdem ist der Platz viel moderner geworden, hat inzwischen sogar Strom! Wenn das Tor nach Mata Mata nicht so dumme Öffnungszeiten hätte (8:00 bis 16:30), wäre er eine tolle Alternative!




















Letzte Änderung: 30 Jan 2020 15:48 von CarstenS.
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