Samstag, 31.03.2018 – von Lusaka nach Livingstone:
In der Nacht grollte öfter schlimmes Gewitter und Blitze zuckten, aber es ging größtenteils um uns herum und wir blieben vor dem meisten verschont. Dennoch müssen wir die Zelte heute recht naß einpacken, denn wir haben nicht die Zeit, sie zum Trocknen noch etwas stehen zu lassen.
Das wieder Abbauen und alles im Auto verstauen und Sortieren gestaltet sich noch etwas holprig – wir müssen uns als „Camping-Team“ erst wieder einspielen.
Und: es ist genauso wie ich erwartet habe: Das Innere dieses Autos sieht bereits jetzt aus, als habe ein Büffel eine Break-Dance-Session gehalten

– dabei sind wir bisher noch gar keinem Büffel begegnet!?
Es ist eine eigene Philosophie, dieses Auto zu sechst mit CampingAusrüstung sinnvoll einzurichten (und auch so zu erhalten….). Wir haben die Version mit einer 3-er Mittelbank (bei dem 79er Modell ja ohne Seitentüren, also immer von vorne Sitze umklappen und sich "reinkrampfen"), und ganz hinten zwei kürzere seitliche Bänke. Zwischen diese Bänke passt immer einer unserer Koffer genau von der Höhe – drum herum und unter den Sitzbänken hinten wird mit anderem aufgefüllt (Isomatten, Abschleppseile, Schlafsäcke, Kühlbox, Gasflasche, Tüte mit Schuhen, und eine andere mit Schwimmsachen usw…) Dann kommt auf das ganze eine 140 breite, dünne Matratze(nauflage) – von „IdiotenKaufenEinfachAlles“ (IKEA) - die biegt sich an den Seiten hoch. Auf der schlafen Volker und ich im Zelt, da ich ziemliche Rückenprobleme habe. So dauert es schon immer seine Zeit, bis alles der richtigen Reihenfolge nach wieder „einsortiert“ ist für den neuen Tag!
Später in Botswana beneide ich manchmal die anderen mit ihren voll ausgerüsteten Bushcamper-Mietwagen, wo alles seine schönen zugänglichen Fächer auf Augenhöhe an der Seite des Wagens hat…
Unter die Mittelbank stapele ich meine Tupperdosen mit der „Tages-Überlebens-Ration“ und manchen Leckereien (noch zu Hause gebackenen Schokokuchen, Biltong, Kekse, Nüsse, Äpfel… gekocht wir ja immer erst abends), um möglichen aufkommenden schlechten Launen entgegen zu wirken! Da sind sie gut erreichbar!
Vorne haben wir noch 1 ½ Plätze neben dem Fahrer, und der Platz auf der Mittelbank hinter dem Fahrer wird mit einem weiteren kleinen Koffer und mit dem Zeugs, was wir erreichbar brauchen (Geld, Pässe, Autopapiere, Kameras usw.) belegt. So darf also immer mindestens einer ins „Schlafabteil“.
(Ich habe leider keine Bilder von unserem unaufgeräumten Inneren des Autos… Da müßt Ihr jetzt Eure Phantasie walten lassen!)
Aber irgendwann ist auch dieser Teil geschafft, der in den kommenden Tagen zur flotteren Routine wird, und wir winken den Zebras und den Impala noch einmal zu. Eine Giraffe läßt sich noch in weiter Ferne blicken, und los geht’s in die letzte Etappe unserer langen Botswana-Anfahrt! (die 70 km morgen bis zur Grenze vernachlässigen wir hier mal).
Es sind ca. 470 km – größtenteils gute Straße, nur am Anfang, bis Mazumbuka, gibt es ein Stück von 70 km, die so richtig übel sind! Das war schon vor 2 Jahren so, und daran hat sich nichts geändert. Das kostet eine zusätzliche Stunde. Also, Chinesen, wäre das nichts für Euch??? Oder lieber doch die EU?

In der Mazumbuka Ortseinfahrt bewahrt uns ein langsam vor uns fahrender Bus davor, in die Polizei-Radar-Falle zu brausen! Und im Ort machen wir den selben Fehler wie letztes Mal: da zweigt die Straße auf, mit Schildern: „Light vehicles“ to the right und „Heavy vehicles“ to the left. Wir entscheiden uns, ein „Light vehicle“ zu sein – und finden uns auf einem üblen Pothole-Stück wieder, das uns auch sehr bekannt vorkommt…
Naja, es macht zeitlich keinen so großen Unterschied, doch wir merken uns für die Rückfahrt: Den anderen Weg nehmen!!!
Die ganze Strecke über ist es ziemlich grau bewölkt, ab und zu lässt sich in der Ferne blauer Himmel erahnen, aber irgendwie nimmt die Straße dann doch immer wieder die Richtung in die dunkler werdenden Wolken. Volker und ich beobachten den Himmel kritisch, mit der leisen Hoffnung, dass wir doch in Livingstone nicht im Regen Zelte aufbauen müssen! Darauf haben wir irgendwie gar keinen Bock, und so langsam finden wir, könnte die Regenzeit sich auch mal als beendet erklären! Zumindest da, wo wir unterwegs sind….?
Und was wir kaum zu hoffen wagten, wird dann wirklich wahr: Kurz vor Livingstone – wirklich quasi auf den letzten Kilometern, lichtet sich der Himmel, recht uns links und hinter uns ist es grau, und vor uns über Livingstone und den zu erahnenden Vic Falls breitet sich blauer Himmel mit hübschen Schäfchenwolken aus! Wir sind wirklich sehr erleichtert und glücklich darüber!!!
In der Ferne über den Bäumen kann man schemenhaft die Gischt der Vic Falls sehen. Dieses Bild bietet sich nur an einer Stelle in Livingstone, und es ist immer schön, wenn man hier durch die Stadt fährt und das vor sich sieht: Endlich DA!
Und nun müsst Ihr durch einen kleinen "Gasflaschen-Exkurs" durch - wir mussten es schließlich auch, und Ihr reist ja mit, oder?
Da wir das Problem haben, dass unsere Gasflaschenfüllung sich dem Ende neigt, hoffen wir, sie hier in Livingstone noch zu befüllen.
Diese Gasflasche hat nämlich eine etwas komplizierte Geschichte, und ich konnte sie deshalb in Malawi nicht auffüllen lassen:
Als wir vor 2 Jahren in Zambia waren (entschuldigt, dass ich immer wieder davon rede..), hatten wir auch eine leere Gasflasche, bevor wir in den SL wollten. Also haben wir uns in Chipata damals umgeschaut. Unsere damals aus Blantyre befüllen ging nicht (Laden, der befüllt, was geschlossen, ich glaub, es war ein Sonntag), aber an der Kobil in Chipata gab es welche mit Kochaufsatz zu kaufen, und so haben wir das getan. Damals noch nichtsahnend, dass es zig verschiedene Sorten Gasflaschen mit verschiedenen Gewinden in Afrika gibt!
Einige Monate später, als wir durch TZ nach Kenya hoch fahren, will ich eben diese in TZ auffüllen lassen. In Mbeya stehen Gasfalschen ohne Ende am Straßenrand. Überall! Aber keiner kann sie mir auffüllen - bis mir einer erklärt: "Die kann dir in ganz TZ keiner auffüllen! Diese Sorte wird hier nicht gehandelt!" Na toll! (In TZ gibt es ORYX - ich vermute, dass die mit AFROX kompatibel sind!?)
In Nairobi, der Weltstadt, dann das Wunder: sogar an einer kleinen Station am Dagoretti Corner gibt es alle möglichen Sorten von Gasflaschen, und wir bekommen unsere problemlos gegen eine neue der gleichen Art getauscht. Das einzige, was anders ist: sie ist gelb statt khakigrün. Fröhlich ziehen wir von dannen und haben diese Flasche bis vor kurzem genutzt!
In Blantyre auffüllen geht nicht - hier wird nur AFROX vertrieben, und als er mal alle seine Adapter durchprobiert, und ich immer irritiert gucke, wieso der falsch herum zu schrauben versucht, wird mir klar: das Gewinde ist tatsächlich anders herum geschnitten als bei AFROX Flaschen! Ja gibt's denn so was? Es geht also gar nicht nur um die GewindeGröße, sondern die Gewinde sind einfach in gegensätzliche Richtung geschnitten! Also: keine Chance zum Befüllen!
Nun, haben wir uns gedacht, fahren wir nochmal nach Zambia, wo wir das Ding ja gekauft haben, und hoffen, sie wieder los zu werden - oder wenigstens befüllt zu kriegen.
Wir fahren in Livingstone diverse Tankstellen an, die auch hin und wieder Gasflaschen ausgestellt haben. Nix zu machen. Volker erinnert sich, dass wir sie an einer Kobil gekauft haben, und als wir eine solche finden, und dort auch Gasflaschen stehen, freuen wir uns schon! Es ist wirklich sogar die richtige Sorte!!!! (nur eben khakigrün, und nicht gelb....Das wird später noch eine Relevanz bekommen). Doch auch das wird eine Pleite. Ihre Gasflaschen sind leer, so dass sie unsere nicht tausche können......
Man sagt uns noch, dass es in Livingstone EINEN Laden gibt, der Gasflaschen befüllt. Er heißt "Ankufa" und ist in einer kleinen Seitenstraße, und wir finden ihn auf Anhieb! Doch: der ist geschlossen. Es ist Samstag nachmittag, etwa15:30..... Volker klappert dennoch mal an dem Tor, und da kommt der Wächter, und wir meinen zu träumen, als er uns sagt, dass der Laden morgen (OsterSonntag!) für EINE Stunde geöffnet hat - zwischen 9 und 10 Uhr vormittags! Also, die Hoffnung stirbt zuletzt! Und noch ist sie nicht tot!!!
Nun fahren wir erst noch an der Lodge vorbei zu dem Punkt, wo man am Zambezi oberhalb der Vic Falls die Gischt „von hinten“ sehen kann – hier ist auch mein Anfangsbild entstanden. Ich könnte hier ewig stehen, dieser starken Strömung zuschauen, und dem Tanz der Gischt hinter der Abbruchkante, die man von hier aus ja nur erahnen kann!
Allerdings mögen auch andere diesen Platz, und es kommen ständig neue Leute, die sich für Selfies positionieren. Uns sind diesmal keine recht Sympathischen dabei, und so fragen wir erst auf der Rückfahrt zwei britische Fahrradfahrer, ob sie ein Familienbild von uns machen (mein erstes Bild ist damit also eigentlich eines der letzten).
Dann rollen wir gegen 4 Uhr nachmittags in die Maramba River Lodge ein – ein Ort, der mir schon vor 2 Jahren so gut gefallen hat, dass ich so gerne nochmal her kommen wollte! Ich liebe natürlich angelegte Compounds, und Lodges, die rustikal und vom Stil in die Natur eingebettet sind. Deshalb müsst Ihr Euch das jetzt ein bisschen anschauen. Vielleicht mag der eine oder andere es sich ja für Zambia/Vic Falls auf seiner Liste notieren!
Reception
Restaurant
Pool, Bar, Lounge