THEMA: April 2016: Von Maun nach Kasane als Lodgehopper
07 Jul 2016 09:20 #436904
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Liebe Fomis,
ja, ja, die Zeit, sie rennt! Seit Anfang Mai sind wir schon wieder zurück aus Botswana, aber ich habe einfach keine Zeit gefunden, meinen Bericht zu schreiben. Jetzt sieht es zeitlich bei mir ein wenig besser aus, also starte ich mein Tagebuch und hoffe, in einem akzeptablen Zeitraum bis zum Ende durchzukommen.
Wie jedes Jahr im (deutschen) Frühjahr wurde ich losgeschickt, um einige Eindrücke von Unterkünften – diesmal nur in Botswana - zu sammeln. Ich habe nun mal ein hartes Los. Da wo andere Urlaub machen, muss ich „auf Arbeit“ hinfahren. Glücklicherweise hat mich auch diesmal wieder meine Frau Ruth unterstützt, das machte mir den Aufenthalt ein bisschen leichter ;-)

Unsere Tour in Stichpunkten:

12.04.16 Abflug Frankfurt – Johannesburg (zum ersten Mal mit Lufthansa)
13.04.16 Ankunft in JNB, weiter mit Airlink nach Maun, von dort weiter mit dem Buschflieger (Safari Air) an den Rand des Makgadikgadi Nationalparks. 3 Übernachtungen in Leroo La Tau (Desert & Delta)
16.04.16 Transfer mit dem Buschflieger (Mack Air) ins Okavango Delta, 2 Übernachtungen in der Sandibe Safari Lodge ( & Beyond)
18.04.16 Transfer (Mack Air) in den südlichen Teil des Deltas, 1 Übernachtung im Xudum Safari Camp ( & Beyond)
19.04.16 Tansfer (Mack Air) in den nördlichen Teil, 3 Übernachtungen im Camp Okavango (D & D)
22.04.16 Transfer (Safari Air) in den Moremi NP, 3 Übernachtungen im Camp Moremi (D & D)
25.04.16 Flug (Safari Air) nach Savute, 2 Übernachtungen in der Savute Safari Lodge (D & D)
27.04.16 Flug (Safari Air) nach Kasane, 5 Übernachtungen in der Garden Lodge
02.05.16 Abflug mit Airlink von Kasane nach Johannesburg, dann weiter mit LH nach Frankfurt

Während wir im Frühjahr 2015 überwiegend in Südafrika als Selbstfahrer unterwegs waren, sollte es diesmal wieder eine Reise unter dem Motto: „Betreutes Reisen – Betreutes Wohnen“ werden, bei der wir uns um nichts kümmern wollten. Ja, ja, ich habe bei dieser Beschreibung auf einen Fomi-Ausdruck zurückgegriffen, ich denke mal, Bele wird es erlauben :whistle:



Dienstag 12.04.16
Wir sitzen im Auto meines Schwagers und lassen uns zum Frankfurt Airport chauffieren. Der ist nicht wirklich weit entfernt von unserem Wohnort (ca. 15 Minuten), wir starten aber trotzdem relativ früh, denn wir wollen eine neue LH Lounge im Terminal E testen. Wir haben ein Upgrade für die Businessclass in der Tasche, das machte die Sache ziemlich angenehm. In all den Jahren flogen wir ausschliesslich mit der SAA ins südliche Afrika, deshalb bin ich gespannt, wie die Lufthansa im Vergleich abschneiden wird. Im Vorfeld hatte ich die Info bekommen, dass es nicht möglich sei, mit der LH zu fliegen und trotzdem das Gepäck bis Maun durchzuchecken. Das erwies sich als falsch. Die Dame am LH Schalter konnte uns sogar die Bordkarten für den Airlink Flug am nächsten Tag ausdrucken. Damit war das Thema „wir müssen nach SA einreisen, im Domestic Departure Bereich bei Airlink einchecken und dann wieder zurück zur International Departure Halle" vom Tisch. Um bei einer eventuellen Verspätung ja nicht unter Zeitdruck zu kommen hatte ich sicherheitshalber den Bidvest VIP Service gebucht, das hätte ich mir also sparen können. Trotzdem schicke ich an dieser Stelle ein Dankeschön an das Fomi Cecile für die Infos :kiss:

Der Weg durch die Handgepäckkontrolle ist schnell absolviert, schon bald sitzen wir in der Lounge organisieren uns zwei Gläser Weisswein, prosten uns zu und beginnen damit „ganz offiziell“ unsere Reise nach Botswana. Wir werden (einen dreitägigen Besuch im Tuli Block eingerechnet) immerhin zum 15. Mal botswanischen Boden betreten. Ja ! Wir lieben dieses Land :)

Etwa 21:30 machen wir uns auf den Weg zum Gate und besteigen die Boeing 747. Die Business Class macht einen guten Eindruck. Was für uns erfreulich ist: Genau wie bei der SAA lassen sich die Sitze in eine waagrechte Position stellen, man hat also ein „richtiges“ Bett zur Verfügung. Ich bin nicht mehr der Jüngste und meine alten Knochen sind dankbar für diese Art der Reiseerleichterung. Das Personal in der Kabine ist ausgesprochen freundlich und gut gelaunt, wir fühlen uns sofort wohl an Bord. Pünktlich werden die Türen geschlossen und wir rollen zur Startbahn. Nach dem Start suchen wir uns das Abendmenü aus und lehnen uns völlig entspannt zurück. Ach ist das schön! Morgen um diese Zeit können wir schon auf unserer Terrasse mit Blick auf den Boteti sitzen und den Sternenhimmel des südlichen Afrika bewundern. Dazu gibt es garantiert ein Konzert verschiedener Tierstimmen …
ICH KANN ES KAUM ERWARTEN! :woohoo: :woohoo:

Mittwoch 13.04.16
Irgendwann am frühen Morgen wachen wir ganz von alleine auf. Ich schaue meine Frau an und wir nicken uns zu: Ja, wir haben ganz gut geschlafen und sind bereit für unsere kleinen Abenteuer in Botswana. Bald darauf gibt es Frühstück, dann dösen wir noch ein wenig und landen um kurz vor 09:00 in Johannesburg. Wegen einer Gewitterfront mussten wir einen kleinen Umweg fliegen, deshalb haben wir etwas Verspätung. Wir verabschieden uns von den Flugbegleitern (innen). Ich muss es noch mal sagen: Die Crew war extrem nett, für unsere Begriffe sogar noch etwas freundlicher als bei der SAA. Kaum haben wir das Flugzeug verlassen, werden wir auch schon von einer Bidvest Mitarbeiterin in schicker grün-weisser Uniform erwartet. Sie hat ein Schild mit unserem Namen in der Hand, wir haben also keine Probleme, sie zu erkennen. Ich erkläre ihr, dass unser Gepäck bereits durchgecheckt ist und dass wir ihre Hilfe eigentlich nicht mehr benötigen, aber davon will sie nichts hören. Sie hat den klaren Auftrag, sich um uns zu kümmern und den führt sie selbstverständlich aus. Sie schnappt sich ein Stück Handgepäck von Ruth und los geht´s durch die langen Gänge des Transitbereichs. Unterwegs fragt sie, wie unser Flug war und ob wir das erste Mal in Afrika sind. Nachdem wir ihr sagen, wie oft wir schon ins südliche Afrika gereist sind, ist sie beeindruckt und meint, wir müssen diese Region wohl sehr lieben. Das können wir natürlich ohne Einschränkung bejahen. Wir erreichen die Passkontrolle, unsere Begleiterin achtet darauf, dass wir so schnell wie möglich durchgeschleust werden, wenig später folgt noch die Kontrolle des Handgepäcks, dann fahren wir die Rolltreppe hoch und erreichen die riesige Abflughalle mit den vielen, vielen Geschäften. Ein paar Minuten müssen wir noch laufen, dann kommen wir zu „unserer“ Rolltreppe, die hinauf zur SAA Baobab Lounge führt. Unsere Begleiterin betritt mit uns die Lounge, läuft zielstrebig vor uns her und sucht uns zwei Sessel aus. Wir stellen unsere Sachen ab und bedanken uns bei ihr. Ich muss noch quittieren, dass der Service ok war, dann lächelt sie uns noch einmal an, wünscht uns eine gute Reise und verlässt die Lounge.

Meine Frau organisiert uns ein zweites Frühstück, während ich einige SMS an die Lieben zuhause schreibe. Um 11:00 machen wir uns schon wieder auf den Weg zum Gate. Auch diesen Weg sind wir schon einige Male gelaufen, müssen uns also überhaupt nicht neu orientieren. In dem Moment, als wir den Schalter erreichen, beginnt die Prozedur des Boardings. Wir sind deshalb die ersten und können uns im wartenden Bus unseren Lieblingsplatz aussuchen. Gegen 11:45 werden wir zu dem Flieger aufs Vorfeld gefahren. Bald darauf sitzen wir in Reihe 1 und warten darauf, dass alle Passagiere ihre Plätze eingenommen haben, dann geht es auch schon los.



Der Flug nach Maun dauert gut 1 ½ Stunden. Bei klarem Himmel zieht die Landschaft unter uns vorbei. Die Salzpfannen der Makgadikgadi Pans leuchten zu uns herauf, wenig später kann ich auch schon den Thamalakane River erkennen. Ich sehe, dass er nicht besonders viel Wasser führt, die Regenzeit war nicht wirklich ergiebig. Wir überfliegen den Fluss und schwenken nach rechts, dann liegt auch schon der Maun International Airport in unserem Blickfeld. Die Landung ist sanft, wir rollen zum Haltepunkt vor dem Flughafengebäude und wenige Minuten später können wir auch schon aussteigen. Ruth und ich haben immer ein paar Einreiseformulare vorrätig. Die konnten wir deshalb schon in Johannesburg ausfüllen. Wie immer begrüssen wir die Beamtin am Schalter mit ein paar Brocken der Sprache Setswana, sie lächelt und antwortet und Ruckzuck ist für uns die Einreiseprozedur vorüber. Bald darauf können wir unser Gepäck in Empfang nehmen. Am Zoll kümmert sich niemand um uns, dann betreten wir die kleine Empfangshalle. Sofort erkennen wir die Dame von Desert und Delta. Auch sie hält ein Schild mit unserem Namen in der Hand. Wir begrüssen sie – natürlich wieder auf Setswana. Ich frage sie, wie sie geschlafen hat, stelle fest, dass heute ein heisser Tag ist und sie ist überglücklich, dass ein deutscher Tourist mit ihr in ihrer Muttersprache redet, so etwas passiert nämlich sehr selten. Englisch ist neben Setswana die offizielle Umgangssprache in Botswana, deshalb machen sich die wenigsten Gäste die Mühe, ein paar Worte in Setswana zu lernen. Zwei Gäste aus Frankreich stossen jetzt zu uns, damit ist unsere Reisegruppe komplett. Unser Gepäck wird auf einen kleinen Rollwagen geladen, während wir uns bei der Handgepäckkontrolle anstellen. Danach sitzen wir noch ein paar Minuten in einem Raum (Halle wäre etwas übertrieben). Dann erscheint unser Pilot, wir treten aufs Vorfeld und besteigen einen kleinen Bus, der uns zum Buschflieger bringt. Um 14:15 rollt die kleine Maschine zur Startbahn und kurz darauf schwingen wir uns in die Lüfte. Keine Wolke zeigt sich am blauen Himmel, es verspricht ein ruhiger Flug zu werden.


Etwa 40 Minuten später sind wir bereits in den Sinkflug übergegangen. Ich schaue aus dem Fenster und kann einige Elefanten an einer Wasserstelle erkennen. Wir fliegen jetzt parallel zur Teerstrasse, die das Städtchen Maun mit dem Ort Nata verbindet, dann taucht die staubige Landepiste vor uns auf. In niedriger Höhe überfliegen wir den Airstrip, der Pilot schaut, ob auch keine Tiere die Piste blockieren, dann fliegen wir eine scharfe Kurve und setzen ziemlich genau um 15:00 sehr sanft auf der Piste auf. Flug Nummer 1 haben wir ohne Probleme absolviert, so kann es weiter gehen :)




Kaum hat der Pilot die Cessna am Rand der Piste geparkt und den Motor abgestellt, nähert sich auch schon ein Safarifahrzeug. Wir werden freundlich begrüsst und das Gepäck wird umgeladen. Dann warten wir noch, bis der Buschflieger wieder gestartet ist. Jetzt machen wir uns auf den Weg zur Lodge. Wir folgen einer schmalen Sandpiste. Mal windet sie sich durch dichtes Buschwerk, mal öffnet sich die Landschaft. Einige Vögel fliegen an uns vorbei, grosse Tiere sind aber nicht auszumachen. Nach ca. 30 Minuten haben wir unsere erste Station, Leroo La Tau, erreicht. Wie wir es aus von anderen Unterkünften gewohnt sind, werden wir mit Gesang und einem kühlen Getränk von der Staff begrüsst. Die Angestellten stellen sich einzeln vor und jede bzw. jeder gibt uns die Hand. Natürlich haben wir keine Chance, uns die ganzen Namen zu merken, aber zum Glück tragen alle Namensschilder, das macht die Sache für uns viel einfacher. Es wäre uns unangenehm wenn wir mit unseren Vornamen angesprochen werden und wir keine Ahnung hätten, wie unser Gegenüber heisst. Wir werden von einem der Manager auf die offene Veranda geführt. Während man unser Gepäck zur Unterkunft trägt, bekommen wir einige Informationen zur Lodge und dem täglichen Ablauf.

Leroo La Tau liegt am Rand des Boteti River. Auf der anderen Uferseite beginnt bereits der Makgadikgadi Nationalpark. Die Lodge hat 12 Chalets, es können also bis zu 24 Gäste übernachten. Der Uferrand ist an dieser Stelle über 20 Meter hoch, deshalb hat man vom Hauptgebäude und von den Chalets einen tollen Ausblick über den Fluss bis in den Park hinein. Acht Jahre zuvor standen wir genau auf der gegenüberliegenden Seite im Park. Damals war der Boteti ausgetrocknet und im Flussbett tummelten sich viele Gnus, Zebras und Elefanten. Ich konnte hoch oben ein Chalet erkennen und hatte schon damals den Wunsch, irgendwann mal genau dort zu stehen und das bunte Treiben im Flussbett zu beobachten. Dieser Wunsch ging also jetzt endlich in Erfüllung, auch wenn – wegen des Wassers im Flussbett und wegen einer anderen Jahreszeit – die Tiere nicht so zahlreich sind wie damals. Egal ob man sich am Haupthaus, auf der Veranda neben dem Pool oder in den Chalets befindet, man hat immer diesen phantastischen Ausblick, Ruth und ich sind uns schon nach wenigen Minuten einig: Das ist ein wirklich schöner Platz hier, wir können mal wieder nicht meckern.

Der normale tägliche Ablauf sieht so aus: 06:00 Wecken, 06:30 Frühstück, 07:00 Abfahrt zum Gamedrive. Gegen 11:00 Rückkehr (je nachdem, was man so sieht), ca. 11:30 Lunch. Die Zeit bis zum High Tea dient der Entspannung. Um 15:00 trifft man sich wieder, um 15:30 startet man zum Nachmittags-Gamedrive. Gegen 18:00 stoppt man zum Sundowner, um 18:30 ist man wieder in der Lodge. Dann bleibt einem eine gute halbe Stunde um sich frisch zu machen, bevor man zum Sundowner an der Bar abgeholt wird. Danach wird das Dinner serviert.
Dann begleitet man uns zu unserem Chalet. Es besteht aus einem grosszügigen Wohn- Schlafraum, sowie einem separaten Bad mit Duscheinheit. Die ganze Front ist verglast und bietet einen traumhaften Ausblick über den Boteti und in den Park. Auch auf der Aussichtsterrasse lässt es sich gut aushalten.

















Wir richten uns kurz ein, dann werden wir auch schon wieder zum High Tea und zu der ersten Ausfahrt erwartet. Unser Guide Lasty stellt sich vor. Er wird unser Begleiter für die nächsten 3 Tage sein. Es dauert nur kurze Zeit, dann merke ich schon, dass wir uns gut verstehen werden. Zufrieden machen wir uns auf den Weg zum Wagen, mit uns kommt ein Ehepaar aus Kanada, sowie Chris aus England. Der Weg führt hinunter zum Boteti. Der ist an einigen Stellen komplett trocken, deshalb durchqueren wir das sandige Flussbett ohne Kontakt mit dem Wasser.

Der Gamedrive verläuft sehr entspannt, die „üblichen Verdächtigen“ wie Impalas, Kudus, Zebras tauchen auf. Wir kommen an einen Flussabschnitt, der Wasser führt. Am Ufer grasen Impalas und Kudus. Während ein Kudu ziemlich entspannt durch das Wasser zur anderen Seite läuft bewegt sich ein Impala vorsichtig an den Rand des Wassers und springt dann mit einem Riesensatz ans andere Ufer. Das nächste Impala reagiert genauso. Es scheint so, als hätten diese Antilopen schlechte Erfahrungen mit Krokodilen gemacht.




Wir sind jetzt eine halbe Stunde Minuten unterwegs, plötzlich hören wir ein komisches Geräusch. Lasty stoppt, steigt aus und betrachtet sich den hinteren Reifen. Tja, der sieht ziemlich platt aus! Also heisst es für uns: Aussteigen und die Landschaft geniessen, während Lasty in der Nachmittagshitze schuften muss. Unser Angebot ihm zu helfen lehnt er ab. Bald darauf ist der Ersatzreifen montiert und wir setzen unsere Fahrt fort.


Wie immer, wenn wir auf der Pirsch sind, vergeht die Zeit sehr schnell. Es ist kurz vor 18:00, die Sonne steht bereits knapp über dem Horizont. Wir halten an einer übersichtlichen Stelle und steigen aus. Lasty holt einen Klapptisch hervor, darauf kommt ein Tischdeckchen, dann werden verschiedene Getränke und Häppchen angeboten. Wir haben bereits vor dem Gamedrive Weisswein geordert, deshalb reicht er uns jetzt zwei gut gefüllte Gläser. Wir bedanken uns und drehen uns automatisch Richtung Sonne, die sich rot verfärbt und die Bäume am gegenüberliegenden Steilufer als schwarze Scherenschnitte präsentiert. In unserer unmittelbaren Umgebung herrscht wieder einmal diese wunderbare friedliche Stimmung, die wir während der „goldenen Stunde“ schon so oft erlebt haben. Das sind die Sundowner, die meine Frau liebt! Leider versinkt die rote Sonnenscheibe in den Tropen extrem schnell, wenige Minuten später wird der rosafarbene Himmel langsam grau. Wir sehen noch einen Geier vorbeifliegen, der sein Nest in einer hochstämmigen Palme ansteuert, dann steigen wir bei beginnender Dämmerung wieder in den Wagen und fahren zurück.





... wird fortgesetzt ...
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07 Jul 2016 09:38 #436910
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Das hört sich doch nach einer sehr interessanten Reise an und Deine Bilder sind mit Sicherheit wieder ein Genuss.

Vielleicht solltest Du aber Chrigu kontaktieren, dass er Deinen Reisebericht ins Botswana-Forum verschiebt.
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08 Jul 2016 09:49 #437031
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Hi Topo, Danke für den Tip ! Das werde ich mal machen.
Viele Grüsse
Walter
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08 Jul 2016 09:55 #437032
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Es ist schon dunkel, als wir die Lodge erreichen. Deshalb werden wir von einem Guide zum Chalet begleitet. Die Lodge hat zwar einen elektrischen Zaun, der ist aber so hoch angebracht, dass er nur die Elefanten an einem Besuch hindert, alle anderen Tiere können auf dem Areal umherstreifen – wenn sie es denn möchten. Wir gehen kurz duschen und werden ein knappe halbe Stunde später zum Dinner abgeholt. Zunächst wird uns ein Rotwein an der Bar serviert, hier treffen wir auch das Ehepaar aus Frankreich wieder. Wir verstehen uns gut mit ihnen, viel besser als mit den Kanadiern, aber leider sind sie in einem anderen Fahrzeug. Nach einem Glas Rotwein gehen wir an den langen Tisch. Hier sitzen Gäste, Guides und die Manager Nelson + Hannah zusammen, genießen das gute Essen und die nette Unterhaltung. Zunächst werden die einzelnen Gänge des Menüs vom Küchenchef / der Küchenchefin vorgestellt, dann erklärt der Weinkellner, welcher Rot- oder Weisswein heute ausgeschenkt wird. Selbstverständlich kann man auch Bier, oder antialkoholische Getränke bestellen. Grosse Krüge mit Wasser stehen sowieso immer auf dem Tisch.

Um 21:00 sind wir todmüde und lassen uns zurück bringen. Wir gehen noch einmal kurz auf die Terrasse um den Sternenhimmel zu bewundern. Aus den Büschen neben dem Chalet hören wir die Stimme einer Nachtschwalbe, eine andere antwortet. Fledermäuse schwirren nah an uns vorbei. Es ist genauso, wie ich es mir vor knapp 24 Stunden erträumt habe! Dann machen wir uns bettfertig, krabbeln unter die Decken und sind wenige Minuten später auch schon eingeschlafen.

Donnerstag 14.04.2016

Um 05:45 summt unser Wecker, allerdings sind wir bereits wach. Dafür hat schon ein Francolin gesorgt, dass irgendwo in unmittelbarer Nähe den Tag beginnen möchte. Obwohl ich diese Art von Weckruf schon so oft gehört wird meine Zuneigung zu diesen Vögeln wohl auch in Zukunft eher verhalten sein :evil: Ich finde nämlich, man kann ruhig warten, bis die Sonne aufgegangen ist, bevor man müde Touristen mit seinem Gegackere nervt. Wir haben noch etwas Zeit, bevor jemand an unsere Tür klopfen wird. Deshalb bleiben wir noch im Bett und schauen durch die Glasfront hinaus. Draussen verfärbt sich der Horizont erst blutrot, später orange. Die Sonne wird genau gegenüber aufgehen, einfach fantastisch!

Während wir uns mit einer Katzenwäsche erfrischen und die Zähne putzen, ruft jemand nach uns. Richtig! Das ist der „Wakeup Call“, Zeit für die Langschläfer, auch aufzustehen. Wir sind kurz darauf schon fertig für den Tag. Ich mache noch ein paar Fotos, dann laufen wir zum Haupthaus. Wir sind mal wieder die ersten, aber das Minibuffet ist bereits vorbereitet. Um diese Zeit gibt es Joghurt, Muffins, Cornflakes, etc und Kaffe oder Tee. Wenn wir am späten Vormittag zurückkommen, dann wartet ein reichhaltiges Essen auf uns. Zwischen 06:30 und 07:00 versammeln sich alle Gäste, ziemlich genau um 07:00 brechen wir auf. Die Mannschaft ist die gleiche wie gestern, also die zwei Kanadier und Chris. Zu dem Ehepaar aus Kanada haben wir irgendwie keinen „Draht“, während wir uns mit Chris richtig gut verstehen und viel Spass haben. Das mag an seinem typisch englischen Humor liegen, den schätzen wir ja sehr.

Zunächst fahren wir wieder ins Flussbett. Alles scheint noch ruhig und friedlich. Wir beobachten ein paar Vögel, etwas weiter entfernt steht ein Elefantenbulle am Wasser. Lasty stoppt und zeigt uns relativ frische Löwenspuren. Da hat jemand am frühen Morgen einen Kontrollgang gemacht. Am Hippopool ist auch nicht viel los, einige Nilgänse streiten sich, ein Waffenkiebitz fliegt zeternd um uns herum, mehr Action wird uns nicht geboten.







Dann erreicht uns ein Funkspruch. Wir verstehen das Wort „Tau“, also Löwe. Tatsächlich dreht Lasty um, wir fahren zurück, queren das Flussbett und fahren am anderen Ufer entlang. Hier befindet sich ein „Private Game Reserve“, ein Privatgebiet, und da dürfen wir – im Gegensatz zum Nationalpark – auch querfeldein fahren, wenn wir etwas Interessantes sehen. Etwas später biegen wir tatsächlich von der Piste ab und nähern uns einigen Büschen. Dort steht schon ein Fahrzeug der Lodge. Jetzt sehen wir auch die Ohren im Gras, wir haben die Löwen gefunden.
Es ist bereits 09:30 und ziemlich heiss. Deshalb hat sich die Löwentruppe in den Schatten verzogen und döst vor sich hin. Lasty erklärt uns, dass dieses Rudel von zwei Löwenmännern beherrscht wird, sie werden „Blondie & Blackie“ genannt. Während Blondie sich bei seinen Mädels aufhält, bleibt Blackie für uns unsichtbar. Als wir ganz nah bei den Löwen anhalten macht sich die Kanadierin in unserem Wagen bemerkbar. „Oh, oh, Lions, oh“ stöhnt immer wieder. Wenn ich jetzt die Augen zu machen und mich auf ihr Stöhnen konzentrieren würde, dann würde mir eine ganz bestimmte Art von Film einfallen :whistle:





Wir beobachten das Rudel eine gute halbe Stunde, dann fahren wir ein Stück weiter, steigen aus und machen eine Kaffeepause. In gemütlichem Tempo geht es dann zurück zur Lodge. Wir ziehen uns etwas luftiger an und treffen uns zum Lunch, danach wird bei ca. 30° Lufttemperatur auf der eigenen Terrasse relaxt. Unter uns, am Ufer des Boteti, liegt ein grosses Croc auf der Lauer. Wir sind erstaunt, wie nah sich ein Graureiher an das Reptil heranwagt. Ist das eine Art Mutprobe?

Pünktlich um 15:00 versammeln sich alle Gäste am Haupthaus. It´s Tea Time ! Irgendwie haben alle Lust auf den Gamedrive, denn bereits 20 Minuten später geben wir unseren Guides dezent zu verstehen, dass es jetzt losgehen könnte. Also fahren wir zum Boteti. Wir entdecken eine Herde Impalas, die von einem einzigen Gnu begleitet wird. Einige Meerkatzen beäugen uns interessiert, während sie ihre Jungen sicherheitshalber hinter sich verstecken. In den Palmen am Ufer sitzen einige Geier, fliegen immer wieder weg und landen im Flussbett, um sich Zweige für den Nestbau zu holen.



Plötzlich werden wir auf ein lautes Gezeter aufmerksam. Ein Glanzstar fliegt immer wieder in das Geäst eines Baumes und attackiert irgendetwas. Als wir näher kommen, sehen wir den Grund. Eine schwarze Mamba schlängelt sich durch die Zweige und der Glanzstar akzeptiert ihre Anwesenheit nicht. Deshalb stürzt er sich todesmutig ohne Unterbrechung auf die Schlange. Die lässt sich aber nicht wirklich beeindrucken und so lässt er irgendwann von seinem „Opfer“ ab und fliegt mit viel Lärm in den nächsten Baum.



Sonst ist es eher ruhig im Busch, also fahren wir auf die andere Seite und schauen, was die Löwen denn so treiben. Tatsächlich finden wir sie unter den gleichen Büschen wie am Vormittag. Und sofort geht das Gestöhne „Oh, oh, Lions“ in unserem Auto wieder los. Mich würde mal interessieren, ob ihr Mann sich zuhause in gewissen Situationen immer als Löwe verkleiden muss :whistle:





Die Löwen gehen leider nicht auf die Jagd, also cruisen wir weiter Richtung Boteti und dann zum Hippopool. Dort stoppen wir für unseren Sunddowner. Auf der anderen Uferseite erscheint ein Trupp Elis, sie gönnen sich wohl ebenfalls einen Sundowner ;)





Heute warten wir nicht, bis die Sonne untergegangen ist, sondern wir besuchen noch einmal die Löwen. Tatsächlich sind sie jetzt etwas aktiver und bewegen sich sogar, immerhin etwas. Gegen 18:30 verlassen wir das Rudel, denn die richtige Action ist immer noch nicht in Sicht.





Wieder in der Lodge angekommen, wiederholt sich die Prozedur des Vortages. Ab ins Zimmer, etwas aufhübschen und schon wird man zum Dinner abgeholt. Der Unterschied heute: Die gesamte Staff inklusive Guides singt und tanzt für die Gäste. Selbstverständlich werden einige von uns in die Tanzgruppe integriert. Da ich nicht so der Tänzer bin gelingt es mir, mich mit der Vortäuschung einer schweren Verletzung durch einen Löwenangriff aus der Affäre zu ziehen ;)

Auch heute Abend sind wir nach einem guten Essen und gutem Wein relativ zeitig in unserem Chalet. Wir geniessen noch ein paar Minuten die wunderbare Nachtstimmung auf der Terrasse, dann geht es bald ins Bett. Waaaaas ? Das ist erst unser zweiter Abend in Botswana ? Wir können es kaum glauben, denn wir sind wieder einmal in Rekordzeit in unser „afrikanisches Leben“ eingetaucht.

... wird fortgesetzt ...

Letzte Änderung: 11 Jul 2016 21:01 von leofant.
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Hallo Walter,

wir waren etwa 1 Monat später auf Leroo La Tau. Mit Deinen Beschreibungen bin ich geistig schon wieder dort.
So was ähnliches wie Deine Canandierin hatten wir aber als New Yorker. Der Mann hatte wohl keinen Spass an Tieren und hat Schakalen nachgepfiffen.
Es gibt halt immer merkwürdige Zeitgenossen.
Schon interessant, dass 4 Wochen so einen Temperaturunterschied machen, bei uns gab es nichtmal Ansatzweise 30 Grad....

Vielen Dank für die schönen Bilder und die Eindrücke.

LG
Andreas
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08 Jul 2016 15:11 #437100
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@ Topo
Hi Topo, noch mal vielen Dank für deinen Tipp. Hat gut bgeklappt, Chrigu hat mir geholfen :)

@ Andreas
ich habe mich mal in deinen Bericht reingelesen. Ja, vier Wochen Richtung Winter können viel ausmachen. Es scheint mir auch so,
als wäre es bei euch am Boteti schon um einiges trockener gewesen. Uns hat Leroo auch sehr gut gefallen.
Natürlich finde ich es toll, dass du John (Garden Lodge) lobst. Ich werde ihm dein Lob im November überbringen, das wird
ihn sehr freuen.

viele Grüsse
Walter
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