THEMA: Picco in Botsuana/Sambia 2015
09 Okt 2015 16:24 #402254
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30.05.2015: Der Entscheid!

Ich muss nach Afrika, DRINGEND!!!
Mein Fernweh ist mal wieder grösser als alles Andere...
...vor allem möchte ich nach den Problemen im letzten Urlaub wieder eine schöne Reise erleben!
Also buch ich erstmals was aus einem Katalog...
Zuerst will ich bei www.bushways.com die 'Lion-Safari' buchen, werd dann aber darauf hingewiesen dass ich das zum selben Preis auch bei www.iwanowski.de in Deutschland buchen kann...
Und das mach ich dann auch!
03.06.2015: Gebucht! Reise und auch Flug! :-D
Nun gibts kein Zurück mehr!!!
Nun nur noch warten....waaaarten....waaaaaaaaaaaarten!!!

Tag 1: Der Flug

Endlich ist's so weit!!!
Heute gehts los!
Nachdem ich gestern schon mal alles zurechtgelegt habe bin ich nicht mehr zu bremsen!
Ich schieb ihn ohne Vorbereitung rein!
Die Öffnung flutscht nicht wirklich und sie ist eng...und das Teil riesig!
Aber mit hier ein wenig drücken und da etwas reiben klappts dann doch!
Der Duffle-Bag ist im Bahnhofsschliessfach!
Noch kurz das Handgepäck rein und abschliessen...
...dann wieder zurück und die letzte Fahrt im Auto nördlich des Aequators für diesen Monat!
Aber eine Fahrt mit Herzklopfen, denn sie führt in mein Büro, wo heute zum Einen meine neue Regenjacke und zum Anderen meine frisch reparierte Olympus OM-D E-M10 (die den heissen Sommer im Kofferraum meines Autos nicht ganz ohne Schaden überstanden hat) per Post bzw Lieferdienst ankommen sollen...
Nachdem beide zwei Tage Verspätung in der Lieferung hatten!
Und...
...die Kamera ist schon da und die Jacke wird Minuten bevor ich wirklich spätestens gehen muss geliefert!
In letzter Minute, wortwörtlich!
Zurück zur Wohnung, das Auto in die Tiefgarage und los gehts zu Fuss zum Bahnhof!
Ohne irgendwas vergessen zu haben latsch ich los durch den Regen, hole mein Gepäck, verpasse keinen Zug und auch nicht das Umsteigen in St.Gallen.
Nicht mal den Flughafen verpass ich, sensationell!
Da mein Handgepäck recht prall gefüllt ist nehm ich die Wärme- und die Regenjacke da raus und stopfe die Beiden ins Hauptgepäck.
Kurz die Gepäckkleber ans...
...jaaaa...
...ans Gepäck geklebt natürlich!
Die Boardingpässe spukt der Automat auch aus, noch kurz das Gepäck aufgeben und nachfragen weshalb ich nur zwei Boardingpässe für drei Flüge bekommen hab...
Der Herr am Schalter wundert sich auch, aber er bestätigt mir dass das Gepäck bis Kasane durchgebucht ist und ich eine
Buchung Zürich-Frankfurt-Johannisburg-Kasane hab.
Aber er könne mein Ticket von Jo'burg nach Kasane nicht ausdrucken...ich soll mich in Jo'burg an Air Botsuana wenden!
Ooooooooooooookey... :-O
Fängt ja schon vielversprechend an!
Na ja, ab ins Flugzeug nach Frankfurt!
Die Schweiz entlässt mich mit einer geschlossenen Wolkendecke, Deutschland machts der Schweiz natürlich nach und hält sich bei meinem Empfang ebenfalls bedeckt.
Na ja, egal, denn ich muss nun durch den halben Flughafen Frankfurt rennen...natürlich musste ich am hintersten Winkel des einen Gates landen und am hintersten Winkel des anderen Gates starten...und zwischen verspäteter Landung und Boarding sind nur 15 Minuten...
Aber obwohl ich aus Gewichtsgründen (12kg fürs Hauptgepäck ist Vorgabe von Bushways) meine Kondition nicht mitgenommen hab schaff ich die paar hundert Meter in weniger als einer Viertelstunde!
Und ab in den Airbus A380-800 mit Namen 'San Francisco', ganz nach hinten, zweithinterste Reihe im unteren Geschoss, links am Fenster!
Und erschreckt feststellen dass ich im A380 entgegen dem was ich bisher gelesen habe weniger Platz habe als im Airbus A340 der Swiss, den sie zwischen Zürich und Nairobi einsetzen.
Das Problem ist nicht mal die Lehne des Vordersitzes, die ist etwa gleich weit entfernt.
Aber im Fussbereich hat der 380-800 eine Stange die es mir verunmöglicht die Füsse bequem zu halten...
Toll!
Na immerhin hab ich zwischen Sitz und Aussenwand viel Platz, der mich nichts nützt, da damit auch das Fenster weit weg ist...
Und aus dem Fenster nach unten fotografieren geht auch nicht da das Fenster nicht nur aus der Isolierverglasung besteht wie
bei anderen Flugzeugen, sondern innen mit etwa 15-20cm Abstand zum Isolierglas eine weitere Scheibe hat...
Hmmm....
Wird wohl nichts mit raus- bzw. runterschauen!
Na ja, Begeisterung für ein Flugzeug klingt wohl nicht ganz so...
Aber...
...es tut was man von ihm erwartet: es fliegt!
Und das pünktlich!
Der ansonsten sympatische Holänder neben mir hustet sich immer wieder einen ab und kämpft mit der Entertainmentbedienung, die Dame hinter mir schlägt auf meine Lehne ein bis ich mal kurz klarstelle dass man den Bildschirm nicht mit den Fäusten sondern mit den Fingernägeln bedienen kann ohne dabei den Vordermann mit jedem Druck durchzuschütteln...
Unglaublich wie Menschen, die täglich ein Smartphone bedienen, noch nicht begriffen haben dass es Bildschirme gibt die auf Haut und solche die auf Druck mit den Fingernägeln oder anderen spitzen Gegenständen reagieren...
Na ja, nach dem Abendessen (Gulasch mit Kartoffelstock, zurecht 0 Gault-Millau-Punkte) wirds auch im Flieger dunkel
und, oh Wunder, ich schlaf bald mal ein!
Die zwei 'Beinahe-Freinächte' vor der Reise zollen ihren Tribut, gute Nacht!
Letzte Änderung: 10 Okt 2015 17:10 von picco.
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10 Okt 2015 16:49 #402419
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Tag 2: Ankunft...in Einzelteilen...

Oh mein Genick...
Im Flugzeug schlafen ist einfach nicht bequem...
Kurz nach vier bin ich wach und schau raus in die Dunkelheit, die einfach nur dunkel ist...
Kein Nil mit Beleuchtung, keine beleuchtete Oase, nichts...
So ganz anders als im Flieger nach Ostafrika...
Kurz nach sechs kommt die Besatzung und verteilt warme, feuchte Tücher und anschliessend das Frühstück.
Draussen dämmert auch dem Morgen dass er zu dämmern hat.
(Sämtliche Fotos dieses Reiseberichtes sind nur mit den GPS-Daten versehen und verkleinert worden, ansonsten JPG direkt aus der Kamera, keine weitere Bearbeitung nebst Umbenennung und Drehung um 90° mit Windows Explorer, daher stammt der graue
Streifen bei einigen Fotos.)



Oben: Der Morgen dämmert vor sich hin...



Oben: Und endlich hat sich auch die Sonne aus den Federn geworfen, ihre (Wolken-)Decke ist unten im Bild noch gut zu sehen.

Schon bald beginnt der Sinkflug, aber das schockiert mich nach so vielen Stunden im Flieger nicht wirklich...
...im Gegensatz zur Aussage des Piloten dass uns in Südafrika bedekter Himmel und...
...halt Dich fest...
...ganze 6°C erwarten!!!
:-O
SHIT!!!
Und ich hab die Jacke und die Pullover im durchgecheckten Hauptgepäck!
Na ja, das Flughafengebäude werd ich in den dünnen T-Shirt demnach möglichst nicht verlassen...
Und schon beginnt der uns durchschüttelnde Landeanflug...
...der kurz darauf und unweit der Landebahn auch schon wieder endet...
...
...nein, wir sind nicht abgestürzt sondern durchgestartet...
...es hatte schlicht zu viel Rückenwind!
Also noch eine Extrarunde über Jo'burg...
Der Pilot versuchts nochmals von derselben Seite...vieleicht denkt er dass der Rückenwind kurz Luft holt bevor er weiterbläst...
...keine Ahnung...
Aber beim zweiten Mal klappts auch mit dem Rückenwind und wir überleben die Landung unbeschadet!
Halleluja!
Geschüttelt hat's auch diesmal nicht wenig...und regnen tut's auch...
Schon sehr schnell, was bei dem Riesenvogel überrascht, gehts ins Flughafengebäude und gleich weiter in Richtung
Passkontrolle für den Transferbereich.
Kühl ist's im Flughafen, offenbar funktioniert die Heizung nicht...wenn sie denn eine haben!
Ich frier mir den Arsch ab...und das in Afrika!!!
Die Wege sind weit, die Zöllner nicht die Schnellsten, die Kolonne dementsprechend lang...
Aber irgendwann steh ich in einem Raum mit Schaltern der diversen Fluglinien!
Also nichts wie ab zum Air Botswana-Schalter!
Die Dame dort lächelt mich an, schaut mit der Buchungsnummer in den Computer und...
...das Lächeln weicht einem Stirnrunzeln, denn...
...sie findet nichts!!!
:-O
Sie wird hektisch, beginnt zu telefonieren und nach zwei, drei Minuten sagt sie dass dieser Air Botsuana-Flug durch Air-Link
ausgeführt wird.
Da ich aber den Ausdruck von Air Botsuana in der Hand habe bleibe ich hartnäckig, sie holt ihren Chef und beide zusammen
schicken mich wieder zum Air-Link-Schalter.
OK, dann geh ich mal dort hin!
Die nette Dame vom Air Botsuana-Schalter begleitet mich...sonst wär ich nicht gegangen...
Kaum da angekommen und der Air-Link-Dame die Buchungsbestätigung in die Hand gedrückt fragt sie mich was ich mit einem
Air Botsuana-Ticket bei ihr will...
In dem Moment weiss ich: Nun bin ich definitiv in Afrika angekommen! :-D
Das weitere Vorgehen in Kurzform:
Frau AirBotswana sagt sie finde mich nicht, da dieser Flug von Air Link durchgeführt wird und geht wieder zurück an ihren Platz.
Frau AirLink sucht und verschwindet, lässt mich alleine.
Frau AirBotsuana kommt und fragt wo Frau AirLink ist...
Ich zeige auf die Türe, durch die Frau AirLink verschwunden ist worauf Frau AirBotsuana auch da durch verschwindet.
Frau AirBotsuana und Frau AirLink sowie ein Mann kommen wieder aus der Versenkung raus und gehen von AirBotsuana zu
AirLink und zurück, mehrmals...
Dann verschwinden wieder alle Drei hinter der Türe...
Frau AirLink kommt zurück, checkt mich ein und fragt nach dem Gepäck.
Als ob nichts gewesen wäre...
Keine Erklärung, kein gar nichts, nicht mal ein Wimpernzucken!
That's Africa!
:-D
Ich sag ihr dass das Gepäck von Zürich her durchgecheckt ist, was weder sie noch die wieder dazugerufene Frau AirBotsuana
noch der Mann glaubt...
...worauf der Mann verschwindet, wer auch immer er war...
Ich zeige den Beleg, beide schauen sich das an und beginnen hektisch zu telefonieren...
...beide gehen noch je zweimal von Schalter zu Schalter und übergeben mir dann freudig den Gepäckschein mit dem
Versprechen dass das Gepäck mitgeliefert wird...
Halleluja...
...nur der Glaube fehlt mir... :-/
Das ganze Prozedere hat beinahe eine Stunde gedauert!
Anschliessend gets nochmals durch eine Pass- und Handgepäckkontrolle und endlich die Rolltreppe hoch in den internationalen
Bereich des Flughafens!
Noch 40 Minuten bis Boarding am Gate A25...
So schnell ist ein Morgen in Südafrika durch!!!
Schon bald darf ich aufhören im Flughafen zu frieren und in den Bus einsteigen um dort damit wieder zu beginnen...
Der Bus ist bald Prallvoll und wir warten weitere 20 Minuten mit offenen Türen...

Für alle die's schon vergessen haben:
Ich steh da im T-Shirt bei unter 10°C rum...
...und das in AFRIKA!!!
BRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRR!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Aber ich bin ja nicht alleine, nur der Einzige ohne Jacke...
:-/
Irgendwie bin ich nebst zwei, drei Einheimischen der Einzige mit halbwegs normaler Kleidung...
Der Rest des Busses ist voll mit eher reich aussehenden, schmuckbehangenen und kriegsbemalten älteren französisch sprechenden
Damen in auf Wanderschuh gestylten Stiefeletten mit hohen Absätzen in Begleitung von ausnamsweise Abenteuer-Westen
tragenden Anzugträgern...
...halt Hobby-Abenteurer mit Schicki-Micki-Begleitung...
...na ja, jedem das Seine!
Und endlich gehts ins Flugzeug!
Entgegen meinem Wunsch hab ich keinen Fensterplatz erhalten, obwohl noch viele frei sind...
Na ja, kurz nach dem Start wechsle ich eine Reihe nach hinten, wo das Fenster frei ist.
Herrlich!
Ich seh zwischen den Wolken die Stadt, dann die afrikanische Weite, dann eine lustige schwarze Rauchfahne aus dem
Triebwerk, Steppe, einige Dörfer...
...
MOMENT!!!
:-O
Weshalb kommen schwarze Rauchfahnen aus dem Triebwerk???
Und noch eine!!!
:-O



Oben: Spukt keine grossen Töne sondern lustige schwarze Rauchfahnen: das Triebwerk am rechten Bildrand!!!

Zum Glück hat der Flieger vier Triebwerke!!!
Und noch eine Wolke, wieder aus demselben Triebwerk nahe am Rumpf!!!
Uiuiui, ganz wohl ist mir nicht mehr!!!
Alle paar Minuten kommt es zu einer kleinen schwarzen Wolke aus dem Triebwerk...
Ich sags der Flugbegleitung, die schaut raus und ist auch ratlos...
...kein Wunder, während sie rausschaut kommt keine schwarze Wolke!
Kaum ist sie weg liefert sie Teigrolle mit ZitronenMousse und das Triebwerk schon wieder eine Wolke!!!
Na ja...
Der Asiate hinter mir hat einen Niessanfall, der mich unweigerlich an die Vogelgrippe denken lässt...
...zumal der Kerl zwischen den Sitzen hindurch niesst und mein Arm so einiges an Feuchtigkeit abbekommt...
...Buaaaaaa...mir schaudert's noch beim Schreiben!!! :-/
E K E L H A F T ! ! !
Da nützt auch seine Entschuldigung nichts...
Schlussendlich landen wir dann doch noch in Kasane...
Ich sag das mit dem Triebwerk nochmals und mir wird versichert dass sich jemand darum kümmert...toll...
So ganz ernst hat's niemand genommen...
Vieleicht waren's auch nur einige Vögel, wir sind ja gemäss Pilot nur auf dreitausendirgendwas Metern geflogen...
Na ja, wir haben's überlebt, das ist die Hauptsache!
Raus aus dem Flieger, rein in das Flughafengebäude...
...das beinahe in meiner Wohnung Platz finden würde, so klein ist das...beinahe...
Kurz fürs Visa anstehen, die 50$ sind schon im Pass...
...und vor mir ein Schicki-Micky-Paar, das sich mit dem Zollbeamten streitet weil sie nicht einsehen wofür die je 50$ sein sollen...
Es dauert und dauert...
In der selben Zeit wie die beiden abgefertigt werden sind in der anderen Kolonne ein Dutzend Menschen abgefertigt worden,
und das liegt definitiv nicht am Zollbeamten!
Endlich bin ich dran und etwa eine Minute später schon abgefertigt!
Und sofort ab in die Toilette und den Arm waschen!!!
Dann heisst es warten aufs Gepäck!
Zwei Angestellte kommen mit einem Handwagen zwischen den beiden Visa-Posten durch und entladen das Gepäck auf den Boden...
...nicht aber meine Tasche!
Ich frage nach und höre dass noch zwei Wagen folgen, phu!!!
Der zweite Wagen wird entladen...
...und...
...noch immer ohne mein Gepäck!
Und schon kommt der dritte Wagen...mit zwei Taschen drauf...
...
...aber keine davon ist meine!!!
Scheisse!!!
Ich frag natürlich die Gepäckbringer ob noch was im Flieger wäre, die schauen mich gross an und sagen 'nein'...
...was mich weder frohlocken noch vor Freude rumtanzen lässt!
Eine Dame von Air-Link kommt zu mir und fragt ob etwas nicht stimmt und ich erkläre ihr dass mein Gepäck nicht da ist...
Kurz darauf bitte sie mich ins Büro, aber vorher will ich dem Fahrer, der mich abholt, Bescheid sagen dass es noch etwas dauert...
...nur...
...da ist niemand der auf mich wartet!
Ja läuft denn heute alles schief???
Die zwei anwesenden Fahrer sagen dass der Fahrer des 'The Old House' in Kasane (klick mich) schon vor 5 Minuten abgefahren wäre...
Ich staune, denn ich bin noch nicht mal der Letzte der aus dem Gebäude tritt...
Scheint ein ungeduldiges Kerlchen zu sein...
Na ja, sie verspricht im Old House anzurufen und dann gehen wir ins Büro, Kugelschreiber suchen (hat keinen
funktionierenden im Büro...), Fotos des Gepäcks (ja, hab ich wirklich gemacht!) zeigen und Zettelchen ausfüllen...
Das Ganze dauert etwa 20 Minuten, drei Leute kümmern sich darum die Zettelchen durchzulesen, eine versucht meinen Kugelschreiber
einzusacken und mich schnellstmöglichst loszuwerden, die anderen Zwei arbeiten zwar langsam, aber Kundenorientiert.
Endlich fertig gehe ich von einer der Damen begleitet aus dem Büro und sehe schon das Auto vom 'Old House' daherfahren.
Der Fahrer ist offenbar kurz vorher abgefahren, da meine Boardkarte auf Air Botsuana gebucht war und der Air Botsuana-
Flieger offenbar kurz vorher da gewesen ist, er habe da drei Leute erwartet, es wären aber nur zwei gekommen.
Nun ist für mich klar dass das Problem bei AirBotsuana in Südafrika gelegen sein muss!
Innert weniger Minuten erreichen wir das 'Old House', wo auch klar wird weshalb der Fahrer so ungeduldig war:
Er muss nämlich gleich mit Gästen der Unterkunft auf Gamedrive...
Der Empfang ist sympatisch, das Zimmer Nr.4 passt, WiFi hat's auch...
...nur aktuell kein Internet... ;-)
Im Zimmer hats eine Klimaanlage, einen (sehr lauten) Kühlschrank und einen Safe mit Schlüssel.
In der Rezeption erkläre ich noch kurz die Situation mit dem Gepäck, wie ich es am Flughafen dem Fahrer schon erklärt habe.



Oben: Mein Zimmer.



Oben: Ebenfalls mein Zimmer, aber von der anderen Seite...rechts die Türe zum Bad.

Nach dem Zimmerbezug gehts kurz die Lodge erkunden und runter zum Fluss.



Oben: Der Eingang zur Lodge vom Parkplatz aus, ganz rechts der verglaste Eingang zu meinem Zimmer.
Auf diesem Foto sieht man schon ein Problem das mich auf der Tour begleiten wird...
Die frisch reparierte Kamera belichtet deutlich heller als sie sollte und auf dem Bildschirm bzw. im Sucher zeigt!
Zum Glüch hab ich drei Kamera-Body's!!!


Zwischen dem Restaurant und dem (sehr kleinen) Pool führt der Weg zum Fluss.
Rechts im Blumengarten liegt ein Warzenschwein und versucht möglichst nicht entdeckt zu werrden...was bei meinen Adleraugen
natürlich nicht gelingen kann...
Das Tier ist recht nervös (ich auch...aber das geb ich natürlich nicht zu...), lässt mich aber in etwa einem Meter
Entfernung vorbeigehen.
Zum Fluss hin ist der Gartenbereich durch einen elektrifizierten Zaun mit unelektrifiziertem Tor abgetrennt, beim Tor
wird vor Hippo's und Krokodilen gewarnt.
Heldenhaft durchschreite ich das Tor zur Wildniss und sehe...
...einen Hund, der vor mir offenbar mehr Angst hat als ich vor Flugzeugabstürzen...
Offenbar ist meine heute sehr schlechte Stimmung auch von aussen wahrnehmbar...selbst unten am Fluss verschwinden der Nilwaran
und das Krokodil sobald sie mich sehen...
Ich muss ja echt abschreckend dreinschauen... :-O
Na ja...bin ja auch mehr als nur schlecht gelaunt, müde und das Genick schmerzt...
Deshalb geh ich zurück ins Zimmer, verdunkle und leg mich hin.
Da die Kamera Probleme viel heller belichtet als sie anzeigt ändere ich die Einstellungen, leider erfolglos.
Anschliessend resette ich die Kamera und versuche erneut zu fotografieren, aber die massive Überbelichtung bleibt...
Ich leg die Kamera weg und schalt den Computer ein, sichere die ersten Fotos und...
...bemerke eine Änderung des WiFi-Zeichens!
Sofort draufgeklickt und:
'Tatataaaaaa'
Das WiFi hat nun auch Internet zu bieten!!! :-D
So sende ich eine eMail an die Sachbearbeiterin von Iwanowsky und will ins Facebook,
was aber nicht mehr funktioniert weil das Internet wieder zusammenbricht...
Also leg ich den Computer zur Seite und liege nur so da...
Es dauert wohl nicht lange bis ich einschlafe, denn ich erinnere mich nur noch ans weglegen des LapTops...
Gegen sieben erwache ich wieder, das Genick schmerzt noch immer, die Laune ist ebenfalls nicht besser und müde bin ich
auch noch immer...
Um halb acht geh ich in die Bar, trinke erst ein 'Savannah Dry' und dann ein Stoney Ginger Beer (Sehr ähnlich dem Stoney
Tangawizi aus Ostafrika) und bestelle was zu essen (und noch zwei 'Savannah'...).
Eine Pizza, wider besseres Wissen dass man in Afrika keine gute Pizza bekommt...
...zumindest nicht wenn man weiss wie eine echt italienische Pizza schmeckt!
Denn im Gegensatz zu Bella Italia, wo man den einzelnen Zutaten Raum lässt ihren Eigengeschmack zu verbreiten wird in Afrika
der Teig mit Mengen an Zutaten und Käse gefüllt dass man von nichts mehr einen Eigengeschmack rausfiltern kann...
Na ja, selbst schuld, ich hätt's ja gewusst!
Während ich die Pizza esse bemerke ich einen Tisch voller Deutscher (die waren sehr laut, nicht zu überhören) und ein
Pärchen, von dem die sehr atraktive Frau immer wieder zu mir hoch schaut.
Weshalb auch immer...
Da die beiden aber französisch sprechen und ich mehr als nur müde und schlecht gelaunt bin quatsch ich die zwei nicht an
sondern verziehe mich um halb neun schon ins Zimmer und geh nach einem kurzen Facebook-Besuch (ja, das WiFi hat jetzt auch Internet!)
ins Bett, gute Nacht!
Der morgige Tag kann nur noch besser werden!
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12 Okt 2015 19:51 #402848
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Tag 3: Das grosse Kennenlernen!

Guten Morgen...draussen dämmert schon das Morgengrauen...
...und mir graut's vor einem Brummschädel am Morgen...
So wenig Schlaf in den letzten Nächten, Genickprobleme, mehrere Savannah's...
Grund wär genügend da!
Aber: Kein Kopfweh, kein Genickweh, kein Rückenweh...ich fühl mich fit, munter und bin wieder halbwegs brauchbar gelaunt!
Es ist sechs Uhr, der Tag bricht langsam und schwerfällig durch's Gebüsch...und ich brauch eine Dusche!
Nach beendeter Entstinkungsaktion gehts raus und runter an den Chobe River.



Oben: Der wohl noch nicht ganz ausgewachsene, aber schon ganz alleine daliegende Pool...



Oben: Wildlife auf dem Weg zum Chobe: Nümmerchen am Morgen...



Oben: Der Steg zum Chobe, rechts das Ausflugsboot der Lodge..in der Mitte ein Krokodil...das sofort untertaucht!

Dort ist nicht wirklich was los, ich beobachte die Angestellten und die Boote, sitze dabei auf dem Ausflugsboot und geniesse
die Sonne.
Nach kurzer Zeit geh ich mir den Lodgegarten anschauen und knippse mit der wohl defekten Kamera um zu üben trotz des
offensichtlichen Belichtungsproblems richtig zu belichten.
Ich muss irgendwie die Zeit totschlagen bis der Guide mich hier abholt, vorgesehen ist 13:00 Uhr...



Oben: Rote Blume...eine Hibiskus...



Oben: Violette Blume...keine Ahnung was das ist...



Oben: rote Blumen...eine Bougainvilia...

Gegen acht geh ich ins Restaurant zum Frühstück mit Käseommelette, Fruchtsalat, Kuchen, Fruchtsaft und brauchbarem Kaffee.



Oben: Das Restaurant bzw. die Bar. Auf dem Gewürzständer steht der Spruch des Tages:
'Poached eggs are good, poached animals are not!' :-D
Recht hat er, der Gewürzständer!!! ;-)


Anschliessend gehts nochmals runter an den Chobe aufs Ausflugsboot.
Auf den Liegestühlen beim Pool fällt mir das Paar wieder auf, von dem die Frau gestern im Restaurant immmer wieder zu mir
raufgeschaut hat.
Sie sprechen noch immer französisch, also sprech ich sie immer noch nicht an...ist einfach nicht meine Sprache!



Oben: Fähre auf dem Chobe! :-D

Schon bald wirds mir wieder langweilig weil so nichts los ist...ich hasse es zu warten!
Also wieder rauf zur Lodge, das französisch sprechende Paar liegt noch immer da, er schaut mich grimmig an, sie lächelt...
...er beäugt und grüsst mich leise, ich beäuge und grüsse leise zurück...sie lächelt...
Hmmm...liegt da irgendwie Spannung in der Luft oder sind die sich bei irgendwas unsicher?
Seltsame Sitation...
Na ja, heute lern ich ja die Mitreisenden kennen, da werden die Zwei wohl nicht dabei sein...
Ich geh mal aus der Lodge raus, wir müssten ja hier mitten in der Stadt sein...
Aber so was von Irrtum!
Zumindest sieht's für mich nicht wirklich nach Stadt aus...kenn ich aus Ostafrika anders!



Oben: Blick von der Lodgeeinfahrt nach links...



Oben: ...und nach rechts...
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13 Okt 2015 17:23 #402970
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Also wieder runter ins Restaurant, ein Stoney trinken...
...anschliessend an den Chobe aufs Ausflugsboot, diesmal mit einem Savannah in der Hand...
Es ist nichts los, das Internet schläft noch, keine Tiere in Sicht...
..mir ist langweilig...deshalb wirst Du nun auch gelangweilt...nichts passiert hier...
...nur die französisch sprechende Frau kommt auch an den Chobe und setzt sich auch aufs Boot, hinter mir.
Denen ist offenbar genauso langweilig wie mir...ob die doch zu 'meiner' Tour gehören?
So, jetzt frag ich sie!
Aber genau in dem Moment wird sie gebeten vom Boot zu gehen, da mein gestriger Fahrer offenbar da wo sie sass was zu
putzen hat!
Na ja, auch egal...ich darf ja noch sitzen bleiben...muss erst später den Platz wechseln...
Die Zeit vergeht im Schneckentempo...
Ich leg mich nochmals kurz hin und um halb eins steh ich wieder auf und packe mein Zeug.
Der Guide muss ja schon bald kommen!
Mittagessen brauch ich nicht da ich sehr viel Frühstück gegessen habe, passt also auch.
Kurz vor Eins stell ich mein Gepäck, das nur aus dem Handgepäck besteht, in die Rezeption, bezahl meine Getränke und frag nochmals
wegen meinem Gepäck nach.
Die Rezeptionistin sagt dass sie vom Flughafen die Info hat dass das Gepäck im Flieger auf dem Weg nach Kasane wäre, sie es
aber eher nicht glaubt und ich mir nicht zu viel Hoffnung machen solle.
Immerhin ist sie ehrlich, so mag ich's!
Auch wenn mir die Antwort vom Inhalt her nicht gefällt...
Also raus aus der Rezeption und schon kommt mir das französisch sprechende Paar mit ihrem Gepäck entgegen, davor ein Mann
mit 'Bushways'-Schriftzug am Shirt...
Das muss mein Guide sein!
Schon quatscht er mich mit 'You must be Claudio' an...
Und....recht hat er, der bin ich! ;-)
Er stellt sich als 'Obby' vor und bittet mich ihm mit meinem Gepäck zu folgen!
Nun gehts also los...ohne meinen Schlafsack, ohne meine Matratze, ohne Jacke, ohne Kleider zum wechseln...trotzdem toll!
Ich frag das Paar ob sie auch zur Gruppe gehören und stell mich als Claudio vor, beide lächeln mich an, von der irgendwie
seltsamen Situation bisher keine Spur mehr!
Sie stellen sich als Claudine und Patrick aus Belgien vor, nun beide mit einem Lächeln im Gesicht!
Wie sich später herausstellt haben sie sich davor immer gefragt ob ich wohl auch zur Gruppe gehör und ob ich immer so schlechte
Laune habe wie gestern... ;-)
Das riesige Auto steht mit vier Personen besetzt auf dem Parkplatz, wir verstauen unser Gepäck zuhinterst auf der Sitzbank
und steigen ein, begrüssen die schon Anwesenden.
Obby ergreift das Wort, stellt sich vor und bittet uns dass jeder sich kurz vorstellt!
Da wären mal Alessandra und Fabio aus der Region um Parma in Bella Italia und Lisa und Andy aus Wales in Grossbritannien.
Nicht zu vergessen natürlich Claudine, Patrick und ich!
Obby verteilt noch Briefcouverts an jeden persönlich, drin ist für jeden sein persönlicher Reiseverlauf mit Vorstellung
des Guides und des Kochs, der schon auf der Campsite auf uns wartet.
Obby spricht noch kurz die Situation mit meinem Gepäck an und versichert mir dass Bushways da Druck macht und dran bleibt!
Vorsorglich habe er aber schon mal einen Schafsack für mich organisiert...sicher ist sicher!
Toll! :-D
Wir werden ihn nach dem River-Cruise holen gehen.
Das Problem wäre also schon mal keines mehr...danke, Obby bzw. Bushways!
Gleich anschliessend gehts zu einem Einkaufszentrum um Geld zu wechseln und die Getränke für vier Tage einzukaufen.
Anders als in Ostafrika üblich stellt hier der Veranstalter kein Trinkwasser zur Verfügung...
Also erst mal 100$ wechseln und ab in den Supermarkt, Wasser (3 Liter pro Tag), Stoney und Cola kaufen.



Oben: Obby passt auf dass während wir Geld wechseln und einkaufen Alessandra und Claudine nicht aus dem Auto gestohlen werden.

Anschliessend gehts wieder zurück und aus der Stadt raus zu unserem Campingplatz für die erste Nacht, denn dort wartet
unser Mittagessen!
Schon bald sind wir da!
Der Zeltplatz liegt -17.79660500, 25.22199367 bzw S17°47'47.78", E25°13'19.18" (klick mich) und verfügt über ein sehr
sauberes Sanitärhaus mit Sitzklos, Pissoir und Duschen, alles nach Männchen und Weibchen unterteilt.
Obby stellt uns seinen Camp-Assistant (ich nenn ihn mal unseren Koch) Badiri vor.
Er hat während Obby uns abholte schon mal alle Zelte aufgebaut und das Mittagessen vorbereitet.
Obby erklärt uns nun noch die Tour, wie wir uns in welcher Situation zu verhalten hätten, was inkludiert ist und was
nicht, halt alles was wir wissen müssen.
Im Hintergrund macht Badiri noch die letzte Handgriffe am Mittagessen, das pünktlich zum Ende von Obby's Vortrag bereit ist!
Man könnte meinen die machen's nicht zum ersten Mal! ;-)
Das Essen besteht aus Salaten, Brot, Käse und verschiedenen kalten Fleischstücken bzw. Wurst.



Oben: Badiri's Reich: Der Anhänger mit integriertem Küchenschrank und Anreiche.



Oben: Herren-WC...wie am Pissoir unschwer zu erkennnen ist..



Oben: Dusche(n)...sauberer als sie aussieht! ;-)



Oben: Toiletten hats auch und sauber ist es ebenfalls!



Oben: Unser Camp für diese Nacht!

Da wie üblich alle wieder sehr zurückhaltend sind geh ich halt als Erster Essen fassen und setz mich an den Tisch.
Fabio und Alessandra sind als Italos (bin ja auch Halb-Italo...) auch nicht so scheu und setzen sich ebenfalls.
Andy und Lisa setzen sich mir gegenüber, Patrick zwischen mir und Fabio, Claudine ihm gegenüber, Obby neben mich.
Und nun wird gegessen und Obby versucht uns kennenzulernen indem er nach unseren Wunschtieren fragt.
Da er dabei mich anschaut beginne ich mal, gleichzeitig sagt Obby 'Alessandra'...
...ok, lassen wir die anderen vor... ;-)
So bringt jede(r) sein Lieblingstier hervor und Obby erklärt die Chancen das Tier zu sehen.
Und dann bin ich an der Reihe...
Da ich ja schon 'Leo and Serval' gesagt habe als Obby Alessandra aufrief nehm ich was anderes...
...und da ich heute früh ein Boot mit der Aufschrift 'Pangolin Safaris' gesehen habe ist das Tier halt der Pangolin...
;-)
Obby schaut mich gross an und beginnt zu erklären wie schwirig es ist einen Pangolin zu finden, er habe noch nie einen
gesehen und werde an dem Tag, an dem er einen Pangolin sehe sofort seinen Job an den Nagel hängen! :-D
Die Steilvorlage lass ich mir natürlich nicht entgehen...
...den Pangolin hört er ab sofort bei jeder sich bietenden Gelegenheit!
;-)
Ich nehm Obby mit Forderungen nach einer Pangolinsichtung noch etwas auf den Arm, wobei man ihm ansieht dass er sich
nicht sicher ist ob wir es ernst meinen oder spassen... ;-)
Und die anderen machen mit!!! ;-)
Herrlich!
Scheint eine Gruppe mit Leuten die alle denselben Humor haben zu sein, toll!!! :-D
Natürlich lassen wir Obby nicht zu lange im Ungewissen, es geht ja immerhin darum ob er einen guten Job macht oder nicht.
Nach diesem Gespräch ist das Eis ziemlich gebrochen, wir haben doch so einige Male gelacht!
Die Italos waren offenbar schon mal mit Bushways in Botsuana unterwegs und verabschieden sich vor der Mokoro-Tour
durchs Okovango-Delta, um danach wieder zu uns zu stossen.
Andy und Lisa waren schon mal in Namibia und sind wie ich das erste Mal in Botsuana.
Patrick ist teilweise in Ruanda und der DRC aufgewachsen und hat 'Heimweh', aber auch zu viel schlechte Gedanken zu der Region...
..die Erinnerungen an den Bürgerkrieg überwiegen noch bei ihm, obwohl er den selbst gar nicht erlebt hat und damals
schon in Belgien war.
Für Claudine ist es das erste Mal Afrika.
Nach dem Essen haben wir noch etwa eine Stunde Zeit uns einzurichten bevor wir zum River-Cruise auf dem Chobe River
im Chobe National Park fahren.
Ich erkunde das Camp und probiere noch immer mit der überbelichtenden Kamera klar zu kommen.
Im 'S'-Programm dreh ich am Handrad auf -0.3 um die Belichtung zu korrigieren, dabei wird der Bildschirm natürlich recht
dunkel, aber die Aufname ist dann halbwegs richtig belichtet...eigentlich noch immer zu hell...aber schon besser!



Oben: Bougainvilia



Oben: Der seltene, aber umso berühmtere botswanische Trocken-Sand-Flachfrosch...

Bald schon fahren wir ab.
Als Erstes gehts zu den Einkaufsläden, ich brauche was anzuziehen!
Denn wie erwartet war meine Tasche nicht im Flieger, trotz Versprechen vom Flughafen...
Obby und ich gehen zu einem Laden und müssen erschreckt feststellen dass alle Läden schon geschlossen haben!!!
Es ist Samstag und da schliessen die Läden in Kasane scheinbar alle um 14:00 Uhr!
Toll!
Wir stehen also da vor dem Kleidergeschäft und diskutieren was wir tun sollen als Obby plötzlich drei Damen im Laden sieht!
Die Verkäuferinnen sind noch am abrechnen!
Natürlich klopft und ruft er bis eine der Damen aufmerksam wird und dann setzt er seinen Charme ein bis sie uns öffnet!
Herrlich zuzuschauen!!!
Wir also kurz rein und bald bemerkt, dass hier keine brauchbare Jacke zu kaufen ist.
Hose brauch ich nicht, also nehm ich erst einige Unterhosen, wohlweisslich eine Grösse grösser als in Europa...
...denn die afrikanische Mode ist recht klein bemessen...es muss ja gespart werden! ;-)
Dann noch eine Mütze und T-Shirts...
Aber von denen hat's nur Schreckliche!
Und von den schrecklichen T-Shirts sind beinahe alle schwarz, rot oder blau...
Also Farben die viele Wildtiere nicht mögen (rot) oder Tsetse-Fliegen anziehen (blau und schwarz)...
...hmmm...
...will ich beides nicht!
In meiner Grösse finden wir nur zwei T-Shirts die nicht in diesen Farben sind, beide sind weiss, eines hat ein silbern
glänzendes 'V' vorne drauf, das Andere den ebenfalls silbern glänzenden Spruch 'Very Rich Kid'...
Toll!!!
Aber besser als gar nichts, also werden sie gekauft!
Wobei ich jetzt schon weiss dass ich die nie, nie, NIE in Europa anziehen werde!!!
NIE!!!
Noch kurz bar bezahlt und Trinkgeld gegeben weil sie nochmals geöffnet haben und raus aus dem Laden, die Mädels wollen
auch mal ins Wochenende!
Auf dem Weg zum Auto halt ich die Tasche jubelnd in die Luft, was mit Jubel und Applaus aus dem Auto erwiedert wird! :-D
Die Truppe gefällt mir immer besser!
Und schon bald gehts los zum Boot- Cruise!
Also nochmals quer durch Kasane hindurch zur Chobe Marina Lodge, wo wir ins Boot einsteigen.
Ein doppelstöckiges Riesenboot für uns alleine!!!



Oben: Das Boot!
...zumindest das Erdgeschoss...


Wir düsen gemütlich tuckernd los und schon bald sind wir am 'Gate' des Nationalparks, wo Obby die Permits lösen muss.
Aber das geht echt erstaunlich schnell, obwohl recht viele Boote gleichzeitig da sind.
Wir warten keine 5 Minuten!
Und los geht's zum Sedudu Island (das im angrenzenden Namibia 'Kazakili Island' genannt wird...immer eine Extrawurst,
diese Namibianer, tststs...) mitten im Fluss, unweit des Gate's.
Was mich erstaunt ist die Menge Boote!
Soll mir noch einmal ein Botsuana-Fan was von vielen Auto's in der Serengeti sagen!
Ich hab da noch nie so viele Autos auf einem Haufen gesehen wie hier Boote auf einem Haufen sind!
Das müssen über 20 sein, und das nur in einer Entfernung dass man die Gesichter noch als solche erkennen kann!
Unschön in einer schönen Landschaft...
Auf der Insel sehen wir auch schon die ersten Tiere!
...vorausgesetzt man zählt Vögel auch mit... ;-)
Endlich sind wir in einer Entfernung bei der die grosse Linse mit Vorschraubkonverter (KB-Aequivalent 255-1020mm) zum
Einsatz kommen kann!
Und damit die OM-D E-M5 mit ihrem 5-Achsen-Bildstabi, die leider defekte OM-D E-M10 belichtet immer heller...
Es wird immer ausgeprägter...
...ich überlege erstmals ob ich das mittlere Zoom (KB-Aequivalent 28-300mm) an die Pen mini PM2 montieren soll, die mit
dem kleinen Zoom (KB-Aequivalent 18-36mm) eigentlich nur für Landschafts- und Sonnenuntergangsfotos gedacht ist.
Dabei hab ich es mir doch so toll eingerichtet damit ich keine Objektive wechseln muss...
Gerade hier im sandigen und dementsprechend staubigen Botsuana mach ich das nur ungern...
Aber weil die Pen mini PM2 ausschliesslich über den Bildschirm bzw. dessen Menu zu bedienen ist versuch ich's weiter mit
der OM-D E-M10... :-/



Oben: Nimmersatt, der entgegen seiner Bezeichnung einen nicht nur zufriedenen, sondern auch satten Eindruck hinterlässt!



Oben: Afrikanischer Löffler...jaja, kein Asiate, kein Europäer, kein Australier, ein Afrikaner!
Letzte Änderung: 14 Okt 2015 07:14 von picco.
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Oben: Wie man sieht ist baden nur für 'Mutige' angesagt: ein gut drei Meter langes Krokidol...



Oben: ...und sein etwas kleinerer Freund...



Oben: Büffel, Elefanten und der Hügel, der am Schluss der Reise noch zwei seltene Sichtungs-Überraschungen für uns
bereit hält...in der letzten Stunde der Safari!




Oben: Klaffschnabel bzw. Open Bill Stork, der seinen Schnabel immer offen hat....immer!!!



Oben: Eigentlich wollt ich ja den kleinen weissen Vogel fotografieren, aber Frau Elefantine meinte sie wäre das
interessantere Model und so stellte sie kurzerhand das Bein vor (zum Glück nicht auf!!!) den Piepmatz...
Was für eine Egozentrikerin!!!




Oben: Badenixe im Lacoste-Anzug?



Oben: Weshalb dieses Ding 'Nilpferd' und nicht 'Warzenrolle' heisst erschliesst sich mir beim besten Willen nicht...



Oben: Schau mir in die Augen, Kleiner... ;-)



Oben: :-O Hat nun der IS auch in der Vogelwelt seine Anhänger??? Kopfloser Marabu... :-O



Oben: Heisst Pferd, sieht aber nicht so aus...



Oben: Buffalo Bill



Oben: Cousin des Nilpferdes? Die Nilgans!
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Oben: Die Folgen der Ausbreitung von Sitzklosets kann man gut an Wasserbock-Hintern ablesen...



Oben: Haben genug vom Leben auf der Insel...Auszug der Inselelefanten!



Oben: Nun stellt sich die Frage wer nach wem benannt wurde: Der Elefant nach dem Elefantengras oder umgekehrt?



Oben: Elefanten im Fluss...und natürlich Boote, Boote, Boote!!!



Oben und unten: ...und das Leben stieg aus dem Wasser und trat ans Land, um es sich untertan zu machen...odrr so...





Oben: Für Elis wohl das Wichtigste: Etwas durch den Rüssel in die Luft befördern!
Ob Wasser...




Oben: ...oder Sand...Hauptsache man wirbelt alles durcheinander!



Oben: Und plötzlich düsen alle Boote mit Volldampf los um eine gute Position für den Sonnenuntergang zu finden...
Es ist ja auch schon 17:39Uhr...Zeit den Nationalpark langsam zu verlassen...




Oben: Das gilt natürlich nicht für diese Fischer auf der namibischen Seite des Chobe-Flusses, denn die Grenze geht genau
durch die Mitte des Hauptkanals des Flusses und die zwei sind auf der anderen Seite, wo kein Nationalpark ist.




Oben: OK, wir waren etwas zu früh am Platz für den Sonnenuntergang...und alle das war der einzige Platz bei dem wir
nicht alles voller Boote hatten...


Dem Bootsführer noch pro Nase einen US-$ als Tipp und schon sitzen wir wieder im Auto.
Auf dem Weg zu unseren Zelten wird das Auto vollgetankt und dann gehts über eine Schüttelpiste zu einer Farm in der Stadt,
wo Obby der Schlafsack von einer netten weissen Frau übergeben wird.
Es ist schon dunkel und man sieht kaum mehr was, aber der Elefant der direkt neben dem Auto aus dem Busch kommt ist nicht
zu übersehen!!!
Der war echt nah!!!
Aber wir schon beinahe durch bevor er aus dem Busch kam...kurzes Erschrecken war angesagt!
Zurück im Camp gibt mir Andy ein Badetuch, das er zur Sicherheit mitgenommen hat und selbst nicht benötigt, danke dafür!
Ist auch in einer Reisegruppe nicht selbstverständlich dass mit Badetuch, Sonnencreme (Danke Claudine und Patrick), Duschmittel
und noch so einigem ausgeholfen wird, erst recht ohne dass man fragen muss...
Für die Leute in dieser Truppe war das selbstverständlich!
Ich schreibs nochmals: Das ist eine echt tolle Truppe!!!
:-D
Badiri versorgt uns mit dem Abendessen (Steak, Kartoffelstock, Blumenkohl und Broccoli, als Dessert gebratene Banane mit
Schokoladensauce) und wir quatschen anschliessend noch ein Weilchen, wobei Obby natürlich mehrmals zu hören bekommt dass
wir uns besonders auf die Pangolinsichtung freuen... ;-)
Gegen halb zehn verkriechen wir uns ins Bett, gute Nacht!
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