THEMA: Auf großer Fahrt (SA-NAM-BOT-ZIM 2014/2015)
11 Mär 2015 15:47 #376885
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  • CuF am 11 Mär 2015 15:47
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Hallo Topobär,

einfach Wahnsinn!
mir fehlen die Worte.
Toi Toi Toi weiterhin

Ich traue mir einiges zu auf unterschiedlichen Pads zu driven, aber diese Dünentour von Euch bringt mich schon mental an die Grenze. :laugh:

Gruß
CuF
Letzte Änderung: 13 Mär 2015 16:18 von CuF.
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13 Mär 2015 14:07 #377143
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16. Tag (So. 04.01.2015)
Swakopmund – Windhoek
320km


Heute hieß es früh aufstehen und auf keinen Fall verschlafen, denn bereits um 8:30Uhr war Treffpunkt in Walvis Bay zu unserer Dolphin Tour mit Mola Mola. Wir wurden der Kalina von Kapitän Nick zugeteilt. Ein kleines Boot und es waren incl. uns auch nur 10 Passagiere an Bord. Von Anfang an werden wir von Pelikanen und Möwen begleitet, die die ganze Zeit darauf hoffen, dass etwas für sie abfällt.




Wir erhielten viele Information über den Hafen und das lokale Ökosystem. Es war nicht eine Minute langweilig, denn Nick war ein klasse Erzähler.

Natürlich sahen wir auch Delphine, aber bei denen versuchte ich erst gar nicht, ein Foto zu machen. Das ist mir auch in der Vergangenheit nie gelungen und so widme ich mich lieber dem Live-Erlebnis.

Die meiste Zeit sind wir aber von Seelöwen umgeben. Zu Kathrins großem Bedauern kommt aber nicht ein einziger an Board. Laut Kapitän Nick sind es in erster Linie Bullen, die sich auf die Boote wagen und die haben in der derzeitigen Paarungszeit halt andere Interessen.
:blush:
Da müssen wir wohl noch einmal wiederkommen und dann auf unser Glück hoffen.



Während der Tour floss der Alkohol in strömen. Zur Begrüßung wurden wir gleich mit einem Bier willkommen geheißen. Am Umkehrpunkt wurde mit einem leckeren Sherry angestoßen und zum Buffet gab es dann reichlich Sekt. Zwischendurch gab es natürlich auch alkoholfreie Getränke. Das Buffet war sehr gut und die namibischen Austern sind für meinen Geschmack wesentlich leckerer als ihre hoch gelobten französischen Verwandten; das Fleisch bei den namibischen Austern ist wesentlich fester und hat einen intensiveren Geschmack. Daneben gibt es noch allerlei weitere Köstlichkeiten. Es war die richtige Entscheidung, heute auf ein Frühstück verzichtet zu haben.

Da keine Seelöwen an Bord waren, ist noch reichlich Futterfisch übrig, der auf der Rückfahrt an die Möwen und Pelikane verfüttert wird.




Blöderweise verschafft sich eine Möwe direkt über mir Erleichterung und meine heute Morgen erstmals angezogene frische Hose sieht ziemlich Scheiße aus. Elendes Mistviech! Ich hatte es sogar kommen sehen, auf dem engen Raum an Bord aber keine Möglichkeit auszuweichen.
:angry:

Für die Fahrt nach Windhoek haben wir uns für die Nebenstrecke via D1982 und D1412 entschieden. Das war auf jeden Fall eine gute Wahl. Die Landschaft ist sehr abwechslungsreich und es ist uns kaum eine Menschenseele begegnet. Zum Teil ist die Strecke allerdings sehr ruppig, so dass man mit einem Geländewagen hier sicherlich entspannter unterwegs ist. Auf der D1412 hat es dann zahlreiche Weidegatter. Kathrin musste mindestens ein Dutzend Mal aus dem Wagen springen, um für freie Bahn zu sorgen.



Hier im Landesinneren ist es auch wieder deutlich wärmer. Die Temperaturen steigen auf 37°C. Die Vegetation ist hier im Khomas Hochland sehr vertrocknet. Anscheinend lässt die Regenzeit noch auf sich warten.

Zur Übernachtung steuern wir die Campsite des Daan Viljoen Gameparks an. Unserer Meinung nach die mit Abstand beste Campsite im Großraum Windhoek. Die Sanitäranlagen sind noch immer in Topzustand und im Restaurant haben wir wieder lecker zu Abend gegessen.

Morgen werden wir unseren treuen Fortuner gegen einen für die weitere Reise besser geeigneten Wagen eintauschen.
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17 Mär 2015 15:54 #377769
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17.Tag (Mo. 05.01.2015)
Windhoek – Ghanzi
566km


Als wir das letzte Mal im Daan Viljoen Gamepark übernachtet haben, hatte es Nachtfrost. Diesmal können wir bei angenehmen sommerlichen Temperaturen frühstücken. Vor den neugierigen Straußen sind wir glücklicherweise durch eine Mauer geschützt. So müssen wir unser Essen nicht verteidigen, denn auch die Paviane tauchen erst auf, als wir schon fertig sind und beklauen dann lieber unsere Campnachbarn.




Bushlore ist schnell erreicht, denn das Unternehmen ist auf einen neuen Standort umgezogen. Der Firmensitz befindet sich jetzt auf einem deutlich größeren Areal im südlichen Industriegebiet, ganz in der Nähe der B1. Super zu erreichen.

Unser Gefährt für den zweiten Teil der Reise ist ein Toyota Landcruiser Bushcamper. Wir haben uns für den Fahrzeugwechsel entschieden, weil ich für den zweiten Teil der Reise ganz andere Prioritäten setze, als für die Namib-Durchquerung. Ich rechne in Botswana und Zimbabwe mit Regen und Schlamm. Deshalb waren mir eine Winde, eine Marquise und ein festes Dach über dem Kopf wichtig. Dazu natürlich beste Geländeeigenschaften. Das alles vereint unser neuer Wagen.

Der Landcruiser ist mit 57.000km gerade einmal eingefahren. Der Camperaufbau macht sogar einen nagelneuen Eindruck. Aufgrund der vielen Features, die der Bushcamper bietet, dauert die Fahrzeugübergabe 2h.

Danach ist erst einmal Großeinkauf im Superspar in der Merua Mall angesagt. Für mich der beste Supermarkt in Afrika, denn hier bekommt man auch die kleinen Leckereien, die man als Deutscher häufig in Afrika vermisst. Zum Beispiel dunkles Brot. Wir müssen für die nächste Woche komplett autark sein und der Alkohol muss sogar für 12 Tage reichen, da wir in Maun an einem Sonntag einkaufen werden. Insgesamt sind 3 volle Einkaufswagen im Bushcamper zu verstauen, was aber aufgrund der reichlich vorhandenen Stauräume so gut geht, wie bislang bei keinem anderen Mietwagen, den wir je in Afrika hatten.

Um 13:00Uhr kommen wir aus Windhoek los. Beim Fahren zeigt sich gleich, dass der Landcruiser das komplette Gegenteil zum Fortuner ist. Da der Bushcamper auf der Station-Variante basiert, ist der Wagen riesig, dazu mit Schaltgetriebe und sehr schwach motorisiert. Es ist immer wieder erstaunlich, wie wenig Leistung man aus 4,2l Hubraum herausholen kann. Da ich noch im Hellen in Ghanzi ankommen will, gebe ich ordentlich Gas, denn die Straße lässt ein zügiges Fahren durchaus zu. Allerdings steigt die Kühlertemperatur jenseits der 130km/h deutlich an, so dass die Maximalgeschwindigkeit für den Rest der Reise somit feststeht.

Auf der Tankstelle in Gobabis treffen wir mehrere unserer Mitfahrer der Wüstentour, die sich auf der Rückreise nach Johannesburg befinden und jetzt erst einmal unser neues Auto in Augenschein nehmen.

Je weiter wir nach Osten kommen, umso grüner wird die Landschaft. Hier scheint es schon den einen oder anderen Regenschauer gegeben zu haben.

Die Grenze nach Botswana ist schnell passiert. Leider übersehen wir bei der Roadtax, dass es für Mehrfach-Einreisen einen vergünstigten Tarif gibt.

In Botswana haben wir dann die üblichen Probleme mit dem Nutzvieh auf der Straße. Einige Male muss ich eine Vollbremsung einlegen. Hat aber auch den Vorteil, dass man auf der ansonsten sehr monotonen Strecke nicht einschläft.

Pünktlich zum Sonnenuntergang kommen wir in der Tautona Lodge an. Es war ein anstrengender Fahr- und Orga-Tag, aber lieber mal einen Tag Vollgas, als zwei Reisetage dafür zu verschwenden.

Nach solch einem Ritt habe ich verständlicherweise keine Lust noch zu kochen und wir haben das Restaurant auch noch als sehr gut in Erinnerung. Das diese nicht getrogen hat, zeigt mir das erstklassige Rinderfilet, welches ich serviert bekomme. So perfektes Fleisch ist selbst im südlichen Afrika etwas Besonderes.

Als wir dann auf der Campsite zum Tagebuchschreiben und den einen oder anderen Absacker draußen sitzen, werden wir von zahlreichen Nachtfaltern umschwirrt. Die sind zwar recht hübsch, mit ihren orange glühenden Augen, nerven auf Dauer aber schon, wenn sie ständig im Drink notlanden. So verziehen wir uns doch früher als geplant. Gute Nacht.
Letzte Änderung: 17 Mär 2015 16:01 von Topobär.
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20 Mär 2015 14:47 #378290
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18.Tag (Di. 06.01.2015)
Ghanzi – Passarge Valley
283km

Das Bett im Bushcamper ist selbst bei meiner Größe ausreichend lang; allerdings nicht sehr breit. Man muss sich schon sehr lieb haben, um hier zu zweit zu schlafen.

Vor der Abfahrt noch einmal unter die gute Dusche auf der Campsite. Auf solchen Luxus werden wir die nächsten Tage verzichten müssen. Kurz in Ghanzi noch voll getankt und am ATM Geld gezogen, dann geht es zum dortigen DWNP-Office um die Nationalpark-Gebühren für die nächsten 12 Tage zu bezahlen. Glücklicherweise ist Kathrin für solch administrative Dinge zuständig, denn das Prozedere dauert gut eine Stunde, was unter anderem an den grandiosen Rechenkünsten der Beamten liegt. Wenigstens haben wir die Prozedur für Botswana jetzt hinter uns und konnten hier im Office mit Kreditkarte zahlen.

Bis zum Vet.-Gate am Kuke-Fence bleiben wir auf der Asphaltstraße nach Maun. Direkt vor dem Gate zweigt dann ein unscheinbarer Fahrweg nach rechts ab, der uns auf eintöniger Strecke 40km parallel des Veterinär-Zaunes zum Tsau Gate des Central Kalahari Game Reserve (CKGR) bringt. Nach dem Gate folgen wir dem Zaun noch weitere 30km. Hier, wo der Zaun den Nationalpark begrenzt wird er anscheinend nicht mehr gewartet und ist an vielen Stellen niedergetrampelt bzw. beschädigt. Das ist sehr positiv für die Tierwelt dieses Gebietes, da so die traditionellen Wanderrouten wieder begehbar sind. Früher sind massenhaft Tiere am Zaun verdurstet.

Endlich können wir die Cutline verlassen und zweigen nach Süden ab. Als erstes erreichen wir die Motopi Pan, wo wir die ersten Wildtiere entdecken. Wie nicht anders zu erwarten, mit Springbock, Oryx und Strauß die üblichen Verdächtigen. Danach ist erst einmal wieder tote Hose. Allerdings können wir anhand von Spuren und Hinterlassenschaften feststellen, dass hier vor kurzem mindestens ein Elefant unterwegs war. Die verirren sich nur selten ins CKGR und wir bekommen auch keinen zu Gesicht.

Als wir das Passarge Valle erreichen öffnet sich die Landschaft. Die Dornenbüsche treten zurück und vor uns erstreckt sich das flache Tal mit seinen weiten Graslandschaften. Darin immer wieder Bauminseln, die das Ganze auflockern



Hier finden sich dann auch jede Menge Tiere. In erster Linie natürlich Springböcke und auch wieder viele Oryx.




Meist sind die Tiere auf den weiten Flächen aber so weit entfernt, dass es sich für ein Foto nicht lohnt.

Sehr stolz bin ich, als ich in einem dichten Dornenbusch am Wegrand ein junges Löwenmännchen entdecke. Damit habe ich bei unserer internen Spotter-Rangliste erst einmal die Nase vorn. Der Löwe beobachtet ein in der Nähe grasendes Oryx. Wir ziehen uns ein wenig zurück und beobachten die nächste halbe Staunde was passiert – leider gar nichts. Irgendwann ist das Oryx verschwunden, ohne gefressen zu werden und wir fahren weiter.

Danach entdeckt Kathrin weiter entfernt ein Paar Schakale und dann recht nah eine Familie Löffelhunde. Die sind aber so wuselig, dass ich einfach kein scharfes Foto bekomme.

Bei den Korhans scheint derzeit Paarungszeit zu sein. Alle paar hundert Meter kommen wir an einem Hahn vorbei, der in Ohren betäubender Lautstärke nach Frauen schreit.



Bereits gegen Mittag hatte sich reichlich Quellbewölkung gebildet und am Horizont hatten sich große Wolken aufgetürmt. Zum Abend hin löst sich die Bewölkung dann aber wieder auf. Dazu ist es den ganzen Tag brutal heiß. Leider hat der Landcruiser im Gegensatz zum Fortuner kein Thermometer, so dass wir ab jetzt nichts mehr zu den tatsächlichen Temperaturen sagen können.

Kurz vor 18:00Uhr erreichen wir unsere Campsite Passarge Valley Nr. 2. Super schön am Hang gelegen, mit weitem Blick über das Tal. Wir beschließen auf den abendlichen Gamedrive zu verzichten und lieber von hier aus den Blick über das Tal schweifen zu lassen. Wir richten uns häuslich ein und es bleibt nicht bei einem Sundowner.




Die Einsamkeit ist wahrscheinlich die herausragenste Eigenschaft des CKGR. Seit dem Gate sind wir heute den gesamten Tag keiner Menschenseele begegnet.

Der Sonnenuntergang selbst ist dann ein kitschiger Traum.



Als es dann endlich dunkel ist, stimmen die bellenden Geckos ihr Konzert an. Dann geht der Vollmond blutrot auf. Das ist beeindruckender als viele Sonnenaufgänge. Rings um uns brüllen die Löwen. Wir können drei verschiedene Parteien aus unterschiedlichen Richtungen ausmachen; eine davon ganz in unserer Nähe im Tal.

Als dann noch weit im Süden Wetterleuchten zu sehen ist, kann man nur noch von einer perfekten afrikanischen Nacht sprechen.
Letzte Änderung: 25 Mär 2015 08:37 von Topobär.
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24 Mär 2015 16:10 #378778
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19.Tag (Mi. 07.01.2015)
Passarge Valley – Piper Pan
200km


Wir starten ohne Frühstück bei Sonnenaufgang zum Gamedrive. Das ist ein weiterer Vorteil des Bushcampers; der Wagen ist morgens sehr schnell abfahrbereit.

Im Passarge Valley hat es eine enorme Tierdichte, so dass wir voll auf unsere Kosten kommen. Nachdem wir die ganze Nacht Löwen gehört haben, hoffen wir natürlich jetzt auch welche zu sehen. Wir sind erst wenige Kilometer unterwegs, da entdecken wir ein Pärchen am Wegesrand. Die würdigen uns allerdings keines Blickes, drehen uns den Rücken zu und verschwinden bald darauf im Gebüsch.



Später sehen wir wieder eine Familie Löffelhunde, die weit entfernt mitten auf der Grasfläche liegt und schläft. Auch Schakale gibt es wieder reichlich. Ich mag diese schlauen kleinen Räuber und Diebe sehr.




Am Rande der Lengau Pan machen wir bei einem kleinen Wäldchen Frühstückspause. Hier bewährt sich unsere Markise erstmals, denn ohne diesen Sonnenschutz wäre es schon jetzt um kurz nach 9:00Uhr viel zu heiß, um in der Sonne zu sitzen.



Es ist ein fantastischer Platz für unsere Pause und so lassen wir uns viel Zeit. Auf der Pfanne können wir vom Tisch aus Springböcke, Oryxe und Gnus beobachten und in den Bäumen des Wäldchens müssen dem lauten Gezwitscher nach, tausende Webervögel sitzen.

Via Sunday Pan erreichen wir die Cutline, welche wie mit dem Lineal gezogen die Landschaft von Ost nach West durchzieht. Solche Strecken sind langweilig und machen keinen Spaß zu fahren, zumal es hier keinerlei Tiere gibt.



Das ändert sich erst wieder im Bereich um die Tau Pan. Allerdings scheint es hier weiter im Süden deutlich weniger geregnet zu haben, als im Passarge Valley. Heute wird sich daran auch nichts ändern, denn es zeigen sich kaum Wolken und es ist extrem heiß. Dazu weht ein starker Wind. Es ist als wenn einen ständig ein warmer Fön anpustet. Den Springböcken scheint das wie immer nichts auszumachen. Die sind echt hitzeresistent.




Bei der Phokoje Pan entdecken wir eine Löwin, die uns sehr aufmerksam beobachtet und uns nicht aus den Augen lässt. Der Grund für ihre Aufmerksamkeit zeigt sich dann auch bald, denn im Busch liegt noch eine weitere Löwin und jede Menge Nachwuchs. Der ist, wie es sich für Katzen gehört, neugierig und kommt bald aus dem Versteck heraus um uns genauer in Augenschein zu nehmen. Das Interesse ist natürlich beiderseits und wir freuen uns über die vielen kleinen Katzen. Das kleinste Löwenjunge sieht mit seinem Knick-Ohr besonders witzig aus. Wir hoffen, dass es nur ein optisches Phänomen ist und ansonsten keinerlei Beeinträchtigung mit sich bringt. Ein Schlaraffenland für Löwen scheint die Gegend aber nicht zu sein, denn die ganze Gruppe sieht ziemlich mager aus.





Immer wieder sehen wir auch Gnus. Allerdings so gut wie nie als Herde, sondern fast immer Einzeltiere, die sich einer Gruppe Oryx angeschlossen haben. Anscheinend befinden sich die Gnus des CKGR gerade in einer Identitätskrise.

Von den Fleischfressern sehen wir auch weiterhin Schakale am häufigsten.



Zu unserem heutigen Ziel, der Piper Pan führt dann ein tiefsandiger Track mit starkem Wellblech. Ausgerechnet diese Strecke müssen wir morgen auch wieder zurück fahren.

Die Campsites sind ja im CKGR immer recht große, nicht ganz klar umrissene Bereiche. Bei unserer Campsite Piper Pan Nr.1 finden wir zum Beispiel zwei Feuerstellen. Eine hinten in der Nähe von Klo & Dusche zwischen den Büschen und ohne Blick. Eine weitere 50m weiter vorne mit Blick auf die Pfanne. Selbstverständlich wählen wir die vordere und richten uns häuslich ein. Gerade sind wir damit fertig und stoßen mit unserem ersten Sundowner an, kommt das erste Fahrzeug vorbei, welches wir im CKGR sehen. Es ist ein Ranger, und der hat nichts Besseres zu tun, als uns aufzufordern, nach hinten umzuziehen, da die Stelle an der wir stehen nicht mehr zur Campsite gehören würde. Woran soll man das bitte erkennen? Das Schild steht jedenfalls in Sichtweite und ist näher an unserem derzeitigen Stellplatz als an dem Platz wo wir hinziehen sollen. Dem Ranger ist die Situation auch unangenehm, er bekommt es aber auch nicht auf die Reihe, mal über seinen Schatten zu springen und sich damit zu begnügen, unsere Permits und Reservierungen zu überprüfen. Letztendlich bleibt uns nicht anderes übrig, als unseren Plunder nach hinten zu schleppen. Glücklicherweise geht auch das mit einem Bushcamper leichter als mit Zelt oder Dachzelt. Mit den kleinkarierten Rangern in Botswana stehen wir echt auf Kriegsfuß, aber wenigstens mussten wir für unser heutiges Vergehen nicht zur Polizei.



Nachdem wieder Ruhe eingekehrt ist, weihen wir unsere selbstgebaute Outdoor-Dusche ein. Das ist nichts anderes als ein 5l-Mineralwasserkanister, wie man ihn überall zu kaufen bekommt und dessen Schraubverschluss wir perforiert haben. Den Tipp zu dieser Konstruktion haben wir hier aus dem Forum und das System hat sich gut bewährt. Selbst als wir beide mit dem Duschen fertig sind, ist der Kanister noch nicht leer.



Im Gegensatz zur letzten Nacht ist hier an der Piper Pan echt tote Hose. Außer dem zirpen der Zikaden ist nicht zu hören.

Letzte Änderung: 25 Mär 2015 08:36 von Topobär.
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26 Mär 2015 14:31 #379049
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20.Tag (Do. 08.01.2015)
Piper Pan – Sunday Pan
149km


Auch die Nacht über war nix los und wir haben ungestört durchgeschlafen, wobei man hier in der Wildnis ja für die eine oder andere nächtliche Störung ganz dankbar ist.

Wieder sind wir morgens sehr schnell zum Gamedrive aufgebrochen. Dieser führt uns um die Piper Pans herum. Hier sehen wir erstmals im CKGR Giraffen, worüber Kathrin sich mal wieder sehr freut.



Ansonsten die üblichen Verdächtigen. Was auffällt sind aber die unzähligen Falken welche am Rand der Pfannen unterwegs sind. Unmengen der schnellen Jäger sind in der Luft. Zum Teil große Schwärme. So etwas habe ich bei Greifvögeln noch nie gesehen.



Nachdem wir die Gegend um die Piper Pans ausgiebig erkundet haben, kehren wir auf dem üblen Wellblech-Track ins Letiahau Valley zurück, wo wir am gleichnamigen Wasserloch unser Rastlager zum Brunch aufschlagen. Es ist wie gestern sehr windig und brutal heiß, so dass wir erneut sehr dankbar für die Markise sind, ohne die man bei den klimatischen Bedingungen tagsüber keine Pause außerhalb des Wagens machen könnte.

Irgendwann haben wir genug gefaulenzt und es treibt uns wieder auf die Piste. Nur wenige Kilometer sind wir gefahren, da entdecken wir in einem Busch 2 Löwinnen mit Nachwuchs. Da das kleine Knick-Ohr nicht dabei ist, muss es sich um eine andere Familie in gleicher Konstellation wie die gestrige Gruppe handeln. Große Rudel gibt es aufgrund des Nahrungsangebotes im CKGR nicht.



Solch ein direkter Blickkontakt ist immer wieder ein sehr berührender Moment.

Den Abstecher zur Deception Pan nehmen wir ebenfalls mit und werden mit dem Highlight des Tages belohnt. Unter einem Busch liegen 3 Geparde, die aber leider sehr scheu sind und bei unserem Auftauchen sofort das Weite suchen. Glücklicherweise hatte Kathrin Ihre Kamera einsatzbereit, so dass wir zumindest ein Beweisfoto haben.



Aber es gibt natürlich auch noch andere Tiere bei der Deception Pan.



Um 15:00 Uhr erreichen wir unser nächstes Nachtlager, die sehr schön gelegene Campsite Sunday Pan Nr. 4. Sie liegt ganz oben auf eine alten Düne und bietet einen weiten Blick über die Pfanne. Ein großer Baum sorgt für ausreichend Schatten.



Bis 18:00Uhr bleiben wir auf der Campsite und die Zeit vergeht wie im Fluge. Unglaublich, was hier so los ist, wenn man mit offenen Augen die Natur um sich wahrnimmt. Zunächst sehen wir einen Mahaliweber, der über eine Stunde lang eine Schlange attackiert, die sich in den Baum über uns geflüchtet hat.


Weiß einer der Fachleute, um was für eine Schlange es sich handelt?

Dann entdeckt Kathrin eine Baum-Maus, die in einer Baumhöhle wohnt und ab & zu mal heraus schaut. Darüber hinaus besuchen uns weitere Vögel und ein Schlank-Ichneumon huscht über die Campsite.

Um 18:00Uhr brechen wir zu einem kleinen Gamedrive um die Sunday Pan auf.



Auffällig ist vor allem die große Anzahl an Riesentrappen in der Pfanne.



Beim Abendessen nerven dann die vielen Insekten, die gerne auch mal auf dem Teller notlanden.
Letzte Änderung: 26 Mär 2015 14:40 von Topobär.
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