THEMA: Quer durch Botswana nach Simbabwe-Teil 1
14 Sep 2014 14:08 #353829
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  • erzi am 14 Sep 2014 14:08
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Hallo an alle Interessierten,

ich bin die Frau von Jogo und habe mich von ihm, von Lil und von Heike von der Dombo-Farm überreden lassen, einige - vielleicht für Euch interessante - Erlebnisse ins Forum zu stellen.

Wir sind im April/Mai 2014 als Selbstfahrer von Johannesburg quer durch Botswana nach Simbabwe gefahren und waren etwa drei Wochen unterwegs. Wie in jedem Afrika-Urlaub hatten wir tolle Erlebnisse, Begegnungen und "Überraschungen", die ich in einem Tagebuch festgehalten habe.

Ankunft Airport Johannesburg

der Abholer bringt uns zu unserer Autovermietung Bushlore. Die Formalitäten sind bald erledigt. Zum ersten Mal haben wir uns einen Landcruiser gemietet. Nach einigen Diskussionen wegen den uns verdächtig kommenden hinteren Reifen lassen wir noch kleinere Reparaturen von losen Teilen vornehmen. Wegen der Reifen lässt der Manager nicht mit sich reden. Die Diskussionen und Reparaturen haben uns Zeit gekostet und viel zu spät fahren wir los.

Nach Großeinkauf und Tanken – es ist mittlerweile schon Nachmittag und wir haben noch 260 km zur Unterkunft zu fahren - fahren wir auf einer dicht befahrenen schnurgeraden Autobahn nach Norden. Später nimmt der Verkehr deutlich ab. Zeit, um sich an den Linksverkehr zu gewöhnen. Gewelltes Grasland dehnt sich rechts und links aus. Am Straßenrand begegnen uns häufig Autos und LKWs mit Reifenpannen. Ein schlechtes Omen?

Nach einer abenteuerlichen Fahrt durch die Berge und über ein Flussbett erreichen wir das „Waterberg Wilderness Camp“. Als wir aus dem Auto aussteigen erwischt es uns „kalt“. Die Temperatur ist mittlerweile auf 12°C abgesunken. Da es mittlerweile fast dunkel und alles nur schemenhaft sichtbar ist, setzen wir unsere Stirnlampen auf. Wir müssen beim Auspacken achtgeben, damit wir, das Gepäck im Arm, nicht über Zeltleinen und Heringe zu stolpern. Der Platz rund um unser Zelt ist knapp bemessen, denn entweder beginnt sogleich die Wildnis oder es geht in die Tiefe. Es gibt hier keinen Strom. Wir behelfen uns mit Stirn- und Petroleumlampen. Später gibt es ein kleines Abendessen, für das Lagerfeuer sind wir zu k.o. Tiefste Dunkelheit umfängt uns, jegliche Konturen sind verschwunden.




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14 Sep 2014 14:54 #353836
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Tag 2 - Waterberg - Mapungubwe NP oder Ein Elefant ganz nah

Am frühen Morgen werden wir von einer grandiosen Szenerie überrascht. Von unserem Berggipfel aus haben wir einen phantastischen Blick auf die umgebende Berglandschaft. Wir erfreuen uns an der typischen Savannenlandschaft und beginnen zu realisieren, dass wir in Afrika sind - Juchhuu, jibijeeehhh.

Der Waterberg ist ein Bergmassiv im Norden der Provinz Limpopo. Das Massiv erstreckt sich über etwa 14.500 km². Die höchsten Gipfel ragen bis zu 1400 m über den Meeresspiegel auf. Wir befinden uns auf so einem und sehen auf Steilwände, Härtlinge und Inselberge. Als Morgengruß erspähen wir auf der anderen Seite des Tales eins, zwei, nein drei Giraffen, die sich an Bäumen laben.

Bei Polokwane verfahren wir uns, was uns eine Stunde Zeit kostet. Die GPS-Karte ist nicht richtig eingestellt, anhand der Beschilderung kommen wir sowieso nicht weiter und so hole ich den altbewährten Atlas unterm Sitz hervor. Bald finden wir die richtige Straße und fahren nach Norden Richtung Alldays. Es wird zunehmend heißer und trockener. Rötliche Erde und kakteenbewachsene Hügel lösen das Grasland ab.

In Alldays machen wir einen weiteren Großeinkauf und auch hier bekommen wir keinen Sundowner: Es ist Sonntag und kein Alkoholausschank. Ab hier wird die Fahrt mühsam: Schlaglöcher! Kleine, tiefe, riesige, flache, breite. Teilweise kommen wir nur im Schritttempo voran.

Wir befinden uns im Grenzgebiet. Nach einer scharfen Rechtskurve sehen wir linkerhand den „Tuli-Block“, bekannt für seine geographischen Besonderheiten. Schöne Granitfelsen und Sandsteinformationen säumen unseren Weg.
Wir haben den Mapungubwe Nationalpark - Eastern Side - erreicht, der sich im äußersten Norden Südafrikas am Dreiländereck Botswana-Simbabwe-Südafrika befindet und zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört.

Etwa 20 min vom Main-Gate entfernt kommen wir im Maincamp Leokwe an. Ich muss aussteigen, um die Zahlen, die auf den Holzschildern stehen, lesen zu können. Es ist mittlerweile dunkel und mit etwas Mühe finden wir unser „Häusle“ mit der Nr. 2.

Während des Aus- bzw. Einräumens hören wir ein Geräusch aus dem nahen Busch. Plötzlich steht ein Elefant vor uns! Wir bleiben wie angewurzelt stehen und betrachten die gewaltige Gestalt, die nun direkt vor uns aufragt. Er hat uns gewittert. Elefanten greifen Menschen nur selten an, es sei denn, man kommt ihnen zu nahe. Doch wie nahe ist zu nahe? Sein riesiger Schädel schwenkt um und sein Rüssel prüft die Luft. Mir bleibt fast das Herz stehen. Als er uns für harmlos einschätzt, dreht er ab und verschwindet im dichten Buschwerk.





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Toll, ein neuer Reisebericht! :lol:
Bin gespannt auf Simbabwe, da möchten wir nächstes Jahr auch hin
Viele Grüße
Doro
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14 Sep 2014 15:29 #353845
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Huhu Erzi,

du schreibst :
ich bin die Frau von Jogo und habe mich von ihm, von Lil und von Heike von der Dombo-Farm überreden lassen, einige - vielleicht für Euch interessante - Erlebnisse ins Forum zu stellen.

na diese Schuld nehme ich doch gerne auf mich :P und freue mich auf eine aufregende Reise mit euch :silly: :woohoo: :silly: .

Liebe Grüsse B)
Lil
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14 Sep 2014 16:45 #353861
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Tag 3 - Mapungubwe NP oder Reifenpanne Nr. 1

Hannes hat heute Geburtstag. Herzlichen Glückwunsch! Damit wir heute gebührend feiern können, müssen wir uns erst mal Feuer, Lighter und ganz wichtig: irgendein alkoholisches Getränk zum Anstoßen besorgen. Da es im NP keinen Shop dieser Art gibt, müssen wir also wieder nach Alldays kurven. Bald halten wir ein Six Pack Hanse-Bier und zwei südafrikanische Rotweinflaschen in der Hand. Wie wir uns auf einen gemütlichen Sundowner am Lagerfeuer freuen!

Als wir aus dem Laden treten, erwartet uns eine schöne Bescherung. Die Luft aus unserem rechten hinteren Reifen verflüchtigt sich gerade mit einem lauten Pfeifen! Oh man, Tag drei und schon die erste Reifenpanne. Hilfe ist gleich zur Stelle und unser erster Ersatzreifen ist nun in Gebrauch. Der kaputte Reifen wird uns mit einem Emergency Set geflickt. Ein Geldschein wechselt den Besitzer und noch etwas obendrauf für die Lehrstunde. Es ist schon ewig her, dass wir einen Reifen gewechselt haben. Wo setzt man den Bock an? Reifen flicken? Noch nie gemacht.

Auf dem Rückweg begleitet uns auf dem letzten Stück die Western Side des NP. Wir fahren an schöne Felsmassive und Steinformationen vorbei. Sie leuchten in der Nachmittagssonne rötlich, im Vordergrund schimmert das Gras gelb-grün, im Hintergrund finden sich sattgrüne Bäume, die ganze Szenerie ist umrahmt von einem blauen Himmel. Die Mittagsglut hat sich längst verflüchtigt, die Temperatur ist angenehm.

Wieder im Nationalpark erwarten uns weitere tolle Felsformationen. In der letzten Stunde vor Sonnenuntergang ist das Licht am intensivsten, sind die Farben am kräftigsten. Auch die Tiere, die die heißesten Stunden des Tages lieber dösend im Schatten verbringen, werden aktiv. Wir beobachten, dass die Tiere hier scheuer als im Krügerpark oder im Etosha sind. Vielleicht liegt es daran, dass der NP abseits – im äußersten Norden Südafrikas – liegt und daher weniger mit Übernachtungs- und Tagesgäste frequentiert ist.










Anhang:
Letzte Änderung: 21 Sep 2014 17:55 von erzi.
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Hallo Lil, so sieht und hört man sich wieder ;-)

Herzliche Grüße
erzi
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