THEMA: Botswana Mai 2014 - Die "Mädchentour"
02 Jul 2014 08:53 #343236
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  • leofant am 02 Jul 2014 08:53
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Hi Joe,

ich weiss, manchmal kann ich ja sooo brutal sein :laugh:
Schön dass es Dir gefällt!

viele Grüsse
Walter
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02 Jul 2014 10:01 #343247
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  • tiggi am 02 Jul 2014 10:01
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Hall Walter,
so ein super schöner Bericht am Morgen! :ohmy: ... und ich muss noch zur Arbeit. Wie soll ich mich jetzt noch auf das Tagesgeschehen konzentrieren?
Auch wenn ich/wir wahrscheinlich nie in die tollen Camps gelangen (vielleicht gewinnen wir ja so wie Bele ein paar Mäuse ? :laugh: !!!) , finde ich den Bericht äußerst spannend, gespickt mit tollen Bildern.
Allerdings muss ich mich den vielen anderen anschließen: Es dürfen noch ein paar mehr Fotos sein!
Aber ganz sicher folgen die noch. :unsure:
Nur weiter so, bin neugierig.

Gruß
Biggi
Letzte Änderung: 02 Jul 2014 10:02 von tiggi.
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02 Jul 2014 11:16 #343256
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  • BMW am 02 Jul 2014 11:16
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Hallo Walter,

......Australier und Amerikaner sind zwei paar Schuhe :laugh: :lol: :silly: :P :P

trotz Helikopter...............

die Zwischentöne in Deinem Bericht sind faszinierend.......mehr brauche ich

wohl nicht zu sagen.........

mit Grüssen,

BMW
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03 Jul 2014 08:13 #343383
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  • leofant am 02 Jul 2014 08:53
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und weiter geht es mit

Teil 5 - Explorer´s Camp + Zarafa Camp

Donnerstag 22.05.14 - Mittagszeit

Heute Nachmittag starten wir bereits um 15:00, denn wir wollen das Explorer´s Camp besichtigen. Lizzy legt Wert darauf, dass wir zum Kanu-Wettrennen vor Ort sind. Mopane erklärt uns, dass der Weg zum Camp durchaus ein schöner Gamedrive sein kann. Ich betrachte wehmütig das hohe Gras links und rechts der Piste und bin eher verhalten optimistisch. Und tatsächlich werde ich auch nicht wirklich positiv überrascht. Während der Hinfahrt (ca. 75 Minuten) versuche ich mal wieder einen LBR (Lilac Brested Roller) im Flug aufzunehmen. Das fotografische Ergebnis lautet: Knapp daneben ist auch vorbei! oder: Wenn das Foto jetzt auch noch scharf wäre, dann könnte man zufrieden sein!

Wir sehen einige Giraffen, zwei Elefanten, ein paar Meerkatzen, einige Gnus, Kudus und Impalas, aber insgesamt ist es eher eine gemütliche Kaffeefahrt durch ein buschiges Gelände. Um kurz nach 16:00 sind wir am Ziel. Das Camp besteht aus einem Hauptzelt in dem gegessen wird und aus vier Zelten in denen maximal acht Personen übernachten können. Nebenan gibt es noch ein Areal in dem die Küche und die Unterkünfte für die Staff untergebracht sind. Auf dem freien Platz vor dem Hauptzelt liegt eine grosse Decke mit einigen Kissen, daneben stehen Campingstühle. Ausserdem hat man zwei Tische mit Getränken aufgebaut. Auch auf die Preisverleihung nach dem Kanu-Rennen ist man schon vorbereitet. Unten am Wasserlauf liegen die Kanus. Zwischen zwei Bäumen ist eine Hängematte aufgespannt. Uns gefällt das Camp richtig gut. Die Lage ist toll, Ruth und ich haben ziemlich schnell den dringenden Wunsch, hier mal zu übernachten. Hauptsächlich macht man hier Kanutouren und Bushwalks, aber auch ein Safarifahrzeug steht bereit.


Explorer´s Camp


Explorer´s Camp


Explorer´s Camp


Explorer´s Camp

Das Camp ist ausgebucht. Vier befreundete Paare aus Südafrika haben sich hier eingemietet und wir merken ziemlich schnell, dass sie eine Menge Spass haben. Sie sitzen gerade im Hauptzelt und stärken sich für den bevorstehenden Wettkampf. Ich sollte dazu anmerken, dass dieser Wettkampf nicht sehr anstrengend ist, da steht die Gaudi ganz klar im Vordergrund. Nach einer Weile begleiten wir die Teams zum Ufer. Jedes Kanu hat ein Schild. Darauf steht: Team Elephant, Team Lion, Team Cheetah, Team Leopard. Daneben gibt es ein Kanu mit der Aufschrift „Medical Rescue“. Plötzlich kommt die gesamte Staff singend und tanzend ans Ufer. Alle halten die Namen der Teams hoch. Aha! Das sind also die Cheerleader.


Explorer´s Camp


Explorer´s Camp

Jetzt werden die Regeln erklärt, dann begeben sich die Teams in das jeweilige Kanu und paddeln den Wasserlauf entlang. Irgendwann hören wir den Startschuss. Die Staff steht gespannt am Ufer. Als sich das erste Kanu zeigt startet die Crew mit wilden Anfeuerungsrufen. Hier am Ziel ist jetzt richtig was los! Eines der Kanus kippt um und die beiden Insassen werden von der „Medical Rescue“ gerettet. Nachdem alle Teams wieder zurück sind gibt es für den Sieger noch ein Tänzchen, alle – egal ob Mitglied der Staff oder die Gäste – haben eine Menge Spass, das kann man sehen. Da die ganze Gruppe ja befreundet ist können wir auch einige sarkastische Sprüche hören. Im Anschluss gibt es noch die Preisverleihung für die drei ersten Teams. Jetzt werden Ruth und ich tätig, denn die Preisübergabe ist unser Job. Danach prosten wir uns gegenseitig zu, dann wird es für uns auch schon wieder Zeit, Abschied zu nehmen. Ich wiederhole: In diesem Camp mit sechs weiteren Freunden ein paar Tage zu verbringen, das wäre richtig, richtig toll!

Als wir abfahren ist es 17:30, die Dämmerung hat bereits eingesetzt. Wir werden also keinen Sundowner haben, aber selbst Ruth kann nach diesem lustigen Nachmittag sehr gut damit leben. Ausserdem sind wir ja morgen Abend am Chobe, da wird es auf alle Fälle einen Sundowner auf dem Boot geben. Mopane hat sich mit dem Scheinwerfer bewaffnet und so geht es recht gemütlich die Piste entlang. Hinter uns leuchtet der wolkenlose Himmel in flammendem Rot, vor uns ist es bereits dunkel. Nach einer halben Stunde wird der Weg von einem Leoparden blockiert. Er dreht sich kurz um als wir um die Kurve kommen, läuft dann aber ungerührt vor uns her. Also sind wir gezwungen, ziemlich langsam zu fahren. Hmmm… ich habe da aber ein dringendes körperliches Bedürfnis. Lieber Leo, könntest du bitte mal den Weg freigeben? Zum ersten Mal in meinem Leben wünsche ich mir, dass ein Leopard verschwindet, das hätte ich auch nie für möglich gehalten. Aber es kommt halt immer auf die äusseren Umstände an :blush:
Irgendwann hat der gefleckte Räuber ein Einsehen und verschwindet im hohen Gras, wir können das Tempo wieder forcieren. 15 Minuten später erscheint das nächste Hindernis. Ein Serval (glaube ich wenigstens) taucht neben der Piste auf. Wir stoppen, um ihn zu beobachten. Ich bin hin und her gerissen zwischen meinen Gefühlen. Mein Verstand sagt: „Schau doch mal das schöne Tier“, mein Körper sagt ganz was anderes :blink:
Endlich taucht die Katze ab und es geht weiter. Am Horizont kann ich Lichter erkennen, das muss das Selinda Camp sein! Selten war ich so glücklich, von einer Pirsch zurückzukehren :woohoo:

Nachdem ich mein „Geschäft“ erledigt habe und wieder etwas entspannter bin teilt uns Lizzy mit, wir könnten noch nicht zurück zum Zelt, denn ein Eli würde den Weg blockieren? Soll ich das glauben? Dann fällt mir ein, dass ich heute früh bei ihr ein sogenanntes „Honeymoon Dinner“ bestellt habe. Für Ruth soll es eine Überraschung sein und vermutlich muss noch etwas vorbereitet werden. Ich verschwinde kurz im Weinkeller und suche noch einen Rotwein für das Dinner aus, Ruth sitzt bereits am Feuer und unterhält sich. Dann erhält Mopane das „ok-Zeichen“ und er bringt uns zum Zelt.
Wir steigen die Stufen zur Veranda hoch und sind hoch erfreut. Auf der „Hippowiese“ direkt vor unserem „Häuschen“ hat man ein Areal mit Öllampen abgesteckt. In der Mitte steht ein gedeckter Tisch. Nicht weit entfernt brennt ein Lagerfeuer. WIE ROMANTISCH! Das Dinner ist für 20:00 bestellt, wir haben noch 25 Minuten Zeit, um uns vorzubereiten. Wir betreten unser Zelt und bemerken sofort: Hier ist etwas anders. Die Badewanne ist mit einem heissen Schaumbad gefüllt. An den Rändern stehen rundherum kleine Kerzen. WIE SUPER-ROMANTISCH! Leider muss ich die romantische Stimmung unterbrechen und teile meiner Frau mit, dass wir noch zwanzig Minuten Zeit haben. Also heisst es: Ab in die Wanne und los geht´s mit dem Wohlfühlen! WIE UNROMANTISCH! Tja, so sind wir Männer halt … Wir schaffen es tatsächlich, um 20:00 an unserem Tisch zu sitzen. Ruth zündet die Öllampen auf dem Tisch an, zwei Minuten später kommt schon die Vorspeise.


Honeymoon Dinner

Der Koch / Kellner wurde dazu verdonnert, bei uns Wache zu schieben. Jetzt läuft er mit einer Taschenlampe am Schilf entlang und leuchtet in den Sumpf. Tatsächlich können wir ab und zu Schritte im Wasser hören, aber die Hippos lassen uns in Ruhe. Unser „Wächter“ schaut etwas ängstlich. Wir kommen ins Gespräch und er erzählt uns, er käme aus VicFalls in Zimbabwe. Er hätte erst vor kurzem in Selinda angeheuert und es wäre für ihn das erste Mal, dass er sich mitten im Busch aufhalten würde. Jetzt bin ich erstaunt. Die Wildnis fängt doch eigentlich direkt hinter VicFalls an – wie kann jemand dort wohnen und nicht mit dem Busch und seinen Bewohnern vertraut sein? Unser Gespräch wird unterbrochen, denn die Hauptspeise wird serviert. Ruth und ich sitzen also an unserem privaten Tisch beim privaten Dinner mitten im Grünen, haben einen tollen Sternenhimmel über uns, können den Geräuschen der afrikanischen Nacht lauschen und sogar die Moskitos lassen uns fast ganz in Ruhe. Das Dinner schmeckt uns wirklich gut, wir haben einfach nichts zu meckern! Ach doch, eine Sache gibt es: Das ist unser letzter Abend in der Wildnis! Aber egal, schnell schieben wir diesen traurigen Gedanken beiseite und trinken lieber noch einen Schluck Rotwein ;)
Irgendwann haben wir ganz brav alles aufgegessen, die Weinflasche ist geleert und wir beschliessen, die Tafel aufzuheben. Wir bedanken uns beim „Wächter“ und wünschen eine gute Nacht. Kaum gehen wir die Stufen hinauf, wird unser Tisch bereits abgeräumt und zehn Minuten später erinnert nur noch das flackernde Feuer an unser „Dinner vor der Haustür“. Ruth und ich sind sehr zufrieden, das war ein gelungener Abschluss in Selinda. Bald darauf liegen wir im Bett und lauschen ein letztes Mal den verschiedenen Tierstimmen und Geräuschen.

Gegen 03:00 werden wir durch ein Knacken geweckt. Wir haben Besuch! Ich versuche herauszufinden wo das Geräusch herkommt. Hinter unserem Zelt tut sich was. Wir stehen auf und schleichen in unser Badezimmer. Jetzt können wir den Rücken des Elis sehen. Es ist ein ausgewachsener Bulle, soviel können wir erkennen. Knack! Der vormals grosse Busch hinter dem Zelt wird kleiner und kleiner! Zehn Minuten später bewegt sich der Riese weiter und läuft auf „unserem“ Fusspfad Richtung Lobby. Ich erinnere mich an die zwei Amerikaner, die wir am ersten Abend ohne Begleitung eines Guides getroffen haben: „Alles ok, wir haben ja eine Taschenlampe dabei.“ :whistle:

Freitag 23.05.14

Die restliche Nacht wird nur ab und zu vom Grunzen der Hippos erfüllt, sonst bleibt es ruhig. Ich bin schon etwas traurig, denn jetzt müssen wir wieder sehr lange warten, bis wir diese Buschmusik hören werden. Wir fliegen heute zwar noch an den Chobe, aber in Kasane sind die nächtlichen Geräusche irgendwie anders. Da hört man eher Hundegebell und die Hupe eines Autos.
Dann ist es 06:00, wir müssen aufstehen. Unsere Sachen haben wir bereits gestern vorbereitet, deshalb werden nur noch einige Kleinigkeiten in die Seesäcke gestopft, dann werden wir auch schon zum Frühstück abgeholt. Wir bewundern ein letztes Mal den schönen Sonnenaufgang, die Seesäcke sind bereits im Fahrzeug verstaut, Zeit um Lebewohl zu sagen. Das tun wir sehr intensiv, denn einige Mitglieder der Staff sind uns sehr ans Herz gewachsen. Bye, bye, Selinda, es hat uns – vielleicht bis auf ein paar spezielle Gäste aus einem grossen Land - wirklich gut gefallen!
Wir fahren das kurze Stück zum Bootsanleger, dann geht es mit dem Motorboot über die Lagune. Auf der anderen Seite nimmt uns Mopane in Empfang. Wir sind deshalb so früh mit Sack und Pack unterwegs, weil wir noch das Zarafa Camp besichtigen wollen. Die Fahrt durch den Busch erweist sich als sehr entspannend. Es gibt - ausser den üblichen Verdächtigen – nichts Aussergewöhnliches zu sehen. Aber die Landschaft gefällt uns gut und wir können ja – wenn wir auf die letzten zwei Tage zurückblicken – wirklich nicht meckern. Wir kommen um eine Kurve, auf der rechten Seite befindet sich ein Wasserloch. Nicht weit vom Wasser liegt eine Löwin.


Nette Begrüssung

„Komisch“ sagt Mopane, „normalerweise ist diese Löwin immer mit zwei anderen Artgenossinnen unterwegs.“ Wir suchen die Wasserstelle und die Gegend drumherum mit unseren Augen ab, aber nichts ist zu sehen. Plötzlich hören wir eine Art Knurren. Wir drehen uns um – und schauen genau in die Augen einer weiteren Löwin, die uns unentwegt beobachtet. Sie liegt neben einem Termitenbau auf einem kleinen Hügel im Schatten. Der Punkt ist so hoch, dass sie sich in Augenhöhe mit uns befindet. Wir müssen alle drei lachen. Da suchen wir und suchen wir und direkt neben uns liegt die Löwin und beobachtet uns die ganze Zeit! Doch das Geräusch kam nicht von dieser Löwin. Also starten wir und fahren um den Termitenbau herum. Siehe da! Ein stattlicher Löwenmann liegt vor uns, nicht weit davon entfernt können wir auch die dritte Löwin ausmachen. „Ich glaube, die beiden sind mit der Paarung beschäftigt“ kommentiert Mopane das Geschehen. Ja, warum nicht? Denke ich mir. Wir hatten zwar in der Vergangenheit schon das Vergnügen, aber das wäre doch ein schöner Abschluss unseres Aufenthaltes. Allerdings habe ich etwas zu meckern, denn die Katzen liegen im Schatten, das gibt keine guten Bilder. „Das ist nicht schlimm“ teilt mir unser Guide mit. „Wir fahren auf dem Rückweg sowieso noch mal hier vorbei.“ Na wenn das so ist. Da warte ich doch gerne bis die Lichtverhältnisse sich verbessert haben.
Wir kommen zum Rand einer grossen Lagune und fahren dicht am Ufer entlang. Überall kann man Elefantenhaufen sehen, das scheint eine beliebte Gegend bei den Rüsseltieren zu sein. Natürlich treiben sich am Ufer auch eine Menge Wasservögel herum. Mopane zeigt uns ausserdem relativ frische Spuren von Löwen und von einem Leoparden. Wir suchen kurz die Büsche in der Nähe ab, finden aber nichts. Also geht es weiter, bis wir das Zarafa Camp erreichen. Dort werden wir von Marcus, dem schwedischen Campmanager begrüsst und herumgeführt.


Zarafa Camp


Zarafa Camp


Zarafa Camp


Zarafa Camp


Zarafa Camp


Zarafa Camp


Zarafa Camp

Zarafa liegt ebenfalls in der Selinda Konzession und ist etwas für Leute mit einer dicken Brieftasche. Die Besitzer dieses Camps sind Dereck und Beverly Joubert, bekannt durch zahlreiche Tierfilme. Es gibt vier Zelte (kann man da noch Zelte sagen?) und – etwas für sich gebaut - eine Zeltsuite für vier Personen. Tja, wie soll ich das beschreiben? Eigentlich ist es eher ein Superluxushotel mit Zeltwänden. Allerdings gibt es auch hier keine „richtige“ Air-Condition. Dafür kann man aber an heissen Tagen oder Nächten die Fernsteuerung bedienen und die Luft zirkuliert ganz leise und unauffällig im Zelt. Die Einrichtung des Hauptzeltes und der Unterkünfte ist natürlich nur vom Feinsten und alles ist sorgfältig aufeinander abgestimmt. Die Lage des Camps ist traumhaft, man kann durchaus einen halbe Tag nur auf dem Aussichtsdeck sitzen (oder liegen) und die Gegend bestaunen. Es gibt viele, viele witzige Details, z.B. die Toilette mit Ausblick, die aussergewöhnliche Dusche und, und und... Zu jedem Zelt gehört ein Koffer. Darin befindet sich eine Vollformatkamera mit einem richtig guten (und richtig teuren) Objektiv. Ich glaube es war ein 600er oder so ähnlich. Abends werden die Bilder heruntergeladen und auf Wunsch mit einem „Fotofachmann“ besprochen. Zu der Suite gehört ausserdem eine eigene Managerin, eigenes Personal, ein eigener Guide mit Fahrzeug. Es gibt noch viel mehr zu beschreiben, aber das würde den Rahmen dieses Berichtes sprengen. Auf jeden Fall muss ich zugeben dass es durchaus interessant wäre, hier mal ein paar Tage zu verbringen. Angeboten werden folgende Aktivitäten: Pirschfahrten morgens, nachmittags und nachts; Vogelbeobachtung an der Lagune, geführte Buschwanderungen auch mehrtägig, Angeln.

Mehrtägige Buschwanderungen ? Hört sich auch nicht schlecht an. Und ich könnte wetten man muss unterwegs auf nichts verzichten. Aber eigentlich muss ich mir keine Gedanken machen. Diese Preisklasse wird für uns immer unerreichbar bleiben, es sei denn wir hätten beim Lottospielen mal mehr Glück als in den letzten (gefühlten) hundert Jahren :S


Zarafa Suite


Zarafa Suite


Zarafa Suite


Zarafa Suite

Eine Dreiviertelstunde später verabschieden wir uns von Marcus und machen uns auf den Weg zum Selinda Airstrip. Wir kommen wieder bei den Löwen vorbei. Inzwischen hat sich noch ein Fahrzeug eingefunden, aber von Überfüllung kann keine Rede sein. Mopane rangiert den Toyota so, dass ich die Sonne im Rücken habe. Kein schlechter Platz, allerdings ist es inzwischen ziemlich warm geworden und das Löwenpaar hat sich deshalb in den Schatten der Büsche verzogen. Zum Glück paaren sich Löwen – wenn sie sich paaren – sehr häufig pro Tag. Deshalb bin ich relativ entspannt, denn bis zu unserem Abflug sind es noch 1 ½ Stunden und das Flugfeld ist nicht sehr weit von hier. Und tatsächlich! Keine 10 Minuten nach unserer Ankunft erhebt sich das Löwenpaar und verlässt den Schatten. Dumm nur, dass sie sich weiterhin zwischen den Büschen aufhalten. Ich hätte gerne eine Paarung ohne störende Zweige, aber diesen Gefallen tun sie mir dann doch nicht. Also nehme ich die Situation so, wie sie ist und schiesse meine Bilder. Ich kontrolliere die Fotos im Display und bin ganz zufrieden. So schlecht sind die Schnappschüsse gar nicht geworden. Nach getaner „Arbeit“ ziehen die Katzen sich sofort wieder in den Schatten zurück.


Eindrucksvoller Pascha


Pascha bei der Arbeit

Jetzt wird es für uns Zeit, den Airstrip anzusteuern. Unterwegs halten wir noch einmal bei einem Lilac Brested Roller (Gabelracke). Das Licht ist ideal, die Entfernung ist auch nicht schlecht, aber der Vogel tut mal wieder nicht das, was ich von ihm erwarte. Also muss ich mich wieder einmal mit einem unscharfen Bild zufrieden geben. Je näher wir dem Airstrip kommen, desto mehr Tiere sehen wir. Sie scheinen die flache, relativ übersichtliche Gegend um die Startbahn zu lieben. Vermutlich fühlen sie sich hier wohl, weil sie eine gute Übersicht und im Falle eines Falles mehr Fluchtmöglichkeiten haben.
Wir parken im Schatten eines Baums und können aussteigen. Mopane hat noch Cracker und Obst in der Kühlbox, natürlich kann er uns auch Kaffee und Tee anbieten. Wir haben uns in den letzten drei Tagen wirklich gut mit ihm verstanden und ich bin ein wenig traurig, dass unsere Wege sich jetzt trennen.
Es ist kurz vor 11:00, Mopane hebt den Zeigefinger. „Can you hear it?“ Nein, mein Freund, ich glaube meine Ohren sind zu abgestumpft. Aber kurze Zeit später kann auch ich das Brummen wahrnehmen, unser Buschtaxi nähert sich dem Flugfeld. Jetzt erkennen wir die kleine Maschine, die eine kurze Schleife über die Bahn fliegt und dann in den Sinkflug übergeht. Das Flugzeug setzt auf und zieht die unvermeidliche Staubfahne hinter sich her. Der Motor wird gestoppt, wir begrüssen den Piloten und verabschieden uns danach von unserem Guide. Mach´s gut, Mopane, wer weiss, in welchem Camp wir uns eines Tages wiedersehen werden.
Die Cessna hat 6 Sitze, zwei davon sind bereits belegt. Es handelt sich um zwei deutsche Touristinnen, die wie wir nach Kasane wollen. Nach wenigen Minuten beschleunigen wir und gewinnen schnell an Höhe. Dann dreht die Maschine in östliche Richtung. Wir nähern uns langsam aber sicher unserer letzten Station auf der diesjährigen Rundreise.

… wird fortgesetzt …
Letzte Änderung: 03 Jul 2014 08:43 von leofant.
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03 Jul 2014 09:17 #343394
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  • Topobär am 03 Jul 2014 09:17
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Auf unserer ToDo-Liste steht schon seit langem, den Selinda Spillway vom Delta nach Linyati zu paddeln. Wenn ich Deine Bilder sehe, wird es an der Zeit, sich mal konkret mit diesem Vorhaben zu beschäftigen.
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03 Jul 2014 09:30 #343398
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  • lionfight am 03 Jul 2014 09:30
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Tolle Camps!
Trotzdem wäre mir ein paar mehr tolle Tierbilder lieber.

So ein Beitrag am Morgen versaut einem immer den ganzen Arbeitstag. Bist Du Dir darüber im Klaren?


Gruß!
der Joe
"I detest racialism, because I regard it as a barbaric thing, whether it comes from a black man or a white man." Nelson Mandela

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