THEMA: Ukraine
08 Mär 2022 10:38 #639012
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  • Seyko am 08 Mär 2022 10:38
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Peter, du darfst dich sehr gerne entrüsten - kein Problem. Das hat nur alles so gar nichts mit meiner Antwort an „4nachnamibia“ zu tun. Ich habe Deutschland ja nun vor geraumer Zeit verlassen aber was ich mitbekomme, lässt mir den Atem stocken. Fotos von Schildern, wonach Russen in Cafes und im EH nicht mehr bedient werden, Sippenhaftung ohne die Fähigkeit zu unterscheiden etc,. pp. Es wird eine mediale Stimmung erzeugt, die mehr als ungesund ist. „Der Russe“ hat mit dem was Putin tut nichts zu tun. Genauso wie „der Deutsche“ nichts mit den Waffenlieferungen u.a. an Saudi Arabien zu tun hat.

Es gibt zwei „Fakten“, die man immer berücksichtigen sollte:
1. In der Politik geschieht NICHTS zufällig.
2. Die Wahrheit stirbt im krieg als Erstes.

Neutralität ist im Leben öfter wichtig und entscheidend. Ich habe nichts dagegen, wenn Menschen, Länder oder Politiker Stellung beziehen, weil sie sich in ihrer Position sicher sind. Wenn Länder sich bei einer Forderung enthalten, kann das vielfältige Gründe haben. Politische Reaktionen umfassen mehr, als die Betrachtung einer isolierten Situation.
Erläuterungen wie deine an mich, zeigen im Grunde nur auf, dass du dich weigerst, einen umfassenderen Blick einzunehmen und auf eine isolierte Betrachtung beharrst. Das ist nicht realistisch. ich wurde zuletzt sogar beschimpft (an anderer Stelle), weil ich mich laut gefragt habe, ob es einen Meister in Diplomatie gibt, der es schaffen kann, den Krieg schnell zu beenden während Putin sein Gesicht wahrt. Mir geht es um die Menschen, die bei einem schnellen Ende nicht sterben müssen. Denjenigen, die mich für diese Gedanken beschimpft haben, geht es um „Bestrafung“ von Putin. Das ist dumm, denn es bedeutet viel Leid. Zuletzt sehe ich Bilder von deutschen Demos, die auf Plakaten Waffenlieferungen an die Ukraine fordern. Ich habe selten etwas dümmeres gelesen.

Nun bin ich raus - habe schon viel mehr geschrieben als ich eigentlich wollte.

Liebe Grüsse Guido
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08 Mär 2022 12:59 #639031
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Eine Analyse der Enthaltung Namibias
Namibia’s abstention on Russia violates its foreign policy principles
Published: March 6, 2022 8.22am GMT
Mit Bezugnahme auf die Verfassung und offizielle Äußerungen zu den Prinzipien der namibischen Außenpolitik.
theconversation.com/...cy-principles-178548

Grüße

Und OT @ die schmale und (hier verschwimmende“) Grenze zwischen „Putin verurteilen“ - "sich klar positionieren" - „Russopobie“ einige interessante Meinungsäußerungen damit konfrontierter "Kulturmanager".

tvthek.orf.at/profil...abschiedung/15121101
PS. der link funktioniert nicht einwandfrei, unter dem Bildfenster bitte das "Studiogespräch" anklicken, dann startet der Beitrag
Letzte Änderung: 08 Mär 2022 13:18 von loser.
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08 Mär 2022 18:07 #639057
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peterw schrieb:
Ich war zu Apartheitszeiten für 3 Monate in Südafrika als in Europa fast jedes Land Sanktionen gegen dieses Unrechtsregime ergriffen hat. Bei uns im Supermarkt wurden Konserven aus SA aus dem Regal genommen, es gab Anti-Apartheitsdemonstrationen und auch die Politik hat sich in Europa und dem Rest der Welt eindeutig positioniert.
Ohne diese Unterstützung gäbe es heute vielleicht noch diese Politik in SA.
Hallo PeterW, In folgender Ausführlichkeit zwar etwas aber auch nicht ganz OT, jedenfalls sehe ich auch einige Parallelen zum aktuellen Thema.

Es gibt viel Literatur zur Rolle der Sanktionen bei der Überwindung der Apartheid und der Tenor ist, dass Südafrika DAS BEISPIEL SCHLECHTHIN für die Wirksamkeit von Sanktionen, Boykott, politische Isolierung usw. ist/war. Allerdings auch eines der wenigen. Ich habe in dieser Zeit ein paar Jahre dort verbracht und mich anschließend dahoam weiter dafür interessiert und meine auch, dass die „Sanktionen“ effektiv waren und viel auf den Weg gebracht haben. Allerdings gab es auch noch viele andere Faktoren für/bei der Überwindung der Apartheid. Nicht zu vergessen die Gunst der Stunde, nämlich das „Scheitern des Sozialismus“ und das Ende des kalten Krieges, wodurch Südafrika seinen Stellenwert als Bollwerk gegen die Rote Gefahr im Süden verloren hatte.

Von den Protesten in der westlichen Welt hat man in RSA selber nicht alles mitgekriegt bzw. nur das was nicht verheimlicht werden konnte, weil es keine wirklich freie Presse gab und viele polizeistaatliche Restriktionen. Für den „Rest der Welt“ war Mandela damals sicher mehr Begriff und Symbol als für die Durchschnittssüdafrikaner. Er und ANC waren ja "gebannt", durften nicht erwähnt oder zitiert werden usw. (sieht jemand die Parallelen?)

Jedenfalls „bissen“ die „Sanktionen“ ganz schön. Unternehmen sagten: Warum tue ich mir für 3 Prozent des Umsatzes 99 % meines Ärgers an? Und zogen sich zurück oder stoppten zu investieren, weil die Perspektive nur negativ war. Für viele Sanktionen gab es zwar Umgehungskonstruktionen (bei welchen z. B. der Iran, Israel, Taiwanesische Unternehmer sehr hilfreich waren), aber diese erhöhten die Beschaffungskosten im Import und kosteten Kommissionen im Export. Die Bevölkerung kriegte von diesem Hintergrund nichts mit, sehr wohl aber davon, dass plötzlich die Tankstellen zum Wochenende geschlossen waren, die Höchstgeschwindigkeit auf 50 mph reduziert war. Auch der Sportboykott schmerzte stark, usw., usw. Aus diesem Grund begann Botha schon in den 1980ern mit ANC und Mandela zu sondieren, aber er wollte nur Ruhe haben und nichts dafür geben und meinte dass er die kriegt, wenn er bloß Mandela und ein paar andere freilässt, so blöd kann man sein. Und so zog es sich dann noch über 10 Jahre und mehr, bis es substanziell wurde. Da stand Pretoria schon mit dem Rücken zur Wand, knapp vor dem Staatsbankrott usw., usw.
Werner
Letzte Änderung: 08 Mär 2022 20:03 von loser.
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19 Mär 2022 07:44 #639858
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Aktuell fordert der südafrikanische Präsident Ramaphosa eine Reform des UN-Sicherheitsrates. In der Sache liegt er teils richtig, teil falsch. Entweder stellt er sich dumm oder er hat wirklich noch nicht begriffen, dass z.B. Südafrika keine signifikante Unterstützung für einen Sitz im UN-Sicherheitsrat bekommen wird, wenn es eben nicht mal den russischen Angriffskrieg verurteilt.


© Zapiro/Daily Maverick

Ramaphosa: “there is a tendency for the most powerful countries to use their positions as permanent UNSC members to serve their national interests”. Damit liegt er richtig. Das Abstimmungsverhalten der Vetomächte China, Russland und USA ist immer wieder skandalös. Der Anachronismus Vetorecht sollte abgeschafft werden.

Auch Ramaphosa: "That a continent of 1.3-billion people does not have a significant voice in the security council is of great concern to the citizens of this continent" Damit liegt er eher falsch. Afrika hat einen Anteil von ca. 15% an der Weltbevölkerung. Im UN-Sicherheitsrat hat Afrika aktuell 20% der Stimmen (3 von 15) - also sogar überproportional viele. Europa ist freilich noch überproportionaler präsent und hat im Gegensatz zu Afrika auch 2 Vetostimmen. Nach Bevölkerungszahl ist nicht Afrika sondern Asien im UN-Sicherheitsrat grotesk unterrepräsentiert. Nach Bevölkerungszahl müsste Asien 9 Stimmen haben, hat aber nur 2 (mit UAE 3).

Übrigens ist es schon jetzt "lustig", auf die Kommentare von Ukraine-Experte Lugawe zurück zu schauen, der ja "wusste", dass nicht Putin sich in der Ukraine verkalkuliert hat, sondern der Westen. Und der auch "wusste", dass Russland innerhalb weniger Wochen gewinnen wird. Russland kann diesen Krieg aber nicht mehr gewinnen.

Grüße, Torsten
Letzte Änderung: 19 Mär 2022 07:45 von mitglied19210. Begründung: Copyright-Hinweis
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19 Mär 2022 14:47 #639897
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Ist auch eigentlich nur eine Status-Angelegenheit. Entscheidend sind die 5 ständigen Mitglieder (die Atommächte) mit ihrem Veto-Recht
Bereiste Länder: Marokko, Algerien, Tunesien, Niger, Mali, Burkina Faso, Senegal, Gambia, Elfenbeinküste, Ghana, Ägypten, Äthiopien, Kenya, Uganda, Tanzania, Zambia, Zimbabwe, Botswana, Namibia, Südafrika, Lesotho, Eswatini, Mosambik, Seychelles, Mauritius, La Reunion, Syrien, Thailand, Russland, Brasilien, Argentinien
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25 Mär 2022 10:45 #640289
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Namibia erhält sich erneut bei UN-Resolution zur Ukraine www.hitradio.com.na/...solution-zur-ukraine

Namibia hat sich in der UN-Vollversammlung bei der Abstimmung über eine durch die Ukraine eingebrachte Resolution erneut enthalten. Die Resolution wurde insgesamt mit einer großen Mehrheit von 140 der 193 Mitgliedsstaaten der UN-Vollversammlung angenommen. Darin wird unter anderem ein Ende der Angriffe auf Schulen und Krankenhäuser in der Ukraine, sowie ein sofortiger Waffenstillstand und Rückzug der russischen Truppen gefordert. ...

LG
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