THEMA: Corona und flexibles Reisen
26 Mär 2020 15:04 #584380
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  • Maputo am 26 Mär 2020 15:04
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Eintracht schrieb:
Wenn es tatsächlich so schlimm werden sollte, also sehr lange dauert, bzw. mehrer Infektionswellen geben wird, wird es das von vielen erwartete Wirtschaftsdesaster geben.
Folgen werden sein, das Durschnittsalter der Weltbevölkerung wird deutlich sinken, die Rentenkassen werden deutlich entlastet!

Trump fährt eine eigene Strategie, bewusst oder aus Ignoranz. Die Wirtschaft muss so schnell wie möglich wieder brummen, ab Ostern soll wieder Normalbetrieb herrschen.  Damit nimmt er  in Kauf -wie von dir beschrieben-,  dass es bei der älteren Generation eine Art Kollateralschaden geben wird. Auf der anderen Seite, drohen Massenarbeitslosigkeit und soziale Unruhen.

Mit diesen unangenehmen Fragen,  müssen sich alle Regierungen über kurz oder lang befassen...

lg Maputo
Letzte Änderung: 26 Mär 2020 15:05 von Maputo.
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26 Mär 2020 15:23 #584382
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  • Eintracht am 26 Mär 2020 15:23
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Hi,
ich gehe auch mal ganz stark davon aus, falls die Todesfälle in D weiterhin so niedrig sein werden prozentual zu den Infektionen,
das man in Deutschland spätestens nach Ostern wieder Volldampf fährt!

Grüße
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26 Mär 2020 15:28 #584383
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  • Oliver74 am 26 Mär 2020 15:28
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Bin ebenfalls der Meinung von Maputo.

Bezüglich flexibles Reisen, wenn es in nicht absehbarer Zeit wieder möglich sein sollte, dass südliche Afrika zu bereisen, werden wohl auch die - soweit dann noch vorhanden - Direktflüge stärker nachgefragt sein.

Wir sind vor kurzem aus Südafrika vorzeitig zurückgekehrt; wir haben über das Namibia Forum vor Ort am SA, 14.3. in der Früh erfahren, dass die von uns gebuchte Turkish Airlines (Rückflug geplant am 17.3.) nicht mehr nach ua nach Österreich fliegt. Der Flug CPT-IST hätte am 17.3. noch normal stattgefunden, wir wären dann wohl eventuell bis 17.4. in Istanbul gestrandet. Daher haben wir noch für den SA, 14.3. einen Direktflug CPT nach Wien gebucht und die letzten Plätze ergattert. Turkish hat die Information mit der Absage übrigens erst wenige Stunden vor dem ursprünglich geplanten Flug per E-Mail ausgeschickt - da waren wir zum Glück schon längst wieder zu Hause.

Ich hätte künftig keine Lust, nur aus Kostengründen irgendwo auf der arabischen Halbinsel oder in Addis Abeba für mehrere Wochen zu stranden, weil eventuell der Weiterflug nach Westeuropa nicht stattfinden kann. Ich denke also schon, dass es künftig wichtiger sein wird, einen Direktflug - soweit im nächsten Jahr überhaupt grundsätzlich noch relevant und verfügbar - nach Deutschland, Österreich oder die Schweiz anzuvisieren.

Schöne Grüße, Oliver
Reisebericht Südafrika 2020:
www.namibia-forum.ch...suedafrika-2020.html

2020 Südafrika / 2016 Namibia + Botswana / 2015 Tansania + Sansibar / 2014 Namibia + Südafrika / 2012 Südafrika / 2010 Südafrika / 2008 Südafrika / 2006 Namibia, Botswana + Zimbabwe / 2003 Kenia / 2002 Namibia + Südafrika / 2000 Südafrika + Mauritius
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26 Mär 2020 15:56 #584393
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  • Hippie am 26 Mär 2020 15:56
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Ich habe zu einigen Äußerungen eine andere Meinung, allerdings denke ich sehr positiv. Vor allem für flexible Reisen, also die Personen die wirklich zeitlich flexibel sind.
Meine Meinung habe ich mir gebildet(da schon dreimal so erlebt und schamlos ausgenutzt), da ich einen anderen Ansatz sehe.
Mein Ansatz ist, je länger ein LockDown dauert, desto mehr zählt die Wirtschaft und nicht das einzelne Leben. Was könnte sich daraus ergeben:
Lockdown in Europa und in Südafrika im August beendet.
Bis dahin ist der Wettlauf an schnellen, genauen Geräten zum Testen beendet. Bosch bringt in 2 Wochen sein Testgerät an den Start (Labor ! Test innerhalb 2,5 Std), wenn dieser noch beschleunigt wird sehe ich dieses Szenario: In die Urlaubskosten wird der Test mit einberechnet, vor Abflug oder nach Landung wird getestet. Dokumentiert und man darf Reisen also einreisen.
Von den Fluggesellschaften, ist ein Land wieder geöffnet, wird es einen Flugplan geben. Die Preise sind die ersten paar Tage hoch, nach einer Woche ist das vorbei. Die Linienflieger werden allein durch die Geschäftsleute nicht voll. Also gibt es wieder günstige Angebote, für die die zeitlich flexibel sind, genutzt werden. Pauschalreisen kommen viel später aber die sind hier im Forum kaum.
Und dann kommt der „Angst-Faktor“ ähnlich wie Kriminalität, ist das da sicher?, stimmen die Infektionszahlen in dem Urlaubsland? usw. Die Urlaubsländer werben um Kunden, Flugkapazitäten werden erhöht, aber die Touristen können oder wollen noch nicht. Also noch keine Preiserhöhungen.
Deshalb plane ich schon für Okt., wenn es die Gesundheit meiner Frau zulässt, und die Grenzen offen sind. Und ich glaube nicht, dass es teurer wird, auch die Flüge. Auch wenn die Flüge teurer werden, würde ich trotzdem reisen, da die NP sicherlich weniger besucht sind.
Woraus ziehe ich diese Vermutungen:
Tschernobyl 1986 (am 1. 5 sind wir nach Israel gestartet, für 4 Wochen mit Motorrad über Griechenland. Gigantischer Urlaub, kaum Touristen weder Athen noch in Jerusalem oder Golan) , war eigentlich ein Jahr später geplant.

USA 2001 Kurzurlaub ungeplant. 1 Woche nachdem der Flugbetrieb wieder begann sind mein Kumpel und ich am 19.9. zu einer Motorrad-Tour nach Utah-Colorado aufgebrochen. 10 Tage unvergesslich, am Parkplatz an der Kante am Grand-Canyon waren wir allein. Das ganze zum Schnäppchenpreis 50% auf Motorradmiete. Flugpreis etwas günstiger aber nicht billig. Flugzeug aber halb leer.

Kenia Febr. 2017 ohne Vorbuchungen (Lodge-Tour) da Tourismus am Boden(Anschläge 2016). Flugangebote waren genügend vorhanden, obwohl Flugplan reduziert war.
Ich würde den Flexiblen vorschlagen, Gebuchtes zu verschieben und dann wenn die Öffnung stattfinden, die Flüge täglich checken. Ich kann es mir nicht vorstellen, dass im August noch keine Flüge nach JNB gehen.
Kopf hoch, positiv denken, das wird schon wieder.
Worüber ich mir Sorgen mache bez. Südafrika: sind wir noch willkommen? Werden wir als die „Verursacher“ angesehen? Ich meine nicht in den Restcamps, sondern in der Stadt beim Einkaufen oder Tanken.
Viele Grüße Wolfgang
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26 Mär 2020 16:19 #584404
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  • Rajang am 26 Mär 2020 16:19
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Wann der LockDown beendet wird ist eigentlich irrelevant für mich.
Solange ich den Virus selber nicht 'durchgestanden' habe (und somit immun) bleibe ich gefährdet ob heute oder in 12 Monaten.
Es sei denn
a) Medikamente sind verfügbar, die ich selber als Reisender mitnehmen kann (wie präventiv mit Malariamitteln) oder
b) eine Impfung ist verfügbar.

Lassen wir uns nichts vormachen wegen den aufgelisteten Fällen pro Land. Das wiederspiegelt nicht den eigentlichen Befall der Bevölkerung, sondern nur wer getestet wurde. Getestet pro Kopf der Bevölkerung ist aber sehr, sehr weit auseinander. An der Spitze steht die VAE, und zwar mit weitem Abstand. Italien (Chef des Zivilschutzes) geht davon aus, dass die gelisteten erkannten Fälle einer 10 x Dunkelziffer gegenüberstehen (also im Moment +600000 infizierte).
Ich gehe davon aus, dass z.B. die Zahlen von SA Infizierten einen Faktor 20 - 30 (oder mehr) in der Realität entsprechen. Für andere Länder in Afrika möglicherweise noch massiv höher.

Gruss Rajang
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26 Mär 2020 16:24 #584408
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  • A7456 am 26 Mär 2020 16:24
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Sicherlich muss man verhindern, dass durch eine zu frühe Lockerung von Maßnahmen gleich die nächste große Infektionswelle rüber schwappt und man den nächsten "Lockdown" ausrufen muss. Ich sehe es aber mit Sorge, dass Reisen auch von Volkswirtschaftlern gerade nur unter dem Aspekt "entbehrlicher Luxus" abgetan wird. Die Wirtschaft besteht auch hierzulande nicht nur aus Volkswagen, Bayer und der Deutschen Bank. Genauer betrachtet ist der Kauf des nächsten SUV für den Konsumenten genau so "entbehrlicher Luxus" wie die nächste Reise. Warum wird dann immer nur auf die Autoindustrie geschaut? Auch hierzulande ist Tourismus eine wichtige, arbeitsplatzintensive Branche - laut Bundesregierung 290 Mrd. Euro Umsatz pro Jahr schwer. Auch in Afrika geht es beim Tourismus um 200 Mrd. US-Dollar im Jahr. Wenn das weg fällt, wird der Westen das nicht durch freiwillige Spenden ersetzen. Afrika droht da der schwerste Entwicklungsrückschlag seit Jahrzehnten.

Nennt mich naiv oder dumm, aber ich hoffe, dass bis zum Herbst der größte Teil des Tourismusgeschäftes wieder funktioniert - zum Teil eben mit neuen Gegebenheiten, so wie das Reisen nach 9/11 eben auch etwas anders aussah als zuvor. Ich bin auch nicht sicher, ob Deutschland am Ende überhaupt eigene Entscheidung treffen kann oder ob uns von außen durch geschaffene Fakten etwas aufgezwungen wird? Die Maßnahmen, die die USA ergriffen haben, sind bislang in den meisten Bundesstaaten lachhaft. Der Inlandsflugverkehr läuft ohne große Einschränkungen (Blick auf Flightradar genügt). Das bisschen an Maßnahmen will man aber möglichst nach Ostern schon wieder einstellen. Die USA werden dadurch eventuell auch ein Kandidat für das Modell Durchseuchung/Herdenimmunität. Wie würden wir dann damit umgehen? Deutschland als exportabhängigstes Land der Welt kann sich schwerlich 1-2 Jahre von den USA abschotten, zumal dann wahrscheinlich andere Länder dem "Modell USA" folgen (Indien, Brasilien).

Die aktuell getroffenen Maßnahmen finde ich sinnvoll. Deutschland hat vergleichsweise große finanzielle Spielräume, Leben retten muss Priorität haben und wir müssen vor allem Zeit gewinnen. Aber wir müssen die Zeit auch nutzen, um eine Exit-Strategie bzw. alternative Strategien für die nächste Zeit zu entwerfen. Auch das Geld für Ärzte, Schwestern, Krankenhausbetten, Beatmungsgeräte, Labortests, womit wir Leben retten wollen, fällt am Ende nicht vom Himmel bzw. ist nicht endlos durch Kredite finanzierbar. Eine funktionierende Wirtschaft generiert das Geld dafür und eröffnet uns überhaupt erst Handlungsoptionen. Wenn der aktuelle Zustand noch Monate anhält, wird die Wirtschaft sonst zwangsweise in eine sich selbst verstärkende Abwärtsspirale kommen und es droht hier schlicht der Zusammenbruch der Gesellschaft.

Wenn der Tourismus bis Jahresende nicht anläuft und selbst 2021 noch großen Einschränkungen unterliegt, dann stehen neben unzähligen Ländern außerhalb Europas auch Italien, Spanien, Frankreich und Griechenland vor dem wirtschaftlichen Kollaps. Die sind dann auch nicht mehr durch den ESM zu retten. Wenn so viele Euro-Länder gleichzeitig in die Krise geraten, dann ist auch ein "whatever it takes" der EZB nichts mehr wert, weil die glaubhafte wirtschaftliche Unterfütterung fehlt. Kein Verständnis habe ich für den Bundesgesundheitsminister, wenn der heute sagt, das das aktuell die "Ruhe vor dem Sturm" ist, es also bald sehr viel schlimmer kommt. Alle Statistiken zeigen aktuell ein Abflachen der Wachstumdynamik bei den Fallzahlen. Das expontentielle Wachstum mit einer Verdopplung der Fallzahlen alle 2,7 Tage ist durchbrochen. Das ist kein Grund, schon den Sieg über Corona auszurufen, aber eine Faktenbasis, um eine baldige Verschlimmerung der Lage in Aussicht zu stellen, gibt es erst recht nicht.

Wie der "Hippie" ziehe ich auch etwas Hoffnung aus der Historie. Nach 9/11 und nach Lehmann gab es auch jede Menge apokalyptische Prognosen. Es kam alles viel weniger schlimm.
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