THEMA: Mit Trophäenjagd Naturschutz finanzieren?
17 Jun 2023 21:49 #668142
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  • Maecs am 17 Jun 2023 21:49
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GinaChris schrieb:
Hi Markus,

1. ist der gemeine Trophäenjäger nicht am Fleisch des erlegten Tieres interessiert, sonst würde er ja "normal" jagen gehen.
2. werden Trophäenjagden meinst als Paket verkauft, welche das Fleisch des Tieres nicht beinhalten.
3. haben sämtliche Länder aus denen die meisten Trophäenjäger ins südl. Afrika kommen,
rigorose Einfuhrbeschränkungen/-bestimmungen was gejagtes Wild betrifft.

Gruß Gina

Huhu,

zu 1.:
es gibt keinen Unterschied zwischen der sog. Trophäenjagd und "normalem" jagen. Bei beiden Varianten werden Tiere getötet und das erbeutete Fleisch als hochwertiges Lebensmittel verwertet. Das ist in Afrika so, und selbstverständlich auch in Europa. Wenn das erlegte Wild eine "Trophäe" hat, wird diese in der Regel "an die Wand gehängt". In Afrika ist dies wesentlich ausgeprägter als in Europa, in nahezu jedem Restaurant oder in den Lodges sind Gehörne an den Wänden zu finden. Diese wurden eher selten mit einem 3-D-Drucker gebastelt.
Und ja, es gibt sicher auch Zeitgenossen, die ausschließlich an einer Trophäe interessiert sind, und ansonsten mit der Jagd nichts zu tun haben, das ist aber die absolute Minderheit, insgesamt gesehen.

zu 2.:
Das stimmt zu 95%, es macht ja auch keinen Sinn, Fleisch aus Afrika nach Europa zu exportieren, da gibts doch auch genügend... Es gibt allerdings auch andere Fälle. Wenn ich also z.B. in Österreich auf Gams jagere, bin ich Trophäenjäger. Wenn ich dann aber das Fleisch mitnehme nicht mehr? Oder wie ist das dann????

Leute, diese Diskussion dreht sich doch ewig im Kreis. Ich kann jeden Jagdgegner verstehen, der das dann auch konsequent durchzieht. Bitte aber nicht gegen die Jagd wettern und Fleisch beim Aldi kaufen! Und bitte, schreibt anderen Ländern nicht vor, wie sie mit dem Thema Jagd umzugehen haben. Das sollte doch jeder für sich selbst entscheiden dürfen!

LG Marcus
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18 Jun 2023 07:40 #668149
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  • GinaChris am 18 Jun 2023 07:40
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Hi Marcus,

ich habe mit keiner Silbe geschrieben dass ich Jagdgegnerin bin.
Und mir ist sehr bewusst, dass das Wildtier auf meinem Teller nicht irgendwo tot umgefallen ist.
Jedoch habe ich persönlich ein moralisches Problem damit, ein Tier vorsetzlich nur deshalb zu erschießen,
um mir dessen Kopf/Geweih/Fuß was immer, auf einem Holzbrett an die Wand zu nageln.
Und deshalb besteht in meiner Denkweise, sehrwohl ein Unterschied zwischen einem Jäger,
und einem Trophäenjäger.
Und deshalb schätze ich Fluglinien, die den Transport von Wildtiertrophäen verweigern.
Und deshalb setze ich einen Smiley hinter meine Zeilen über die Info,
dass das geplante Trophäenimportverbot im House of Lords seine nächste Hürde genommen hat.

Gruß Gina
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18 Jun 2023 14:15 #668165
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Die ethische Einzelfallbetrachtung kann ich nachvollziehen, aber wenn ich mir das große Ganze angucke, dann stelle ich bei der Fahrt durch Namibia immer wieder fest:
Jagdfarm/Fotofarm = Busch halbwegs intakt. Tiere zu sehen.
Rinderfarm = Land in der Regel überweidet. Busch ziemlich mitgenommen. Keine Tiere zu sehen.

Von daher glaube ich, dass das die Trophäenjagd im Ganzen eher positive Auswirkungen hat.
Letzte Änderung: 18 Jun 2023 14:16 von XynxNet.
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18 Jun 2023 14:35 #668167
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XynxNet schrieb:
Rinderfarm = Land in der Regel überweidet. Busch ziemlich mitgenommen. Keine Tiere zu sehen.

Das kommt immer darauf an, wem die Farm gehört: Farmer oder Neu-Farmer.

LG
Logi
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18 Jun 2023 17:31 #668175
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Und deshalb schätze ich Fluglinien, die den Transport von Wildtiertrophäen verweigern.
Und deshalb setze ich einen Smiley hinter meine Zeilen über die Info, dass das geplante Trophäenimportverbot im House of Lords seine nächste Hürde genommen hat.
Trophäenjagd finanziert Tierschutz. Ohne die Einnahmen haben die Tiere keinen wirklichen Wert mehr und stellen nur noch Konkurrenz zum Nutzvieh dar. Wozu sowas führt, kann man in vielen Ländern des Kontinents leider sehen. Ob man den Trophäenjäger "mag", der sich eine Trophäe an die Wand hängt, ist ja ein ganz anderes Thema. Man darf dabei aber nicht das große Gesamtbild verlieren. Das Trophäentier würde so oder so genutzt werden, entweder nur für Fleisch oder eben zusätzlich noch für viel Geld für die Trophäe.

Aber das Thema haben wir hier ja auch schon sehr kontrovers seit Jahren diskutiert.

Viele Grüße
Christian

P.S. Für Namibia hat das, was in Großbritannien im Raum steht, eh kaum Auswirkungen, da nur eine Handvoll der 6000 Trophäenjäger pro Jahr aus dem Vereinigten Königreich kommen.
Vom 27. Juni bis 5. Juli, 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
Letzte Änderung: 18 Jun 2023 17:32 von travelNAMIBIA.
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10 Sep 2024 11:54 #693672
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Hallo,

vor 10-15 Jahren oder so war ich hier schon mal aktiv, weiß aber meine Nutzerdaten nicht mehr, lese nur noch selten passiv mit. Spielt ja auch keine Rolle. Zum Thema Trophäenjagd will ich keinen neuen Disput zünden. Es wird sich hier ohnehin kein Konsens herstellen lassen. Aber den neuesten Artikel von Chris Bakkes zum Nordwesten wollte ich hier mal teilen:

www.dailymaverick.co...wildlife-protection/

Der Artikel ist meines Erachtens aus 2 Gründen interessant. Das MEFT wirft allen Gegner der Trophäenjagd immer vor, dass die alle keine Ahnung haben. Laut MEFT alles unwissende Schreibtisch- und Sofa-Warriors aus Europa und Amerika, die null Ahnung haben und nicht verstehen, wie erfolgreich der Wildtierschutz in Namibia funktioniert. Bakkes war 20 Jahre vor Ort und hat in der Region wahrscheinlich mehr Erfahrung als jeder MEFT-Mitarbeiter. Deshalb greift das übliche MEFT-Abwehrpalaver zu Jagdkritikern bei Bakkes nicht. Und Bakkes untermauert seine Aussagen mit Statistiken, die das MEFT nicht widerlegen kann. Sicherlich sind Teile des Artikels diskutabel, aber die Game-Count-Zahlen zeichnen ein verheerendes Bild.

Liebe Grüße
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