THEMA: Marokko - 19 Tage als Selbstfahrer unterswegs
11 Nov 2025 18:36 #715781
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@yp-travel-photography

Hallo Ivy,
ich versuche mal einige deiner Fragen zu beantworten.
Jetzt zeigst du hier, dass man sehr wohl von MSemrir nach Tamteoucht fahren kann.
Kannst du vielleicht noch ungefähre Zeitangaben machen?
Die Zeiten hatte ich natürlich nicht notiert.
Ich habe mal versucht es an Hand der gemachten Bilder etwas einzugrenzen.
Das letzte Bild aus der touristischen Todra Schlucht hab ich um15.00 Uhr gemacht.
Dann sind wir weiter Richtung Norden. Landschaftlich auch richtig schön und man ist so gut wie alleine.
Hinter Tamtatouchte dann links ab. Msemir haben wir nicht angefahren, sondern sind gleich zu unserem Riad, von dem man einen Blick auf die Serpentinenstraße hat. Aber wie schon beschrieben, müssten hier 2 Nächte nicht sein.
Insgesamt liegen zwischen den Bilder 2.40 Std.
Also von der Todra Schlucht zur Dadesschlucht über die "Querverbindung" mit Fotostopps knappe 3 Stunden.
gemütliche Fahrzeit von Tinghir - Boumlane Dades ?
Ich hab jetzt mal die Fahrzeit von Tinerhir nach Boumlane eingegeben. Die wären lt, T4A über die N10 , 41 Minuten.
Gibt es bei Monkeys finger nicht eine schöne 3-stündige Wanderung?
keine Ahnung, warum nicht.
Man kann einfach in 19 Tagen nicht alles sehen und machen. Es soll ja evtl. auch noch ein nächstes Mal geben.

Bei weiteren Fragen - gerne her damit oder über PN

Gruß
Dagmar
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11 Nov 2025 18:43 #715782
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28.09.25 – Teil 1
Auf geht’s zur Oase Fint – Zwischenstopp in Ouarzazate


Nach einem ausgiebigen Frühstück – immer mit frisch gepresstem Orangensaft – fahren wir schon gegen 9.00 Uhr los. Bis zu unserem nächsten Endziel sind es zwar nur a. 2,5 Std. zu fahren, doch wollen wir in Ourazazate noch einen Zwischenstopp einlegen.



Außerdem fahren wir nun wieder ein Teil der gleichen Strecke, wie gestern.

Doch heute sehen wir die ersten und einzigen freilebende Dromedare auf unserer Reise.







Ouarzazate
Ourazazate ist unter anderem auch bekannt durch seine Filmstudios.




Doch diese interessieren uns nicht und so stöbern wir lieber durch das Kasbah-Viertel mit seinen vielen Händlern und Gassen.
Diese sind hier nicht aufdringlich. Sobald man jedoch länger als 5 Sekunden etwas im Auge hat, hat man auch sofort ein Verkaufsgespräch. Im Grund mag ich das und Jürgen ist im Verhandeln wirklich gut.

Und natürlich werden wir fündig (obwohl ich ja nichts brauche :whistle: )
Da ich es sowieso leid bin immer die große Reisetasche zu unseren Unterkünften mitzunehmen, erstehe ich hier eine kleine Tasche, in die alles für 1 Nacht hineinpasst.



Katzen gibt es immer und überall





Nur leider waren diese schönen Türen etwas zu groß für unser Handgepäck. :laugh:


Von Thami El Glaoui erbaute "Kasbah Taourirt" – diesem Namen sollten wir nochmals begegnen.

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Letzte Änderung: 11 Nov 2025 19:04 von take-off.
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12 Nov 2025 15:22 #715822
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26.09 2025 – Teil 2
Oase Fint


Wir verlassen Ouarzazate in südlicher Richtung.
Die erste Abzweigung ist einfach, doch wo müssen wir nun nach links abbiegen, um zur Oase zu kommen?
Wir fahren etwas hin und her, bis wir die richtige Straße finden.

Ein Auto, das am Straßenrand steht, deutet uns an anzuhalten.
„Wollt ihr in die Oase Fint?“ Ich kann euch den Weg zeigen!“

Oh nein denke ich, nicht schon wieder.
Wir finden den Weg auch „ohne Weggebühr“. Es sind zwar immer nur ca. 20 Dirham (2 Euro) – doch manchmal nervt‘s.

So sage ich freundlich aber bestimmt, dass wir den Weg schon finden.

Er dann weiter „Bist du Dagmar?“

Erstaunt schaue ich ihn an und bejahe die Frage.
„Ah, dann wohnt ihr bei mir – fahrt mir einfach nach“

Unsere Unterkunft in der Oase ist mit viel Liebe zum Detail ausgestattet. Das Appartement ist ausreichend groß und das Bad wunderschön.








Nach dem obligatorischen Willkommens-Tee ziehen wir los, um die Oase zu erkunden.







Irgendwann steht ein junger Mann neben uns und fragt, ob er uns die Oase zeigen darf.
Er wirkt sehr sympathisch.
Nach der Frage, was er dafür haben mag, kommt die Antwort:
„Egal, was ihr mir gebt“.
Ich liebe solche Antworten :woohoo: - weiß aber auch, was normalerweise für eine 2-stündige Tour bezahlt wird.

Wir willigen ein – und dies ist nur dem sympathischen Erscheinen geschuldet und stellt sich schnell als „Haupttreffer“ heraus

Sein Name ist Abul, er ist nach eigenen Angaben 20 Jahre alt.



Sein gewinnendes Lachen und seine Natürlichkeit lassen direkt ein gutes Gefühl aufkommen.
Er erzählt, wir hören gespannt zu und wir lachen viel gemeinsam.

Über den Fluss führt er uns in den alten Teil der Oase.
Hier gibt es wieder etwas Wildlife - Frösche.
Familie Frosch




Während wir über Steine den Fluss überqueren, waschen die Oase-Bewohner hier ihre Autos.
Vielleicht wären wir hier ohne Führung umgekehrt. Man will ja nicht stören.

Der alte Teil der Oase ist nicht mehr bewohnt, wird jedoch des Öfteren für Filmaufnahmen besucht.
Dann zeigt er uns Bilder, in denen er hier als Komparse fungiert.










Am Ende der Führung nimmt er uns mit zu sich nach Hause.
Er führt uns durch das Haus.
Riesengroße Räume … Salon, Küche, Bad und viele Zimmer.
Auch dein Viehstall für Hühner, Ziegen und Schafe sind hier untergebracht.






Außerhalb befindet sich auch noch ein Hamam.
Wieder im Haus bittet er uns die Schuhe auszuziehen und Platz zu nehmen.
Mit viel Freude zelebriert er die Zubereitung des obligatorischen Tees für uns.



Dann nimmt er seine Trommel und singt noch einige marokkanische Lieder für uns.



Er hat noch 6 Schwester, von denen noch 5 hier wohnen.
Sein Großvater so erzählt er uns, war ein Tuareg.

Auf die Frage, ob er als einziger Sohn das Haus übernehmen würde,
antwortet er, dass er nicht hier in der Oase bleiben wolle, sondern er möchte sich die Welt anschauen.
Ein Wunsch, den wahrscheinlich viele jungen Leute teilen.

Gemeinsam gehen wir zurück zu unserer Unterkunft.
Wir entlohnen ihn und wünschen diesem Strahlemann viel Glück.
Falls er wirklich nach Deutschland kommen sollte, ist er uns herzlich willkommen. Inshallah!


Wir ruhen uns etwas aus.
Dann gehen wir zum Abendessen.
Mittags hatte ich einen Angestellten gefragt, ob es evtl. einen marokkanischen Geheimtipp bei Magenproblemen gibt. Irgendwie verträgt mein Magen nicht alles und reagiert mit leichtem Durchfall. Er meinte „Reis“ wäre hier das Mittel der Wahl.

Zum Essen gibt es eine leckere Maissuppe, eine Tajine und als Nachspeise Obst.
Ich staune nicht schlecht, als er mir zur Tajine eine Schüssel Reis dazustellt.
Sehr aufmerksam. Marokkanische Gastfreundschaft.

Dann beginnen die Angestellten für sich und die wenigen Gäste zu trommeln.
Schnell wird klar, dass es nicht nur zur Unterhaltung der Gäste dienen soll, sondern dass sie es auch für sich tun.
Ein herrlicher Tag geht zu Ende.

Ich kann gar nicht glauben, dass wir erst heute Mittag hier angekommen sind. Es fühlt sich an, als ob wir schon Tage hier wären.
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Letzte Änderung: 12 Nov 2025 15:35 von take-off.
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13 Nov 2025 20:00 #715881
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29.09.2025
Ait Ben Haddou


Wir können uns Zeit lassen.
Bis zu unserem nächsten Stopp haben wir nicht weit. Nur knappe 50 km und 1 Std. Fahrtzeit.
Dies mag für den ein oder anderen ein unnötiger Stopp sein.
Ich hatte es so geplant, dass wir abends das Ksar Ait Ben Haddou besuchen können, wenn die Busladungen an Touristen schon wieder abgereist sind.

Und so verlassen wir gemütlich um kurz nach 10.00 Uhr die Oase.




Wie erwartet ist unser Zimmer noch nicht bezugsfertig, als wir kurz nach 12.00 Uhr ankommen.
Doch bereits ½ Stunde später können wir es beziehen.

„La Kasbah du jardin“ hat einen schönen Garten mit Pool. Hier machen wir es uns im Schatten gemütlich und faulenzen mal einfach so vor uns hin.

Gegen 17.00 Uhr machen wir uns auf den Weg. Nach ca 15 Minuten Fußweg erreichen wir das Ksar.
Auf eine Führung haben wir hier verzichtet.



Kurz etwas zur Geschichte:
Das Ksar (=befestigtes Dorf) Ait Ben Haddou ist eine alte Karawanenstadt am Rande des Hohen Atlas und ist seit Jahrhunderten im Besitz der Berbersippe Ben Haddou. Sie war schon im 11. Jahrhundert als eine wichtige Station auf der Handelsroute zwischen Timbuktu und Marrakesch bekannt.

Die Siedlung ist seit 1987 UNESCO-Weltkulturerbe und besteht aus ineinander verschachtelten Wohntürmen („Tighremts“) mit aufwendigen Verzierungen.














In dem Ksar wohnen noch etwa 2500 Menschen.
Doch ist es größtenteils touristisch.






Hier beobachten wir Gruppen von Influencer, die hieraus eine Fotosession mit Kostümen und der richtigen Mimik machen.

Vielleicht gehört es ja zu einer Marokko-Rundreise dazu. Doch uns ist es zu touristisch.
Ich mag mir gar nicht vorstellen wie es hier aussieht, wenn die Menschenmengen aus den Bussen
ausgespuckt werden.

Und hier noch ein Blick von ganz oben auf die andere Seite.



Marokko, faszinierend anders!

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Letzte Änderung: 13 Nov 2025 20:03 von take-off.
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14 Nov 2025 09:16 #715892
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Euer Bericht macht richtig Lust auf Marokko, auch Beate könnte sich inzwischen eine Reise dorthin vorstellen.
Ich als Wiederholungstäter ja sowieso.
Tatsächlich überlegen wir schon für 2027 (2026 ist schon verplant) und recherchieren bezüglich Anbieter barrierefreier Reisen in Marokko, die es tatsächlich gibt.
Ob wir das gesundheitlich hinkriegen ist zwar noch offen, ist ja aber auch noch lange hin bis 2027 ...
Auf jeden Fall aber ein geschriebenes "DANKE" für die Inspiration :) .
LG Stefan

Die Reise unseres Lebens: Antarktis 2018/19
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14 Nov 2025 17:42 #715919
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Hallo Dagmar,
spannende Fotos lieferst du uns. Danke! Ich freue mich auf weitere Kapitel.
Wie oft lese ich neuerdings in Berichten von auffälligen Touristen, die laut sind, sich inszenieren und nur für sich und ihre Selfies vor exotischer Kulisse interessieren usw. Erinnere ich mich nicht mehr richtig oder hat sich in den zurückliegenden 4 Jahren viel verändert?

Liebe Grüße
freshy
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