25.09.25
Auf ins Abenteuer – Höhlenforschung 1.0
Pünktlich um 8.00 Uhr erwartet uns Hassan 2 am Eingang.
(Hassan 2, weil beide Führer Hassan heißen).
Wir wandern also im frühen Morgenlicht los.
Durch eine wunderschöne Landschaft.
Wir queren Flussläufe, sehen den Apfelpflückern beim Ernten zu (bekommen natürlich wieder Äpfel) und wandern immer am Rande der Berge über Stock und Stein langsam bergauf.
Von hieraus sieht man auch die geniale Bewässerungsanlage, die noch immer gepflegt wird und dadurch auch funktioniert.
Noch bin ich ganz entspannt.
Dann stehen wir vor dem Eingang der Höhle.
Was hier noch unspektakulär aussieht, ist nichts für Menschen mit Platzangst.
Was uns hier geritten hat, weiß ich auch nicht.
Immerhin sind wir mit 66 und 74 Lenzen auf dem Rücken nicht mehr die Jüngsten.
Aber bist du erst drin, gibt es kein zurück mehr.
Wir kriechen, robben und durchzwängen uns durch den Fels. Hassan 2 mit Handylampe vor mir, ich in der Mitte ohne Lampe, Jürgen hinter mir mit Taschenlampe.
Wenn Hassan 2 hinter einem Felsvorsprung verschwindet und Jürgen ebenfalls hinter mit, wird es ganz schön dunkel. Zwischendurch frage ich: Was machst du hier für einen Blödsinn? Was, wenn sich ein Fels löst und wir nicht mehr rauskommen?
Nun … es hat sich kein Fels gelöst … es hat sich niemand ein Bein gebrochen und so stehen wir denn vor dem unterirdischen See.
Es ist schon toll, wie eine unterirdische Kathedrale.
Doch so langsam dämmert es in mir … verdammt wir müssen den ganzen verfluchten Kriechweg ja wieder zurück.
Doch dieser kommt uns kürzer vor und nicht so anstrengend. Vielleicht weil es bergauf geht und wir schon nach der Hälfte den schwachen Lichtschein des Ausganges sehen.
Es war ein tolles Erlebnis, welches wir nicht wiederholen würden.
Danach geht es wieder entlang des Bewässerungskanals zurück.
Doch wir müssen nicht den kompletten Weg zurück, denn dort, bis wohin man fahren kann, steht Larbi mit seinem Auto.
„Bitte einststeigen – ihr wolltet doch noch die alte Bibliothek besichtigen.“ Wenn das mal kein Service ist?!
Toll - dass, das alles noch klappt.
Wir haben mittlerweile das Gefühl schon in ewig in Marokko zu sein.
Überall sind wir herzlich willkommen. Und hier auf dem Land erwartet man nicht für jede Gastfreundlichkeit gleich ein „Scheinchen“.
Wir finden den Dorfgelehrten, so nenne ich ihn mal, der den Schlüssel zur Bibliothek hat und dürfen diese nun besichtigen.
Es handelt sich um die
Bibliothèque Al Ayachia.
Hier werde Bücher, die mehrere hundert Jahre alt sind, hinter Glas aufbewahrt.
Wir dürfen einen Blick hineinwerfen.
Die alten Schriften und verbunden damit auch das alte Wissen sind schon sehr beeindruckend.
Unser Dorfgelehrter (Name leider vergessen) erzählt begeistert. Über die Bücher, über die Gelehrten und die Schüler, die alle hier waren.
Es war ein toller Aufenthalt mit einem tollen Gastgeber.
Nun wird es aber wirklich Zeit.
Wie fahren zurück zu unserer Unterkunft. Zum Glück können wir hier noch mal duschen und die Kleider wechseln (was dringend nötig ist) und fahren dann, nachdem wir wieder einen obligatorischen Tee zusammen getrunken haben, zu unserem nächsten Ziel.
Hier hätten wir ohne Langeweile 2 Nächte verbringen können.