THEMA: Feedback Omo Valley, Harar und Djibouti
28 Mär 2019 06:00 #552450
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Fortsetzung

Um 15 Uhr holt mich Jimmy im Hotel ab. Wir fahren nach Dorze zu einem Dorze Stamm. Von Arba Minch geht es auf einer staubigen, steile Schotterpiste bis auf 2000 Meter rauf.









Da hat das Volk der Dorze ihre Heimat gefunden. Mit knapp 28'000 Mitgliedern sind die Dorze eine recht kleine ethnische Gruppe.





Nach 45 Minuten erreichen wir den Dorfeingang.





Da bezahlen die Farenjis 200 ETB pro Nase und mieten für 100 ETB den obligatorischen Guide. Bekannt ist das Volk für ihre grossen, von Hand gefertigten Häuser, die an das Gesicht eines Elefanten erinnern. Das hat auch einen Grund. Vor vielen Jahren lebten genau in dieser Region Elefanten. Sie sind mittlerweile weiter nach Kenia gezogen. Ein schwerer Verlust für die Dorze, doch auch eine Chance, den Toursimus hier wieder ein wenig anzukurbeln. Denn heute haben die Dorze den Elefanten zu einem ihrer Hauptanzugspunkte für Touristen gemacht indem sie ihre Häuser immer noch in Anlehnung an die Dickhäuter bauen. Zwei Luftlöcher dienen dabei als Augen des Elikopfes der die Form der knapp 20 Meter grossen Hütten vorgibt. Gebaut sind sie aus natürlichen Materialen wie Bambus und Entete-Blättern.





Wir betreten eine Elefantenhütte und es ist dunkel. Es riecht nach Weihrauch und nach Tier.





Der Guide zeigt uns das Schlafzimmer













Die Küche









den Empfangsraum





und da wo die Tiere schlafen.







Ein wichtiger Wirtschaftszweig für Dorze ist die Produktion feiner Baumwolltücher, für die sie im ganzen Land berühmt sind.

Die farbenfrohe Tücher sind auch bei den Toursiten sehr beliebt.









Hier wird noch selbst per Hand gesponnen.









Die Dorze produzieren auch Tej (Honigwein) Unterwegs beobachten wir mehrere Bienenhäuser.









Fortsetzung folgt
Letzte Änderung: 28 Mär 2019 06:18 von ANNICK.
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29 Mär 2019 07:42 #552536
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Fortsetzung

Bis Heute hatte ich noch nie von einer "falschen Babane" (Ensete) gehört, noch weniger gesehen. Diese Pflanzen sind den richtigen Bananen ähnlich. Sie tragen aber nie Früchte und die Blätter haben eine etwas andere Form.





Sie stehen senkrechter.





Was macht man mit diesen Ensete Pflanzen? Die Dorze machen Fladenbrot daraus, in einem sehr aufwändigen und lang andauernden Prozess.
Zuerst wird der mittlere Teil der Blätter abgeschabt und zerkleinert.









Der Brei wird zunächst in Bananenblättern gesammelt und 3 Monate vergraben. In dieser Zeit fermentiert die Masse.





Danach kann der "Mus" genutzt werden. Die benötigte Menge wird entnommen





und nochmals mit einem Messer zerkleinert.













Der Teig wird geknetet und wie ein Fladen geformt auf einem falschen Bananenblatt.





Das Ganze wird noch mit falschen Bananenblätter abgedeckt und dann wird es über einem Feuer in einer wokähnlichen Pfanne gebacken.













Bald werden wir zur Dorfkneipe gerufen. Das Brot ist fertig zum Essen.





Wir nehmen Platz





brechen jeder ein Stück vom Fladen ab. In der bereit gestellten Schale ist wilder Honig und eine mit Oel angerührte scharfe Paste.





Dazu wird ein selbst gebrannter Schnaps serviert. Er riecht ein wenig wie Anis. Der Schnaps wird aber aus Gemüse, vor allem Rote Beete und Knoblauch, gebrannt und ist sehr hoch prozentig.

Fortsetzung folgt
Letzte Änderung: 29 Mär 2019 07:56 von ANNICK.
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...und wie hat es geschmeckt?
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29 Mär 2019 10:13 #552550
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Klingt nach einem wirklich interessanten Besuch. Brot und Schnaps hätte ich auch gerne mal probiert. Auch von mir die Frage, "wie hat es geschmeckt?"

Liebe Grüße
Kordula :)
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30 Mär 2019 09:40 #552611
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@Topobär und Kordula: wie hat es geschmeckt?

Der Schnaps mit mehr als 70% Alkohol, echt ungeniessbar. Aber als Desinfiktionsmittel bestimmt nicht schlecht! :P

Der Honig ein echter genuss. :)

Die scharfe Paste :woohoo:

Schönes Wochenende wünscht
Annick
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31 Mär 2019 11:58 #552671
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  • tiggi am 31 Mär 2019 11:58
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Liebe Annick,
das ist wirklich eine ganz ungewöhnliche Reise, aber sicherlich etwas, dass viel bewegt. So eine Reise steht nicht im Reisekatalog, wie kommt man auf so eine Idee?
Die unterschiedlichen Stämme in ihren sehr einfachen Lebensverhältnissen zu erleben ist sicherlich spannend, aber es stimmt auch nachdenklich. Teilweise sieht man Plastikflaschen im Hintergund, der Alkohol, der durch die Touris finanziert wird oder die Präsentation von Stoffen, gemacht für Touristen, sind schon Dinge, die die Urvölker von den Touristen abhängig machen. :unsure: :dry:
Ich bewundere dich für deinen Mut alleine zu reisen und dann auch noch ohne Durchfall oder andere Krankheiten durchzukommen und :sick: , das unechte Bananenbrot oder den Schnaps zu genießen! Da muss man schon sehr hart sein!
Danke, dass du uns an deinen Erlebnissen teilhaben lässt.

Liebe Grüße
Biggi
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