THEMA: Feedback Omo Valley, Harar und Djibouti
09 Mär 2019 00:12 #550622
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  • ANNICK am 09 Mär 2019 00:12
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Fortsetzung

Als Anfang der 2000er Jahre sporadisch die ersten Touristen in die Stammgebiete der Mursi reisten, trafen zwei völlig verschiedene Welten aufeinander. Einige Besucher gaben schon damals Geld des Dank für das ein oder andere Foto. Und bald wurde den Mursis bewusst, dass ihr Aussehen etwas Besonderes ist und bares Geld wert ist. Heute kostet jeder Klick 5 ETB. Bei Gruppenfotos gilt der Preis pro Person. Ihr könnt euch vorstellen wie das Geld hier fliesst! Für die 2 obigen Bilder musste ich bereits 100 ETB bezahlen........
Die Mursis werden echt agressiv wenn man sich weigert zu zahlen.

Ueber den Ursprung der Tradition der Lippenteller gibt es verschiedene Geschichten. Eine besagt, die Mursi Männer wollten ihre Frauen damit für andere unattraktiv machen. Keine Ahnung ob es stimmt. Fakt ist, dass sich die Mädchen (im Alter von 15 oder 16 Jahren) für das Erkennungszeichen beim Mursi Volk einer langen Prozedur unterziehen.









Dazu wird schon in der Pubertät die Unterlippe aufgeschlitzt um eine kleine Tonscheibe in den Schnitt einzusetzen. Die Dhebi (Lippenteller) müssen von den Mädchen nicht nur eigenhändig getöpfert, gebrannt und bemalt werden sondern über die Jahre hinweg durch einen jeweils grösseren ausgetauscht werden.









Der schmerzhafteste Teil bleibt wenn die unteren Schneidezähne stören. Diese werden dann kurzerhand herausgebrochen. Mit dem Eintreiben von Geldscheinen für Fotos lässt sich über die Jahre sogar mehr einnehmen als mit dem Züchten von Rindern und anderem Vieh.
Ein grosser Teil der Fotogelder geht leider vor allem für Schnaps drauf, den die Mursi bevorzugt tagsüber trinken. Kein Wunder, dass sie oft für ihr stark alkoholisiertes Verhalten bekannt sind. Die Guides empfehlen immer die Mursi Dörfer unbedingt am Morgen zu besuchen.
Hart im Nehmen müssen die Mursi Frauen auch bei der Skarifizierung sein. Durch das Beibringen von unzähligen Ziernarben stilisieren sie ihre Körper zu einem lebenden Kunstwerk.









Bei den Männern findet man weisse Bemahlungen.









Schmuck spielt bei den Mursi auch eine grosse Rolle.





Den Besuch hier finde ich einfach unheimlich. Die Mursi berühren uns. Jede Frau will unbedingt fotografiert werden und gleich einkassieren. Ich komme mir echt vor wie in einem Zoo. Die 2 Saudis hingegen sind entzückt. Endlich können sie ihre gewünschten Bilder schiessen. Sie stellen die Frauen am gewünschten Platz hin und klick klick.....
Nach einer Weile wird mir das Ganze zu bunt. Ich laufe zum Wagen zurück. Zum Glück müssen die Saudis noch am frühen Nachmittag ihren Flug nach Addis Abeba nehmen. Und so verabschieden wir uns sehr schnell danach.
Jimmy lässt mich anschliessend im Jinka Resort aussteigen und fährt weiter zum Flughafen. Welch eine Erleichterung diese 2 Kerle loszuwerden!
Ich eile gleich zu meinem Zimmer









und ziehe mich um. Auf der Restaurant Terrasse esse ich eine Kleinigkeit.









Hier gibt es sogar Wifi. Danach mache ich mich auf den Weg die Ortschaft zu Fuss zu erkunden.





Fortsetzung folgt
Letzte Änderung: 09 Mär 2019 00:23 von ANNICK.
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09 Mär 2019 00:29 #550623
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Meine Güte, das nenne ich wirklich mal eine andere Welt oder besser eine andere Galaxie.
Was Frauen so alles mehr oder wenig freiwillig mitmachen im Namen irgendeiner Gottheit und/oder Tradition...
in Wüstenregionen den kompletten Körper mit dickem schwarzem Stoff behängen und mit notgeilen Männern klarkommen (wie in Saudi-Arabien), beschnitten und ausgepeitscht werden, die Lippen grotesk verstümmelt.

Sorry, aber das ist nicht meins. Ich kann Dich nur bewundern, daß Deine Nerven das aushalten.

Yanjep
Letzte Änderung: 09 Mär 2019 00:32 von yanjep.
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10 Mär 2019 11:37 #550724
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Hallo Yanjep,

Leider keine andere Welt. Es gibt immer noch auf dieser Erde barbarische Sitten und Traditionen...... B)

Zum Glück war dieser Stamm mein einziger Reinfall. :)

Schönen Sonntag wünscht
Annick
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11 Mär 2019 07:54 #550809
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Fortsetzung

Die Kleinstadt Jinka (28'000 Einwohner) verfügt über eine Universität, ein Krankenhaus und einen Markt. In der Stadt geht es gemütlich zu.





Ich muss mich immer wieder über gewisse Verkehrsschilder amüsieren.





Zum ersten Mal, werde ich hier aber in Aethiopien als alleingehende Farenji kommisch angeschaut.





Einige Männer pfeifen sogar ganz blöd. Ich schenke ihnen meinen besten Silberblick. Sie hören gleich damit auf.





Im Gross und Ganzen bleibt es aber angenehm herum zu spazieren. Man verfolgt den Alltag der Einheimischen.





Jimmy holt mich um 16 Uhr im Resort ab. Im Wagen hat er 2 englische Mädchen vom Flughafen mitgebracht. Sie werden den Rest des Nachmittags mit uns verbringen.





Zuerst geht es zum Forschungsinstitut South Omo. Eintritt pro Person: 100 ETB
Von da aus erkunden Anthropologen die Region. Hier kann man praktisch alles über die Stämme in der Region erfahren.









Man lernt auch viel über die Lebensformen, Kulturen, Traditionen, Rituale und den Glauben aller Stämme.





Man kann auch eine Kollektion von Alltagsgegenständen bewundern: Kleidung, Schmuck, Handwerkskunst...usw









Das Museum bietet einen tollen Blick auf die Stadt Jinka.





Danach geht es gleich weiter zu einem Ari Dorf. Die Ari leben im Mago NP und um das Gebiet der Stadt Jinka. Mit einer Bevölkerung von 120'000 Einwohnern und einem der grössten Stammesgebiete im Omo Valley Teil bieten sie dem Volk weitreichende Anbaumöglichkeiten. Die Ari passen sich langsam an die heutige Zivilisation an.





Bei Ankunft wird gleich für uns Injera zubereitet.













Danach kommen die Kinder und wollen uns durch das Dorf führen.





Fortsetzung folgt
Letzte Änderung: 11 Mär 2019 08:09 von ANNICK.
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13 Mär 2019 07:50 #551077
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Fortsetzung

Unser Ari Guide erzählt uns Vieles über diesen Stamm. Die Ari bauen vor allem Kaffee, Getreide, Früchte, Mais, Kardamom und andere Wurzelpflanzen an.





Aus dem Mais brennen die Ari Maisschnaps. Dieser ist bei den Mursi sehr beliebt.









Als Brennstoff benutzen sie herbei Dung was dem Getränk eine leicht rauchige Note verleiht. Die Frauen der Ari sind bekannt für ihre Herstellung von Keramiken und Töpfereierzeugnissen. Sie stellen Platten um Kaffee zu rösten her und bemalen diese. Sie machen aber auch andere Behälter für Nahrung und Wasser.









Schmuck wird zu grossen Teilen aus Wurzelpflanzen gewonnen. Je mehr Schmuck die Stammesmitglieder dabei an Ohren, als Armband und am Hals tragen, desto höher ist meist auch ihr Rang, Perlen und andere Umhänge-Schmuck werden als Dekoration auch um die Taille getragen.













Die Häuser der Ari sind meistens mit moosbedeckten Dächern ausgestattet und werden an den Wänden von den Frauen bemalt.





Hinter dem Haus findet man die Vorratskammer.





Der Alltag der Männer besteht aus Feldarbeit oder dem Nachgehen anderer Berufe und Tätigkeiten. Die Kinder die uns begleiten sind einfach köstlich.

















Beim Laufen entdecken wir noch hier und da alte Hütten die nicht mehr bewohnt werden.





Fortsetzung folgt
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Hallo Annick,

habe gerade deinen Reisebericht besucht, da Äthiopien auch für uns sehr interessant ist.
Tolle Fotos eines ursprünglichen Landes. Gratulation.
Wir denken jetzt noch intensiver über dieses Land nach. Danke dafür.
Liebe Grüße
Kathi
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