THEMA: Feedback Omo Valley, Harar und Djibouti
14 Feb 2019 08:07 #548450
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@picco: so ist es! :laugh:

Fortsetzung

Gegen 18.15 erreichen wir Turmi Lodge. Die Homepage

www.turmilodge.com

entspricht leider nicht der Realität......Ich bekomme ein Zimmer in einem Nebenflügel.









Die Saudis belegen ein Doppelzimmer gerade neben mir. Ich bin erleichtert. Ich konnte mir nicht vorstellen mit diesen Typen ein Zimmer zu teilen! :woohoo:
Mein Zimmer ist einfach





aber geräumig und sauber.









Das Badezimmer ist mehr als renovierungsbedürftig.









Bei der Dusche kommt praktisch kein Wasser mehr raus. Alles verkalkt. Mit einer Nadel kann ich zum Glück den Kalk entfernen.





Es ist schon 20 Uhr als ich zum Restaurant marschiere. Man läuft 800 Meter bis dorthin. Zum Glück habe ich eine Taschenlampe. Die Saudis kommen nicht zum Nachtessen, ist mir Recht! Wifi gibt es Keins.
Zum Abendessen wird nur ein Buffet angeboten zu einem stolzen Preis von 350 ETB pro Person.





Die Bohnensuppe ist fade, die Spaghettis kleben aneinander und der Rest schwimmt im Fett.... :sick:

Gegen 22 Uhr kehre ich ins Zimmer zurück.

Es ist schwer hier fest zu schlafen. Einmal hört man von weitem den Muezzin, dann einen Esel oder einen kommischen Schrei. Dazu kommen noch die Moskitos..... :whistle:

31.12.2018

Um 07.15 frühstücke ich allein auf der Restaurantterrasse. Es schmeckt absolut nicht. Es gibt kein Brot dafür Injera mit Porridge....igitigit! :pinch:





Gegen 8 Uhr verlassen wir die Lodge.





Die 2 Saudis haben schnell ihre selbe Plätze im Wagen genommen und wollen nicht tauschen.....Bis nach Omorate fährt man auf einer guten Teerstrasse.





Heute morgen werden wir einen Dassenech Stamm besuchen. Omorate, auch unter dem Namen Kelem bekannt, liegt nahe der kenianischen Grenze in der South Omo Zone. Die Zone ist nach dem Omo River benannt, einem Fluss der im Westen in den Turkana See mündet.
In Omorate müssen wir zuerst durch die Immigration. Da zeigen wir unsere Pässe und werden registriert.





Es stehen schon andere Farenjiwagen davor.





Um zu den Dassenech Stämme zu gelangen gibt es 2 Möglichkeiten: eine Brücke überqueren oder bis zur Bootanlagestelle fahren und ein Kanu nehmen. Jimmy hat für uns das Kanu bestellt. Finden wir super. Wir passieren das Dorf und erblicken schon einige einheimische Damen.









Fortsetzung folgt
Letzte Änderung: 14 Feb 2019 08:22 von ANNICK.
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18 Feb 2019 00:16 #548715
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Fortsetzung

Omorate, auch unter dem Namen Kelem bekannt, liegt nahe der kenianischen Grenze in der South Omo Zone. Diese Zone ist nach dem Omo River benannt, einem Fluss der im Westen in den Turkana See mündet.

Die Dassenech sind der südlichste Stamm, der im äthiopischen Omo Tal lebt. Ihr Land ist halbtrocken und lebt dort, wo das Omo-Delta den Turkana See erreicht. Ihr Name bedeutet Leute des Deltas. Die Bevölkerung wird auf 50'000 geschätzt.
Die Dassenech sind in erster Linie ein Agropastoralvolk. Sie bauen Sorghum, Mais, Kürbisse und Bohnen an, wenn der Omo Fluss und sein Delta überfluten.
Sorghum wird mit Wasser zu einem Brei gegart der mit einem Eintopf gegessen wird. Mais wird normalerweise geröstet und Sorghum wird auch zu Biert fermentiert.
Trotz des Sees und des Deltas ist dies eine unglaublich trockene Region. Im Westen und Südwesten ist nichts als Wüste. Rinder sind für das Leben des Dassenech ebenso von zentraler Bedeutung wie für die anderen Stämme des Omo Tals. Sie stellen nicht nur Fleisch, Milch, Leder für Kleidung, Häuser und Matratzen dar, sondern auch Status im Stamm und der Brautreichtum, der es einem Mann ermöglicht zu heiraten.
Der Stamm von Dassenech ist nicht streng von ethnischen Zugehörigkeit definiert. Im Laufe der Zeit hat der Stamm eine breite Palette von verschiedenen Völkern in sich aufgenommen und ist nun in 8 Clans unterteilt.
Jeder Clan besitzt seine eigene Identität und seine eigenen Gebräuche, seine eigene Verantwortung gegenüber dem Rest des Stammes und ist an ein bestimmtes Gebiet gebunden.

Jimmy erklärt uns dass wir heute den grössten Clan besuchen werden: der Galbur (oder Water and Crocodile Clan). Die Mitglieder besitzen die Macht über Wasser und Krokodile und sind für die Behandlung von Krankheiten im gesamten Stamm verantwortlich.

Wir fahren bis zum Pier. Da erblicken wir auch schon die Kanus





und die Brücke.





Die Kanus sind echt unkomfortabel.





Viel bewegen kann man sich nicht.





Statt das grosse Dorf auf der anderen Seite der Brücke zu besuchen wo alle Farenjis anhalten, geniessen wir eine halbe Stunde Kanufahrt. Danach laufen wir 20 Minuten bis zum Dorf.













Das Dorf besteht aus einer Mischung von alten Hütten (Stroh) und Neuere (Blech).









Die ersten Kinder kommen uns auch schon entgegen.









Ich fühle mich gleich da wohl.





Die 2 Saudis eilen schon mit ihren Handis zu den jungen Mädels........ :pinch:

Ich schaue mir schon einmal die Menschen an.













Inmitten des Dorfes wird hier das Vieh über die Nacht gehalten.





Fortsetzung folgt
Letzte Änderung: 18 Feb 2019 18:30 von ANNICK.
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19 Feb 2019 23:34 #548875
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Ein Dassenech Guide begleitet uns natürlich durch das Dorf. Er ist obligatorisch und gehört der Omorate Local Guide Association. Er spricht ein gutes Englisch. Hier zeigt er den Einheimischen auf seinem Handy die geschossenen Bilder.









Frauen tragen manchmal noch einen plissierten Rindsrock





und immer Perlenhalsketten und Armbänder.









Männer tragen ein kariertes Tuch auf die Schultern oder um die Taille.









Die Skarifizierung bleibt hier in den Stämmen erhalten. Man sieht die traditionnellen Narben, die den Uebergang von der Kindheit ins Erwachsenenleben markiert.









Die Narben werden erzeugt, indem Asche in Schnittwunden gerieben wird. Im Dorf verlangt man 100 ETB pro Farenji für's Fotografieren. Man kann sich für dieses Geld überall umsehen. Das Geld wird von der Chefin des Dorfes gesammelt.





Die 2 Saudis benehmen sich wieder daneben. Sie drehen mit ihren Handies Videos mir den obenohne Mädels....

Die Mädchen werden im Alter von 10 - 12 Jahre durch das Entfernen des Klitoris beschnitten. Diejenigen die nicht beschnitten sind werden Tiere oder Jungen genannt und können nicht heiraten oder Kleidung tragen.





Die Kinder bleiben mein Lieblingsmotiv.













Fortsetzung folgt
Letzte Änderung: 19 Feb 2019 23:46 von ANNICK.
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22 Feb 2019 13:05 #549130
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Das Ambiente im Dorf finde ich schon besonders. Manche Gesichter wird man nicht vergessen.









Die Dassenech bemühen sich Einem alles zu erklären. Sie staunen sogar weil ich so viel Interesse zeige! Sie gehören zu den ärmsten Stämme in Aethiopien.





Im Dorf, verkaufen sie auch an Farenjis verschiedene Sachen: Kalebasse, Hocker.....usw





Ein französisches Ehepaar kommt noch dazu. Im Dorf versammelt man sich.













Auf einmal beginnen die Männer für uns zu tanzen.





Die Frauen folgen.





Hinter mir höre ich wieder die 2 Saudis kischern. Manche Frauen, da si kein BH haben, müssen ihre Brüste beim Tanzen schonen. Sie halten sie mit ihren Hände.









Nach der Vorstellung machen wir uns wieder auf den Weg zu den Kanus.





Wir kommen am selben Pier zurück.









Danach geht es gleich Richtung Turmi. Da besuchen wir den Markt.









Da können wir viele Hammer Frauen beobachten.





Fortsetzung folgt
Letzte Änderung: 22 Feb 2019 13:20 von ANNICK.
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24 Feb 2019 23:38 #549307
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Der legendäre Turmi Montagsmarkt enttäuscht mich sehr! Man hat sich total auf die Farenjis eingestellt.









Zum Glück findet man ab und zu noch originelle Sachen. Hier Schuhe die aus Gummireifen erzeugt werden.





Es wird auch schwer hier Bilder zu schiessen. Sobald man die Kamera in der Hand hat, kommen schon Hammer Frauen. Jede will 5 ETB für ein Foto.......Ich weigere mich 5 ETB zu bezahlen. Es ist nicht viel Geld aber es ist aus Prinzip.
Und so erwische ich doch einige Hammer Frauen ohne dass sie es bemerken.

















Unsere 2 Saudis sind wieder mit Mädels beschäftigt. Der Eine spielt mit einer 100 ETB Note.......Andere Farenjis leisten ihnen Gesellschaft. Ich verschwinde lieber und versuche in der Masse unterzutauchen.





Und so kann ich ungestört das Geschehen beobachten. Es macht Spass.









Ich mache noch einen Abstecher beim Viehmarkt.









Langsam wird es dann Zeit zu gehen.









Jimmy winkt mir aus der Ferne zu. Wir brauchen nicht lange bis wir die Saudis finden. Mit ihren Handies machen sie Videos. Sie haben es nicht eilig. Jimmy erklärt uns dass wir sofort gehen müssen. Am Nachmittag findet unweit eine "Bull Jumping" Zeremonie statt. Wir sind ganz ausser dem Häuschen.
Wir essen schnell eine Kleinigkeit in einem local Restaurant und fahren um 14 Uhr dorthin.

Fortsetzung folgt
Letzte Änderung: 24 Feb 2019 23:49 von ANNICK.
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27 Feb 2019 23:40 #549584
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@Martina: schön dass du wieder dabei bist! B)

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Der Bullensprung soll einen jungen Mann für die Heirat vorbereiten.

Die Fahrt aus der Stadt Turmi bringt uns auf eine sandige Piste und endet 15 Minuten später an einem trockenen Flussbett. Da warten auch schon die ersten Hammerfrauen auf uns.









Jimmy verhandelt gleich mit dem Clanchef, zu welchen Bedingungen wir fotografieren dürfen. Man einigt sich auf 500 ETB pro Nase, eine menge Geld. Wir laufen anschliessend auf einen Hügel hoch. Da warten andere sitzende Hammerfrauen.













Sehr bald kommen auch noch andere Farenjis nach.








Die enge Verbundenheit zu Ton und Lehm zeigen die Hammar auch in ihrer Haarpracht. Sind sie von Natur aus normalerweise mit schwarzen Haaren bestückt, tragen die Hammerfrauen meist rote Haare, welche durch roten Ton, Butter oder Ocker gefärbt werden.










Bald fangen diese Hammerfrauen an zu tanzen.









Es geht sehr fröhlich zu.









Einige Mädchen tanzen vor einem Junggesellen, der den Bullensprung bereits hinter sich hat. Sie bitten ihn darum, als Zeichen ihrer Zuneigung, ausgepeitscht zu werden. Was dieser auch tut. Danach blasen die ausgepeitschten Mädels kurz in ein Horn, während sie aus den Striemen am Rücken bluten. Für die unverheirateten Mädchen ist es die höchste Ehre ausgepeitscht zu werden. Je grösser und tiefer die Wunden umso schöner die späteren Wulsnarben und desto höher der Status der Frau.









Die 2 Saudis müssen natürlich ihren Senf dazu geben. Sie wollen die Peitsche vom Junggesellen und es selber ausprobieren. Jimmy muss sich einmischen und ihnen erklären dass sich so ein Benehmen hier nicht gehört............ :pinch:
Letzte Änderung: 27 Feb 2019 23:55 von ANNICK.
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