THEMA: Bilder einer Äthiopienreise
01 Mai 2018 12:04 #520241
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  • Gu-ko am 01 Mai 2018 12:04
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janphillip schrieb:
Hallo GuKo,
vielen Dank für deinen Bericht und die tollen Fotos! Ich habe schon sehr viel Interessantes über Äthiopien gehört und gesehen. Leider gibt es dann aber auch immer die unschönen Erlebnisse, wie du sie schilderst. Aber wer weiß, vielleicht ergibt sich für uns auch eines Tages die Möglichkeit das Land zu bereisen. Bis dahin lauschen wir noch gespannt euren Erzählungen und freuen uns schon auf die nächste Etappe :)
Liebe Grüße
Senta
Die unschönen Erlebnisse haben uns tatsächlich einen Teil der Reisefreude geraubt, als wir dann die letzten zwei Wochen in Kenia warten, war das fast wie ein Aufatmen. Trotzdem war die Reise eine der faszinierendsten, die ich in Afrika gemacht habe.
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04 Mai 2018 17:08 #520561
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  • Gu-ko am 01 Mai 2018 12:04
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In Gonder erinnert sogar der Flughafen an eine Burg… ;)

Gonder - Lalibela

Die Verbindungen mit Öffentlichen Verkehrsmitteln, von Gonder nach Lalibela, waren zu umständlich. Deshalb buchten wir kurzerhand einen Flug. Mit dem Bus hätten wir für die rund 350 km fast zwei Tage (mit Übernachtung in Gashena oder Weldya) unterwegs sein müssen, der Flug dauerte gerade mal 30 Minuten.

Äthiopische Inlandsflüge sind nicht teuer und bei den langen Strecken durchaus eine Alternative. Unser Flug kostete ca. 70 USD/Person. Wenn man mit Ethiopien Airlines nach Äthiopien gekommen ist, bekommt man sogar 50% Rabatt auf den regulären Preis.











Aus der Luft kann man sehr gut sehen, wie bergig und unwegsam dieser Teil Äthiopiens ist. Es ist noch nicht allzulange her, da dauerte so eine Reise mehrere Wochen.
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04 Mai 2018 17:10 #520563
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Lalibela



„Lalibela (amharisch ላሊበላ lalibäla) oder Neu-Jerusalem (früher Roha) ist eine heilige Stadt und Wallfahrtsort in Äthiopien. […] Der Ort liegt 2500 Meter hoch und hat 8484 Bewohner (Volkszählung 1994), die fast vollständig äthiopisch-orthodoxe Christen sind.
Lalibela ist weltweit bekannt für die elf monolithischen Kirchen, die – überwiegend mehrgeschossig – in rote Basaltlava gemeißelt sind. Die Kirchen entstanden beginnend mit der Regentschaft von Kaiser Gebra Maskal Lalibela, auch bekannt unter dem Namen Heiliger Lalibela (ein Mitglied der Zagwe-Dynastie) im 12./13. Jahrhundert.

Wahrscheinlich wurde insgesamt 100 Jahre an der Anlage gebaut. […] Seit 1978 zählen diese Kirchen zum Weltkulturerbe der UNESCO. Lalibela hat eine lange christliche Tradition der äthiopisch-orthodoxen Kirche und ist ein Pilgerort für viele Christen.“
Quelle Wikipedia


Äthiopien hat einige Orte, die weltweit einmalig sind. Die Felsenkirchen von Lalilbela gehören zweifelsohne dazu.

Das Städtchen selbst ist eher unscheinbar und abgesehen von der grandiosen Landschaft die Lalibela umgibt, hätte es touristisch nicht allzuviel zu bieten. Wären da nicht die berühmten Felsenkirchen…

Als wir Lalibela besuchten, waren Stadt und vor allem die heilige Stätten voller weißgekleideter Pilger, die aus allen Landesteilen herbeiströmten.


Pilger kommen aus allen Landesteilen nach Lalibela



Die Felsenkirchen

Der Eintritt zu den Felsenkirchen ist mit 50 USD pro Person recht saftig. Dafür darf man das Gelände zwar fünf Tage hintereinander besuchen, in der Regel reichen aber zwei Tage gut aus, alles zu besichtigen.

Im Bereich des Ticketoffice lungerten mehr oder weniger aufdringliche Guides herum, die uns sofort belagerten. Da wir von äthiopischen Guides ein wenig die Nase voll hatten, und die Kirchen lieber in Ruhe selbst erforschen wollten, schickten wir sie weg.

Nachdem wir die 100 USD Eintritt bezahlt hatten, reihten wir uns in den Pilgerstrom ein. Vom Haupteingang erreicht man zunächst Bete Medhane Alem (Welterlöser-Kirche), die als die größte monolithische Kirche der Welt gilt. Wie einige andere Kirchen auch, wurde sie mit Unterstützung der UNESCO überdacht. Auch wenn es gegen Verwitterung hilft, schön sieht es nicht aus.



Die elf Felsenkirchen sind in eine Nord- und eine Ostgruppe unterteilt. Etwas abseits im Westen liegt die für mich faszinierendste Kirche, die kreuzförmige Bete Gyorgis.

Die einzelnen Gebäude befinden sich in einem weitläufigen Gelände, verbunden durch steinige Wege, teils schmalen Durchgängen, dunklen Verbindungstunnels, steilen Treppen. Wenn man sich nicht auskennt, kann dieses Labyrinth aus Licht und Schatten gelegentlich etwas verwirrend erscheinen. Aber es ist nicht wirklich schwer, sich ohne Guide zu orientieren. Man folgt einfach den Pilgerströmen oder den kleinen Reisegruppen.

Vor den Eingängen zu den Gebäuden türmten sich Berge von Schuhen, Sandalen und Schlappen. Innen umfängt einen erst einmal Halbdunkel und penetranter Schweißfuß-Geruch. Manchmal sickerte etwas Tageslicht durch kleine Fenster, manchmal verbreiteten nackte Glühlampen schummriges Licht. Eng wurde es, wenn mit Selfiesticks bewaffnete Pilgergruppen in die engen Gebäude drängten, um sich dort, vor den Heiligenbildern zu fotografieren.


Bete Medhane Alem


Bete Medhane Alem


Pilger - Bete Medhane Alem




Bete Aba Libanos




Im Inneren herrscht reges Gedränge


Selfie mit Jesus ;)










Schuhwächter














Manchmal muss man dunkle Gänge und steile Aufstiege bewältigen um in die nächste Kirche zu kommen.







Letzte Änderung: 10 Aug 2018 15:36 von Gu-ko.
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04 Mai 2018 17:13 #520564
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Bete Gyorgis

Am beeindruckendsten war für mich Bete Gyorgis. Wir besuchten sie gleich zweimal, einmal am ersten Tag unserer Besichtigung und dann noch einmal am nächsten Morgen, kurz nach Sonnenaufgang.

Die Kirche liegt etwas westlich der beiden anderen Gruppen, d.h. man muss ein Stückchen laufen um hinzukommen. Zusammen mit hunderten äthiopisch-orthodoxe Christen pilgerten wir eine staubige Straße hinunter zu einem der größten Heiligtümer Lalibelas.

Bete Gyorgis hat die Form eines (dreifach verschachtelten) griechischen Kreuzes, das senkrecht in den Felsen gemeißelt wurde. Die Oberseite ist ebenerdig, der Eingang liegt ca. 11m unterhalb der Oberfläche.

Der Besuch von Bete Gyorgis war ein echtes „Wow“-Erlebnis. Als ich am Rand der Felsenkante stand und auf dieses geniale Bauwerk blickte, war mein erster Gedanke: ‚Unglaublich, so etwas habe ich noch nie gesehen‘.

Wir umrundeten erstmal das Gebäude von oben. Die Felswände fallen fast senkrecht herab. Wenn man nicht schwindelfrei ist, hält man besser etwas Abstand zur Kante, oder kriecht auf allen Vieren bis zum Rand. Tief unten sahen wir Pilger und Priester umherwuseln. Etwas abseits, konzentriert in heiligen Schriften lesende Gläubige, die in der morgendlichen Sonne saßen.

Es fand gerade eine Messe, oder Zeremonie statt, Würdenträger in festlicher Kleidung stolzierten über den Vorplatz der Kirche und verschwanden im Inneren.


Bete Gyorgis








Der Eingang








In den ruhigeren Zonen, um die Kirche herum, beten und meditieren Gläubige.










Im Inneren von Bete Gyorgis






Zum Schluss noch ein Gruppenfoto ;)
Letzte Änderung: 10 Aug 2018 15:40 von Gu-ko.
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04 Mai 2018 17:34 #520568
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  • Botswanadreams am 04 Mai 2018 17:34
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Schöne Bilder eines beeindruckenden Landes - danke für's zeigen Gu-ko.
www.botswanadreams.de

"Alles, was ich jetzt wollte, war nach Afrika zurückzukommen. Ich hatte es noch nicht einmal verlassen, aber wenn ich nachts aufwachte, lag ich lauschend da, bereits voller Heimweh danach."
Ernest Hemingway
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05 Mai 2018 11:32 #520581
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  • Schneewie am 05 Mai 2018 11:32
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Wahnsinn!!!!
Einfach genial, was das Land an Dingen zu bieten hat.
Da lese ich fasziniert mit!!!
Gruß Gabriele
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