THEMA: Picco geht mit Schnorchelmaske zum Lavasee...
11 Nov 2016 16:00 #451601
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  • Applegreen am 11 Nov 2016 16:00
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Hoi Picco,

seehr nah ward Ihr an den Gorillas dran :woohoo:

Der 'Umuganda Day' ist ja eine super Erfindung! Das könnten die glatt auf Sansibar auch mal einführen :laugh: :laugh:

Danke für's nunmehr wieder ausführliche Berichten B)

Liebe Grüße
Sabine
Letzte Änderung: 11 Nov 2016 16:03 von Applegreen.
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14 Nov 2016 17:43 #452086
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Oben: Natürlich müssen die Gorillas auch in der Hauptstadt präsent sein, so wie auch die ruandischen Farben auf den Dächern der Strassenlampen sein müssen...



Oben: Alle paar hundert Meter finden wir solche Trenn-Abfall-Behälter, sogar mit eigenem Batterieeinwurf!!!
So etwas hab ich in Europa noch nicht gesehen...


Eines der Ziele die ich mir für diesen Besuch von Kigali vorgenommen habe ist der Besuch im 'Hotel des Milles Colines', besser
als 'Hotel Ruanda' aus dem gleichnamigen, absolut empfehlenswerten Film von Terry George aus dem Jahr 2004 bekannt.
Und schon stehen wir davor, mehr zufällig als absichtlich, obwohl ich mich mittels Handy immer etwas über unseren Standort und den des Hotels informiert habe. Denn plötzlich sagt Sven so was wie 'Ist das nicht das Hotel das Du besuchen willst?'...
Und ja, es ist!
Wir befinden uns oberhalb des Hotels und umrunden das Gelände zur Hälfte bis wir die Einfahrt zum Parkplatz endlich finden.



Oben: Hier ist es also, komplet anders aussehend als im Film...aber hier hat sich jene Geschichte zugetragen!

Wir gehen also rein, vorbei am Wachhäuschen des Parkplatzes, aus dem uns der Wachmann freundlich grüsst, weiter zum überdeckten Eingang, wo wir wie im Flughafen durchsucht werden, inklusive Metalldetektor zum Durchgehen und Gepäckscanner.
Aber nun sind wir drin!



Oben: Dieser Pool hat damals als Trinkwasserreservoir hergehalten...heute baden wieder reiche Touristen und Geschäftsleute drin...



Oben: Mitten in einem geschichtsträchtigen Ort...wenn man die Geschichte kennt wirkt das alles etwas sureal...zumindest auf mich!



Oben: Schöne Maurerarbeiten im Treppenhaus



Oben: Der gedeckte Sitzplatz des Gartenrestaurants.



Oben: Blick aus dem Gartenrestaurant zu den Zimmern...



Oben: ...und zur Bar, dahinter der Pool und die Massagehütte.

Wir trinken Coke beziehungsweise Fanta orange und geniessen die schöne Atmosphäre hier im Gartenrestaurant.
Es gefällt uns hier echt gut, sogar etwas heimisch fühlen können wir uns nachdem ich bemerkt habe dass der Kellner 'Jean Bosco' heisst...exact wie unser Touroperator aus der DR Congo! ;-)
Wobei 'Jean Bosco' hie rwohl etwa dasselbe ist wie bei uns 'Sepp Meier' odrr so...
Nach einem leckeren Bananen-Juice und noch je einem Fanta orange zahlen wir 14'000RWF und gehen ins Okapi zurück.
Auch wenn noch immer extrem wenig Fahrzeuge unterwegs sind so hat der Verkehr doch merklich zugenommen, man kann nicht mehr blind über die Strasse gehen ohne dass Gefahr besteht überfahren zu werden.
Wobei mich wohl niemand freiwillig überfahren würde, denn ich muss riesig wirken mit meinem heute extrem aufgeblähten Bauch...
Irgendwas hier bekommt mir nicht, irgendwas...



Oben: Am Wegesrand...die meinen es ernst mit der Sauberkeit!

Nachdem Sven und ich etwas relaxt haben treffen wir uns um 16:00Uhr wieder im Hotelrestaurant.
Er lernt für seine Ausbildung zum Brandschutzfachmann, ich surfe etwas im Internet und sichere Fotos.
Um etwa 17:30 machen wir uns auf den Weg um ein Restaurant für heute Abend zu suchen, absichtlich so früh, damit wir noch Tageslicht haben für die Suche.
Wir sehen dabei wieder den üblichen Verkehr, aber auch auffallend viele behinderte Bettler und Polizisten mit Maschinengewehren...
Überall!
Warum auch immer...
Auch werde ich von mehreren Leuten angesprochen, meist etwa so: 'Hello my friend, let me show You this or that!', was ich natürlich immer anständig, aber bestimmt ablehne.
Einer ist aber ganz hartnäckig und hält sich für was weiss ich nicht was, will wissen ob ich Frau und Kinder habe, macht meiner
Sonnenbrille Komplimente, fragt nach unserem Hotel usw...und das alles in nur schwer verständlichem Englisch, das er nicht wirklich beherscht...
Nachdem ich ihm zum wiederholten Mal anständig und deutlich gesagt habe dass ich seine Begleitung und seine Hilfe nicht will muss ich etwas lauter und deutlicher werden, was er beleidigt mit 'Why don’t you are Ruanda-Style?’ komentiert...
Depp!
Wir gehen weiter auf unserer Suche nach einem Restaurant, finden aber keines in der Nähe unseres Hotels, was uns dazu bringt wieder im Hotel zu essen.
Beide nehmen Beefburger mit Pommes Frites und Gemüse, und auch wenns besser ist als das klapprige Huhn von gestern, wirklich lecker ist es nicht.
Um etwa 21:30 gehen wir in unsere Zimmer und nach einiger Zeit auf meinem Balkon geh ich um etwa 22:30 Uhr ins Bett.
Gute Nacht!
Ja, das wünscht man sich...denn der Nachtclub, vor dem uns Jean gewarnt hat, ist heute im Gegensatz zu gestern sehr gut zu hören!
Aber er ist auch nicht viel lauter als der Verkehr und so schlafe ich dann doch noch ein...
Letzte Änderung: 14 Nov 2016 17:45 von picco.
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15 Nov 2016 09:05 #452176
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Morgen Picco!

Lieben Dank für die interessanten Eindrücke aus Kigali! :-) Kann verstehen, dass es merkwürdig ist, wieder so viel Betrieb im "Hotel Ruanda" zu sehen. Sah auf jeden Fall aus, als wäre es ein x-beliebiges Hotel und nicht ein so geschichtsträchtiger Ort. :blink: Den Film fand ich jedenfalls sehr bewegend...

Bin gespannt, wie es bei Euch weitergeht.

Liebe Grüße
Kristina
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15 Nov 2016 10:53 #452197
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  • picco am 14 Nov 2016 17:43
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Hoi Kristina
tina76 schrieb:
Den Film fand ich jedenfalls sehr bewegend...
Genau das ist der Grund weshalb ich das 'Hotel Ruanda' besuchen wollte! ;)
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15 Nov 2016 18:11 #452268
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Tag 9: Ab ins Kigali Genocide Memorial Centre



Oben: Unsere heutige Etappe

Lärm!
Um 03:30 Uhr!
Nachts!
Grmpfl!
Alles wälzen und umdrehen nützt nichts, der Lärm bleibt trotzdem!
Ab etwa 05:45 hör ich wieder die singenden Soldaten die Strasse raufrennen, diesmal zwischen stinkenden Lastwagen und tuckernden Motorrädern, von den Fussgängern ganz zu schweigen!
Es ist zwar Sonntag, aber offenbar arbeiten die Ruander auch heute!
Und auch ich arbeite, denn in meinem Toilettenspühlkasten klemmt das Einlassventil...also wird da mal was rumgeschraubt bis es wieder brav seine Pflicht erfüllt!
Um 08:00 Uhr treten Sven und ich gleichzeitig aus unseren Zimmern und machen uns auf den Weg zum Frühstück!
Heute ist eine andere Bedienung dran, dafür sind die hilfreichen Zettel von gestern nicht mehr da!
Nun müssen wir bei allen Speisen und Getränken raten was es sein könnte...
Bei den Früchten ist's ja noch einfach, bei der Suppe wirds schon schwiriger, deshalb lassen wir die auch links liegen!
Die Thermoskannen mit Milch, Wasser und Kaffee müssen per Nase erforscht werden um das richtige Getränk zu bekommen, schaade!
Irgendwann kommen immerhin bei den Speisen wieder Zettel ran, es gibt heute Bananen, Mango, Spanish Omelette, Fleischeintopf, Pasta mit Tomatensauce, Fischsuppe, Erbsen, Bohnen, hartgekochte Eier und Knusperkekse...halt ein ausgewogenes Frühstück!
Odrr so...
Um 10:00 gehts zu Fuss in Richtung des Kigali Genocide Memorial Centre!
Sven macht einen auf 'archaischer Afrikabezwinger' indem er seinen etwa 1,5m langen Wanderstock, den er am Nyiragongo gekauft hat, mit sich rumträgt.
Wir verlassen das Hotel mit Wanderstock bei Sven und Rucksack inkl. Wasserflasche bei mir und latschen die KN-1-Road runter bis zur Kreuzung wo die KN-8-Avenue nach recht unten abzweigt...
Namen haben die für ihre Strasse, tststs...
Von dort gehts den Hügel runter, unten im Tal über die Brücke und dann bei der Abzweigung der KG-14-Avenue (auch wieder so ein toller und fantasievoller Name...tststs...) rechts wieder einen Hügel hoch...und ich merke schon dass erstmals meine Beine wieder ohne Muskelkater funktionieren!
Es ist aber recht warm und so sind die Schweissdrüsen am Pumpen was nur zu pumpen geht!
Zum Glück hab ich Wasser dabei!
Auch wenn es nur 3,1 Kilometer vom Hotel zum Genocide Memorial Centre sind, in der Wärme ist das nicht zu unterschätzen!
Das ist eine ganz andere Nummer als die gestrigen 800 Meter vom Milles Colines zum Okapi.
Aber nach etwa 40 Minuten sind wir auch dank für afrikanische Verhältnisse sehr rücksichtsvollen Autofahrern schon da und können den Hügel auf dem wir wohnen auch mal fotografieren!



Oben: Der Hügel mit unserem Hotel Okapi (ungefähr über dem 't' des Wortes 'Hotel' direkt rechts neben dem obersten orangen Gebäude unterhalb des aus der Siluette ganz rechts hochragenden blau-weissen Gebäudes) und dem Bankenviertel Kigalis.
Oder, ums einfacher zu machen, schau auf dem nächsten Bild das ich von Sven geklaut habe... (Danke Sven)




Oben: Unter dem roten Pfeil ist das Hotel Okapi

Und nun gehts rein ins Genocide Memorial Centre, vorbei an Wachtleuten und dem Kassierer, die sich sehr für Svens Wanderstock interessieren.
Könnt ja sein dass er damit alle anderen Besucher in Kampfsportmanier verdrischt...odrr so...
Natürlich wird auch mein Rucksack untersucht und wir werden auch noch mittels Metalldetektoren unter die Lupe genommen, sind aber glücklicherweise clean.
Also gehts weiter rein zum Bürogebäude, dort erklärt uns der Mann hinter dem Tresen auf englisch dass der Eintritt 11’500RWF oder 15$ kosten soll und dass wir entweder einen lebendigen Guide auf französisch oder englisch oder einen Elektroguide zum um den Hals hängen (was beim lebendigen Guide etwas schwer fallen würde) auch auf deutsch...
Sven 'darf' seinen Wanderstab abgeben und wir werden belehrt dass das fotografieren in den Gebäuden strengstens verboten ist.
Dann gehts in den Nebenraum, einem kleinen Kino!
Aber nicht so ein Kino in das zwei Männer im Urlaub gehen, nein, eines in dem nur immer wieder ein und derselbe Film gezeigt wird!
Nämlich eine Reportage über den ruandischen Genozid von 1994 und die Verarbeitung des Geschehenen!
Und das in französisch und mit einer kompletten Hochschulklasse neben uns...
Anschliessend gehts wieder raus, wo wir fotografieren dürfen und es natürlich auch tun:



Oben: In jenem Gebäude befindet sich der grösste Teil der Ausstellung...da gehts bald für einige Stunden rein!
Vorsicht: Harte Kost!!!




Oben: Das ist das Gebäude mit dem Kinosaal und dem Empfang, wo man die Guides (elektronisch und in Bio-Ausführung) bekommt.



Oben: Und das ist die Karte die man zum elektronischen Tourguide bekommt, darauf finden sich alle Ausstellungen.

Und nun gehts rein in die Ausstellung zum Denkmal des Genozides von 1994!
Nachdem wir bei der ersten Ruanda-Tour absichtlich den Genozid links liegen gelassen haben bin ich etwas nervös wegen dem das mich da wohl erwartet!
Es wird sicher keine einfache Kost sein!
Aber es gehört zu diesem wunderschönen Land leider dazu...
Als erstes wird die Geschichte Ruandas bis 1994 erzählt und mit Bildern und Ausstellungsstücken untermauert, dann folgt der Genozid mit Bildern und Ausstellungsstücken die nicht jeder ansehen sollte da auch Fotos von schlimm zugerichteten, teilweise zerhackten Leichen und verletzten Menschen, auch Kindern, zu sehen sind.
Anschliessend folgt eine Erklärung der Aufarbeitung des Geschehenen in Ruanda mittels 'Wiesengerichten' (Gacaca, klick mich) und Fotos der Opfer.
Da Sven während ich unten noch die Fotos der Opfer betrachte schon weiter will wartet er draussen auf mich, der ich aber ohne das zu wissen (ich hab vermutet er hat schon alles angesehen) in den oberen Stock gehe und mir den Rest der Ausstellung anschaue.
Dort folgen einige Fakten über andere Völkermorde, unter anderem in Nazideutschland, in Namibia, Kambodscha, Armenien und Ex-Jugoslavien.
Als Letztes folgen einige Räume mit Bildern von Kindern bevor sie im Genozid getötet wurden, Bilder aus glücklichen Tagen halt.
Auch wenn das Ganze auch etwas den Eindruck erweckt dass man die Hauptursache etwas zu stark von den Ruandern an die Belgier und auch die Deutschen, halt die zwei Kolonialmächte die die Unterscheidung zwischen Hutu und Tutsi vorantrieben, schieben will ist es eine wirklich eindrückliche Angelegenheit!
Danach gehts raus aus dem Gebäude, wo Sven schon auf mich wartet uns sagt 'OK, gehen wir in den oberen Stock!'...
...was ich mit 'Von da komm ich ja...warst Du nicht schon oben?' beantworte...
Und nein, Sven war noch nicht oben!
Also setz ich mich auf eine Parkbank und warte während er den oberen Stock unsicher macht!
Kaum ist er im Haus verschwunden kommt eine grosse Gruppe junger Ruander, so um die 30-40 Leute, und die setzen sich alle auf die wenigen Bänke dies hier hat.
Es wird eng, aber ich bleib sitzhaft und schau mir an was da so läuft, denn einige etwas ältere Leute stellen sich in die Mitte
und beginnen zu quasseln...
Natürlich versteh ich kein Wort, aber da sich die Leute schon gegenseitig auf die Knie sitzen und mir das ganze irgendwie wie eine Schulklasse mit ihren Lehrern vorkommt steh ich auf und setz mich gegenüber auf die Treppe, mein Platz wird sofort von zwei Leuten perfekt ausgefüllt, während nun schon die vierte Person in der Mitte stehend eine Rede schwingt.
Kaum ist Sven auch wieder draussen gehts weiter mit einigen Themengärten die zum Einen nicht mehr so sind wie sie beschrieben werden und zum Anderen doch eher eine andere Wahrnehmung erfordern als ich sie habe um einen Sinn zu ergeben...na ja...
Erinnert mich etwas an abstrakte Kunst, aber da soll sich jeder selbst seine Meinung bilden, für mich sind sie zu weit vom Thema entfernt.
Näher dran sind dann die 'Wall of Names', die die Namen der Bestatteten und identifizierten Gebeine auf drei Tafeln tragen.
Am Erschreckensten find ich die geringe Anzahl Namen im Vergleich mit den bestatteten rund 250'000 Personen (so sagte es zumindest der elektronische Guide)...
Anschliessend gehts in Restaurant des Centers wo wir einen kleinen Snack zu uns nehmen, ich Avocado mit Chiabatti plus Pancake mit Banane und Nutella, Sven einen Burger.



Oben: Avocado mit Chiabatti...lecker!!!

Frisch gestärkt gehts wieder auf Wanderschaft, Ziel ist wieder das Hügelchen wo wir herkamen...und es ist heiss!
Sehr heiss!
Unnötig heiss!!!
Der Verkehr hat zugenommen, es sind mehr Leute unterwegs...und Sven hat endlich seinen Wanderstock wieder!
Aber das Ding hat ein Problem: Es ist zu lang für das Fluggepäck!
Und da es morgen wieder in den Flieger geht muss das Ding gekürzt werden!
Am Weg gehen wir an einigen Geschäftern vorbei, es sieht beinahe so aus als wären einige Garagenboxen eines Trödlers nebeneinander
geöffnet und die Ware zum Verkauf angeboten.
Da Sven keine Anstalten macht da nachzufragen ob die seinen Stock zersägen können hau ich ihn mal auf das Thema an und weise ihn auf
die Läden hin...
Und er geht doch tatsächlich in den ersten rein!
Nur um nach kurzer Zeit wieder rauszukommen und in den nächsten Laden zu gehen.
Dort wird geredet und geredet, vor allem aber gestikuliert und mit Fingerzeigen usw. erklärt dass der Mann ihm doch mit der Säge
die an der Wand hängt den Stock halbieren soll!
Herrlich zuzuschauen!
Aber er macht das als wärs nicht das erste Mal dass er so was in einem afrikanischen Laden machen würde!
Und der Mann kapiert was er machen soll!
Dem Gesichtsausdruck nach aber nicht weshalb... ;-)
Egal, Sven hat seinen Stock halbiert und der Mann etwas verdient!
Win-Win!
:-D
Uns so gehen wir weiter auf unserem Weg den Hügel rauf...
...hab ich schon erwähnt dass es schweinisch heiss ist? :-O
Und dass es steil ist auch? :-O
So keuchen wir beinahe so laut rauf wie die schwarze Wolken und Brocken statt Feinstaub rausblasenden Liefer- und Lastwagen...
Um 15:15 Uhr sind wir zurück und eine Dusche und etwas relaxen sind fällig!
Nach dem relaxen checke ich noch meinen morgigen Flug online ein und buche an der Rezeption den morgigen Flughafentransfer für den
Fixpreis von 10'000 oder 12'000 RWF auf morgen früh um 06:00 Uhr.
Um 18:00 Uhr treffe ich Sven im Restaurant und helfe ihm seinen Flug ebenfalls einzuchecken.
Nun haben wir die Tickets also auf dem Computer und zumindest ich auch auf dem Handy, aber wir wollen es auch in Papierform...
...hmmm...
Woher kriegen wir jetzt einen Drucker und wie geben wir das Ticket dem Drucker weiter?
Also nochmals zur Rezeption, da sitzt wieder die die kaum englisch spricht.
Mit Händen und Füssen und etwas französisch versuchen wir ihr zu erklären was wir wollen.
Und wir schaffens auch!
Aber sie hat keinen Drucker und schon gar keinen SD-Card-Reader...den hat nur der Chef und der kommt erst später wieder!
Also sitzen wir wieder ins Restaurant und trinken mal wieder was.
Plötzlich kommt die Rezeptionistin und ruft mich zu ihrem Chef ins Büro!
Da sitzt er, stellt sich als 'Egide Ruzindana' vor und wir plaudern über unsere bisherige und noch folgende Reise, über Ruanda im Allgemeinen
und den Völkermord im Speziellen, über die Schweiz (er war auch schon da, in Neuchâtel), über sein Hotel und warum ich hier gebucht habe
und zu guter letzt sogar darüber ob er mir die Tickets von der SD-Karte ausdrucken kann.
Und: er kann!
Und nicht nur das: Er tut's auch!
Freude herscht! :-D
Nach einigen weiteren spassigen Gesprächen bedanke und verabschiede ich mich von ihm und verlasse freudestrahlend das Büro.
Einen Unkostenbeitrag lehnt er entschieden ab, dafür schmeiss ich etwas mehr in die Tippbox.
Draussen steht auch schon ein Fahrer, der mir als der vorgestellt wird, der uns morgen früh abholt.
Auf meine Bitte hin sicher nicht später als 06:00 Uhr hier zu sein verspricht er mir dass er sicher da sein wird!
Schön!
Da wir schon da stehen bezahlen wir auch gleich die Zimmer, 50$ pro Nacht und Nase inkl. Frühstück.
Natürlich wird auch die Tippbox etwas gefüttert.
Und so gehen Sven und ich, die wir beide keinen Hunger haben, noch auf einige Fanta orange ins Restaurant, wo wir dem nächtlichen
Kigali zuschauen und die kühle Abendluft geniessen.
Schon um 20:30 Uhr gehts in die Zimmer, denn wir müssen ja noch packen!
Ich breite alle meine Sachen aus und packe alles so dass es vom Gewicht her wieder passt und ich im Handgepäck nicht zu viel schleppen muss.
Dazu leg ich alles aufs Bett und kontrolliere ob wirklich alles da ist und da hinkommt wo es hin muss.
Und nach der Kontrolle kommt alles dahin wo es vorgesehen war, so das sich morgen nur noch den Kulturbeutel einpacken muss!
So kann man nichts falsch machen, würde man meinen!
Würde man...
Nach etwas Facebook und Fotos sichern schalt ich um 22:30 das Licht aus, gute Nacht!
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16 Nov 2016 18:10 #452423
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Tag 10: 'Ruanda-Burundi-Kenya-Tansania in einem Tag!' oder 'Fröhliches über Afrika hüpfen!'



Oben: Unsere heutige Etappe

Afrikanische Accapella-Stimmen würden mich sanft aus dem Schlaf reissen, wenn ich denn noch schlafen würde...es ist 05:00 Uhr!
Seit etwa einer Stunde bin ich schon wach.
Grund unbekannt...der Nachtclub war schon gestern kaum zu hören, der wars also nicht!
Na ja...
Nachdem ich mich wieder mittels Zähne putzen, duschen, waschen, deodorieren, Linsen einsetzen usw zu einem Menschen gemacht habe wird auch noch den Kulturbeutel eingepackt, das Zimmer nochmals kontrolliert und anschliessend...
...verlassen!!!
Herzlos wie ich bin!
Kaum unten an der Rezeption angekommen heisst mich der Fahrer schon willkommen! :-D
Das hat ja schon mal geklappt!
Und auch Sven kommt schon, so dass wir um 05:55 Uhr abfahren können!
Ohne viel Verkehr können wir durch das frühmorgendliche Kigali fahren und so kommen wir viel zu früh am Flughafen an.
Doch davor muss unser Fahrer an einer Strassensperre anhalten und uns wird von den Militärs befohlen unser Gepäck auf einen Teppich zu legen.
Nachdem wir das getan haben lässt er ein Knochengerüst von einem Schäferhund aus seiner viel zu kleinen Box raus und dieser schnuppert rund um unser Gepäck herum, mehrmals!
Anschliessend muss er wieder in die Kiste...
Das arme Tier!
Auch wenn ich Hunde nicht wirklich mag, der tut mir echt leid!
Alles wieder ins Auto und weiter gehts die letzten paar Meter zum Flughafen!
Nachdem uns der Fahrer abgesetzt und sein Geld plus Tipp bekommen hat gehts rein in den Flughafen, in dem ich schon zweimal gelandet, aber noch nie gestartet bin.
Und gleich am Anfang gibts den ersten Check.
An und für sich nicht ungewöhnlich...
Aber!
Zum Einen schmeisst ein Afrikaner sein Zeug in meine Schale statt sich selbst eine zu nehmen, was den Zollbeamten diesen zornig zurechtweisen lässt, und zum Anderen sagt mir ein zweiter Zollbeamter ich müsse meinen Rucksack nicht auspacken!
Ich erwiedere dass da vier Kameras drin sind, er sagt 'ist ok!'...
Also lass ich den Rucksack ungeöffnet durch den Scanner gehen, und promt kommt genau derselbe Beamte zu mir und fordert in forschem Ton dass ich den Rucksack nun doch auspacken soll weil da ja so viele Kameras drin sind!
:-D
Afrika wie es leibt und lebt! :-D
Sven ist schon längst durch während ich alles, aber auch wirklich alles aus dem Rucksack holen und zeigen muss!
Er geht schon mal zum Flugschalter um sein Gepäck abzugeben während ich nun auch nochmals alles aus meinen Hosen rausnehmen und zeigen muss...obwohl das ja schon einzeln durch den Scanner gegangen ist...
Irgendwann ist dann auch wieder alles an seinem Platz, auch die 0,5-Liter Wasserflasche, die ich ja gar nicht in den Flughafenbereich hätte mitnehmen dürfen...
...die wurde nicht bemerkt obwohl ich sie vor den Augen des Zöllners auf den Tisch gestellt habe!
;-)
Endlich kann auch ich mein Gepäck abgeben, aber da ich so lange alles auspacken musste steht nun eine kleine Schlange Passagiere vor mir...
Sven gibt mir durch dass er in einem Restaurant wartet...
...jaja, schon recht...GRMPFL...
Endlich komm auch ich dran, bekomme neue Boardingpässe und darf dann das Gepäck abgeben.
Die nette Dame packt den Gepäckschein um die beiden zusammengekletteten Handgriffe, was mich sofort nett, aber bestimmt protestieren lässt!
Denn wenn jemand nur an einem der beiden Griffe zieht ist der Gepäckschein weg!
Und da schon dreimal mein Gepäck nicht mit mir angekommen ist bin ich da etwas vorsichtig!
Sie nimmts zur Kenntniss und das ältere Paar, das vor mir sein Gepäck abgegeben hat will nun auch kontrollieren ob der Gepäckschein richtig an ihrem Gepäck angebracht ist!
Die arme Frau! ;-)
Muss sie doch nun das schon weggebrachte Gepäck zurückholen und den Leuten zeigen... ;-)
Sven schlürft schon an seinem Smoothie, ich genemige mir einen Capucchino, der wirklich gut ist!
Nachdem wir das ausgeschlürft haben gehts weiter, nun in das untere Stockwerk!
Nächste Sicherheitskontrolle, wieder genauer Check wegen der Kameras.
Aber die Wasserflasche entdecken auch die nicht… ;-)
Ansonsten ziemlich genau dasselbe Prozedere wie beim ersten Check...
Anschliessend gehts in den Wartesaal, wo Sven genau das schon tut, nämlich (auf mich) warten!
Wir sitzen vor einer Wand mit 6 Gates...
An und für sich nichts ungewöhnliches auf einem internationalen Flughafen, aber die Wand ist maximal 30 Meter lang! :-D
Da sind sechs Gates, die übrigens überhaupt nicht voneinander abgetrennt sind, schon eher speziell... ;-)
Und dass die Steckdosen auf etwa 4m Höhe sind ist auch nicht ganz so wie gewohnt... ;-)
Nach einiger Zeit, in der ich die Wasserflasche austrinke und schon wieder Durst bekomme, gehts los!
Eine der Türen der Gates öffnet sich und wir dürfen in den Bus einsteigen, der uns zur Embraer 190 der Kenya Airways bringt.
Diese gurkt anschliessend ewig auf dem Flughafen rum bis sie endlich startet!
Und zwar genau in das Land, das wir wegen der dortigen Unruhen, die an Ruanda vor dem Völkermord erinnern, eigentlich weiträumig umgehen wollten!
Denn wir nehmen Kurs auf Bujumbura, der Hauptstadt von Burundi!
Nicht der Platz an dem man aktuell sein sollte!
Nach kurzem Flug landen wir etwas holprig in Burundi!
Ein Erinnerungsfoto muss sein...



Oben: Der Flughafen der Hauptstadt Burundis, Bujumbura!
Auch wenn's eher nach der Besiedelung des Mars ausschaut, das ist wirklich auf der Erde!!!


Kaum stehen wir verlassen uns schon etliche Passagiere, und dann kommt die Invasion der Putztruppen!
Und obwohl wir hier in Burundi sind und um uns herum burundische Einheimische das Flugzeug putzen merken wir nichts von den Unruhen...
...zum Glück!!!
Im Ernst: Dass unser Flug über Bujimnura führt haben Sven und ich erst lange nachdem wir gebucht haben gesehen...und genau Burundi war ja das Land weswegen wir die ursprüngliche Tour abgeändert hatten!
Denn wir haben nicht mal Fahrer gefunden die uns in Genznähe zu Burundi rumgefahren hätten...weil es denen zu gefährlich ist in der Nähe dieses Landes!
Zumindest seit einiger Zeit...
Nach einer halben Stunde in diesem Land starten wir wieder!
Kurz nach dem Start über den Lake Tanganika hinweg fliegt der Pilot eine Kehre in die entgegengesetzte Richtung.



Oben: Der Start führt uns über den Lake Tanganika...eines meiner Traumziele in Afrika!
So nah und doch so fern...


Wir fliegen über Mwanza und den Lake Victoria und die Serengeti, es ist zwar wunderschön das zu wissen, aber leider sehen wir
wegen der vielen Wolken nur den See vereinzelt durchscheinen, sonst aber bekommen wir nicht viel davon mit...
Schaade!
Schon von weitem sehen wir aber etwas was da so aus den Wolken herausragt...
Zuerst denke ich dass der Grössere der Mount Kenya ist, dann schalt ich kurz das Navi im Handy ein (geht auch im Flugmodus) und muss mich belehren lassen dass wir uns noch immer über Tansania befinden.
Somit muss es der Kili und der Kleine rechts davon der Meru sein...und ja, auch im Navi liegt der in der Richtung wie der Berg da draussen!



Oben: Links der Kilimanjaro, rechts der Mount Meru, im Vordergrund die Tragfläche unseres Fliegers! ;-)

Nachdem wir die Grenze zwischen Kenya und Tansania ohne grosses Warten überquert haben gibts mehrere Richtungswechsel über Narok County und am Schluss einen Überflug über den Nairobi National Park...
...was leider alles auch kaum zu sehen ist...
Die Landung ist recht angenehm und schon bald gehts aus dem Flieger raus zum nächsten Sicherheitscheck!
Und was muss ich da tun?
Ja, genau, wieder meinen Rucksack komplett auspacken!
Irgendwann hab ich auch das geschafft und alles wieder eingepackt, danach gehts direkt ins Obergeschoss in ein Restaurant, wo Sven seine Vitaminvorräte wieder mit einem Smootie aufstockt während ich endlich mal wieder ein Stoney Tangawizi trinke!
Und gleich der erste Schluck ist grösser als er sein sollte, wers kennt weiss wie sich danach meine Nase anfühlte! ;-)
Ingwerlimonade sollte man halt immer vorsichtig trinken... ;-)
Internet gibts hier zwar gratis, aber nur für 15 Minuten...knausrig!!!
Immerhin bemerke ich dass die Uhr des Smartphones sich der neuen Zeitzone bereits angepasst hat, auch schön!
Um 14:00 Uhr gehen wir zum Gate wo unser Flieger nicht vorhanden ist...
Aber es dauert ja noch eine Weile bis zum termingerechten Abflug, Boarding ist um 14:45 vorgesehen.
Den Termin werden wir aber nicht wahrnehmen, da der Flieger erst um 15:15 kommt...
Der neue Boardingtermin wird auf 15:35 angesetzt, schon da gibts einige Reklamationen von Passagieren die in Dar es Salaam einen nicht durchgebuchten Anschlussflug erreichen müssen und offenbar wenig Zeit dazwischen haben...
Da aber auch um 15:35 das Boarding noch nicht beginnt werden die Diskusionen lauter und temperamentvoller, die Gesichter böser, aber der Bedienstete bleibt weiterhin anständig und bemüht dass die Situation nicht eskaliert.
Irgendeine Info wann denn nun das Boarding beginnen soll gibts nicht mehr, erst um 16:15 werden die Passagiere der ersten Klasse aufgerufen den Flieger zu besteigen!
Der Flug selbst ist ruhig, ich sitze links und den Kili lassen wir rechts liegen...GRMPFL!!!
Aber es ist eh bewölkt, also hat man auch nicht wirklich den tollsten Ausblick wenn man rechts sitzt.
Auch die Landung in Dar es Salaam geschiet ohne Absturz, Brand und Explosionen, ganz sanft setzt der Flieger auf.
Schon bald heist es aussteigen und ein Stockwerk runter gehen!
Und da merk ich dass ich meinen Schreiber ins Hauptgepäck geschmissen hab!
Fehler!
Denn wir müssen hier erstmal einen Zettel ausfüllen mit Passnummer, Aufenthaltsdauer und Ort, Erreichbarkeit usw.
Zum Glück hat Sven zwei Schreiber dabei!
An den fürs Ausfüllen der Zettel vorgesehenen Pulten sind schon sehr viele Leute, der Platz ist knapp, unter anderem weil zwei
Japaner meinen sie müssen ihre Schlafsäcke auf dem Pult deponieren!
Schnell ist einer der Schlafsäcke weg und dafür mein Zettel da und der Japaner erstaunt...
Beim Anstehen um den Zettel abzugeben seh ich draussen auf dem Förderband schon meine Tasche, immerhin das hat geklappt!
Neu stehen jetzt 5 statt ein Posten für den Fingerprint und die Zettelkontrolle zur Verfügung, danach 'darf' man hinter dem Zettelkontrollposten die 50$ fürs Visa bezahlen und dabei gleich den Zettel und den Pass abgeben (der Zettelkontrolleur hätte sich nur auf seinem Drehstuhl umdrehen während wir um den ganzen Pult und die Leute rumgehen müssen...), anschliessend sollen wir in den Wartebereich...
Nach kurzer Zeit sehen wir wie die Pässe von der Pass- und Gelderhalterin dem Zettelkontrolleur gegeben werden, welcher die ganze Beige ein Fenster weiter wieder reingibt...
Immer wieder witzig wie in Afrika Jobs geschaffen werden! :-D
Dort werden die Pässe gestempelt und nach etwa 10 Minuten einer uniformierten Dame ausserhalb des Stempelbüros überreicht, die dann beginnt die Vornamen des jeweils obersten Passes runterzulesen...
...leider kaum verständlich...
Ich kann gar nicht schreiben wie mein 'Claudio' ausgesprochen wurde...
Und 'schon' können wir am Zollbeamten vorbei, der früher mal die Fingerprints genommen hat, zu den Gepäckstücken gehen!
Somit ist auch meine grosse Tasche wieder bei Papa!
Sven ist etwa zeitgleich bei seiner Tasche, so gehen wir gemeinsam raus und freuen uns dass die Kontrollen für heute vorbei sind!
Irrtum sprach der Igel und stieg vom Kaktus!!!
Denn eine nette Dame vom Zoll will unbedingt mein Gepäck durchsuchen!
GRMPFL nochmal!!!
Warum immer ich???
Ich öffne den Rucksack und schon bald erhalte ich aber das OK, dass ich doch nicht alles zeigen muss...
...da aber Meinungen sich auch ändern können, manchmal innert Sekunden, tut die Dame genau das: Sie ändert ihre Meinung!
Also wieder den ganzen Rucksack auspacken und die Kameras präsentieren!
Natürlich frag ich mich währenddem ob denn wenigstens hier die Abholung funktioniert...
Und siehe da: Ein Mann mit einem Schild das einfach nur Freude macht steht da:



Oben: So will man abgeholt werden! :-D

Aber bevor es losgeht muss Sven zum Geldautomaten und ich will eine SIM-Card.
Er hebt 100'000TSh ab und ich hole für 16$ eine Internet-SIM ohne Telefonfunktion um für 30 Tage insgesammt 25GB Datenvolumen zu haben.
Der Verkäufer vom TIGO-Stand verspricht mir im Ruaha und auf Sansibar guten Empfang...wir werden sehen!
Um 18:00 fahren wir endlich los, es wird schon bald dunkel und wir fahren und fahren und fahren, wenn man das im Verkehr uns im Stau stecken denn fahren nennen kann.
Um 19:30 sind wir endlich im von Sikoyo, dem Chef von Mashoka Tours (klick mich) gebuchten City Stile Hotel!
Kaum angekommen verschwindet der Fahrer ohne auf sein Trinkgeld zu warten!
So was hab ich auch noch nie erlebt...
...aber immerhin hat er nicht versucht uns dazu zu bringen ihn zu bezahlen...gewundert hätte es mich nicht wirklich...
Wir bekommen unsere zwei Zimmer im dritten Stockwerk.
Schön siehts aus, nicht sehr gross und ein sehr kleines WC mit Dusche, kaum grösser als in einem Camper.
Wobei die Dusche natürlich keinerlei Duschvorhang oder so was hat, wie meist in Ostafrikas kleinen Hotels... ;-)
Dass ich Kakerlaken im Bad und im Zimmer sehe lässt mich nicht wirklich vor Freude frohlocken...
Na ja, ist ja nur für eine Nacht, also runter zum Abendessen!
An der Rezeption schickt man uns nach rechts durch zwei Türen und schon stehen wir in einem Restaurant unter freiem Himmel!
Und nicht nur das Restaurant ist draussen, nein, auch die Küche ist draussen, von der dreckigen Strasse nur durch Gitter abgetrennt.
Halt echtes Afrika!
;-)
Wir setzen uns in den kleinen überdachten Bereich an den einzigen freien Tisch und schauen uns mit grossen Augen an, denn links und rechts von uns brüllen zwei Fernseher in typisch afrikanischer Lautstärke auf unsere Trommelfelle ein!!!
Stereo!!!
Sven und ich können uns kaum unterhalten, nur das Nötigste schreien wir einander über den quadratischen 80cm-Tisch zu...
Wir bestellen beim freundlichen Herrn indem wir ihn anbrüllen damit er uns überhaupt versteht und er brüllt zurück mit der Frage nach den Getränken...
Offensichtlich macht es afrikanischen Gästen nichts aus nicht miteinander sprechen zu können weil die TV's alles zusammenschreien...
Na ja...
Schon bald bekommt Sven ein Huhn mit Kartoffeln sowie ein Tusker und ich ein Curry mit Reis und zwei Cola.
Das Curry ist ganz akzeptabel, das Huhn hatte so wie es aussah schon zu Lebzeiten keine Muskulatur mehr...
Zum Schluss die Überraschung: Zahlen bitte!
Oha!
Wir haben doch Vollpension gebucht gehabt?
Darauf antwortet der Kellner dass das Restaurant nichts mit dem Hotel zu tun habe...
Toll!
Wir wurden ja vom Hotel hierhergeschickt!
Na ja, es nützt nichts, wir zahlen mal da ja vieleicht auch etwas nicht ganz gepasst hat bei der Buchung...
Ich sende Sikoyo eine WhatsApp-Nachricht und frage nach ob er denn nicht wie mir bestätigt Vollpension gebucht habe...
Unterdessen fragen wir die Dame an der Rezeption ob denn morgen der Fahrer kommen würde und wann das wäre...
Sie spielt die Ahnungslose und sagt das nichts gebucht wurde...
Ich frage noch einige Male nach und bleibe hartnäckig, plötzlich findet sie direkt vor ihren Augen auf dem Zettel den sie schon mehrmals in den Händen hatte die Bestätigung dass die Fahrt zum Flughafen doch gebucht ist...
Zum Glück ist mir aufgefallen dass der Fahrer der uns herbrachte einfach abgehauen ist, was für mich klar heisst dass er sein Geld vom Hotel bekommen hat.
Somit bin ich mir sicher dass Sikoyo alles richtig gebucht hat, auch wenn ich noch keine Nachricht von ihm habe!
Uns wird nun bestätigt dass uns ein Fahrer morgen früh um 05:00 Uhr zum nationalen Flughafen bringt.
Somit ist auch das geklärt, wenn auch spätestens jetzt jegliches Vertrauen in die Ehrlichkeit der Hotelmitarbeiter weg ist...
Kaum im Zimmer empfange ich eine WhatsUp-Nachricht von Sikoyo, der schreibt dass alles bezahlt ist und wir auf keinen Fall noch irgendwas bezahlen solllen! Auch das Essen wäre inbegriffen!
Also wieder runter zur Rezeption und der Dame die Nachricht vor die Augen gehalten...
Und wieder kommen tausend Ausreden!
Endlich ruft sie den Servierboy des Restaurantes und überredet den mir das Geld zurückzugeben...
Kaum ist er weg will sie noch 2'000 Tansania-Shillinge von mir, da Sikoyo gemäss ihrem Zettel nur 26'000TSh bezahlt habe und unser Essen und Trinken 28'000TSh gekosten habe...
Echt, ich bin müde und hab die Schnauze voll von den Spielchen dieser Dame...und so geb ich ihr halt die 2'000TSh!
Soll sie dran ersticken!
Etwas hässig geh ich rauf ins Zimmer und packe noch alles so um dass das Hauptgepäck 15kg und das Handgepäck 5kg kaum überschreiten.
Und dann um 22:00 Uhr ab ins Bett, gute, kurze Nacht!
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