THEMA: Madagascar Ostküste - Teil 2 der Knäckebrot-Saga
13 Mär 2015 12:31 #377132
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  • MooseOnTheLoose am 13 Mär 2015 12:31
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Ein Bild muss ich Euch nochmal zeigen, auch wenn ich mich wiederhole. Leider bleibt dieses Aye Aye auf dem Shirt meines Mannes das einzige, das wir hier im Ivoloina Park sehen.
Erkennt Ihr es?

Das Fingertier!


Es ist natürlich nachtaktiv und uns war es nicht vergönnt, dass es seine Höhle verläßt.

Freunde von uns waren zum Jahreswechsel in Ivoloina und sie hatten Glück, übermäßiges Glück!
Hallo Natalie, Ich denke, Du bist mir nicht böse, wenn ich Deine Fotos hier poste. Man muss dieses reizende Tierchen einfach mal zeigen!
Es ist so häßlich, dass es schon wieder total süß ist! Wir sind große Fans.




Erwähnte ich schon, dass wir uns ein Plüsch-AyeAye mitgebracht haben???? :P :woohoo:
Letzte Änderung: 13 Mär 2015 12:33 von MooseOnTheLoose.
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14 Mär 2015 16:22 #377285
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Wirklich schön sehen die Lemuren-Gehege in Ivoloina nicht unbedingt aus, aber die Tiere haben dort immerhin viel Platz:





Im Wald um uns herum hüpfen auch einige zwischen den Bäumen:



Nicht nur Lemuren wohnen hier:



Um den kleinen See herum erwartet uns üppige grüne Pflanzenpracht:



Elefantenohren ohne Elefanten:



Inzwischen schon ein vertrauter Anblick – Ravenala, der Baum des Reisenden:



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14 Mär 2015 16:26 #377287
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Das Schöne daran ist, dass die Pflanzen sich selbst überlassen sind und somit auch beim Verwelken bizarre Formen schaffen:



















Vielleicht noch ein kleines Fazit zu Ivoloina: es ist ein netter kleiner Zoo mit See und einem schönen Rundweg drumherum (auch wenn er wegen einer kaputten Brücke nicht voll begehbar ist), aber nur deswegen lohnt es sich nicht, nach Toamasina zu fahren. Die Hafenstadt ist ansonsten ziemlich furchtbar, wie Hafenstädte nun mal so sind. Wenn man dort auf dem Weg zum Masoala-Nationalpark Zwischenstation macht, lohnt sich der Besuch in Ivoloina allemal...
Letzte Änderung: 14 Mär 2015 16:37 von erdferkel.
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15 Mär 2015 12:40 #377365
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Auf dem Rückweg zum Hotel werden wir noch Zuschauer eines Heimspiels des FC Toamasina in der Hafen-Arena:







In der Nacht haben wir trotz fehlendem Straßenfest wieder schlecht in der düsteren Kammer geschlafen und sind froh, als es endlich Morgen wird. Eine klapprige Anordnung von Fahrzeugbauteilen, die mal ein Peugeot 205 war (das Modell, welches meine Generation schon während der Abiturzeit schon runtergeschrubbt hat) holt uns vor dem Hotel ab und bringt uns zum Flughafen. Wir sind sehr früh da und müssen uns noch eine Weile gedulden. Als wir endlich einchecken können, kommt das, was wir befürchtet haben aber wo wir immer dachten, wir kommen drum herum :ohmy: – alles wird gewogen, einschließlich uns selbst. Erst die großen Taschen, die waren nur ein bißchen zu schwer. Dann mein Fotorucksack, der mit stolzen 13kg die zulässige Masse fast um 100% überschreitet. Dann ich selber, da meckern sie komischerweise aber nicht. Am Ende werden wir zur Kasse gebeten und müssen für das Übergepäck blechen. Uns rutscht der Magen in die Hose und voller Entsetzen zählen wir die Nullen hinter der zwei auf der Quittung. Es sind vier. Zwanzigtausend Ariary!!! Das muss man sich mal reinziehen. Ok ok, es sind etwa sechs Euro :whistle: und erleichtert bezahlen wir, holen unsere Bordkarte ab und gehen durch die – haha – Sicherheitskontrolle, natürlich mit Handgepäck. Diese besteht aus einem Metalldetektor, bei dem der Stecker nicht mal in der Steckdose war. Aber wir müssen durch. Vorschrift ist Vorschrift. Wenn er angeschaltet gewesen wäre, hätte es mit meinem Fotorucksack wahrscheinlich die Sicherung herausgehauen oder ich hätte einen EMP ausgelöst. So warten wir gespannt, wann unser fliegendes Buschtaxi ankommt. Da kommt sie schon, unsere Twin-Otter. Mit dem Geräusch einer zornigen Hummel schwebt sie herein und rollt sportlich heran, ähnlich wie wir das damals in Tulear erlebt hatten.

Ein erste Sichtkontrolle ergibt, dass noch alle wichtigen Bauteile dran sind. Nicht einmal die Lackierung weist Makel auf. Wir dürfen einsteigen. Mit dabei ist eine rüstige alte Oma, die noch mit großem Tamtam von der Familie auf dem Flughafen verabschiedet wird. Sie ist klapperdürr und mit ihren augenscheinlich 99 Jahren (wahrscheinlich sind es in Wirklichkeit 66) begibt sie sich furchtlos an Bord und findet problemlos auf dem schmalen Sitz ihren Platz. Bei mir ist das anders, eine Hinterbacke muss frei schwebend im Gang Platz nehmen. Das Interieur der Twin Otter strahlt, obwohl das Flugzeug ein Westprodukt ist, strammen DDR-Charme aus, irgendwo zwischen Tatra-Straßenbahn und Ikarus-Bus, aber ohne Halteschlaufen.

Das Anlassen der Triebwerke und ist erstaunlich unspektakulär, wir rollen los und nach einer Startstrecke, die gefühlt in einen Großstadt-Vorgarten gepasst hätte, heben wir ab. Kürzer geht's nur noch mit einem Hubschrauber. Jetzt, wo die Kiste unter Beweis gestellt hat, dass sie fliegt, lehnen wir uns entspannt in unseren Sitzen zurück, bzw. wir würden es tun, wenn wir könnten, denn die Rückenlehnen sind sehr kurz.



Dank der dünnen Kabinenwand habe ich GPS-Empfang und messe 290km/h Reisegeschwindigkeit.

Dieses Bild zeigt die effiziente Verstauung von Fracht und Gepäck. Hier hat sich übrigens auch der Fehlerteufel :evil: eingeschlichen. Wer findet ihn?





Über den Wolken...



Moose hatte ja ziemlichen Bammel vor diesem Flug aber ich hatte aus meiner Kindheit noch die Shuttle-Flüge in Nigeria zwischen Kano und Kaduna in Erinnerung, in dieser elenden Dornier Skyservant, wo einem von dem Gekreische der primitiven Kolbenmotoren fast die Zähne ausgefallen sind. Dagegen ist so eine Twin Otter mit ihren Turboprops schon Luxus.

Im SturzSinkflug beschleunigen wir dann noch mal kurz auf 320 Sachen und nach einer scharfen Rechtskurve visiert der Pilot schon die Landepiste an und setzt mit einem satten Rumms in Maroantsetra auf. Elegant wie mit einem Sportwagen schlenkert er um die Kurve und kommt vor der Ankunftshallebaracke zum stehen. Es riecht nicht mehr nach stickiger Hafenstadt, sondern nach Wildnis. Wir falten unsere zerknautschten Körper auseinander und torkeln erleichtert die GangwayKlapparatur herunter aufs Rollfeld. Auch die Oma hat den Flug hervorragend überstanden, wahrscheinlich auch dank der Schweizer Mitreisenden, die sie dank ihrer Französischkenntnisse aufmuntern konnten.
Letzte Änderung: 15 Mär 2015 12:45 von erdferkel.
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Masoala - wir kommen!

Oh Mist, wenn da nicht zuvor noch dieser Flug mit der Twin Otter wär... Leider hatte ich den Reisebericht von Nana76 gelesen... :woohoo:
Leute OHNE Flugangst können ihre Erlebnisse hier nachlesen:

Frodo + die Suche nach dem roten Vari

Mir geht diese Geschichte einfach nicht aus dem Kopf! Blödes Kopfkino aber auch.
Auf dieser Reise haben wir aber auch wirklich merkwürdige Transfers geplant. Dies ist Nummer 1. Und ich habe sonst wirklich keine Angst vorm Fliegen! Aber wer nach Masoala will, kommt hier um die Air Madagascar kaum drum herum. Welche Alternativen gibt es? Also da wär die Fahrt mit einem Allradfahrzeug auf einer nicht mehr existenten Straße mit noch weniger existenten Brücken über sehr wohl existierende Flüsse. Sicher ein tolles Abenteuer, wenn man viel Zeit und viel Geld hat und wo der Weg das Ziel ist. Dann gäbe es die Möglichkeit, mit einer Art Fähre dort hoch nach Maroantsetra zu fahren, immer an der Küste entlang ab Soanirana Ivongo nördlich von Taomasina. Tja, wenn man richtige Infos im Internet finden würde, vielleicht hätten wir uns drauf eingelassen. So wußten wir nichts über Pünktlichkeit, exakte Dauer, Abfahrtzeiten... Dann gibt es von der Luxus-Herberge "Masoala Forest Lodge" den kleinen aber netten Service eines "Fly-Inn"-Stay mit Privatjet, für den ganz schmalen Geldbeutel aber eher nicht zu empfehlen... Naja, es blieb für uns schließlich die Air Madagascar übrig...

Mein Mann war mir auch nicht unbedingt eine Hilfe, in dem er immer wieder versicherte, als Kind in Nigeria sei er gaaanz andere Sachen geflogen. Wo nimmt der Mann bloß immer diese Ruhe her? Ich war ein Nervenbündel. Auch nicht hilfreich zur Beruhigung war das -uns im Vorfeld schon durchaus bewußte- Übergepäck. Die Frau am Check In tat aber auch wirklich vorwurfsvoll, als würden wir grad ein Staatsverbrechen begehen, weil wir soviel Gepäck mitnehmen wollen. Ich seh den erhobenen Zeigefinder noch immer vor mir und ich dachte nur, oh weh, das wird teuer!
Naja, die 6 Euro waren dann die gerechte Strafe für uns. :whistle:

Was soll ich sagen, der Flug ging problemlos über die Bühne. Die als sehr unpünktliche Air Madagascar hob pünktlich ab und landete ebenso pünktlich an unserem Ziel. Uff, das wär schon mal geschafft.
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15 Mär 2015 13:39 #377381
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Da steht der Flattermann.


Wir fliegen!


Aaah, eine Insel!!! Eine Insel mit 2 Bergen und nem tiefen, tiefen Tal.... Träller.




Wir landen wirklich gleich!


Das Grün kommt immer näher!!!
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