THEMA: Im Land der Gorillas - Auf neuen Pfaden in Uganda
17 Aug 2024 13:04 #692361
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  • tiggi am 17 Aug 2024 13:04
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Hallo Betti,
der Bericht kommt gerade rechtzeitig! Und beginnt schon vielversprechend :kiss:
Wir fliegen am 3. Oktober erneut nach Uganda, ich hoffe, dass alles klappen wird. ;)
Wir fahren alleine ohne Guide, nun bin ich gespannt, was es bei dir noch zu erleben gibt und was ich eventuell noch in unsere Tour einbauen kann.

Liebe Grüße
Biggi
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18 Aug 2024 12:29 #692392
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  • bayern schorsch am 18 Aug 2024 12:29
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Servus liebe Betti,

zwar hab ich die Abfahrt verpasst, aber ich springe jetzt einfach mal hinterher in der Hoffnung, dass Du noch einen Platz für den bayern schorsch frei hast.
Dein Bericht ist wie immer abonniert und ich freue mich auf mehr!

Herzliche Grüße von Süd nach Nord, :)
der bayern schorsch
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Reiseberichte Bayern Schorsch
Letzte Änderung: 18 Aug 2024 14:55 von bayern schorsch.
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19 Aug 2024 10:17 #692428
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  • marimari am 19 Aug 2024 10:17
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Hallo Betti,
begleite Euch auch gerne durch Uganda.
Danke & liebe Grüsse, Mari
Nächste Reiseziele:
ab Mai 2025:Zentralasien
www.polarsteps.com/marimariontour
www.instagram.com/marimari_on_tour/
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19 Aug 2024 17:56 #692451
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  • Beatnick am 19 Aug 2024 17:56
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Guten Abend ihr Lieben,

erst einmal 1000 Dank fürs Mitfahren, Danke drücken, euer Interesse und natürlich ein herzliches Willkommen den Zugestiegenen!

Holger_W schrieb:
Das, was ihr mit dem Reiher erlebt habt, haben wir am Kazinga Kanal gesehen. Ein Pelikan aus dessen Schnabel die Nylonschnur schaute und auch um die Füße hatte er Schnüre.

:( Oje Holger, das tut einem ja wirklich in der Seele weh, vor allem, wenn man nichts unternehmen kann. Haben wir auch schon erlebt, an der Ostsee zum Beispiel.

Strelitzie schrieb:
hat bei mir etwas gedauert ….

:laugh: :laugh: :laugh: Welcome dear und liebe Grüße zurück!

Old Women schrieb:
Also jetzt kann ich mir den Schuhschnabel so richtig gut vorstellen, und ein wenig hat er ja auch Ähnlichkeit mit dem Urmeli

:) Schusch heißt er in der Augsburger Puppenkiste, aber stimmt, Urmeli hat auch Ähnlichkeit.

Dandelion schrieb:
Es stimmt, er steht gefühlte Ewigkeiten wie zur Salzsäule erstarrt da, aber wehe, wenn er sich dann doch rührt. Pfeilschnell schießt der Kopf ins Wasser, der Beobachter weiß gar nicht recht wie ihm geschieht

Sehr gut beschrieben! Später haben wir das auch noch erlebt und waren ganz baff, wie schnell der Vogel dann doch sein kann.

Hanne schrieb:
na da hab ich ja noch grad euren spannenden Bericht entdeckt und wie immer prickelnd , informativ und voller Überraschungen gespikt mit fantastischen Bildern - da steh ich auch gerne mal

Musst du nicht, liebe Hanne! Immer nur zwischendurch, wenn du oben aus dem Dach rausguckst. B)

tiggi schrieb:
Wir fliegen am 3. Oktober erneut nach Uganda, ich hoffe, dass alles klappen wird. ;)
Wir fahren alleine ohne Guide, nun bin ich gespannt, was es bei dir noch zu erleben gibt und was ich eventuell noch in unsere Tour einbauen kann.

Oh super Biggi, will mit... Ihr kennt das Land ja schon ganz gut, aber vielleicht ist ja noch ein neuer Tipp für euch dabei.

bayern schorsch schrieb:
zwar hab ich die Abfahrt verpasst, aber ich springe jetzt einfach mal hinterher in der Hoffnung, dass Du noch einen Platz für den bayern schorsch frei hast.

Aber immer doch! Immer rein in die gute Stube.

marimari schrieb:
begleite Euch auch gerne durch Uganda.

Sehr fein Mari! Ich freu' mich.

Euch einen schönen Abend, heute oder morgen geht es weiter.
LG, Betti
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19 Aug 2024 20:01 #692460
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  • Beatnick am 19 Aug 2024 17:56
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2.1.24: Nordwärts

Am Morgen packten wir unsere Habseligkeiten ins Auto und verließen das Boma Guesthouse, in dem wir uns drei Tage sehr wohl gefühlt hatten. Fast alle Gäste waren nur eine Nacht geblieben, entweder am Anfang oder am Ende ihrer Reise, aber uns wurde die Zeit nie lang. Man kann es dort zum An- und Runterkommen sehr gut aushalten.

Zum dritten Mal ging es für uns nun schon in den Mabamba Swamp, und ich hätte diese Tour auch noch 100 Mal machen können, ohne dass sie mir langweilig geworden wäre. Immer gab es etwas Neues zu sehen, andere Situationen, ähnlich wie bei den Bootstouren in Botswana, die wir so liebten. Diesmal schien auch schon am Morgen die Sonne und es wurde schnell sehr warm.



Am Parkplatz bei den Booten erkundigte sich Peter nach dem Reiher, er hatte ähnlich wie wir noch viel über die Situation nachgedacht, schlecht geschlafen und auch mit seiner Frau und seinen Kindern darüber gesprochen. Der Vogel war am Nachmittag noch gesehen worden, wie er über das Gelände stakste, am Abend dann nicht mehr. Ich hoffte, dass er das Weite gesucht hatte, als sein Gefieder endlich getrocknet war und dass er trotz seiner Wunden überleben konnte.

Peter nahm ähnlich wie wir großen Anteil am Schicksal dieses Vogels, vor allem aber der ewige Mensch-Tier-Konflikt und die Frage nach möglichen Lösungen beschäftigten ihn. Natürlich hatte er so eine Situation nicht zum ersten Mal erlebt. Wir sprachen noch den ganzen Tag immer wieder darüber, das Los der Fischer, die mühsam ihre Familien ernähren mussten. Den möglichen Zwiespalt des Bootsführers, der vielleicht sogar mit dem Fischer verwandt war. Und den Erhalt des riesigen Ökosystems Victoria Lake.





Peter hatte Thomas am Vortag gebeten, die Ereignisse mit Fotos zu dokumentieren, und außerdem einige "Beweismittel" wie das Kuddelmuddel aus Leinen und Haken eingesammelt. Er wird sicher an den entsprechenden Stellen versucht haben, auf die Probleme aufmerksam zu machen, denn so haben wir ihn kennengelernt: engagiert, lösungsorientiert und klug.

Vielleicht an dieser Stelle einige Worte zu unserem Guide: Peter hat an der Uni in Kampala Soziologie studiert und später auch dort gelehrt, dann für eine Bank gearbeitet und schließlich festgestellt: Er muss raus in die Natur, die er liebt, und weg vom Schreibtisch. Seit zehn Jahren arbeitet er nun als Guide, ist hervorragend in seinem Job als Naturführer, aber auch weit darüber hinaus. Kein Tag, an dem wir nicht etwas über die Menschen in Uganda gelernt haben, ihren Alltag, ihre Kultur, ihre Sorgen, aber auch ihr sonniges Gemüt.

Wir erörterten den Ursprung des uns so verhassten Gesetzes gegen Homosexualität, das Thema Sicherheit und die politische Lage. Ob nach Langzeit-Präsident Yoweri Museveni bessere Zeiten kommen, beschäftigt viele Menschen in Uganda. Vor allem die Jüngeren, mit den wir gesprochen haben, wünschen sich einen grundlegenden Wechsel.

Durch das gemeinsame Erlebnis mit dem Vogel war Peter wahrscheinlich frühzeitig klar: Wir wollten das ungeschminkte Uganda, keine Seifenblasen, keine Rundum-Sorglos-Ferien. Kurzum: Wir redeten Tacheles. Er war für uns ein Sechser im Lotto.



Am Mabamba Swamp angekommen wurden wir schon wie alte Bekannte begrüßt, da seid ihr ja wieder, und kletterten wie am Vortag zu Ismael ins Boot. Das kam uns sehr gelegen, denn wir mochten seine besonnene Art.





Langsam cruisten wir durch die schmalen Kanäle und genossen es, bei schönem Wetter und mit Zeit auch die vielen anderen Vögel beobachten zu können.







Die meisten sind sehr scheu, und so blieben wir einfach stehen, bis sie nach und nach zu uns kamen. Die Jacanas ignorierten uns nach einer Weile komplett.



Die schwimmenden Sümpfe sind wunderschön mit ihrer dichten Vegetation und den vielen blühenden Seerosen. Überall zwitscherte es im Schilf und zwischen den Farnen. Oft bekam man die Verursacher gar nicht erst zu Gesicht, aber wir sogen die friedliche Stimmung in uns auf.





Blue-breasted Bee-eater




Schließlich führte uns Ismael zu einem weiteren Schuhschnabel. Es war diesmal schwierig, im Schilf eine geeignete Position zu finden, ohne den scheuen Vogel zu stören, und so blieben wir ziemlich auf Distanz.





Der Shoebill hatte es ein wenig besser als wir. Während wir im Boot in der heißen Sonne vor uns hinbrutzelten, tauchte er immer wieder mit dem Bauch ins Wasser.



Außerdem sperrte er zur Kühlung den Schnabel auf, was aussah, als ob er lachte.



Er ist schon ein ziemliches Unikum, dieser Schuhschnabel.



Als eine Gruppe mit mehreren Booten anrückte, stehend und die Handys gezückt, flog der Vogel schließlich davon. Wir machten uns auf den Rückweg, ich ärgerte mich über diese Rücksichtslosigkeit dem Tier gegenüber. Wieder hatten wir viel mit Peter zu besprechen.

Trotzdem war es ein sehr schöner Morgen gewesen. Zurück beim Auto begannen wir unsere Rundreise und verließen erstmals Kampala und Entebbe. Wir kamen gut aus dem Verkehrschaos der Hauptstadt heraus und fuhren auf sehr guten Teerstraßen nach Nordenwesten.

Ich hatte mir Uganda immer relativ menschenleer vorgestellt, doch das Gegenteil ist der Fall. Hatte mich der Garten des Boma mit seinem üppigen Grün noch gedanklich nach Costa Rica versetzt, erinnerten mich die Szenen entlang der Straße nun eher an Indien. Was auch zu einem guten Teil an den vielen Häusern lag, die einst Inder gebaut hatten, bevor sie Idi Amin vor über 50 Jahren aus dem Land vertrieb.

Die Inder hinterließen als Erbe zudem unter anderem den von mir heißgeliebten Tee, der in Uganda "African Tea" heißt, tatsächlich aber indischer "Masala Chai" ist - Gewürztee. Ich trank ihn täglich fast schon literweise.

Viele Menschen, viel Handwerk, viele Märkte und Straßenstände, wir kauften kleine rötliche Bananen und Ananas, beides zuckersüß und wahrscheinlich das beste Obst meines Lebens. Schon im Boma hatten uns die phänomenalen Avocados imponiert.



Wir waren schon eine ganze Weile unterwegs, da fiel uns der rege Flugverkehr rund um einige Bäume direkt an der Straße auf. Unten gingen die Menschen ungerührt ihrem Alltag nach, aber oben zwischen den Ästen der riesigen Nadelbäume brütete eine große Pelikankolonie.







Peter kannte diese Stelle von seinen bisherigen Touren nicht und wir kletterten alle drei begeistert aus dem Wagen. Das Geschnatter der Vögel war ebenso eindrucksvoll wie ihr Erscheinungsbild. Besonders ihre auffälligen Frisuren hatten es mir angetan.





Immer wieder flogen die riesigen Vögel in nicht allzu großer Höhe über uns hinweg und ich verrenkte mir fast den Hals, um ihnen bei ihren Manövern zuzusehen.



Wir blieben eine ganze Weile und konnten uns mal wieder nicht trennen. Peter ließ uns die Zeit, Pläne hatten wir für diesen Tag nicht mehr.





Später kamen wie am Ziwa Rhino Sanctuary vorbei, auf dessen Besuch wir verzichtet hatten. Es ist fraglos interessant und seine Existenz immens wichtig, aber wir hatten das Glück schon einige Rhinos in freier Wildbahn zu sehen. Daher hatten wir uns gegen diesen möglichen Übernachtungsstopp und für andere Aktivitäten entschieden.

Unser Ziel war an diesem Abend das Masindi Hotel im gleichnamigen Ort nur 30 Kilometer vom Budongo Forest entfernt, unserer Station am nächsten Morgen. Das Hotel von 1923 ist das älteste in Uganda und beherbergte schon Humphrey Bogart, Katharine Hepburn und Ernest Hemingway, und so heißt die kleine Hotel-Bar auch fast schon zwangsläufig Hemingway-Bar - wie so viele andere in der Welt.

Das klingt alles in allem erst einmal glanzvoller als es ist, der Bau ist in die Jahre gekommen, zuletzt wurde allerdings einiges renoviert, zum Beispiel die Lobby. Die Zimmer sind schlicht, aber sauber und vermitteln sehr gut einen Eindruck, was reisen und Luxus einmal bedeutet haben, als eben vor allem das Reisen selbst der Luxus gewesen war.

Wir aßen lecker im Innenhof, unterhielten uns mit Expats aus den USA, die im Ort lebten und zum Essen gekommen waren, und gingen dann früh ins Bett. Schon um 5 Uhr war die Nacht wieder vorbei.
Letzte Änderung: 19 Aug 2024 20:21 von Beatnick.
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20 Aug 2024 19:44 #692502
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  • Daxiang am 20 Aug 2024 19:44
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Zum dritten Mal ging es für uns nun schon in den Mabamba Swamp, und ich hätte diese Tour auch noch 100 Mal machen können, ohne dass sie mir langweilig geworden wäre.

Hallo ihr Zwei,

das kann ich gut verstehen, die Bootsfahrt dort war für mich damals auch eines der Highlights!



Euer lachender Schuhschnabel ist der Hammer!

Vielen Dank fürs Zeigen!

Liebe Grüße
Konni
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