Ebenfalls Danke an die Beatniks von einem stillen Mitleser, der etwas über Uganda erfahren wollte.
Folgend verstößt wahrscheinlich gegen die neuen Forumsregeln. Also bitte nicht d’rauf antworten. Es reicht wenn einer gesperrt wird

. Aber dazu von Old Women
"....Ob ich jemals dorthin reisen werde, das steht in den Sternen, zu unsicher ist die politische Situation. Präsident Museveni regiert zunehmend autokratisch, Menschenrechte werden mit Füßen getreten. Mit seiner erstaunlich liberalen Flüchtlingspolitik (keine Flüchtlingslager, sondern man bringt sie in Siedlungen unter, wo sie ein Stück Land erhalten, was sie bewirtschaften können) stößt das Land langsam an seine Grenzen. ...."
will ich etwas sagen. Es ist aber nicht an Old Woman und ähnliche Beiträge persönlich gerichtet sondern an diese Thematik, die öfters durchgekommen ist. Ich will auch keine Debatte zur Sinnhaftigkeit oder Sinnlosigkeit von „Tourismusboykott“ als Vehikel gegen Missstände in Gastländern anregen, aber gerade Uganda und seine homophoben Gesetze sind eines der seltenen Beispiele, dass das etwas bewirkt hat. Dass Museveni die verschärften Gesetze noch nicht unterschrieben hat oder dass diese „abgemildert“ werden, ist (nicht nur aber auch) internationalen Protesten und Aufrufen zum Tourismusboykott zu verdanken (PS und natürlich der Verunsicherung der Touristiker und homosexueller Touristen). Das ist durchaus ein wunder Punkt. Wenn die liberale Höchstpreisklientel in USA sowas ein Mal diskutiert, ist Feuer am Dach. Genauso war das auch vor Jahren betr. das Schikanieren der San/Basarwa in Botswana. Die geringen Konzessionen, die Khama letztlich zugestand, waren als Reaktion auf einen drohenden Vermarkungsboykott in USA für Luxussafaris/Wilderness (an den Khama ja auch eine kleine Beteiligung hat). Die Weltbank hat übrigens die laufenden Verhandlungen mit Uganda über ein neues Darlehen ausgesetzt; ob China einspringen wird, ist mW noch nicht klar.
Es greift aber mE viel zu kurz, die Diskriminierung und Kriminalisierung von Homosexuellen in Uganda nur dem autokratischen Dauerpräsidenten Museveni (vulgo M7) anzulasten. In unsere Medien kam das kürzlich nur, weil die parlamentarischen Vertreter des „gesunden Volksempfindens“ die Todesstrafe wünschten. Das war also nicht bloß "top down". Die Gesetzeslage davor und Volksmeinung waren auch schon exzessiv, genauso wie Homophobie in den meisten Ländern Afrikas mehr oder weniger grassierend und gesetzlich verankert ist.
Ein gutes Beispiel, dass die Orientierung seines Reiseverhaltens in Afrika (oder anderswo) nach der Einhaltung von Mindeststandards für Bürger- und Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit den Reisehorizont stark einschränken würde.
@die Aufnahme von Flüchtlingen meine ich, dass das zwar grundsätzlich besser ist, als in anderen Ländern, aber es ist auch ein Geschäftsmodell. Denn Uganda kriegt dafür ja auch Geld von der internationalen Gemeinschaft. Und wenn man die Flüchtlingszahlen „hochrechnet“ und Hilfsgelder und -güter unterschlägt, ist es auch ein lukratives.
PS1 noch ein Hinweis für Safarireisende in‘s niederösterreichische Weinvierteil, wo die Big Five fünf „Vierterl“ Grüner Veltliner bedeuten

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Museveni ist ja selbst ein Mal vor der Verletzung seiner Menschenrechte geflohen, war selbst politischer Flüchtling und Verfolgter. Eine Exilstation war Unterolberndorf im niederösterreichischen Weinviertel. Dort hat er im im Gasthof zum Grünen Jäger gemeinsam mit Genossen die Revolution gegen Milton Obote (PS: Nachfolgediktator von Idi Amin) geplant und im "Unterolberndorfer Manifesto" die 10 Punkte der künftigen ugandischen Verfassung niedergeschrieben.
Siehe z. B. noev1.orf.at/stories/477310 (bitte in den broswer hineinkopieren)
und
www.gasthof-magister.at/geschichte/
PS2 Die Geburtenraten in Uganda waren verheerend hoch, zwischen 6 und 7. Jetzt zwar auf um die 5 gefallen, aber immer noch………