THEMA: Schuhschnabel und vieles mehr - Kurztripp
19 Jul 2024 19:29 #690853
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Die Nkima Forest Lodge liegt auf einem Hügel im Wald ca. 30 Minuten vom Mabamba Swamp entfernt. Wir werden auch schon nett begrüsst und bevor wir aufs Zimmer gehen, bestellen wir unsere Mittagessen. Dieses und alle kommenden Mahlzeiten schmecken sehr gut!



Bevor ich zum Mittagessen gelange, sehe ich schon so viel! Eine interessante Ecke und ich werde noch ins Schwitzen kommen, weil ich nicht weiss, ob ich den Schmetterling vorne, die Libelle links, den Vogel rechts oder die Affen hinten fotografieren soll. Na ja, wer die Wahl hat, hat die Qual.



Das erste ist diese Wasserjungfer, die nicht am Wasser lebt – Suave Citril / Ceriagrion suave, die weit in Afrika verbreitet ist. Zum Glück habe ich ein gutes Buch über Libellen, aber leider gibt es immer noch kein umfassendes für Schmetterlinge und Motten. Ich will Euch nun keine Abhandlung über Insekten unterbreiten, aber was ich zeigen möchte, ist die gewaltige Artenvielfalt auf kleiner Fläche, wenn die Natur intakt ist.





Inspector or Yellowface Männchen - Chalcosthephia flavifrons, danach Weibchen. Die Gattung hat nur 1 Art und die kommt nur in Ost- und Zentralafrika vor.





Wir sitzen grade so schön beim Mittagessen, als ich einem Ruf nicht widerstehen konnte. Kronentoko / Crowned Hornbill. Ganz nah, aber im Schatten.



Nachdem wir den ersten Palmgeier / Palm-nut Vulture weit weg gesichtet haben, geht es kurz aufs Zimmer. St. sagt: Elvira interessiert Dich sowas? Und da liegt ein riesiger (10 cm) Schwarz-weisser Schwalbenschwanz / Papilio hesperus. Und ob mich das interessiert! Wir schieben ihn etwas in eine bessere Position, damit Ihr auch was vom Foto habt.



Und dann fange ich an zu knippsen, was immer mir begegnet. Hier poste ich nur auffälligere Schmetterlinge und Libellen. Bequem kann ich auf einem schmalen Weg gehen, weder rauf noch runter. Links und rechts hat es Gräser und Blüten, dann Sträucher und den Waldrand. Und es hat überall etwas…. Da spazierte ich rum, bis die Beine mich kaum mehr tragen konnten.

Sie glänzen wie Kupfer im richtigen Lichteinfall - Skylight Flutterer - Rhyothemis fenestrina



Und gleich ein weiteres Wunderwerk der Natur - Phantom Flutterer - Rhyothemis semihyalina, der nicht häufig sein soll



Einer der grossen und auffälligen Schmetterlinge – Friar – Amauris niavius



Noch einer mit tollen Farben - Common False Wanderer - Pseudacraea eurytus eurytus



Diese Schmetterlinge zu bestimmen, ist echt Schwerarbeit! Und ganz viele sind umbenannt worden. Zum Glück hilft die Managerin Elaine und Schmetterlingskenner auf Facebook. Ansonsten würde ich Euch ganz viele falsche Namen angeben (würde es jemand merken? :P ;) B) ) Aber irgendwann komme ich bei meiner Webseite auch zu den Schmetterlingen…
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20 Jul 2024 18:11 #690906
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Und damit Ihr nicht meint, dass es “nur” Kleintierchen gibt, mal den ersten Eindruck von den Rotschwanzmeerkatzen. Die werden auch Kongo-Weissnasenmeerkatzen genannt. In der Art hat es 5 Unterarten und in Ostafrika haben wir die Schmidt-Weissnasenmeerkatze – Cercopithecus ascanius schmidti. Nun was ist speziell an den hübschen Kerlchen, die man hier nur durch die Blätter erahnen kann? Der rote Schwanz signalisiert den anderen in welchen Baum jemand grade gesprungen ist und glaubt mir, ich habe riesig gestaunt wie weit die springen. Meist von höherer Lage in niedrigere und dann an Ästen auffangen und weiter.

Sie leben in Familiengruppen von einigen Tieren (11 – 14). Die Nahrung besteht aus Früchten, Insekten, Blüten und Blätter. Es sind die gleichen Meerkatzen, die man in Kenia im Kichwa Tembo (siehe Bericht 6 Wochen Kenia / Tansania) und im Kakamega Wald findet. Sie fallen schon durch ihre niedlichen Pfeiftöne auf, mit denen sie untereinander kommunizieren.

Leider wird ihre Zahl immer weniger. Die Gründe sind abholzen von Wäldern und bejagen.



Über mir kreisen Greife – Silberadler / Wahlberg’s Eagle, Palmgeier / Palmnut Vulture und Schmarotzermilane / Yellow-billed Kite. Aber da reicht meine Kamera nur aus, um ein Bild zur Identifizierung zu schiessen – sprich Kamera = Fernglas mit Erinnerungsfähigkeit.

Und so hockt man im Baum und lacht, da ich kein Bild ohne Blätter schiessen kann. Sie sind recht misstrauisch und ich glaube sie werden in der Gegend auch gejagd. Der Wald ist eine Insel umgeben von Farmern und Viehhaltern.



Als ich wieder zum Haupthaus zurück ging – wohlweisslich im Schneckentempo, erblicke ich die Riesenturakos / Great Blue Turaco. Sie geniessen die Früchte am Baum.





Es ist fast 18.00 Uhr, also Zeit zum Duschen und sich zum Abendbrot zurecht zu machen. Dieses schmeckt wieder echt lecker! Da dies keine grosse Lodge ist, was auch toll ist, bestellt man von einer Auswahl immer das Essen vorher.

Noch nicht Feierabend, um 21.00 flog diese süsse Motte auf meinen Balkon – Sie gehört in die Familie der Eulenfalter (Erebidae)



3.7. Wir essen früh ein gutes Frühstück und dann fahren meine Gäste und Emmanuel los. Sie fahren zum Murchison Fall. Ich bleibe noch, denn mein Flug mit Kenya Airways sollte am frühen Nachmittag starten…. Also Zeit zu strolchen.

Die Rotschwanzmeerkatzen sind um 08.00 Uhr schon recht kooperativ. Sie schmatzen rote Früchte. Und dies ist interessant. Die Backentaschen sind voll mit Enzymen, die man Amylasen nennt. Wenn die Meerkatzen unreife Früchte fressen, behalten sie diese eine Zeitlang in der Backentasche. Schon nach 5 Minuten sind 50% der Frucht verdaut. Dann schlucken sie die Frucht runter.









So sieht es im Wald aus. Oft kann man nur an sich bewegenden Ästen erkennen, dass da Affen sind. Hingehen kann man nicht, es ist steil und total verwachsen.

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22 Jul 2024 20:01 #691023
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Ich spaziere zum Haupthaus, ich will eigentlich in meinem Zimmer den Laptop holen und mal schauen, was mein Flug macht. Doch da hält mich eine Familie Tantalus Meerkatzen kurz auf. Leider sind sie ziemlich im Schatten.





Mein Laptop spaziert mit mir ins Haupthaus, wo es WIFI hat. Meine Kamerabatterie blinkt rot, aber ich denke, na ja, hält schon noch. Und da höre ich etwas in den Bäumen und sehe ein Rotbeiniges Sonnenhörchen auf den Ästen rennen. In dem Moment fliegt ein Gabar Habicht rein, erwischt es nicht. Was sagt meine Kamera – bitte Batterie wechseln und somit verpasse ich die Szene… GRR. Faulheit muss gestraft werden.

Nun mein Flug ist noch hinten verschoben…. Wie ich erwartet habe.

Der sitzt zu schön - Scalloped Castor - Ariadne pagenstecheri, Edelfalter



Noch ein Grauwangennashornvogel Männchen macht mir die Ehre



Elaine, die Managerin von der Nkima Forest Lodge sagt, ich soll doch mal zum Aussichtspunkt, es sei nur 5 Minuten. Mache ich dann auch, doch ich brauche viel länger, denn es gibt so viel zu sehen und zu fotografieren!

Die niedliche Blüte gehört in die Malvenfamilie – Pavonia urens



Large Fairy Hairstreak - Hypolycaena antifaunus in der Familie der Bläulinge - wie viele hier neue Arten fuer mich



Die Aussicht über den Sumpf ist echt toll und siehe da, es gibt auch Vögel – Madaskar Bienenfresser / Madagascar Bee-eater.





Als ich so da sitze, höre ich immer den Ruf eines Greifs, aber sehen tue ich keinen. Ein Weissbrauenspornkuckuck springt vor mir über einen kleinen Pfad, aber der tönt ganz anders. Beim langsamen zurück spazieren, sichte ich den kleinen Greif – Kuckuckshabicht / Lizard Buzzard / Kaupifalco m. monogrammicus



Mit den Besitzer darf ich zu Mittag essen und es ist schön, deren Geschichte zu hören.
Oh – die Riesenturakos zeigen sich noch mal und diesmal mit mehr Licht drauf



Ich muss packen, schade. Auf dem Weg zum Zimmer finde ich den hier neben dem Weg im Wald – Common Forester – Euphaedra medon. Hier ein Männchen, das Weibchen ist bräunlich.





Gepackt und wieder zum Haupthaus. Da kommt der schöne Herr aus seinem Versteck. Uganda Blaukopfagame ein Männchen in Brutfarben – toll! Acanthocercus ugandaensis





Man denkt, wenn Häuser ohne Nischen gebaut werden, sieht das besser aus. Tut es, aber genau diese Nischen sind Unterschlupf für Kleintiere. Speckle-lipped Skink - Trachylepis maculilabris



Der Grund übrigens warum ich auch die wissenschaftlichen Namen angebe, falls jemand den Deutschen Namen sucht oder mehr wissen will, bekommt man genauere Angaben wie mit Deutschen oder Englischen Namen

So nun muss ich wirklich los. Gepäck ins Auto und der Lodgefahrer bringt mich die Holperpiste zum “Hafen”. Hier übergibt er mich einem Bootsfahrer und ich kracksle ins Boot mit allen 4 verfügbaren Gliedmassen. Mein Gepäck ist sicher vorne verstaut. Die Fähre begegnet uns und schon sehe ich auch den Flughafen, wo ich hin muss.







Der Bootsführer und andere helfen mir aus dem Boot zu krabbeln. Da ich den Taxifahrer nicht kenne, sagt der Bootsführer ich komme mit Dir, ihn suchen, so dass Du sicher bist. Wir fanden ihn auch ganz schnell. Das fand ich so lieb und ein Trinkgeld war wohl verdient. Schlaglöcher hatte es auf der Strasse zum Flughafen genug. Bevor ich ins Terminal ging, rauchte ich noch gemütlich eine Zigarette. Es ist ja nun 18.00 Uhr und ich meine ich habe genug Zeit. Als ich zum Einchecken kam, meinte der Typ ich sei zu spät. Na komm schon, Ihr verschiebt und verschiebt und dann wollt Ihr uns noch Ärger machen? Mein Gepäck wird angenommen und ich kann durch die Passkontrolle. Noch etwas warten und dann einsteigen.

Ans Four Points hatte ich eine Mail geschickt und als ich aus dem Terminal raus kam, stand auch jemand, aber die warteten nicht auf mich. Er bringt mich aber sofort zum Hotel. Eine Dame vor dem Eingang sagt, sie seien voll, ich soll aber zum Empfang. Kein Problem, sie haben ein Zimmer aber die Empfänger der Buchung hatten die Mails noch nicht gelesen. Einchecken und nun Ruhe – es war wieder ein ereignisreicher Tag. Noch Hause wollte ich um die Zeit echt nicht mehr.

Am 4.7. holt mich der Taxi Joseph um 09.30 ab. Davor hatte ich mein Lieblingsfrühstücksbuffet total genossen. So viele freundliche Menschen – schön, dass Du wieder da bist! Auch den GM – Generalmanager treffe ich kurz und habe ein Wort mit ihm.
Einkaufen und nach Hause – die Strassen waren ruhig – etwas auf das wir nun leider immer schauen müssen.

Meine nächste Tour führt mich zur Gnuwanderung. Ich bin gespannt, welche geschriebenen Regeln nun auch wirklich gelten. Privatfahrzeuge sollen ja wieder erlaubt sein… mal sehen, wir fallen sowieso nicht unter die Kategorie. Wie es mit dem offroad sein wird – ich hoffe, strikt verboten.

Liebe Grüsse
Elvira
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23 Jul 2024 07:33 #691035
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Hoi Elvira

Vielen Dank für diesen kleinen Bericht!
Wie ich mal kurz ans Mittelmeer fahre hüpfst Du mal kurz nach Uganda...nicht schlecht!
Auch mit dem Boot zum Flughafen...das erlebt auch nicht jede(r)! B)
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23 Jul 2024 12:58 #691055
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23 Jul 2024 17:02 #691077
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Hallo Elvira,
wir sind wieder gut zu Hause angekommen, Wäsche ist gewaschen und gebügelt :laugh: , also hatte ich jetzt Zeit Deinen Bericht zu lesen. die Zeit mit dir und danach war einfach toll. Ich hatte nicht erwartet, dass wir so schnell und so gut sichtbar den Schuhschnabel sehen. Einfach klasse. Vielen Dank für deinen Bericht. Stephan fängt jetzt an unsere Bilder zu bearbeiten.
Liebe Grüße
Anja und Stephan
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