THEMA: Uganda im März/April 2021- ein Reisebericht
28 Apr 2021 08:36 #614194
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Kidepo NP
Ein gutes reichhaltiges Frühstück nehmen wir um 6.15 Uhr zu uns und um 7.00 Uhr stehen wir bereits vor dem Informationscenter bei der Apoka Lodge und dem Hostel.


Am Gate zum NP - es ist übrigens nicht verschlossen. Man kann den Balken alleine wegheben.

Die Sonne erwacht und die ersten Büffel sind bereits unterwegs.
Ein Schlagbaum kurz vor der Apoka Lodge sperrt das ansonsten offene Gelände ab. Unser Permit wird hier noch einmal kontrolliert, dann dürfen wir durch. Am Infocenter wartet Gilbert auf uns. Ich zahle an der Kasse 20 US$ und dann fahren wir los. Gilbert erhält eine FFP2 Maske von mir, denn er fährt ja mit unserem Auto mit. Er ist bewaffnet, erklärt aber, dass er keine Munition habe. Wenn die Löwen sein Gewehr sehen, lassen sie uns schon in Ruhe?! Hoffentlich gibt es hier auch Löwen? :woohoo:
Wir verlassen das Gelände nach Norden und treffen wenig später auf …..







...eine Gruppe junger Schakale. Hier ist das Gras noch sehr hoch und viele Tiere sind kaum erkennbar. Sie stehen plötzlich neben dem Auto.
Gilbert leitet Manfred zu einem Baum, auf dem hin und wieder ein Leo lebt. Leider ist er heute wohl verreist. :sick:
Über einen Kamm befahren wir eine sehr schlechte Road, aber der Blick wandert über ein großes Savannengebiet bis zu den Bergen, die im Norden die Grenze zum Sudan bilden.


Guten Morgen!


Apoka Lodge




Eland, weit entfernt!







Giraffen, Wasserböcke, Buschböcke und Kobs sehen wir. Zahlreiche Oribis grasen neben dem Weg und in der Ferne erblicken wir Zebras und wenige Elands. Die Elands sind sehr scheu. Heute können wir sie kaum erkennen, das ändert sich aber noch. Es geht bergauf und bergab, Boda Bodas begegnen uns. Hier wird teilweise eine Ansiedlung mit Rangern besucht. Die letzten Kilometer vor dem Sudan gelten als Sperrgebiet und dürfen nur vom Militär betreten werden. Es ist völlig ungewohnt, Motorräder in einem NP zu sehen.
Die Bilder vermitteln einen Eindruck der Weite der Savanne, die teilweise aber nicht mit dem Auto erreichbar ist. Nur die wenigen Wege sind befahrbar, Offroad-Fahren kostet 150 US$ Strafe. Noch ahnen wir nicht, dass wir bald in diese schwierige Situation kommen werden.

Nach einer guten Stunde verlassen wir die tierreiche Region. Die große Weite ist schon beeindruckend, aber zum Fotografieren sind viele Tiere weit entfernt.
Wir begeben uns über die Mainroad zum Picknickplatz. Im Park gibt es zwei solcher Plätze, an denen man auch campen darf. Gilbert hat von einem Freund erfahren, dass er dort Löwen gesehen hat. Wir haben die Löwen während der Nacht brüllen gehört. Tatsächlich liegt auf einer Kopje ein Löwenpärchen.
Wir dürfen Offroad fahren und kommen so sehr dicht an die Tiere heran. Nein, das ist noch nicht unser Vergehen des Offroad-fahrens!
Ein weiteres Pärchen liegt hinter der Felsgruppe. Schlafende Löwen, die aber hin und wieder hochschauen und dann in den Schatten wandern. Welch ein tolles Erlebnis!









Upps, da liegen auch noch zwei..




Er hat wirklich tolle Farben in seiner Mähne - wurde bestimmt vom Friseur eingefärbt! :woohoo: :evil:






Seine Liebste ist auch erwacht!















Wie gut, dass wir keine 36 Aufnahmen-Diafilme bei uns haben und einfach die SD Karten zum Glühen bringen können! :evil:
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30 Apr 2021 18:04 #614479
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Es geht weiter...
Wir fahren an einen kleinen Pool....







Schnappi, das kleine Krokodil liegt auch auf der Lauer.



Nach drei Stunden bringen wir Gilbert zum Infocenter zurück. Es war eine interessante Tour mit vielen Infos über den Park. Der Park ist sehr groß und weitläufig, deshalb war es gut, die typischen Regionen gezeigt zu bekommen, wo man häufiger auf Tiere trifft.


Infocenter

Rundhütten - Hostel


Wasserlöcher, wie man es aus dem Krüger NP kennen, gibt es hier nicht.
Wir kehren dann noch einmal in die Savannenregion hinter der Apoka Lodge zurück und fahren quer durch. Es gibt kleine Wege, die aber oft auch matschig sind. Es sind wieder Wasserböcke, Oribis und White Hardebeest zu sehen.



Zum Lunch wollen wir auf den Picknickplatz und dort einen Cappuccino kochen, Joghurt, Müsli, Muffins und Obst essen. In respektvollem und sicherem Abstand zu den Löwen können wir in den Schutzhütten eine Pause einlegen.




Duschen und Toiletten
In einer dieser Schutzhütten wurde Chris, der Eigentümer der Rwakobo Lodge am Lake Mburo, von einem Blitz erschlagen. Wir erfahren das erst in ein paar Tagen später, daher können wir uns noch sehr entspannt hier aufhalten. Chris lernten wir auf unserer Tour 2019 persönlich kennen und führten nette Gespräche mit ihm. Seine ugandische Frau, seine zwei kleinen Kinder und eine (zufällige) Krankenschwester waren zusammen hier, als sie vom Gewitter überrascht wurden. Chris hatte keine Chance, trotz der Hilfe der Krankenschwester. Es hat uns sehr erschüttert, das zu erfahren.
Wir fahren noch ein paar Loops im unteren Bereich des Parks ab und kehren bald zur Lodge zurück, um auf unserer tollen Terrasse zu relaxen.
Gegen 16.00 Uhr fahren wir erneut in den Park und dieses Mal ist ein Loop durchs Narus Valley, in Richtung einer alten Idi Amin Lodge, unser Ziel. Große Herden Büffel grasen hier. Es sind mehrere tausend Tiere, Zebras und eine große Herde Elands sind auch unterwegs. Fantastische Tiere bewegen sich vor unserem Auto. Wir sind ganz begeistert.






Der hat sich wohl mit einem Partner gestritten :sick:


Ein Albinobüffel!






















Die Wege sind eng, ausgewaschen und bestehen aus rotem Lehmboden. Links und rechts des Weges gibt es tiefe Gräben.
Gerade als Manfred ausspricht, dass er hier keinen Regenschauer erleben möchte, ziehen dunkle Wolken auf und nur wenig später gehen dicke Tropfen auf uns nieder. Die Wege sind eigentlich unpassierbar, aber wir müssen ja irgendwie zurück. Ganz langsam rollen wir vorwärts, die Reifen haben keinen Grip mehr, da sich bereits eine dicke, mind. 3 cm dicke Lehmschicht drumherum gebildet hat. Und irgendwann passiert das Unvermeidbare – wir rutschen, quasi aus dem Stand, in einen Graben. Der Wagen hängt in Schieflage, meine Tür lässt sich nicht öffnen. Ich checke zuerst das Handynetz – kein Empfang! Hier ist die letzten Wochen kein Auto entlanggefahren und es wird auch so schnell niemand kommen. Bis zur Lodge ist es zu Fuß zu weit. Manfred ist dann schon aktiv, schaltet das Differenzial ein und lässt den Wagen langsam vor und zurück rutschen. Irgendwo gibt es etwas Gras unter dem Reifen und tatsächlich kommt er wieder auf den Weg. Ich steige aus, es regnet kaum noch.




Dicke lehmbehaftete Reifen und ein Weg so breit wie unser Auto. Der Weg ist so schmal, dass nicht einmal die volle Auflagefläche haftet. Ich lotse Manfred wenige Zentimeter voran und nach 3 Metern gibt es keinen Graben mehr. Er muss nun Offroad weiter, da der Weg nicht befahrbar ist. Offroad-fahren ist strafbar und kostet 150 US$, aber alles ist günstiger als den Wagen im Graben zu lassen. Nach ein paar Kilometern löst sich der Lehm, der Weg wir sandiger. Wir kehren auf den Weg zurück.
Der Schreck ist groß, an Fotografieren ist nicht zu denken.
Und dann soll es noch spannend werden….



Vor uns stehen plötzlich 25 Giraffen. Wie fantastisch ist das denn? Ich fotografieren viel, doch langsam wird es dunkel und wir haben noch einige Kilometer bis zum Gate.

















Der Weg wird wieder rutschig und matschig, doch irgendwie erreichen wir die Mainroad und gegen 18.30 Uhr das Gate.


Diese Aufnahme entstand am nächsten Morgen. Die Mainroad war zwar immer noch rutschig, aber hier gab es nicht den dicken roten Lehm und die tiefen Gräben.
Der Securitiy lacht und wir glauben, verspätet zu sein, doch er macht uns klar, dass er bis 19.00/20.00 oder 21.00 Uhr hier sitzt.
Glücklich erreichen wir die Lodge und können immer noch nicht glauben, dass wir aus dem Graben alleine herausgekommen sind. Wie setzen uns in die Lapa und bestellen erst einmal je einen Gin Tonic!
Eduard teilt uns inzwischen mit, dass wir doch noch eine weitere 3. Nacht im Zelt bleiben können. Hurra! Nach der Ernüchterung des gestrigen Tages, gefällt uns der Park inzwischen mit seiner Weite sehr gut. Die Landschaft erinnert stark an die Weite der Serengeti. Es ist aber auch kein Wunder, denn die Ostgrenze stößt an Kenia.
Ich bitte Eduard noch einmal beim Fort Murchinson anzurufen, ob dort noch einmal 2 Nächte möglich sind. Eine Nacht ist noch ein Zimmer frei, lautet seine Antwort. Ich rufe dann bei Nature Lodges an und möchte diese Nacht buchen, doch leider ist inzwischen alles ausgebucht. Wir überlegen, wo und wie wir weiterreisen. Mir fällt dann die Pakuba Lodge im Murchinson Park ein. Allerdings ist sie nicht so günstig, wie die Nature Lodges. Da wir nun wissen. Dass wir über die Brücke ausreisen können, wollen wir doch lieber diese Strecke fahren, als über Gulu, Karuma und Masindi. In der Pakuba Lodge erhalten wir das vorletzte Zimmer für 170 US$/Nacht inklusive HP. Jetzt können wir uns ganz entspannt zurücklegen und die Umgebung genießen. Der Blick geht nach Norden, 20 KM, dann beginnt der Sudan und 50 Km nach Osten liegt Kenia. Keine Zäune verhindern die Tierwanderungen. Viele Elefanten sollen gerade in Kenia sein. Es wurden in den letzten Tagen keine Elis gesehen.
Heute ist die Lodge ausgebucht. Viele Expats reisen an, aber auch Volontäre aus Australien und den USA sind dabei. Ein deutsches Mädchen hat ihre Eltern und Großeltern zu Besuch. Sie reisen mit ihr durchs Land, während sie hier ein Praktikum absolviert. Es sind Ferien in Uganda. Wir kommen mit einer Niederländerin und ihrem Sohn ins Gespräch, die schon seit 17 Jahren im Land lebt und in einer großen Company in Kampala arbeitet. Sie haben für den übernächsten Tag eine Wanderung auf den M--- mit einem Ranger gebucht. Sie verbringen ihre Ferien hier häufiger.
Das Dinner um 19.00 Uhr ist wieder richtig gut!

Und morgen geht es erneut entspannt ins Narus Valley und tatsächlich hält der Park noch ein paar Überraschungen bereit...

Biggi ;)
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30 Apr 2021 18:52 #614482
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Freitag, 2/4/21[/color][/b]

Heute gehen wir spät zum Frühstück, gegen 7.30 Uhr. Unser Permit ist noch bis 15.33 Uhr gültig und wir wollen ganz entspannt ein bisschen umherfahren.
Das Frühstück erfolgt heute in Buffettform. Die Niederländerin mit ihrem Sohn ist ebenfalls spät dran und so tauschen wir noch ein paar Infos aus. Der Sohn möchte heute endlich die Geparden finden.

Am Gate kennt man uns schon und winkt uns freundlich zu, wir folgen der Mainroad zum ersten Picknickplatz. Die Löwen sind natürlich weitergezogen. Jetzt haben wir die Möglichkeit den Observation Point mit dem Fernglas zu nutzen und uns die Tiertafeln anzuschauen.




Eine Lilie blüht hier versteckt :ohmy:
Zufällig treffen wir dort erneut auf Gilbert, der mit einer Gästegruppe unterwegs ist. Stolz trägt er unsere FFP 2 Maske! ;) :P




Die Kleinen sehen so flauschig aus :P







Ein typischer Weg mit interessanten Footprints
Am Pool sonnt sich heute morgen ein Varan ...




Schnappi liegt auch wieder auf der Lauer...


Ein Lillytrotter (Jacana) ist auf Futtersuche

Ein Geier wartet auf die richtige Thermik


Den Zebras kommen wir auch näher...





Immer noch ziemlich planlos fahren wir einfach weiter in Richtung Airstrip und biegen dahinter zu einem alten Steinbruch ab. Von dort eröffnet sich und ein fantastischer Blick über die Ebene des Kidepo Valley bis zu der Bergkette der Morungule Mountains. Dahinter liegt Kenia.
Diese Weite ist beeindruckend, wenn man aus dem verhältnismäßig engen Deutschland kommt. Plötzlich erkenne ich kleine schwarze Punkte, die sich in unsere Richtung bewegen.









Es ist kaum zu glauben, denn die Elefanten sollen gerade nicht hier sein, aber es sieht nach Eli und Eli und Eli aus! Mit der Kamera im Anschlag beobachte ich die Herde. Sie bewegt sich relativ schnell quer durch die Ebene. Es müssen ca. 26 Tiere sein. Wir überlegen, welchen Plan sie haben und setzen uns ins Auto, um ihnen näher zu kommen. Es sieht so aus, als wenn sie zu den großen Bäumen am Südrand marschieren. Wir fahren los! Dann ändern sie ihre Richtung und wir warten. Wir warten an einem Querweg zur Mainroad und haben dann das große Glück, dass die Herde genau auf uns zu steuert. Innerhalb kürzester Zeit haben die Tiere eine große Entfernung zurückgelegt. Beschützend werden die Jungtiere in die Mitte der Herde genommen und dann überqueren sie sogar direkt vor unserem Auto den Weg. Herrlich, was für ein Glück! Wir folgen ihnen noch ein Stückchen um eine Kopje herum und dann ziehen sie in Richtung Sudan weiter durch ein trockenes Flussbett. Leider gibt es hier keine Wasserlöcher, an denen sie rasten. Ihr Ziel bleibt uns unbekannt.












Auch der Nachmittag strapaziert noch einmal unsere Nerven - es wird spannend! :woohoo: ...
Anhang:
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02 Mai 2021 12:02 #614613
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Der letzte Nachmittag im Kidepo NP!

Inzwischen ist es Zeit für einen Lunch und wir fahren wieder den uns bekannten Picknickplatz an. Ein paar Wolken ziehen auf und so nutzen wir die Schutzhütte.
Anschließend folgen wir einem Loop durchs Narus Valley. Und dann sehen wir plötzlich... :woohoo:
Es ist unfassbar, was wir hier alles erleben. Das hat all unsere Erwartungen übertroffen. Nach der Ernüchterung am ersten Nachmittag, hat sich der Park nun doch zu einem Lieblingsort gewandelt.
Die Wege sind noch feucht und teilweise rutschig, am Horizont sind Wolken zu sehen. Wir wollen nur noch einen kurzen Loop fahren...
Da kreuzt eine Löwin unseren Weg und ich kann sie nur aus dem Fahrerfenster entfernt erwischen.... , sie begibt sich schnell auf die Grasfläche der Savanne und nur Sekunden später läuft sie zielgerichtet einen Bogen.



Aus dem Augenwinkel sehe ich etwas Dunkles, dann erfolgt ein jämmerliches Quieken und die Löwin war erfolgreich. That is the circle of life!



Mit ihrem Warzenschweinchen im Maul läuft sie aber weiter. Wir sind uns nicht sicher, ob es eventuell die Löwin vom gestrigen Tag war, denn sie trägt ein Halsband. Sie frisst das Tier nicht. Wir können ihr nur bis an den Rand einer Buschgruppe folgen, dann ist sie verschwunden. Vielleicht hat sie auch Jungtiere zu versorgen oder sie bringt ihrem Gemahl das Mittagessen. Jedoch ist das Schweinchen nur sehr klein, sodass die Vermutung nahe liegt, dass sie ihren Jungen das Fleischessen beibringen will. Wir erfahren es nicht!






:woohoo: :kiss: :woohoo: :kiss:
Ein paar Antilopen begegnen uns noch und dann beschließen wir, dass wir so viel gesehen haben, dass der restliche Nachmittag auf der Terrasse vor unserem Zelt genossen werden kann.







Am Nachmittag zieht ein kurzes Gewitter auf, aber schon nach wenigen Minuten ist der Spuk vorbei und wir relaxen.
Ich besorge heißes Wasser und bei einem weiteren Cappuccino schauen wir in die Landschaft und genießen.
Zum Sundowner setzen wir uns auf die Terrasse beim Restaurant, ein Gin Tonic; der berühmte Waragi Gin aus Uganda, schmeckt sehr gut. Das Abendessen fällt auch wieder viel zu üppig aus und dann fallen wir ein letztes Mal in die Betten im Zelt.
In den letzten Nächten hatten wir immer unbekannten Besuch in unserem Bad. Fledermäuse sind ausgeschlossen, gespannte Bänder machen das Fliegen unmöglich, aber regelmäßig finden wir kleine schwarze Kotreste auf unserer Toilette. Eine größere Maus könnte es sein, aber wir vermuten eher einen Leguan oder eine andere Echsenart. Das Tier muss nachts über einen der Holzbalken laufen und sich dort entleeren. Viellicht wäre es auch ein Bushbaby. Nachts hört man es rascheln… im Dachgebälk.
Es bleibt spannend!
Unser Fazit: Die lange Anreise lohnt sich, die herrliche Landschaft, die Weite und die unterschiedlichen Tiere waren für uns die Reise wert. Wir haben gar nicht so viel erwartet und waren vielleicht deshalb sehr positiv überrascht.
Dazu kommt die gute Lodge mit ihrer fantastischen und einzigartigen Lage und die derzeit günstigen Preise.

Biggi
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03 Mai 2021 15:56 #614717
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Samstag, 3/4/21

Am Samstagmorgen verlassen wir die Lodge gegen 7.20 Uhr bei herrlich blauem Himmel. Es ist sehr staubig auf der Straße bis Kitgum, aber landschaftlich ist es wunderschön.







Wir überqueren die Bergkette und kommen durch viele kleine Dörfer.






Das Wasserpumpen ist harte Arbeit :woohoo:




In den kleinen Dörfern bekommt man den Motorradsprit in abgefüllten Flaschen an so einer Tanke!
Eine kurze Pause machen wir auf einem Feld, denn Parkplätze gibt es nicht und auch keine Möglichkeiten, den ein oder anderen Weg einzufahren.
Nach 4 Stunden erreichen wir Gulu und die erste Shell Tankstelle. 175.000 UGX für 48 L, das ist ok! Gulu ist ein chaotisches Zentrum mit täglichem Straßenmarkt.


Boda Bodas stehen überall im Weg und werden auch auf der Straße repariert.





Kirchen oder Moscheen befinden sich in jedem noch so kleinen Dorf.

Bis Purongo fahren wir auf einer sehr guten Straße, dann folgen 25 Kilometer die ungeliebte Schlaglochpiste, die bei Manfred einen cholerischen Anfall auslöst!
Um 14.36 Uhr stehen wir aber erneut am Gate zum Murchinson NP, bezahlen unsere Gebühren und steuern die Pakuba Lodge an.



Während sich Manfred ein wenig ausruht, setze ich mich auf die Terrasse, genieße einen Cappuccino und sende Grüße in die Welt!
Marabus und andere kleine Vögel sind zu Besuch. Der Blick reicht von hier über den Nil und ist fantastisch. Manfred kommt auch bald hinzu und dann beschließen wir erneut einen Gamedrive zu machen. In der Ferne ziehen allerdings dunkle Wolken auf, aber wir fahren erst einmal los. Die Wege sind teilweise nicht so lehmig, sondern eher sandig.






Groß und Klein unterwegs!
Elefanten kreuzen unseren Weg, Kobs und Giraffen, aber auch Husarenaffen sind unterwegs.


Herrliche leere Landschaft - :P






Schwänzli hoch! :kiss: :woohoo:
Über den Pakuba Track gelangen wir am Hippo Pool vorbei und fahren bis zum Delta, auch hier sind die Hippos im Wasser zu beobachten.
Viel ist hier aber nicht los. Irgendwo sind am Morgen Löwen gesichtet worden. Wir finden sie nicht, aber dafür etwas viel Schöneres.
Doch vorher fahren wir noch einige andere Wege, der Himmel wird immer dunkler, es ist viel los im Park und dann bricht der Regen mit Blitz und Donner über uns aus. Tiere im Regen und der Blick in die Ferne ist auch interessant.


Köpfchen hinunter und dann wird es nicht nass...




Wir drehen um und fast wäre noch ein Unglück passiert: Im Tiefsand kommt uns ein Jeep entgegen und als er genau neben uns ist, rutscht der Wagen und der Fahrer kann ihn nur knapp kontrollieren. Unser Außenspiegel wird touchiert, aber es ging alles gut.
Den Pakuba Track fahren wir langsam zurück, Elefanten sind wieder unterwegs, White Hardebeest und Oribibs. Es ist immer dasselbe Bild. Kurz vor der Pakuba Lodge befinden sich die Reste der Idi Amin Lodge. Wir machen noch einen Abstecher dorthin und glauben nicht, wer dort eingezogen ist und schläft. Der Regen hat aufgehört.
Erst sind nur ein paar Punkte zu erkennen, wir müssen den Wagen umstellen und ich klettere aufs Dach und dann sitzt er mir gegenüber.


Wer schläft denn da?
Ein Leopard, ein hübsches Tier und dann noch einer. Es gibt ein Junges dazu, nicht mehr ganz klein, aber noch bei der Mutter.
Fotos werden gemacht, auch wenn die Position nicht sehr gut ist. Ich bin irgendwie zu klein. :woohoo:
Dann erwachen Mutter und Kind, strecken sich...








Das Jungtier erwacht, schaut aber nur zur Mutter.




Er/Sie rollt sich auf den Rücken und man möchte es am liebsten kraulen...


Bei dem Gebiss verwirft man die Gedanken ans Kraulen






..... und machen sich auf den Weg zur Jagd. Just in dem Moment wollten wir eine bessere Position finden und sind ein paar Meter weiter gefahren. Sie verschwinden :(
Wir können den Tieren nicht mehr folgen, es wird bereits dunkel.
Es war ein aufregendes Erlebnis und ein besonderer Abschluss unserer Nationalpark Tour.

Nun ist unsere Erlebnisliste mit Tieren sehr gut gefüllt. Entspannt können wir uns nun dem Leben der Menschen widmen.

Am abendlichen Buffett gibt es wieder lauter Leckereien. Das Restaurant ist stark gefüllt. Deutsche Urlauber oder Touristen sind allerdings nur wenige da. Von einem Tisch schallen deutsche Laute zu uns herüber. Zur Lodge gehört auch ein Souvenirshop, den wir kurz besuchen.
Nach einem Savanna Dry fallen wir ins Reich der Träume und sind äußerst dankbar für all die tollen Erlebnisse. :kiss:

Biggi
Letzte Änderung: 03 Mai 2021 16:43 von tiggi.
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03 Mai 2021 17:10 #614727
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Sonntag, 4/4/21

Nach wie vor gilt, dass über die Osterferien die Pontonbrücke über den Nil für den öffentlichen Verkehr geöffnet ist. Nach einem üppigen Frühstück verlassen wir den Park über die neugebaute Mainroad in Richtung Paraa Lodge.
Einige Büffel, White Hardebeest, zahlreiche Oribis, Kobe und Elefanten stehen am Rande oder auf der Road.




noch ziemlich verschlafen..






Wir erreichen die Brücke nach fast 20 Minuten und stehen vor einem verschlossenen Tor! Oh, jetzt ist sie doch geschlossen und ich plane bereits in Gedanken, den langen Umweg durch die 30 Kilometer Schlaglöcher. Aber wir finden einen Weg!
Die Chinesen arbeiten auch am Ostersonntag und planen, die Brücke bis zum Juni fertigzustellen.
Unterhalb der neuen Brücke befindet sich die Behelfs- und Pontonbrücke. Sie ist frei befahrbar. Am anderen Ende steht sogar ein Hinweis, dass die Brücke von 8.00- 12.00 Uhr und am Nachmittag geöffnet ist. Es ist 7.45 Uhr als wir darüberfahren, aber gar kein Problem!







Die Straße hinter der Brücke durch den National Park ist bereits bis Masindi komplett fertiggestellt. Eine „Autobahn“ führt durch den Park! In diesem Teil des Regenwaldes planen die Chinesen nach Öl zu bohren. :evil: Eine Pipeline soll von hier, von dieser Pufferzone um den National Park bis nach Tanga Port durchgebaut werden. Schon bei unserem letzten Besuch hörten wir davon und konnten nicht glauben, dass diese Projekte verwirklicht werden. Nun ist es bittere Realität. Darüber hinaus werden große Zuckerrohrplantagen angelegt und der Wald abgeholzt.
Ein Gespräch mit einem Deutschen im Fort Murchinson machte uns aber klar, wie viele Firmen in Uganda für uns arbeiten, ob wir nicht auch indirekt an dem Raubbau beteiligt sind? Außerdem sind in Deutschland nur knapp 2% der Landfläche als National Park ausgewiesen (darüber habe ich mir vorher noch keine Gedanken gemacht, vielleicht sind es jetzt auch schon ein paar Prozente mehr), vielleicht sollten wir einmal darüber nachdenken, wie wir mit der Natur umgehen, bevor wir über andere Länder urteilen. Natürlich ist es für sehr traurig, zu sehen, wie sich die Landschaft hier verändert.


Blick über den Regenwald, noch ist es schön!


Neue Straße durch den Budongo Forest.
Baboons hocken links und rechts des Weges, noch vor 1,5 Jahren sind wir vom Budongo Forest bis Masindi auf einer schlammigen und rutschigen schmalen Lehmpiste gereist. Nur 1,5 Jahre später beginnt hier ein Zerstören größeren Ausmaßes.
Die Chinesen wollten einen Staudamm an den Murchinson Falls bauen. Das Projekt ist vorerst verworfen, aber die Bohrungen nach Öl und das Anlegen von Zuckerrohrplantagen schreitet voran. Eine der letzten Schimpansenpopulation lebt noch in diesem Abschnitt des Parks. Wie lange noch?










Es sieht so schön aus, Schmarotzerpflanzen auf den Bäumen, weiße Blüten dazwischen...


Dann verlassen wir den NP.
Masindi erreichen wir schneller als geplant. Überall laufen Menschen in besonders hübschen Kleidern zum nächsten Gottesdienst. Ein überaus buntes und fröhliches Bild zeigt sich uns. Familien halten sogar ein Picknick auf der Wiese vor der Kirche ab, Fotografen stehen bereit, wie bei einer Hochzeit.









Die weiteren Kilometer bis Hoima sind teilweise noch nicht fertig und wir fahren wieder über die alten Lehmwege. Auch in Hoima zeigt sich ein buntes Straßenbild.







Irgendwo dazwischen halten wir auf einem freien Platz, der aber offensichtlich zu einer Firma gehört. Es liegen Steine umher, die bestimmt verkauft werden.
Ein Busch und ein Plätzchen, um unsere Gasflasche zu aktivieren, alles passt. Nach einiger Zeit kommt ein junger, fröhlicher Mann vorbei. Er wohnt hier, er ist nett und erzählt von sich. In der Hand hält er eine JBL Box, tanzend geht er davon. Sein Tag begann auch mit einem Gottesdienst, um 13.00 Uhr wird er wieder zur Kirche gehen. Er erzählt, dass den ganzen Tag Gottesdienste stattfinden, schließlich ist heute Ostern.
Wir fahren nach der Pause über eine gute ausgebaute Straße bis Fort Portal. 60 KM vor der Stadt beginnen die grünen Teeplantagen. Die ganze Landschaft wirkt sauber und sehr friedlich. In Fort Portal ist wieder viel Leben auf der Straße, die Stadtdurchfahrt ist eine Großbaustelle. Boda Bodas, Minibusse, Fahrräder und Fußgänger alles bewegt sich durch die Stadt. Wir fahren direkt zur Farm von Stefan und Mariam, die ca. 12 Km außerhalb auf einem Hügel liegt.
Die Zufahrt ist in diesem Jahr gegradert und easy zu erreichen. Man kann sogar bei viel Regen die Farm erreichen. Vor zwei Jahren sind wir irgendwie hier her gerutscht.



Dann stehen wir vor dem Tor und haben das Gefühl, wir kommen nach Hause.




Restaurant von Kluges Gästefarm :kiss:
Ein netter Empfang mit Saft und Händedesinfektion. Wir ziehen in unser Zimmer und müssen erst einmal alles Gepäck aus dem Auto räumen.
Entspannung – ein Cappuccino in der Sonne und ein Blick auf eine Kuhweide.
Später gehen wir zum Restaurant und werden von Stefan begrüßt. Diese Begrüßung fällt überaus herzlich und mit viel Waragi Gin aus. Für Manfred ist es zu viel Gin, er kann nie „nein“ sagen. Wie sitzen mit Stefan zusammen und reden und reden. Es gibt so viel zu erzählen. Mariam kommt auch noch hinzu und wir freuen uns alle, hier zu sein.
Zum Abendessen gibt es heute ein Buffet. Es sind noch einige Tagesgäste und Expats mit kleinen Kindern hier. Einige Bungalows sind ausgebucht. Es ist Ferienzeit.
Manfred schafft nach dem Essen nur noch den Weg ins Bett, während ich noch am Lagefeuer sitze und den herrlichen, lauen Sommerabend genieße.

Was wir hier noch so erleben, demnächst...

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