THEMA: Uganda im März/April 2021- ein Reisebericht
23 Apr 2021 00:02 #613582
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  • tina76 am 23 Apr 2021 00:02
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Ach, wie schön. Vielen Dank für die tollen Bilder! Da werden Erinnerungen wach. :-) Ich fand das bunte Leben an den Straßen auch total spannend. Auf der gleichen Strecke war ich einige Wochen vor Euch unterwegs. Das Ziwa Rhino Sactuary war da leider auch schon geschlossen. Und mein Guide hat mich ebenfalls ermahnt, vorsichtig zu sein bei den Fotos an den Stromschnellen, da die Brücke mit der nahen Polizeistation ja nicht weit war.
Auf Kidepo bin ich besonders gespannt. Da würde ich auch gern mal hin. Laut meinem Guide der schönste Park in Uganda.
LG Tina
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23 Apr 2021 09:36 #613604
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  • tiggi am 23 Apr 2021 09:36
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Ihr lieben Mitreisenden,
bevor es in den Kidepo geht, dürfen wir noch einen Tag im Murchinson verbringen, der ist nicht ganz so spannend ist, aber das "dicke Ende" folgt eben am Ende! :woohoo:

Dienstag, 30/3/21

Nach dem guten Frühstück verlassen wir die Lodge bis zum Abend und suchen die verlegte Einfahrt zum Murchinson NP. Die Chinesen bauen eine Straße quer durch den Nationalpark und haben die alte Einfahrt zugeschüttet. Ein bisschen tricky findet man das Nationalparkhäuschen inmitten der Baustelle. Die Ranger freuen sich sichtlich uns zu sehen und sind sehr freundlich. Da man kaum mit Gästen rechnet, ist der Kassierer auch nicht zur Stelle. Wir warten, während ein Ranger zu den angrenzenden Häusern läuft und jemanden organisiert, der uns ein Tagesticket ausstellt. Der Mann muss sich noch anziehen, kommt aber schnell angelaufen. Völlig außer Atem begrüßt er uns und möchte einiges zur deutschen Politik wissen. Seine erste Frage: Wie ist Miss Merkel? ! Ich lache ... :evil:
Wir zahlen jetzt auch hier nur die Hälfte der üblichen Gebühren, also 20 US$/pro Person und eine geringe Gebühr von 30.000 UGX fürs Auto. Diese sogenannten Coronapreise sind bis zum 30. Juni verlängert worden.
Außer uns gab es nur eine Familie im Fort Murchinson, die auch in den Park gefahren sind. Wir sollen sie aber erst am Abend kennenlernen.
Ein bisschen komisch ist es schon, wenn man in einen Nationalpark fährt, der eine autobahnähnliche Straße erhält. Eine breite Prachtstraße quer durch! Die linke Parkhälfte ist derzeit von dieser Richtung nicht erreichbar, da die Straßenränder erst tief und dann sehr hoch sind. Eine Überfahrt ist erst kurz vor der Paraa Lodge möglich. Auf der anderen Parkhälfte sehen wir zwar viele Tiere, aber nur sehr kleine Herden.




Erster Eindruck!

Vor uns wurde die Straße gewässert, damit es nicht so staubt! :blush:


Steppen Eagle


Piapiac, long -tail- starling
Uganda Kobs, einzelne Elefanten oder white Hardebeest, Oribis und Giraffen.












Büffel waren sehr zahlreich vertreten :woohoo:










Die Warzenschweine hatten auffallend viel Nachwuchs in diesem Jahr.
Auch viele Giraffenjunge sehen wir...








Die Dornen müssen besonders schmackhaft sein :woohoo:









Oribi :P


Na, und du??? :evil:


Abdim´s Stork
Wir folgen einem Weg bis zum Delta.



Der Delta Point ist nicht erreichbar, auch sind viele Loops nicht befahrbar, weil immer noch alles unter Wasser steht. Der Nil steht noch mit 10 Metern über seinem normalen Level.
Tse Tse Fliegen beißen in den Waldregionen, am Delta müssen wir warten, bis unser Auto frei von diesen Plagegeistern ist, bevor wir aussteigen. Da wo wir noch 2019 langegefahren sind, schlafen jetzt die Nilpferde im Wasser, die Fischer werfen ihre Netze aus und wir stehen in mitten der Wasserhyazinthen. :woohoo:















Ein Kranich führt einen Balztanz auf, sonst gibt es ein paar weitere Vögel, die sehr scheu sind und immer schneller flüchten, als meine Kamera ist. Besonders interessant ist ein Pärchen, das offensichtlich zwischen den Hyazinthen brütet. Leider gelingen mir keine verwertbaren Bilder. :(














Später fahren wir bis zur Paraa Lodge, in der Hoffnung dort eine Lunchpause einzulegen und an der Shell Tankstelle etwas Saft für unser Auto zu erhalten.
Auf dem Weg dorthin stehen uns Wasserböcke mit Jungtieren im Weg und ganz nah am Auto tauchen plötzlich Elefanten auf. :woohoo:







Vor der Lodge müssen wir uns beim Security anmelden und die übliche Desinfektion durchführen.
Die Lodge hat nur zwei Zimmer belegt, aber über die Osterfeiertage ist sie ausgebucht.
Im Restaurant fragen wir nach einem Cappuccino, die Kaffeemaschine ist angeblich „out of order“. OK! Wir haben eher den Eindruck, dass das Personal keine Lust hat, nur für zwei Kaffee die Maschine anzustellen. :ohmy:




Ein Blick von der Lodge zum Nil!
Der Souvenirshop ist geschlossen. Ich frage, ob ich ein paar Karten kaufen kann. In Uganda gibt es eigentlich keine Postkarten, nur hier habe ich das letzte Mal so etwa finden können. Und tatsächlich, eine nette Frau öffnet den Shop und ich kann ein paar Karten nebst Briefmarken kaufen. Seit der Pandemie verkauft die Tankstelle auch kein Sprit/Diesel mehr an Touristen. Ja, Vieles ist jetzt anders.










Die Jungtiere werden gut von der Herde geschützt!


Wir fahren zum „Hafen“. Dort, wo einst die Boote zu den Murchinson Falls ablegten und eine Fähre zum anderen Ufer fuhr, stehen die Elefanten und Marabus. Das Tickethäuschen, die Weltkugel und eine Anzeigetafel stehen im Wasser. Der Nil hat immer noch Hochwasser. Ein surreales Bild eröffnet sich uns. Im Hintergrund fällt unser Blick unweigerlich auf die neue Brücke, die
im Juni eröffnet werden soll. Noch muss der ganze Verkehr über Karuma herumgeleitet werden.









Wir erfahren aber, dass über die Osterfeiertage der Bauverkehr eingestellt ist und die Pontonbrücke für den allgemeinen Verkehr von 8.00 -12.00 Uhr freigegeben ist. Eine weitere Öffnung gibt es am Nachmittag. Grundsätzlich lässt man Touristen auch morgens bis 7.00 Uhr über die Brücke, denn die Bauarbeiter kommen erst danach.
Die Brücke ist eine fantastische Zeitersparnis und man muss nicht die Schlaglochpiste durchfahren, wenn man weiter in den Süden fahren will.
Um uns herum versammeln sich immer mehr Elefanten, ob die auf eine Fähre warten? :woohoo:




Ein echter Elefantenkuss!!! :woohoo:







Auf dem Rückweg von der Paraa Lodge läuft uns eine Löwin über den Weg, sie verschwindet aber schnell im Gebüsch. Uns bleiben nur ein paar Beweisfotos.





Wir verlassen nun den Park um nach Pakwach zum Tanken zu fahren. Das sind nur wenige Kilometer über eine ebenso wichtige Brücke, die auch hier vom Militär bewacht wird. Der Ort Pakwach lebt von den durchreisenden LKWs, die auf den Weg in den Kongo sind. Die Grenze ist nicht weit entfernt.

Wie wir den Nachmittag verbringen folgt später...
Biggi
Anhang:
Letzte Änderung: 25 Apr 2021 13:21 von tiggi.
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25 Apr 2021 21:35 #613928
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Hallo Biggi, ich bin auch noch zugestiegen. Vielen Dank für diesen interessanten Bericht!
Liebe Grüsse Caroline
2016: Südafrika mit Gardenroute
2018 : Vic Falls, Namibia, Botswana, Mauritius
2020: Kapstadt und Gardenroute
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26 Apr 2021 17:31 #614014
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.. nachmittag im Murchinson Park

In Pakwach gibt es drei markenlose Tankstelle. Wir wurden gewarnt, dass die "einfachen" Tankstellen oft mit Wasser verdünnten Diesel verkaufen und dieses auf Dauer nicht gut für die Maschinen ist. Dennoch mussten wir ein paar Liter dazu tanken, denn die nächste Shell oder Total befindet sich 100 Km weiter in Gulu.
Im Ort gibt es auffallend viele Straßenhändler, die auch uns sofort überfallen und noch bevor unser Tank gefüllt ist, bin ich um einen Mörser reicher. Weitere Händler können wir abwimmeln. Überall stehen Polizeifahrzeuge und bewachen die Straße oder die Umgebung. So ein Aufgebot haben wir sonst noch nicht gesehen.
Aus einem ATM ziehe ich noch Geld.
In Uganda zahlt man fast immer mit Bargeld. Kreditkarten werden nur sehr selten angenommen. Vor allem sollte man sich nicht darauf verlassen.
Übrigens haben die Banken sehr unterschiedliche und teilweise bis zu 8 € hohe Gebühren. In der Victoria Mall in Entebbe gibt es die ABSA Bank (ich meine mich daran zu erinnern. Es ist die Bank kurz vor dem Shoperite rechts), die keine Gebühren erhebt, aber schon gegenüber hinter dem Schuhgeschäft BATA befindet sich ein Automat, der tatsächlich 8 € pro Anhebung errechnet. Die Tropic Bank daneben ist auch teuer, hat aber geringere Gebühren.
So richtig wohl fühlen wir uns nicht in Pakwach. Es ist das einzige Mal, dass uns Händler belästigen und diverse Dinge verkaufen wollen, die wir nicht benötigen. Sie sind auch sehr hartnäckig im Diskutieren.

Danach nutzen wir noch einmal unser Tagesticket (24 Stunden gültig) und fahren erneut in den Park.
Wir fahren die Pakuba Lodge an, um dort eventuell eine Möglichkeit zu haben, etwas zum Trinken zu bekommen.
Eine kleine Runde fahren wir um die alten Ruinen, treffen aber nur auf eine Agame, jedenfalls dieses Mal. In ein paar Tagen soll es anders sein.



Von dort folgen wir dem Pakuba Track entlang des Nils, der auch hier sehr nah an den Weg kommt.
Eine Brücke ist zerstört, aber es gibt eine Umleitung und so gelangen wir an eine tolle Stelle, an einen Hippo-Pool, wo wir ein Picknick machen können.




alte Brücke!


Umleitung :P :P


Uganda Kobs stehen überall Wache! :blush:
Vor zwei Jahren stand hier kein Wasser, die Hippos waren für uns nicht erreichbar. Jetzt dösen sie zwischen Wasserhyazinthen.
Grundsätzlich gibt es im Park keinen Picknickplatz mehr. Der bisher einzige war der Delta Point mit einem Campingplatz und der ist im Nil versunken.










Wir folgen dem Track und wieder stehen die Elefanten neben dem Auto oder die Giraffen kreuzen unseren Weg.







Dann sehen wir die kleinen putzigen Husarenaffen. Leider etwas entfernt.








Ein ganz scheues Buschböckchen ist auch noch etwas unscharf zu sehen



Gegen 17.00 Uhr verlassen wir den Murchinson Park. :kiss:





Unser Fazit: Es war sehr nett, aber die großen Herden fanden wir nicht. Für die kleine befahrbare Fläche, haben wir sehr viel Tiere an nur einem Tag gesehen. Wir kommen aber noch einmal zurück, auch wenn wir es jetzt noch nicht wissen. Wir sind ja ziemlich planlos unterwegs und entscheiden täglich, wohin der Weg führt.






Die Sonne senkt sich und wir sind kurz vor der Lodge.
In der Fort Murchinson Lodge ist es voll geworden. Wilfried teil uns mit, dass wir auf der Kidepo Savanna Lodge willkommen sind, aber das gewünschte Zelt mit eigenem Bad nur zwei Nächte frei ist. Wir können danach in ein Zelt mit Community Bad umziehen. Das überlegen wir noch, so etwas wollten wir aber in Coronzeiten vermeiden. :sick:

Unser Abendessen ist wieder ziemlich lecker. Danach kommen wir mit der Familie ins Gespräch, die auch gestern schon hier war. Der Vater ist Deutscher, mit einer Belgierin verheiratet, die aber auch deutsch spricht, und drei Töchtern. Die Familie lebt seit 5 Jahren in Uganda und er erzählt, dass die Inzidenzwerte gerade steigen. Aus dem Kongo wurde eine neue Mutation „Nigeriavariante“ eingeschleppt. Der Vater scheint im medizinischen Bereich zu arbeiten. Es klang so und ich wollte ihn nicht ausfragen.
Er erzählte auch, dass die Familie morgen über die Pontonbrücke in den Süden ausreist. Heute hat er sich noch einmal erkundigt und erfahren, dass er morgen bis 7.00 Uhr darüber fahren kann. Des Weiteren erfuhren wir, dass schon einige Lodges aufgegeben haben und unter den ausbleibenden Touristen nicht überlebt haben. Solche Gespräche sind manchmal sehr informativ, auch wenn man sich sein eigenes Bild machen sollte.
Später lernen wir noch Lodgebesitzer kennen, die ihre Lodge in Jinja schließen mussten, weil das Geld ausblieb. Es ist traurig, was Covid 19 auch hier für Folgen hat. Es sind immer die Menschen, die ohnehin kaum ein Einkommen haben, die jetzt gar nichts mehr bekommen.

Morgen geht es in den Kidepo NP.

Biggi
Letzte Änderung: 26 Apr 2021 17:49 von tiggi.
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Hallo Biggi,

danke für das schnelle Schreiben und die schönen Bilder. Besonders auch die Hippos an Land vor den Wasserhyazinthen. Mir haben die Hippos leider nicht den Gefallen getan aus dem Wasser zu kommen. :S Aufgrund des hohen Wasserstands sah man nur die Köpfe aus dem Wasser schauen. Mich interessiert mal, ob man eigentlich noch Bootstouren machen konnte, als Ihr da wart? (Sah ziemlich verlassen aus, der Bereich, wo sonst die Fähre/Boote waren...?). Mitte Februar fuhren noch ein paar kleine Boote. Die Fähre war still gelegt.

Viele Grüße
Tina
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  • tiggi am 23 Apr 2021 09:36
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Hallo Tina,
Bootsfahrten zu den Murchinson Falls wurden wieder angeboten. :kiss:

Biggi


Mittwoch, 31/3/21
Wir stehen früh auf, denn der Weg in den Kidepo NP soll lange dauern. Um 6.45 Uhr sitzen wir bereits am Frühstückstisch. Heute Morgen ist es voll, gestern sind viele Gäste angereist und alle wollen früh in den NP. Ich lade noch einen Akku, denn Strom gibt es auf den Zimmern nur auf Anfrage. Uns wurde der Strom dann angestellt, aber ein Gewitter in der Nacht hat ihn wieder verschwinden lassen. Viele Lodge verfügen nur über Generatoren.
Der Weg ist inzwischen abgetrocknet und die 4 Kilometer bis zur Teerstraße lassen sich gut fahren. Die nächsten 25 Kilometer kommen wir gut voran, dann müssen wir tatsächlich wieder einige Kilometer dieser Schlaglochpiste durchfahren und erst ab Anaka biegen wir auf einen Shortcut nach Gulu ab.






Häuser auf dem Weg nach Gulu.
Dieser ist in einem sehr guten Zustand, man wird nur durch die vielen Speedbumps ausgebremst. Bis Gulu sind es 102 Km, die wir nach 2 Stunden erreicht haben. In Gulu tanken wir voll, da in Uganda der Diesel häufig mit Wasser getreckt wird, sollte wir nur an einer Total oder Shelltankstelle unseren Boliden befüllen. Die erste Shell hatte keinen Diesel mehr, auch das ist hier einzuberechnen, aber die Totaltankstelle war super ausgestattet. Mit vollem Tank fahren wir dann aus dieser wimmeligen und chaotischen Stadt hinaus in Richtung Kitgum. Diese Straße ist sehr gut und hat keine Schlaglöcher.
Bis Kitgum passieren wir viele Lehmhaus Kraale.


Mal sind die Häuser eckig, mal sind sie rund.






Ein geringes Verkehrsaufkommen, aber rasende Busse sind mit Vorsicht zu genießen! :evil:
Feste Häuser sind kaum noch zu sehen. Hier lebt der Volksstamm der Acholi und weiter östlich die Karimojong.
Die Menschen sind alle freundlich. Erst kurz vor Kitgum entdecken wir eine weitere Tanksäule. Besonders viel Sprit gibt es hier nicht.
Nun wird die Strecke spannender. Wir biegen auf eine rote Gravelroad ab. Die Oberfläche ist aber gut gegradert und eben. Am Himmel ziehen dunkle Wolken auf.




Um uns herum scheint die Welt unterzugehen.

Bisher schien die Sonne und ausgerechnet jetzt droht der Himmel über uns zu platzen. Nach weiteren 10 Minuten sehen wir gar nichts mehr und können nur noch langsam fahren. Der große Vorteil ist, dass es draußen nicht staubt! Der Regen prasselt auf uns herab, lässt aber nach 30 Minuten langsam nach und es regnet nur noch leicht. In kürzester Zeit sind neben dem Weg tiefe Flüsse entstanden, diese verschwinden aber auch schnell wieder.



Vor uns liegt eine Bergkette, dieser Weg wird immer interessanter, aber auch rutschiger und Regenfotos sind meist nicht so schön.




Am linken Rand erkennt man noch, wie hoch das Wasser stand!
Wer in Uganda unterwegs ist, muss immer mit Regen rechnen.
Wir nähern uns den Bergen und kurz hinter Karenga versperrt ein umgestürzter LKW den Weg. Die Anwohner des Ortes stehen bei dem Regen auf der Ladefläche und sammeln die Getreidereste zusammen. Schuhe stehen im Weg. Uns gelingt es im Schneckentempo an der Unfallstelle vorbei zu kommen. Die Leute staunen nicht schlecht.
Kurz hinter Karenga legen wir eine kurze Pause ein. Es regnet immer noch leicht. Etwas Joghurt mit Müsli gibt es zum Lunch im Auto. Wasser mit einer Vitamintablette als Kaffeeersatz muss reichen.
Nach weiteren 25 Km erreichen wir den Kidepo NP und damit die Savannah Lodge.









Die Lodge befindet sich auf einem Bergkamm und verfügt über Zelte, die alle einen traumhaften Blick über die Savanne bis zur Grenze des Sudan eröffnen.
Jedes Zelt hat eine eigene Terrasse und ein eigenes Bad. Allerdings werden auch Zelte mit Gemeinschaftsbad angeboten.


Die Zelte stehen verteilt auf dem Gelände.




Das ist eine echte Safarilodge, wie sie sie uns gefällt!
Insgesamt sind wir 6 Stunden vom Fort Murchinson bis hierhergefahren. Es ging schneller als erwartet. Von Gulu ist die Strecke in 4 Stunden zu schaffen.
Begrüßt werden wir mit einem Rote-Beete-Saft und Desinfektionsmitteln! Eduard, der Freund von Wilfried, weiß sofort, dass wir aus Fort Murchinson kommen und begrüßt uns.
Nach dem Einchecken werden wir zu einem Zelt geführt. Es ist so toll hier, wir fühlen uns gleich wohl. Die Lodge liegt wunderhübsch auf einer Bergkuppe.
Das Zelt ist mit einem echten Bett, Lampen und sogar Strom ausgestattet. In jedem Zelt steht wartet eine Flasche Desinfektionsmittel auf den Benutzer! :woohoo:



Wir probieren die Betten aus und chillen etwas und gegen 15.30 Uhr machen wir uns auf zum Gate. Hier wird alles sehr entspannt gesehen. Ich bezahle die ermäßigten Gebühren für zwei Tage und dann sind wir schon unterwegs. Das Wetter ist wieder super, kein Regen mehr!
Ernüchterung macht sich breit: Viel Landschaft und wo sind die Tiere? Dann sehen wir ein paar Büffel. Davon gibt es hier reichlich. Ein paar Kobs, aber irgendwie ist hier wenig los.






White Hardebeest und Dassis gibt es hier...







Wir fahren zurück zur Lodge. Dort sprechen wir mit Eduard, der uns sofort einen Tipp gibt.
Gamedrives werden im Moment nicht angeboten, da bisher kaum Touristen kamen. Eduard empfiehlt uns einen Freund, der als Ranger arbeitet. Er meint, es wäre gut, wenn er uns zwei/drei Stunden am nächsten Morgen begleitet. Wir sollen ihn am Informationscenter abholen. Eduard telefoniert und arrangiert die Verabredung für den nächsten Morgen.
Leider glauben wir, dass wir noch etwas Diesel gebrauchen könnten. Dieser Wagen hat nur einen Tank mit einem Radius von ca. 700 Km. 20 Km zurück in Karenga befindet sich eine kleine Tankstelle. Wir fahren noch einmal los und versuchen 30 L zu tanken. Das Ganze wird ein echtes Abenteuer. Die Tankstelle verfügt über keinen Strom. Die junge Frau tippt 30 L in eine Vorrichtung, die offensichtlich die Liter zählt. Manfred wurde dann aufgefordert, die Pistole zu halten und dann begann die sportliche Übung an der Tanksäule. Mit viel Kraft beginnt die junge Frau an einer Kurbel zu drehen und dabei pumpt sie den Diesel hoch und in unseren Tank: Wir lachen!





Um 19.00 Uhr erwartet uns ein leckeres Abendessen. Wir sind heute noch die einzigen Gäste.



Vor unserem Badezimmerfenster grasen inzwischen die Defassa-Wasserböcke.





Die Lodge grenzt an den NP, es gibt keine Zäune. Ein Grund, weshalb wir mit einem bewaffneten Guide vom Restaurant zum Zelt begleitet werden.

Morgen lernen wir den Kidepo NP lieben...

Biggi
Letzte Änderung: 27 Apr 2021 16:36 von tiggi.
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