THEMA: Uganda im März/April 2021- ein Reisebericht
26 Apr 2021 17:31 #614014
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.. nachmittag im Murchinson Park

In Pakwach gibt es drei markenlose Tankstelle. Wir wurden gewarnt, dass die "einfachen" Tankstellen oft mit Wasser verdünnten Diesel verkaufen und dieses auf Dauer nicht gut für die Maschinen ist. Dennoch mussten wir ein paar Liter dazu tanken, denn die nächste Shell oder Total befindet sich 100 Km weiter in Gulu.
Im Ort gibt es auffallend viele Straßenhändler, die auch uns sofort überfallen und noch bevor unser Tank gefüllt ist, bin ich um einen Mörser reicher. Weitere Händler können wir abwimmeln. Überall stehen Polizeifahrzeuge und bewachen die Straße oder die Umgebung. So ein Aufgebot haben wir sonst noch nicht gesehen.
Aus einem ATM ziehe ich noch Geld.
In Uganda zahlt man fast immer mit Bargeld. Kreditkarten werden nur sehr selten angenommen. Vor allem sollte man sich nicht darauf verlassen.
Übrigens haben die Banken sehr unterschiedliche und teilweise bis zu 8 € hohe Gebühren. In der Victoria Mall in Entebbe gibt es die ABSA Bank (ich meine mich daran zu erinnern. Es ist die Bank kurz vor dem Shoperite rechts), die keine Gebühren erhebt, aber schon gegenüber hinter dem Schuhgeschäft BATA befindet sich ein Automat, der tatsächlich 8 € pro Anhebung errechnet. Die Tropic Bank daneben ist auch teuer, hat aber geringere Gebühren.
So richtig wohl fühlen wir uns nicht in Pakwach. Es ist das einzige Mal, dass uns Händler belästigen und diverse Dinge verkaufen wollen, die wir nicht benötigen. Sie sind auch sehr hartnäckig im Diskutieren.

Danach nutzen wir noch einmal unser Tagesticket (24 Stunden gültig) und fahren erneut in den Park.
Wir fahren die Pakuba Lodge an, um dort eventuell eine Möglichkeit zu haben, etwas zum Trinken zu bekommen.
Eine kleine Runde fahren wir um die alten Ruinen, treffen aber nur auf eine Agame, jedenfalls dieses Mal. In ein paar Tagen soll es anders sein.



Von dort folgen wir dem Pakuba Track entlang des Nils, der auch hier sehr nah an den Weg kommt.
Eine Brücke ist zerstört, aber es gibt eine Umleitung und so gelangen wir an eine tolle Stelle, an einen Hippo-Pool, wo wir ein Picknick machen können.




alte Brücke!


Umleitung :P :P


Uganda Kobs stehen überall Wache! :blush:
Vor zwei Jahren stand hier kein Wasser, die Hippos waren für uns nicht erreichbar. Jetzt dösen sie zwischen Wasserhyazinthen.
Grundsätzlich gibt es im Park keinen Picknickplatz mehr. Der bisher einzige war der Delta Point mit einem Campingplatz und der ist im Nil versunken.










Wir folgen dem Track und wieder stehen die Elefanten neben dem Auto oder die Giraffen kreuzen unseren Weg.







Dann sehen wir die kleinen putzigen Husarenaffen. Leider etwas entfernt.








Ein ganz scheues Buschböckchen ist auch noch etwas unscharf zu sehen



Gegen 17.00 Uhr verlassen wir den Murchinson Park. :kiss:





Unser Fazit: Es war sehr nett, aber die großen Herden fanden wir nicht. Für die kleine befahrbare Fläche, haben wir sehr viel Tiere an nur einem Tag gesehen. Wir kommen aber noch einmal zurück, auch wenn wir es jetzt noch nicht wissen. Wir sind ja ziemlich planlos unterwegs und entscheiden täglich, wohin der Weg führt.






Die Sonne senkt sich und wir sind kurz vor der Lodge.
In der Fort Murchinson Lodge ist es voll geworden. Wilfried teil uns mit, dass wir auf der Kidepo Savanna Lodge willkommen sind, aber das gewünschte Zelt mit eigenem Bad nur zwei Nächte frei ist. Wir können danach in ein Zelt mit Community Bad umziehen. Das überlegen wir noch, so etwas wollten wir aber in Coronzeiten vermeiden. :sick:

Unser Abendessen ist wieder ziemlich lecker. Danach kommen wir mit der Familie ins Gespräch, die auch gestern schon hier war. Der Vater ist Deutscher, mit einer Belgierin verheiratet, die aber auch deutsch spricht, und drei Töchtern. Die Familie lebt seit 5 Jahren in Uganda und er erzählt, dass die Inzidenzwerte gerade steigen. Aus dem Kongo wurde eine neue Mutation „Nigeriavariante“ eingeschleppt. Der Vater scheint im medizinischen Bereich zu arbeiten. Es klang so und ich wollte ihn nicht ausfragen.
Er erzählte auch, dass die Familie morgen über die Pontonbrücke in den Süden ausreist. Heute hat er sich noch einmal erkundigt und erfahren, dass er morgen bis 7.00 Uhr darüber fahren kann. Des Weiteren erfuhren wir, dass schon einige Lodges aufgegeben haben und unter den ausbleibenden Touristen nicht überlebt haben. Solche Gespräche sind manchmal sehr informativ, auch wenn man sich sein eigenes Bild machen sollte.
Später lernen wir noch Lodgebesitzer kennen, die ihre Lodge in Jinja schließen mussten, weil das Geld ausblieb. Es ist traurig, was Covid 19 auch hier für Folgen hat. Es sind immer die Menschen, die ohnehin kaum ein Einkommen haben, die jetzt gar nichts mehr bekommen.

Morgen geht es in den Kidepo NP.

Biggi
Letzte Änderung: 26 Apr 2021 17:49 von tiggi.
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27 Apr 2021 15:38 #614113
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Hallo Tina,
Bootsfahrten zu den Murchinson Falls wurden wieder angeboten. :kiss:

Biggi


Mittwoch, 31/3/21
Wir stehen früh auf, denn der Weg in den Kidepo NP soll lange dauern. Um 6.45 Uhr sitzen wir bereits am Frühstückstisch. Heute Morgen ist es voll, gestern sind viele Gäste angereist und alle wollen früh in den NP. Ich lade noch einen Akku, denn Strom gibt es auf den Zimmern nur auf Anfrage. Uns wurde der Strom dann angestellt, aber ein Gewitter in der Nacht hat ihn wieder verschwinden lassen. Viele Lodge verfügen nur über Generatoren.
Der Weg ist inzwischen abgetrocknet und die 4 Kilometer bis zur Teerstraße lassen sich gut fahren. Die nächsten 25 Kilometer kommen wir gut voran, dann müssen wir tatsächlich wieder einige Kilometer dieser Schlaglochpiste durchfahren und erst ab Anaka biegen wir auf einen Shortcut nach Gulu ab.






Häuser auf dem Weg nach Gulu.
Dieser ist in einem sehr guten Zustand, man wird nur durch die vielen Speedbumps ausgebremst. Bis Gulu sind es 102 Km, die wir nach 2 Stunden erreicht haben. In Gulu tanken wir voll, da in Uganda der Diesel häufig mit Wasser getreckt wird, sollte wir nur an einer Total oder Shelltankstelle unseren Boliden befüllen. Die erste Shell hatte keinen Diesel mehr, auch das ist hier einzuberechnen, aber die Totaltankstelle war super ausgestattet. Mit vollem Tank fahren wir dann aus dieser wimmeligen und chaotischen Stadt hinaus in Richtung Kitgum. Diese Straße ist sehr gut und hat keine Schlaglöcher.
Bis Kitgum passieren wir viele Lehmhaus Kraale.


Mal sind die Häuser eckig, mal sind sie rund.






Ein geringes Verkehrsaufkommen, aber rasende Busse sind mit Vorsicht zu genießen! :evil:
Feste Häuser sind kaum noch zu sehen. Hier lebt der Volksstamm der Acholi und weiter östlich die Karimojong.
Die Menschen sind alle freundlich. Erst kurz vor Kitgum entdecken wir eine weitere Tanksäule. Besonders viel Sprit gibt es hier nicht.
Nun wird die Strecke spannender. Wir biegen auf eine rote Gravelroad ab. Die Oberfläche ist aber gut gegradert und eben. Am Himmel ziehen dunkle Wolken auf.




Um uns herum scheint die Welt unterzugehen.

Bisher schien die Sonne und ausgerechnet jetzt droht der Himmel über uns zu platzen. Nach weiteren 10 Minuten sehen wir gar nichts mehr und können nur noch langsam fahren. Der große Vorteil ist, dass es draußen nicht staubt! Der Regen prasselt auf uns herab, lässt aber nach 30 Minuten langsam nach und es regnet nur noch leicht. In kürzester Zeit sind neben dem Weg tiefe Flüsse entstanden, diese verschwinden aber auch schnell wieder.



Vor uns liegt eine Bergkette, dieser Weg wird immer interessanter, aber auch rutschiger und Regenfotos sind meist nicht so schön.




Am linken Rand erkennt man noch, wie hoch das Wasser stand!
Wer in Uganda unterwegs ist, muss immer mit Regen rechnen.
Wir nähern uns den Bergen und kurz hinter Karenga versperrt ein umgestürzter LKW den Weg. Die Anwohner des Ortes stehen bei dem Regen auf der Ladefläche und sammeln die Getreidereste zusammen. Schuhe stehen im Weg. Uns gelingt es im Schneckentempo an der Unfallstelle vorbei zu kommen. Die Leute staunen nicht schlecht.
Kurz hinter Karenga legen wir eine kurze Pause ein. Es regnet immer noch leicht. Etwas Joghurt mit Müsli gibt es zum Lunch im Auto. Wasser mit einer Vitamintablette als Kaffeeersatz muss reichen.
Nach weiteren 25 Km erreichen wir den Kidepo NP und damit die Savannah Lodge.









Die Lodge befindet sich auf einem Bergkamm und verfügt über Zelte, die alle einen traumhaften Blick über die Savanne bis zur Grenze des Sudan eröffnen.
Jedes Zelt hat eine eigene Terrasse und ein eigenes Bad. Allerdings werden auch Zelte mit Gemeinschaftsbad angeboten.


Die Zelte stehen verteilt auf dem Gelände.




Das ist eine echte Safarilodge, wie sie sie uns gefällt!
Insgesamt sind wir 6 Stunden vom Fort Murchinson bis hierhergefahren. Es ging schneller als erwartet. Von Gulu ist die Strecke in 4 Stunden zu schaffen.
Begrüßt werden wir mit einem Rote-Beete-Saft und Desinfektionsmitteln! Eduard, der Freund von Wilfried, weiß sofort, dass wir aus Fort Murchinson kommen und begrüßt uns.
Nach dem Einchecken werden wir zu einem Zelt geführt. Es ist so toll hier, wir fühlen uns gleich wohl. Die Lodge liegt wunderhübsch auf einer Bergkuppe.
Das Zelt ist mit einem echten Bett, Lampen und sogar Strom ausgestattet. In jedem Zelt steht wartet eine Flasche Desinfektionsmittel auf den Benutzer! :woohoo:



Wir probieren die Betten aus und chillen etwas und gegen 15.30 Uhr machen wir uns auf zum Gate. Hier wird alles sehr entspannt gesehen. Ich bezahle die ermäßigten Gebühren für zwei Tage und dann sind wir schon unterwegs. Das Wetter ist wieder super, kein Regen mehr!
Ernüchterung macht sich breit: Viel Landschaft und wo sind die Tiere? Dann sehen wir ein paar Büffel. Davon gibt es hier reichlich. Ein paar Kobs, aber irgendwie ist hier wenig los.






White Hardebeest und Dassis gibt es hier...







Wir fahren zurück zur Lodge. Dort sprechen wir mit Eduard, der uns sofort einen Tipp gibt.
Gamedrives werden im Moment nicht angeboten, da bisher kaum Touristen kamen. Eduard empfiehlt uns einen Freund, der als Ranger arbeitet. Er meint, es wäre gut, wenn er uns zwei/drei Stunden am nächsten Morgen begleitet. Wir sollen ihn am Informationscenter abholen. Eduard telefoniert und arrangiert die Verabredung für den nächsten Morgen.
Leider glauben wir, dass wir noch etwas Diesel gebrauchen könnten. Dieser Wagen hat nur einen Tank mit einem Radius von ca. 700 Km. 20 Km zurück in Karenga befindet sich eine kleine Tankstelle. Wir fahren noch einmal los und versuchen 30 L zu tanken. Das Ganze wird ein echtes Abenteuer. Die Tankstelle verfügt über keinen Strom. Die junge Frau tippt 30 L in eine Vorrichtung, die offensichtlich die Liter zählt. Manfred wurde dann aufgefordert, die Pistole zu halten und dann begann die sportliche Übung an der Tanksäule. Mit viel Kraft beginnt die junge Frau an einer Kurbel zu drehen und dabei pumpt sie den Diesel hoch und in unseren Tank: Wir lachen!





Um 19.00 Uhr erwartet uns ein leckeres Abendessen. Wir sind heute noch die einzigen Gäste.



Vor unserem Badezimmerfenster grasen inzwischen die Defassa-Wasserböcke.





Die Lodge grenzt an den NP, es gibt keine Zäune. Ein Grund, weshalb wir mit einem bewaffneten Guide vom Restaurant zum Zelt begleitet werden.

Morgen lernen wir den Kidepo NP lieben...

Biggi
Letzte Änderung: 27 Apr 2021 16:36 von tiggi.
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28 Apr 2021 08:36 #614194
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Kidepo NP
Ein gutes reichhaltiges Frühstück nehmen wir um 6.15 Uhr zu uns und um 7.00 Uhr stehen wir bereits vor dem Informationscenter bei der Apoka Lodge und dem Hostel.


Am Gate zum NP - es ist übrigens nicht verschlossen. Man kann den Balken alleine wegheben.

Die Sonne erwacht und die ersten Büffel sind bereits unterwegs.
Ein Schlagbaum kurz vor der Apoka Lodge sperrt das ansonsten offene Gelände ab. Unser Permit wird hier noch einmal kontrolliert, dann dürfen wir durch. Am Infocenter wartet Gilbert auf uns. Ich zahle an der Kasse 20 US$ und dann fahren wir los. Gilbert erhält eine FFP2 Maske von mir, denn er fährt ja mit unserem Auto mit. Er ist bewaffnet, erklärt aber, dass er keine Munition habe. Wenn die Löwen sein Gewehr sehen, lassen sie uns schon in Ruhe?! Hoffentlich gibt es hier auch Löwen? :woohoo:
Wir verlassen das Gelände nach Norden und treffen wenig später auf …..







...eine Gruppe junger Schakale. Hier ist das Gras noch sehr hoch und viele Tiere sind kaum erkennbar. Sie stehen plötzlich neben dem Auto.
Gilbert leitet Manfred zu einem Baum, auf dem hin und wieder ein Leo lebt. Leider ist er heute wohl verreist. :sick:
Über einen Kamm befahren wir eine sehr schlechte Road, aber der Blick wandert über ein großes Savannengebiet bis zu den Bergen, die im Norden die Grenze zum Sudan bilden.


Guten Morgen!


Apoka Lodge




Eland, weit entfernt!







Giraffen, Wasserböcke, Buschböcke und Kobs sehen wir. Zahlreiche Oribis grasen neben dem Weg und in der Ferne erblicken wir Zebras und wenige Elands. Die Elands sind sehr scheu. Heute können wir sie kaum erkennen, das ändert sich aber noch. Es geht bergauf und bergab, Boda Bodas begegnen uns. Hier wird teilweise eine Ansiedlung mit Rangern besucht. Die letzten Kilometer vor dem Sudan gelten als Sperrgebiet und dürfen nur vom Militär betreten werden. Es ist völlig ungewohnt, Motorräder in einem NP zu sehen.
Die Bilder vermitteln einen Eindruck der Weite der Savanne, die teilweise aber nicht mit dem Auto erreichbar ist. Nur die wenigen Wege sind befahrbar, Offroad-Fahren kostet 150 US$ Strafe. Noch ahnen wir nicht, dass wir bald in diese schwierige Situation kommen werden.

Nach einer guten Stunde verlassen wir die tierreiche Region. Die große Weite ist schon beeindruckend, aber zum Fotografieren sind viele Tiere weit entfernt.
Wir begeben uns über die Mainroad zum Picknickplatz. Im Park gibt es zwei solcher Plätze, an denen man auch campen darf. Gilbert hat von einem Freund erfahren, dass er dort Löwen gesehen hat. Wir haben die Löwen während der Nacht brüllen gehört. Tatsächlich liegt auf einer Kopje ein Löwenpärchen.
Wir dürfen Offroad fahren und kommen so sehr dicht an die Tiere heran. Nein, das ist noch nicht unser Vergehen des Offroad-fahrens!
Ein weiteres Pärchen liegt hinter der Felsgruppe. Schlafende Löwen, die aber hin und wieder hochschauen und dann in den Schatten wandern. Welch ein tolles Erlebnis!









Upps, da liegen auch noch zwei..




Er hat wirklich tolle Farben in seiner Mähne - wurde bestimmt vom Friseur eingefärbt! :woohoo: :evil:






Seine Liebste ist auch erwacht!















Wie gut, dass wir keine 36 Aufnahmen-Diafilme bei uns haben und einfach die SD Karten zum Glühen bringen können! :evil:
Letzte Änderung: 02 Mai 2021 12:04 von tiggi.
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30 Apr 2021 18:04 #614479
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Es geht weiter...
Wir fahren an einen kleinen Pool....







Schnappi, das kleine Krokodil liegt auch auf der Lauer.



Nach drei Stunden bringen wir Gilbert zum Infocenter zurück. Es war eine interessante Tour mit vielen Infos über den Park. Der Park ist sehr groß und weitläufig, deshalb war es gut, die typischen Regionen gezeigt zu bekommen, wo man häufiger auf Tiere trifft.


Infocenter

Rundhütten - Hostel


Wasserlöcher, wie man es aus dem Krüger NP kennen, gibt es hier nicht.
Wir kehren dann noch einmal in die Savannenregion hinter der Apoka Lodge zurück und fahren quer durch. Es gibt kleine Wege, die aber oft auch matschig sind. Es sind wieder Wasserböcke, Oribis und White Hardebeest zu sehen.



Zum Lunch wollen wir auf den Picknickplatz und dort einen Cappuccino kochen, Joghurt, Müsli, Muffins und Obst essen. In respektvollem und sicherem Abstand zu den Löwen können wir in den Schutzhütten eine Pause einlegen.




Duschen und Toiletten
In einer dieser Schutzhütten wurde Chris, der Eigentümer der Rwakobo Lodge am Lake Mburo, von einem Blitz erschlagen. Wir erfahren das erst in ein paar Tagen später, daher können wir uns noch sehr entspannt hier aufhalten. Chris lernten wir auf unserer Tour 2019 persönlich kennen und führten nette Gespräche mit ihm. Seine ugandische Frau, seine zwei kleinen Kinder und eine (zufällige) Krankenschwester waren zusammen hier, als sie vom Gewitter überrascht wurden. Chris hatte keine Chance, trotz der Hilfe der Krankenschwester. Es hat uns sehr erschüttert, das zu erfahren.
Wir fahren noch ein paar Loops im unteren Bereich des Parks ab und kehren bald zur Lodge zurück, um auf unserer tollen Terrasse zu relaxen.
Gegen 16.00 Uhr fahren wir erneut in den Park und dieses Mal ist ein Loop durchs Narus Valley, in Richtung einer alten Idi Amin Lodge, unser Ziel. Große Herden Büffel grasen hier. Es sind mehrere tausend Tiere, Zebras und eine große Herde Elands sind auch unterwegs. Fantastische Tiere bewegen sich vor unserem Auto. Wir sind ganz begeistert.






Der hat sich wohl mit einem Partner gestritten :sick:


Ein Albinobüffel!






















Die Wege sind eng, ausgewaschen und bestehen aus rotem Lehmboden. Links und rechts des Weges gibt es tiefe Gräben.
Gerade als Manfred ausspricht, dass er hier keinen Regenschauer erleben möchte, ziehen dunkle Wolken auf und nur wenig später gehen dicke Tropfen auf uns nieder. Die Wege sind eigentlich unpassierbar, aber wir müssen ja irgendwie zurück. Ganz langsam rollen wir vorwärts, die Reifen haben keinen Grip mehr, da sich bereits eine dicke, mind. 3 cm dicke Lehmschicht drumherum gebildet hat. Und irgendwann passiert das Unvermeidbare – wir rutschen, quasi aus dem Stand, in einen Graben. Der Wagen hängt in Schieflage, meine Tür lässt sich nicht öffnen. Ich checke zuerst das Handynetz – kein Empfang! Hier ist die letzten Wochen kein Auto entlanggefahren und es wird auch so schnell niemand kommen. Bis zur Lodge ist es zu Fuß zu weit. Manfred ist dann schon aktiv, schaltet das Differenzial ein und lässt den Wagen langsam vor und zurück rutschen. Irgendwo gibt es etwas Gras unter dem Reifen und tatsächlich kommt er wieder auf den Weg. Ich steige aus, es regnet kaum noch.




Dicke lehmbehaftete Reifen und ein Weg so breit wie unser Auto. Der Weg ist so schmal, dass nicht einmal die volle Auflagefläche haftet. Ich lotse Manfred wenige Zentimeter voran und nach 3 Metern gibt es keinen Graben mehr. Er muss nun Offroad weiter, da der Weg nicht befahrbar ist. Offroad-fahren ist strafbar und kostet 150 US$, aber alles ist günstiger als den Wagen im Graben zu lassen. Nach ein paar Kilometern löst sich der Lehm, der Weg wir sandiger. Wir kehren auf den Weg zurück.
Der Schreck ist groß, an Fotografieren ist nicht zu denken.
Und dann soll es noch spannend werden….



Vor uns stehen plötzlich 25 Giraffen. Wie fantastisch ist das denn? Ich fotografieren viel, doch langsam wird es dunkel und wir haben noch einige Kilometer bis zum Gate.

















Der Weg wird wieder rutschig und matschig, doch irgendwie erreichen wir die Mainroad und gegen 18.30 Uhr das Gate.


Diese Aufnahme entstand am nächsten Morgen. Die Mainroad war zwar immer noch rutschig, aber hier gab es nicht den dicken roten Lehm und die tiefen Gräben.
Der Securitiy lacht und wir glauben, verspätet zu sein, doch er macht uns klar, dass er bis 19.00/20.00 oder 21.00 Uhr hier sitzt.
Glücklich erreichen wir die Lodge und können immer noch nicht glauben, dass wir aus dem Graben alleine herausgekommen sind. Wie setzen uns in die Lapa und bestellen erst einmal je einen Gin Tonic!
Eduard teilt uns inzwischen mit, dass wir doch noch eine weitere 3. Nacht im Zelt bleiben können. Hurra! Nach der Ernüchterung des gestrigen Tages, gefällt uns der Park inzwischen mit seiner Weite sehr gut. Die Landschaft erinnert stark an die Weite der Serengeti. Es ist aber auch kein Wunder, denn die Ostgrenze stößt an Kenia.
Ich bitte Eduard noch einmal beim Fort Murchinson anzurufen, ob dort noch einmal 2 Nächte möglich sind. Eine Nacht ist noch ein Zimmer frei, lautet seine Antwort. Ich rufe dann bei Nature Lodges an und möchte diese Nacht buchen, doch leider ist inzwischen alles ausgebucht. Wir überlegen, wo und wie wir weiterreisen. Mir fällt dann die Pakuba Lodge im Murchinson Park ein. Allerdings ist sie nicht so günstig, wie die Nature Lodges. Da wir nun wissen. Dass wir über die Brücke ausreisen können, wollen wir doch lieber diese Strecke fahren, als über Gulu, Karuma und Masindi. In der Pakuba Lodge erhalten wir das vorletzte Zimmer für 170 US$/Nacht inklusive HP. Jetzt können wir uns ganz entspannt zurücklegen und die Umgebung genießen. Der Blick geht nach Norden, 20 KM, dann beginnt der Sudan und 50 Km nach Osten liegt Kenia. Keine Zäune verhindern die Tierwanderungen. Viele Elefanten sollen gerade in Kenia sein. Es wurden in den letzten Tagen keine Elis gesehen.
Heute ist die Lodge ausgebucht. Viele Expats reisen an, aber auch Volontäre aus Australien und den USA sind dabei. Ein deutsches Mädchen hat ihre Eltern und Großeltern zu Besuch. Sie reisen mit ihr durchs Land, während sie hier ein Praktikum absolviert. Es sind Ferien in Uganda. Wir kommen mit einer Niederländerin und ihrem Sohn ins Gespräch, die schon seit 17 Jahren im Land lebt und in einer großen Company in Kampala arbeitet. Sie haben für den übernächsten Tag eine Wanderung auf den M--- mit einem Ranger gebucht. Sie verbringen ihre Ferien hier häufiger.
Das Dinner um 19.00 Uhr ist wieder richtig gut!

Und morgen geht es erneut entspannt ins Narus Valley und tatsächlich hält der Park noch ein paar Überraschungen bereit...

Biggi ;)
Letzte Änderung: 02 Mai 2021 12:06 von tiggi.
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30 Apr 2021 18:52 #614482
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Freitag, 2/4/21[/color][/b]

Heute gehen wir spät zum Frühstück, gegen 7.30 Uhr. Unser Permit ist noch bis 15.33 Uhr gültig und wir wollen ganz entspannt ein bisschen umherfahren.
Das Frühstück erfolgt heute in Buffettform. Die Niederländerin mit ihrem Sohn ist ebenfalls spät dran und so tauschen wir noch ein paar Infos aus. Der Sohn möchte heute endlich die Geparden finden.

Am Gate kennt man uns schon und winkt uns freundlich zu, wir folgen der Mainroad zum ersten Picknickplatz. Die Löwen sind natürlich weitergezogen. Jetzt haben wir die Möglichkeit den Observation Point mit dem Fernglas zu nutzen und uns die Tiertafeln anzuschauen.




Eine Lilie blüht hier versteckt :ohmy:
Zufällig treffen wir dort erneut auf Gilbert, der mit einer Gästegruppe unterwegs ist. Stolz trägt er unsere FFP 2 Maske! ;) :P




Die Kleinen sehen so flauschig aus :P







Ein typischer Weg mit interessanten Footprints
Am Pool sonnt sich heute morgen ein Varan ...




Schnappi liegt auch wieder auf der Lauer...


Ein Lillytrotter (Jacana) ist auf Futtersuche

Ein Geier wartet auf die richtige Thermik


Den Zebras kommen wir auch näher...





Immer noch ziemlich planlos fahren wir einfach weiter in Richtung Airstrip und biegen dahinter zu einem alten Steinbruch ab. Von dort eröffnet sich und ein fantastischer Blick über die Ebene des Kidepo Valley bis zu der Bergkette der Morungule Mountains. Dahinter liegt Kenia.
Diese Weite ist beeindruckend, wenn man aus dem verhältnismäßig engen Deutschland kommt. Plötzlich erkenne ich kleine schwarze Punkte, die sich in unsere Richtung bewegen.









Es ist kaum zu glauben, denn die Elefanten sollen gerade nicht hier sein, aber es sieht nach Eli und Eli und Eli aus! Mit der Kamera im Anschlag beobachte ich die Herde. Sie bewegt sich relativ schnell quer durch die Ebene. Es müssen ca. 26 Tiere sein. Wir überlegen, welchen Plan sie haben und setzen uns ins Auto, um ihnen näher zu kommen. Es sieht so aus, als wenn sie zu den großen Bäumen am Südrand marschieren. Wir fahren los! Dann ändern sie ihre Richtung und wir warten. Wir warten an einem Querweg zur Mainroad und haben dann das große Glück, dass die Herde genau auf uns zu steuert. Innerhalb kürzester Zeit haben die Tiere eine große Entfernung zurückgelegt. Beschützend werden die Jungtiere in die Mitte der Herde genommen und dann überqueren sie sogar direkt vor unserem Auto den Weg. Herrlich, was für ein Glück! Wir folgen ihnen noch ein Stückchen um eine Kopje herum und dann ziehen sie in Richtung Sudan weiter durch ein trockenes Flussbett. Leider gibt es hier keine Wasserlöcher, an denen sie rasten. Ihr Ziel bleibt uns unbekannt.












Auch der Nachmittag strapaziert noch einmal unsere Nerven - es wird spannend! :woohoo: ...
Anhang:
Letzte Änderung: 02 Mai 2021 11:40 von tiggi.
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02 Mai 2021 12:02 #614613
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Der letzte Nachmittag im Kidepo NP!

Inzwischen ist es Zeit für einen Lunch und wir fahren wieder den uns bekannten Picknickplatz an. Ein paar Wolken ziehen auf und so nutzen wir die Schutzhütte.
Anschließend folgen wir einem Loop durchs Narus Valley. Und dann sehen wir plötzlich... :woohoo:
Es ist unfassbar, was wir hier alles erleben. Das hat all unsere Erwartungen übertroffen. Nach der Ernüchterung am ersten Nachmittag, hat sich der Park nun doch zu einem Lieblingsort gewandelt.
Die Wege sind noch feucht und teilweise rutschig, am Horizont sind Wolken zu sehen. Wir wollen nur noch einen kurzen Loop fahren...
Da kreuzt eine Löwin unseren Weg und ich kann sie nur aus dem Fahrerfenster entfernt erwischen.... , sie begibt sich schnell auf die Grasfläche der Savanne und nur Sekunden später läuft sie zielgerichtet einen Bogen.



Aus dem Augenwinkel sehe ich etwas Dunkles, dann erfolgt ein jämmerliches Quieken und die Löwin war erfolgreich. That is the circle of life!



Mit ihrem Warzenschweinchen im Maul läuft sie aber weiter. Wir sind uns nicht sicher, ob es eventuell die Löwin vom gestrigen Tag war, denn sie trägt ein Halsband. Sie frisst das Tier nicht. Wir können ihr nur bis an den Rand einer Buschgruppe folgen, dann ist sie verschwunden. Vielleicht hat sie auch Jungtiere zu versorgen oder sie bringt ihrem Gemahl das Mittagessen. Jedoch ist das Schweinchen nur sehr klein, sodass die Vermutung nahe liegt, dass sie ihren Jungen das Fleischessen beibringen will. Wir erfahren es nicht!






:woohoo: :kiss: :woohoo: :kiss:
Ein paar Antilopen begegnen uns noch und dann beschließen wir, dass wir so viel gesehen haben, dass der restliche Nachmittag auf der Terrasse vor unserem Zelt genossen werden kann.







Am Nachmittag zieht ein kurzes Gewitter auf, aber schon nach wenigen Minuten ist der Spuk vorbei und wir relaxen.
Ich besorge heißes Wasser und bei einem weiteren Cappuccino schauen wir in die Landschaft und genießen.
Zum Sundowner setzen wir uns auf die Terrasse beim Restaurant, ein Gin Tonic; der berühmte Waragi Gin aus Uganda, schmeckt sehr gut. Das Abendessen fällt auch wieder viel zu üppig aus und dann fallen wir ein letztes Mal in die Betten im Zelt.
In den letzten Nächten hatten wir immer unbekannten Besuch in unserem Bad. Fledermäuse sind ausgeschlossen, gespannte Bänder machen das Fliegen unmöglich, aber regelmäßig finden wir kleine schwarze Kotreste auf unserer Toilette. Eine größere Maus könnte es sein, aber wir vermuten eher einen Leguan oder eine andere Echsenart. Das Tier muss nachts über einen der Holzbalken laufen und sich dort entleeren. Viellicht wäre es auch ein Bushbaby. Nachts hört man es rascheln… im Dachgebälk.
Es bleibt spannend!
Unser Fazit: Die lange Anreise lohnt sich, die herrliche Landschaft, die Weite und die unterschiedlichen Tiere waren für uns die Reise wert. Wir haben gar nicht so viel erwartet und waren vielleicht deshalb sehr positiv überrascht.
Dazu kommt die gute Lodge mit ihrer fantastischen und einzigartigen Lage und die derzeit günstigen Preise.

Biggi
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