THEMA: Von Kampala bis Kigali, mit Bus, Taxi und zu Fuß
15 Nov 2018 19:47 #539322
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  • chris p am 15 Nov 2018 19:47
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04.10.2018 Musasa nach Karongi

Heute ist schon unser letzter Tag auf dem Congo Nile Trail, wir wollen heute bis nach Karongi gehen.
Wie viele Kilometer auf uns zukommen wissen wir gar nicht genau. In dem Flyer über den Trail steht das man in Mushubati auf die Teerstrasse von Rubavu nach Karongi kommt und dann noch gut 2 Stunden bis zur Kreuzung nach Rubengera laufen muss, wo man dann einen Bus nach Karongi nehmen sollte.
Wir werden heute noch einmal mit tollem Wetter, fantastischer Landschaft und interessanten Begegnungen für die Mühen der letzten Tage belohnt.
Was wir sehr häufig sehen, ist das die Frauen das Gras oder Unkraut am Strassenrand mit ihren Hacken und anderen Geräten entfernen, teilweise sehen wir ganze Kolonnen von Strassenarbeitern die die Ränder sauber halten.









Die ersten 2 Stunden geht es heute mal wieder bergauf, wir kommen durch das eigentliche Dorf Musasa, wo eine kleine Gedenkstätte für den Genozid von 1994 steht.

















Zum Glück geht es dann auch mal wieder für eine längere Strecke bergab und wir erreichen ein Tal durch das ein großer Fluss fließt in dem viele Leute ihre Felder bewirtschaften.











Hier entdecken wir keine Schilder mehr und wir werden für eine Abkürzung quer über die Berge geschickt. Das ist der Anfang von einer unglaublichen Quälerei heute, ab hier geht es für mehrere Stunden nur noch bergauf und wir halten in jedem Dorf an um etwas zu trinken.











Irgendwann erreichen wir dann die Teerstraße und wir rechnen bei den angegebenen 2 Stunden mit gut 8 km.
Hier gibt es auch schon die ersten Bushaltestellen, obwohl wir ziemlich fertig sind entscheiden wir uns bis zur Kreuzung nach Karongi über die Teerstrasse zu laufen, die sich in Serpentinen die Berge herunter windet.
Wir sehen das 30 Kilometer Schild bis nach Karongi und rechnen damit dann bei so KM 22 oder 21 die Kreuzung und somit einen Bus zu erreichen.
Nach ein paar langweiligen Kilometern auf der Teerstrasse kommen die ersten Dörfer und wir freuen uns so langsam darauf gleich in den Bus zu steigen. Ab KM 22 erwarten wir dann die Kreuzung doch zuerst geht es mit der Strasse wieder bergauf, was unserer Stimmung nicht gut tut. Auch bei KM 18 ist noch keine Kreuzung in Sicht und als dann ein Bus von hinten kommt stellt sich Petra auf die Strasse um diesen anzuhalten.
Völlig fertig steigen wir ein und werfen die Rucksäcke in die Ecke. Die Kreuzung kommt dann bei KM15, also sind in den angegebenen 2 Stunden auf der Teerstrasse noch 15 Kilometer zu laufen !!
Wir steigen dann am Busbahnhof in Karongi aus und lassen uns die 500 m bis zum Mulberry Guesthouse mit dem Boda Boda fahren, laufen wollen wir erstmal nicht mehr.
Später errechnen wir dann es heute so um die 26 km gewesen sein müssen die wir gelaufen sind



Am Abend gehen wir dann aber doch noch in die Stadt und finden ein kleines Restauraunt, in dem man sich für RFR 2000 am Buffet den Teller mit lokalen Speisen vollpacken kann.
Letzte Änderung: 15 Nov 2018 19:54 von chris p.
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16 Nov 2018 13:15 #539388
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Hallo, Ihr beiden unermüdlichen Wanderer,
ich genieße Eure farbenfrohen Fotos und Eindrücke der Wanderung sehr - nicht nur, weil ich nicht selber laufen muß....
Danke für diesen Ausflug in eine andere afrikanische Welt. Die Bilder erinnern mich sehr an Aufenthalte am Kivu-See (kongolesische Seite) in den 80er Jahren. Daß es diese hölzernen "Transport- Fahrräder" immer noch gibt.......... ;)
Gruß
Friederike
Letzte Änderung: 17 Nov 2018 13:05 von CuF.
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Hallo Friederike,
am letzten Tag der Wanderung waren wir schon froh als wir dann in den Bus steigen konnten ;-)
Die kongolesische Seite würde uns auch noch interessieren, hoffentlich ist es irgendwann mal möglich in diese Region zu reisen und ja, diese großen Holzroller sind schon genial.

LG
Christian
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17 Nov 2018 14:22 #539472
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05.10.2018 Karongi nach Kigali

Wir haben noch einmal zusammengerechnet, gestern haben wir zusammen über 7,5 Liter Flüssigkeit zu uns genommen und dabei nur 1 oder 2 Pinkelpausen einlegen müssen. der Rest ist so wieder ausgeschwitzt worden.
Heute geht es von Karongi nach Kigali, wo unser Uganda und Ruanda Abenteuer endet.
Wir laufen zum Busbahnhof und nehmen den 08:30 Uhr Bus nach Kigali.





Die Fahrt dauert gut 3,5 Stunden und es geht die Berge rauf und runter und immer wieder hält der Bus um Fahrgäste bzw. Ladung aufzunehmen oder zu entladen.
Am Busbahnhof in Kigali ist wieder viel los und die Taxifahrer kommen sofort auf uns zu gerannt, trotzdem geht es hier in wenig geordneter zu wie in Uganda.





Wir fahren noch einmal zum Kigali Genocide Memorial, das wir schon in 2014 besucht haben und das uns damals sehr beeindruckt hat.
Wir lassen diese unglaublichen Ereignisse von 1994 noch einmal auf uns wirken und können es uns immer noch nicht vorstellen wie und warum das damals alles passiert ist.
Spätestens in den Raum wo die Geschichten einiger Kinder erzählt werden haben wir wieder Tränen in den Augen.











Anschließend fahren wir zum deutschen Supermarkt La Galette und essen eine Kleinigkeit im dazugehörigen Restaurant und laufen dann noch ein wenig durch die Stadt um dann am frühen Abend zum Flughafen zu fahren.


Bevor wir mit der Rwandair nach Johannesburg fliegen sitzen wir noch ein paar Stunden am Flughafen und denken über die letzten 2 Wochen nach.
Mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu reisen hat uns super gut gefallen, es hat immer ohne Probleme geklappt, es ist eine sehr preisgünstige Art die Länder zu bereisen und es kommt immer wieder zu spannenden Begegnungen mit den Menschen.
Das Wandern auf dem Congo Nile Trail war ein Erlebnis der ganz besonderen Art. Es war körperlich sehr anstrengend aber die wunderschöne Landschaft am Lake Kivu und die Begegnungen mit dem Menschen haben das zu einer unvergesslichen Reise werden lassen. Wir haben keine Minute und keinen Meter bereut und hoffen das wir noch einmal die Möglichkeit haben in diese wunderbare Gegend zu reisen.
Für uns geht es dann von Johannesburg für ein paar Tage durch Südafrika bis nach Upington und von dort mit dem Bus nach Windhoek. Nele, unsere Tochter arbeitet hier in Katutura in einem Kindergarten für 8 Wochen und da wollen wir sie natürlich auch besuchen uns sehen wie sie lebt und arbeitet.

Wir freuen uns das Ihr alle noch einmal mit uns gereist seit und haben uns sehr über die tollen Kommentare von Euch gefreut.



Viele liebe Grüsse und bis bald in Afrika
Christian
Letzte Änderung: 17 Nov 2018 14:25 von chris p.
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Danke für den tollen Reisebericht. Am meisten habe ich mich über die vielen schönen Bilder mit den Menschen, welche ihr unterwegs getroffen habt gefreut. Um solche Bilder zu machen, muß man sich schon auf die Leute einlassen und sich etwas Zeit nehmen. Aber für mich sind damit auch unvergeßliche Momente verbunden. Habe es jetzt gerade erst wieder erlebt, als ich mit dem Rad durch Sulawesi gefahren bin.
Übrigens Congo-Nile-Trail kann man noch relativ gut zelten. In anderen Teilen von Ruanda kann das zu witzigen Situatioen führen. Das Land ist ja so dicht besiedelt, daß man fast nirgends unbemerkt zelten kann. Im Osten war ich mit dem Rad unterwegs und es fing heftiger an zu regnen. Also in eine Kirche gegangen zum Gottesdienst. Es hörte aber nicht so richtig auf zu regnen. Also nach der Predigt den Pfarrer gefragt, ob ich auf der Wiese vom Kirchengelände zelten kann. Er wohnte dort nicht und wurde nachdenklich wegen meiner Sicherheit - da werdet ihr bestimmt lachen, weil ihr bestimmt Ruanda als sehr sicheres Land empfunden habt. Letztendlich hat er mich zum nächsten Ort bekleidet und dort auf die Polizeistation gebracht, damit ich auf der Station zelten kann. So durfte ich dann unter den Augen der Hüter des Gestzes meine Augen schließen, natürlich nicht ohne vorher eine Weile über meine Reise,Familie etc. ausgefragt zu werden.

Die Congoseite vom Kivusee hat mir landschaftlich sogar besser gefallen. Dort geht die Strasse wirklich meist am See lang, was ja auf der Ruandaseite nicht so der Fall ist. Die Menschen auch total interessant aber komplett anders - viel impulsiver und aufgedrehter. Dann kann man auf dem Weg auch noch die Flachlandgorillas sehen, was wirklich richtig gut war. Aber vor ein paar Wochen kam es selbst an der Strasse, wo ich langgeradelt bin zu Zwischenfällen mit bewaffneten Gruppen. Derzeit würde selbst ich Abstand nehmen.

Ein Bericht, der etwas in die Richtung wie euerer geht, ist der: www.namibia-forum.ch...leiden-schaffft.html
Da habe ich mich auch über die vielen Bilder mit den Menschen und deren täglichen Leben gefreut. Aber man merkt auch in euerem Bericht, daß ihr die Begegnungen als großes Erlebnis einstuft und euch darüber freut und an manche wahrscheinlich noch in zig Jahren euch erinnern werdet. Nochmals danke für so einen erfrischenden Bericht!!!!
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18 Nov 2018 11:02 #539512
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Hoi Christian

Danke für diesen inspirierenden Bericht!
Du weiss ja dass ich die Gegend um den Lake Kivu und um die Virungas liebe, dementsprechend interessiert hab ich hier mitgelesen!
Und wandern tun wir ja auch gerne, solange es saubere Unterkünfte wäre Sabine vielleicht auch davon zu überzeugen.
Hast Du da noch weitere Bilder?
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