THEMA: Von Kampala bis Kigali, mit Bus, Taxi und zu Fuß
08 Nov 2018 19:25 #538407
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01.10.2018 Maison St. Benoit nach Rwinyoni

Heute geht es über 15 km bis nach Rwinyoni.
Nach dem Frühstück verabschieden wir uns von den Nonnen, für das gestrige leckere Abendessen mussten wir nur RFR 3500 pro Person bezahlen, also gerade mal 3,5 €.
Falls mal jemand in der Gegend ist und eine Möglichkeit zum übernachten sucht, können wir das Maison St. Benoit nur empfehlen.
Die ersten Kilometer laufen wir mit tollen Ausblicken auf den Lake Kivu und es sind wieder viele Leute und vor allem viele Kinder unterwegs.













Von weitem hören wir schon die Rufe "Good morning " "What is your name" oder How are you", meistens sehen wir die rufenden Kinder erst später wenn sie dann in Richtung Strasse gerannt kommen.









Wie auch schon gestern läuft das aber alles recht entspannt ab und wir haben alle großen Spass an den Treffen und geniessen es. Manche Kinder laufen auch einfach ein paar Minuten mit uns mit und drehen dann irgendwann von alleine wieder um, einige sind auch richtig stolz wenn wir die beim wandern an die Hand nehmen, es erscheint uns alles total unkompliziert und wir haben das Gefühl das beide Seiten sich über die Begegnungen freuen.
Die größeren Kinder und Erwachsenen haben eigentlich nie gebettelt, die meisten von denen sind sogar auf uns zugegangen und wollten dann gerne ein Foto mit uns machen, das wir dann natürlich auch gerne gemacht haben, anschließend haben wir uns das Foto gemeinsam angesehen und alle waren glücklich. Genauso haben wir uns das Zusammentreffen hier am Lake Kivu zwischen den Muzungus und den Einheimischen vorgestellt.
Spannend ist es auch wenn wir durch die kleinen Dörfer laufen, hier gibt es immer was zu entdecken. Meistens halten wir an, kaufen uns ein Getränk oder eine Kleinigkeit zu essen und setzen uns ein paar Minuten hin und beobachten das Geschehen.
Die Verpflegung unterwegs ist übrigens überhaupt kein Problem, in den kleinen Dörfern, die alle paar Kilometer kommen finden wir immer was zu trinken und auch immer was zu essen, wobei es uns dieses leckeren frittierten Sachen angetan haben. Wenn man Glück hat bekommt man sogar recht frische Sachen, doch auch wenn die schon etwas älter sind schmecken die noch ziemlich gut.

















Die letzten Kilometer bis nach Rwinyoni geht es nur noch bergauf und am frühen Nachmittag kommen wir dann an, das Rwinyoni Base Camp liegt einen guten Kilometer aus dem Dorf heraus und hier wollen wir unser Zelt aufbauen.









Leider ist zur Zeit niemand hier, wir fragen bei den Nachbarn nach, die rufen dann freundlicherweise den Besitzer an. Wir bauen in der Zwischenzeit unser Zelt auf der kleinen Wiese auf als Pierre dann kommt und uns anbietet heute Abend für uns etwas zum essen zu kochen, bzw. seine Frau würde kochen, das nehmen wir natürlich gerne an.
Wir gehen noch einmal zurück ins Dorf und kaufen ein paar Sachen ein und werden dabei von einem Telefonkartenverkäufer unterstützt, der uns die entsprechenden Hütten zeigt wo es was zu kaufen gibt. Die Leute hier scheinen sich über die Muzungus zu freuen und einige begleiten uns bei unserem Einkauf und wieder haben alle Spass.







Abends sitzen wir mit Pierre in seinem Wohnzimmer und bekommen Spaghetti, Pommes, Reis, Bohnen und eine leckere Tomaten Soße mit ganzen Mini Fischen hier aus dem Lake Kivu deren Namen wir leider vergessen haben, das ganze für 1,5 €.
Nebenbei läuft der Fernseher und wir können Arsenal spielen sehen und wer schießt sogar ein Tor .... Özil, warum hat es das nicht im Sommer bei der WM gemacht ?

Letzte Änderung: 08 Nov 2018 19:56 von chris p.
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13 Nov 2018 19:39 #539060
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02.10.2018 Rwinyoni nach Kinunu

Die heutige Etappe geht über 21 km von Rwinyoni nach Kinunu.
Die ersten Kilometer geht es mal wieder die Berge runter, das ist auch mal ganz angenehm.
Wie auch schon in 2014 als wir hier in der Gegend waren sehen wir wieder so ein „Sägewerk“, das von 2 Männern betrieben wird, sehr interessant das die barfuß mit der großen Säge hantieren.







Wir treffen auf 2 fahrradfahrende Holländer und tauschen uns kurz aus, übrigens die beiden einzigen Muzungus die wir auf der Wanderung getroffen haben. Die beiden freuen sich auf jeden Fall das die Piste schön breit und somit ganz gut zu befahren ist, einige Kilometer weiter wird es wohl eine schmale Fahrspur werden. Erstaunt sind wir dann auch als uns ein Linienbus hier oben entgegen kommt.





Am Cyimbiri Wasserfall treffen wir ein paar Radfahrer die mit großen Wasserbehältern unterwegs sind und die sich ganz stolz fotografieren lassen.





Als wir wieder auf Seehöhe ankommen erreichen wir das kleine Dorf Nkora Fishing Village, hier findet heute ein kleiner Markt statt, wo auch einige Händler aus dem Kongo über den See setzen.







Wir schauen uns diesen kleinen bunten Markt an und kaufen dann ein paar leckere Passion Fruits.
Weiter geht es durch viele kleine Dörfer, wo wir immer gerne anhalten um was zu trinken zu kaufen und eine kleine Pause machen.







Ab hier geht es wieder nach oben und wir helfen einem Radfahrer der sein Fahrrad mit allem möglichen Zeug belädt, das so schwer ist, das Christian das Rad kaum festhalten kann, trotzdem fährt er dann ohne Probleme weiter mit der schweren Ladung.









Ein kurzes Stück werden wir von einem kleinen Jungen begleitet, der uns ganz stolz seinen viel zu großen Schulrucksack zeigt und der sich riesig darüber freut das die beiden Muzungus ihn sogar an die Hand nehmen und ein paar Meter mit ihm laufen.



Die letzten Kilometer bis nach Kinunu geht es nur noch bergauf und wir sind froh als wir dann endlich das kleine Dorf erreichen und sehen dann aber das das Base Camp noch 2,5 km entfernt ist, steil den Berg runter.









Aber auch das schaffen wir noch und das Kinunu Guesthouse ist ein wunderbarer Platz um den anstrengenden Tag in aller Ruhe ausklingen zu lassen.
Abends gönnen wir uns mal ein Bier gemischt mit Fanta Lemon.





Letzte Änderung: 13 Nov 2018 19:43 von chris p.
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13 Nov 2018 21:43 #539071
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Schöner Bericht. Endlich mal ein Bericht, wo die Menschen im Land im Mittelpunkt stehen und ihr euch auch Zeit nehmt, Kontakt aufzubauen und das tägliche Leben zu zeigen. Bin ja mehrmals durch Uganda geradelt und vor 3 Jahren durch Ruanda und später durch den Congo. Da kommt mir Vieles bekannt vor. Auch die Holzroller (auch wenn dann im Congo die Roller noch viel gewaltiger waren). Ich hatte auch nur nette Erfahrungen dort. Am Congo-Nile-Trail haben mir die Kinder teilweise geholfen, das Fahrrad den Berg hochzuschieben - da kommt ihr noch hin, wo die Anstiege so steil sind und auch nur Pfade. Die Maison St. Benoit ist mir auch in extrem guter Erinnerung geblieben, da ich dort ein paar Tage verbracht habe, bevor ich in den Congo eingereist bin. Sehr ruhiges Plätzchen, viele Gespräche mit den Schwestern dort (und viele Informationen wie Schulgeld und Antworten auf andere Fragen, welche ich hatte).
Letzte Änderung: 14 Nov 2018 00:34 von toumtoum.
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Hallo toumtoum,
Du hast vollkommen recht, das diese unheimlich freundlichen und hilfsbereiten Menschen in dieser tollen Ecke viel zu wenig Beachtung bekommen.
Du wirst ja auf dem Rad ähnliche Erlebnisse wie wir gehabt haben und ebenfalls mittendrin gewesen sein.
Wie gesagt, für uns stehen mittlerweile nicht mehr unbedingt die großen Highlights auf dem Programm, wir erfreuen uns daran einfach mal auf die Menschen zuzugehen und ein wenig an deren Leben teilzuhaben.
Seitdem wir das erste mal in Uganda sind und die Menschen mit offenen Armen uns empfangen haben fasziniert uns diese Art des Reisens.

Viele Grüsse
Christian
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14 Nov 2018 18:48 #539193
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03.10.2018 Kinunu nach Musasa

Der heutige Wandertag beginnt erst einmal mit dem 2,5 km langen Aufstieg zurück nach Kinunu.
Insgesamt erwarten uns 17 km bis wir das Musasa Base Camp erreichen sollen.



Kurz vor Kinunu kommen wir an einer Schule vorbei und wir werden von einer ganzen Schar Schüler empfangen.







Nach Kinunu wird es etwas ruhiger, es kommen nicht mehr so viele Dörfer und der Weg ist auch nicht mehr so breit, aber schöne Ausblicke auf den See und die vielen Buchten haben wir immer noch.











Waren in den vergangenen Tagen noch überall Schilder vom Trail zu sehen, finden wir jetzt kaum noch welche. Zum Glück findet sich aber in den Dörfern oder an den Abzweigen immer jemand der uns den richtigen Weg zeigen kann.



Es geht viel hoch und runter und zur Mittagszeit sehen wir von weitem eine schöne Bucht mit kleinem Sandstrand die uns zur Mittagspause und zum schwimmen einlädt, da kommt es uns ganz gelegen das hier nicht ganz so viel los ist.









Ein Mädchen begleitet uns eine ganze Weile ohne etwas zu sagen oder zu machen, sie geht einfach nur neben uns her, wenn wir Pause machen bleibt sie auch stehen und schaut irgendwie ein wenig traurig aus. Als wir dann ein Foto von ihr machen, es ihr zeigen und eine Passion Fruit schenken, kommt zumindest ein kleines Lächeln auf ihr Gesicht. Irgendwann lässt sie uns dann wieder alleine und für uns geht es wieder bergauf.







Als wir dann das Schild zum Musasa Base Camp entdecken wundern wir uns, das hier überhaupt niemand ist, nur eine große Wiese an der Coffee Washing Station.





Wir laufen noch ein paar hundert Meter weiter bis zum kleinen Dorf, kaufen noch ein paar Sachen ein und gehen dann zurück zum Base Camp. Dort treffen wir jetzt jemanden der uns sagt, wir sollen unser Zelt einfach auf der großen Wiese aufbauen.
Am Abend kommen dann 3 Laster angefahren, viele Männer und Kinder aus dem Dorf laufen hinterher und dann werden den ganzen Abend Säcke mit Kaffebohnen abgeladen. Leider sehen wir die Washing Station nicht in Aktion.

Letzte Änderung: 14 Nov 2018 18:54 von chris p.
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14 Nov 2018 19:27 #539196
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Hallo, chris p,

vielen Dank für euren beeindruckenden Bericht und die lebendigen Beschreibungen!
Schlicht und ergreifend: Eine wunderbare Art des Reisens und des Reiseberichtes!

Gruß lilytrotter
Always look on the bright side of life... :-)
Walvisbay boomt
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