THEMA: Uganda/Ruanda: Nicht nur Primaten !
13 Dez 2015 06:53 #410810
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29.06.2015 Geburtstagsgeschenke in Ishasha

Heute ist „normales Frühstück“, also early Bird statt early, early Bird :laugh: .
Und Paul hat heute Geburtstag! Wir starten erst bei Tageslicht. Bei der Abfahrt von unserem Berg können wir die Bananentransporteure mit Ihren Fahrrädern bei den Vorbereitungen auf ihre tägliche waghalsige Fahrt beobachten. Sie fahren den Berg runter. Was mit dem Gewicht hinten drauf schon ein Abenteuer ist.





Aber dann geht es auf der Durchgangsstraße durch den QENP . Immer in Angst vor Elefanten – denn die lieben ihre Bananenfracht. Daher fahren die Räder meist in kleinen Gruppen.Das Ziel der Bananenräder sind die Dörfer an Kazinga-Kanal. Dort wird keine Landwirtschaft betrieben. Alle Lebensmittel außer Fische werden mit Fahrrädern, Motorrädern und auch Autos heran transportiert. Wir sehen die Fahrräder bei der waghalsigen Abfahrt und auch in der Ebene, wo rechts und links Tiere sein können. Hier treten die Fahrer wie wild in die Pedale, um mit Tempo die gefährlichsten Stellen zu passieren. Ein Knochenjob.....

Plötzlich merke ich, dass ich den Zimmerschlüssel noch in der Tasche habe. :pinch:
Kein Problem für Paul: Wir halten an einer Tankstelle am Berg, hinterlegen den Schlüssel und Paul ruft die Lodge an damit sie den Schlüssel dort abholen. Perfekter Service für denkfaule Morgenmuffel wie mich.. :unsure:

Auf unserer weiteren Fahrt Richtung Ishasha immer wieder Tiere am und auf der Straße.


Gauckler


Grüne Meerkatzen




Rotschwanzmeerkatzen, auch Weissnasenmeerkatzen genannt.


Immer wieder kreuzen Elefanten den Weg. Man beachte im Hintergrund die Fußgängerin.




(Hier die Fußgängerin nochmal von vorne.) Sie marschierte da entlang, während wir ständig Elefanten am Wegrand sahen...
Dieses Gebiet nutzen Mensch und Tier wohl gemeinsam. Wir haben den Eindruck, der Besiedlungsdruck durch die Menschen rund um den QENP ist sehr groß.

Wir erreichen Ishasha. Bevor wir durch das Parktor fahren, erkunden wir eine andere Strecke mit Bäumen, wo auch immer mal wieder Löwen gesichtet wurden. Aber wir finden keine. Naja, wir hatten unsere Baumlöwen ja schon im QENP...

Wir sehen Topis, Gauckler, Gelbschnabelstorch, Leopard
STOP Leopard !?!? :woohoo:
Genauso war es: Wir gondeln seit einiger Zeit ohne Sichtung so vor uns hin durch den Park, jeder guckt irgendwie irgendwo rum. :blink:
Wir waren schon an den Baum vorbei, da ruft Udo plötzlich das besagte „ STOP ! Leopard..“ Genau in dem Moment realisiert auch mein Gehirn – ich hab einen Leopard im Baum gesehen. Als wären die Bilder bei uns beiden Zeit versetzt verarbeitet worden. Ob ich es wirklich noch realisiert hätte, wenn der Ruf nicht gekommen wäre ? Ich glaube eher nicht. Danke Udo !
Wir auf alle Fälle zurückgesetzt und da war er. Direkt neben der Straße. Das Licht hätte besser sein können, aber beim 1. Leopard auf der 4. Afrikareise wollen wir mal nicht so sein. :whistle:





Wir beobachten den Leo einige Zeit rufen unsere Parallelgruppe per Handy heran. Die waren diesmal vor uns. Und sind direkt am Leo vorbei gefahren, ohne was zu sehen. Wie wir beinahe auch.
Als da jetzt auch noch ein zweites Fahrzeug kommt und hält wird es den Leo langsam zu blöde.
Man sah richtig, wie er langsam den Kopf hob und dachte: Wie die wollen jetzt auch noch da stehen bleiben und mich anglotzen ? Die nerven, die Touris..

Er/Sie steht langsaaaaam auf und geht laaangsam den Baum runter.



Immer wieder zwischendurch einige Zeit verharrend, so das wir auch wirklich jede Pose fotografieren können.




Als er weg ist fahren wir weiter. Wenige Minuten später ein Löwenbaum.



Weiter geht es dann -hoffentlich- heute abend, denn irgendwie klappt es grad nicht mehr mit dem Bilder hochladen........
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13 Dez 2015 16:11 #410851
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Mit drei Löwinnen.









Wir umrunden den Baum, Es ist schon ein richtigen Feldweg rund um den Baum. Ein Löwenbaumkreisel sozusagen. Nach einiger Zeit kommen mehrere weitere Fahrzeuge.



Wir verlassen den Trubel.Wir hatten unsere Katzen für heute.

Aber einige Minuten später: Der nächste Baum … Da liegt ein Männchen drin, sagt Paul.



Tatsächlich. Wir haben den Pascha zusammen mit unserer Parallelgruppe ganz alleine. Wir beschließen, hier quasi unter dem Löwen unser Lunchpaket im Auto zu futtern. Immer mit Blick auf das Kätzchen. Der räckelt sich mal, richtet sich mal etwas auf, dreht sich. Mensch, super ! Wie ein Modell.



Ein sehr schöner Platz für unseren Lunch haben wir da.
Mensch Paul, wie hast du das nur alles arrangiert ? Es war jedenfalls ein toller Geburtstags Gamedrive mit Katzen als Gästen.
Wir sehen noch weitere Tiere und dann kommt der Elefantengraben. Ende des N.P.
Wir kommen in bewohnte Gegenden. Es wird wieder waldreicher. An einem Teefeld stoppen wir, um die Aussicht zu genießen.



Kurz vor Sonnenuntergang erreichen wir unsere dritte Austauschunterkunft Buhoma Community Rest Camp. Traumhafter Blick auf den Wald. Schon beim Aussteigen Östliche Vollbartmeerkatze in den Bäumen über uns. Alles ist feucht und dunstig. Man sieht und spürt den Bergregenwald richtig. Tolle Atmosphäre.



Unsere Parallelgruppe ist (wieder) vor uns angekommen.
Und es gibt Ärger. Die Paralellgruppe bestürmt uns gleich bei unserer Ankunft: Angeblich müssen wir morgen früh 3 Stunden bis zum Startpunkt des Gorillatrekkings in Ruhija fahren. Sie sind bereits hektisch am telefonieren und debattieren.
Wir meinen zwar auch, so eine lange Anfahrt wäre nicht schön, aber aufregen deswegen ? Aufgrund einer Zeit- und Entfernungsangabe in Afrika? Hmmm – nö.
Afrikanische Zeit- und Entfernungsangaben unterscheiden sich ja bekanntlich seeeehr von europäischen Verständnis. Und selbst wenn es so wäre, dann ist es halt so. Unser Tag war so schön, den möchte ich mir jetzt nicht verderben lassen.
Wir ziehen es vor, unser Zelt zu beziehen, den tollen Ausblick in den Wald und eine Vollbartmeerkatze von der Veranda aus zu beobachten.





Dann machen wir einen kleinen Spaziergang im Ort, bis sich die Gemüter beruhigt haben. Nicht ohne Paul vorher zu bitten, das ebenfalls in den Raum geworfene Abändern des Gorilla-Trekkings von Ruhija nach Buhoma doch nur in Betracht zu ziehen, wenn die Gorillagruppe hier ähnlich viele Mitglieder hat...
Auf unserem kurzen, Spaziergang erfahren wir das im Ort auch ein Community Walk angeboten wird. Na mal schauen, wann wir morgen vom Trekking zurück sind. Zurück im Camp schauen wir kurz im Souvenirshop der Frauen vorbei, können uns aber nicht entscheiden. Wir beschließen morgen nach dem Trekking wieder zu kommen und einen geschnitzten Gorilla zu kaufen der so aussieht wie der den wir -hoffentlich- morgen sehen werden.
Nach dem Abendessen werden wir dann auf dem völlig falschen Fuß erwischt von Paul. Das Gorillatrekking kann nicht verlegt werden, aber wir bleiben am nächsten Tag in Ruhija und beziehen dort eine andere Unterkunft. ….. Aber wir wollten doch... Souvenirshop der Frauen des Ortes.... Meine Frau ist irritiert und traurig.
Verstehen wir nicht ganz, zumal Paul zuvor erzählt, er habe sich bei den Rangern erkundigt: Die Straße ist zur Zeit in sehr gutem Zustand. (Wir werden am näasten Tag sogar nur etwas mehr als 1 Stunde brauchen bis Ruhija).
Aber wir wollen Paul nicht noch mehr Ärger machen in dem wir uns weigern, um zuziehen. Also akzeptieren wir denn spontanen Unterkunftswechsel, der ohne unser zutun zustande kam. Naja, stimmt nicht ganz. Wir haben uns rausgehalten, uns nicht drum gekümmert. Hätten wir gleich beim Eintreffen klar Stellung bezogen, wäre das Ganze vielleicht anders gelaufen. Aber die Stimmung in der Parallelgruppe war emotional so geladen, da hatte ich einfach keine Lust hier im Urlaub in ein Konfliktgespräch einzusteigen.
Die wirklich sehr freundlichen und sehr engagierten Menschen vom Buhoma Community Camp tun uns aber richtig leid. Sie können nichts dafür und können es wohl nicht nachvollziehen, warum wir nur eine Nacht statt zwei bleiben.

Die Nacht in unserem Zelt wird feucht und nasskalt. In der Gegend hing schon bei unserer Ankunft ein feuchtkalter Dunst/Nebel. Da war doch was ? Richtig „Gorillas im Nebel“. Jetzt macht der Titel richtig Sinn für uns. Entfernt ist auch noch das Rauschen eines Wasserfalls zu hören. Alles ist feuchtklamm: Das Holz, die Zeltplanen, das Bettzeug, unsere Reisetaschen.
Wohlweislich haben wir Tropenschlafsäcke dabei. Diese holen wir vorm Schlafengehen aus der Reisetasche. Sie sind noch trocken. Darin eingehüllt ins klamme Bett und die klamme Decke drüber. Zumindest auf der Haut haben wir etwas trockenes.
Ich weiß nicht, ob es in Buhoma immer so feucht ist. Hier war es so. Wir haben trotzdem ganz gut geschlafen. Die Aufregung vor dem Gorillatrekking hat mich aber einige Male Aufwachen lassen.
Dennoch: Diesen Nebel, die Feuchte eine Nacht selbst zu spüren, war sehr eindrucksvoll. Das gehört einfach dazu.
Letzte Änderung: 13 Dez 2015 16:37 von CrocV.
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13 Dez 2015 16:40 #410855
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30.09.2015
Frühstück. Danach Verabschiedung. Meine Frau und ich fahren im Fahrzeug unserer Parallelgruppe mit, da unsere Mitreisenden Udo und Julia das Gorillatrekking in Uganda nicht gebucht haben. Paul und Tony werden am Nachmittag mit ihnen nachkommen. Vorher machen die beiden einen Dschungelwalk in der Umgebung von Buhoma. Wir holen noch einen bewaffneten Ranger ab, der uns nach Ruhija begleitet. Die erste Zeit fahren wir schweigend durch die Dunkelheit. Wir ahnen nur, durch was für eine schöne Landschaft wir fahren. Dann der Sonnenaufgang. Wahnsinn, allein der Anblick lohnt das frühere Aufstehen und die längere Anfahrt.






Schon etwas schade, das wir diese tolle Landschaft nicht nochmal am Nachmittag bei der Rückfahrt bei Tageslicht genießen können. Aber was solls, jetzt ist es so.

In Ruhija am Rangerposten werden die Gruppen eingeteilt. Wir starten mit unserem Ranger Robert. Natürlich engagieren wir einen Porter für unseren Rucksack: Romina.

Monatelang habe ich mich auf den Moment gefreut und ihn mir ausgemalt:
Wie wir durch dunklen Regenwald marschieren, steile Berghänge hochsteigen (Mist, ich bin nicht schwindelfrei), durch dickes Unterholz klettern müssen oder durch Bäche waten. Ob wir wohl fit genug dafür sein werden ???
Dann treffen wir auf die Gorillas, die im dichten Unterholz des dunklen Waldes nur schwer zu erkennen und noch schwerer zu fotografieren sind.
Da ist meine Kamera fit dafür. Extra ein Jahr vorher eine Kamera mit hoher Lichtempfindlichkeit gekauft für Dämmerung- und Nachtbilder. Hat sich in Etosha am Wasserloch beim Treffen der 9 (!) Breitmaulnashörner bewährt.

Ok Leute, genug geträumt, jetzt die Realität:

Wir marschieren auf einem Bergkamm entlang. Schöner fast ebener Pfad, rechts und links schöne Aussicht auf den sich unterhalb ausbreitenden Wald.



Nach ca. 35 Minuten machen wir kurz Rast. Also gut, trinken wir. Wer weiß, jetzt geht’s dann bestimmt richtig los.
Geht es auch, wir biegen in das Unterholz links vom Pfad ab. Es geht den Hang runter. Nach einigen Minuten erreichen wir die Tracker. Wie schon da ? Ja.
Wir legen unsere Stöcke ab, und treten aus den Bäumen heraus auf eine bewachsene, steil abfallende Lichtung.
Und da raschelt es einen halben Meter neben uns schon. Der erste Gorilla.





Auf der Lichtung sehen wir weitere Exemplare. Toll.



Da ein Silberücken rechts oberhalb. Mit Affenzahn (sorry für das Wortspiel) stürmt er direkt an mir vorbei und tritt mir dabei auf den rechten Fuß ! Hey, sind das 7 Meter Abstand, oder was ????



Vor lauter Gorillas vor uns realisieren wir erst nach und nach, das die restlichen Mitglieder der Gruppe in den Bäumen rechts und links von uns am Rande der Lichtung sitzen.







Der eigentliche Boss kommt langsam vom Baum. Wow.



Jetzt kommt Bewegung in die restlichen Gorillas in den Bäumen. Und dadurch entdecken wir die Tiere erst richtig. Nach und nach kommen immer mehr von den Bäumen.



Wahnsinn. Irgendwann sitzt der Silberrücken auf der Lichtung, unsere Gruppe sitzt einige Meter davon entfernt im Halbkreis. Wir genießen nur noch.



Ich stehe auf, gehe einige Meter höher, um ein Bild dieser friedlichen Szene zu machen.
Dafür halte ich mich an einem Baum fest. Das Gelände ist viel steiler als es auf dem Bild ausschaut. Plötzlich raschelt es im Baum über mir. Meine Hand zuckt zurück. Ich schaue nach oben. Da kommt direkt neben mir dieser Youngster den Baum runtergekraxelt.



Kurz darauf setzt sich die Gruppe in Bewegung. Steil den Berg runter. Wir natürlich hinterher.



Aber klar, die Gorillas sind deutlich beweglicher in dem Gelände. Wir rutschen und stolpern meist den Abhang runter. Immer den Häufchen ausweichend, die da von den Gorillas hinterlassen werden...
Wir sehen immer mal wieder einzelne Tiere in den dichten Pflanzen sitzen und fressen.



Irgendwann sind vor, hinten neben uns Gorillas.
Einer läuft wieder direkt an mir vorbei, ohne mich zu beachten.



Dann geben die Ranger das Zeichen: Die Stunde ist um. Die Gorillas haben uns eh ziemlich abgehängt. Wir sind den Hang fast ganz unten und folgen dort einem ebenen Pfad, der erst sanft, dann steiler den Hang schräg wieder hoch führt. Gut das wir eine Trägerin für unseren oben am Hang zurückgelassenen Rucksack haben. Romina taucht wie von Zauberhand unten am Hang wieder auf. Und hier noch eine Premiere. Unser 4. Afrikaaufenthalt – und ich werde zum ersten mal gestochen ! Am Hals. Keine Ahnung, was es war. Hab das Vieh reflexartig weggewischt. Der Stich schmerzt 2 Tage leicht. Am Anstieg mal kurz Wasserpause, damit der maulende („Ihr seit zu schnell“), nicht so bergtaugliche Rest aufschließen kann. Natürlich haben wir auch für Romina Wasser dabei.
Nach kurzer Wanderung erreichen wir die Rangerstation. Hier werden wir in einer runden Hütte platziert und bekommen jeder einzeln mit Handschlag von Robert unsere Urkunden überreicht.
Lamek, der Fahrer der Parallelgruppe erwartet uns schon. Wir fahren ein kurzes Stück, kommen durch ein lang gezogenes Bergdorf an einem Hang. Ganz oben ist unsere neue Unterkunft. Das Gorilla Mist Camp. Sehr schön. Tolle Aussicht, sehr schöne Häuschen für jeden von uns.





Jetzt sind wir schon froh, sofort da zu sein ohne lange Fahrt. Eine warme Dusche bestellen wir
sofort. Das Wasser wird wenige Minuten später hinter der Dusche eingefühlt. Uns wird gesagt, bitte gleich duschen, sonst ist das Wasser in 5 Minuten wieder kalt. Also los. Danach einen Kaffee getrunken und die Aussicht genossen. Naja, auch ein bisschen die eintreffende deutsche Wikinger - Reisegruppe beäugt, grins.
Dann marschieren meine Frau und ich raus aus der Lodge, ab ins Dorf. Der Nachmittag ist noch jung. Endlich mal Zeit auf dieser Tour, auf eigene Erkundung zu gehen.

Wir kommen nicht weit. Nach einigen Hütten spricht uns eine Batwafrau an. Ob wir bei den Gorillas waren ? Ja, waren wir und jetzt suchen wir ein Souvenir. Sie winkt uns in ihre Hütte, der sich als Shop herausstellt. Wir suchen uns 2 Gorillas heraus. Beim Einpacken in Zeitungspapier fällt ihr der eine Gorilla runter auf den Erdboden.. Im Halbdunkel der Hütte schaut es so aus, als wäre am Kopf etwas abgebrochen. Schade, so wollen wir den Gorilla nicht kaufen. Automatisch haben meine Frau und ich uns das auf deutsch gesagt. Die Frau versteht nicht. Wir erklären ihr, das wir den Gorilla leider nicht mehr wollen, jetzt wo er kaputt ist. Erst ist sie ganz entsetzt, das wir jetzt doch nicht kaufen wollen. Dann versteht sie und lacht: Nein, nein der Gorilla ist nicht kaputt. Sie geht aus der Hütte, wir hinterher, sie holt eine Schuhputzbürste hervor. Jetzt sehen auch wir: Es ist nur etwas Erde am Kopf des Gorilla. Sie bürstet es weg und erklärt uns: Die Schwarze Farbe der Gorillafiguren ist – Schuhcreme !

Also Leute. Wer ebenfalls so eine schwarze Gorillafigur zu hause hat: Wenn der schwarze Glanz mal weg ist, einfach etwas schwarze Schuhcreme und eine Schuhputzbürste. Schon ist die Figur wieder wie neu !!

Die Batwafrau ist so erleichtert, das wir die Statuen jetzt doch kaufen, das sie meiner Frau eine blaue Kette mit Papierperlen und mir ein Armband schenkt. Die Herzlichkeit dieser Menschen ist beeindruckend. Wir verabschieden uns und gehen weiter den Berg runter ins Zentrum des Dorfes. Alle Menschen die uns entgegen kommen, grüßen uns. Mir fällt besonders ein Schneider auf, der etwas höher an Hang vor seiner Hütte an seiner Nähmaschine sitzt. Ein altes Modell wie das meiner Großmutter. Er schaut mich auch lange an. Auf dem Rückweg schaue ich bei ihm vorbei nehme ich mir vor, vergesse es aber dann leider. Der Markt besteht zum Großteil aus Kleiderständen – europäische Altkleider. Wir haben bei früheren Reisen schon gesehen, was wir mit unseren Altkleidersammlungen in Afrika so anrichten. Wir drehen wieder um. Einige Meter zurück treffen wir die Batwafrau, jetzt mit ihren beiden kleinen Kindern. Wir begrüßen uns herzlich. Der Junge ist etwas schüchtern, aber seine Schwester taut gleich auf, als ich ihre schöne Frisur lobe. Wir unterhalten uns wieder etwas und dann marschieren wir zurück zur Lodge.
Von diesem Nachmittag gibt es keine Fotos. Manche Bilder macht man besser mit dem Herzen.

In der Lodge treffen wir Udo und Julia, unsere Mitreisenden wieder.
Wir erzählen von unseren Gorillas und sie erzählen uns von ihrem Dschungelwalk, was mich jetzt dazu bringt etwas ab zu schweifen.

Denn jetzt kommt...............

Die 1. Kongo - Anekdote
Schon am Albertsee im Murchison Falls N.P. haben wir am anderen Ufer den Kongo gesehen. Hat uns schon beeindruckt, so nahe dran zu sein.
Und wir sollten ja weiterhin auf der Reise nach Süden immer wieder nahe am Kongo sein.
Irgendwann während einer Fahrt kam es dann zu folgender Unterhaltung zwischen Paul und Udo.

Udo: „Paul, ist die Grenze zum Kongo gesichert ?“
Paul: „ Ja, die Grenze ist gesichert.“
Udo:“ Wie, durch Zäune ?“
Paul: „Sie ist gesichert durch Flüsse und Wälder.“ :laugh:

Als Udo und Julia in Begleitung von 4 (!) Leuten (Paul, einem Ranger und zwei bewaffneten Soldaten) ihren Dschungelwalk zum Wasserfall unternahmen( der direkt an der Grenze zum Kongo ist), kamen ihnen auf dem Weg immer wieder Leute entgegen, die gerade aus dem Kongo zurück kamen. Der kleine Grenzverkehr eben über die grüne (durch Wälder und Flüsse „gesicherte“ ) Grenze. Das ist afrikanische Grenzsicherung.... ;)

Als wir nach dem Abendessen müde und glücklich in Bett krabbeln wollten, fanden wir darin ---- eine Wärmflasche für jeden. Und ich schwöre euch, wir haben uns darüber gefreut. Ach war das kuschelig warm im Bett dadurch. Afrika ist eben nicht überall warm......

Das Gorilla Mist Camp in Ruhija hat war eine wunderbare Unterkunft mit fantastischen Ausblick. Und eben nur wenige Minuten vom Startpunkt des Gorillatrekkings entfernt.
Letztendlich waren wir jetzt doch froh über den Wechsel der Unterkunft.
Letzte Änderung: 13 Dez 2015 17:35 von CrocV.
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13 Dez 2015 17:26 #410863
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Und nächsten Sonntag geht es dann nach Ruanda.
Die Tour neigt sich dem Ende entgegen....
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Ach, das ist unfair - so lange warten. Es ist erst 17:30 Uhr. Da geht doch noch was.

Herzlichen dank für das nächste Kapitel.
Ishasha hat schon tolle Bäume und die Gorillas sind ein ganz besonderes Erlebnis - unvergesslich so ein Besuch.

LG
Christa
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"Alles, was ich jetzt wollte, war nach Afrika zurückzukommen. Ich hatte es noch nicht einmal verlassen, aber wenn ich nachts aufwachte, lag ich lauschend da, bereits voller Heimweh danach."
Ernest Hemingway
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01.07.2015 Auf nach Ruanda

Nachdem Früstück geht es weiter nach Süden durch eine faszinierend schöne Berglandschaft. Überall sehen wir Felder an den Hängen.
Wir machen kurz Rast am Lake Bunyonyi. Paul erzählt uns die Geschichte von den ledigen Müttern, die zur Strafe auf einer kleinen Insel im See ausgesetzt wurden und dort entweder verhungerten oder von Ihren Geliebten von dort wieder herunter geholt wurden. Interessante, aber sehr sehr harte Methode um herauszufinden ob der Vater bereit ist zu der ledigen Mutter zu stehen.




Weiter geht die Fahrt nach Kisoro.






In der Umgebung fallen uns die Flüchtlingslager auf. Ruanda und auch der Ostkongo sind nicht weit... In Kisoro gibt es viele Marktstände mit „Kongo Art“. Viele Masken etc. sehen wir beim vorbei fahren. Wir machen Mittagspause im Travellers Rest in Kisoro. Dieses gehörte in den 50 und 60ern einem Deutschen namens Walter Baumgärtel, der damals schon erste Ausflüge zu den Gorillas organisiert hat. Für Reisende und Verhaltensforscher. Auch Dian Fossey hat hier anscheinend öfters gewohnt.
Mir fallen vor allem die vielen Masken und andere Schnitzereien auf, die überall an den Wänden hängen. Es ist fast wie im Museum. Ich bin ganz fasziniert und fotografiere viele der Masken. Ich laufe einige Zeit von einer Maske zur nächsten. Als Paul und Tony vom Tanken zurück kommen und zum Aufbruch rufen, erfahre ich so nebenbei von den Angestellten: „Och, die Masken können gekauft werden.....“. Wir fahren ab. Mist. Als ich zuhause die Bilder der Masken sehe, denke ich mir, warum hast du keine gekauft ? :pinch: Schade.





Weiter geht es zur Grenze.



Die Grenzformalitäten bringen wir in kurzer Zeit problemlos hinter uns. Nach einiger Zeit tauchen zum ersten Mal die Virunga-Vulkane auf.



Dann erreichen wir die Mountain Gorilla View Lodge nahe Ruhengeri. Es handelt sich um ein weitläufiges gepflegtes Gelände mit tollem Blick auf die Vulkane, die aber immer mindestens teilweise Wolken verhangen bleiben.



Wir richten uns ein und sitzen dann mit Julia im Gemeinschaftsraum / Wohnzimmer unseres „Doppelhauses“.



Udo ist schon mal ins Haupthaus. Mal kurz WLAN nutzen. Wir sitzen da, reden und erzählen, während wir auf ihn warten. . Brrr, es wird richtig kalt im Raum. Irgendwann beschließen wir, nicht mehr länger auf Udo zu warten und nun doch auch ins Haupthaus zu gehen. Und da finden wir ihn am Kaminfeuer sitzen und ein Bierchen trinken. WLANen längst erledigt, aber er blieb gleich vorne weil „hier ist es so schön warm“. Aber unsere dicken Jacken lassen wir trotzdem an :)


Auserdem gab es auch noch Livemusik. Siehe Musiker hinten rechts...

Nach dem Abendessen (reichhaltiges Buffet) ziehen wir uns bald zurück. Schlafen ist angesagt. Morgen geht’s ja wieder zu den Gorillas.
Anhang:
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