THEMA: Uganda/Ruanda: Nicht nur Primaten !
23 Nov 2015 13:24 #408460
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Uli.S schrieb:
Hallo Ralf,

dann ward ihr ja etwas vor uns mit Speke unterwegs.
Vor lauter Lesen komme ich ja gar nicht dazu meinen Reisebericht weiter zuschreiben..... ;)

LG Uli

Hallo Uli,

stimmt. Ich habe grad mal in deinem Bericht geschaut: Wir haben uns quasi die Klinke in die Hand gegeben.
Wir sind am 2.7. abgereist ab Kigali ......
Ich habe deinen Bericht übrigens auch schon seit Beginn mit Vergnügen verfolgt.
War einer der Gründe, mich jetzt auch "aufzuraffen".

LG
Ralf
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29 Nov 2015 08:25 #409045
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Nach Süden: Fahren, Fahren, Fahren – und doch ein schöner Tag

Am nächsten Morgen war wieder frühes Aufstehen angesagt. Sollte es doch in einem Zug über Hoima durchgehen bis Fort Portal. Wir würden 10 Stunden brauchen für die ca. 270 Kilometer sagte Tony. Und so war es auch.
Fahrtag. Notwendiges Übel. Hier absolut nicht. Paul und Tony verstanden es, den Tag für uns interessant und abwechslungsreich zu gestalten. Wir bekamen viele Impressionen des ländlichen Ugandas.





Tony und Paul erspähten immer wieder Tiere am Wegesrand.
Gueretta oder Mantelaffen, Abdimstorch, Orixweber, Wollhalsstorch etc





Das riesige Nest eines Hammerkopfs. Wahnsinn, hätte ich dem Vogel gar nicht zugetraut.

Dann wieder vollbeladene Fahrräder mit allerlei Fracht, Dorfschulen, ein Stopp auf dem Grabenbruch des Albertine Rift mit Blick auf eine am Fuß des Rifts weit unter uns campierende ugandische Armeeeinheit, dann ein wunderschöner Rastplatz für den Lunch mit angeschlossener Ankolerinderherde. Während die Hirten auch entspannt Rast machten im Schatten, waren die Rinder seeehr neugierig auf uns. Hier zeigte sich deutlich, das unser Fahrer Tony ein Stadtkind war: Blitzschnell war er im Auto, grins. Unsere Mitreisenden fragten Paul, ob die Rinder gefährlich seien. Grinsend antwortete ich an seiner Stelle: „Naja, wenn unser einheimischer Fahrer blitzschnell ins Auto flüchtet, sind sie wohl gefährlich.“ Da ich auf einem Bauernhof aufgewachsen bin (und vor allem unser Guide Paul ruhig sitzen blieb), hatte ich keine Berührungsängste, zwischen den Tieren zu stehen und das Bild unserer jetzt hinter die Bänke und Tische zurück weichenden Gruppe zu schießen. Getreu dem Motto: Was macht ein Touri, wenn große und/oder gefährliche Tiere auf ihn zukommen ? "Ein Foto". :P






Obwohl, ich hab natürlich schon mit einem leichten Kribbeln genau geschaut, wie nah mir die Tiere kommen... :) ;)

Es gab bei unserer Ankunft am Rastplatz auch Affen. Hab leider vergessen, welche Art. Konnte auch kein Bild machen. Sie waren einfach zu flink in den Bäume und ruck zuck weg.
In Hoima nutzten wir einen längeren Tankstopp um ein wenig das geschäftige Treiben auf den Straßen zu beobachten.
Hier meine persönliche Analyse des ugandischen Transportwesens:
Autos sind recht wenige unterwegs. Es gibt viel mehr Motorradtaxis als Autos.



Das Fahrrad ist aber immer noch das Transportmittel schlechthin.
Als Taxi....



... als Lastwagen...



.. als Tankwagen....



und als Verkaufswagen



und,und,und....

Vorbei an Teeplantagen machten wir eine kleine Runde durch Fort Portal, das Zentrum des Toro Königreiches, um dann eine Stunde vor Sonnenuntergang auf unserer ersten Austausch-Übernachtung Kluges Guesthouse Farm anzukommen. Bis zum Kibale Forest Camp wären es nochmal 1,5 Stunden gewesen. Daher war es schon schön, jetzt schon anzukommen. Die 1,5 Stunden müssen wir dann eben morgen in aller Frühe hin fahren und nach dem Schimpansentrekking und den Bigodi Wetland wieder zurückfahren. Aber kein Problem, wir würden locker bis 16 Uhr wieder zurück sein.
Eigentlich ! Aber so lief es nicht ganz . Davon morgen mehr..... :whistle:

Übr Kluges Guesthouse Farm wurde hier im Forum ja schon öfters berichtet:
Kluges Guesthouse Farm jedenfalls ist wirklich wunderschön. Stefan Kluge, ein Deutscher hat diese zusammen mit seiner ugandischen Frau erbaut. Jeder hatte sein eigenes Mini-Reihenhäuschen, prima Essen ( Fleisch, Gemüse,Salat und Honig werden auf der Farm hergestellt) und einen eigenen Wald mit Sumpf samt Affen und Vögeln gibt es auch, den wir gerne mit einem Farmmitarbeiter erkunden könnten. Ohne Trekkinggebühren.... Prima. Aber heute nicht mehr es wird dunkel.





Machen wir morgen nachmittag, da wir ja beizeiten vom Kibale Forest zurück sind.
Hab ich schon angedeutet, das es etwas anders kommen sollte ? :huh:
Letzte Änderung: 29 Nov 2015 08:58 von CrocV.
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29 Nov 2015 08:49 #409046
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Machen wir morgen nachmittag, da wir ja beizeiten vom Kibale Forest zurück sind.
Hab ich schon angedeutet, das es anders kommen sollte ?

Hallo ihr Zwei,

ihr macht es ja spannend! Da bin ich jetzt mal gespannt wie Euer Schimpansen-Tracking verlief. Für mich war es, neben dem Gorilla-Tracking in Bwinidi, das Highlight unserer Reise. Die anschließende Wanderung durch die Bigodi Sümpfe beendeten wir dann allerdings mit einem heftigen Gewitterregen.

Freue mich schon auf die Fortsetzung!

LG und einen schönen ersten Advent
Konni
Link zu Reiseberichten,Homepage & Reiseblog: www.namibia-forum.ch...ammlung-daxiang.html

Letzte Änderung: 29 Nov 2015 08:52 von Daxiang.
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29 Nov 2015 09:25 #409049
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Hallo Daxiang --- dann will ich dich nicht weiter auf die Folter spannen...

26.06.2015 Schimpansen-Trekking
Früh morgens raus aus den Federn. Um 5 Uhr war Early-Early-Bird Frühstück angesagt.
Danach ging es los. Bei leichtem Regen. Je näher wir im Dunkeln dem Kibale Forest kamen, desto stärker regnete es. Dann schüttet es richtig und hört und hört nicht mehr auf. Naja, das nahe Ruwenzori-Gebirge eben. Ruwenzori heißt ja Regenmacher.
Als wir um 7:30 Uhr beim Kanyanchu Visitor Center ankommen, schüttet es immer noch. Aber richtig. Alle lassen sich in der Station nieder. Die Ranger schütteln den Kopf. Bei dem Wetter hat das keinen Sinn. Aber keine Hektik in Afrika.... Wir warten recht entspannt, unterhalten uns mit einem anderen deutschen Paar, das ebenfalls mit Speke unterwegs ist, allerdings als Privattour. Draußen in den Bäumen sind Rotschwanzmeerkatzen zu sehen. Also mal kurz versucht, ein paar Fotos zu machen. Sie sind aber recht weit weg und der Regen ist so dicht, das ein anvisieren kaum möglich ist. Aber immerhin vergeht so die Zeit wie im Flug. Um 10 Uhr ließ der Regen etwas nach. Es schüttette nicht mehr, es regnete nur noch stärker. Und so zogen wir los -- eingepackt in alles, was irgendwie wasserdicht sein könnte. :P Erstmal ein Stück mit dem Auto auf aufgeweichten Wegen,, dann zu Fuß mit unserem Ranger Bosco. Unsere Gruppe: Wir vier und das ebenfalls jüngere Par, das mit Speke auf Privattour war.
Es regnete natürlich immer weiter und durch das Unwetter war alles matschig. Soweit für unsere recht sportliche Gruppe kein Problem. Wir liefen einige Zeit im Wald. Nichts. Die Schimpansen blieben bei dem Wetter lieber im Nest. Recht hatten sie. Einige der Pfade standen mittlerweile unter Wasser. Gut wir also durch. Am Anfang versuchten wir noch, Pfützen und besonders matschigen Stellen auszuweichen, aber irgendwann findest du dich in die Situation ein und dann ist es gar nicht mehr so schlimm. Alles nur Kopfsache... Nachdem wir so einige Zeit mehr mit uns beschäftigt waren, hörte Bosco doch Schimpansenrufe in der Ferne. Wir also in die Richtung los. Die Rufe wurden lauter. Und dann ---- war da dieser breite Pfad, der quer zu uns verlief und uns den Weg versperrte. Aus dem Pfad war mittlerweile ein breiterer Bach geworden. Bosco testete mit seinem Stock die Tiefe. Der Stock verschwand komplett. Also mehr als 1,5 Meter tief und breiter als 3 Meter. Keine Chance, da kommen wir nicht drüber. Also wieder zurück, den Berg hoch. Wir waren recht nahe dran. Aber jetzt müssen wir den ganzen Weg zurück den Hang rauf marschieren. Es ging jetzt schon auf Mittag zu. Achja Mittag. Bei den Gorillatrekkings wurden wir immer ermahnt, nehmt ja euer Lunchpaket mit. Wer weiß, wir lange ihr unterwegs seit..... Hier hatte zum Glück das deutsche Paar auf Privattour einige Schokoriegel dabei, um den vereinzelt absackenden Blutzucker aufzufangen. Immerhin hatte es aufgehört zu regnen.....
Mir war klar, das war es jetzt... :( :( :(





War es das ? Nicht mit Bosco ! Er plante bereits, ein Fahrzeug in unsere Nähe zu lotsen, das uns aufsammeln und ein Stück weiter wieder absetzen sollte, damit wir in dem Waldstück, von dem wir durch den „Wildbach“-Trampelpfad abgeschnitten waren, nochmals von anderer Stelle auf die Suche gehen können. Hier sahen wir einen hochmotivierten Ranger bei der Arbeit. Aber plötzlich Schimpansenrufe nicht weit weg. Mit Bosco erhaschen wir immer wieder einzelne Blicke auf einen Schimpansen hoch oben in den Bäumen. Kurz darauf kommt die Info, eine andere Gruppe hat ein Nest lokalisiert. Wir und auch die anderen Gruppen hin. Der Plan, kleine getrennte Gruppen zu unterschiedlichen Gruppen zu schicken, konnte als gescheitert angesehen werden. Unter dem Schimpansennest trafen sich fast alle, die morgens in der Rangerstation waren.

So schaut das aus, wenn eine Horde seltsamer Primaten einen Blick auf andere Primaten erhaschen will. Bei dem Primaten rechts mit der am Gesicht angewachsenen Kamera ( im Serienbildmodus auf Dauerfeuer..) handelt es sich um den Schreiber dieses Berichtes.




Zunächst beobachten wir ein, zwei Jungtiere, die vorwitzig immer wieder aus dem Nest kommen um neugierig zu schauen was da unter dem Baum los ist.
Und natürlich wollten sie uns auch vorführen, was sie schon alles können. Wie bei uns.....






Ab und zu kam ein Arm aus dem Nest und schnappte sich die Youngster, um sie ins Nest zurück zu ziehen.
Nach und nach kamen dann auch einige Alttiere raus. Erstmal um ein Geschäft zu erledigen, dann kamen sie etwas weiter runter, um ihr Frühstück ein zu nehmen.








Das war der Zeitpunkt für uns. Bosco mahnt zum Aufbruch.



Wir mussten ja noch ein gutes Stück zurück laufen auf und besser in den überschwemmten Pfaden.



Schön war es schon....




Irgendwann trafen wir auf unser Auto und brachten Bosco zur Station zurück.
Mittlerweile war es schon 13.30 Uhr.


Hier mal ein kurzer Exkurs: Warum ich Afrika liebe


Man stelle sich vor, eine ganze Rangerstation voller Touris. Es schüttet. Alle versuchen, ihre für dieses Wetter doch recht unzulänglich Ausrüstung aus Regenjäckchen und Wanderschühchen irgendwie wasserfest zu bekommen. Unter amüsierter Beobachtung durch die Ranger.
Auf der Veranda der Rangerstation beobachte ich folgendes Bild. Ein Paar fragt bei den Rangern nach, ob sie Ponchos und Gummistiefel zum ausliihen haben: Ja klar haben sie. Eine Tür öffnet sich. Ich sehe etliche Gummistiefelpaare und richtig strapazierfähige große Regenponchos.
Die Touris zahlen die Leihgebühr samt großzügigem dankbarem Trinkgeld. . Ein schöner Verdienst. In anderen Teilen der Welt würden jetzt geschäftstüchtige Menschen ein dickes Geschäft machen wollen: Regenponchos und Gummistiefel in den Warteraum zu den Touris tragen, diese ständig umschwirren, teils sogar bedrängen um ein Riesengeschäft zu machen. Die Preise würden natürlich angesichts der Wetterlage in die Höhe schiessen.
Vorbei wäre es mit unserer Ruhe und Gelassenheit gewesen. Vorbei die Gelegenheit hier in der Rangerstation zu sitzen und die Natur um uns herum auf uns wirken zu lassen.

Dennoch: Hätten die Ranger die Gummistiefel und Regenponchos in den Warteraum gebracht und dezent ausgebreitet... Sie häten ein gutes Geschäft gemacht und ich hätte es Ihnen gegönnt.

Aber so ist es oft in Afrika: Die Tür wird wieder abgeschlossen. Ende.

Ich will mich hier nicht lustig machen über die Ranger. Nein, im Gegenteil. Es macht mich immer wieder nachdenklich, Menschen zu sehen, die nicht immer und überall Geschäft und Geld scheffeln im Kopf haben. In solchen Momenten erahne ich, wie groß der kulturelle Unterschied ist oder auch die Art zu Denken und Handeln. Seit ich nach Afrika reise, habe ich viel von dieser Gelassenheit und Ruhe in mich aufgenommen. Musungu oder weißer Hektiker bin ich immer öfter bewusst nicht mehr.. Auch in meinem Alltag....
Ey, vor Jahren ist es uns in Iringa sogar passiert, das uns einheimische Fußgänger überholt (!!!) haben weil WIR zu langsam gelaufen sind !!! No hurry in Africa :laugh:

Letzte Änderung: 30 Nov 2015 12:57 von CrocV.
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29 Nov 2015 10:02 #409057
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Immer noch 26.06.2015 Magombe Swamps (=Bigodi Sumpfgebiet)

Hmmm, das war doch noch was auf dem Tagesplan: Mittagessen bei Familie Tinka und danach Bigodi Wetland.

Essen bei Familie Tinka

Mehrere Stunden verspätet treffen wir um 14 Uhr bei Familie Tinka ein, die im lokalen Tourismus eine Größe sind. Traditionell werden wir von ältesten Sohn empfangen. Danach kommt dann der Vater zur Begrüßung. Praktischerweise findet das Essen in einem Pavillion im Garten statt. So verdreckt, wie wir sind, hätten wir das elegante Haus sonst ziemlich übel
verschmutzt.
Schuhe ausziehen. Hinsetzen.
Der Sohn serviert das Essen. Die Frauen und Kinder kommen nicht dazu, wenn Gäste bewirtet werden. Zunächst gibt es eine geröstete Kaffeebohne zu kauen. Eine Geste für gern gesehene Gäste.

Ausnahmsweise ein Essensbild. Man beachte aber vor allem die Hose des Berichtschreibers.




Zwischendurch fragt Paul, ob wir noch in die Sümpfe wollen, da es ja schon so spät ist. Also ich will auf alle Fälle.
Gesagt getan, kurz vor 15 Uhr brechen wir auf zum 2-stündigen Marsch.
(Um 16 Uhr wollten wir schon wieder bei Kluges Guesthouse sein – ihr erinnert euch ?)

Bigodi Sumpfspaziergang

Der Pfad führt entlang des Magombe Swamps. Ein Spaziergang auf teils mit Holzbrettern befestigten Weg. Das die Holzbretter teils leicht ins Wasser einsanken, juckt nach heute morgen niemand mehr.




Wir sehen viele Affen und auch etliche Vögel. Die Affen werden regelmäßig von den Schimpansen aus dem Kibale Forest hier in die Sümpfe vertrieben. Viele der Affen sind wirklich in den Bäumen direkt neben dem Weg. Toll ! Leider steht die Sonne schon recht tief – und auf der falschen Seite. Wir müssen ständig direkt in die Sonne fotografieren.




Roter Uganda Stummelaffe




Östliche Vollbartmeerkatze zwischen Roten Stummelaffen.

Und hier noch ein Affe. Ich tippe auf eine Ugandamangabe.






Paul erzählte uns aber, so würden die Mischlinge ausschauen, wenn Östliche Vollbartmeerkatzen was mit Roten Stummelaffen anfangen.
Hat er recht oder uns nur auf den Arm genommen mit der Story ?



Zum Schluß noch ein Riesenturako.





Wir haben einige Exemplare gesehen. Zum Teil flogen sie am Pfad immer wieder einen Baum weiter. Wenn wir dann kamen, wieder zum nächsten Baum usw. Sehr schön anzuschauen. Aber gegen die Sonne ist nur dieses Bild gelungen.

Nach 17 Uhr starten wir die Rückfahrt zu Kluges Guesthouse Farm. Jetzt ist es schon ein wenig blöd, das wir nicht direkt vor Ort im Kibale Forest Camp sind wie ursprünglich geplant.
Aber so ein Unwetter kann ja keiner erahnen. Daher kein Vorwurf.
Zumal es ja an unserem tapferen Fahrer Tony hing, uns jetzt zurück zu fahren. Über vom Unwetter aufgeweichte Straßen, in der schnell einbrechenden Dunkelheit. Die Orientierung wird schwieriger. Einmal biegen wir fast falsch ab, auf einen steil abfallenden Feldweg. Im letzten Moment bemerkt Tony den Irrtum und kann mit viel Gasgeben wieder zurück auf die geteerte Straße kommen.
Gegen 20.30 Uhr erreichen wir recht müde unser Quartier. Schnell 5 Minuten andere Schuhe angezogen und in den verdreckten Klamotten zum Abendessensbuffett, das schon seit einiger Zeit auf uns wartet.
Eine amerikanische Gruppe beobachtet unser Eintreffen mit großen Augen. Später erzählen sie uns, das sie am Vortag beim den Schimpansen waren und diese nach 20 Minuten erreicht hatten. Die Tiere waren am Boden und liefen zwischen ihnen herum.

Fazit des Tages:
Ein „normales“ Schimpansentrekking mit den Tieren am Boden wäre zwar in dem Moment angenehmer gewesen. Aber jetzt mit Abstand ist klar: Dieses Trekking werden wir immer in Erinnerung behalten. Samt den Schimpansen, die wir dabei gesehen haben.
Meine alten Wanderstiefel sind dem Tag übrigens zum Opfer gefallen. Beide Sohlen hingen halb weg. Die Treter waren mir aber eh verdächtig. Daher hatte ich mir im Jahr vorbei in Swakopmund bei Siebolds wohlweislich neue Wanderstiefel aus Robbenleder gekauft. Diese Stiefel sollten beim Gorillatrekking zum Einsatz kommen. Und vorweg: Sie sind ein Traum. Bei beiden bisherigen Aufenthalten in Namibia haben wir bei Siebolds prima Schuhe gekauft. Und sollte es uns wieder in die Gegend verschlagen, kaufen wir wieder welche !

Eine traurige Nachricht gab bei aller Freude auch noch: Beim Schimpansentrekking hat sich ein Mitglied unserer Parallelgruppe des Fuß vertreten und musste das Tekking abbrechen. Im Krankenhaus in Fort Portal dann die Diagnose: Knöchelbruch. Schock.
Lamek der Fahrer der Parallelgruppe blieb den ganzen Nachmittag und abend in Fort Portal (wir haben die Parallelgruppe in unseren Fahrzeug mitgenommen für den Rest des Tages). Auch am nächsten morgen fuhr Lamek sofort wieder nach Fort Portal. Da der Trekking-Tag recht lang war, der Queen-Elisabeth-Park nicht weit weg, sollte es am nächsten Tag zum Glück erst nach dem Mittagessen weitergehen. Am Vormittag und auch noch nach dem Mittagessen wurde von Paul telefonisch der Transport der Verletzten nach Kampala organisiert. Dort blieb sie einige Tage im Krankenhaus, ehe der Rücktransport nach Deutschland stattfand. Soweit die Infos, die wir von Paul im Verlauf der Tage bekommen haben. Leider hatten wir noch keine Kontaktdaten ausgetauscht. Wir hoffen, es ist alles wieder gut verheilt.
Letzte Änderung: 12 Dez 2015 07:25 von CrocV.
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27.06.2015 Auf in den QENP

Am Morgen war erst mal Ausschlafen angesagt. Danach ausgiebig in Ruhe gefrühstückt. Und dabei einen Schmucknektarvogel vom Frühstückstisch aus geknipst.




Danach war Materialpflege angesagt. Schuhe, Rucksack, Hosen. Alles wurde ausgebürstet bzw. ausgewaschen.
Dann war der Vormittag bereits weit fortgeschritten, aber da war ja noch was: Der angrenzende Wald mit Sumpfgebiet. Beim Haupthaus fragte uns ein Kellner, ob wir in den Wald wollten. Yes, sagten wir. Und jetzt passierte wieder etwas ganz "normales": Der Kellner läßt uns wortlos stehen und geht. Wir bleiben ruhig. No hurry in Afrika. Wir haben das schon öfters erlebt: Die Kommunikation findet hier nicht so statt wie in Deutschland. In D hätten wir eine Antwort bekommen wie „Ja, das kann ich übernehmen. Warten Sie bitte einige Minuten, ich ziehe mich nur schnell um.“

Etwa 15 Minuten später ist unser Kellner wieder da: In der Montur eines Rangers des Kibale Forest, mit Wanderstöcken für sich und uns und in Gummistiefeln.
Robert stellt sich als Vogelexperte heraus.







Leider blebit uns nur Zeit für die „kleine Runde“. Ca. 1,5 Stunden.
Wir sehen viele Vögel und Affen. Robert zeigt uns die Bienenstöcke der Farm, erklärt und die verschiedenen Bananenpflanzen (Koch-,Ess- und Wildbananen), zeigt uns was in Uganda alles mit Papyrus gemacht wird. Auch Papier ! Nicht nur die Ägypter hatten das anscheinend drauf.







Zum Abschluß führt uns Robert noch durch den Bereich der Farm, wo die Arbeitskräfte ihre Wohnhäuser haben. Wir hätten noch einige Stunden mit Robert in diesem wunderschönen Gelände unterwegs sein können. Natürlich geben wir Robert ein ordentliches Trinkgeld, da seine Erläuterungen wirklich sehr umfangreich und die ganze Führung ja grundsätzlich kostenlos war.

Wer bei Kluges Guesthouse Farm übernachtet: Unbedingt ein paar Stunden einplanen und eine ausführliche Führung durch den Wald entlang des Sumpfgebietes machen. Man kann da natürlich auch alleine spzieren gehen. Aber wenn ich denke wie viele Vögel und Affen Robert erspäht hat und auf was er uns alles aufmerksam gemacht hat, an dem wir achtlos vorbei marschiert wären.....

Nach dem Mittagessen wurde die Abfahrt nochmals eine Stunde verschoben. Es mußten noch einige Telefonate geführt werden, um den Transport der Verletzten der Parallelgruppe zu organisieren. Irgendwann fahren wir allerdings schon mal los. Das andere Fahrzeug folgt dann später.

Die Fahrt verläuft entlang der Ruwenzoriberge auf guten Straßen. Direkt biegen wir in den QENP ein. Wir sehen Elefanten, Kobs und so weiter.





Dann endlich ein Anblick der Hoffnung gibt.
Eine Büffelherde steht eng zusammen. Ein Zeichen, das Raubtiere in der Nähe sind ?





Wir müssen nicht lange suchen, da entdecken wir „ein sicheres Zeichen“ für Löwen.
Ein Ranger steht mit seinem Moped abseits der Piste neben einem Kakteenbaum.
Grund: Im Baum liegen zwei Löwen. Der Ranger steht da, damit die Fahrzeuge auf der Piste bleiben und nicht näher an den Baum heranfahren. Wir müssen leicht schmunzeln.




So findet man Löwen leicht, wenn immer ein Ranger daneben postiert wird. Wir können einen der beiden Löwen im Baum erkennen. Der zweite liegt außer Sicht. Als wir auf dem Rückweg wieder an der Stelle vorbei kommen, spricht Paul kurz mit dem Ranger, dieser fährt weg und wir umrunden den Baum um auch den zweiten Löwen zu sehen. Ich mag das nicht so gerne, Offroad zu fahren, aber die Löwen liegen weiterhin entspannt im Baum. Was Paul mit dem Ranger besprochen hat ? Wir haben es nie erfahren.





Bei Sonnenuntergang verlassen wir den Park. In der Dunkelheit fahren wir noch eine gute Stunde durch die Ebene und dann auf einen Berg, wo unsere zweite Austauschunterkunft Enganzi Lodge liegt. ( Unweit der Kyambura Schlucht). Es ist stockdunkel. Wir erkennen das Haupthaus oben auf dem Kamm und folgen den Angestellten mit Taschenlampen viele, viele Treppenstufen bergab. Mal rechts mal links. Das unterste Häuschen ist unseres. Machen uns kurz frisch und steigen wieder hoch zum Abendessen. Wir ahnen nur, wie schön die Lodge wohl liegt.
Anhang:
Letzte Änderung: 06 Dez 2015 11:31 von CrocV.
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