THEMA: Uganda/Ruanda: Nicht nur Primaten !
20 Nov 2015 21:13 #408160
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Vorwort zum Reisebericht

Vor einigen Wochen habe ich das Namibia-Forum entdeckt beim Nachbereiten unseres Uganda-Urlaubs. Seitdem habe ich mit Vergnügen einige Reiseberichte gelesen.
Das hat mich jetzt motiviert unsere Reiseerlebnisse auch in einem Bericht zusammen zu fassen.
Einfach weil man sonst viele Details über die Jahre wieder vergisst.
Und das wäre schade...
Ich schreibe diesen Bericht also hauptsächlich als Reisetagebuch für uns selbst.

Beim Lesen der Reiseberichte habe ich festgestellt, das sich viele der Forenmitglieder kennen.
Bevor es losgeht hier noch ein paar Worte zu uns.
Wenn das nicht interessiert, einfach überspringen und mit dem nächsten Eintrag weitermachen.

Wer sind wir ?
Meine Frau und ich sind beide Ende 40 und haben 2009 begonnen, regelmäßig Fernreisen zu unternehmen. Da wir beide berufstätig sind, geht leider nur 1 große Reise pro Jahr.
Unsere Chefs kapieren einfach nicht, das wir unsere Zeit viiiiiel sinnvoller verbringen könnten als ständig auf Arbeit zu erscheinen.

Wie reisen wir ?
Da wir beide beruflich mit Organisation und Projektarbeit zu tun haben, möchten wir das im Urlaub keinesfalls machen.
Daher machen wir organisierte Reisen, gerne Camping. Gerne auch in Gruppen. Kleinere und auch größere. Man lernt dabei immer interessante Menschen kennen.
Wir wissen immer relativ schnell, wohin die nächste Reise gehen soll.
Dann beginnt die Suche im Internet: Welcher Veranstalter bietet welche Reiserouten an ?
Wir fahren immer wieder mal mit anderen Veranstaltern. Entscheidend ist die angebotene Route.
Wenn alles dabei ist, was wir sehen wollen, wird gebucht.
Ohne großes Hin und Her und großes Nachfragen.
Wie gesagt, den Urlaub planen und detailliert jede Übernachtung recherchieren und so weiter, ist nicht unser Ding. Das füllt sich für uns zum einen wie Arbeit an.
Außerdem ist es mit der Recherche immer so eine Sache.
Wir finden es sehr spannend, am morgen eben noch nicht zu wissen, was für ein Campingplatz und welche Lodge uns am Abend erwartet. Einfach weil wir noch nicht hunderte Bilder davon im Internet gesehen haben.Für uns ist dadurch jeder Eindruck auf der Reise neu. Noch nicht gesehen.

Das führt natürlich manchmal zu lustigen Anekdoten. Manchmal ist es auch so, das wir nachher wissen, dieses oder jenes wäre anders optimaler gewesen.
Insgesamt haben wir mit der Methode aber bisher nur sehr gute Erfahrungen gemacht.
Alle Reisen waren wunderschön.
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20 Nov 2015 21:17 #408161
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Reiseplanung Uganda

Bereits im Herbst 2014 war es beschlossen: Zu den Gorillas soll es gehen in 2015.
Also Internetrecherche. Welche Anbieter bietet welche Touren zu welchen Preisen.
Schnell wird klar:
Ich möchte „die 2. Chance „ !
Also 2 Gorilla-Trekkings.
Und die am besten in unterschiedlichen Gebieten.
Damit sind etliche Anbieter aus dem Rennen. Sehr gut. Zu viel Auswahl quält nur.
Zum Schluss sind noch 2 Abieter im Rennen.
Was tun ? Beide Reisen sind ähnlich. Blöd. Wie jetzt entscheiden ?
Da eine entfernte Bekannte vor etlichen Jahren mal mit einem der Anbieter unterwegs war und lebend zurückgekommen ist nehmen wir halt diesen.
Wenn man keine objektiven Gründe für eine Auswahl mehr hat, nimmt man halt subjektive, grins.
Ansonsten müssten wir an der Stelle anfangen zu recherchieren und das würde schon wieder nach Arbeit riechen......

Also Mail losschicken, Anzahlung geleistest, Reisebestätigung da. Fertig. Auf Termin in 9 Monaten legen.
Da wir bereits 2009 in Kenia/Tansania auf Campingurlaub waren, wissen wir so ungefähr, was wir auf der Reise brauchen. Reisevorbereitungen beendet. Gut.

Ich weiß, einigen Forenmitgliedern, vor allem den Selbstfahrern, rinnt es jetzt eiskalt den Rücken runter. Darum schildere ich unser Vorgehen bei der „Reiseplanung“ ja auch so genüsslich und detailliert.


Ihr merkt schon:
Wer sich hier detaillierte Infos zu Lodges, Preisen, Fahrstrecken etc. erhofft, naja.

Unser Kenntnisstand zur Reise war folgender:
21.6.2015 Flug mit Ethiopian Air über Addis Abeba nach Entebbe.
22.6.2016 Ankunft Entebbe,
Übernachtung Entebbe Airport Guesthouse
23.6.2015 Fahrt zum Muchison Falls N.P.
Übernachtung Murchison River Lodge
24.06.2015 Murchison Falls N.P
25.06.2015 Fahrt zum Kibale Forest
Übernachtung Kibale Forest Tendet Campingplatz
26.06.2015 Schimpansen-Trekking, Bigodi-Sümpfe
27.06.2015 Fahrt zum Queen-Elisabeth N.P.
Übernachtung Simba Safari Lodge
28.06.2015 Queen-Elisabeth N.P.
29.06.2015 Ishasha-Sektor, Weiterfahrt zum Bwindi N.P.
Engagi Lodge, Buhoma
30.06.2015 Gorilla Trekking
01.07.2015 Fahrt nach Ruanda zum Volcanoes N.P.
Übernachtung Mountain Gorilla View Lodge
02.07.2015 Gorilla Trekking
03.07.2015 Fahrt nach Kigali. Rückflug.

Ein weiteres Paar hat sich für die Reise angemeldet. Wir werden also zu viert sein.
Abgeholt werden wir von unserem deutschsprachigen Fahrerguide von Speke Uganda Holidays am Flughafen.

OK. Mehr braucht man doch nicht zu wissen...oder ?
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21 Nov 2015 07:38 #408178
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Sonntag 21.06.2015
Die Anreise per Bus, Bahn und Flugzeug verläuft problemlos ohne besondere Ereignisse.
Wir versuchen beim Einchecken und auch beim Umsteigen in Addis Abeba unser mitreisendes Paar zu identifizieren. Aber nichts zu entdecken. Wo sind die nur ?

Ankunft in Entebbe: Viele Fragen

Montag 22.06.2015
Mittags Ankunft in Entebbe.
Einreise und Visaformalitäten laufen recht schnell und reibungslos.
Wir nehmen das Ostafrikavisum für 100 USD. Einzelvisa Uganda 50 USD und Ruanda ebenfalls 50 USD laut unserer Info. Also keine Ersparnis, aber dafür geht es dann bei der Einreise nach Ruanda wohl schneller. Vorweg: Bei der Einreise nach Ruanda merken wir, das Einzelvisa kostet nur 30 USD. Naja, wie eingangs gesagt. Mangels richtiger Recherche kommt es manchmal zu lustigen Anekdoten. Diesmal halt lustig für die anderen. :whistle:

Vor dem Flughafen suchen wir unseren deutschsprachigen Fahrerguide. Beim zweiten Ablaufen der Reihe der Guide entdecken wir ihn.
„ Hi, I am Tony junior“ erklärt er uns in englisch ??
Und führt uns zu den anderen 4 Mitreisenden ??
Die auch noch völlig anders heißen wie das uns avisierte Paar ???

Mit vielen Fragezeichen geht die kurze Fahrt zum Entebbe Airport Guesthouse.



Von unserer ersten Reise nach Kenia/Tansania wissen wir: Nur kein Hektik in Afrika.
Vieles klärt sich von selbst.

Und so ist es auch: Im Guesthouse erwartet uns unser deutschsprachiger Guide Paul und auch unser mitreisendes Paar. Sie sind bereits einen Tag früher angereist und haben am vormittag bereits einen erfolgreichen Schuhschnabel-Ausflug nahe Entebbe hinter sich.
Ach ja, der Schuhschnabel.... Um denn hab ich mir bei der Reisebuchung nicht gekümmert. Habe nur die Gorillas im Kopf gehabt.

Der erste Nachmittag in Entebbe: Hektisch

Habe ich vorhin gesagt, keine Hektik in Afrika ?
Manchmal beherzigt man seine eigenen Regeln nicht, wider besseres Wissen.

Ab jetzt passiert alles gefühlt im Minutentakt. Aber lest selbst:
Wir bekommen unsere Zimmerschlüssel, stellen unsere Reisetaschen ab und sofort beginnt Paul mit dem Briefing für die Tour. Hier erfahren wir auch, das wir neben Paul als Guide auch noch Tony als Fahrer haben. Wow. Damit hatten wir nicht rechnet. Und die anderen Gäste vom Flughafen ? Die 4 Leute sind unsere Paralleltour, erfahren wir. Sie fahren mit einem zweiten Fahrzeug und eigenem Fahrer Lamek die gleiche Tour. Wir werden sie also immer wieder treffen.

Er erklärt uns auch die Fahrtroute, teilt uns mit, das einige Übernachtungen geändert werden mussten und das wir als nächstes zum Geldwechseln in die Stadt fahren.
Kurze Nachfrage meiner Frau: Warum mussten Übernachtungen geändert werden. Wir würden gerne in den uns mitgeteilten Lodges übernachten. Paul verspricht das bis zum nächsten Tag nochmal zu klären. Aber wir sollen uns keine Sorgen machen, die neuen Lodges sind besser als die bisher geplanten. Gut sagen wir zu Paul, wir vertrauen dir.

Zuletzt fragt uns Paul nach unseren Erwartungen an die Reise und unsere Wünsche:
Ich sage etwas vorlaut: „ Immer genug Wasser im Fahrzeug und möglichst viel Zeit auf Safari. Essen und Schlafen sind zweitrangig.“

So jetzt aber ab zum Geldwechseln. Ach Paul, anschließend würden wir vier gerne noch die verbleibende 1 Stunde Tageslicht nutzen und in den Botanischen Garten gehen. Könnt ihr uns da hinfahren. Hmm, so richtig recht ist es Paul nicht. Er meint, 1 Stunde würde nicht reichen. Außerdem möchte er noch nach Kampala. (Erst viel später erfahren wir von ihm, das er noch mal zu seiner schwangeren Frau wollte -- Mensch Paul, sag das doch gleich ! ) Aber Tony erklärt sich bereit uns zu fahren und 1 Stunde später wieder abzuholen.
So wird es gemacht. Geldwechseln, Botanischer Garten, Eintritt 10.000 Ugandaschilling. Auf die Fotolizenz und einen Guide verzichten wir.
1 Stunde ist für das Gelände zu kurz. Hmm, das hatte Paul uns auch gesagt. Er hatte also recht.
Wir sehen viele Bäume, die aber leider ohne erläuternde Schilder sind. Was wir da also sehen, wissen wir nicht. Die Vögel sind auch nicht fotogen. Liegt aber vielleicht auch daran, das ich etwas aus der Übung bin.



Immerhin stehen wir kurz am westlichen Ufer des Victoriasee, nachdem wir 2009 am östlichen Ufer standen.
Danach machen wir mit Tony nach einen kurzen Stopp am Supermarkt. Endlich Wasser einkaufen.
Seit der Landung vor 4 oder 5 Stunden nichts mehr getrunken. Ganz vergessen vor lauter Freude wieder da zu sein --- in Afrika.

Zurück in Guesthouse, schnell geduscht und kurz vor dem Zimmer gesessen.



Etliche Vögel sind unterwegs. Aber es ist bereits zu dunkel zum fotografieren.
Nicht so schlimm, Vögel haben nicht so die Priorität bei mir. Wir sind ja wegen der Primaten in
Uganda.
Kaum da gesessen, gibt es auch schon Abendessen. Buffet. Lecker.

Fazit:
Paul hatte recht mit dem Botanischen Garten. (Nicht zu verwechseln mit dem Zoo in Entebbe).
Wir hätten besser eine schöne Stunde zum relaxen und Vögel fotografieren im Guesthouse einlegen sollen. Aber am ersten Urlaubstag brennt man halt vor Tatendrang..... Selbst schuld.

Das Airport Guesthouse war für unsere Zwecke als erste Anlaufstelle sehr gut. Zimmer war schön, Bett war sehr gut.



Auch das Frühstück am nächsten Morgen war gut. Aber Essen ist für uns ja nicht so wichtig, grins.

So das war jetzt der extrem textlastige Teil ohne viel Bilder. Ab dem nächsten Reisetag gibt es mehr Bilder. Versprochen.
Letzte Änderung: 21 Nov 2015 08:03 von CrocV.
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22 Nov 2015 12:09 #408290
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22.06.2015 Auf nach Norden !

Nach dem Frühstück geht es pünktlich um 8 Uhr los. Ungefähr 320 Kilometer liegen vor uns. Zunächst müssen wir durch Kampala.
Bei der Einfahrt erblicken wir das „Königstor“. Nur der König von Buganda darf durch dieses Tor fahren. Buganda, nicht Uganda, betont Paul.



Wir erfahren, das Uganda aus mehreren Königreichen besteht. Die 4 wichtigsten sind Buganda, Toro, Bunyoro und Busoga. Die Könige wurden 1967 von Obote abgesetzt. 1993 wurden die Könige wieder eingesetzt. Sie besitzen zwar keine politische Macht oder Mandate. Gleichwohl haben sie Einfluss. Sowohl im Hinblick auf die traditionellen Werte wie auch auf den inneren Zusammenhalt.
Es ist wohl so ähnlich wie in den Monarchien in England oder Schweden. Kein politisches Mandat, aber doch Einfluss und Akzeptanz bei der Bevölkerung. Dennoch hat gerade Buganda hier eine Sonderstellung in Form einer gewissen Automonie innerhalb Ugandas. Aber im Detail habe ich das nicht weiter recherchiert. Es zeigt aber wieder mal, das viele Länder bei näherer Betrachtung weit komplexer sind als es aus der Ferne den Eindruck macht. Den chaotischen Verkehr in Kampala umfahren Tony und Paul auf holprigen Schleichwegen, die irgendwann mehr Fußpfaden ähneln. Da fragt sogar Tony sicherheitshalber auch mal Anwohner, ob wir noch richtig sind. Sind wir. Und wir kommen ohne großen Stau aus Kampala raus. Und wir haben dabei Einblicke in die Wohnviertel mit Lehm-, Holz und Wellblechbauten abseits der Hauptstaße bekommen. Toll gemacht.




So langsam merken wir: Speke Uganda und die beiden Jungs sind ein Glücksgriff.

Ziwa Rhino Sanctuary
Unterwegs ist ein Stopp im Ziwa Rhino Sanctuary geplant.
Bei der Einfahrt sehen wir die ersten Grünen Meerkatzen und Defassa-Wasserböcke.




An der Rangerstation treffen wir unseren Ranger. Wir fahren ein kurzes Stück. Er hat schon Kontakt mit den Wächtern der Nashörner.

Wir marschieren los. Faszinierend ist bereits der Anblick des mehr als 2 Meter hohen Grases. Es erscheint zwar nicht so dicht gewachsen. Aber die Sicht ist wirklich sehr begrenzt.





Nach vielleicht 15 Minuten sichten wir zwei Nashörner. Es sind zwei junge Weibchen. Munter marschieren sie auf uns zu. Unser Ranger winkt uns immer wieder zurück hinter den nächsten Busch. Das Spiel geht einige Zeit. Die beiden Mädels marschieren immer wieder in unsere Richtung.




Dann sehen wir den Grund: Ein Bulle ist hinter den Mädels her. Aber die Mädels wollen nichts von ihm wissen.



Irgandwann hat es der Bulle kapiert.

Die Mädels ruhen sich aus. Wir können jetzt noch näher ran. Toll...





Auf dem Rückweg umrunden wir das Gebüsch vor dem die Mädels liegen und sehen – da steht der Bulle drin. UPPS. Er war gar nicht weg. Und stand während unserer Fotosession mit den Mädels nur wenigen Meter weit weg. PUH und wir haben nix gesehen oder gehört.



TARNUNG: Auf diesem Bild sind 3 Nashörner. Ich wollte nur unseren Ranger mit dem einen Breitmaulnashorn fotografieren. Das die beiden anderen auch direkt vor uns waren, habe ich erst zuhause beim Sichten der Bilder bemerkt. Viel Spaß beim Suchen.

Diese massigen Tiere haben sich ohne einen Laut bewegt. Da war nichts zu hören ! Jetzt weiß ich endgültig: Unübersichtliches Gelände in Afrika meiden. Selbst riesige Tiere sind perfekt getarnt und bewegen sich geräuschlos. Man hat keine Chance sie zu bemerken, selbst wenn sie nur wenige Meter entfernt sind. Hammer. Sehr eindrucksvoll.
Dank der Abkürzung durch Kampala kamen wir zeitig in Ziwa an, so das wir das Vergnügen hatten, die Rhinos in Bewegung zu erleben. Oft liest man, das Touristen hier in der Mittagszeit „vorbeikommen“. Und das dann die Rhinos nur rumliegen und verdauen.
Unser Ranger bestätigt uns das: Gegen Mittag legen sich die Rhinos regelmäßig zur Verdauung.
Also Ziwa am besten für den vormittag einplanen bei Touren.....
Super Timing von Tony jr. und Paul.

Mittag essen wir an der Rangerstation. Ein kleines Lokal mit einfachen Gerichten mit Blick ins Gelände. Wir sehen etliche Vögelchen..

Danach geht es weiter nach Norden. Immer wieder vorbei an Ankolerindern mit ihren imposanten Hörnern, die übrigens hohl sind. Später sollten wir noch hautnahen Kontakt mit den Ankole haben.

Wir erreichen den Murchison Falls N.P. durch das Southern Gate Kichambanyobo.

Im südlichen, feuchten Bereich des N.P. fahren wir lange durch eine bewaldete Gegend.
Immer wieder sind Paviane auf der Straße. Jedes Foto bei offenem Fenster wird anschließend mit einer 10-minütigen TseTse-Fliegenjagd im Auto bezahlt werden. Aber es sollte das einzige mal sein auf der Reise das die TseTse vermehrt auftraten.







Bei Ankunft in der Murchison River Lodge (kurz vor Sonnenuntergang)wurden wir vom Meerkatzenempfangskomitee begrüßt und auch bis zu unseren Zelten begleitet.







Die Lodge liegt sehr schön am Ufer des Victoria Nils.
Das Essen war gut. Die Zeltunterkünfte sehr schön.




Hier blieben wir 2 Nächte.
Wir haben uns sehr wohl gefüllt.




Sonnenuntergang am Nil.
Nach dem Abendessen spielt am Ufer noch eine einheimische Musikgruppe. Aber wir sind müüüde. In unserem Zelt schlafen wir zu den Klängen der Musik ein. What a Feeling ....
Letzte Änderung: 22 Nov 2015 12:40 von CrocV.
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22 Nov 2015 12:55 #408297
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23.6.2015 Murchison Falls Game Drive und Bootsfahrt

Morgens Early Bird Frühstück, Lunchpaket unter den Arm und los geht’s. Es gilt die 1. Fähre über den Nil zu erwischen. Schaffen wir gut.






Direkt danach die ersten Tiersichtungen. Aber es ist noch zu dunkel für Bilder. Eindruckvoll vor allem ein Flußpferd weit weg vom Fluß mitten in der Savanne zu erblicken. Es war wohl auf dem Rückweg vom nächtlichen Fressen.
Erste Büffeln, JacksonKuhantilopen, Oribi. Die Paviane waren noch auf ihren Schlafbäumen.






Büffel mit Kuhreiher und PiaPiac (Spitzschwanzelster)

Dann die nächste Primatenart: Husarenaffen.







Elefanten, Defassa-Wasserböcke, Warzenschweine, Uganda-Kob.






Insgesamt war ich überrascht über die Tierdichte. Das wiederholte sich immer wieder. Dazu oft Vögel. Sehr schön anzusehen. Die Sonne kam raus und wir wurden etwas schläfrig.

Aber gerade in dem Moment kamen einige neue Szenerien: Rangkampf zweier Uganda-Kobs




Und dann eine Giraffenschwemme. Wir hatten die ganze Zeit keine einzige Giraffe gesehen. Und dann auf einer kurzen Strecke vor dem Albertsee plötzlich Giraffen ohne Ende. Es müssen mehr als 50 Tiere auf eine recht kurzen Strecke gewesen sein.
Besonders eindrucksvoll: Erstmals erleben wir einen Kampf zwischen 2 Giraffen. Dabei versuchen die Tiere sich gegenseitig mit den kurzen Hörnern entweder in den Unterbauch oder auf die Beine/Gelenke zu schlagen.






Bei näherem Hinsehen konnte man bei etlichen Giraffen Blessuren von früheren Kämpfen erkennen.






Laut Paul kämpfen nicht nur die Männchen miteinander, sondern auch die Weibchen um die Rangfolge innerhalb des Harems.



Der Albertsee kommt in Sicht. Im Hintergrund der Kongo.


Hier machen wir Mittagspause. Im Hintergrund marschieren Büffel vorbei, voraus beobachten wir die Fischer, die in der Nähe der Flusspferde ihre Netze auswerfen. Einmal kommen sie dabei einen untergetauchten Hippo in die Quere. Das Hippo schießt plötzlich neben dem Kanu aus dem Wasser. Zum Glück passiert den Fichern nichts. Aber jetzt verstehen wir, warum es immer wieder Unglücke mit Hippos gibt.






Nachdem wir unserem Ananas-Nachtisch (richtig reife Ananas, wie es sie bei uns nie gibt.) gefuttert haben, geht es Richtung Paara zur nachmittäglichen Bootsfahrt.



Paul, Lamek und Tony jr.

Katzen haben wir keine gesehen. Aber da habe ich mir in Uganda auch nicht viel erwartet. Wir waren 2009 Kenia/Tansania und hatten damals Löwen und Geparden in großer Zahl. Nur Leopard war damals keiner zu sehen. Danach hat uns der Running-Gag „kein Leopard“ noch auf 2 weiteren Afrikareisen begleitet. Trotzdem wollten wir diesmal wegen der Primaten nach Uganda. Auf Löwen habe ich nur ein bisschen gehofft, auf den Leopard gar nicht. Man muss realistisch bleiben.

Die Bootsfahrt zu den Murchison Falls war sehr schön. Viele Vögel, Hippos, Krokodile, Elefanten etc. am Ufer.











An den Fällen sind wir ausgestiegen und hoch gewandert. Sehr schön.




Auch die Steinstufen und Steine des Weges. Diese enthielten Mineralieneinschlüsse (?), die in der Sonne glitzerten. Hab keine Ahnung von Geologie. Kann es nicht besser umschreiben. Wir sind teilweise auf einen wunderbar glitzernden Untergrund gelaufen. Ein schöner Anblick, der aber trotz mehrerer Versuche nicht im Foto einzufangen war.
Beim Anstieg sahen wir über den Bergen eine schwarze Wand auftauchen: Oh, oh Gewitter im Anzug. Wir also das Tempo etwas angezogen, die einzelnen Aussichtspunkte nur kurz angesteuert und zügig nach oben durch, wo unser Auto wartete. Unser Timing war guuut. Wir waren noch keine 5 Minuten im Auto als das Gewitter loslegte. Dennoch kamen wir ohne Probleme zur Murchison River Lodge. Hier war es bereits wieder trocken und wir genossen einige Nile special am Abend.

Was hätte ich anders gemacht mit Recherche ?
Eine weitere Bootsfahrt von Paara in Richtung Nildelta wäre sinnvoll gewesen. Denn dort kommt der Schuhschnabel vor. Aber den habe ich mangels ausführlicher Recherche nicht auf dem Radar gehabt bei der Tourbuchung. Diagnose: Allgemeine Primatenfixierung mit ausgeprägter Gorillafokussierung. :silly:
Dafür einen weiteren Tag eingefügt mit vormittags Delta und Nachmitags ein Teilstück der Strecke nach Fort Portal. Den Rest nach Fort Portal dann am vormittag drauf. Das hätte den langen Fahrtag, der uns jetzt bevorsteht, etwas entzehrt.
Aber davon berichte ich dann am nächsten Sonntag.
Anhang:
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Nach Süden: Fahren, Fahren, Fahren – und doch ein schöner Tag

Am nächsten Morgen war wieder frühes Aufstehen angesagt. Sollte es doch in einem Zug über Hoima durchgehen bis Fort Portal. Wir würden 10 Stunden brauchen für die ca. 270 Kilometer sagte Tony. Und so war es auch.
Fahrtag. Notwendiges Übel. Hier absolut nicht. Paul und Tony verstanden es, den Tag für uns interessant und abwechslungsreich zu gestalten. Wir bekamen viele Impressionen des ländlichen Ugandas.





Tony und Paul erspähten immer wieder Tiere am Wegesrand.
Gueretta oder Mantelaffen, Abdimstorch, Orixweber, Wollhalsstorch etc





Das riesige Nest eines Hammerkopfs. Wahnsinn, hätte ich dem Vogel gar nicht zugetraut.

Dann wieder vollbeladene Fahrräder mit allerlei Fracht, Dorfschulen, ein Stopp auf dem Grabenbruch des Albertine Rift mit Blick auf eine am Fuß des Rifts weit unter uns campierende ugandische Armeeeinheit, dann ein wunderschöner Rastplatz für den Lunch mit angeschlossener Ankolerinderherde. Während die Hirten auch entspannt Rast machten im Schatten, waren die Rinder seeehr neugierig auf uns. Hier zeigte sich deutlich, das unser Fahrer Tony ein Stadtkind war: Blitzschnell war er im Auto, grins. Unsere Mitreisenden fragten Paul, ob die Rinder gefährlich seien. Grinsend antwortete ich an seiner Stelle: „Naja, wenn unser einheimischer Fahrer blitzschnell ins Auto flüchtet, sind sie wohl gefährlich.“ Da ich auf einem Bauernhof aufgewachsen bin (und vor allem unser Guide Paul ruhig sitzen blieb), hatte ich keine Berührungsängste, zwischen den Tieren zu stehen und das Bild unserer jetzt hinter die Bänke und Tische zurück weichenden Gruppe zu schießen. Getreu dem Motto: Was macht ein Touri, wenn große und/oder gefährliche Tiere auf ihn zukommen ? "Ein Foto". :P






Obwohl, ich hab natürlich schon mit einem leichten Kribbeln genau geschaut, wie nah mir die Tiere kommen... :) ;)

Es gab bei unserer Ankunft am Rastplatz auch Affen. Hab leider vergessen, welche Art. Konnte auch kein Bild machen. Sie waren einfach zu flink in den Bäume und ruck zuck weg.
In Hoima nutzten wir einen längeren Tankstopp um ein wenig das geschäftige Treiben auf den Straßen zu beobachten.
Hier meine persönliche Analyse des ugandischen Transportwesens:
Autos sind recht wenige unterwegs. Es gibt viel mehr Motorradtaxis als Autos.



Das Fahrrad ist aber immer noch das Transportmittel schlechthin.
Als Taxi....



... als Lastwagen...



.. als Tankwagen....



und als Verkaufswagen



und,und,und....

Vorbei an Teeplantagen machten wir eine kleine Runde durch Fort Portal, das Zentrum des Toro Königreiches, um dann eine Stunde vor Sonnenuntergang auf unserer ersten Austausch-Übernachtung Kluges Guesthouse Farm anzukommen. Bis zum Kibale Forest Camp wären es nochmal 1,5 Stunden gewesen. Daher war es schon schön, jetzt schon anzukommen. Die 1,5 Stunden müssen wir dann eben morgen in aller Frühe hin fahren und nach dem Schimpansentrekking und den Bigodi Wetland wieder zurückfahren. Aber kein Problem, wir würden locker bis 16 Uhr wieder zurück sein.
Eigentlich ! Aber so lief es nicht ganz . Davon morgen mehr..... :whistle:

Übr Kluges Guesthouse Farm wurde hier im Forum ja schon öfters berichtet:
Kluges Guesthouse Farm jedenfalls ist wirklich wunderschön. Stefan Kluge, ein Deutscher hat diese zusammen mit seiner ugandischen Frau erbaut. Jeder hatte sein eigenes Mini-Reihenhäuschen, prima Essen ( Fleisch, Gemüse,Salat und Honig werden auf der Farm hergestellt) und einen eigenen Wald mit Sumpf samt Affen und Vögeln gibt es auch, den wir gerne mit einem Farmmitarbeiter erkunden könnten. Ohne Trekkinggebühren.... Prima. Aber heute nicht mehr es wird dunkel.





Machen wir morgen nachmittag, da wir ja beizeiten vom Kibale Forest zurück sind.
Hab ich schon angedeutet, das es etwas anders kommen sollte ? :huh:
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