THEMA: Reisebericht Uganda 2012
16 Mär 2013 12:33 #281161
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Hallo Atomic Betty,

schön, dass Du dabei bist.

Es tut mir natürlich leid, dass Ihr so eine schlechte Erfahrung mit Douglas und seiner Firma gemacht habt.

Mal abgesehen, dass wir das "falsche" Auto bekommen haben, können wir uns wirklich nicht beschweren. Patrick war am zweiten Tag pünktlich am vereinbarten Treffpunkt in Kampala, um uns das versprochene Handy zu geben.
Auch am Ende war alles absolut reibungslos. Ein abgerissener Spritzlappen (den wir aber noch hatten) wurde ohne Beschwerde zur Kenntnis genommen und kein Wort darüber verloren. Er war aber auch nicht kaputt, sondern musste nur wieder angeschraubt werden. Aufgrund eines Missverständnisses hatten wir unterwegs einen eigentlich nicht notwendigen Ölwechsel machen lassen, an dem sich Douglas wie abgesprochen zur Hälfte an den Kosten beteiligt hat. Das hätte er nicht tun müssen, aber wir mussten nicht mal groß diskutieren, sondern Patrick hat uns sofort unaufgefordert das Geld gegeben.
Daher kann ich wirklich nur von einer größtenteils positiven Erfahrung mit Douglas berichten.

Uns hat Uganda sehr gut gefallen und wir würden nicht zögern, jederzeit wieder dorthin zu reisen. Wenn es uns ums "Abhaken" ginge, dürften wir schon seit einiger Zeit nicht mehr nach Afrika reisen, denn auf den vielen Reisen haben wir schon sehr viel gesehen. Aber für uns gibt es immer wieder etwas Neues zu entdecken und wir freuen uns immer wieder auch über die kleinen Dinge, die es zu sehen gibt.

Aber zum Glück sind die Geschmäcker verschieden und Afrika hat wohl für jeden etwas zu bieten.

Ich wünsche Euch viel Spass bei Eurer nächsten Afrika-Reise (es geht wohl in den KTP, wenn ich das richtig gelesen habe) und viele schöne Erlebnisse.

Schöne Grüße aus dem sonnigen Mittelfranken,

Nicole
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16 Mär 2013 12:48 #281163
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25. Oktober

Der Wecker klingelt heute erst um 6.15 Uhr, fast wie ausschlafen. :) Eine halbe Stunde später gehen wir hoch zur Lodge (unsere versprochene Abholung hat uns leider versetzt, aber es ist schon hell, daher gehen wir einfach selbst). Das Frühstück kommt schnell und um 7.30 Uhr machen wir uns den rutschigen Weg herunter Richtung Chimp Trekking im Kibale Forest.



Am Hauptquartier tragen wir uns in die obligatorische Liste ein und geben unsere Permits ab. Hier treffen wir natürlich auch unsere Holländer wieder und fürchten schon Schlimmes. Zwei ältere Herren aus der Gruppe grüßen uns freundlich, der Rest ignoriert uns geflissentlich. Kein Problem, wir haben Euch zwar nichts getan und sind zu allen freundlich, aber muss ja nicht. :P



Alle treffen sich in einem Raum und wir bekommen auch hier ein Briefing für das Schimpansen Trekking. Wir befürchten schon, dass wir mit 6 „Nachbarn“ zusammen gleich im Wald unterwegs sind :S Aber nein, wir werden nur zu zweit mit dem Guide Bosco unterwegs sein (puhhh, Glück gehabt), während alle anderen in Gruppen mit 4 bis 6 Personen los laufen. Manchmal muss man auch Glück im Leben haben. :silly:
Wir laufen los und hier geht es wesentlich steiler den Berg herauf als in Budongo. Außerdem trifft man ständig auf andere Gruppen, da die Guides unablässig mit dem Funkgerät miteinander kommunizieren. Ein komplett anderes Erlebnis als bei unserem ersten Schimpansen Trekking. Kibale ist halt der Ort in Uganda für das Chimp Trekking, das merkt man hier auch. Auch hier geben sich die Guides alle Mühe, die Schimpansen zu finden und wir laufen kreuz und quer über die Wege im Wald. Innerhalb von kürzester Zeit haben wir die Orientierung verloren und hoffen, dass Bosco uns nicht irgendwo stehen lässt.



Relativ schnell sehen wir eine Schimpansen-Mama mit ihrem Jungtier sehr hoch in den Baumwipfeln.
Das lässt hoffen, ist aber für lange Zeit alles, was wir sehen. Es geht querfeldein durchs Gebüsch, über Stock und Stein, bergauf und bergab. Bosco lässt uns mehrfach allein im Wald stehen und sucht nach den Schimpansen. Leider kommt er immer erfolglos wieder zu uns zurück. Wir sehen noch ein Jungtier weit oben in den Baumwipfeln turnen (keine Chance auf Fotos :( ) und teilen dies kurz mit einer Gruppe Holländer, deren Guide Bosco kurz Bescheid gesagt hat. Sie laufen uns quer durchs Bild und verhalten sich auch hier eher sehr unhöflich. Aber sie wollen halt unbedingt tolle Fotos haben (geht hier gerade eh nicht) und haben wahrscheinlich auch noch keine Schimpansen gesehen :P
Kurz danach wir es dunkel, fängt an zu regnen, nein, zu schütten und es donnert und blitzt (wobei man die Blitze hier tief im Wald nicht sehen kann). Schnell die Regencapes über die Kamerataschen und den Rucksack und unsere Regenjacken (extra für den Urlaub angeschafft) angezogen. Bosco hat leider keine Regenjacke und nur seine schwere Baumwolluniform als Schutz. Er sucht für uns einen großen Baum und wir stellen uns dicht am Stamm unter. Es gewittert heftig und schüttet wie aus Kübeln. Schon ein komisches Gefühl, es gewittert und wir stehen unter einem großen Baum auf einem Berg :S (was haben wir als Kinder noch einmal gelernt???).
Wir warten und Bosco ist die Enttäuschung anzumerken, dass das Trekking nicht so erfolgreich ist, wie er es gern hätte. Und er hat wahrscheinlich Angst um sein Trinkgeld, was natürlich Unsinn ist, denn es ist ja nicht seine Schuld, dass sich die Schimpansen heute nicht sehen lassen.
Er hat uns am Beginn des Trekkings gefragt, ob wir schon mal Schimpansen gesehen haben und wir haben ihm von unserem tollen Erlebnis in Budongo berichtet. Er hat gelächelt und gesagt: „No problem, here in Kibale we do offer the best chimp trekking in Uganda!“ Bosco tut uns echt leid und wir versichern ihm, dass das halt Natur ist und es keine Garantien gibt. Wir sehen das ganze sehr entspannt, denn wir hatten ja schon ein tolles Schimpansen-Trekking. Außerdem sind wir lang genug in Afrika unterwegs und wissen, dass es nie Garantien für Sichtungen gibt.
Wir warten eine Weile, aber der Regen und das Gewitter lassen nicht nach. So entscheiden wir uns, zurückzugehen und fragen Bosco, ob es weit zurück ist (wie gesagt, die Orientierung haben wir schon lange verloren). Er grinst und sagt: „It’s not far.“ Naja, im Nachhinein möchte ich nicht wissen, was für ihn „far“ ist. ;) Wir laufen und rutschen noch recht lang durch Matsch, Schlamm und Pfützen durch den immer noch starken Regen. Total durchnässt, von außen und innen, denn es war trotz allem noch recht warm, kommen wir am Startpunkt an.



Wir machen noch ein Foto mit Bosco und geben ihm sein wohl verdientes Trinkgeld. Schnell zum Auto, über die nun extrem rutschige Strasse zurück zum Chimps’ Nest. Einen Kaffee bzw. eine heiße Schokolade getrunken, während es langsam aufhört zu regnen.
Es ist schon nach 12.00 Uhr und wir entscheiden, unseren eigentlich geplanten Bigodi Swamp Walk schweren Herzens auf unseren nächsten Besuch in Uganda zu verschieben. :( Ich bin zwar sehr enttäuscht, habe ich mich doch auf diesen Teil sehr gefreut, denn es gibt dort viele Vögel und kleinere Affen zu bestaunen. Aber aufgrund des Wetters und der fortgeschrittenen Zeit hat es einfach keinen Sinn.
So essen wir noch einen leckeren Lunch, einen Hamburger mit Chips für Markus und einen Ham & Cheese Pancake für mich. Dann geht es ins Zimmer, auch dieser Weg ist nun nach dem Regen noch glitschiger und der Holzstege noch rutschiger. Unsere Sachen werden nicht trocken, da es sehr dämpfig ist. Die Dusche wurde schon mit heißem Wasser gefüllt, so dass wir nun noch einmal die schöne Dusche mit dem tollen Blick in den Regenwald genießen können.
Die Sonne kommt nun raus und wir genießen einen schönen Nachmittag auf unserer traumhaften „Dachterrasse“. Diese Ruhe hatten wir die letzten Tage nicht, so dass es zur Abwechselung sehr schön ist.



Tatsächlich kommt dann auch noch ein Trupp „Red-tailed Monkeys“ vorbei. Sehr schwierig zu fotografieren, denn sie hüpfen sehr schnell durch die Bäume und halten nie still fürs Foto (echt unverschämt, aber fürs Foto dirigieren lassen sie sich nicht B) ).






Und dann kommt noch ein Schmetterling vorbei, der uns total lieb hat. Weiß vielleicht jemand, was für ein Schmetterling das ist?

Um 18.00 Uhr geht es Richtung Bar für einen leckeren Drink, hier treffen wir natürlich auch unsere nette Reisegruppe, sind wir doch die einzigen „Nicht-Gruppen-Reisenden“ im Chimps’ Nest.


Das schöne neue Hauptgebäude vom Chimps' Nest

Um halb acht gibt es Dinner (Carrot Soup, Nut Salad, Chicken Stir Fry, Spice Care für mich und, welch Wunder, Chocolate Banana für Markus). Wir sitzen wieder oben auf der Galerie, etwas abseits von der heute abend eher lauten Gruppe. Aber bei 18 Personen bleibt das ja nicht aus, wenn sich alle unterhalten wollen. Liegt wohl in der Natur der Sache.



Nach dem Essen kommt eine Gruppe aus der Local Community und singt und tanzt für uns (wahrscheinlich eher für die Gruppe als für uns, aber wir genießen es trotzdem.



Der ugandische Reiseleiter der Gruppe, Frank, überredet seine Gruppe, doch mitzutanzen. Ein Teil der Gruppe, inklusive zwei Fahrern, tanzt fröhlich mit und alle haben viel Spaß miteinander. Wir trinken noch einen Absacker mit Frank an der Bar und unterhalten uns mit ihm über unsere morgige Fahrstrecke. Es stellt sich heraus, dass er mit seiner Gruppe auch in den Queen Elisabeth Nationalpark fährt morgen. :unsure:
Dann allerdings wird es peinlich, da ein paar Damen aus der Gruppe etwas sehr tief ins Glas geschaut haben. :sick: Wir gehen um 22.30 Uhr Richtung Treehouse, da wir uns alles weitere ersparen wollen.
Nachts werde ich wach und höre, wie Bäume und Büsche umgelegt werden, es wird im Wasser geplanscht und es ist das dumpfe Brummen von Elefanten zu hören. Ich mache Markus wach (der hört so etwas nie, da könnte eine Bombe niedergehen) und wir lauschen gemeinsam. Absoluter Wahnsinn, nun haben tatsächlich die Waldelefanten bei uns vorbei geschaut. :)
Wir überlegen erst raus zu gehen mit dem Scheinwerfer, aber aufgrund des fehlenden Platzes draußen vor der Tür verwerfen wir die Idee wieder. Und wir wissen natürlich auch nicht, wie die Elefanten auf den Scheinwerfer reagieren würden, ohne Scheinwerfer wiederum geht es auch nicht. Und dann überlegen wir uns, was wohl passiert, wenn die Elefanten die Pfähle des Treehouses mit einem Baum verwechseln. Mmmmmh, ein etwas komisches Gefühl. :huh:
So lauschen wir nun fasziniert, aber auch mit etwas gemischten Gefühlen und schlafen irgendwann wieder ein.
Im Nachhinein ärgere ich mich doch sehr, dass wir nicht aufgestanden und geschaut haben, aber in der Situation habe ich nur an die Enge und die rutschige Holzkonstruktion gedacht.

Fazit Chimps’ Nest:
Die Baumhäuser vom Chimps’ Nest sind sicher nicht für jedermann geeignet. Es ist etwas dämpfig im Zimmer, da die Baumhäuser halt mitten im Regenwald stehen. Aber bei uns war es super sauber und es gab nichts zu bemängeln. Der Weg ist eher beschwerlich und es knarzt und knistert im Gebälk.
Wir fanden es echt urig und schön und würden wieder das Baumhaus wählen, denn es ist halt etwas sehr Besonderes.
Das Essen war sehr bodenständige Hausmannskost, absolut in Ordnung und immer auch ausreichend große Portionen.
Die Zufahrt ist eher abenteuerlich (aber dazu später mehr) und bei Regen schwierig. Da gibt es bestimmt einfacher zu erreichende Lodges, die auch noch näher am Trekking-Startpunkt liegen.
Letzte Änderung: 18 Jul 2013 09:49 von AfricaDirect.
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16 Mär 2013 16:20 #281183
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  • Guggu am 16 Mär 2013 16:20
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Hallo Nicole,

vielen Dank für´s Weiterschreiben. Gefällt mir sehr gut dein RB :)

Ich kann nur sagen: Der Hut steht ihr gut :whistle:

Schade, dass das Wetter icht mitgemacht hat beim Chimp Trekking, aber anyhow, später möchte man auch solche Erlebnisse nicht missen. ;)

Die Baumhäuser gefallen mir ganz gut, das währe für uns auch was. Ich glaube nur nicht, dass ich mein Fahrer dazu bewegen kann durch Uganda zu kutschieren. :woohoo:
Es gibt übrigens auch sehr nette, geführte Reisen durch Uganda, auch für Dich und Deine französischen Freunde geeignet ;) . Hätte da einen guten Tipp für Dich.

Das war zwar für Bele gemeint, vielleicht komme ich bei Gelegenheit darauf zurück.

Bin sehr gespannt wie euer Trip weitergeht

LG Guggu
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16 Mär 2013 16:26 #281185
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  • Steffi82 am 16 Mär 2013 16:26
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Hallo Nicole,

oh wei ... da seid ihr ja schön nass geworden ;) .

Die Baumhäuser sind ja ne echt urige Unterkunft ... allerdings wäre mir wahrscheinlich etwas mulmig geworden, wenn da nachts die Elefanten umhergestreift wären (... nicht dass ich den Tieren Böses unterstelle, nur Trotteligkeit ;) ...).
AfricaDirect schrieb:
25. Oktober


Und dann kommt noch ein Schmetterling vorbei, der uns total lieb hat. Weiß vielleicht jemand, was für ein Schmetterling das ist?

Also wenn ich richtig liege, dann müsste das ein Forest Leopard Fritillary (Phalanta eurytis) sein! :)

Liebe Grüße
Steffi
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16 Mär 2013 17:38 #281200
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  • ANNICK am 16 Mär 2013 17:38
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Hallo Nicole,

Ich musste grinsen. Welch ein super nasser Look...... :laugh:

Schade dass es zum Bigodi Swamp nicht geklappt hat. Hoffentlich schaffen wir es...... B)

Ich lese gespannt weiter.

Es grüst
Annick
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16 Mär 2013 19:13 #281212
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  • chrissie am 16 Mär 2013 19:13
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Hallo Nicole,
bin jetzt hinterhergehechelt ;)
Vielen Dank für deinen informativen Bericht und die tollen Fotos dazu. Besonders die Fotos vom Schuhschnabel gefallen mir, bekommt man doch nicht nur hier im Forum selten zu sehen.
Bin gespannt, wie es weiter geht,
lG Chrissie
Gruss Chrissie
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