THEMA: Reisebericht Tansania Meru, Safari, Festlandsküste
23 Jan 2026 18:06 #719490
  • Christian66
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  • Christian66 am 23 Jan 2026 18:06
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Hallo allerseits. Das ist mein erster Reisebericht. Hoffen wir, dass ich die Forumstechnik bewältige und das Ganze einigermaßen rund wird, vor allem aber die Bilder an die richtige Stelle kommen. Also...

Der Anfang

Im Herbst 2024 war ich im Oman. Afrika hat mich in meinem gar nicht mehr so jungen Leben mit zahlreichen Reisen in Europa, Asien, Ozeanien, Mittel- und Nordamerika eigentlich nie sonderlich interessiert. Marokko, Mauritius und die Kapverden hatte ich besucht, aber ein Land „mitten“ in Afrika stand bisher noch nicht auf meiner Wunschliste.

Dann habe ich im Oman in einem Wüstencamp eine Schweizerin und ihren Sohn getroffen, die mir von ihrer Tour auf den Kilimandscharo erzählt und vorgeschwärmt haben. Die Dame war deutlich älter als ich, was mich schon faszinierte, denn einfach stellte ich mir den Aufstieg auf knapp 5900 m schon in meinem Alter nicht unbedingt vor.

Die Idee mit dem Kili blieb in meinem Hinterkopf. Als ich dann im Frühling 2025 aus Vietnam zurückkam, habe ich begonnen, mich mit einer Reise nach Tansania zu beschäftigen. Recht schnell habe ich gemerkt, dass der Kili zwar hoch ist, aber ein bergsteigerisch eher unspektakulärer Wanderberg. Und so kam ich auf den Meru: Deutlich niedriger, aber technisch und – wie ich bald herausfand – auch landschaftlich etwas spannender. Natürlich auch kein alpiner Berg aber immerhin einer, für dessen Besteigung man seine Hände braucht. Und vor allem nicht von Massen bevölkert, die bei Instagram und Konsorten glänzen wollen…

Danach war schnell klar: Der Meru wird mein Bergprojekt.

Afrika - mal sehen

Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich von der Serengeti zwar in meinen Kindheitstagen viel gehört hatte. Grzimeks „Ein Platz für Tiere“ habe ich als Kind regelmäßig gesehen. Aber mit Tansania oder dem Meru habe ich weder die Serengeti noch all die anderen Parks unmittelbar assoziiert. Auch wenn das hier in diesem Forum vermutlich Verwunderung hervorruft: Safari war bis dahin nicht unbedingt etwas, was ich als Urlaubsaktivität plante. Das kam eher zufällig, als ich bei der Recherche nach Aktivitäten in Tansania schnell merkte, dass der Standard­abstecher nach Sansibar für mich nicht in Frage kommt. Inseln im indischen Ozean habe ich schon genug besucht...

Also Safari. An dieser Stelle habe ich dieses Forum entdeckt. Der Rest lässt sich hier nachlesen.

Mit der Unterstützung hier in diesem Forum kristallisierte sich für mich schnell heraus, dass Safari natürlich sein muss, wenn ich nach Tansania fahre. Die Idee einer geführten Safari mit Fahrer/Guide und Koch fand ich immer noch seltsam, denn ich bin es gewohnt, überall auf der Welt selbst zu fahren. Andererseits habe ich schon verstanden, dass man als Anfänger auf einer ersten Reise in Tansania vielleicht doch mehr sieht, wenn der Fahrer weiß, wohin er fahren muss…

Also entstand ein Kompromiss und damit auch die Dreiteilung der Reise:

Teil 1 im Arusha Nationalpark mit dem Aufstieg auf den Meru

Teil 2 auf einer privaten Camping-Safari mit Fahrer/Guide und Koch durch Tarangire, Serengeti, Ndutu und Ngorongoro-Krater

Teil 3 als Selbstfahrer durch den Mkomazi und an die Küste

Die Reise

Los ging es am Silvesternachmittag mit Qatar Airways. Eine gute Stunde vor Jahresende landete ich in Doha und begab mich mit meinem netten Business-Class Upgrade in die Lounge, um das neue Jahr mit den üblichen Getränken zu begrüßen.



Um 02:00 ging es weiter nach Kilimanjaro und am frühen Morgen des Neujahrstages landete ich zum ersten Mal in meinem Leben „mitten“ in Afrika. Der Blick auf Meru und Kili zu Sonnenaufgang aus dem Jet versprach einiges.





Angekommen funktionierte die Abholung gleich einmal nicht, weil der vorab bezahlte Fahrer nicht erschien. SIM-Karte gab es auch keine, weil an Neujahr um halb acht morgens offenbar kaum jemand Lust auf Arbeiten hatte. Kann man verstehen. Aber es herrscht ja kein Mangel an Angebot am Flughafen und so nahm ich ein lokales Taxi, um zur Meru View Lodge, der Unterkunft für meinen ersten Tag vor der Wanderung zu kommen.

Die Taxifahrt war ein Erlebnis. der nette Fahrer schlug schon wenige Meter hinter der Ausfahrt des Flughafens vor, die Plätze zu tauschen, als er hörte, dass ich demnächst mit einem Mietwagen durch das Land fahren möchte. Und so fuhr ich gleich meine ersten paar Kilometer vom Flughafen nach Usa River selbst. Die Lodge staunte ein wenig, als wir vor dem Tor hupten und der Touri auf dem Fahrersitz, der Fahrer aber nur daneben saß….

Fortsetzung folgt.
Letzte Änderung: 24 Jan 2026 16:47 von Christian66.
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23 Jan 2026 21:40 #719497
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  • KarstenB am 23 Jan 2026 21:40
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Moin Christian,

ich habe ja schon einiges in Afrika und speziell in TZ erlebt, aber dass der Taxifahrer mir das Steuer überläßt, das kam bisher nicht vor. :woohoo: Ich nehme an, er hatte von der Sylvesterfeier noch so viel Restalkohol im Blut, dass er sich sicherheitshalber für diese Variante entschieden hat. :laugh: Bei der nächsten Afrikareise kannst du dann ganz gelassen auf den Fahrer verzichten. (Habe ich das richtig verstanden, dass du allein geflogen bist? Dann ist ein Gesprächspartner vielleicht auch ganz nett - wenn die Chemie stimmt. Wir - meine Frau und ich waren fast immer als Selbstfahrer unterwegs.)
Dein humorvoller Bericht gefällt mir bisher schon mal. Ich freue mich auf die Fortsetzung.

LG aus Puerto de la Cruz
Karsten

PS: Ich habe gerade in den Vorbereitungsthread reingeschaut und fest gestellt, dass ich ja auch meinen Senf dazugegeben habe. :blush: Bist du nun mit deiner Tochter gefahren und/oder hast du noch eine Gruppe Mitfahrer gefunden?
Infos NordTZ 22 www.namibia-forum.ch...juli-22.html?start=0
RB Kenia 2020 www.namibia-forum.ch...pt-2020.html?start=0
Reisebericht Südtanzania 2013 www.namibia-forum.ch...lft-nicht-immer.html
Kurzbericht 7 Wochen Nam-Bots 2012 www.namibia-forum.ch...wochen-nam-bots.html
Bericht Zimbabwe 1995: ... 30 Tage Gefängnis www.namibia-forum.ch...tage-gefaengnis.html
Reisebericht 2008: 18 Nights in the Bush - ha-ha-ha www.namibia-forum.ch...e-bush-ha-ha-ha.html

Nordtansania Feb. 2015 - Kein RB www.namibia-forum.ch...imitstart=0&start=12]
Walking Safari Zimbabwe 97 www.namibia-forum.ch...ri.html?limitstart=0
Letzte Änderung: 23 Jan 2026 22:00 von KarstenB.
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24 Jan 2026 07:39 #719503
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Hoi Christian

Super, der Reisebericht hat begonnen und gefällt mir jetzt schon! :laugh:
Weiter so!

Und ich hab den Bericht auch schon in die Reiseberichtzusammenstellung Tansania eingefügt.
Hau in die Tasten! B)
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24 Jan 2026 12:25 #719517
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  • Christian66 am 23 Jan 2026 18:06
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Karsten und Picco, danke Euch für die Vorschusslorbeeren!

@KarstenB: Ich bin allein hingeflogen und alleine (mit Bergführer, Koch und Trägern natürlich) auf den Meru gegangen. Meine Tochter kam sechs Tage später nach. Die jungen Leute feiern halt Silvester lieber, als auf einen Berg zu steigen...

Safari habe wir dann zu zweit als private Safari gemacht und die Fahrt an die Küste auch.

@Picco: Danke fürs Einfügen!
Letzte Änderung: 24 Jan 2026 12:25 von Christian66.
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24 Jan 2026 12:57 #719522
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  • Christian66 am 23 Jan 2026 18:06
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Auf dem Weg zur Lodge fuhr ich noch nach Usa River in der Hoffnung, dort mehr Glück mit dem Erwerb einer SIM-Karte zu haben. Der beifahrende Fahrer war wirklich sehr bemüht und hat die halbe Stadt angesprochen, um einen offenen Verkauf zu finden. Leider vergebens. Das war ein wenig blöd, denn am nächsten Morgen sollte die Wanderung beginnen und nach Arusha wollte ich vorher nicht mehr.

Die Meru View Lodge ist nur wenige Kilometer vom Momella Gate entfernt und hat mir gut gefallen. Freundlich, hilfsbereites Personal, sauber, gepflegte Anlage und preislich in einem vernünftigen Rahmen (ca. 1/4 bis 1/3 der Hatari Lodge).







Wer sich ein wenig umschaut, findet auch Bambus der größeren Sorte, ein kleines Feld und das Grab des früheren deutschen Eigentümers.



Für mich als Bayern interessant ist die kulturelle Ausbreitung meiner Heimat bis nach Ostafrika:

Wegweiser:



Und Tischdecke:



Fehlt nur noch:



Bayern ist überall! B) :laugh:

Mein SIM-Karten-Problem hat die Lodge dann gelöst, indem sie mir eine SIM-Karte aus ihrem Bestand für die Wanderung geliehen haben. Für 10 $ habe ich sie aufgeladen und konnte damit in den nächsten Tagen die Zurückgebliebenen per Messenger mit Bildern unterhalten. Neben mir habe ich im Speisesaal und der Lounge nur eine Australierin mit ihrem Sohn gesehen, die gerade vom Kili kamen und mir ihr restliches Diamox weitergegeben haben. Ich habe es nicht gebraucht und dann später selbst weitergegeben. Mit einem Abendessen und dem Austausch mit den australischen Wandersleuten ging der Tag ruhig zu Ende und die Freude auf den Berg stieg.

Fortsetzung folgt.
Letzte Änderung: 24 Jan 2026 16:45 von Christian66.
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24 Jan 2026 19:31 #719540
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Ich lese mal eifrig mit, wir sind gerade am Planen für Anfang 27 :whistle:

Liest sich wirklich toll bisher :laugh:
Nach dem Urlaub ist vor dem Urlaub, daher immer in Vorfreude
Ines

2001 Ghana, 2019 Südafrika, Eswatini, 2019/2020 Südafrika, Lesotho, 2022 Südafrika, 2024 Südafrika, Eswatini, Namibia, 2025 Sinai, 2027 Tanzania in Planung
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