THEMA: Reisebericht: 11 Tage Safari im Norden Januar '22
08 Apr 2022 10:04 #641390
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  • liene09 am 08 Apr 2022 10:04
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fidel schrieb:
Hallo,

vielen Dank für deinen Bericht. Verstehe ich das richtig, dass ihr euren Fahrer lediglich als Fahrer und Guide hattet und euch um alles andere (Einkäufe/Einkaufsplanung, Bezahlung der Eintritte etc, Kochen..) selbst gekümmert habt? Wenn ja, war denn der Aufpreis zu "full catered" so hoch? Gerade dass einem diese unangenehmen Dinge abgenommen werden, würde ich - neben der Ortskenntnis - als den wesentlichen Vorteil einer Tour mit Fahrer ansehen. Ich weiß, dass diese Art zu reisen (also den Fahrer "nur" als eine Art "Taxifahrer" zu nutzen und sich um alles andere selbst zu kümmern) anderswo, z.B. in Madagaskar, absolut üblich ist. In Tansania kannte ich bisher nur die Differenzierung Selberfahren und alles selber machen/Gefahren werden und sich um nichts kümmern müssen - spannend dass es auch einen Mittelweg zu geben scheint.

Viele Grüße
fidel

Hallo fidel,
die Bezeichung "Taxifahrer" würde Melvins Wissen über die Gegend und die Tiere sicher nicht Gerecht werden aber ich verstehe, was du meinst :) Ja, wir haben uns um alles andere selbst gekümmert - da wir wie ich geschrieben hatte in der Vergangenheit immer auf eigene Faust gereist sind, kam uns die Vorstellung, uns bekochen zu lassen und um nichts kümmern zu müssen ziemlich absurd und "langweilig" vor - und es hat auch wirklich Spaß gemacht, zusammen mit Melvin abends zu kochen und gemütlich zusammen zu sitzen.
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08 Apr 2022 10:16 #641392
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  • liene09 am 08 Apr 2022 10:04
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Weiter geht's:

Tag 2: Fahrt vom Lake Manyara in die Serengeti/Seronera
Übernachtung: Public Campsite Seronera - 35 $ pro Person
Gebühren Nationalpark: 70$ pro Person für die Durchfahrt durch NCAA, 70$ pro Person für Serengeti plus 20.000 TZS pro Auto

Aufwachen mit Blick aus dem Dachzelt auf den Lake Manyara - geht es uns gut. Danach springe ich noch schnell in den Pool und mein Mann bereitet für uns das Frühstück vor - Toast mit Marmelade und Peanut-Butter. :laugh: Danach noch schnell Melvins Zelt verstaut und los geht es in Richtung NCAA-Gate. Auf dem Weg halten wir an einem der zahlreichen Souvenirshops an, entschließen uns aber erstmal dagegen, etwas zu kaufen - wir können auch auf dem Rückweg nochmal halten. Auf die NCAA bin ich sehr gespannt. Hier im Forum habe ich häufig gelesen, wie enttäuscht die Leute von dem Gebiet waren, dementsprechend niedrig sind meine Erwartungen.



Da ich mich aber vorher schon damit abgefunden habe, dass wir für die Durchfahrt die hohen Kosten zahlen müssen, bin ich sogar positiv überrascht: Wunderschöne grüne Landschaft und zahlreiche Masaii-Dörfer ziehen an uns vorbei.



Dann halten wir an einem Aussichtspunkt an und plötzlich liegt der Ngorongoro-Krater vor uns - wow, was für ein unglaubliches Gefühl, diese wunderschöne Landschaft bewundern zu dürfen. Ich bin wirklich überwältigt von der Schönheit der Natur und kann es kaum fassen, dass wir zu diesen Zeiten wirklich das Glück haben, so einen schönen Flecken Erde bereisen zu dürfen. Melvin entdeckt aus dieser großen Entfernung im Krater zwei Nashörner - ich habe selbst mit dem Fernglas Probleme, sie zu entdecken.
Weiter geht es in Richtung Serengeti-Gate. Auf dem Weg sehen wir einige Zebras, Büffel und Giraffen und je näher wir dem Gate kommen, desto größer werden auch die Gnu-Herden. Der ganze Horizont ist gespickt mit kleinen schwarzen Punkten und im ersten Moment weiß man gar nicht, ob es wirklich die riesigen Herden oder Bäume sind.



Nachdem wir die Gebühr für die kommenden Tage in der Serengeti bezahlt haben, geht unser Abenteuer in der Serengeti los. Wir können unseren Augen kaum trauen, als wir bereits nach wenigen Minuten direkt am Straßenrand zwei männliche Löwen sehen, die unter einem Baum der Mittagssonne entkommen. Und nur wenige Minuten später sehen wir weitere Löwen - jetzt wissen wir, was Melvin damit meinte, dass wir unzählig viele Löwen sehen werden.



Die späte Mittagspause verbringen wir beim Seronera visitor information center - dort kann man für kleines Geld ein einfaches aber leckeres Mittagessen bekommen (es steht nirgendwo ausgeschildert aber man kann einfach bei dem kleinen Stand danach fragen). Anschließend schauen mein Mann und ich uns noch den interessanten Lehrpfad über die Serengeti an, der durch Kopjes führt und lernen einiges über Land und Leute.

Weiter geht es mit dem nächsten Gamedrive und gegen Abend folgt noch ein tolles Highlight: Zwei Löwinnen mit ihren Babies kurz vor dem Sonnenuntergang. Ein toller erster Tag in der Serengeti.





Abends übernachten wir auf der Seronera Public Campsite. Der Campingplatz ist in Ordnung - ein Toiletten- und Duschhaus und ein überdachtes Gebäude zum Kochen. Wir haben Glück und sichern uns einen Platz etwas abseits von den Reisegruppen, sodass wir unsere Ruhe haben.

Letzte Änderung: 28 Jun 2022 21:43 von liene09.
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17 Jun 2022 08:14 #645371
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  • André111 am 17 Jun 2022 08:14
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Hallo,

Danke für den schönen Bericht bis hierhin.

Ist es eurer Meinung notwendig die campsites vorab zu buchen ? Wie habt ihr es gemacht?
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28 Jun 2022 21:08 #646127
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André111 schrieb:
Hallo,

Danke für den schönen Bericht bis hierhin.

Ist es eurer Meinung notwendig die campsites vorab zu buchen ? Wie habt ihr es gemacht?

Hallo André, wenn ich richtig informiert bin, ist es bei den public campsites nicht nötig (und ich glaube sogar gar nicht möglich) sie vorab zu reservieren. Die Special Campsites solltest du hingegen so früh wie möglich buchen, allerdings sind die teilweise für bestimmte Tourveranstalter geblockt - alle Angaben aber ohne Gewähr. :blush:
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28 Jun 2022 21:16 #646128
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Endlich geht es nach einer längeren Pause mit meinem Bericht weiter:

Tag 3: Serengeti/Seronera
Übernachtung: Public Campsite Seronera - 35 $ pro Person
Gebühren Nationalpark: 70$ pro Person plus 20.000 TZS pro Auto

Wir übernachten wieder auf der Seronera Public Campsite und brechen früh zum ersten Gamedrive auf. Im Morgengrauen beobachten wir Heißluftballons, die zu ihrem Flug über die Serengeti aufbrechen. Es ist leicht diesig - das verleiht der Natur eine besondere Schönheit.

Wir fahren weiter und entdecken nach kurzer Zeit in den Kopjes eine Löwin mit ihrem Nachwuchs. Melvin hört über sein Funkgerät, dass eine Gepardin mit zwei Babies gesichtet wurde. Also fahren wir zu der beschriebenen Stelle und sehen tatsächlich die Geparden in großer Entfernung. Wir beschließen, uns Zeit zu nehmen, im Auto zu frühstücken und hoffen, dass die Mutter sich entschließt, in unsere Richtung weiter zu gehen. Und tatsächlich haben wir Glück und unsere Geduld zahlt sich aus. Ganz gemächlich bewegt sich das Trio in unsere Richtung und nach circa einer Stunde überquert es direkt vor unserem Auto den Weg. Ein tolles Erlebnis!





Und auch der restliche Tag ist voller Highlights: mehrere Löwinnen mit ihren Babies, die auf Kopjes die Sonne genießen, die ersten Elefanten, die wir in der Serengeti sehen und ein Leopard aus einiger Entfernung. Das war definitiv einer der schönsten Tage auf unserer Reise.





Als wir nach dem Abendessen noch im Dunkeln vor unserem Auto sitzen, hören wir Geräusche hinter dem Wagen. Wir leuchten mit der Taschenlampe und sehen, dass zwei Büffel genüsslich in unserer Nähe grasen. Jetzt, wo ich auf der Couch in Deutschland sitze und meinen Text schreibe, wünsche ich mir diese tollen Naturerlebnisse wieder zurück.

Letzte Änderung: 28 Jun 2022 21:43 von liene09.
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28 Jun 2022 21:42 #646130
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Tag 4: Serengeti
Übernachtung: Serena Lodge Seronera - 557$ pro Zimmer inklusive Vollpension plus 70 $ concession fee für Übernachtung im Hotel
Gebühren Nationalpark: 70$ pro Person plus 20.000 TZS pro Auto


Am Morgen genießen wir wieder den tollen Sonnenaufgaben bei einem Gamedrive und sichten kurze Zeit später ganz junge Löwen-Babies in den Kopjes.






Unsere Frühstückspause legen wir an einem tollen Platz ein, an dem wir gestern schon mittags einen Stop gemacht haben. Ein toller Platz, bei dem circa 100 Meter entfernt eine Gruppe Löwinnen gemütlich auf Kopjes schläft.





Heute haben wir eine “Pause” vom Camping und gönnen uns eine Übernachtung in der Serena Lodge Seronera. Wir fahren schon zum Mittagessen dorthin und sind überwältigt von der schönen Anlage und unserem wunderschönen Zimmer, von dem wir einen tollen Ausblick haben.





Mein Mann entschließt sich, den Nachmittag über in der Lodge zu verbringen. Also fahren Melvin und ich alleine los. Bislang hatten wir in der Serengeti noch nie Probleme mit Tsetse-Fliegen, aber auf einmal werden wir quasi von ihnen überfallen. Als ich nach unserem Mücken-Spray greifen will, stelle ich fest, dass die Tasche bei meinem Mann in der Lodge ist. Da hilft alles nichts: Nun heißt es Fenster hochkurbeln und schwitzen - unser altes Gefährt hat nämlich keine Klima-Anlage.
Zum Glück wird es nach einigen Kilometern besser, sodass Melvin und ich wieder etwas frische Luft atmen können. Melvin bekommt über das Radio die Nachricht, dass ein Leopard gesichtet wurde, also fahren wir in die Gegend und können tatsächlich aus nicht ganz so großer Ferne einen Leoparden im Baum beobachten. Wir bleiben bis kurz vor Sonnenuntergang dort und hoffen, dass er sich vom Baum bewegt, haben dieses Mal aber leider kein Glück. Also machen wir uns wieder auf den Weg zur Lodge. Auf dem Rückweg sehen wir noch einige Löwen, die entspannt am Wegrand liegen.







Am Abend genießen mein Mann und ich einen Cocktail und das wirklich gute Essen in der Serena Lodge. Wir haben schon fast ein schlechtes Gewissen, weil so wenig Gäste dort sind und sich alle so viel Mühe geben. Ein Mitarbeiter erzählt uns, dass Abends gerne Büffel zum Swimmingpool kommen, um zu trinken und auch ein Leopard in der Gegend lebt. Nur wenige Minuten später huscht in einer Mords-Geschwindigkeit ein Schatten an uns vorbei und wir hören wenig später ein Quieken: Der Leopard hat nur wenige Meter von uns entfernt ein Dik-Dik gerissen. Wow, was für ein Erlebnis. Wir können es kaum fassen, so schnell ging das.
Letzte Änderung: 28 Jun 2022 21:43 von liene09.
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