THEMA: Reisebericht: 11 Tage Safari im Norden Januar '22
30 Mär 2022 20:40 #640618
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  • liene09 am 30 Mär 2022 20:40
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Hallo zusammen,

vor ein paar Monaten habe ich das Forum mit Fragen gelöchert (danke nochmal für eure Hilfe) und nun möchte ich gerne anderen dabei helfen, einige der Fragen zu beantworten. Mein Mann und ich haben Ende Januar 3 1/2 tolle Wochen in Tansania verbracht - davon 11 Tage auf Safari im Norden Tansanias, 4 Tage in Arusha und den Rest auf Sansibar. In diesem Reisebericht nehme ich euch mit auf unsere 11-tägige Safari.

Da ich (wie bereits gesagt) vor der Reise 100 Fragezeichen in meinem Kopf hatte, dachte ich mir, dass es zunächst auch für andere Reisende sinnvoll sein könnte, ein bisschen auf allgemeine Aspekte einzugehen. Daher hier erstmal eine grobe Zusammenfassung beziehungsweise aus meiner Sicht wichtige Dinge:

Unsere Route
Tag 1: Arusha/Lake Manyara - Migombani Campsite (circa 1,5 h Fahrt)
Tag 2: Lake Manyara / Serengeti Seronera - Seronera Public Campsite (circa 6 Stunden Fahrt - 1,5 h bis NCAA Gate, dann 3,5 h bis Serengeti Gate und 1 h bis Seronera)
Tag 3: Serengeti Seronera - Seronera Public Campsite
Tag 4: Serengeti Seronera - Seronera Serena Lodge
Tag 5: Serengeti Seronera / Ndutu - Ndutu Special Campsite (circa 1,5 h Fahrt)
Tag 6: Ndutu - Ndutu Special Campsite
Tag 7: Ndutu - Ndutu Heritage Tented Camp
Tag 8: Ndutu/NCAA Simba A Campsite
Tag 9: Ngorongoro/Tarangire NP - Tarangire Public Campsite 1 (circa 3 h Fahrt)
Tag 10: Tarangire NP - Tarangire Public Campsite 1
Tag 11: Tarangire/Arusha

Safari-Anbieter: Wir haben uns nach viel Recherche für Adventure Kaskasini entschieden. Zorni hier aus dem Forum war auf ihrer Reise sehr begeistert und die Bewertungen bei Google waren sehr gut. Außerdem haben sie uns mit Abstand das günstigste Angebot gemacht. Die Besitzerin Stey's hat mir geduldig vorher alle Fragen beantwortet, mehrmals die Route mit mir umgeschmissen und kostenlos Unterkünfte für uns vorgebucht (die Lodges waren sogar günstiger als die Angebote, die ich bei den Lodges erhalten habe). Wir hatten einen alten aber guten und zuverlässigen Toyota Land Cruiser (ohne Klimaanlage) mit Dachzelt. Für uns war das Dachzelt die optimale Lösung - wir konnten trotzdem im vorderen Bereich oben aus dem Dach schauen, wie es in Tansania üblich ist und trotzdem das tolle Gefühl vom Zelten im Dachzelt genießen.

Self-Drive oder Guide: Wir waren schon als Selbstfahrer in Südafrika, Namibia, Botswana und Mozambique. Daher haben wir lange überlegt, ob wir einen Guide nehmen sollen oder nicht, haben uns aber letztendlich dafür entschieden. Nach der Reise habe ich folgende Meinung: Aufgrund der Straßenverhältnisse ist es meiner Meinung nach mit Vorerfahrung nicht notwendig, einen Guide zu haben (kann zu anderen Jahreszeiten aber auch anders sein). Aufgrund der fehlenden Orientierung empfiehlt es sich aber vor allem in der Serengeti, einen Guide zu haben. Im Lake Manyara NP, Tarangire NP und Ngorongoro wäre die Orientierung aus meiner Sicht hingegen weniger problematisch.

Übernachtung: Wir haben die meiste Zeit gecampt und zweimal in Lodges übernachtet. Die Lodges waren eine nette Abwechslung, um seine Tasche mal wieder zu sortieren und eine warme Dusche zu genießen - danach waren wir aber immer auch wieder froh, die Ruhe und Einsamkeit in der Natur beim Campen zu genießen. Generell lassen sich die Campsites nicht mit denen in im südlichen Afrika vergleichen. Es gibt deutlich weniger Comfort, dafür aber auch ein tolleres Naturerlebnis, da die Campsites nicht umzäunt sind. Es wird in den Nationalparks zwischen Public Campsites (haben Sanitäranlagen und Kochmöglichkeiten) und Special Campsites (komplett in der Natur ohne Sanitäranlagen oder anderen Einrichtungen) unterschieden.

Tsetse-Fliegen: Tsetse-Fliegen sind in Tansania verbreitete Fliegen, die Bremsen ähneln und die gefährliche Schlafkrankheit übertragen. Zu unserer Reisezeit waren sie nur in Tarangire und in der Nähe der Serena Lodge Seronera störend, ansonsten hatten wir keine Probleme damit. Wir hatten Nobite für die Haut und zum Imprägnieren der Kleidung, das hat etwas geholfen.

Bezahlung: Am besten Dollar oder Euro mit nach Tansania nehmen und dann ggf. in Tanzanian Shilling wechseln (oder in Dollar beim Safari-Anbieter bezahlen) und dann vorab schon alle Gebühren für die Nationalparks bezahlen - geht schneller und spart 1,5 Prozent Gebühren für Zahlung am Gate in den Nationalparks.

Einkauf: Am besten kauft man den Großteil in Arusha ein. Dort gibt es einen großen Markt und Supermärkte (Supermärkte sind relativ teuer). Auf dem Weg zur NCAA fährt man durch einige Dörfer, in denen man nochmal Brot etc. kaufen kann. Beim Gesundheitscenter in Seronera gibt es einen kleinen Markt, bei dem man Wasser kaufen kann (günstiger als am Main-Gate der Serengeti).

Tanken: Am besten tankt man das Auto in Arusha komplett voll. Wenn nötig kann man dann in den Dörfern zwischen Arusha und der NCAA nochmal nachtanken oder auch in der Seronera Region in der Serengeti (dort ist es etwas teurer als in Arusha, aber nicht wirklich nennenswert).

Gebühren Nationalparks: Die Preise für die Nationalpark sind sehr unübersichtlich. Wir haben vor Ort dann nochmal mehr bezahlt als eingeplant (die Gebühren für den Guide waren höher als gedacht). Grundsätzlich bezahlt man immer den Parkeintritt pro Person, eine einmalige Gebühr für das Auto, Gebühr für den Campingplatz, bei Übernachtung in einer Lodge die sogenannte Consession Fee, beim Krater zusätzlich die Gebühr für die Einfahrt in den Krater. Zu den Preisen, die im Internet stehen, muss man zudem 18 Prozent Mehrwertsteuer rechnen.

Kosten: Die Kosten für eine Safari in Tansania sind deutlich höher als in Südafrika oder Namibia. Dies liegt vor allem an den hohen Eintrittspreisen in die Nationalparks und hohen Übernachtungsgebühren. Die Kosten für den Mietwagen fanden wir hingegen verhältnismäßig günstig. Hier sind unsere Kosten für die wichtigsten Dinge (bei 11 Tagen Safari - nach oben hin sind den Preisen aber keine Grenzen gesetzt):
Flüge: 650 Euro pro Person mit Qatar Airways (mit Rückflug ab Sansibar)
Auto: 110 Dollar pro Tag inklusive Dachzelt, Camping-Equipment und Fahrer (plus Trinkgeld)
Gebühren Nationalpark: circa 2.000 Euro
Übernachtungen Nationalpark (9x Camping und 2x Lodges): circa 1.300 Euro

Serengeti/Ndutu/NCAA/Ngorongoro: Für mich war es vorher super schwierig zu verstehen, was zur Serengeti gehört, was die NCAA ist usw. Daher hier eine kurze Erklärung (Angaben ohne Gewähr - so habe ich es aber verstanden, wenn etwas falsch ist, korrigiert mich gerne):
NCAA: Ist eine Conservation Area (kein National Park), die man zwangsläufig durchquert, wenn man zum Ngorongoro-Krater oder in die Serengeti möchte. Somit muss man auch Gebühren für die Durchquerung der NCAA bezahlen. In der NCAA selbst sieht man wenige Tiere, da das Land von den Masaii bewohnt wird. Ich fand es aber landschaftlich trotzdem sehr interessant.
Ndutut: Die Ndutu-Region liegt in der NCAA (nicht in der Serengeti). Somit werden dort die Gebühren für die NCAA gezahlt.
Serengeti: grenzt an die NCAA an und besteht aus verschiedenen Bereichen (wie z.B. Seronera)
Ngorongoro Krater: Der Krater liegt in der NCAA. Die Tiere befinden sich unten im Krater und kaum drum herum. Wenn man also dort einen Stopp einlegen möchte, sollte man auch zwangsläufig die hohen Kosten für die Fahrt in den Krater aufnehmen. Übernachten kann man im Krater selbst nicht, sondern am oberen Kraterrand (von dort aus fährt man circa 20 Minuten runter in den Krater).

So das waren denke ich erstmal die wichtigsten allgemeinen Infos - solltet ihr noch Fragen haben, sagt gerne Bescheid. Morgen starte ich dann mit dem Reisebericht und würde mich freuen, wenn einige von euch dabei sind.
Letzte Änderung: 31 Mär 2022 18:56 von liene09.
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30 Mär 2022 21:41 #640622
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  • Botswanadreams am 30 Mär 2022 21:41
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Hallo liene09

Erst einmal Danke für den Start zu Deinem Reisebericht.

Warum kann man beim Zelten nicht warm duschen? Einen Topf Wasser heiß machen und man kann diese Annehmlichkeit in vollen Zügen mit einem Becher auch genießen.
Die Ndutu-Region ist sowohl in der Ngorogoro Concession als auch in der Serengeti. Es gibt weiße Grenzsteine, die man nicht überfahren darf - oftmals etwas schwierig zu sehen.

Ich freu mich auf die Fortsetzung.
www.botswanadreams.de

"Alles, was ich jetzt wollte, war nach Afrika zurückzukommen. Ich hatte es noch nicht einmal verlassen, aber wenn ich nachts aufwachte, lag ich lauschend da, bereits voller Heimweh danach."
Ernest Hemingway
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30 Mär 2022 22:16 #640624
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  • KarstenB am 30 Mär 2022 22:16
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Hallo liene09,
ich bin natürlich auch dabei!
Insbesondere freue ich mich auf aktuelle Infos, da wie Ende Juni auch für 3 Wochen in der Gegend sein werden.
LG aus HH,
Karsten
RB Kenia 2020 www.namibia-forum.ch...pt-2020.html?start=0
Reisebericht Südtanzania 2013 www.namibia-forum.ch...lft-nicht-immer.html
Kurzbericht 7 Wochen Nam-Bots 2012 www.namibia-forum.ch...wochen-nam-bots.html
Bericht Zimbabwe 1995: ... 30 Tage Gefängnis www.namibia-forum.ch...tage-gefaengnis.html
Reisebericht 2008: 18 Nights in the Bush - ha-ha-ha www.namibia-forum.ch...e-bush-ha-ha-ha.html

Nordtansania Feb. 2015 - Kein RB www.namibia-forum.ch...imitstart=0&start=12]
Walking Safari Zimbabwe 97 www.namibia-forum.ch...ri.html?limitstart=0
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30 Mär 2022 22:38 #640625
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  • picco am 30 Mär 2022 22:38
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Hoi liene09

Ein Reisebericht über Tansania, da bin ich doch dabei!!!

Aber...liene09 schrieb:
Wir hatten einen alten aber guten und zuverlässigen Toyota Range Rover (ohne Klimaanlage) mit Dachzelt.
:blink: Was ist das??? :blink:
Für mich ist ein Toyota Range Rover etwa dasselbe wie ein BWM Käfer oder ein Porsche Stelvio...
Toyota ist eine Fahrzeugmarke, die unter Anderem die Modelle Hilux, die diversen Land Cruiser und den RAV4 baut, Range Rover ist ein Modell der Fahrzeugmarke 'Land Rover'...was für ein Auto hattet Ihr denn nun? (Vielleicht ein Bild?)
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30 Mär 2022 23:55 #640627
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  • tina76 am 30 Mär 2022 23:55
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Hallo liene09,

ich bin auch gerne dabei und freue mich auf diesen, mir bisher noch unbekannten Teil von Tansania. Besonders auch da Januar/Februar meine bevorzugten Reisemonate sind und ich daher gespannt bin, wie Ihr Tansania zu dieser Zeit erlebt hat. Danke schon einmal für Deine Mühe mit dem Bericht und ich freue mich auf Eure Fotos und Erlebnisse. :)

Liebe Grüße
Tina
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31 Mär 2022 16:08 #640674
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  • liene09 am 30 Mär 2022 20:40
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Botswanadreams schrieb:
Hallo liene09
Warum kann man beim Zelten nicht warm duschen? Einen Topf Wasser heiß machen und man kann diese Annehmlichkeit in vollen Zügen mit einem Becher auch genießen.
Die Ndutu-Region ist sowohl in der Ngorogoro Concession als auch in der Serengeti. Es gibt weiße Grenzsteine, die man nicht überfahren darf - oftmals etwas schwierig zu sehen.

Ich freu mich auf die Fortsetzung.

Da hast du natürlich Recht - wir haben aber auf diesen "Luxus" verzichtet bei den Special Campsites und stattdessen Katzenwäsche in der Toilette des "Flughafens" gemacht. Und danke für die ergänzende Info zur Ndutu-Region - wie ich ja schon geschrieben hatte, sind meine Angaben ohne Gewähr. :laugh:
picco schrieb:
Hoi liene09
Für mich ist ein Toyota Range Rover etwa dasselbe wie ein BWM Käfer oder ein Porsche Stelvio...
Toyota ist eine Fahrzeugmarke, die unter Anderem die Modelle Hilux, die diversen Land Cruiser und den RAV4 baut, Range Rover ist ein Modell der Fahrzeugmarke 'Land Rover'...was für ein Auto hattet Ihr denn nun? (Vielleicht ein Bild?)

Oh na da hat sich ja bei mir ein interessanter Fehler eingeschlichen :laugh: Änder ich natürlich oben im Beitrag (es war ein Land Cruiser) . Danke für den Hinweis.
Letzte Änderung: 31 Mär 2022 16:09 von liene09.
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