THEMA: In Lodges auf Selbstfahrerreise in Tansania
01 Mär 2021 08:17 #608535
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  • Nadine3112 am 01 Mär 2021 08:17
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ElkeS schrieb:

Gefällt mir gut, ich hoffe, es passt gut rein bei Euch zu Haue?

Ja, ich finde schon. :) Generell ist das mit Afrika-Deko so eine Sache, finde ich. Ich bin kein Fan von der berühmten Holz-Giraffe in der deutschen Etagenwohnung. :laugh: Sieht doch meistens irgendwie deplatziert aus. :blush: Aber das Bild finde ich schon recht dezent.
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01 Mär 2021 08:23 #608536
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  • Nadine3112 am 01 Mär 2021 08:17
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ElkeS schrieb:
Und sowas kann man ja auch nicht so einfach als Selbstfahrer machen.

Selbst mit Fahrer müsste man das separat buchen und zahlen, da die "normalen" Fahrer das auch nicht einfach dürfen, soweit ich weiß.

ElkeS schrieb:
Hattest Du irgendein spezielles Equipment zum Fotografieren im Dunkeln?

Ich hatte 2 Kameras dabei, einmal mit meinem 300er Objektiv, die Fotos sind aber nicht besonders gut geworden, da das Objektiv nicht lichtstark genug ist und einmal mit meiner 14 mm Festbrennweite mit f1.4, die Fotos werden qualitativ am besten, aber für Tiere ist das natürlich eigentlich nichts wegen der fehlenden Brennweite.
Letzte Änderung: 01 Mär 2021 08:23 von Nadine3112.
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03 Mär 2021 12:32 #608680
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Tag 20: Fahrt nach Arusha, Autorückgabe, Rückflug abends

Tag der Rückreise … wie immer liegt eine gewisse Schwere in der Luft am Abreisetag. Dieses Mal ist es noch schlimmer, denn zuhause erwartet einen Lockdown, schlechtes Winterwetter und das typisch deutsche Gemecker über alles und jeden. Na Prost Mahlzeit. :blink:

Fürs Erste verdrängen wir den Gedanken daran noch und bewundern erst einmal den wunderschönen Sonnenaufgang.

Tarangire National Park, Tanzania

Tarangire National Park, Tanzania

Tarangire National Park, Tanzania

In der Nacht hatte es weiter geregnet und nun riss der Himmel auf und legte den mystischen Nebel im Tal frei. Übrigens war das die erste Nacht ohne Elefantenbesuch.

Tarangire National Park, Tanzania

Tarangire National Park, Tanzania

Tarangire National Park, Tanzania

Tarangire National Park, Tanzania

Um 6 Uhr machen wir einen Game Drive und fahren ein letztes Mal die River Loops auf der westlichen Seite des Tarangire Flusses entlang. Wir sehen einige Hornraben auf der Straße.

Tarangire National Park, Tanzania

Tarangire National Park, Tanzania

Tarangire National Park, Tanzania

Wir sehen Fußspuren am River Loop, die wir Anfänger-Tracker als mögliche Leoparden-Spuren identifizieren. Wir folgen den Spuren eine ganze Weile. Zum Glück sind die Spuren gut sichtbar, da der Sand schön nass ist. Außer uns ist hier wohl heute noch niemand lang gefahren. Was wir bis dahin nicht wussten: Die Spuren der Tüpfelhyäne sehen fast genauso aus wie die des Leoparden. Und so finden wir tatsächlich kurz darauf eine Hyäne:

Tarangire National Park, Tanzania

Tarangire National Park, Tanzania

Ok, kein Leopard gefunden, aber wir sind Spuren sehr lange gefolgt und haben das Tier gefunden! Wir sind schon ein bisschen stolz. :) Und spätestens die Dik Dik-Sichtung hebt die Laune am Abreisetag deutlich.

Tarangire National Park, Tanzania

Tarangire National Park, Tanzania

Wir sehen außerdem Vervet Monkeys und statten unserer Klippschliefer-Familie noch mal einen Besuch ab. Mal sehen, ob sie den Regen gut überstanden haben. Haben sie!

Tarangire National Park, Tanzania

Tarangire National Park, Tanzania

Tarangire National Park, Tanzania

Tarangire National Park, Tanzania

Alle kuscheln sich noch mal für ein Gruppenfoto zusammen. :blush:

Tarangire National Park, Tanzania

Auf der anderen Seite des Flusses sehen wir eine Gruppe Elefanten und so fahren wir wieder zurück über die Brücke und dann runter zu den Elefanten.

Tarangire National Park, Tanzania

Tarangire National Park, Tanzania

Tarangire National Park, Tanzania

Tarangire National Park, Tanzania

Danach fahren wir zurück zur Lodge, frühstücken und packen dann unsere Sachen. Gegen 10 Uhr checken wir aus, es liegen etwa 150 km vor uns, größtenteils asphaltiert und in gutem Zustand.

Auf der Fahrt zum Gate sehen wir noch recht viele Tiere und die Sonne spielt mittlerweile wieder voll mit.

Tarangire National Park, Tanzania

Tarangire National Park, Tanzania

Tarangire National Park, Tanzania

Endlich sehen wir auch mal viele Zebras! Als wir den Motor abstellen, beruhigen sie sich und kommen sogar recht nah ans Auto ran.

Tarangire National Park, Tanzania

Tarangire National Park, Tanzania

Tarangire National Park, Tanzania

Tarangire National Park, Tanzania

Tarangire National Park, Tanzania

Tarangire National Park, Tanzania


Am Gate stelle ich leicht frustriert fest, dass die Riesenkäfer oder Nashornkäfer sich komplett verkrochen haben und nicht zu sehen sind. Ich hätte so gerne ein Foto von ihnen gemacht, aber aufgrund des ganzen Regens haben sie sich wohl verkrochen. Immerhin sagen ein paar Mangusten “tschö mit ö”. :laugh:

Tarangire National Park, Tanzania

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Dann sind wir wieder in der tansanischen Zivilisation.

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Als wir in der Nähe von Arusha sind, beschließen wir, dass das mobile Netz hier gut genug sein müsste, um den Online-Check-In zu machen. Ist es auch! Wir sehen, dass ein Upgrade in die Business Class (neuer Dreamliner! Nachtflug!) gerade mal 500 € pro Nase kostet. Wir überlegen kurz … ist ja schon recht günstig und der Flug dauert um die 11 Stunden und ist somit etwa 2 Stunden länger als der Hinflug. Wir fliegen nämlich vom Kilimanjaro Airport erst mal nach Daressalam, dort ist Crew-Wechsel und dann geht’s nach einer Stunde weiter. Man bleibt allerdings im Flugzeug sitzen. Wir rechtfertigen uns das Ganze damit, dass man zuhause sowieso nichts machen kann, wofür man typischerweise Geld ausgibt (vielleicht mal von Notwendigkeiten abgesehen, aber nichts, was Spaß macht), also schlagen wir zu! Weil es auf dem Papier so gut aussieht, entscheiden wir uns für Reihe 1, Mitte. Mitte, da die Fensterplätze Einzelplätze sind und da wir sowieso in der Nacht fliegen, ist uns der Blick aus dem Fenster nicht so wichtig.

Am frühen Nachmittag kommen wir bei Shaw Safaris an. Ein komisches Gefühl, nach 3 Wochen wieder hier zu sein! Als wir losgefahren sind, waren wir voller Vorfreude und fragten uns, ob das mit dem Selbstfahren hier wohl gut geht und nun stehen wir nach einer 3-wöchigen Reise, die ein voller Erfolg war, wieder hier. So viel hatten wir in der Zwischenzeit erlebt! :ohmy: :cheer:

Erika und Paul freuten sich, uns wiederzusehen (glaube ich zumindest), vermutlich waren sie auch froh, dass wir Vern wieder heil zurückgebracht haben und keine Schäden hatten.

Wir quatschen den ganzen Nachmittag über mit den beiden über die Reise, Fotos werden gezeigt, außerdem dürfen wir duschen und ums Umziehen. Sowas ist vor einem langen Nachtflug wirklich Gold wert, finde ich! Endlich können wir mal den Kilimanjaro sehen.

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Paul erzählt uns, dass er im Garten ein brütendes Paradiesschnäpper-Paar entdeckt hat. Gerade ist die Dame zuhause:

Tarangire National Park, Tanzania

Als ich später noch einmal gucke gehe, ist sie leider ausgeflogen.

Der Fahrer, Walter (ein total netter Kerl), holt uns gegen 18 Uhr ab. Der Abschied ist für uns schon recht emotional, denn wir haben uns bei den beiden einfach super aufgehoben gefühlt und wir waren uns total sympathisch. Mit Walter quatschen wir noch über dies und das und erfahren, dass viele Tansanier aus seinem Bekanntenkreis ihre Kinder aufgrund der Pandemie und der ausfallenden Einnahmen aus dem Tourismus nicht mehr auf gute Schulen schicken können. Sie können sich nur noch die staatlichen Schulen leisten - späteres Zurückwechseln ist wohl nicht so einfach möglich. Abgesehen davon sind natürlich viele Menschen arbeitslos geworden. Er staunt, dass die Menschen in Deutschland vom Staat unterstützt werden und niemand hungern muss. Uns wird wieder einmal bewusst, was für ein privilegiertes Leben wir führen. Wenn jemand fragt, wie wir es verantworten können, mitten in einer Pandemie zu verreisen, muss ich die Gegenfrage stellen, wie kann man verantworten, es nicht zu tun? (Ist eine rein rhetorische Frage - niemand muss drauf antworten) Die Welt ist nun mal kein Takatukaland wie Deutschland das ist. Wenn keine Touristen kommen, hungern hier die Menschen und eine ganze Generation zahlt es mit schlechterer Bildung. Was ist wohl besser? Ich weiß es natürlich auch nicht.

Am Flughafen ist wie erwartet recht tote Hose, obwohl schon ein paar Flüge rausgehen. Dass man auch ein Abreiseformular ausfüllen muss, entgeht uns komplett und so werden wir vom Grenzbeamten erst mal zurückgeschickt. Macht aber nix, wir haben Zeit. Der Flieger geht erst um 21:30 Uhr.

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Da die Lounge hier geschlossen ist, können wir im Restaurant (wohl das einzige im ganzen Flughafen) essen, was wir möchten. Geht aufs Haus bzw. auf KLM. Wir entscheiden uns für Burger und Sandwich.

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Wir hauen die letzten paar Shilling auf den Kopp und investieren in Souvenirs.

Wir hören, wie unser Flieger landet. Nebenan strömen die Massen zur Immigration und Fieberkontrolle. Wie gerne wäre ich jetzt lieber auf der anderen Seite … Es nützt ja nichts, wir boarden. Und zwar alle auf einmal. Moooment mal, gibt es hier kein Priority Boarding?! Nein, gibt es nicht, ein Call, das war’s, alle stürmen raus. Na toll, da leistet man sich einmal Business und dann darf man noch nicht mal Priority Boarding machen. ;) Ich will mein Geld zurück! In der Maschine sitzen die Leute aus Amsterdam, die nach Daressalam weiterfliegen. Die Crew ist anscheinend schon durch und lässt sich quasi nicht blicken. Noch nicht mal Kopfhörer bekommen wir. Irgendwie hatten wir uns das mit der Business pompöser vorgestellt, hier wird aber auch nur mit lauwarmem Service-Wasser gekocht. :dry:

Der Sitz ist aber schon ein Knaller. Man kann sich komplett flach hinlegen und hat eine sehr lange Liegefläche. Selbst Martin mit seinen 1,83 m eckt nirgendwo an in der Nacht. Man bekommt eine dicke Decke und ein dickes Kissen.

In Daressalam ist Crew Change, also neues Spiel, neues Glück! Erst sind sie noch motiviert und grüßen freundlich. Wir bekommen einen Welcome Drink, die Menükarte und auf Nachfrage (!) auch endlich mal Kopfhörer. Während des Aufenthaltes in Daressalam beobachten wir interessiert die Reinigungsleute, die wirklich in einer absoluten Spitzengeschwindigkeit die Plätze reinigen (von einer vernünftigen Desinfektion kann meines Eindrucks nach allerdings keine Rede sein).

Beim Essen gibt es die Auswahl zwischen Hühnchen und vegetarischem Masala. Also quasi genau wie in der Eco auch … Nur dass es etwas hübscher in Keramik-Gefäßen angerichtet wird. Alle 3 Gänge werden auf ein Tablett gequetscht. Das hätte ich mir auch irgendwie anders vorgestellt. Das Essen ist solala. :huh:

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Die Menükarte:

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Wir bestellen den auf der Menükarte angepriesenen Cocktail. Die Stewardessen kennen ihn nicht. Wir weisen darauf hin, dass der Cocktail in der Karte steht und der dort beworben wird als Cocktail des Monats. Dann fällt der Groschen. Schon komisch, wenn man nicht weiß, was der Arbeitgeber auf die Menükarte schreibt. Martin hatte übrigens eine andere Stewardess, ihm ging es genauso. Digestifs wurden gar nicht erst angeboten. Wir mussten nachfragen. Wir sind beide mittlerweile der Meinung, dass der Service bei KLM in der Eco auf unseren bisherigen Flügen besser war. Danach sehen wir die Crew eigentlich gar nicht mehr. Ein paar Snacks werden lieblos auf die Ablage vor unseren Sitzen geknallt, man kann sich bedienen. Übrigens ist die erste Reihe natürlich Käse. :laugh: Direkt an der Galley, direkt bei der Toilette (dazu komme ich gleich noch) und die Crew nutzt den Platz vor den Sitzplätzen als Ablagefläche, u.a. für erwähnte Snacks d.h. im Laufe der Nacht kommt jeder Mal vorbeispaziert und besucht einen. Wenn wir das Upgrade nicht spontan am Straßenrand gemacht hätten, hätten wir die Plätze sicher nicht genommen.

Das Amenity Kit ist ganz nett gemacht, aber der Inhalt eher mittelmäßig. Die Socken und die Schlafbrille sind von ziemlich genau der gleichen Qualität, wie wir sie vor 2 Jahren bei Singapore in der Eco (!) bekommen haben. Warum man Ende 2020 keinen Mundnasenschutz (von mir aus statt der Socken) reinlegt, ist mir ein Rätsel.

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Nun zu den Toiletten: Beim neuen Dreamliner gibt’s eine Art “Toiletten-Gate”. ;) Man hat die Business Class nur mit zwei Toiletten ausgestattet, warum auch immer. Die Crews vieler Airlines haben aber Anspruch auf eine eigene Toilette. Folge: Eine Toilette wird für Passagiere gesperrt und steht nur der Crew zur Verfügung. Es bleibt also noch eine Toilette für alle BC-Passagiere. Die Folge ist nun, dass eine Seite durch die Galley latschen muss, um zur Toilette zu kommen. Finde ich ja nicht weiter schlimm, aber doof ist schon, wenn man die Durchsage macht, dass Passagiere bitte nicht durch die Galleys laufen sollen. Ebenso doof ist, wenn man als Passagier dann notgedrungen doch durchlatschen muss und dann 4 Crew-Mitglieder sieht, die plötzlich hektisch ihre Masken wieder aufziehen. Man kommt sich vor, wie ein Eindringling. Als ich von der Toilette komme, war der Vorhang der Galley plötzlich geschlossen. Na super, wo soll ich denn jetzt lang? Also einmal komplett außen rum gelatscht, wo die Crew mich dort in der Galley doof anguckt. Ich frage, wie man sich das Ganze denn hier gedacht hat und wie man die Toilette nutzen soll, ohne durch die Galley zu latschen. Des Rätsels Lösung: Gar nicht. Man MUSS in diesem Fall durch die Galley. Ich hätte ruhig den Vorhang aufmachen und durchlaufen können. Aha. Mache ich beim nächsten Mal auch (ich trinke viel und hab ne Mädchenblase), werde doof angeguckt von der Crew. Ich erkläre mich und frage, wie sie sich das denn sonst so vorstellen. Freundliches Zurückrudern, nein, nein, das ist natürlich vollkommen in Ordnung! Ganz ehrlich, von der Crew und vom Service her war es einer der schlechteren Flüge (es gab noch ein paar andere Kleinigkeiten, aber es soll nicht zu sehr ausufern hier).

Wir schlafen immerhin sehr gut und lange und sind am nächsten Morgen recht fit. Zum Frühstück gibt es die Wahl zwischen French Toast, die ich sehr gut finde, und Shakshuka, was Martin vollkommen überwürzt findet und kaum runterbekommt. Das Croissant ist so trocken, dass ich es nach einem Bissen liegen lasse. Der Rest ist ganz ok.

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Wir bestellen uns ein Gläschen Schampus dazu, wer weiß, wann wir sowas noch mal kriegen :laugh: , und werden angesehen, als ob wir bei der Stewardess um eine Spenderniere gebeten hätten. Dabei sind wir bei weitem nicht die einzigen, die Schampus bestellen (wird übrigens auch so im Menü passend zum Frühstück angepriesen).

Dann kommen die Häuschen! Wir gucken regelmäßig Videos auf Youtube über Flüge und Airlines auf der ganzen Welt und wissen daher schon, dass KLM diese in der BC an jeden Gast verteilt. Niedlich sind sie! :)

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Drinnen ist Schnaps. Wirklich ekliger Schnaps! Nützt nix, muss weg das Zeuch. :silly: Mit mittlerweile recht guter Laune landen wir in AMS. Jetzt auf zur Lounge, damit wir nicht auf dem trockenen bleiben. Leider steht in der KLM-App nicht, welche Lounge die beste für unseren Abflug ist und so latschen wir als Lounge-Noops natürlich zur falschen. Also wieder raus, weiterlatschen … Und die Wege in AMS sind weit! Einmal durch die Passkontrolle und wir landen wir endlich in der richtigen Lounge. Als wir ankommen, ist es sehr ruhig, sehr wenige Leute. Das sollte sich im Laufe der nächsten zwei Stunden deutlich ändern! Als wir gehen, ist die Lounge fast komplett voll. Der gesamte Flughafen wirkt total voll auf uns. Beim Essen sind dann sogar lange Warteschlangen, weil das Angebot stark reduziert wurde und nicht alle Bars und Buffets geöffnet sind. Also knubbelt sich alles vor der einen Essensausgabe, was ich irgendwie wenig sinnvoll finde.

Beim Boarding haben wir dann doch noch unser Priority-Erlebnis! Total sinnvoll, ein Priority Boarding zu machen und dann die Leute im Bus noch länger frieren zu lassen, damit alle Nicht-Priorities sich dahinter quetschen dürfen. Die Leute steigen natürlich natürlich auch als erste wieder aus, sodass Priority in diesem Fall wirklich komplett für die Tonne ist. :lol: Der Flieger nach DUS ist voll! Beim Aussteigen ist alles wie immer. Corona, was ist das? Alle springen gleichzeitig auf, lediglich ein paar einzelne Passagiere (ja, auch wir) bleiben sitzen. Die Crew hatte vor der Landung gesagt, dass Reihe für Reihe von vorne nach hinten ausgestiegen wird (wäre auch grundsätzlich mal eine gute Idee), aber das scheitert entweder an der Ignoranz oder der Dummheit der Menschen. Da die Crew nichts durchsetzt und keine weitere Ansage dazu macht, macht natürlich jeder was er will.

Insgesamt fanden wir das BC-Erlebnis, abgesehen vom wirklich tollen Sitz, ein wenig ernüchternd. Wir fliegen jedenfalls auch gerne wieder Eco und sind dafür keinesfalls versaut worden. Das Gesamtpaket war für uns insgesamt den Aufpreis nicht wert. :dry:

Typisch DUS warten wir ewig auf die Koffer, aber dann ist unserer tatsächlich unter den ersten dabei. Schnell sind wir beim Auto und haben bis dahin schon den ersten Kälteschock. Das Auto kommt uns sehr seltsam vor - wie ein Raumschiff! B) So modern! Und so winzig (wir haben einen Kuga)! Und der fährt sich ja fast wie von alleine! Ist schon eine Umstellung vom altertümlichen Traktor zum modernen Fahrzeug mit technischem Schnickschnack. Und Automatik! Was für eine Wohltat.

Wir hatten ein paar Tage zuvor die Einreiseanmeldung angefüllt, fragen uns aber nach dem Sinn, denn da wir in NRW leben müssen wir weder in Quarantäne, noch hat irgendeiner die Anmeldung kontrolliert. Auch eine Testpflicht gab es zum Zeitpunkt unserer Einreise nicht. Bei Abflug war der Stand der Dinge noch, dass wir in Quarantäne müssen und daher hatten wir vorgesorgt und der Kühlschrank war voll. Wir waren nun nicht unglücklich darüber! Der seltsame Pandemiealltag im Home Office hat uns schnell wieder. Leider! Ich hätte gerne mein Home Office in Tansania aufgemacht.

Fazit folgt noch. :)
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03 Mär 2021 14:02 #608683
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Auch erstmal ohne Fazit fand ich deinen Reisebericht unterhaltsam, mit wirklich gut gemachten Fotos, bei denen bei mir wieder die Lust auf Tansania geweckt wurde. Neben vielen anderen Zielen steht eben auch Tansania für die nächsten Jahre auf meinem Wunschzettel, von daher habe ich deinen Bericht mit Interesse gelesen.

Vielen Dank. Gruß Bonebreaker
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03 Mär 2021 15:37 #608691
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Kosten

Insgesamt war die Reise eine unserer kostspieligsten. Ostafrika ist wesentlich teurer, als Südafrika oder Namibia, zumindest als lodgehoppende Selbstfahrer.

Flüge: 480 € pP plus 500 € für das Business Class Upgrade auf dem Rückflug
Mietwagen: 2.560 € für 19 Tage (Details zum Mietwagen stehen ganz zu Beginn des Reiseberichts)
Unterkünfte: 3.210 € (inkl. 15 x 3 Mahlzeiten pro Tag, 2 x 2 Mahlzeiten pro Tag, 1 x ohne Verpflegung)
Permits, Concession Fees und sonstige Fees für Nationalparks, NCAA und Lake Natron: 3.064 € (inkl. der Permit Generation Fee i.H.v. 50 USD)
Night Drive Tarangire: 175 € für 2 Personen
Flying Doctors Mitgliedschaft: 25 € für 2 Personen
Airport Transfer: 80 €

Gesamt: 11.074 €. Hinzu kommen noch Trinkgelder, Diesel, hier und da noch essen (z. B. die Lunchboxen bei der World View Campsite), Souvenirs usw. Vern war nicht so durstig, wie befürchtet; er genehmigte sich 10 - 12 Liter Diesel auf 100 km. Der Liter Diesel kostete zum Zeitpunkt unseres Besuchs zwischen 60 und 65 Euro-Cent.
Das BC-Upgrade war natürlich purer Luxus, aber fiel mit 1000 € nicht nennenswert ins Gewicht, wenn man sich die Gesamtkosten anguckt (genauso werde ich das zukünftig immer dem Liebsten verkaufen :laugh: ).

Fazit

Was soll ich sagen, es war einfach der Hammer! Eine wahnsinnig schöne Reise mit einem hübschen Schuss Abenteuer, vielen Tieren und tollen Erlebnissen! Genau nach unserem Geschmack. Trotzdem wird es wohl auf absehbare Zeit die letzte Reise nach Ostafrika sein (vielleicht sogar für immer). Warum? Zum einen: habt ihr euch das Kosten-Kapitel angesehen??? :laugh: Wir machen 2 - 3 Reisen pro Jahr, da sind uns die Kosten für nur einen Trip einfach zu hoch. Zum anderen: wir durften Tansania aufgrund der Corona-Pandemie so leer erleben, wie wir es vermutlich nie wieder erleben werden. Ich denke, dieser Trip wäre überhaupt nicht zu toppen und so belassen wir es lieber bei diesem einen wunderschönen Erlebnis. :)

Menschen

Die Menschen in Tansania haben uns total begeistert. So freundliche, fröhliche, zuvorkommende und hilfsbereite Menschen haben wir bisher nur in Simbabwe erlebt. Gerade im Jahr 2020 (während in Deutschland quasi nur lange Gesichter zu sehen waren) ist die ungetrübte Lebensfreunde einfach toll! Jeder kann sich eine dicke Scheibe davon abschneiden und so haben wir es auch versucht.


Tiere und Nationalparks

Absolut umwerfend! Unterm Strich hat uns eigentlich jeder Park total gut gefallen, wobei Arusha und Lake Manyara vielleicht etwas abfallen, aber nicht, weil sie uns nicht gefallen hätten, sondern einfach weil die anderen Parks noch schöner waren. Im Lake Manyara NP hatten wir Pech wegen des hohen Wasserstandes und weil wir daher keinen der River Loops zu Ende fahren konnten und ständig abbrechen mussten. Ngorongoro hat uns etwas enttäuscht, aber das mag an unrealistischen/überzogenen Erwartungen unsererseits gelegen haben. Die Serengeti und der Tarangire NP haben uns super gefallen! Hier hatten wir großartige Tiererlebnisse. Und um ehrlich zu sein, fanden wir sogar 1 Woche Serengeti zu wenig. Gerne wären wir noch nach Ndutu gefahren. Ausdrücklich gut gefällt mir, dass man in der Serengeti nicht abseits der Straßen fahren darf! Der Umweltschutz lässt auch eigentlich nichts anderes zu. Zum Glück haben wir nicht einmal beobachtet, dass sich jemand nicht daran gehalten hätte.
Landschaftlich hat uns Lake Natron am besten gefallen, aber dicht gefolgt von Ngorongoro und Lobo in der Serengeti. Auch der Arusha und Tarangire NP haben uns landschaftlich sehr gut gefallen.

Was die Nationalparks in Tansania von denen im südlichen Afrika unterscheidet: Die Tierherden, allen voran natürlich die Gnuherden, sind viel größer. Dafür sieht man im südlichen Afrika größere Elefantenherden, allen voran natürlich in Botswana und im Caprivi-Zipfel. Da die Nationalparks in Tansania nicht umzäunt sind, sieht man auch außerhalb der Parks viel mehr Wild. Natürliche Migrationsrouten werden so nicht abgeschnitten. Im südlichen Afrika gibt es natürlich auch nicht umzäunte NPs, allerdings in Namibia ein paar wenige und in Südafrika soweit ich weiß gar nicht. In Botswana gibt’s die Vet-Fences, die Migrationen teilweise unterbinden oder zumindest schwierig machen.
Bei der Tiervielfalt konnten wir keinen großen Unterschied feststellen. Natürlich sieht man teilweise andere Arten, neue Arten, die wir aus den südlichen Ländern noch nicht kannten. Dafür sieht man andere Arten selten bis gar nicht, die im Süden (häufiger) vorkommen.
Die Löwendichte in der Serengeti fanden wir sehr beeindruckend! Obwohl wir auch im Süden immer mit vielen Löwensichtungen Glück hatten, waren es in der Serengeti noch mal eine ganze Schippe mehr. Auch hatten wir endlich mal mit den Geparden Glück! Die haben wir auf vier Reisen im südlichen Afrika noch nie gesehen. Mit Leoparden hatten wir nur bedingt Glück und mit anderen Katzen gar nicht. Im südlichen Afrika haben wir schon mehrfach Wildkatzen gesehen, auch schon mal Servale und einen Caracal. Aber da vergleicht man letztlich Äpfel mit Birnen, denn in Tansania waren wir nur ein Mal und im südlichen Afrika vier Mal.
Natürlich sieht man tendenziell viel mehr Tiere, wenn man mit einem guten (!) Profi unterwegs ist, der natürlich auch über Funk über gute Sichtungen informiert wird. Für uns ist das aber wenig reizvoll. Einfach nur die Tiere gezeigt zu bekommen, befriedigt unseren “Jagdtrieb” nicht - schon gar nicht, wenn dann schon zig Fahrzeuge anwesend sind, wir wollen die Tiere größtenteils selbst entdecken. Dafür nehmen wir gerne in Kauf, dass wir weniger Tiere sehen.
Alles in allem sind wir nach wie vor der Meinung, dass die großen Parks im Süden - Kruger, Etosha, Chobe - sich nicht hinter den NPs des Northern Circuit verstecken müssen, auch nicht hinter der Serengeti. Es ist anders, aber nicht unbedingt besser oder schlechter. Insgesamt kamen uns die Tiere in Tansania etwas scheuer vor, als in den zuvor genannten Parks des Südens, was das Fotografieren etwas schwieriger macht. Was zum Fotografieren jedoch toll war, waren die tollen Wolkenstimmungen.
Was wir komplett unterschätzt haben, waren die Tsetses. Ich hätte niemals für möglich gehalten, wie unfassbar aggressiv die sind. Ich wüsste auch nicht, was wir da rückblickend hätten anders machen können. Mit geschlossenem Fenster bzw. mit geschlossenem Dach will man doch nicht in der Gegend herumfahren, das finde ich recht witzlos. Wir hatten stichsichere Kleidung, die aber nicht wirklich stichsicher war - das Geld kann man sich sparen. Wir haben uns fast schon exzessiv mit 40% DEET eingesprüht, sogar die Haare und die Klamotten. Das hat die Biester für ca. 5 Minuten fern gehalten. Aber wehe man hat den kleinen Quadratzentimeter auf der Fingerspitze nicht eingesprüht, dann haben sie garantiert DORT gestochen. Ich gehe stark davon aus, dass das auch an der Nässe gelegen hat. In der Trockenzeit würde ich mit Tsetses nicht so viele Probleme erwarten.
Was überhaupt kein Problem vor Ort war, war die Bürokratie an den Gates. Da hatte ich in einigen RBs gelesen, dass man da schon mal einiges an Zeit verliert, aber meist war der Papierkram bei uns innerhalb von 5 - 10 Minuten erledigt, was natürlich auch daran gelegen hat, dass so wenige Touristen unterwegs waren.

Unterkünfte
Mit den Unterkünften waren wir im Großen und Ganzen sehr zufrieden, auch das Essen hat uns eigentlich überall geschmeckt, wobei es in der Twiga Lodge, Tarangire Safari Lodge und Sound of Silence Tented Camp am besten war. Generell am besten gefallen hat uns das Sound of Silence Camp.
Das Preis-Niveau ist in Tansania auch bei der Unterkünften sehr hoch. Die Unterkünfte selbst sind diesen Preis unserer Meinung nach nicht unbedingt wert - wie sagt man doch so schön: Lage, Lage, Lage. Das Preis-Leistungsverhältnis ist in Afrika unserer Erfahrung nach in Südafrika am besten.

Selbstfahren in Tansania

Hier lautet unser Fazit klar: machen! Mit ein paar kleinen Einschränkungen. Unserer Meinung nach sollte man kein komplettes 4x4 Greenhorn sein, man sollte schlauer als wir sein und nicht in der kleinen Regenzeit (nein, auch nicht in der “richtigen” Regenzeit! :laugh: ) fahren, sondern eher in der Trockenzeit und man sollte sich vor allem Zeit nehmen! Orientiert euch zur Routenerstellung nicht an den vorgefertigten Routen diverser Reiseveranstalter, da wird viel zu viel reingepackt und das wird für den Fahrer/die Fahrerin zu anstrengend. Es fällt mir schwer, hier einen konkreten Tipp a la “maximal x km pro Tag fahren” zu geben, denn das ist abhängig vom Fahrer und von der Strecke. Mit unserer Route waren wir sehr zufrieden und würden sie so ohne Änderungen wieder fahren. Unsere längste Strecke lag bei 190 km und mehr würden wir keinesfalls planen. Außerdem sollte man natürlich ein vernünftiges Fahrzeug haben und mit unserem Vern waren wir sehr zufrieden. Man sollte keinesfalls unterschätzen, wie anstrengend es ist, lange Strecken in einem so unkomfortablen Auto ohne Klimaanlage zu fahren! Nach den beiden Fahrtagen (Lake Natron - Lobo und Seronera - Karatu) waren wir abends ziemlich geschafft! Ein Toyota Landcruiser dürfte deutlich komfortabler sein und vermutlich könnte man mit dem auch etwas schneller fahren, aber wir wollten lieber einen Landy.
Die Navigation war überhaupt kein Problem insgesamt. Lediglich auf der Strecke Lake Natron nach Lobo musste man gut aufpassen. Ansonsten reicht guter Orientierungssinn, MapsMe, zur Sicherheit vielleicht noch T4A und natürlich Karten, falls alle technischen Stricke reißen. Wir haben uns nirgendwo verfahren und haben uns immer gut zurechtgefunden.
Polizeikontrollen hatten wir insgesamt 5, alle waren unproblematisch, nur einmal wurde überhaupt der Führerschein kontrolliert. Etwas kurios: die Polizisten kommen meist direkt mit dem Kartenlesegerät zum Auto. Paul und Erika erzählten uns, dass es in der Vergangenheit für Touristen viele Probleme bei Polizeikontrollen gab. Touristen wurden abgezockt und ewig aufgehalten. Es gab wohl auch Fälle, in denen Touristen so lange aufgehalten wurden, dass sie ihre Unterkunft gar nicht mehr im Hellen erreichen konnten. Dieses Jahr haben sie wohl die Ansage bekommen, zu den wenigen Touristen, die es noch gibt, nett zu sein. Scheint gewirkt zu haben, denn zu uns waren tatsächlich alle sehr nett und bezahlen mussten wir nirgendwo was.

Insgesamt sind wir 2200 km gefahren in 19 Tagen.


Ich hoffe, dass ich interessierten Selbstfahrern mit dem Bericht die möglichen Bedenken nehmen konnte. :) Mit dem richtigen Fahrzeug, einer vernünftigen Route, der richtigen Reisezeit und ein bisschen 4x4-Erfahrung kann die Route jeder selbst fahren - traut euch! :) Danke, dass ihr mitgefahren seid!

Seronera, Serengeti, Tanzania
Letzte Änderung: 03 Mär 2021 15:56 von Nadine3112.
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Hoi Nadine

Vielen Dank für diesen tollen Bericht!
Was will ich hier noch schreiben...Du hast ja alles schon geschrieben! B)
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