THEMA: Leoparden hautnah (Tansania 2016/2017)
06 Feb 2017 16:20 #462671
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Anreise + 1.Tag (Fr./Sa. 23./24.12.2016)
Hannover – Arusha – Arusha National Park
94km mit dem Auto

Wie bei allen unseren Ostafrika-Reisen sind wir wieder mit KLM geflogen. Die Verbindung von Hannover über Amsterdam direkt zum Kilimanjaro International Airport ist einfach unschlagbar. Da schauen wir beim Preis dann auch nicht mehr auf den letzten Euro.

Sehr angenehm bei KLM ist, dass wir pro Person 2 Gepäckstücke je max. 23kg mitnehmen können. Das nutzen wir auch voll aus und stehen mit 4 Gepäckstücken am Check In. Zwei Dufflebacks mit Klamotten, so dass wir auch bei fast 5 Wochen Reise nicht unterwegs waschen müssen. Eine Küchenkiste mit Utensilien, Lebensmitteln und Zutaten, die man in Ostafrika nicht bekommt. Unser Bodenzelt mit Tarp ist das vierte Gepäckstück.

Beide Flüge sind pünktlich und die Maschinen gut ausgelastet. Das Entertainmentprogramm lässt keine Wünsche offen und das Essen ist für Bordverpflegung absolut in Ordnung.

Da es letztes Mal mit dem Visum vor Ort sehr schnell ging, haben wir auch dieses Mal darauf verzichtet, schon in Deutschland das Visum zu beantragen. Würde ich nächstes Mal anders machen, denn es hat ganz schön gedauert. Vor allem, da sich die Reiseleiter einiger Gruppen mit den Pässen der ganzen Gruppe vorgedrängelt haben. So sind wir fast die letzten die zum Gepäckband kommen, wo unser Gepäck schon auf uns wartet. Auch bei Hans & Hedda ist alles angekommen. Danach wartet schon die nächste Schlange auf uns. Das gesamte Gepäck muss vor Verlassen des Flughafens noch einmal geröntgt werden. Das unser Zeltsack nicht durch den Apparat passt interessiert auch niemanden, dann wird das Gepäckstück eben nicht geröntgt. Wozu die Nummer gut war entzieht sich sowieso meinem Verständnis. Ich verbuche es unter Arbeitsbeschaffungs-Maßnahme.

Unser Shuttle von 4x4 Adventures wartet bereits auf uns und nach weniger als eine Stunde, um 23:00Uhr, können wir schon im African Tulip Hotel einchecken. Danach noch das erste Tusker des Urlaubs als Schlummertrunk und ich falle ins Bett.

Das Frühstücksbuffet am nächsten Morgen ist riesig und lässt keine Wünsche offen. Es sollte auch auf der gesamten folgenden Reise nicht mehr getoppt werden. Auch ansonsten hat uns das Hotel sehr gut gefallen und wir würden es immer wieder für die erste Nacht in Arusha wählen. Ein weiterer Vorteil ist, dass man in 5min. am Office von 4&4 Adventures ist.

Die Fahrzeugübernahme ging diesmal ruckzuck. Man kennt sich. Da wir mit 4 Personen unterwegs sind, haben wir diesmal die Langversion mit 4 Sitzreihen. Wunschgemäß wurden die letzten beiden Sitzreihen und auch das Gitter, welches den Gepäckraum normalerweise abtrennt demontiert. So haben wir ein riesiges Gepäckabteil, welches wir aber auch brauchen.

Dann stehen die üblichen Erledigungen an, ohne die man nicht auf Safari gehen kann. Als erstes Bargeld ziehen und dann eine einheimische Simcard kaufen. Dabei haben wir ein wenig unterschätz, wie billig telefonieren in Tansania ist. Trotz zahlreicher Telefonate vor Ort, aber auch nach Deutschland schaffen wir es in 5 Wochen noch nicht einmal die Hälfte des Guthabens von 50€ zu vertelefonieren.

Dann kommt der Großeinkauf. Der ehemalige Shoprite ist jetzt ein Nakumatt. Die Auswahl an Lebensmittel ist besser geworden, dafür gibt es keine Campingausrüstung mehr. Was beim Einkauf sofort auffällt – die Plastikflasche hat Einzug in Tansania gehalten. Dominierten vor 4 Jahren bei Softdrinks noch Glasflaschen, so wurden diese jetzt komplett von Plastikflaschen abgelöst. Für die Umwelt sicher nicht ideal, aber zum verpacken im Auto tausendmal besser. Wenn ich da an das Gescheppere unserer letzten Tour denke…

Mit 3 randvollen Einkaufswagen und einer Rechnung von 700 Euro verlassen wir den Supermarkt. Alles was haltbar ist, haben wir schon hier eingekauft, denn Supermärkte, wie man sie aus Europa oder dem südlichen Afrika kennt, gibt es nur in Arusha und Daressalam.

Es dauert einige Zeit, bis alles im Auto verstaut ist. Selbst unsere riesige Gepäckfläche ist jetzt durchgehend bis auf Höhe der Kopfstützen vollgepackt.

Durch dichten Verkehr geht es aus der Stadt. Trotzdem ist der Weg zum Arusha National Park schnell gefahren. Der Eintritt kann per Kreditkarte gezahlt werden. Ruckzuck sind wir im Park.

Unser erstes Ziel ist die Campsite. Vorher müssen wir allerdings noch kurz am Headquarter halten, um die Schlüssel zu den Sanitäranlagen abzuholen. Die Campsite liegt sehr romantisch auf einer Lichtung im dichten Bergwald.



In den Bäumen rund um die Campsite toben jede Menge Colobus-Affen. Da sie sich aber vornehmlich in den Baumkronen aufhalten und ständig in Bewegung sind, ist ein vernünftiges Foto nicht möglich. Wir genießen es aber auch, die Tiere einfach nur zu beobachten.

Nach einer verspäteten Mittagspause machen wir uns auf den Weg, zu einem kurzen nachmittäglichen Gamedrive. Unser erstes Ziel ist der Ngurdoto Crater. Wir steuern den Leitong Viewpoint an, die höchste Erhebung des Kraterrandes. Pünktlich mit unserer Ankunft am Parkplatz des Aussichtspunktes fängt es an zu regnen. Wir lassen uns davon nicht abhalten, zum Aussichtspunkt hoch zu laufen, auch wenn die Aussichten eher trübe sind.




In den Wäldern am Hang des Kraters sehen wir immer wieder Diadem-Meerkatzen. Eine von ihnen hält sogar so lange still, dass ich sie auch fotografieren kann.



Unser nächstes Ziel sind die Momella Seen. Unterwegs sehen wir viele Wasserböcke, die hier sehr häufig vorzukommen scheinen. Ich mag diese puscheligen Antilopen sehr.



An den Momella Seen finden sich wieder sehr viele Flamingos. Da die Seen tiefer als andere Salzseen sind, sieht man die Vögel nicht nur stehend, sondern auch schwimmend bei der Nahrungssuche. Ein seltener Anblick.






Im Bereich der Seen finden sich auch viele Antilopen und Büffel, aber das Wetter lädt einfach nicht zum fotografieren ein.

Zum Abendessen entzünden wir ein kleines Lagerfeuer und ich koche Rindergeschnetzeltes mit grünen Bohnen in Pfefferrahm.

Später wird dann noch ein bewaffneter Ranger auf der Campsite abgesetzt, der die Nacht über uns wachen soll. Er macht es sich im Küchengebäude bequem und wir haben ihn nicht weiter gesehen.
Letzte Änderung: 06 Feb 2017 16:35 von Topobär.
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06 Feb 2017 21:50 #462720
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Hallo Topobär,
bin zwar vielzu spät dran, aber du nimmst mich doch noch mit, oder?
Tansania als Selbstfahrer, das scheint sehr interessant zu sein.
Herzliche Grüße
Beate
Reiseberichte:
Aktuell: Patagonien 2020: Zwischen Anden, Pampa und Eis: namibia-forum.ch/for...n-pampa-und-eis.html

Das schönste Ende der Welt-Südafrika März 2017 namibia-forum.ch/for...rika-maerz-2017.html
Südafrika 2018-Ohne Braai gibt es keine Katzen namibia-forum.ch/for...es-keine-katzen.html
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06 Feb 2017 23:43 #462742
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Die Flamingo Bilder sind wirklich einzigartig wie die wie Enten im Teich schwimmen. Das Bild mit dem Seeadler gefällt mir auch da alles so schnell saftig grün aussieht sogar bei trübem Licht.
Hat dieser lange Landcruiser auch eine Dachluke? Und wie steht es mit dem Kühlschrank? Läuft der auf zwei Batterien?
Danke!
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Meine RBs
Expedition Antarktis:
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Island In Herbstfarben
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Nordamerikanische Safari und Landschaften May Till October 2019

www.namibia-forum.ch...landschaft-2019.html

Zweite Selbst Fahrer Tour in Tansania. Same same but different.
Juni 2018
www.namibia-forum.ch...e-but-different.html

Trip reports in English:

Namibia and KTP 2016
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Botswana 2016:
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Tanzania 2015:
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Nam-SA-Bots 2014:
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07 Feb 2017 11:58 #462756
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Hallo Sadie,

der Landcruiser hatte über Fahrer- und Beifahrersitz eine Dachluke und über dem Passagierbereich ein großes Hubdach. Wir hatten auch einen Engel-Kühlschrank, der uns zunächst allerdings ziemliche Probleme bereitet hat. Der Wagen hatte nur eine Batterie, so dass wir nachts und bei längeren Pausen den Kühlschrank abgeschaltet haben.
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09 Feb 2017 17:38 #463110
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2.Tag (So. 25.12.2016)
Arusha National Park – Mambo
310km


Die Nacht war sehr ruhig und auch von den Temperaturen her sehr angenehm, so dass wir alle gut geschlafen haben.

Beim Frühstück und Abbau des Camps werden wir dann allerdings von sehr aggressiven Ameisen geplagt, deren Biss sehr schmerzhaft ist. Wo kommen die denn plötzlich her, damit hatten wir am gestrigen Abend noch keine Probleme.

Den Himmel hat es über Nacht blank gefegt. Es ist keine Wolke zu sehen.

Wir verlassen den Park nicht auf direkten Weg, sondern fahren zunächst zum Boma La Megi Viewpoint. Von hier hat man einen klasse Blick auf den alles überragenden Mount Meru sowie auf die unter uns liegenden Momella-Seen. Im Laufe des Tages wird der Berg sicherlich wieder in den Wolken verschwinden, aber jetzt am frühen Morgen zeigt er sich in seiner vollen Pracht.




Nachdem wir uns von diesem schönen Flecken Erde losreißen können, verlassen wir auf direktem Wege den Park und fahren auf gutem Asphalt nach Same. Von unseren früheren Reisen kann ich mich nicht daran erinnern, dass es schon immer so viele Tempo50-Zonen gab. Es reiht sich eine an die andere. Da passiert es schnell, dass man mal eine solche Zone übersieht und schon werden wir geblitzt. Ich hatte an der Stelle nicht gewusst, dass wir noch in einer Tempo50-Zone waren. Das Foto zeigt 69km/h und so darf ich 30.000,-TSH zahlen.

In Same verlassen wir die Fernstraße Arusha – Daressalam und fahren lieber die landschaftlich wesentlich schönere Strecke östlich der South Pare Mountains. Dafür nehmen wir auch gerne in Kauf, dass weite Streckenabschnitte raue Naturpiste sind.

Inzwischen mussten wir auch feststellen, dass unser Kühlschrank nur sehr wenig Leistung bringt. Er schafft max. 15°C Temperaturdifferenz gegenüber der Umgebungstemperatur. Bei Tagestemperaturen jenseits der 30°C nicht so gut.

Dann kommen so langsam die Usambara-Mountains ins Blickfeld. Wir fahren direkt auf die höchste Erhebung zu, auf der unser heutiges Tagesziel, die Mambo View Point Lodge liegt. Obwohl es Luftlinie nur wenige Kilometer sind, haben wir noch rund 50km Fahrstrecke vor uns.


Oberhalb der markanten Felswand liegt die Mambo Viewpoint Lodge.

Wir fahren auch dieses Jahr wieder die Abenteuer-Strecke, welche im Nordwesten der Usambara-Mountains von Mnazi direkt hoch nach Mtae führt. Die größten Schwierigkeiten haben wir entgegen meiner Erwartungen noch im Dorf Mnazi. Hier hat es zum Teil metertiefe Erosionsrillen und es ist mehrmals Zentimeterarbeit, um zwischen den Hütten und den Erosionsrillen hindurch zu passen. Dann finden wir die Einfahrt ins Bachbett nicht. Ein PikiPiki-Fahrer hilft uns weiter. Ein umgestürzter Baum liegt in der Einfahrt, so dass sie nicht mehr zu erkennen war. Auf Kosten einiger Büsche können wir den Baum umfahren und kommen ins Bachbett, wo wir Mittagspause machen.



Die nun folgende Auffahrt ist dagegen trotz großer Felsstufen, steiler Steigung (1000 Höhenmeter in 6km) und reichlich grobem Geröll gut zu fahren. 1./2. Gang in Untersetzung gepaart mit ausreichend Gelassenheit lassen uns ganz gemütlich den Berg hochtuckern. Hans & Hedda waren bislang noch nie mit dem Auto im Gelände unterwegs und staunen, was für Strecken man mit einem Auto so fahren kann.

Skurile Situation unterwegs: Wie beim letzten Mal sehen wir kein einziges Auto auf der Strecke, wohl aber einige PikiPikis. Auf halber Strecke am Berg kommt mir ein PikiPiki entgegen und der Fahrer zeigt sich stark beeindruckt, dass wir mit dem Wagen sie Strecke fahren. Ich hingegen war noch viel beeindruckter, dass er mit einer Straßenmaschine und insgesamt 3 Personen diese Strecke fährt. Selbst mit meiner Erfahrung aus mehreren Motorrad-Rallyes würde ich hier nur sehr ungern die in dieser Konstellation unterwegs sein.

Als wir an der Mambo View Point Lodge ankommen, tritt dort gerade ein Kinderzirkus auf. Wie wir später erfahren, handelt es sich dabei um eines der vielen lokalen Projekte der Lodge. Bevor wir einchecken und die Zelte aufbauen, schauen wir uns erst einmal die Vorstellung an. Mindestens ebenso interessant wie die Vorstellung selbst, ist es die Zuschauer zu beobachten. Die schauen alle so gebannt zu, als würde es sich um eine Vorstellung des chinesischen Staatszirkus handeln.






Diesmal haben wir eine gemütliche windgeschützte Campsite, die wir auch mit dem Auto anfahren können. Bis zum Restaurant und den Sanitäranlagen sind es nur 20m den Berg hoch. Trotzdem ist die Campsite außer Sicht- und Hörweite.



Zum Abendessen gibt es ein sehr leckeres, abwechslungsreiches und reichhaltiges Buffet. Das ist eine deutliche Steigerung gegenüber unserem Aufenthalt vor 4 Jahren. Auch das Restaurant ist seitdem neu gebaut worden. Dem Küchenpersonal sieht man deutlich an, dass sie direkt an der Quelle arbeiten. Mir sind ja dicke Köchinnen immer sehr sympathisch. Da weiß man, dass sie sich mit ihrer Arbeit identifizieren.

Beim Essen setzt sich Herman, der Besitzer der Lodge, zu uns an den Tisch. Es entwickelt sich ein sehr interessantes Gespräch, bei dem wir viel über die Lodge und das Leben in den umliegenden Dörfern erfahren. Herman und seine Frau waren früher in der Entwicklungshilfe tätig und haben auch jetzt noch etliche von ihnen initiierte Projekte in der Umgebung laufen.

Nach dem Abendessen singen und tanzen einige Frauen des Dorfes auf der Terrasse vor dem Restaurant. Hedda als leidenschaftliche Chorsängerin ist gleich mit dabei.
Letzte Änderung: 09 Feb 2017 18:10 von Topobär.
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12 Feb 2017 20:26 #463707
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  • paulinchen am 12 Feb 2017 20:26
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Hi Thomas,

Trifft sich gut, dass du gerade deinen Reisebericht startest... :) ...wir waren ja diesmal schon nah dran an der Grenze zu Tansania, nächstes Jahr könnte es dann was werden.
Bin schon sehr neugierig...

lg
paulinchen
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